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Die Eurozone bleibt eine Gefahr

Markus Diem Meier am Mittwoch den 29. Oktober 2014
Frankfurt Stock Exchange

Jäher Absturz: Die Entwicklung des Aktienkurses am 27. Oktober 2014 an der Börse Frankfurt. Foto: Keystone

Mitte Oktober ist sie die Angst wieder einmal auf die Finanzmärkte zurückgekehrt. Der wichtigste Grund dafür war nicht die Eurokrise an sich, als vielmehr die politische Unfähigkeit, sie zu bewältigen. Das betrifft die ganze Welt.

Allein in der ersten Hälfte des Oktobers verlor der Aktienindex der führenden europäischen Unternehmen Euro Stoxx 50 rund 10 Prozent an Wert. Selbst der wichtigste US-Börsenindex S&P 500 hat in diesen rund zwei Wochen 4,3 Prozent nachgegeben. Besonders deutlich wurden aber auch die Anleihemärkte durchgeschüttelt: Wie schon im August kam es dort zu einer Art Liquiditätsnotstand: Einer Flucht in die sichersten Anleihen und fast verzweifelten Verkaufsversuchen der riskanteren. Eine Folge war auch der erneute drastische Anstieg der Rendite griechischer 10-jähriger Staatsanleihen von rund 6 Prozent auf 9 Prozent bis Mitte Oktober.

Wie gross die Unruhe war, zeigt sich auch am so genannten Volatilitäts-Index VIX der Börse von Chicago (CBOE). Er bezieht sich auf so genannte implizite Volatitäten, das heisst hier werden die erwarteten Schwankungen der Börsenkurse aus Optionspreisen herausgerechnet. Der Index gilt als Fiebermesser der Kapitalmärkte:

Volatility

Die Unruhe an den Märkten hat mehrere Auslöser: So haben die geopolitischen Spannungen eine Rolle gespielt, oder auch die anhaltende Unruhe um das Anleihe-Haus Pimco nach dem Abgang von dessen Gründer Bill Gross. Die absolut grösste Bedeutung aber hatte die anhaltende Eurokrise.

Bleiben drei Fragen:

  1. Was war der konkrete Auslöser
  2. Was hat die Unruhe an den Kapitalmärkten wieder abklingen lassen
  3. Was bedeutet die Entwicklung für die weitere Zukunft

Zum Auslöser: Die Politik ist ausgeschossen

Konkreter Auslöser war die Sorge, dass die Politik eine weitere Verschlechterung der Lage nicht mehr aufhalten kann. Das trifft vor allem auf die Europäische Zentralbank zu. Sie war und ist in Europa bisher die einzige Institution, die bisher jede Verschärfung der Krise zu beruhigen vermochte. Doch jetzt gehen ihr die Optionen aus: Ihren Leitzins (den«Hauptfinanzierungssatz») hat sie bereits auf das Minimum von 0,05 Prozent gesenkt und für Einlagen der Banken auf ihren Konten verlangt sie eine Gebühr (einen negativen Einlagesatz) von 0,2 Prozent.

Als erste zusätzliche Massnahme stellt sie den Banken wie schon 2012 vergünstigt längerfristige Gelder (Longer Term Refinancing Operation, LTRO) zur Verfügung, diesmal aber gegen Bedingungen, damit die Banken diese Mittel (anders als beim letzten Mal) für Kredite benützen. Deshalb enthält die Bezeichnung der Massnahme zusätzlich ein T für «Targeted» und heisst folglich TLTRO. Der Erfolg bisher ist allerdings bescheiden geblieben, weil die Banken deutlich weniger als erwartet von den verfügbaren Mitteln Gebrauch gemacht haben.

Den weiteren neu angekündigten Massnahmen, wie dem Aufkauf von Anlagen (Pfandbriefen und verbrieften Krediten), mangelt es bisher aus zwei Gründen an Glaubwürdigkeit: Erstens, weil der Markt dafür erwartungsgemäss zu klein ist, um einen deutlichen Effekt zu erzielen. Zweitens, weil es immer schwieriger wird, einen politischen Konsens für solche Massnahmen zu erreichen. Das hat sich wieder einmal besonders deutlich in Deutschland gezeigt, als das Gerücht aufkam, dass die EZB auch Käufe von Unternehmensanleihen in Betracht ziehen könnte, nicht zuletzt um das Volumen zu vergrössern. Das zeigt, dass EZB-Chef Mario Draghi auf erheblichen Widerstand stossen wird, wenn er am Ende auch Staatsanleihen aufkaufen will, wie das als letzte Möglichkeit der EZB immer wieder diskutiert wird.

Klar, eine nachhaltige Lösung der Eurokrise kann ohnehin nicht von der EZB ausgehen. Doch von der übrigen Politik war und ist bisher wenig zu erwarten. Fiskalpolitik als verbleibende Konjunkturpolitik ist politischen chancenlos. Die Politik müsste auch die «Brandursachen» bekämpfen, wie die mangelhafte institutionelle Aufstellung der Eurozone. Die Notenbank war bisher in diesem Vergleich die Feuerwehr, der jetzt aber die Löschkapazitäten ausgehen. Dass sich in den letzten Wochen die Konjunkturdaten aus Europa weiter verdüstert haben, hat den Ängsten daher weiter Auftrieb gegeben. Selbst die Entwicklung der grössten Euro-Volkswirtschaft Deutschland soll gemäss den Prognosen deutlich an Dynamik verlieren.

Was auf dem Spiel steht ist die Gefahr einer Deflation – einer Situation mit anhaltenden Preisniveaurückgängen –oder nur schon einer anhaltend deutlich zu geringen Inflation. Wie schon oft ausgeführt – zum Beispiel hier – käme das für die Eurozone schon angesichts der hohen privaten und öffentlichen Verschuldung einer Katastrophe gleich.

Eine Katastrophe wäre das aber nicht nur für die Eurozone, sondern für die Weltwirtschaft insgesamt. Daher haben die neu aufkommenden Ängste die Kapitalmärkte auch weltweit durchgeschüttelt. Wie der «Economist» in seiner aktuellen Ausgabe in einem sehr zu empfehlenden Hintergrundartikel («Briefing») zum Thema schreibt, ist die Eurozone nicht die einzige Region, in der Deflationsgefahr vorherrscht bzw. die Probleme einer zu tiefen Inflation im Verhältnis zur Zielsetzung der Notenbanker. Die folgende Grafik aus dem Artikel liefert einen Überblick, mitsamt weitgehenden Erklärungen:

Economist Deflation

Wie die Fachzeitschrift schreibt, ist selbst der Umstand fallender Ölpreise, die zur fallenden Inflation beitragen im aktuellen Zusammenhang nicht wirklich beruhigend: Erstens ist dieser Preiszerfall unter anderem selber die Folge der schwachen Entwicklung der Weltwirtschaft, das heisst des Nachfragemangels und zweitens besteht dadurch die Gefahr von weiter fallenden Inflationserwartungen, die sich dann über das entsprechende Verhalten auf den Märkten zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung in einer tatsächlich noch tieferen Inflation oder eben in einer Deflation niederschlagen kann. Das ist der gleiche Mechanismus wie bei einer Lohn-Preis-Spirale, nur dass sie diesmal nach unten geht.

Tatsächlich sind die Inflationserwartungen schon vielerorts im Fallen begriffen, wie die folgende Grafik ebenfalls aus dem erwähnten Artikel des «Economist» zeigt:

Economist Defl-Exp

Bleibt die Frage, wieso die Eurozone mit seiner Krise in diesem Szenario eine Bedrohung für die Weltwirtschaft ist: Wie schon die Geschichte (etwa die im Umfeld der Grossen Depression) zeigt, versuchen Länder in einer solchen Lage, die fehlende Inlandnachfrage über Exporte auszugleichen – die Schwächung der eigenen Währung ist dafür ein beliebtes Mittel. Tatsächlich ist die Schwächung des Euro der bisher einzige sichtbare und wirksame Erfolg der jüngsten Massnahmen der EZB und ihres Erwartungsmanagements.

Doch andere Länder leiden ebenfalls unter einer ungenügenden Nachfrage: Die Rede ist sogar von einer «Sekulären Stagnation», einer Jahrhundertstagnation, für die eine ganze Menge spricht, ganz besonders eine international seit langem fallende Invenstionsquote (mehr dazu hierhier und hier der IWF dazu.)

Doch wenn andere wichtige Weltregionen ebenfalls unter einer ungenügenden Nachfrage leiden, geht die Exportstrategie der Europäer auf Kosten dieser anderen, wenn sie aufgeht. Auf jeden Fall wird dadurch keine zusätzliche Nachfrage für die Weltwirtschaft insgesamt geschaffen und sie verschlechtert die internationalen Wirtschaftsbeziehungen: Rasch ist dann von Währungskrieg und unfairen Handelspraktiken die Rede. Protektionistische Massnahmen sind dann auch nicht mehr weit entfernt. In den USA wächst etwa die Erwartung, dass als Folge des billigeren Euro, bzw. des spiegelbildlich teureren Dollars, die Notenbank ihre Zinsen noch länger als bisher erwartet – etwa bis ins Jahr 2016 – nicht erhöhen wird. Das ist ein Warnhinweis auf die Folgewirkungen der Eurokrise auf weitere Regionen, immerhin beeinflusst das Zins- und Währungsverhalten der USA wieder weitere Länder massiv.

Soviel zum Auslöser der jüngsten Turbulenzen, bleibt nur noch, die zwei verbleibenden Fragen zu beantworten:

Die erneute Normalisierung und die Folgerungen für die Zukunft: Die chronische Krise mit Fieberschüben

Es macht wenig Sinn, die beiden Fragen getrennt zu beantworten. Die Daten, die jüngste Wirtschaftspolitik und auch die obigen Überlegungen sprechen momentan nicht für einen Katastrophenschub: eine explosionsartige Verschlechterung der Wirtschaftslage mit einem Crash, wie wir ihn etwa im Herbst 2008 auf den Finanzmärkten gesehen haben. Insofern war die Marktreaktion der letzten Wochen wohl übertrieben. Die Ängste haben in einer Art überhand genommen, wie sie sonst unterschätzt werden.

Die Eurozone und in geringerem Mass weitere Teile der Weltwirtschaft befinden sich in einer anhaltenden chronische Krise, in der sich immer wieder Phasen von zwischenzeitlicher Euphorie mit Angstausbrüchen ablösen. Genau das verfolgen wir bereits seit längerem und momentan spricht nichts dafür, dass sich daran bald etwas ändert.

Eine solche chronische Krise ist aber unter Umständen in den betroffenen Ländern sogar schlimmer als die kurzzeitige Katastrophe, vor allem weil sie Hoffnungslosigkeit sät und damit radikalen Kräften auftrieb gibt, die mit allem bisherigen brechen wollen. Auch das können wir bereits beobachten und auch dafür gibt es historisch düstere Beispiele. Die Aussichten waren auch schon besser.

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86 Kommentare zu “Die Eurozone bleibt eine Gefahr”

  1. […] Die Euro­zone bleibt eine Gefahr (Deutsch, nevermindthemarkets) […]

  2. Walter Bernstein sagt:

    Die EUR-Zone ist keine Burg und keine Festung.
    Es sollte völlig normal sein, dass Länder hinzukommen und wieder austreten.

    Mir ist unverständlich, warum immer die ewige Einheit von Euroland beschworen wird. Nur, um Spekulanten zu beruhigen?

    Wenn Griechenland, Frankreich oder andere den EUR nicht mehr möchten, sollten sie austreten können. Dasselbe gilt dann konsequenterweise auch für ihre EU-Mitgliedschaft, denn die Währung der EU ist der EUR.

    • Linus Huber sagt:

      Ich gehe mit Ihnen einig.

      Einzig was im Endeffekt auf dem Willen der entsprechenden Bevölkerung (als Gegensatz zur Regierung, welche keineswegs immer in erster Linie einzig das Wohl der Bevölkerung im Sinne hat) beruht, hat dauerhaften Bestand.

      • Walter Bernstein sagt:

        Linus Huber, 10:41
        Das stimmt zwar grundsätzlich, aber es kommt auf die demokratische Reife des Volkes an.
        Die Schweizer haben eine alte, bewährte Demokratie. Sie sind politisch erfahren und verantwortungsvoll.

        Es gibt aber Länder, in denen das Volk – mangels Sachverstand, aus Bequemlichkeit, oder aus Desinteresse – keineswegs immer das objektiv Richtige wählt und will.
        Das trifft für Deutschland zu, aber auch für die USA, wo es weniger die Politiker sind, die sich radikalisiert haben, sondern das Volk: Linke und Rechte US-Wähler sind viel rabiater in ihren Ansichten als hierzulande (Republikaner über den Staat: “Starve the Beast”, “den Staat in der Badewanne ersäufen” usw.).
        Auch John Boehner, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, ist nur noch ein Getriebener seiner radikalen Wähler.
        Die Politiker sehen oft die Sinnlosigkeit des Wählerwillens ein, aber sie tun trotzdem immer das, was die Wähler in den Wahlkreisen von ihnen verlangen. Die Folge ist z. T. völliger Stillstand.

        • Ueli sagt:

          @Walter Bernstein
          Der wildgewordene Wutbürger, der vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht – ist doch ein gezüchtetes Produkt unserer schönen “Demokratie” und nicht wie sie behaupten einfach per se der “Unreife der Bürger” geschuldet, welche wiederum kein “Zufallsprodukt” darstellt. Abgesehen davon: Wenn um die 50% der schweizer Stimmbürger so einem Bullshit wie “Ecopop” zur Zeit zustimmen würden – lässt mich dies sehr wohl auch am “Sachverstand” der Schweizer zweifeln.

          • ast sagt:

            “Die EUR-Zone ist keine Burg und keine Festung”.
            Leider doch, lesen Sie auch das neue Buch von Joschka Fischer, wo er nachweist dass die EU nie auf rein demokratischem Wege zustande gekommen wäre. Alles aber was nicht demokratisch legitimiert wurde, ist eine Festung -und zwar eine die von den Eliten konstruiert wird die gerne unter sich im Hinterzimmer entscheiden.
            Aus Sicht einer Volksdemokratie ist die EU eine Missgeburt, da ihr schon initial nicht überall unter allen Völkern zugestimmt werden konnte. Aus meiner Sicht müsste man die EU Konstituierung noch auf demokratischem Wege durch Volksabstimmung nachholen, und danach schauen wie es nun weiter geht. Besser so als wie Joschka Fischer öffentlich Wasser beten, aber heimlich den plutokratischen Wein der transatlantischen Brücke trinken.

          • Linus Huber sagt:

            @ ast

            Ich stimme mit Ihnen überein.

            @ Ueli

            “Wenn um die 50% der schweizer Stimmbürger so einem Bullshit wie “Ecopop” zur Zeit zustimmen würden – lässt mich dies sehr wohl auch am “Sachverstand” der Schweizer zweifeln.”

            Dies ist EINE mögliche Wertung, wobei ich eh annehme, dass diese Initiative durchfällt. Was immer der Entscheid, wichtig ist nicht das Resultat, sondern der Umstand, dass die Mehrheit der Bevölkerung dahinter steht. Ohne Volksrechte wären wir sicherlich Teil der EU, was etwelche EU-Turbos inkl. der Mehrheit der Berner-Bürokraten wohl begrüssen würde, obwohl eine grosse Volksmehrheit dagegen steht. Natürlich kann auch die Volksmeinung beeinflusst werden, aber ohne repressive Regierung ist die freien Willensäußerung des Volkes von nicht zu überschätzendem Wert.

          • Walter Bernstein sagt:

            Linus Huber, Ueli:
            Der Volkswille ist beeinflussbar. Googeln Sie mal das Stichwort “Nudging”:
            Mit gezielten Massnahmen wird das Verhalten und die Denkweise der Bürger gesteuert.

            Der Volkswille unterliegt aber auch Schwankungen:
            VOR der isländischen Schuldenkrise 2008 wäre Island niemals der EU beigetreten (u. a. wegen Fischfangrechten).
            Aber 2010 – während Schuldenkrise – hat Island plötzlich ein Beitrittsgesuch eingereicht, und zwar mit voller Unterstützung der Bevölkerung.

            Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen die Wünsche und Erwartungen des Volkes. Hat nicht auch das Schweizervolk mehrfach für die PFZ gestimmt, und war dann irgendwann dagegen?

          • Linus Huber sagt:

            Ja “nudging” ist eine weiche Art zu manipulieren, aber immer mit der implizierten Idee, dass Entscheidungsträger glauben, es besser zu wissen und die freie Entscheidung des Individuums hintertreibt. Wichtiger dürfte in diesem Zusammenhang der Einfluss auf die Medien verbunden mit entsprechender Themenkontrolle sein. Unser Fokus kann damit auf bestimmte Begebenheiten gelenkt werden, respektive läuft damit eine Konditionierung statt, womit wir gleich gepolt werden.

  3. ast sagt:

    Die USA bleiben eine Gefahr, könnte ein weiterer Blogthema-Titel in einigen Monaten heissen. Die geschönten Statistiken ( wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit, BIP ) , zusammen mit dem angeblich bevorstehenden Ende der FED-Massnahmen ergeben die beste Mixtur für eine handfeste Deflation in den USA.

    Kaum haben die USA ihre BIP -Kalkulation nach eigenem Interesse frisiert und die Militärausgaben neu als Investition und nicht als Aufwand definiert, schon wird in der Presse vermeldet dass der Aufschwung in den USA dank Militärausgaben -oh Pardon- Investitionen auf gutem Wege sei. Dabei ist man noch sehr weit davon entfernt eine stabile Realwirtschaft zu erreichen. Die Differenz zwischen der Zentralbankgeldmenge und dem Kreditvolumen betrug 2007 bei etwas über 9, jetzt sind es noch nicht mal 4. Das heisst mit anderen Worten, die Futterpakete der FED wurden von den Banken für Wertpapieranlagen verwendet, relativ zu 2007 gelangt fast nichts in die Realwirtschaft.

    Die Deflation dürfte durch einen steigenden US$ verstärkt werden in den USA, während sich der Euro möglicherweise entspannt und tiefer fährt. Die Wurzeln der Finanz-Probleme liegen nicht (nur) in Europa.

    • Linus Huber sagt:

      “Die Wurzeln der Finanz-Probleme liegen nicht (nur) in Europa.”

      Mit dieser Aussage liegen Sie wohl mehr als richtig.

      • Walter Bernstein sagt:

        Linus Huber, 11:49
        Ihre Analyse ist richtig.
        Auch die 90er waren eine einzige Abfolge von Finanzkrisen, die aber meist nur einzelne Regionen betrafen (“Tequila-Krise”, Asienkrise, Russland-Krise, …). Für diese Krisen gab es verschiedenste und vielschichtige Ursachen.

        Das gigantische Ausmass der letzten Finanzkrise ist aber die Folge der vollständigen Globalisierung des Kapitalverkehrs und der riesigen Liquidität, die inzwischen erwirtschaftet wurde und die nach immer höheren Renditen drängt.

        • ast sagt:

          Eine Möglichkeit die Risiken des globalen Geldverkehr zu minimieren und Korruption/Vetternwirtschaft usw. zu verhindern wäre eine Vereinfachung/Automatisierung des privaten Geldverkehr. Weil Banken dazu übergehen für Spareinlagen Geld zu verlangen (Strafzinsen) scheinen sie dieses Kapital nicht mehr zu benötigen. Ich könnte mir eine neue Art von Geldinstituten vorstellen, die rein automatisiert arbeiten und die im Prinzip nichts anderes tun als eine Tresor-Aufgabe zu erfüllen. Die Institute sollten nicht von einer Bank geführt werden, sondern vom Staat geführt werden. Sinn daran ist die Risiken einer Bank auf die Sparguthaben vollständig auszuschalten. Der Lohn der Arbeitgeber würde in eine Art staatlich verwalteter Geldautomaten einfliessen, von wo die Bürger dann selber entscheiden können was mit ihrem Geld geschieht, es würde nie wie beim Sparkonto eigentlich der Bank gehören -das Geld würde stets vollständig rechtlich im Besitz jenes Menschen bleiben, der es selbst erwirtschaftet hat.
          Dadurch könnte man die Banken reduzieren und auf ihre Funktion als (rentable) Kreditinstitute begrenzen -zusammen mit dem Risiko.

          • seebueb sagt:

            Sie beschreiben den Kerngedanken der Vollgeldinitiative bzw. einen ihrer Haupteffekte

          • Linus Huber sagt:

            @ ast

            Sie äußern einen interessanten Ansatz, wie die Macht der Banken reduziert werden könnte.

            Es gibt 2 Aspekte, die mir sofort durch den Kopf schiessen, wenn ich Ihre Zeilen lese.

            1. Geldentwertung (Inflation) ist nicht ein zufälliger Umstand, sondern eine leichte Inflation wird vom für die Geldpolitik zuständigen staatsähnlichen Institut (in der Schweiz die SNB) bewusst angestrebt. Dass ökonomische Dogmen als Feigenblatt für dieses Vorgehen dienen, will ich hier nicht weiter ausführen. Wenn unser Geld aufgrund der angepeilten Inflation an Kaufkraft verliert, verschwindet diese nicht einfach, sondern es handelt sich um die Umverteilung vom Gläubiger zum Schuldner. Solange der Staat resp. die Regierung sich berechtigt fühlt, seine Schulden durch diese indirekte Steuer der Inflationierung zu reduzieren, bin ich ein wenig skeptisch, dass sein verstärkter Einfluss positiv sein wird. (Übrigens schreibt die Verfassung Preisstabilität vor und diese herrscht natürlich auch bei schwacher aber dauerhafter Inflationierung der Geldmenge nicht, was leicht erkennbar ist, wenn Sie z.B. die heutigen Preise für Wohneigentum mit denjenigen von vor 50 Jahren vergleichen)

            2. Die Banken funktionieren mit den Zentralbanken als “lender of last resort”, wobei sie immer stärker zum “lender of only resort” werden. Es beinhaltet eine indirekte Subventionierung und erlaubt es den Banken mit enorm tiefem Eigenkapital zu operieren, da eine implizierte Staatsgarantie, weiter verstärkt durch die staatliche Einlagenversicherung besteht. Die Kosten des Risikos werden dadurch auf die Allgemeinheit umgelegt, indem die Banken mit enorm hohen Hebel operieren können. Selbst wenn wir uns daran gewöhnt haben, handelt es sich bei diesem Geschäftsmodell um legalisierten Betrug. Auch dies haben die Entscheidungsträger zu verantworten, was ebenfalls keineswegs vertrauenserregend auf mich wirkt.

          • Ueli sagt:

            @ast
            Die letzte Krise, welche immer noch anhält (ohne das dies die Börsen in den letzten paar Jahren allzusehr “tangiert” hätte) war nicht einfach eine weitere “Finanzkrise”, sondern viel mehr. Der Kollaps von ein paar Banken, Hypothekenversicherern u.s.w. hat den Stein schlicht zum Rollen gebracht – war aber weder die Ursache der Malaise, noch sonst was. Deswegen ist auch der einseitige Fokus auf die Finanzindustrie vollkommen daneben und liefert nur eine oberflächliche Analyse der ganzen Geschichte, die man nicht in ein paar Zeilen erzählen kann.
            Die Vorstellung, dass alles “in Butter wäre” – wenn die Banken einfach wie der “Tante Emma Laden” von nebenan funktionieren würden – ist schlicht und ergreifend lächerlich.

          • ast sagt:

            @Ueli

            “die Vorstellung, dass alles “in Butter wäre” – wenn die Banken einfach wie der “Tante Emma Laden” von nebenan funktionieren würden.”

            Sie haben offenbar nicht ganz verstanden was ich vorgeschlagen habe. Ich möchte das Banken nur noch Kapital erhalten wenn sie darum werben, nicht wie bisher praktisch automatisch über die Lohnkonto. Dadurch bleibt nach der Lohnzahlung das Geld vorerst im vollständigen Besitz des Lohnempfängers und ist somit vor Insolvenz einer Bank geschützt. Dazu benötigt man einen staatlich kontrollierten Lohnkonto-Automaten, ein elektronischer Tresor.
            So lange die Banken keine Zinsen mehr bezahlen wäre Geld im elektronischen Tresor sowiso sicherer.

  4. Ueli sagt:

    Was sich hier alles tummelt! Marktradikalisten, die behaupten dass die “bösen Sozialisten” immer noch an allem Schuld sind (dieses mal einfach deswegen weil der Kapitalismus nicht mehr so aussieht wie in den 60er Jahren). Andere Marktaradikalinskis, welche die Krise der Warengesellschaft als “grosse Chance” wahrnehmen. Einen selbsternannten Nostradamus gibts, welcher die Allmacht der Notenbanker von Euroland und USA beschwört und von Krise weit und breit nix wahrnehmen will. Die typischen Schadenfrohen, welche sich darüber freuen dass die Europäer mit ihrem Projekt nun eins auf den Deckel bekommen. Ein Gruselkabinett von ideologischem Quark!
    Die Zusammenhänge können offensichtlich von den meisten nicht mehr wahrgenommen / begriffen und müssen verdrängt werden, weil sie direkt zum tabuisierten Systemkern der westlichen Vergesellschaftungsform führen würden, von der die ganze Welt erfasst und durcheinander geworfen worden ist. Die Form des Westens, moderne Warenwirtschaft und Demokratie, soll ja gerade die Lösung und das Ziel sein, und deswegen darf sie nicht als die eigentliche Verursacherin der Probleme enttarnt werden.
    Was passiert also zur Zeit? Wenn immer mehr Grossregionen des Südens und Ostens als Quelle für den Werttransfer in die noch “erfolgreichen” Länder ausfallen, weil ihre Produktion stillgelegt wurde oder weil sie gar keinen gültigen Wert mehr produzieren, wird sich der Verteilungskampf auf die noch verbliebenen “Siegernationen” selber verlagern. Gewiss findet dies nicht in idealtypischer Reinheit statt, sondern in einer widersprüchlichen und teilweise auch wieder rückläufigen Gesamtbewegung. So können etwa die postkatastrophalen Verlierergesellschaften noch lange Zeit Reste von Wert transferieren, indem sie ihre Produkte auf dem Weltmarkt verschleudern, um mit dem Ertrag ihre Schulden zu bedienen. Aber diese Quelle fliesst in dem Masse immer spärlicher, wie die Ausblutung die Grenzen des Möglichen übersteigt und die Deindustrialisierung vorangeschritten ist.
    Praktisch heisst das für die Gewinner, dass ihr glorreiches Auskonkurrieren der einheimischen Produktionen bei den Verlierern zu einem höchst unerwünschten Resultat führt: Die dortigen Märkte trocknen nämlich nach und nach auch für sie selbst aus. Mit ihrem “Siegen” haben sie auch die Kaufkraft in diesen Ländern zerstört. Nur eine schrumpfende Minderheit in den postkatastrophalen Gesellschaften kann sich die Produkte der “Sieger” noch leisten, während gleichzeitig die eigenen immer mehr auch vom einheimischen Markt verschwinden. Wenn die Massenkaufkraft in immer mehr Ländern schwindet und sich auf immer kleinere Sektoren zurückzieht, müssen die produktivitätsstärkeren Produktionen in demselben Masse zunehmend auf allen Märkten der Erde gleichzeitig präsent sein und um Marktanteile kämpfen. Ihre Konkurrenz untereinander muss sich also erheblich verschärfen, und damit setzt sich dieselbe Verlierer- und Stillegungspolitik auch innerhalb der “Gewinnernationen” durch.

    • Linus Huber sagt:

      Ich stimme Ihnen zu. Wie wäre es mit einem Lösungsansatz und der Analyse, wie es dazu kam ohne das Schlagwort Kapitalismus zu verwenden. Besteht die Möglichkeit, dass jede Regierungsform sich über Zeit korrumpiert und im gegenwärtigen Zeitpunkt die Erneuerung der Demokratie (speziell in repräsentativen Demokratien bedeutend höherer Einfluss der Bevölkerung auf Regierungsentscheide) eine mögliche Variante darstellt, denn schlussendlich kommt die Krise an irgend einem Zeitpunkt bei eben dieser Bevölkerung an und die Vermeidung revolutionsähnlicher Zustände wird wohl am ehesten durch die Integration der Bevölkerung in die Entscheidungsprozesse erreicht, aber keineswegs ausgeschlossen?

      • Anh Toan sagt:

        Ja, die Schweiz hat die beste, tollste, neueste Demokratie von allen, am meisten Einfluss auf Regierungsentscheide, ich versuche zu erklären, warum das Volk trotzdem sagt, die da oben (die Elite, classe politique) machen, was sie wollen:

        Das CH System mit Referendum und Initiative führte zur Zauberformel: Einer dauerhaften grossen Koalition aller wesentlichen Parteien, während das Volk die Opposition ist. Damit entfällt die politische Verantwortlichkeit der Regierenden, denn wen sollte das Volk abwählen, wenn alle beteiligt waren? Letztlich wird damit die Macht des Establishment zemtiert, der Spruch Wahltag ist Zahltag gilt in der Schweiz nicht, in der Schweiz gilt, am Referndumstag darf das Volk motzen, aber dies ficht die Regierungen nicht an.

        Ich bestreite, dass es in der Schweiz mehr Demokratie hat als in parlamentarischen Demokratien, die Schweiz hat eine andere Demokratie, mit Vorteilen genauso wie mit Nachteilen. Die Schweizer sind nicht die schlauesten in Europa, sie sind genauso viel oder wenig bescheuert wie die anderen Europäer.

        • Linus Huber sagt:

          “denn wen sollte das Volk abwählen, wenn alle beteiligt waren”

          Gewählt respektive abgewählt wird auch in der Schweiz gemäss dem Wahlrhythmus.

          “während das Volk die Opposition ist”

          Wenn das Volk die Opposition sein sollte, bedeutet dies, dass die Regierung am Volk vorbei regiert, also in erster Linie ihr eigenes Interesse wahrnimmt, welche sich nicht mit dem Interessen der Bevölkerung zu decken scheint.

          “Damit entfällt die politische Verantwortlichkeit der Regierenden”

          Nein, es begrenzt die Macht der Regierung durch die spezifischen Volksentscheide und speziell die Exekutive ist davon nicht einmal tangiert.

          “Letztlich wird damit die Macht des Establishment zementiert”

          Genaues Gegenteil trifft zu, es begrenzt die Macht.

          “Referendumstag darf das Volk motzen, aber dies ficht die Regierungen nicht an.”

          Der Volksentscheid mag nicht im Interesse der Mitglieder der Regierung liegen; in meinen Augen ist das anfechten. Die individuellen Politiker sind trotzdem bei ihrer Wiederwahl in Frage gestellt.

          “Schweiz hat eine andere Demokratie, mit Vorteilen genauso wie mit Nachteilen”

          Alles hat Vor- und Nachteile; es liegt im Auge des Betrachters, welche Bedeutung er den Vor- resp. die Nachteilen zuordnet.

          “Die Schweizer sind nicht die schlauesten in Europa”

          Niemand behauptet dies.

          • Anh Toan sagt:

            “Nein, es begrenzt die Macht der Regierung durch die spezifischen Volksentscheide und speziell die Exekutive ist davon nicht einmal tangiert.”

            Exekuive = Regierung

          • Anh Toan sagt:

            “Gewählt respektive abgewählt wird auch in der Schweiz gemäss dem Wahlrhythmus.” Ja auch in HK sollen die von Peking genehmigten Kandidaten im Rhytmus gewählt werden. Die meisten Diktatoren dieser Welt werden im Rhytmus gewählt, meistens mit etwa 97 Prozent Zustimmung, mangels anderer Kanditadaten: Ein wenig überspitzt gesgt, werden auch in der Schweiz mangels anderer Kandidaten immer wieder die gleichen Parteien in die Regierung gewählt, mit ganz leichten Verschiebungen zwischen diesen, entweder man wählt linke oder rechte Extremisten, oder man wählt die grosse Koalition in der Schweiz, die eigentlich doch nur Flügel einer Einheitspartei sein könnten.

            Der Rythmus sagt wann gewählt wird, nicht wer (politisch) verantwortlich gemacht werden kann.

          • Anh Toan sagt:

            “Die Schweizer sind nicht die schlauesten in Europa” “Niemand behauptet dies.”

            Doch, wenn Sie schreiben, dass “die Erneuerung der Demokratie (speziell in repräsentativen Demokratien bedeutend höherer Einfluss der Bevölkerung auf Regierungsentscheide)” besser wäre, sagen Sie, die Bürger in repräsentativen seien nicht nur zu dumm sich eine guten Weg auszudenken, um Einfluss auf die Regierungsentscheide zu haben, ja sie seien sogar zu dumm, zu Erkennen, wie gut das CH System sei und es zu kopieren (wir haben ja kein Copyright darauf). Die Retarditierten brauchen denn Schweizer Huber, der ihnen erklärt, was gut für sie ist.

          • Anh Toan sagt:

            “Der Volksentscheid mag nicht im Interesse der Mitglieder der Regierung liegen; in meinen Augen ist das anfechten. ”

            Warum werden dann Volksentscheide nicht, oder lange nicht, oder nur -verwässert umgesetzt? Wozu Durchsetzungsinitiative?

            “Genaues Gegenteil trifft zu, es begrenzt die Macht.”

            Nein, nicht das Gegenteil trifft zu, und schon gar nicht das genaue, sondern sowohl als auch, es wiord begrenzt und zemntiert. Da Verfassungsbestimmungen nicht umgesetzt werden können von Regierung und Parlament, der grossen Koalition, weil das Volk will keine Richer über sich will, womit die Verfassungsgerichtsbarkeit in weiten Teilen fehlt, ist die Machtbegrenzung halt nicht sehr effektiv, dafür die Zementierung umso effektiver, und darauf wollte ich hinweisen.

          • Anh Toan sagt:

            Wenn sich “mit der Zeit jede Regierungsform korrumpiert”, wer erkennt dann, wann die Regierung durch das Volk (“in der Schweiz regiert das Volk”) korrumpiert ist?

          • Linus Huber sagt:

            Ich erkläre eine Möglichkeit, welche aus meiner Sicht einen Weg bietet.

            Es wäre z.B. auch möglich, einen benevolenten Diktator, welcher die Lösungen durchsetzt, als Lösungsansatz zu erkennen. In manch geschichtlichen Perioden zeigte dies Erfolg. Was so oder so ansteht, ist eine Veränderung und Verschärfung der politischen Auseinandersetzungen und die Gefahr, dass Regierungen sich mit allen Mitteln und unter Verwendung eines Sündenbocks an der Macht halten wollen, was die Spannungen eher erhöhen als zerstreuen dürfte oder sie auf eine andere Ebene verlegen.

          • seebueb sagt:

            ROFLMFAO (benevolenter Diktator):
            Ein Diktator ist per Definition nicht an Recht gebunden und hat insofern unbegrenzte Macht. Das steht in fundamentalem Widerspruch zu Ihrem sonstigen Quark (alle Macht dem allwissenden und absolut weisen Stimmvolk). Mit anderen Worten: Sie führen sich gleich selbst ad absurdum.

            Zudem:
            Definieren Sie “benevolent” anhand von ex ante objektiv messbaren Kriterien.

            Die Geschichte ist voll von Alleinherrscheren, die “nur das Beste” wollten und gerade dadurch unvorstellbares Leid produziert haben. Die Pol Pot und Mao sind Paradebeispiele.

            Die Sündenböcke sind bereits bezeichnet, zumindest gemäss gewissen Kreisen: EU, € und die Ausländer.

      • Ueli sagt:

        @Linus Huber
        So so, Sie stimmen mir zu – aber wünschen, dass ich “das Unwort des Jahres” namens Kapitalismus nicht mehr verwende. Nun Herr Huber, ich lasse mir von niemanden mein Vokabular vorschreiben – und basta. Sie versuchen schon bei der Terminologie die Diskussion in ihre ideologischen Fahrwasser zu lenken und kommen direkt mit Schlussfolgerungen, anstatt mit Analysen. Wenn der Kapitalismus (jetzt habe ich das Wort doch tatsächlich benutzt!) nicht mehr des Rätsels Lösung ist – wird die andere heilige Kuh namens “Demokratie” als Allheilmittel ins Feld geführt. Als könnte die Bevölkerung einfach mal die Krise “abwählen”.
        Sie wollen “Lösungsansätze”? Ich bin mir nicht sicher – ob Ihnen meine Lösungsansätze gefallen, da sie nicht in ihr ideologisches Schema hineinpassen.

        • Anh Toan sagt:

          @Ueli: Ihren Kommentar kann ich vielleicht nach dem Wochende verstehen, um Unterschied zu Herrn Huber tu ich gar nicht so als würde ich, aber ich weiss schon, Ihre Lösungsansätze würden mich ehrlich interessieren.

        • Linus Huber sagt:

          @ Ueli

          “Als könnte die Bevölkerung einfach mal die Krise “abwählen”.”

          Natürlich kann die Krise nicht abgewählt werden, sondern meiner Ansicht nach, ist es unbedingt erforderlich, dass die Bevölkerung in die Entscheide stärker mit einbezogen wird und dies nicht unbedingt nur deshalb, weil die Entscheidungsträger offensichtlich versagten, sondern um sicherzustellen, dass die sicherlich schmerzhaften Lösungsansätze auch breit abgestützt sind. Ebenfalls bietet die heutigen Technologien problemlos die Möglichkeit, das Mitbestimmungsrecht stark auszubauen.

          Na ja, warum ich Sie auffordere das Schlagwort “Kapitalismus” zu verwenden, liegt darin, dass die meisten Schlagwörter mit starken Gefühlen der Assoziation verbunden sind, es daher aus meiner Sicht von Vorteil wäre, die spezifischen Mechanismen, Entwicklungen etc. zu erläutern, denn es besteht die Tendenz, alles negative der subjektiv bestimmten Gesellschaftsform unterzujubeln.

          Ja, Ihre Lösungsansätze interessieren mich stark.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            Gewöhnen Sie sich daran, dass in diesem System NIEMAND “die totale Macht” besitzt, sondern “jeder und alles” von der totalen Konkurrenz vorwärts gepeitscht wird. Die sogenannten “Entscheidungsträger” der Politik sind bei genauerer Betrachtung genau so machtlos wie ihr Volk gegenüber dem Weltmarkt und seinen “Gesetzten”.
            Sie behaupten Kapitalismus sei ein “Schlagwort”. Ich wüsste nicht wieso dies der Fall sein sollte. Selbst bürgerliche Ökonomen und Soziologen benutzten und benutzen dieses Wort ohne sich zu “genieren”. Nur ein neoliberaler “Neusprech”, der an “1984” erinnert, könnte darauf “bestehen”, dass dieses Wort ein “Schlagwort” sei, da dieses System ja sowieso als zeitlos betitelt wird und wir am “Ende der Geschichte” stehen sollen.
            Ironischerweise stehen wir tatsächlich am “Ende der Geschichte” vom bürgerlichen Zwiegespann namens Kapital / Demokratie. Diese Geschichte wurde und wird durch die neuen Produktivkräfte, welche die Wissenschaft der letzten paar Jahrzehnte ins Leben gerufen hat – ins Jenseits befördert, da die Zwangsgesetze der Kapitalanhäufung mit eben diesen Produktivkräften längerfristig nicht vereinbar sind. Es war also nicht die “Arbeiterklasse”, welche dem Kapital den Riegel geschoben hat, sondern die Produktivkräfte selber, welche durch die totale Konkurrenz des Weltmarktes geschaffen wurden. Der Kollaps vom “realexistierenden Sozialismus” ist auch direkt auf die Unfähigkeit dieser Kommandoökonomien zurückzuführen – die mikroelektronische Revolution, welche im “Westen” stattgefunden hatte, auch zu realisieren.
            Die Logik der Krise rückt von der Peripherie her in die Zentren vor. Nach den Zusammenbrüchen der Dritten Welt in den achtziger und des Realsozialismus Anfang der neunziger Jahre ist nur der Westen selber reif. Das Prinzip der Rentabilität hat noch einen letzten Amoklauf (der schon begonnen hat) vor sich, bevor es endgültig seinen Doppelweg von “negativer Emanzipation” und sozialökologischer Zerstörung bis zu Ende durchmessen hat.

          • Linus Huber sagt:

            Ich stimme Ihnen in den meisten Punkten zu. Einige kleine Anmerkungen.

            “dass in diesem System NIEMAND “die totale Macht” besitzt”

            Natürlich nicht, jedoch wurde das System zu einem grossen Teil von der US Regierung in seiner Überheblichkeit und unter Verwendung des Feigenblattes einer nach meiner Ansicht fehlerhaften ökonomischen Doktrin auf diese Bahn gelenkt (we direct history) und nun einfach alle als macht- resp. schuldlos hinzustellen, beurteile ich als zumindest eine fragwürdige Proposition.

            “Die Logik der Krise rückt von der Peripherie her in die Zentren vor.”

            100 pro einverstanden.

            Was Sie allerdings immer und überall zu vertreten scheinen, ist die Idee, dass des Systems des Kapitalismus als schuldig zu betrachten ist, während ich eher der Ansicht bin, dass jegliches System sich mit der Zeit korrumpiert (daher wohl auch meine Überzeugung, dass wir keineswegs einen freien Markt haben und es sich um eine korrumpierte Form des Kapitalismus handelt – Crony Capitalism/Vetternwirtschaft) und daher immer wieder grundlegend erneuert werden muss. Die Frage ist daher eher, ob solch eine Erneuerung friedlich ablaufen kann, oder es immer zu mit Gewalt verbundenen gesellschaftlichen Verwerfungen führen muss.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            Sie machen es sich aber auch zu einfach. Die USA waren spätestens seit dem 2. Weltkrieg und frühestens seit dem 1. Weltkrieg einfach der “Oberimperialist des Westens” unter denen sich alle “kleinen Imperialisten des Westens” gesammelt haben, da sie einerseits die Industriemacht Nr. 1 waren und die militärischen Mittel besassen um alle “Möchtegern Weltmächte” (wie z.B. die Nazis und später die “Roten”) in die Schranken zu weisen. Freilich wurden von den USA immer beide Seiten beliefert und eine zynische Machtpolitik betrieben – vorher habens die Engländer, Franzosen, Holländer oder die Preussen gleich gemacht. Anscheinend generiert dieses System immer einen Oberschurken, der an der Spitze der Pyramide steht. Also, nix neues unter der “kapitalistischen Sonne”. Der Fakt, dass es die “reine Lehre” des Kapitalismus / Demokratie nie gegeben hat, liegt vor allem daran, dass sie eine verlogene Ideologie darstellt, welche per definitionem nicht der Realität entsprechen kann. Es gibt halt einen Unterschied zwischen Hollywood und der realen Welt, in der wir tagtäglich unser Leben “fristen” dürfen.

  5. Walter Bernstein sagt:

    Die Nacht ist dann am dunkelsten, wenn bald die Sonne aufgeht.

    Eine Krise hat grosse Vorteile, denn:
    – Nur in Krisenzeiten finden die überfälligen Anpassungen statt.
    – Nur in Krisenzeiten werden die bisherigen Fehler analysiert und korrigiert.

    Anstatt besseren Zeiten nachzutrauern – die es so nicht mehr geben wird – sollte Europa endlich seine Hausaufgaben machen und nach vorne schauen. Eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik verlängert das Leiden nur, statt es zu beenden.

  6. Han Hube sagt:

    Die EZB wird die Staatsanleihen aufkaufen, Frau Merkel wird – mit besorgter Miene – alternativlos zustimmen und die elektronische Gelddruckmaschine wird heisslaufen – wie lange? Weiss niemand, aber sicher nicht ewig…

    Warum aber Griechenland 9% zahlen muss, während die kreditgebenden Banken 0,05 % Zins zahlen, geht mir als wirtschaftlicher Laie nicht in den Kopf. Wo bleiben die 8,95 % stecken? Risikoabdeckung kann es ja nicht sein, denn wenn’s crasht, werden die Banken eh von andern wieder rausgehauen …
    Ich könnte eventuell als Transmissionsriemen einspringen, würde dann – grosszügig und gleichzeitig bescheiden – sagen wir 3% verlangen. Deal, Herr Draghi …?

    • Linus Huber sagt:

      Die Kosten in der Form von Risikoprämien werden durch die entsprechenden Mechanismen der Geldpolitik und Krisenverwaltung auf die gesamte Bevölkerung des EU-Raumes umverteilt um anstehende Abschreibungen zu verhindern. Sobald das Vertrauen in diesen Umverteilungsmechanismus ein wenig nachlässt, steigen die Zinsen.

  7. Ich habe eine dumme Frage: Woher kommt der Glaube, dass dieselben Theorien und Massnahmen (a.k.a “Reformen”), die die Krise verursacht hatten, nun auch die richtigen seien, um die Krise zu bewältigen?

    Es ist wie mit dem Quacksalber, dessen Patient gerade elendiglich an der Schlangenöl-Medizin verreckt, worauf der Quacksalber sagt, man solle ihm noch mehr von der Medizin einflössen. Keine gute Idee. Die einzigen Leute ausserhalb von klinischen Insitutionen, die gleich verfahren, sind liberale Ökonomen. Und zu sagen, es sei die einzige Massnahme, die wir haben, ist vergleichbar mit dem Besoffenen, der seinen in der dunkeln Gasse verlorenen Schlüssel unter der Laterne sucht, weil da heller sei.

    Ich frage mich manchmal, ob Ökonomen nicht müde werden, immer und immer wieder sagen zu müssen: “gemäss der Theorie müsste eigentlich…”

    Wenn Heiri früher oder später mit allen Leuten Krach bekommt, muss man vielleicht irgendwann in Betracht ziehen, dass das Problem allenfalls bei Heiri liegt. Und wenn wir im Marktliberalismus Finanzkrisen, Schuldenkrisen, Ungleichheit, Steuerausfälle, Dauer-Rezessionen, schlechteren Service zu höheren Preisen (Strommarkt!) usw usw haben, dann liegt das vielleicht ein kleines Bisschen am Marktliberalismus.

    • Nein, sie werden nicht müde. Den Neoliberalismus/Neoklassik in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Einziger Lichtblick: Lord Adair Turner (Flassbeck ist leider politisch in D verbrannt).

      LG Michael Stöcker

    • Linus Huber sagt:

      Könnte es nicht daran liegen, dass die Grosskonzerne heute aufgrund ihres Einflusses auf die Politik die “Liberalisierung” (besseres Wort wäre Privatisierung, den jeder Markt ist heute sehr stark reguliert) in jenen Bereichen, welche ihnen weitere Vorteile offerieren (risikolose Gewinne), vorantreiben und dort wo der Wettbewerb gefürchtet wird, dieser durch entsprechende Regulierung zu verhindern wissen. In meinem Vokabular handelt sich, wenn man schon ein Schlagwort verwenden will, um Vetternwirtschaft mit faschistischem Anstrich.

  8. Nostradamus sagt:

    Eine chronische und dauerhafte Krise an den Börsen wird es nicht geben. Schon lange zählt das einschreiten der USA und Europa als normal und als unbegrenzte Möglichkeit bei Krisen alles wieder gerade zu rücken. Signale die einen Crash andeuten werden und wurden seit 2008 abgefangen und wieder reguliert, egal was es auch Kostet. Hier wird sich auch nichts ändern, sondern es wird immer so bleiben.

  9. Walter Boshalter sagt:

    Die Eurokrise wird uns wohl bis zum Ende des Euros begleiten. Platzt der Euro, werden FFR um 30%, ESP und LIT um 50% und die Drachme um 80% gegen die DM abgewertet was in Deutschland zu -7 bis -10% Rezession und einem Volksaufstand führt. Also wird der Euro gerettet. Dies wiederum bewirkt, dass in den Südstaaten verzweifelt nach Instrumenten zur Inflationierung gesucht wird. Z.B. hat vor ein paar Wochen Biagio Bossone vorgeschlagen, in Italien Steuerzertifikate einzuführen. Es handelt sich dabei um Regierungswechsel, die aber nicht in bar eingelöst werden müssen. Stattdessen können nach 2 Jahren Wartezeit staatliche Steuern und Abgaben damit beglichen werden. Schlitzorig könnte damit etwas Geldsteuerung weg von der EZB zurück an den Staat gelangen. Übrigens ein Instrument, dass Deutschland in den 1930ern unter Hjalmar Schacht als “Mefo” erfolgreich gegen deflationäre Tendenzen einsetzte…

    Wie auch immer: Je länger die Krise desto lauter der Knall

  10. Hampi sagt:

    Der Konsens ist, dass Europa das Hauptproblem ist. Das Gute daran ist, dass somit der Druck auf Deutschland wächst.
    Was immer im Euro-Raum abläuft: es liegt auf der Hand, dass Deutschland, als bevölkerungsstärkstes und wirtschaftlich dominierendes Land, bei der Lösung der Probleme eine prominente Rolle zukommt. Ob es will oder nicht!

    Es ist zum Voraus schon sicher, dass Deutschland die Hauptschuld trägt, sollte das „Projekt Euro“ scheitern. Aber nicht nur die Hauptschuld wird Deutschland tragen, sondern es wird auch der Hauptgeschädigte sein.

    Theoretisch sollte dies eine Garantie sein, dass das Euro-Problem schliesslich doch irgendwie gelöst wird. Aber in der Praxis, mindestens bis zum heutigen Tag, ist die deutsche Finanzpolitik stur mit der schwarzen Null verkoppelt. Eine koordinierte Finanzpolitik der verschiedenen Länder mit gleicher Währung scheint nicht in Sicht zu sein. Die allgemein akzeptierte Tatsache, dass eine Währung nur funktionieren kann, wenn unter den Mitgliedern die gleiche, oder mindestens eine koordinierte Finanzpolitik herrscht, wird fahrlässig unterdrückt.

    Die aktuelle deutsche Finanzpolitik (im Alleingang) erscheint unter diesem Gesichtspunkt äusserst dumm und dämlich. Natürlich ist diese Haltung trotzdem verständlich, wenn man bedenkt, dass der deutsche Mainstream, aus welchem Grund auch immer, sich nur als Opfer fühlt.

    Diese Konstellation wird solange weiterbestehen, bis dem deutschen Mainstream dämmert, dass sie schon so dick drinstecken, dass die Frage nicht mehr lautet:“ gewinnen oder verlieren“, sondern „etwas verlieren oder sehr viel verlieren“. Oder aber der Euro zerfällt und wir werden Zeitzeugen eines sehr traumatischen Prozesses……

    Aber die Lage ist nicht ganz so hoffnungslos: Die Zahlen in den USA sind zwar auch nicht euphorisch, aber doch einigermassen stark. Die grosse Frage ist, ob es zur Lokomotive der Weltwirtschaft reicht.

    • Große Zustimmung zu Ihrer Analyse. Der Schlüssel für die Krisenlösung liegt bei Deutschland. Deutschland hat mit Einführung des Euro gegen die produktivitätsorientierte Lohnpolitik (Produktivitätswachstum zzgl. gewünschter Inflation von 2 %) zu Lasten der anderen verstoßen. Jetzt brechen die Exporte gegenüber dem verschuldeten Süden ein und die schwarze Null verhindert eine inländische Kompensation. Dümmer geht’s nimmer: http://zinsfehler.wordpress.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/

      Aber vielleicht ist auch dies nur eines der Instrumente, um die Eurokrise am Köcheln zu halten, um die neoliberalen Reformen weiter durchsetzen zu können. Dies ist zumindest die These von Norbert Häring vom Handelsblatt: Never waste a good crisis: http://norberthaering.de/index.php/de/newsblog2/27-german/news/153-per-euro-krise-zur-politischen-union

      Die USA werden es nicht richten. Die delektieren sich am Zerfallsprozess einer ehemaligen Konkurrenzwährung.

      LG Michael Stöcker

    • Linus Huber sagt:

      „etwas verlieren oder sehr viel verlieren“

      Nein, die Frage sollte lauten, “jetzt etwas zu verlieren (Abschreibungen) oder später viel mehr verlieren”, wobei wir wohl schon langsam im späteren Zeitpunkt angekommen sind und sich diese Frage schon vor einigen Jahren stellte. Aber eben, die Probleme der Ungleichgewichte wurden ja nie angegangen und gelöst, sondern die wirkliche Lösung durch vertrauensstärkende Massnahmen (what ever it takes) einfach zeitlich verzögert und dabei noch massiv verstärkt.

  11. rascha kocher sagt:

    Krisen waren nur immer und sind ES noch, gemeinsam anzugehen. Sogar die EU versucht mit Russland einen Konsens auszuhandeln.
    Schlussendlich hängt alles (…) am Ganzen.
    Da tut ES Not, darauf hinzuweisen, dass das Abseitsstehen der Schweiz aus Sicht der Gemeinschaft ‘Ausschluss’ beinhaltet.
    Der EU-Ring um das Land ist Sicherheit pur. Aber der Aufwand sollte zusammen getragen werden.
    Auch wenn das ‘Auslösen’ der Ukraine aus der RUS immense Summen verschlingen wird.
    Momentan sieht man die Schweiz als Hort der verschwundenen Gelder, die vielerorts notwendig wären.
    Diese Diskrepanz gilt ES zu lösen. Weil beim nä Crash schätze ich ansonsten, wird die Schweiz nicht auf Gehör stossen.
    Und dieser steht bei Fuss.

    • R. Merten sagt:

      “der EU-Ring ist Sicherheit pur” – was soll das heissen, Hr. Kocher ? Die NATO ist ja gar nicht einsatzfähig. Die Armee in Deutschland ist ja abgebaut worden- eine Freiwilligenarmee – und ein Teil des Materials gar nicht einsatzfähig. Wir müssen eine eigene, starke Armee haben, Hr. Kocher und Abschied nehmen von der Idee unserer Sozialisten, unser Land werde von den umliegenden Staaten schon verteidigt. Alles Gutmenschenromantik !!

  12. Hanspeter Niederer sagt:

    Was wir hier sehen, ist schlicht und ergreifend das nahende Ende des Spiels mit dem unendlichen Wirtschaftswachstum. Dagegen hilft keine Politik. Bescheidung wird angesagt sein. Das ist allerdings ein frommer Wunsch, da die Massen der superverwöhnten Westler gegen diese Zumutung Sturm laufen werden. Auch das wird nichts nützen, bestenfalls führt dies ins Armaggedon.

  13. Martin Holzherr sagt:

    Wären die Krisenländer der Eurozone ohne Euro besser dran? Das ist die Lackmusfrage. Der Vergleich USA Europa/Eurozone zeigt jedenfalls, dass die Institutionen der Eurozone bis jetzt schwach waren – zu schwach um angemessen und schnell auf die Krise reagieren zu können. Das FED und die Regulationsbehörden haben in den USA sehr schnell auf die Krise reagiert: Viele marode Banken wurden liquidiert oder mussten sich refinanzieren. Das geschieht in der Eurozone erst jetzt, also viel zu spät. Auch die EZB hat lange gezögert und damit ein Deflationsszenario überhaupt ermöglicht. Niedrige Inflation und Deflation sind nicht durchgehend schlecht, das zeigt gerade auch die wirtschaftliche Entiwcklung in Japan in den letzten 20 Jahren. Schlecht sind niedrige Inflation und Deflation aber für den Schuldenabbau. Auch das zeigt Japan mit seiner rekordhohen Verschuldung. In der Eurozone sind vor allem die Krisenländer verschuldet. Und das werden sie unter den jetztigen Umständen auch in 20 Jahren noch sein und zwar sehr viel höher als jetzt. Damit hat die Eurokrise die Unterschiede in der Eurozone verstärkt und wird sie weiter verstärken.

  14. Schlauri sagt:

    Deflationsgefahr? Nein, bloss falsch gerechnet! Die Inflation ist nicht tot, sie tobt sich heute aber statt bei den Konsumgütern bei den Vermögensgütern (Aktien, Immobilien…) aus. Diese Inflation wird bewusst nicht im Inflationsindex eingerechnet. Warum? Man könnte plötzlich nicht mehr den Teufel Deflation als Vorwand für das Billiggeld an die Wand malen. Das gilt ganz besonders für die Schweiz. Unserer im weltweiten Vergleich sehr tiefen Staatsverschuldung steht die wohl höchste Pro-Kopf-Verschuldung der Privathaushalte gegenüber, v.a. durch Hypotheken. J.P. Roth sagte schon 2002 als Präsident der SNB: „Für die Geldgeber bedeutet dies (die exzessive private Verschuldung) ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko. Daraus lässt sich erahnen, wie wichtig das vergleichsweise tiefe Zinsniveau für die Schweiz ist.“ Das heisst im Klartext: Weil das Kartenhaus sonst zusammenbricht, unterstützt die SNB mit Billiggeld unser Schuldenbabylon. Billiggeld führt über die inflationäre Aufwertung der Immobilien um fast 50% in 10 Jahren zu einer gigantischen Umverteilung in Milliardenhöhe. Diese Umverteilung geht von unten nach oben, weil die Reichen die grossen Schulden machen. Im Kanton St. Gallen machen die reichsten 10% zusammen 50% der Schulden. Je mehr Eigenkapital jemand hat, desto mehr Kredit bekommt er, desto höher kann er sich verschulden und durch Inflationierung gewinnen. Reichtum wächst im Schlaf durch Schulden statt durch Arbeit und Leistung. So einfach ist die Geldpolitik der Zentralbanken zu verstehen: Sie stützen mit Billiggeld das Schuldenbabylon und betreiben Umverteilungspolitik mit falsch gemessener Inflation und Deflationsgejammer, unterstützt von den Banken und ihrer reichen Lobby. Thomas Mayer, unter J. Ackermann Chefökonom der Deutschen Bank, schreibt heute, nachdem er sich von der konventionellen Oekonomie scheiden liess und über die Bücher ging: „Wer Inflation als Anstieg des Konsumentenpreisindex misst…wird erklären, dass die Kredit- und Geldschöpfung völlig harmlos ist, während sie gerade eine galoppierende Inflation der Vermögenspreise verursacht. Die Teilnehmer an diesem kreditfinanzierten Ponzi-Spiel werden immer reicher, die anderen immer ärmer, bis das Spiel platzt, wie es alle Ponzi-Spiele früher oder später tun.“

    • Han Hube sagt:

      Deshalb: Weg mit dem Eigenmietwert für selbstbewohntes Eigentum. Das ist im Grunde nichts anderes als ein vom Staat organisierte und gepflegte Gewinngarantie. Welche andere Branche hat das auch …?

    • @Schlauri

      Meine Rede! Schon früher hatten die Autoren hier in NMTM gefragt, wo denn die Inflation sei, die gemäss Theorie (………..) eigentlich auf die Geldschwemme folgen sollte. Nur weil man die Inflation an de Börse “Kursfeuerwerk” nennt, ist es doch trotzdem Inflation.

      Der Grund, weshalb “Kredit- und Geldschöpfung völlig harmlos” sind, liegt wohl darin, dass in der Theorie (……………………) Geld, Schulden und Kredite überhaupt nicht vorkommen.

      • ast sagt:

        Aktien und Anleihen im Warenkorb der Inflation, das wäre spassig. So könnte man sich mit solchen “Wertpapieren” nicht mehr gegen Inflation schützen.

        Und so bringt man Europa wie jetzt die USA in den virtuellen Aufschwung: “Künftig gehen sowohl der Drogenhandel als auch die Schwarzarbeit und die illegale Prostitution in das Bruttosozialprodukt ein. Außerdem werden Ausgaben für das Militär nicht mehr als Aufwand sondern als Investitionen erfasst”
        http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/der-anlagestratege-wohlstand-wird-politisch-definiert/10362866-2.html

        Zusätzlich zu den Massnahmen in diesem “lustigen” Artikel seien auch die Arbeitslosenquoten der US-Amerikanischen Statistik anzupassen und etwa Dinge wie die Bevölkerungszunahme einfach beiseite zu wischen. Die Einführung von Europäischen Lebensmittelmarken wäre auch noch eine geniale Idee, denn diese deflationslosen Gratis-Produkte würden den Lebensmittelwarenkorb ideal ergänzen und die Inflation wie in den USA zwar künstlich aber bei den meisten der manipulierten Presseorgane anerkannt, hochtreiben.

  15. Johnny Smith sagt:

    “Selbst der wichtigste US-Börsenindex S&P 500 hat in diesen rund zwei Wochen 4,3 Prozent nachgegeben.”

    Wow, 4.3% ist der SP500 gefallen. Das ist ja ein ein wirklich bösartiger Bärenmarkt, da muss das Fed doch endlich etwas dagegen tun. Wir brauchen mehr QE! Sofort!

    “Besonders deutlich wurden aber auch die Anleihemärkte durchgeschüttelt: …kam es dort zu einer Art Liquiditätsnotstand”

    Liquidität fehlt! Liquidität fehlt! Wir brauchen mehr QE! Sofort!

    Sarkasmus Ende. Ich frage mich manchmal schon, in was für einer Welt wir leben. Da steigt der SP500 2013 fast 30%, er steigt weiter im 2014 auf AllTimeHighs, aber wenn der SP500 dann mal 4.3% in zwei Wochen fällt, ist das ein klarer Hinweis auf ein Problem.

    “Eine Folge war auch der erneute drastische Anstieg der Rendite griechischer 10-jähriger Staatsanleihen von rund 6 Prozent auf 9 Prozent bis Mitte Oktober.”

    Das ist nicht die Folge von Liquiditätsnotstand wie MDM postuliert, sondern widerspiegelt wohl einfach das Ausfallrisiko von GR Staatsanleihen etwas besser als vorher. Feel free to invest.

    Generell scheint es mir, haben die Finanzmärkte etwas Legitimität verloren in den letzten Jahren in Bezug auf deren Fähigkeit als Fiebermesser/Sensoren für die Realwirtschaft zu dienen. Die Entkopplung von Finanzmärkten und Realwirtschaft scheint weit fortgeschritten zu sein. Ein Blick auf die Finanzmärkte hilft unter dieser Annahme deshalb nicht unbedingt, um ein besseres Bild für die Realwirtschaft zu erhalten. Mit anderen Worten: Ich teile die Ansicht, dass die Aussichten auch schon besser waren und es gibt mMn gute Gründe dafür anzuführen. Die Finanzmärkte zB mit Schwankungen von Aktienmarktindices von gut 4% als klare Indikatoren für die Diagnose einer Krise anzuführen, halte ich für komplett verfehlt.

    • seebueb sagt:

      Was den Bondmarkt betrifft, hat er durchaus recht:
      Am 15. Oktober fiel die Rendite der 30jährigen Tresurybonds von 2.93% (Eröffnung) bis auf 2.68%(Tagestiefst), bei den 10jährigen sah es ähnlich aus. Das sind tatsächlich immense Schwankungen.

      Die Ereignisse zeigen mMn vor allem eines:
      Die Liquidität ist nur eine scheinbare, wird nicht zuletzt durch die HFT-Akteure nur vorgegaukelt (was mMn eh illegales Frontrunning ist). Sobald es rumpelt, ziehen die sich zurück und die wahre Situation tritt zutage. Da die übrigen Marktakteure sich auf die Liquidität verlassen haben, zeigen Verkäufe umso grösssere Konsequenzen, d.h. die Volatilität wird massiv erhöht.

      • Hampi sagt:

        seebueb
        29. Oktober 2014 um 10:51

        “Sobald es rumpelt, ziehen die sich zurück und die wahre Situation tritt zutage.”

        Wenn es sich hier um eine Behauptung handelt, dann behaupte ich genau das Gegenteil: “Wenn es rumpelt, werden HFT-Trades häufiger.”

        Wenn sie sich aber auf reale Daten stützen, dann würde ich es vielleicht auch glauben…..

      • Johnny Smith sagt:

        @ seebueb

        Dass, wenn es rumpelt, sich HFT zurückziehen oder zumindest breitere bid/ask Spreads resultieren, kann ich mir auch vorstellen. Dass hier die ‘wahrgenommene’ (nicht efffektive) Liq abnimmt, denke ich auch. Von Liquiditätsnotstand bzw. effektiv fehlender Liquidität kann heute nach Jahren von QE aber nicht die Rede sein. Im Gegenteil ist zu viel Liquidität vorhanden, so viel, dass die Banken gar nicht wissen, was sie damit anfangen sollen angesichts mittelmässiger Investitionsperspektiven und das Geld zu grossen Teilen bei der FED zurückparkieren.

        Und Sie sagen zu Recht, dass der Renditefall von 2.93 auf 2.68% immens ist. Das bedeutet aber, dass gerade bei den Treasuries an diesem Tag viel Liq. hineinfloss (natürlich andernorts auch weg). MMn hat es auch bei den Staatsanleihen zu viel Liquidität, sprich zu hohe Preise und zu tiefe Renditen. Von Liquiditätsnotstand keine Spur, wenn schon dann Anlagenotstand: was machen die Anleger mit all der Liquidität ohne starke Anlageperspektiven?

        • seebueb sagt:

          Die generelle Verfügbarkeit von Kredit (QE), Liquidität, hat nur bedingt zu tun mit der Liquidität in einem Markt(Bonds, Aktien). Der “Liquiditätsnotstand” bezieht sich hier auf die Marktsituation für die Aktien bzw. Bonds.

          Die fallenden Renditen zeigen tatsächlich an, dass Geld in die Bonds floss (muss nicht sein, theoretisch könnten auch schlicht die Verkäufer gestreikt haben), aber gerade wegen der Geschwindigkeit der Veränderung kann dies durchaus mit relativ geringem Geldvolumen bewirkt worden sein. Mir fehlen die Zahlen, jedoch deutet das Tagesvolumen von BND bspw, immerhin $120Mrd schwer, auf Volumen im völlig im normalen Rahmen hin.

          • Johnny Smith sagt:

            Sie haben natürlich recht, dass der Liquiditätssee nicht in allen Teilmärkten gleichermassen vorhanden und selbstverstädnlich auch nicht konstant ist. Von Liquiditätsnotstand in der aktuellen Lage zu sprechen, sowohl bei Aktien wie auch bei Bonds, ist aber komplett wider die Tatsachen.

            Ich sehe die aktuelle Lage so: es ist viel zu viel Liq vorhanden, das Preisniveau von Oblis und Aktien wird dadurch in der Tendenz nach oben gedrückt (da die Liq nach Anlagemöglichkeiten sucht), deren Renditen nach unten. Wenn es da einmal nach massiven Preisanstiegen der letzten Jahre einen relativ kleinen (auf Monate hinweg gesehen, auf Tagesbasis durchaus einen massiven) Preisrücksetzer gibt, heisst das überhaupt nicht, dass da ‘Liquiditätsnotstand’ herrscht. Um eine Analogie zu versuchen: ein Frosch sitzt in einer Pfanne voller Wasser, die Herdplatte heizt. Die Temperatur steigt langsam, aber kontinuierlich an. Jetzt werden ein paar Eisstückchen in die Pfanne geworfen, die Temperatur sinkt kurzfristig relativ deutlich, ist aber nach wie vor deutlich heisser als Zimmertemperatur. Wenn der Frosch jetzt von “Heiznotstand” spricht, ist er selber schuld…

            Das Handelsvolumen ist dabei nicht gleichbedeutend mit dem oben beschriebenen Liquiditätsdruck. Ein geringes Handelsvolumen kann auch durch eine tiefere Umschlagsgeschwindigkeit entstehen (wie Sie bereits mit dem angetönten VerKäuferstreik ansprechen). Wie ich das allerdings in meine versuchte Analogie einbauen soll, weiss ich nicht 😉

    • Linus Huber sagt:

      Immer wieder erläutert und analysiert John Hussman die Situation in seinen wöchentlichen Kommentaren sehr ausführlich und eindrücklich.

      http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc141103.htm

  16. G. May sagt:

    Eigentlich ist es nicht die Unfähigkeit der Politik, sondern die Unmöglichkeit des Systems. Viele Staaten sind pleite, die ungedeckten Währungen haben eigentlich keinen Wert mehr. Jetzt fehlt nur noch, dass die Leute das realisieren, sind diesem stellen und den Glauben daran verlieren und …Phuff

  17. Marc Goldinger sagt:

    Mit den Sanktionen gegen Russland hat sich die EU erfolgreich ins eigene Knie geschossen. Es dauert halt einfach eine gewisse Zeit, bis das Schmerzgefühl im Hirn ankommt.

  18. Roland K. Moser sagt:

    “…Die Eurozone bleibt eine Gefahr…”
    Was denn sonst? Den Euro dürfte es gar nicht geben, zu verschiedene Volkswirtschaften sind daran beteiligt.
    Was funktionieren würde: Eine Währungsunion Deutschland, Österreich und Schweiz.
    Im Übrigen empfehle ich sowohl Deutschland als auch Österreich den schnellstmöglichen Ausstieg aus dem EUR-Abfalleimer als auch aus der EU-Müllhalde. Anschliessend kann etwas neues versucht werden, z.B. eine Wirtschaftszone AUT, DE und CH ohne PFZ. Vorher muss die Schweiz aber die überzähligen 3,2 Millionen Einwohner repatriieren, also die Überbevölkerung rückgängig machen.

    • Marc Goldinger sagt:

      @Roland K. Moser: Ich bin gespannt, wie Ihr Konzept für die Repatriierung dieser “Überzähligen” aussieht…

    • Tom sagt:

      Und da sind sie schon, die Stimmen der radikalen Kräfte. Abschotten und Völker verschieben. Viel Spass dann!

      • Roland K. Moser sagt:

        Die PFZ verschiebt Völker.
        Ich will nur den natürlichen Zustand wieder.

      • R. Merten sagt:

        Die sozialen Unruhen werden sich häufen, wenn sich die Wirtschaftskrise verstärkt, Tom. Mich nimmt nur wunder, was für Rezepte und Ausreden dann die Sozis feilhalten werden. Ob sie dann weiterhin mit der grossen Kelle die Gelder verschleudern kann ?

  19. Zufferey Marcel sagt:

    Was wir zu erwarten haben in Europa, liegt auf der Hand: Schwaches Wirtschaftswachstum (<1%), tiefe Zinsen im heutigen Rahmen noch auf Jahre hinaus und eine langsame Verschlechterung der Beschäftigung. Die Schweiz wird davon mit Sicherheit in Mitleidenschaft gezogen werden: Schliesslich ist die SNB über den Euro-Mindestkurs an die EZB gebunden, in guten, wie auch in schlechten Zeiten. Stagnation in allen Bereichen, das ist unsere wirtschaftliche Zukunft. Zumindest für die nächsten 4 bis 6 Jahre.

    • R. Merten sagt:

      Nicht zu vergessen die Riesenschulden überall, Hr. Zufferey. Auch Schweden und Dänemark sind alle über die Ohren verschuldet und können sie niemals mehr zurückzahlen. Die Wirtschaft kann nur noch mit weiteren Verschuldungen am Laufen gehalten werden. Eines Tages kommt die Rechnung und die wird sehr schmerzhaft sein. Dann nützen auch schöne und beruhigende Worte der Politiker nichts mehr. Und all die sozialistischen Staaten werden abgewirtschaftet haben. Und das heisst nach Adam Riese: Die Gläubiger müssen auf alles oder einen Teil der Guthaben verzichten. Den Zustand der Pensionskassen und der AHV möchte ich mir nicht ausdenken !

      • Marcel Senn sagt:

        Merten: Die Staatsverschuldung von Schweden und Dänemark ist nicht wirklich gravierend mit 41 resp 46% des BIP.
        Was dort beunruhigender ist, ist die Privatverschuldung (v.a. via Hypotheken und dazu noch Konsumkredite). Aber hauptsache Sie konnten Ihre antisozialistischen Tiraden wieder mal anbringen…gähn…
        .
        Aber bevor Sie hier auf Schweden und Dänemark rumreiten, würden Sie sich lieber mal mit der Schweiz beschäfigen – wir sind das Land mit der höchsten Privatverschuldung pro Kopf der Welt mit 149’000 $ – das Mediannettovermögen der Schweizer ist mit 106’000 $ auch nicht besonders hoch (nur im Durchschnitt sind wir hoch dank den 663’000 Dollar Millionären hoch (inkl. Wohneigentum) — aber sonst befinden wir uns auf eher dünnem Eis.
        Vielleicht sollten das Rechtsbürgerliche wie Sie auch mal berücksichtigen, bevor sie all die komischen Experimente wie MEI, Ecopop, Goldinitiative und andere Schrottmassnahmen an unserem Land experimentieren wollen. Das CH Eis ist dünner als manche denken…

        • R. Merten sagt:

          Es ist allgemein bekannt, dass die Sozis alles schönreden. Sie, Senn, schreiben, die Privatverschuldung sei beunruhigend und beklagen antisozialistische Tiraden. Sie widersprechen sich ja, Senn. Unglaubliche Ansichten !

          • Marcel Senn sagt:

            Merten: Wenn alles um die Ohren fliegt, dann sicher nicht wegen den Sozis, sondern so erzreaktionären Bürgerlichen mit ihrem unerschütterlichen Glauben an den Mickey-Mouse Kapitalismus wie Ihnen….

          • R. Merten sagt:

            Schauen Sie doch all die sozialistischen Staaten an, Senn. Ueberall Misswirtschaft und Verschuldungen. Wo ist denn da noch etwas positives zu finden ? Informieren Sie sich doch ganz einfach, Senn. Dann wird man schlauer !

        • Hagmann sagt:

          Herr Senn, Schweizerbürger( innen) sind wirklich bedenklich verschuldet, sofern diese nicht dem Klub der Milliardäre
          angehören. deshalb ist es an der Zeit,die krankhafte Kontrollgebührokratie zu zerschlagen. Gesetze wie 1960. Ein solides Bankgeheimnis, ein Staat, welcher jeden gefährlichen Linken bespitzelt und eine solide bürgerliche Mehrheit
          Im Bundesrat, welche nur ehrliche, kluge und bodenständige Sozis duldet, wie Tschudi,, Ritschard und Stich.

      • Roli sagt:

        Die meisten Prognostiker vernachlässigen den Einfluss der alternden Bevölkerung in Europa und dazu kommt noch eine Jugendarbeitslosigkeit von über 50%!
        Wo soll da Wachstum herkommen, mit der Betreuung und den steigenden Gesundheitskosten der Alten?
        Wir brauchen neue Ideen, neue Politiker und Reformen! Damit wieder Wachstum entsteht, aber sicher nicht Konsum auf Pump und Renten im Umlageverfahren, die nicht bezahlbar sind.
        Alle Kosten werden in die Zukunft verschoben, die Jungen werden eines Tages auf die Strasse gehen, weil sie nicht mehr bereit sind den heutigen Sozialstaat zu finanzieren!

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