Logo

Was bringt die Immigration ökonomisch?

Tobias Straumann am Montag den 27. Oktober 2014
Hoffen auf eine Fähre nach England: Migranten warten in Calais auf eine Mitfahrgelegenheit über den Ärmelkanal (23. Oktober 2014). Foto: Pascal Rossignol

Hoffen auf eine Fähre nach England: Migranten warten in Calais auf eine Mitfahrgelegenheit über den Ärmelkanal (23. Oktober 2014). Foto: Pascal Rossignol

Namhafte Exponenten der britischen Konservativen verlangen Kontingente, um die Einwanderung zu begrenzen. Zurzeit hat Grossbritannien einen Einwanderungssaldo von etwa 250’000. Die neusten Pläne sehen vor, ein Maximum von 100’000 durchzusetzen.

Die britische Debatte ist höchst relevant für die helvetische Politik. Sie zeigt, dass die Schweiz keineswegs ein Sonderfall ist. Wie schon einmal beschrieben, lässt sich in der Vergangenheit eine klare Korrelation zwischen der Einwanderungsfrequenz und dem politischen Widerstand gegen die Einwanderung feststellen. Selbst die USA, die sich seit jeher als Einwanderungsland begreifen, haben immer wieder die Bremse gezogen, wenn die Einwanderung Rekordhöhen erzielte.

Auch in Deutschland, einem anderen Land mit einer steigenden Nettoimmigration, beginnt man neuerdings die Schraube anzuziehen, seit die Einwanderung aus Süd- und Osteuropa sprunghaft angestiegen ist. Das Ziel ist, mit zahlreichen bürokratischen Schikanen eine Bremswirkung zu erzielen. Damit wird bezweckt, den Verstoss gegen den Geist der Personenfreizügigkeit möglichst unsichtbar zu gestalten. Im Ergebnis läuft es aber auf dasselbe hinaus wie in Grossbritannien und der Schweiz. Die Behörden spüren, dass sie die innenpolitische Unterstützung für ein allzu liberales Einwanderungsregime verlieren. Also beginnen sie es einzuschränken.

Die Schweiz ist höchstens in quantitativer Hinsicht ein Sonderfall. Während in Grossbritannien und Deutschland die Schraube angezogen wird, sobald der Einwanderungsanteil einen Wert von etwa 0,5 Prozent der ansässigen Bevölkerung erreicht, liegt der entsprechende Wert für die Schweiz seit Jahren bei rund 1,0 Prozent. Entsprechend liegt der Ausländeranteil in der Schweiz höher als in den meisten europäischen Ländern, wie die Grafik zeigt (Quelle: Eurostat).

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/images/f/fb/Share_of_non-nationals_in_the_resident_population%2C_1_January_2013_%28%25%29_YB14_II.png

Die britische Debatte ist nicht nur aus politischen Gründen interessant. Sie bringt auch ökonomisch interessante Studien hervor. In jüngster Zeit sind die Analysen des pensionierten Cambridge-Professors Robert Rowthorn (hier) und einem Team des Institute of Economic and Social Research IESR (hier) in der Öffentlichkeit diskutiert worden.

Beide Studien stellen zwar negative Wirkungen fest, wenn die Einwanderung gebremst wird, aber die Verluste scheinen sich in Grenzen zu halten.

  • Rowthorn schreibt, dass sich bei einer Halbierung der Einwanderung die Alterszusammensetzung der Bevölkerung verschlechtern würde, was insbesondere finanzpolitische Nachteile brächte. Er hält diese Nachteile aber für verkraftbar, ja er glaubt sogar, dass eine Verjüngung der Bevölkerung auch mit einer restriktiveren Einwanderungspolitik zu erzielen wäre, wenn sie wie in anderen angelsächsischen Länder besser fokussiert wäre.
  • Das IESR kommt zum Schluss, dass das britische Pro-Kopf-Einkommen 2,7 Prozent geringer ausfallen würde, wenn die Einwanderung halbiert würde. Ausserdem müssten die Einkommenssteuern um 2,2 Prozent erhöht werden, um die negativen finanzpolitischen Folgen aufzufangen.

Mit anderen Worten: Die Halbierung der Einwanderung würde zweifellos Kosten verursachen. Aber auch die Behauptung, dass die Wirtschaft massiv geschädigt würde, schiesst gemäss den neusten britischen Studien weit über das Ziel hinaus.

« Zur Übersicht

131 Kommentare zu “Was bringt die Immigration ökonomisch?”

  1. Sebastian Jokisch sagt:

    Es gibt keinen Innovationsschub durch Kulturmischungen mehr, es gibt jetzt das Internet. Fast jeder Flüchtling bringt sein Problem mit und lässt es nicht zurück. Ich denke das geht auch garnicht mehr, denn die Welt ist zu sehr globalisiert, wirtschaftlich und politisch ziemlich rückständig.

  2. Roland K. Moser sagt:

    Die schweizer Landwirtschaft kann 5 Millionen Menschen ernähren. In der Schweiz leben 8,2 Millionen. Die Schweiz ist demzufolge überbevölkert, weil jeden Tag Lebensmittel-Hilfslieferungen für 3,2 Millionen Menschen in die Schweiz kommen müssen, damit diese 3,2 Millionen nicht verhungern.
    Der Schaden der Einwanderung ist also offensichtlich.

    • Anh Toan sagt:

      Es ist offensichtlich, unter Ihren Prämissen, dass 3.2 Millionen zuviel sind, Mit den AHV und IV Rentnern käme man gerade etwa hin. (Schmeissen wir die Ärzte und Pflegepersonal raus, hätten die ja auch kein Leben mehr)

      • seebueb sagt:

        Wenn alle AHV und IV geschmissen werden, wird das Pflegepersonal arbeitslos, also kann man die gleich mit-schmeissen. Der zusätzliche Vorteil wäre, dass wegen der reduzierten medizinischen Versorgung endlich auch wieder Darwin vermehrt zum Zuge käme, mit einem “gereinigten” Genpool als Folge. Mit etwas Glück (dem man durchaus auch nachhelfen könnte) müsste auch der eine oder andere Brillenträger dran glauben, wozu ja auch Moser gehört.

  3. ast sagt:

    Wie Üblich polarisiert die Frage nach dem Nutzen respektive Schaden einer hohen Zuwanderung. Dass die Schweiz in der gegenwärtigen Krise in Europa bisher vergleichsweise gut weggekommmen ist,mag auch an der hohen Zuwanderung liegen.

    Ich vermute nicht die Zuwanderung ist ein Problem, vielmehr die bemerkbaren negativen Effekte für die Bevölkerung, etwa Konkurrenz beim Job, Lohnstreitigkeiten, lange Suche für günstigen Wohnraum, Verbetonierung der Landschaft. Viele dieser Effekte hätten die Wähler aber schon viel früher durch geeignete Vorlagen günstiger beeinflussen können. Sozialabbau auf breiter Front war aber das Schlechteste was den Schweizern dazu eingefallen ist, man ist zu grossem Teil selber Schuld dass nun auch die negativen Effekte der Zuwanderung derart gut wahr genommen werden müssen. Futterneid ist ein schlechter Berater.

  4. tststs sagt:

    Ich muss ein bisschen provozieren: Wieso befasst sich die Ökonomie eigentlich mit solchen Fragen. Es ist doch schon vorab klar, dass eine präzise Berechnung der Kosten und des monäteren Gewinns schlicht unmöglich ist.
    Also, natürlich soll sie sich damit befassen, Statistiken anfertigen, Probleme und Zusammenhänge diskutieren; aber sich anzumassen, eine Antwort – am besten noch in Zahlen – zu liefern, ist dann doch…etwas…übertrieben

  5. Walter Bossert sagt:

    Manchmal frage ich mich wo gewisse Ökonome rechnen gelernt haben, wenn überhaupt. Wenn es doch so ist dass junge Ausländer ( noch ) mehr Kinder haben als Schweizer, deren Kinder durch den Wohlstand in der Schweiz aber selber nur mehr etwa gleich viele wie die Schweizer auch, dann macht die Schweiz mit der Einwanderung genau das verkehrte, sie VERSTÄERKT die ÜBERALTERUNG ! Es wäre höchste Zeit eine Plafonierung zu finden ,so lange noch Geld vorhanden ist, denn wie schon andere erwähnt haben sind Staat und Wirtschaft nicht das selbe!

  6. Walter Bernstein sagt:

    Zuwanderung bringt ökonomisch etwas, wenn der Durchschnittszuwanderer produktiver, besser ausgebildet und jünger ist als der Durchschnittsbürger.

    Am besten sieht man das beim australischen 120-Punkte-System:
    Schafft ein Einwanderer keine 120 Punkte, bringt er Australien keinen ökonomischen Nutzen und bleibt draussen.

  7. Pius Tschirky sagt:

    Morgens 07:30 im Rosenbergtunnel Stau, Abends im Rosenbergtunnel (St. Gallen) Stau. Ausgangs St. Gallen Richtung Wittenbach wieder Stau. Dann noch eine Polizeikontrolle, weil ich an der roten Ampel vergass mein Licht vom Standlicht auf das Abblendlicht zuzuschalten. Dann aber ein verständnisvoller Polizist, der mir eigentlich auch eine Busse hätte geben können. Es war der Lichtblick im Dunkel!
    Immer mehr Menschen haben psychische Probleme, weil es auch für mich sehr schwierg ist, diese immensen “Uebervölkerungstress” noch auszuhalten. Es ist langsam kein Leben mehr, sonder ein Kampf ums Ueberleben und ein Kampf um ein besseres Leben. Wenn ich nicht noch einer wäre, der Freude an den kleinen Dingen haben könnte, hätte ich wohl schon diesem Kampf auch schon verloren. Mir tun diese Menschen, welche das nicht mehr ertragen tatsächlich leid!
    Weniger wäre tatsächlich mehr!

    • Walter Bernstein sagt:

      Pius Tschirky, 18:16
      Den “Überbevölkerungsstress” hätten Sie auch, wenn die Arbeitgeber Westschweizer und Tessiner einstellen würden anstatt von Ausländern.

      Das Problem ist die ungenügende Verkehrsinfrastruktur, die teils auf dem Stand der 80er ist.
      Deutschland ist eben nicht das einzige Land, das an seiner Verkehrsinfrastruktur spart. So manches alemannisch-sprachige Land investiert auch nur ungern – und steht lieber am Gubrist im Stau.

    • tststs sagt:

      Wenn Sie ein Problem mit Stau und Stress haben, Herr Tschirky, dann rate ich Ihnen dringend, den Rosenbergtunnel, die Rosengartenstrasse, ganz im Allgemeinen Orte mit mehr als 3 Menschen in Sichtweite zu meiden 😉

    • Hampi sagt:

      Pius Tschirky
      27. Oktober 2014 um 18:16

      Verkehrsstaus wurden erfunden, damit auch in reichen Verhältnissen lebende Leute an die Tatsache erinnert werden, dass „Leben“ ganz allgemein und immer, egal wie, ein Überlebenskampf ist.

      Und leider muss ich ihnen offenbaren, ob sie nun einer jener Glücklichen sind, die sich an Kleinem erfreuen können (Ich gratuliere ihnen!) oder nicht, den Kampf werden sie am Schluss so oder so verlieren.

      Leute, die das nicht ertragen können, leben zum Glück meistens in Zonen, wo es relativ einfach ist, sich von einem Psychiater helfen zu lassen.

  8. Anh Toan sagt:

    Zur Tabelle: In LI braucht man 30 Jahre Wohnsitz, bis Einbürgerung in Frage kommt (ohne Heirat gegen Lichtenstein), in F 5 Jahre, in A 10 oder D 8 Jahre. Je höher die Einbürgerungshürden (siehe den Prof in Einsiedeln), desto Ausländer. Die Ausländerquote sagt mindestens soviel über die Einbürgerungspraxis, wie über die Zuwanderung.

    • Max Bader sagt:

      Anh Toan, dann nehmen Sie doch die Daten von der OECD (oder auch von Eurostat). Die objektivste Zahl ist der Anteil Leute in einem Land, die im Ausland geboren worden sind. Die Schweiz hatte im Jahre 2010 einen Migrantenanteil von 27.8%. Frankreich von 12.6%, Österreich von 16.7% und Deutschland von 16.4%. Also zumindest im Falle der Schweiz liegt es nicht an der Einbürgerungspraxis, sondern tatsächlich an der hohen Migration. Sie ist nämlich die zweithöchste nach Luxemburg in der ganzen OECD.

      • Anh Toan sagt:

        Prozentual steigt der Anteil der im Ausland geborenen auf 100 Prozent, wenn die Inländer keine Kinder haben.

        Ihre Zahlen sagen viel über die Geburtenrate der Inländer aus.

        • Walter Bernstein sagt:

          Anh Toan, 15:57
          Allerdings ist es statistisch erwiesen, dass die ausländische Bevölkerung ihr Geburtenverhalten an das der Einheimischen anpasst.

          Spätestens nach 1-2 Generationen bekommen die Ausländer nicht viel mehr Kinder als inländische Bürger.

      • Anh Toan sagt:

        Es bestreitet ja niemand, dass wir Zuwanderung haben in der Schweiz. Wenn ich mich umsehe, sehe ich viele Schweizer Rentner und überall Ausländer die arbeiten, manchmal auch solche, die es nicht tun, und dann hat es noch einen Schweizer Chef der arbeitet und Schweizer Verwaltungsangestellte.

        Wie soll das gehen bei einer Geburtenrate von 1.5 Prozent ? (100 Elternpaare haben 1.5 Kinder, nächste Generation haben 75 Elternpaare 1.5 Kinder, nächste Generation haben 55 Elternpaare 1.5 Kinder: Es gibt dann 92 Kinder und 200 (weniger ein paar gestorbene Grosseltern): Zukünftige Forscher würden über das blitzartige Aussterben der Schweizer Wohnbevölkerung nachdenken.

        In der Schweiz hätte eine halbierung der Einwanderung ein rasche Schrumpfung und Überalterung

        • Anh Toan sagt:

          Bei den meisten Frauen in der Schweiz, könnten auch Geburtenprämien in beliebiger Höhe nicht helfen, die sind zu alt für Kinder, eine “Schweizer Kinder Anbau Schlacht” scheint mir ausgeschlossen. Entweder Zuwanderung oder wir (ob Schweizer oder CH-Inländer) werden schnell alt und sterben aus.

          • Ruth Meier sagt:

            @ Anh: grundsätzlich werden wir alle jedes Jahr ein Jahr älter, egal ob Schweizer oder Ausländer und schon ganz egal, wie hoch die Geburtsrate ist. Ihr Ärger über die Schweizer Frauen, die in Ihren Augen zu alt zum Kinder kriegen sind, ist nicht gesund! Die Geburtsrate ist nicht schlimmer als in anderen EU-Staaten.
            Und nein, ich fühle mich nicht betroffen. Ich habe 4 Kinder und bin tatsächlich zu alt für Ihre propagierte “Schweizer Kinder Anbau-Schlacht”; melden Sie dieses tolle Wort doch als Unwort des Jahres an!

          • Walter Bernstein sagt:

            Anh Toan, 16:20
            Auch viele Schweizer Männer haben erkannt, dass man sehr gut ohne Kinder leben kann – oder maximal mit einem.
            Das mindert das Risiko von Armut und Unterhalt. Mit dem Geld lässt sich schliesslich besseres anfangen.

            Schlecht für die Gesellschaft, aber gut für den Einzelnen. Aber die Gesellschaft besteht nunmal aus “Einzelnen”.

        • Walter Bernstein sagt:

          Anh Toan, 16:16
          Die Schweizer Wohnbevölkerung wird noch sehr lange nicht aussterben.

          Die Frage ist eher, wie sich die Schweizer Wohnbevölkerung in 150 Jahren ethnisch zusammensetzt.
          Aber auch heute schon haben viele Schweizer ihre Wurzeln im Ausland, ohne dass es jemandem auffallen würde.

          Ohne Zuwanderung wird die Bevölkerung sehr bald älter und kleiner, denn die Baby Boomer haben das fortpflanzungsfähige Alter verlassen. Jetzt werden nur noch geburtenschwachen Jahrgänge zu Eltern, und das bedeutet dauerhaft viel weniger Kinder.

        • seebueb sagt:

          In den letzten 10 Jahren ist die Bevölkerung um 750k auf knapp 8,1mio gewachsen, das ist leicht mehr als die kumulierte Nettoeinwanderung. Wäre der Einwanderungssaldo ausgeglichen, würde die Bevölkerung somit mehr oder weniger stabilisiert, zumindest für die nächsten 10 ode 20 Jahre, wohl nicht länger da auch bei den Ausländern die Geburtenrate sinkt.

          2013:
          Einwanderung 190k, Auswanderung und Rückreise 105k, gibt 85k Einwanderungssaldo.

          Eine Halbierung der Einwanderung ergäbe kurzfristig einen leicht negativen Saldo, aber da weniger einwandern, können in den Folgejahren auch weniger zurückwandern, er würde also aller Wahrscheinlichkeit nach wenigen Jahren zumindest wieder ausgeglichen.

          Rein mit der “ausgeglichenen Bevölkerung” können Sie ihren Standpunkt nicht halten. Allenfalls mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen, bspw den Auswirkungen auf den sowieso schon überhitzten Immobilienmarkt. Oder die generellen Auswirkungen auf die Wirtschaft, siehe Japan.

          • seebueb sagt:

            (die Zahlen für 2013 sind aus dem Gedächtnis so gut wie ich mich an sie erinnere, können also leicht daneben liegen).

        • seebueb sagt:

          “Wenn ich mich umsehe, sehe ich viele Schweizer Rentner und überall Ausländer die arbeiten, [..] und dann hat es noch einen Schweizer Chef der arbeitet und Schweizer Verwaltungsangestellte.”

          Somit: Was Sie nicht sehen existiert nicht?

          Salopp formuliert sind tagsüber die sichtbar, die nicht in den Bürobunkern vergraben sind (nachts wirken die meisten Orte eh ausgestorben). Und das sind Rentner, im Freien Arbeitende (überwiegend Ausländer), nicht erwerbstätige Mütter, und sonst noch ein bisschen was. Nur ist das halt bloss ein Ausschnitt der Realität.

          • Anh Toan sagt:

            “die nicht in den Bürobunkern vergraben sind”

            Und in den Büros ist Verwaltung. (Die habe ich gemeint, und z.B. nicht Krankenpfleger und Ärztinnen im Spital. da sind wieder viele Ausländer, avber in der Buchhaltung, da wo Formulare ausgefüllt und entworfen werden, wo Arbeitspapiere und Reorganisationsmodelle geprüft und evaluiert werden, da sind Schweizer)

            Ich weiss schon dass ich meine Sichtweise pointiert ausdrücke.

        • Marcel Senn sagt:

          Anh: Bei einer standartisierten Geburtenrate von 1.43 oder sogar noch weniger (z.B. 1.2 in den Jahren 2000 und 2001) pro Schweizerin könnten wir es mit etwas Glück sogar schaffen, dass im Jahre 2291 zum Millenium der letzte Eidgenosse von Ausländern unter die Erde gebracht wird. Zumal 2.15 Kinder/Frau nötig sind um eine Bevölkerung stabil zu halten.
          .
          Was sicher ist, dass wir mit Ecopop einen starken Trend zu einem Altersheim haben werden, da sich in rund 20 Jahren die Geburtenanomalie der Jahre 1943-71 voll auswirken wird und es dann an jungen Berufstätigen fehlen würde

    • André Baldin sagt:

      Falsch: NZZ 28.11.2013: Betrachtet man die Bevölkerungszahl, wird ersichtlich, dass in der Schweiz verhältnismässig mehr Personen eingebürgert wurden als in den meisten Ländern der EU.
      Frankreich kennt zudem eine Quote, welche zur Zeit 120’000 beträgt. In der Schweiz wurden rund 40’000 eingebürgert. Jetzt vergleichen Sie mal die grösse der zwei Länder!

      • Walter Bernstein sagt:

        André Baldin, 17:57
        Die Zahlen mögen stimmen. Sie sind aber nicht vergleichbar:

        Frankreich hat das “doppelte Ius soli”. Das bedeutet, dass das Kind eines in Frankreich geborenen Ausländers sofort französischer Staatsbürger wird. Es ist damit – statistisch – nicht in den 120’000 Einbürgerungen enthalten.

        In der Schweiz müsste sich das Kind später um die Einbürgerung bemühen, und würde dann natürlich bei den 40’000 Schweizer Einbürgerungen auftauchen.

        • seebueb sagt:

          Wahrscheinlich hinkt ein Vergleich mit FR auf mehr als nur einem Bein, weil die ehemaligen Kolonien spezielle Rechte geniessen dürften.

          DE und A benutzen ebenfalls (DE zumindest weitgehend) das Ius Sanguinis, haben mW keine ehemaligen Kolonien mit speziellen Rechten, und dürften entsprechend passendere Vergleiche ermöglichen.

          Gem. BfS lebten in der CH letztes Jahr 380k Ausländer mit Geburtsort CH. Es gab 730k CH-Bürger mit Geburtsort Ausland, wieviele davon eingebürgert worden waren, wird nicht ausgewiesen.

    • seebueb sagt:

      Der liebe Herr Dunn sagt selbst dass er müde war und sich nicht bewusst war, dass es sich bei dem Gespräch um einen Test handelt. Mit anderen Worten, er hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die ihm zugeschickten Unterlagen zu studieren, und der Anlass war es ihm nicht wert, ausgeruht zu erscheinen.

      Ihr Beispiel mit Einsiedeln ist schlecht gewählt, Herr Dunn hat sich schlicht saudumm verhalten.

      • Anh Toan sagt:

        Ja, da stimme ich Ihnen zu. Meine Frau übrigens auch, hab ihr erzählt, er hätte gesagt, zu lange Abwesenheit z.B. wegen Krankheit könnte die C Bewilligung kosten. Sie meinte, sie würde antworten warum sie CH Pass will, weil es hier so ordentlich und sauber sei, alles funktioniere und die Behörden gut arbeiteten und sehr freundlich seien. Ich habe ihr gesagt, sie hätte wohl weniger Probleme, sie ist halt etwas schlauer als Prof. Dunn.

        (Aber ich denke, wenn Herr Dunn in D gelebt und gearbeitet hätte, und er hätte einen deutschen Pass beantragt, hätte er ausser Fragen zu seiner Person kaum etwas beantworten müssen)

        • seebueb sagt:

          Bedienen der Clichés ist sicher hilfreich. Gebildet und clever gehen nicht unbedingt Hand in Hand.

          Auch DE testet seit 2008 die Integration. Da Herr Dunn scheinbar etwa Null Aufwand betrieben hat, ist fraglich, ob das Resultat in DE anders ausgefallen wäre.

          Man kann sich natürlich darüber streiten, ob das Prozedere hier überarbeitet werden sollte. Allerdings halte ich einen Test für durchaus sinnvoll und richtig. Die Fragen in dem von 20minuten publizierten Test scheinen mir alles andere als überrissen.

          Der Hauptunterschied zu bspw. DE besteht allerdings darin, dass bei uns die Ortsbürgerschaft die Basis/Voraussetzung bildet für die Kantonsbürgerschaft, und als Folge auch für die Bundesbürgerschaft. Das hat automatisch zur Folge, dass Unterschiede entstehen sowohl bezüglich den Kriterien wie auch deren Anwendung.

          • seebueb sagt:

            Hingegen scheint in DE die frühere Staatsbürgerschaft (Bayer, Preusse) durch das 3. Reich abgeschafft worden zu sein, was dann durch die BRD übernommen wurde. Das dürfte heissen, dass der Entscheid zur Einbürgerung beim Bund liegt, was die Voraussetzung sein dürfte für einheitliche Tests.

  9. Ruth Meier sagt:

    Immer wieder interessant die Behauptung, die ausländischen Mitarbeiter würden die AHV “retten”. Jeder, der sich ein wenig informiert, weiss, dass die Ausländer auch Anrechte erwerben, d.h. sie erhalten später ebenfalls eine AHV-Rente oder eben Teilrente, entsprechend der in der CH einbezahlten Jahre. Dank der ausländischen Arbeitskräfte sieht es im Moment bei der AHV gut aus, aber das ist ein Trugschluss, denn eine spätere Generation wird den heutigen ausländischen Mitarbeitern ihre verdiente Rente oder Teilrente bezahlen müssen. Dieses Schneeballsystem kann natürlich immer weiter betrieben werden, aber die Folgen sind früher oder später fatal.
    Die Wirtschaft wird nie genug bekommen. Im Gegenteil, in den letzten 20 Jahren hat der Egoismus weltweit extrem zugenommen und Firmen fühlen sich für nichts verantwortlich, schon gar nicht für ihre Mitarbeiter. Es geht um Geld, Geld und nochmals Geld. Die Politik hat immer mehr Hürden für Firmen und Reiche abgebaut, der “kleine Mann” bleibt auf der Strecke. Dies ist kein schweizerisches Problem, in der EU ist es nicht besser und vom Rest der Welt schweigen wir lieber. Soll es so weitergehen oder wann explodiert das Ganze. Davor habe ich angst, denn dies wird ganz schlecht ausgehen! Mir ist schleierhaft wie intelligente Politiker die Zeichen der Zeit nicht erkennen und sehend in Kauf nehmen, dass früher oder später wieder Extreme das Sagen haben, weil ihre extrem wirtschaftsfreundliche Art den meisten Bürgern nichts bringt.

    • Walter Bernstein sagt:

      Ruth Meier, 11:29
      Beachten Sie aber den “Barwerteffekt”:

      Die AHV-Beiträge der Ausländer stehen sofort zur Verfügung. Die Renten werden erst sehr viel später ausbezahlt. Damit ergibt sich für die Gesellschaft eine – geldwerte – Stundungswirkung.

  10. zweistein sagt:

    Alles Propaganda. Mit Immigration werden die Populationen, das SklavenVolk – gleich ob in Spanien, England oder der Schweiz – weiter geschwächt, verdummt, verwirrt, verarmt, etc. damit die MacDonalds und Samsungs leichter Business machen können. Klar?

  11. Walter Kuhn sagt:

    Ob die Zuwanderung der ansässigen Bevölkerung wirtschaftliche Vorteile bringt, ist eine Frage von Quantität und Qualtiät der Immigranten, die meist aus politischer Korrektheit unerwähnt bleibt.
    – Eine grosse oder zu grosse Zahl von Immigranten verursacht Unbehagen und bringt per se keine wirtschaftlichen Vorteile, es sei denn, man vestehe unsere Altersvorsorge als Schneeballsystem, das unter keinen Umständen zusammenbrechen dürfe. Immigranten, die keine Ausbildung haben, also Analphabeten, oder solche, die sich aus anderen Gründen nicht in den Arbeitsmarkt integrieren lassen oder lassen wollen, schaden uns direkt. Das trifft für einen grossen Teil der so genannten “Wirtschaftsflüchtlinge” zu, aber auch für die von der SVP beanspruchten Hilfskräfte der Landwirtschaft.
    – Historisch haben uns gut ausgebildete Migranten mit kompatiblem kulturellem Hintergrund sehr viel gebracht und uns in jeder Hinsicht bereichert, auch und vielleicht sogar vor allem als echt Schutz suchende Asylbewewerber eingewanderte. Früher waren es nicht die gegenüber dem Asylland am frechsten einen Asylgrund lügenden, sondern die unserer demokratischen und freiheitlichen Kultur verwandtesten, welche welche die Mehrheit der Asylbewerber stellten.

  12. Max Bader sagt:

    Zur AHV bzw. der Verjüngung durch Zuwanderung: Zum einen haben wir viele Einwanderer (und der produktivere Teil der Einwanderer), die aus Ländern mit noch weniger Kindern pro Frau zu uns kommen (Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, usw.), zum anderen sind jene Einwanderergruppen mit vielen Kindern unproduktiv in ihrer Gesamtheit. Beide lösen das Problem der Überalterung somit nicht. Die einzigen Einwanderer, die produktiv sind und auch relativ viele Kinder haben, sind die Angelsachsen. Aber von denen haben wir nur wenige.
    Mit Zuwanderung wird die Krise der Altersvorsorge nur heraus geschoben, was unseren aktuellen Politikern nützt, aber sicher nicht der Bevölkerung.

    • seebueb sagt:

      Die Zuwanderer sind typischerweise in der ersten Lebenshälfte, oft im ersten Drittel. Somit sorgen sie auch ganz direkt für eine Verjüngung der Alterspyramide, nicht nur über ihre Kinder.

  13. Anton Keller sagt:

    So steigert man das BIP: Italenische Firma zeiht samt Belegschaft (100% Grenzgänger aus Italien) in die Schweiz. Die Quellensteuer auf die Löhne wird nach italien bezahlt. Wo ist da der Nutzen für die Schweiz? Der BIP wurde aber ungemein gesteigert.

    • Linus Huber sagt:

      Ein anderes Beispiel in manchen Ländern ist die plötzliche Berücksichtigung des horizontalen Gewerbes zur Berechnung des BIPs. Das BIP ist nicht nicht viel anderes als eine Zahl, welche Regierungen manipulieren und zwecks Eigenwerbung hochjubeln.

      • Walter Bernstein sagt:

        Linus Huber, 9:58
        Das horizontale Gewerbe hat doch auch jenseits der BIP-Berechnung gewisse Vorteile … 🙂

  14. Bernie Graezer sagt:

    Kommt wohl drauf an welche Immigration. Gut und hochqualifizierte bringen Nutzen zum Nachteil der Herkunftsländer. Wenig oder unqualifizierte verstärken nur den Sozialponzi indem diese über ihre Lebensdauer kaum einen Mehrwert oder negativen schaffen, abhängig von der Kinderzahl. Ein Mehrwert lässt sich nur dann generieren, wenn die sozialen Kosten der Kindererziehung dem Herkunftsland aufgebürdet werden können und alsdann als produktive Arbeitskräfte abgesaugt werden. Wann dieser Sozialponzi kollabieren muss wäre noch zu berechnen. Dass der Sozialponzi in einigen EU-Ländern am kollabieren ist, sieht man an der laufenden Erhöhung des Rentenalters und Rentenkürzungen. Dank Migration kann die Schweiz diese Massnahmen noch 10-15 Jahre hinauszögern, aber nachhaltig ist das nicht. Es wäre an der Zeit einmal eine volkswirtschaftliche Vollkostenrechnung vorzulegen. ECOPOP ist somit nicht unvernünftig aber es kostet etwas..

  15. Margot sagt:

    Das scheint eine eigenartige Berechnung zu sein. Die geht davon aus, dass die Zuwanderer jung und gut ausgebildet sind. Das ist aber leider nicht der Fall: aktuell haben wir eine Zuwanderung im Niedriglohnsektor und nur 15% sind gesuchte Fachkräfte. Und 40% sind Familiennachzug und arbeiten nicht und kosten daher bei den Infrastrukturkosten.
    Eine volle, maximale AHV-Rente erhält derzeit, wer rund 84‘000 Franken verdient hat, lückenlos Beiträge bezahlt hat und sich mit 65 Jahren pensionieren lässt. Nach 11 Jahren ist der «Break-even-Punkt» erreicht, der Punkt also, an dem er mehr Geld erhält, als er und seine Arbeitgeber zuvor einbezahlt haben. Aber wir beziehen im Schnitt 20 Jahre lang Rente.
    Die Ausgaben wachsen schneller als die Einnahmen», sagt der emeritierte Finanzprofessor und Pensionskassenberater Martin Janssen, «und wenn noch mehr Leute einwandern, werden die Ausgaben noch schneller wachsen als die Einnahmen. Insgesamt wird die AHV durch die Zuwanderung nicht stabilisiert, sondern destabilisiert.»

    • Linus Huber sagt:

      Die Frage der Nachhaltigkeit ist nicht das Lieblingsthema von Ökonomen und Politikern, womit der Fokus sich an kurzfristigen Zielen orientiert.

      • Hansli sagt:

        Jede Heirat mit einem ausländischen Partner ist Familiennachzug. Fachkräfte haben Partner und Kinder.

        Abgesehen davon arbeiten dann meist der Partenr ebenfalls.

  16. Ein wesentlicher Grund, weshalb “die Wirtschaft” unbegrenzte Zuwanderung fordert, ist die Möglichkeit, die Kaufkraft des Mittelstands auszubauen ohne höhere Löhne zahlen zu müssen.

    Der Marktliberalismus hat dazu geführt, dass der Mittelstand an Kaufkraft verliert, denn die Früchte des Wachstums kommen praktisch ausschliesslich den Reichen zugute oder verbleiben in den Unternehmen. Zusätzlich wird weniger dieses Wachstums für die Allgemeinheit abgeschöpft, da Liberale immer tiefere Steuern für Reiche und Unternehmen fordern und durchsetzen. Diese Umverteilung zulasten des Mittelstands hat inzwischen solche Ausmasse angenommen, dass sie der Wirtschaft selber Schaden zufügt, denn der Mittelstand ist der Motor der Binnenwirtschaft, und wenn dessen Nachfrage fehlt — weil die Kaufkraft fehlt –, dann schadet dies der Binnenwirtschaft.

    Die offensichtliche Lösung, nämlich dem Mittelstand wieder einen höheren Anteil am Wirtschafts-Ertrag zuzuteilen — oder via höhere Steuern einen höheren Anteil zugunsten des Mittelstands abzuschöpfen, ist für Liberale unertäglich. Daher fordern sie Zuwanderung, denn diese führt der Wirtschaft neue Kaufkraft “von aussen” zu, und macht damit höhere Löhne und/oder höhere Steuern für Unternehmen unnötig, speziell da die Zuwanderung erfreulicherweise auch lohndrückend wirkt.

    Dass unabhängige Ökonomen nun feststellen, dass ein Abbau der Zuwanderung nur unwesentliche Nachteile zur Folge hat, ist erfreulich, denn dies stärkt die Position jener, die für ein inländisches Problem (Marktliberalismus) eine inländische Lösung (Ende des Experiments) fordern.

  17. Josef Marti sagt:

    Sogar der vielgeschmähte CB hat gesagt: Der Egoismus aus Sicht der Unternehmer welche von der PFZ profitieren ist falsch; hört hört.
    Die Industrie will von den Folgekosten nichts wissen. Jeder weiss, dass bei hoher Zuwanderung die Infrastruktur nicht mehr schritthalten kann; es braucht nicht nur mehr Strassen und Schienen, sondern auch viel mehr Spitäler, Schulen, Gefängnisse etc.; der ganze Spass ist nicht ohne massive Aufblähung der Staatsquote zu haben. Das Establishment will aber wie immer die Profite maximieren und privatisieren, die Kosten aber selbstverständlich sozialisieren; das geschieht durch fortwährende Verlagerung von direkten auf indirekte Steuern, Gebühren, Verbrauchsabgaben etc.; Frau Leuthard lässt grüssen.
    Der Zweck der PFZ ist in erster Linie die Nationalstaaten abzuschaffen zwecks ungehinderter Profitmaximierung zugunsten der leistungslosen Besitzeinkommen (Zins, Bodenrente, Profit) dank Lohndumping. Natürlich profitiert auch eine schmale Elite von Gutverdienenden, der Mittelstand wird aber abgeschafft während ein laufendes Migrationsschneeballsystem den Prozess der Umverteilung von unten nach oben aufrechterhält.

    • Linus Huber sagt:

      @ Josef

      Wie gewohnt, ein Schuss ins Schwarze.

      • Linus Huber sagt:

        @ Josef

        Es handelt sich nicht einzig um hauptsächlich die physische Infrastruktur, welche zu einem gewissen Grade selbstverständlich durch den sogenannten Skaleneffekt nicht im gleichen Ausmasse wachsen muss, wie die zusätzliche Zunahme der Bevölkerung durch Zuwanderung. Was nicht zu unterschätzen ist, liegt im Umstand, dass eine zunehmend heterogene Bevölkerung mit unterschiedlichsten Kulturen in einem Wohlfahrtsstaat das Wachstum der Sozialindustrie inkl. Rechtsdiensten und des staatlichen Überwachungssystems beflügelt, also Bereiche, welche eh schon dazu neigen, krebsartig zu wachsen.

    • Anh Toan sagt:

      @Josef Marti: “der ganze Spass ist nicht ohne massive Aufblähung der Staatsquote zu haben. ”

      Warum? Klar braucht es mehr Spitalbetten, bei grösserer Bevölkerunbg, aber warum braucht es Prozentual (“Quote”) mehr Spitalbetten? Lassen sich nicht bei grösserer Bevölkerung gewisse Infrastrukturkosten (Spital: Nierensteinzertrümmerer) auf mehr Patienten verteilen, und so die Quote reduzieren? Wenn die Schweiz auf 12 Mio wächst, brauchen wir dann 11 Bundesräte und 1.6 mal soviele Notenbanker?

    • Anh Toan sagt:

      Eine zweispurige Autobahn braucht einen Pannenstreifen. Eine fünfspurige braucht wieviele?

      • Karl Knapp sagt:

        @Toan: wenn eine ARA für 20000 Einwohner konzipiert wurde und es 30000 werden ? Schauen Sie mal bei bei “Schwelleneffekt” nach …

        • Anh Toan sagt:

          @Karl Knapp: Klar gibt es Fälle, wo es mehr kostet, aber warum dies “nicht ohne massive Ausblähung der Staatsquote zu haben” sei, ist Mumpitz. Meistens gibts die “economies of scale”. Und je mehr, je grösser, umso seltener und tragbarer werden Schwelleneffekte. Schwelleneffekte sind die Ausnahme zum Grundsatz der “Economies of scale”, nicht umgekehrt.

          Ich kritisiere den behaupteten Automatis, je mehr Bevölkerung desto höhere Staatsquote.

          • Josef Marti sagt:

            Dies ist längerfristig unvermeidlich. Man geht eben von der falschen Annahme aus, dass die Migranten alles Fachkräfte sind, was bei weitem nicht der Fall ist; es betrifft dies nicht nur den Familiennachzug sondern auch mit Dumpinglöhnen angeheuerte Bauarbeiter und andere Tieflohnbereiche von Schlechtqualifizierten, welche beim Einbruch des Baubooms auf der Strecke bleiben bzw.dann ins Sozialsystem übergeben werden. Deshalb muss das BIP pro Kopf schnell mal stagnieren und wird später sogar rückläufig. Das reale gesamte BIP steigt zwar noch absolut, jedoch ist dieses Wachstum dann immer mehr einer steigenden Staatsquote zuzuschreiben, weil immer mehr der Migranten in die sozialen Netze einwandern und so im Infantilisierungssystem landen, während das Gemeinwesen insbes. die Kommunen, Länder, Kantone immer mehr mit den Sparschrauben und Steuersenkungsorgien in die Pleite getrieben werden und verlottern, das kann man sehr schön in D beobachten; oder auch in den USA, wo man zB psychiatrische Anstalten aus Spargründen einfach schliesst und die Insassen rauswirft indem man ihnen 200$ in die Hand drückt und in einen Bus in Richtung anderen Bundesstaat setzt; dies ist dann die verordnete Gegenmassnahme gegen die steigende Staatsquote.

            Gerade bei den schon erwähnten Spitalkosten beobachtet man sodann eine ständig steigende Defizitdeckung bzw. –übernahme durch die Kantone / Steuerzahler; die Spitaldefizite bei steigender Anzahl grundversicherter Patienten mögen zwar prozentual gleich bleiben, steigen aber in absoluten Zahlen während die Steuereinnahmen stagnieren. Resultat ist eine steigende Defizitquote weil die Staatsquote die Fiskalquote immer mehr übersteigt.

          • Anh Toan sagt:

            1. Schlechtqualifizierte werden, wenn sie Arbeit haben, in irgendetwas besser qualifiziert.

            2. Migranten gehen oft weg, wenn eine Krise kommt.

            3. Schieben Si9e negative Entwicklungen einfach auf die Migranten (Bauboom, welcher Migranten anlockt, weil es Arbeit gibt, und dann gibts Krise und dann werden die arbeitslos, und wenn der Chef statt dem Ausländer den 50 jährigen Alkoholkranken feuert, ist auch der Migrant schuld. Und dasas in USA kein richtiges Sozialsystem existiert, daran ist auch die Migration schuld

            Falls nicht die Migration schuld ist, sind die Zionsen schuld oder das von den Zinsen verlangte Wachstum, aber es ist nicht das Kapital, welches schreit, wir wollen grössere Autos, grössere Fernseher, mehr Wohnraum, es sind die Menschen, “schneller, höher, weiter, wollen wir, und wer das schlecht findet, soll sich mit Vehemenz für die Legalisierung von Marihuana und Opium und radikale Ausrottung von Kokain einsetzen.

          • Anh Toan sagt:

            Nicht das Zinssystem hat uns gemacht, wir haben das Zinssystem gemacht, und es gab immer wieder Versuche, dies zu stoppen.

          • Anh Toan sagt:

            In der Krise steigt die Staatsquote, bei Wachstum sinkt diese, (oder könnte es zumindest, wenn man nicht mehr Leistungen oder weniger Beiträge versprechen würde, weil es aufwärts geht) aber ohne Wachstum haben wir Krise, und die Staatsquote steigt gegen 100 Prozent. Da sehe ich den wirklichen Automatismus.

            Es spielt doch keine Rolle, ob die Migranten qualifiziert sind oder nicht, wichtig ist, dass Nachfrage für deren Arbeit besteht und sie kommen um zu arbeiten und nicht um in Sozialleistungen ein zu wandern. Auch Qualifizierte werden arbeitslos in der Krise (falsche Qualifikation), und gerade unqualifizierte Arbeiter können in der Schweiz nur aus dem Ausland kommen, die im Inland aufgewachsenen sind, ganz salopp und nicht ganz pc gesagt, entweder qualifiziert oder unqualifizierbar. Aber Arbeit gibts auch für Unqualifizierte in der Schweiz, immer weniger, aber noch immer viel mehr, als es dafür im Inland aufgewachsene Arbeitskräfte gäbe, wie auf dem Bau, Gastgewerbe, in der Endmontage, Reinigung usw usw.

  18. Margot sagt:

    Das scheint eine eigenartige Berechnung zu sein. Die geht davon aus, dass die Zuwanderer jung und gut ausgebildet sind. Das ist aber leider nicht der Fall: aktuell haben wir eine Zuwanderung im Niedriglohnsektor und nur 15% sind gesuchte Fachkräfte. Und 40% sind Familiennachzug und arbeiten nicht und kosten daher bei den Infrastrukturkosten.
    Tatsache ist: Nur die ganz hohen Einkommen – ob von Schweizern oder Ausländern – leisten zur AHV einen Netto-Beitrag. Personen mit tiefen, mittleren und sogar überdurchschnittlichen Löhnen erhalten wegen der steigenden Lebenserwartung mehr Renten, als sie und ihre Arbeitgeber Beiträge einbezahlt haben. Eine volle, maximale AHV-Rente erhält derzeit, wer rund 84‘000 Franken verdient hat, lückenlos Beiträge bezahlt hat und sich mit 65 Jahren pensionieren lässt. Nach 11 Jahren ist der «Break-even-Punkt» erreicht, der Punkt also, an dem er mehr Geld erhält, als er und seine Arbeitgeber zuvor einbezahlt haben. Aber wir beziehen im Schnitt 20 Jahre lang Rente.
    Die Ausgaben wachsen schneller als die Einnahmen», sagt der emeritierte Finanzprofessor und Pensionskassenberater Martin Janssen, «und wenn noch mehr Leute einwandern, werden die Ausgaben noch schneller wachsen als die Einnahmen. Insgesamt wird die AHV durch die Zuwanderung nicht stabilisiert, sondern destabilisiert.»

    • Anh Toan sagt:

      “Und 40% sind Familiennachzug und arbeiten nicht und kosten daher bei den Infrastrukturkosten.”

      Ja genau, Prostitierte müssen her, das steigert BIP

      • Anh Toan sagt:

        Wie kommt Ihr eigentlich auf die Idee, dass wer per Familiennaxchzug in die Schweiz kommt, nicht Erwerbs arbeitet?

        Mein Frau kam als Familiennachzug in die Schweiz. Sie brauchte 4 Wochen um eine Arbeit zu finden. Ihr Ausländerausweis sagt noch immer Familie, da dies der Grund ist, warum sie eine Bewilligung hat, dies sagt aber nicht, dass sie keine Erwerbsarbeit hat.

        Und selbst wenn die mal nicht erwerbsarbeiten, dann sind die also nutzlos, machen nichts und kosten nur, so wie die Frauen von Ueli Maurer oder Christoph Blocher?

        • Anh Toan sagt:

          Meine Frau hat vier Jahre Schulbildung, konnte kein Deutsch, bestimmt keine Fachkraft, passt ganz genau in Ihr Schema. Was nicht passt ist, dass sie arbeitet.

          Wenn ich sie betrüge und verhaue, kann sie sich nicht scheiden lassen, weil sonst ist ihre Bewilligung zum arbeiten in der Schweiz weg. Auch ihre bezahlten AHV Beiträge wären dann weg, sie war dann nicht lange genug in der Schweiz um etwas zu erhalten.

    • seebueb sagt:

      Gemäss Antwort des BR auf eine Interpellation von NR Darbellay gibt es keine Statistik dafür, wieviele der im Rahmen des Familiennachzugs eingewanderten berufstätig werden. Dass es mehr als 0% sind, liegt auf der Hand.

      • Hansli sagt:

        Jede Heirat mit einem ausländischen Partner ist Familiennachzug. Fachkräfte haben Partner und Kinder.

        • seebueb sagt:

          Mit anderen Worten: Es gibt keine Ausländer, die bereits hier sind und irgendwann jemanden heiraten, der/die ebenfalls bereits hier ist. Und ebenso gibt es keine unverheirateten gut ausgebildete Einheimische.

          So ein Quatsch.

  19. Thomas Neiger sagt:

    Das mit der Altersversorgung klemmt, sie zahlen wohl ein, verlassen aber im Alter die Schweiz und nehmen das Einbezahlte wieder raus.

  20. Manuel Wymann sagt:

    Wieso schaut mehr sich nicht mehr die Situation in Ländern an, die praktisch keine Einwanderung erlauben? Wie z.B. Japan? Dort schlägt die Demographie eins zu eins auf die Wirtschaft durch. D.h. die meisten Unternehmen sehen kein Wachstum mehr im Inland und weichen bei den Investitionen aufs Ausland aus, wo noch Wachstum möglich ist.
    Ebenso bedeutet geringere Einwanderung, dass die Arbeitnehmer länger und mehr arbeiten müssen/dürfen. Selbstverständlich könnte man theoretisch mit einer Geburtenrate von 2.1 die Einwanderung kompensieren, aber ist wohl Wunschdenken.

    • Woher kommt eigentlich der Zwang zum Wachstum? Eine Firma, die Jahr für Jahr für Jahr eine schwarze Null schreibt, kann theoretisch unendlich lange existieren, wohingegen ein unendliches Wachstum auf einem begrenzten Planeten auch theoretisch unmöglich ist. Wer hat in die Hirne der Ökonomen und Wirtschaftsführer die Idee eingepflanzt, man müsse Wachstum haben? Notabene als reiner Selbstzweck, denn es heisst nie “wachsen, um zu…” sondern immer nur “wachsen”.

      • P. Meier sagt:

        Herr Sommer, Ich gebe Ihnen absolut recht. Ausserdem ist auch Wachstum (im Sinne einer Effizienzsteigerung) immer mögllich, ohne neue Leute anzustellen. Wenn die Resourcen einer Firma effektiver eingesetzt werden, bleibt mehr Raum für Innovation bei gleichbleibenden Ausgaben/Personal. Im Moment ist es aber einfacher einfach neues Personal einzustellen, als die Effizientz zu forcieren. Deshalb muss die Einwanderung (stark) reduziert werden.

      • Linus Huber sagt:

        “Woher kommt eigentlich der Zwang zum Wachstum?”

        Teilweise beruht dies wohl auf der menschlichen Natur, wobei der Mensch normalerweise an seine Grenzen stösst, respektive seinem Lebensrhythmus unterworfen ist und immer wieder Rückschläge zu akzeptieren hat. Auf der Ebene der Gesellschaft würden sich ebenfalls Phasen reduziertem oder negativem Wachstums, auch als deflationäre Perioden zu bezeichnen, melden, wenn die entsprechenden Entscheidungsträger diese nicht durch manipulative zentralplanerische Eingriffe (Geld- und Finanzpolitik), welche auf einer fragwürdigen Doktrin beruhen, verhinderten. Aufgrund dieser seit Jahrzehnten unter der Führung der USA angewandten Doktrin haben sich derart hohe Ungleichgewichte gebildet, welche eine Phase des negativen Wachstums nicht mehr erlauben, ohne das gesamte System der Gefahr des Zusammenbruchs auszusetzen. Wir sind damit verdammt zu wachsen und zu inflationieren, wobei die daraus resultierenden negativen Konsequenzen langsam an Gewicht und Bedeutung gewinnen und sich wohl auch zur Gefahr für das System entfalten dürften. Ebenfalls flachen die erhofften Wachstumsraten aufgrund des Gesetzes des nachlassenden Grenzertrages immer mehr ab.

        • Manuel Wymann sagt:

          @Sommerer: Wachstum ist auch deshalb nötig, weil jede Firma irgendwann einmal untergeht und immer wieder neue Nachfrage nach Neuem entsteht. Ihre Betrachtungsweise ist sehr statisch. Wachstum auf Volkswirtschaftlicher Eben bedeutet einfach, dass der Kuchen für alle grösser wird pro Kopf. Die Verteilung ist allerdings eine andere Geschichte, aber sie ist im Wachstum leichter zu bewerkstelligen als in der Rezession.

          • Wieso soll eine Firma, die dauerhaft schwarze Nullen schreibt, untergehen? Ist nicht gerade das andauernde Schreiben schwarzer Nullen die Definition für “ökonomisch existenzfähig”?

          • seebueb sagt:

            Sie setzen voraus, dass eine und ihr Geschäftsfeld statisch sind.

            Wachen Sie auf und schauen sich um, die Realität sieht anders aus. Und das hat nichts zu tun mit dem “System” in dem man sich befindet, sondern schlicht damit, dass ausnahmslos alles dem Wandel unterworfen ist.

          • Absolut nichts in meinem Kommentar setzt irgend etwas voraus. Offenbar habe ich da an einem religiösen Dogma gekratzt, und Leute fühlen sich und ihren Gott (Markt) herabgesetzt.

            Ich möchte nur einen technischen Grund (einer reicht vollkommen), wieso Wachstum notwendig ist, bzw eine Dauer-schwarze Null zwingend in den Abgrund führt.

          • seebueb sagt:

            Ihre Frage macht nur in einem statischen Umfeld Sinn. Da Sie sie stellen, setzen Sie genau das voraus.

            In einem dynamischen Umfeld, wie es der Realität entspricht, gerät praktisch jede Firma früher oder später in Schwierigkeiten, und um die zu lösen braucht es Geld. Da sie keinen nennenswerten Reserven bilden konnte (dazu braucht’s Gewinn) braucht es Geld von aussen. Jedoch wird niemand das Risiko eingehen wollen und Geld investieren wenn er auf dem Sparkonto ohne Risiko denselben Ertrag erzielt. Also wird Ihre Schwarze Null in den Konkurs geschickt.

        • Walter Bernstein sagt:

          Linus Huber, 9:38
          Sie haben Recht.
          Dennoch: Hätten unsere Vorfahren vor 200 Jahren gesagt, dass Wachstum keinen Sinn macht, würden wir heute noch in Bergwerken oder auf Feldern schuften und 40 Jahre alt werden – bei ständiger Unterernährung.

          Den heutigen Wohlstand haben wir nicht, weil wir fleissiger sind als die Menschen um 1800, sondern nur durch technologischen Fortschritt. Höhere Produktivität wird aber nur durch Wachstum und Investitionen möglich.

          • Was hat Fortschritt = “besser” mit Wachstum = “mehr” zu tun? Investitionen sind Kosten, und solange schwarze Nullen geschrieben werden können, kann auch investiert werden.

            Man sollte nicht einfach nur Dinge wiederkäuen, die einem irgendwann irgendwer erzählt hat, sondern den Vorgang auch nachvollziehen und erklären können.

            Also: Wieso müssen Firmen wachsen?

            Mir reicht eine Serie von Stichworten, die schlüssig und v.a. lückenlos erklärt, wieso Wachstum und Fortschritt zwingend zusammen gehören, und eine Schwarze Null Fortschritt unmöglich macht.

          • Im übrigen sind Investition nicht immer bzw. nur selten für den Neuen Grossen Wurf, und wenn sie es ist, sind sie häufig vom Staat finanziert.

            Ein Schreiner investiert, wenn er seinen Maschinenpark erneuert. Dies kann über Abschreibungen finanziert werden und erfordert kein Wachstum.

            Ein Pharmaunternehmen investiert, wenn es neue Medikamente entwickelt. Das gehört zur normalen Geschäftstätigkeit und erfordert kein Wachstum sondern nur normale Kostenrechnung, speziell wenn man weiss, dass die Auslagen für Werbung jene für Forschung und Entwicklung um ein Mehrfaches übertreffen.

            Ein Softwareunternehmen investiert, wenn es neue Software entwickelt. Das gehört zur normalen Geschäftstätigkeit und erfordert kein Wachstum.

            Also: Wieso Wachstum?

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer

            1. Mit “schwarze Null” werden knappo positive Ergebnisse bezeichnet, Wachstum wird bei Unternehmen am Umsatz gemessen. (Börsensprache: Topline oder Bottomline)

            2. Wächst der Umsatz nicht, wird die Effizienz in der Herstellung der Produkte erhöht, damit braucht man weniger Mitarbeiter.

          • Anh Toan sagt:

            3. Ein Unternehmen, dass die Kundenbedürfnisse gut befriedigt, wird neue Kunden gewinnen und / oder die bestehenden kaufen mehr. Es wird wachsen.

            4. Ein Unternehmen, dessen Umsätze nicht wachsen, erbringt mittelmässige Dienstleistungen: Die, welche noch schlechter sind, gehen pleite, und danach ist das mitttelmässige Unternerhmen das Schlechteste, also das nächstze, das pleite geht.
            .

          • Anh Toan sagt:

            5. Ohne Wachstum kann ein Monopol oder zu einem Kartell zusammengeschlossene Unternehmen leben, da nur so verhindert werden kann, dass neuere Anbieter mit effizienterer Kundennutzenbefriedigung entstehen.

          • Anh Toan sagt:

            6. Aber auch die Monopol oder Kartellunternehmen werden langsam die Produktivität steigern, also weniger Mitarbeiter benötigen um den konstanzen Umsatz zu erzielen:

            Wachsen die Umsätze der Unternehmen nicht, wächst die Arbeitslosigkeit.

            Wachstum gibt es immer, wie Sie nun vielleicht erkennen, die Frage ist nur, was wächst.

          • Anh Toan sagt:

            Was ichj letztes Jahr schon mal gemacht habe, schaffe ich dieses Jahr in der halben Zeit: Gleich viel Umsatz ist also immer weniger Arbeit, weil wir besser werden. Das ist unser Fluch, wenn Sie Veränderung schlimm finden.

          • J. Kuehni sagt:

            @Sommerer:

            Ich finde Ihre Wachstums-Dogma-Frage auch interessant. So rein aus dem Bauch heraus habe ich aber das Gefühl, dass eine stabile Stagnation (oder auch ein stabiles “Schrumpfen”) sehr schwierig zu erreichen ist: Immerhin bleiben wir mit all unseren Auswirkungen auf die Umwelt ein Teil der Natur und da gibt es ein paar beobachtbare Konstanten: Was lebt, wächst. Was stagniert, stirbt. Was krebsartig wuchert, zerstört seine eigene Grundlage und sich selbst. Etc.

            Eigentlich wäre ja angesichts unserer planetaren Situation “stabiles Schrumpfen” DAS Thema für Wissenschaft (darunter Ökonomie) und Politik. Bislang wird das Feld der Kunst (aka Science-Fiction-Uto- und Dystopien) überlassen: Variante A: Mad Max. Variante B: Post-Scarcity-Sozialismus, gesteuert von irgendwelchen AI-Superhirnen.

            P.S. Immigration: Wurde schon jemals irgendwo eine Völkerwanderung erfolgreich verhindert? Mir fällt eigentlich bloss der Chef der antiken “EU” Julius Cäsar ein, der die Helvetier in ihr Bergland zurückgeschickt hat. Sozusagen Abschottung von aussen…

          • tststs sagt:

            @J. Kuehni: “Wurde schon jemals irgendwo eine Völkerwanderung erfolgreich verhindert?” Gott, nein, also zumindest nicht von Staaten/Regierungen…
            Aber offensichtlich lässt sich damit (den Menschen/Wählern das Gefühl zu geben, sie könnten Einfluss auf nehmen) halt schön wirtschaften und politisieren…

          • Josef Marti sagt:

            Stabile Stagnation ist durchaus möglich in einer Subsistenzwirtschaft. Sobald ein Geld- und Zinssystem dazu kommt geht das nicht mehr. Solange kein bewegliches Vermögenssurrogat und kein Zins besteht wird niemand auf die Idee kommen sich für irgendwelche Produktivitätsfortschritte krumm zu legen. Die wichtigste Voraussetzung für Wachstum ist deshalb Kapitalbildung und Kapitalakkumulation.
            Auch im Mittelalter gab es eine langanhaltende Periode ohne Zins und ohne nennenswertes Wachstum.

          • J. Kuehni sagt:

            @J.Marti.

            “Kein nennenswertes Wachstum im Mittelalter”…

            Gemäss den groben Schätzungen, die ich kenne, schrumpfte die Bevölkerung Europas nach dem Zerfall des römischen Reiches trotz Zuwanderung durch all die Goten, Vandalen etc. ziemlich stark, weil die ihre Lebensmittelversorgung nicht so gut auf die Reihe kriegten, wie zuvor die Römer. Stichwort: Zerfall der Aquädukte und Strassen, Verwaldung von Kulturland. Im Hochmittelalter legte die Bevölkerung wieder kräftig zu (da gab es doch irgendeine milde Wärmeperiode), nur um danach von der Pest wieder um die Hälfte reduziert zu werden. Richtig los mit der Fertilität ging’s dann wieder nach der Entdeckung Amerikas (und den reichen Fischgründen der Grand Banks).

            Also: *Durchschnittlich* vielleicht kein nennenswertes Wachstum, aber alles andere als “stabile Stagnation”…

          • J. Kuehni sagt:

            @Marti

            Übrigens bin ich der Meinung, dass sowohl Sie wie auch Herr Huber die “Ursächlichkeit” von monetären Systemen (Zins, Geldmengensteuerung) stark überschätzen. Relativ(!) stabile Geldsysteme existieren da, wo Gesellschaften mit suffizienter Wertschöpfung UND breiter Verteilung von Produktivitätsgewinnen lokalisiert sind. Ein Zustand, bei dem Waren und Finanzen globalisiert strömen, die Politik (und damit die versuchte Steuerung von Distribution & Zu- und Abwanderung) aber bloss lokal funktioniert, produziert vorhersehbar – und kurzfristig – eine global durchschnittlich bessere Partizipation, deren Früchte aber lokal und konkret zunehmend ungleicher verteilt werden. Ergo kein Wertschöpfungs-, sondern ein Verteilungsproblem zu dessen Symptomen u.a. die Destabilisierung von Währungen gehört. Die monetäre Akrobatik unserer Zentralbanken ist nicht die Ursache unserer Probleme, sondern deren Wirkung.

            Die wirtschaftliche Abschottung von Ländern (zuerst durch Begrenzung der Migration, danach der Reisefreiheit und zuletzt durch Waren- und Finanzkontrolle sowie Enteignung im Innern) wird die Globalisierung effektiv beenden, aber keines unserer Probleme auch nur ansatzweise lösen. Blocher, die Ecopöppler und allerlei Dezentralisierungs-Romantiker wetten einfach darauf, dass die Schweiz beim nachfolgenden “Deleveraging” wieder mal ungeschoren davonkommt.

          • @Josef Marti

            Ihr Argument, wonach das Zinssystem, speziell Zinsen auf geschöpftem Geld, ursächlich hinter dem Wachstumszwang steht, hat einiges für sich. Ich habe dieses Argument schon öfter gehört, und es scheint mir plausibel. Wachstum dient dann hauptsächlich dazu, zu verschleiern, dass das Zinssystem mathematisch nicht funktionieren kann. Mittels Wachstum lässt sich jene Ausweitung der Geldmenge rechtfertigen, die allein dazu dient, Zinsen zu bezahlen, wofür die ursprüngliche Geldmenge bekanntlich nicht ausreicht. Vgl Inselbeispiel mit einer geschöpften Geldmenge von $100 zu 5%. Am Ende des Jahres sind $105 fällig (Kapital und Zins). Woher kommen die $5? Wachstum!

            Natürlich kommt dieses Argument nicht von der Seite der Markt-Gläubigen, die a) meistens gar nicht fragen, weil sie ja an den Göttlichen Markt glauben, oder b) irgendwelche Behauptungen anführen, die mit anderen Behauptungen begründet werden, oder dann c) mit Kindergarten-Sprüchli wie “Stillstand ist Rückschritt” hausieren.

          • Anh Toan sagt:

            Stillstand ist nicht Rückschritt, Stillstand ist tot, Leben ist Veränderung.

            So viele Menschen haben Sehnsucht nach Stillstand, können nicht damit umgehen, dass sich die Welt verändert und Ihnen fremd wird, darum gibt es Religion.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ralph

            Aus meiner Sicht müssen wir zwischen 2 Arten von Wachstum differenzieren, nämlich zwischen quantitativem und qualitativen Wachstum. Qualitatives Wachstum beinhaltet Produktivitätssteigerungen, indem durch Innovation bessere Produkte und Dienstleistungen mit weniger Aufwand erzeugt werden können und somit die Gesellschaft insgesamt einen höheren Wohlstand erreicht. Quantitatives Wachstum ist die mengenmäßige Steigerung, welche aufgrund der kostengünstigeren Produktion (beim Zulassen fallender Preise) ebenfalls stattfinden kann, jedoch durch die starke Ausweitung des Kreditvolumens für Konsumgüter eine künstliche Steigerung erfuhr, wodurch die Produktionskapazität entsprechend erweitert wurde (was unter dem Begriff “Fehlinvestitionen” verstanden wird). Diese künstliche Steigerung beruht zu einem substantiellen Anteil auf der inflationären Geldpolitik verbunden mit entsprechender Finanzpolitik, welche das Wachstum des Kreditvolumens weit über dem Wirtschaftswachstum erzeugte. Diese Politik stützt sich auf eine ökonomische Doktrin, welche bis heute in seinen Grundzügen nicht wirklich hinterfragt wird, sondern aufgrund der erzeugten Ungleichgewichte und den begleitenden Umverteilungsmechanismen nun nur noch unter Inkaufnahme hoher Systemrisiken geändert werden kann. Das Festhalten an dieser Doktrin produziert allerdings ebenfalls zunehmend nicht übersehbare Verzerrungen und Systeminstabilität mit steigender Gefahr gesellschaftlicher Verwerfungen. Entscheidungsträger werden jedoch erst handeln, wenn eine Krise ansteht.

            Die Differenzierung zwischen qualitativem und quantitativem Wachstum ist im Einzelfall nicht immer eindeutig, sondern es geht darum, das volumenmässige Verhältnis zwischen ihnen zu erkennen.

          • @Linus Huber

            Der Begriff “Qualitatives Wachstum” ist der ultimative Beweis für meine These des hirngewaschenen indoktrinierten Wachstums-Sektierertums. Der Begriff hat den Zweck, selbst um den Preis jeglichen Realitätsverlusts, das Wort “Wachstum” zu behalten. Für das, was der Begriff angeblich bezeichnet, etwa die Verbesserung von Produkten und Produktionsprozessen, braucht es kein Wort, denn dessen Bedeutung wird im Begriff “normale Geschäftstätigkeit” vollkommen subsummiert. Das Wort “Wachstum” transportiert nunmal nur eine Idee: mehr!

            Selbst in ihren Fehlern und Macken imitiert die Ökonomie eine Psychosekte: Wenn man auf einen Denkfehler im Weltbild aufmerksam gemacht worden ist, ändert man einen Begriff, um danach weitermachen zu können wie bisher. Wachstum, d.h. mehr, meeehr, MEEEEEEEEHR ist auf einem begrenzten Planeten mathematisch unmöglich. Also sagt man “qualitatives Wachstum”, denn da kann niemand dagegen sein, und dann macht man wie bisher mehr, meeehr, MEEEEEEEEHR.

            Das Wachstum ist offenbar ein unantastbares Kern-Dogma des religiösen Mark-Lliberalismus.

            PS: Auf Arte lief eine Serie über den Kapitalismus. Darin hat sich gezeigt, dass — wie in jeder anderen Religion — auch im Markt-Liberalismus der Gründungsmythos eine empirisch beweisbare Lüge ist. Wie gesagt, selbst in ihren Macken imitiert der Liberalismus eine Religion.

          • Walter Bernstein sagt:

            Ralph Sommer, 7:11
            Ich bin nicht Ihr Nachhilfe-Lehrer.
            Fragen Sie am besten im Elysee-Palast nach. Dort kann man Ihnen das sicher erklären. Präsident Hollande wünscht sich ja bekanntlich nichts anderes als Wachstum.

            Vereinfacht gesagt: Gäbe es kein Wachstum und keinen Fortschritt, würden wir noch in der Steinzeit leben.
            Das hat zwar auch seinen Reiz, ist für mich persönlich aber keine Wunschvorstellung.

            Nur mit Wachstum können die Ansprüche aller gesellschaftlicher Gruppen ohne Verteilungskämpfe erfüllt werden.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ralph

            Ich denke zu verstehen, dass das Wort “Liberalismus” in Ihnen negative Assoziationen erweckt, und obwohl ich diesen Begriff in meiner Erklärung nicht anwendete, Sie dieses Schlagwort in die Diskussion einführen. Ich werde weder diesen Begriff noch die damit verbundenen Implikationen verteidigen, denn ich habe einzig versucht, den Mechanismus zu erklären.

            In Bezug auf Ihrer Analyse des Wortes “Wachstum” habe ich keineswegs ein Problem. Die Verwendung eines anderen Begriffs für “qualitatives Wachstum” wäre sicherlich von Vorteil, wobei die klare Unterscheidung im Einzelfall wohl nicht einfach sein dürfte.

            Wachstum in sich ist nicht Kern einer liberalen Gesinnung, sondern das Streben seine persönliche Situation nach seinen eigenen Vorstellungen zu verbessern ist ein menschliches Attribute, welches allerdings sehr oft darin besteht, ein Mehr an Komfort etc. zu erreichen. Dass die ökonomische Doktrin zu einer Religion verkommen ist, will ich keineswegs bestreiten, wobei Sie dies wohl darin sehen, dass der Staat zu wenig Kontrolle und Einfluss ausübt, während ich eher der Ansicht bin, dass der Einfluss der Grossunternehmen auf die Legislative eher eine Umgebung schuf, in welchem sich Oligarchien bilden und wirklicher Wettbewerb wohl eher immer stärker eine Illusion ist. “Size matters” und die aus der Grösse generierten Vorteile werden auf gesellschaftlicher Ebene zunehmend von durch die Machtkonzentration generierten Nachteile überschattet.

          • @Walter Bernstein

            Ich möchte das Thema nicht zu Tode reiten, aber beginnen wir mit Ihrer Behauptung (weiter oben):

            Höhere Produktivität wird aber nur durch Wachstum und Investitionen möglich.

            Damit diese Aussage mehr als eine Platitüde ist, muss man zeigen, dass Wachstum a) hinreichend und v.a. b) notwendig sind für höhere Produktivität.

            Ich verneine das “notwendig”, indem ich sage, dass Investitionen=Kosten sind und höhere Produktivität sich aus den Investitionen und aus wachstums-unabhängigen und nicht-vorhersagbaren Dingen wie Erfindungen und Entdeckungen ergeben. Andererseits sehe ich, dass die Notwendigkeit für Wachstum von Wirtschaftsführern wie ein Mantra geradezu zwanghaft heruntergebetet wird. Ich weiss, dass Dogmen keiner weiteren Begründung bedürfen, sondern einfach geglaubt und bei Widerspruch umso lauter behauptet werden.

            Mir liegt eigentlich nichts daran, denn ich verwende in meinem Denken den Grundsatz, dass ausserordentliche Behauptungen ausserordentliche Evidenz erfordert, bzw das Korrolar, dass, was ohne Evidenz behauptet wird, auch ohne Evidenz verworfen werden kann. Ich schenke Ihnen das “hinreichend”, obwohl ich auch da nicht sicher bin, ob es stimmt, aber wenn Ihnen etwas daran liegt (Sie haben aber sicher besseres zu tun), dann erklären Sie doch, worauf genau Ihre Behauptung gründet, dass Wachstum zwingend notwendig ist für Produktivitätsforschritte.

          • seebueb sagt:

            Innovation IST Wachstum.

            Vergleichen wir mal mit dem Stand vor 30’000 Jahren (einfach damit das Ganze offensichtlich wird, ich gehe davon aus dass auch Sie nicht auf einen derartigen Stand zurückwollen):

            Situation vor 30k Jahren:
            Eine Gruppe wandernder Jäger, die je nach Gegebenheiten in einer Höhle lebt oder in Zelten (falls es letztere damals tatsächlich schon gab). Besitz: Da nomadisch umherziehend höchstens soviel, wie im getragen werden konnte, im Schnitt pro Kopf meinetwegen 10kg, mit Schlitten oder ähnlichem bestenfalls 30kg – die Männer waren auf der Jagd, die Kinder (mehr als 50% der Population) können kaum Lasten tragen.

            Setzen Sie dem den heutigen Stand gegenüber. Jede weiter Argumentation erübrigt sich. Es sei denn, Sie wollten auf den Stand von damals zurück.

          • @seebueb

            Wenn ein CEO einer Schweizer Firma sagt, dass Wachstums-Chancen nur noch im Ausland möglich seien, dann meint er doch wohl nicht “Innovation”, denn es gibt doch offensichtlich keinen Grund, weshalb diese nicht in der Schweiz möglich ist. Er meint Wachstum, d.h. mehr, mehr, MEHR!

            Ich gebe auf und sehe ein, dass Wachstum ein religiöses Dogma ist und deshalb nicht rational debattiert werden kann.

          • seebueb sagt:

            Die postulierte Aussage des CEO basiert auf einer Vielzahl von Faktoren, wie auch eine Aussage in der Art von “Ohne PFZ haben wir zuwenig Fachkräfte” einschliesst “zu den Personalkosten, die wir zu zahlen bereit sind”.

            Ein Unternehen kann aufgrund von zwei Mechanismen wachsen:
            a) Verdrängung. Das kann über den Preis geschehen, Produktefunktionalität, Service, und/oder viele andere Kategorien. Ob dies in einem angestammten Markt geschieht oder in einem neuen hat diesbezüglich keinen Einfluss.
            b) durch vollständig neue Produkte oder gar Produktketegorien (nehmen Sie meintewegen Apple als Beispiel)

            Beides kann nach üblichem Sprachgebrauch als “Innovation” bezeichnet werden, wenn auch die Optik unterschiedlich ist (der erste Fall ist innovativ aus Sicht des Unternehmens und auch aus Sicht der relevanten Märkte. Auch iPad und iPhone sind letzen Endes Computer, und die gibts bekanntlich seit etwa 70 Jahren, aus dieser Perspektive sind auch diese beiden Produktkategorien nichts fundamental Neues).

            Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, im Ausland zu expandieren statt im Inland, erfolgt dieser Entscheid aufgrund vieler Kriterien – letztendlich läuft es auf Fähigkeit hinaus, Ideen gewinnträchtig (d.h. relativ zur Konkurrenz) in ein (bezogen auf den Zielmarkt) besseres und/oder günstigeres Produkt umzusetzen und zu verkaufen. Relevante Faktoren sind insbesondere Profitabilität, Kosten/Nutzenschätzung, Chancen/Risiko-Abwägung und Risikobereitschaft des Unternehmens.

            Der CEO sagt “unmöglich”, in Tat und Wahrheit meint er jedoch “die erwartete Profitabilität einer Investition ist im Ausland grösser als im Inland”. Nur ist letzteres leider zu lang für eine Schlagzeile und zu wenig plakativ.

      • Certes sagt:

        Herr Sommerer, Ihre Theorie in Ehren, sie könnte von einem amerikanischen Ökonom ohne Aussicht auf den Nobelpreis stammen. Das Schulbuch sagt doch auch, dass Fortschritt nur mit genügend Ressourcen möglich ist. Um beim Ökonomievocabular zu bleiben: Ressourcen sind auch gut ausgebildete, innovative, junge oder jüngere Leute, die dem Land einen gewissen Fortschritt ermöglichen und garantieren. Wer aber soll diese Leute bezahlen, wenn wir nur “eine schwarze Nul”l generieren? Wenn Ihre Theorie Praxis wäre, wären wir dann immer noch beim stinkenden Zweitakter-Motor, weil das Geld und die Leute für die Entwicklung des Ottomotors, des Dieselmotors, des Elektroantriebs etc gefehlt hätte? Und woher nehmen wir diese gut ausgebildeten Leute ohne Zuwanderung? Bei ca 1,3 Kindern pro Familie in der Schweiz?

        • Investitionen und Löhne für ausgebildete, innovative, junge oder jüngere Leute sind Kosten. Wenn Einnahmen und Kosten — einschliesslich aller Investitionen und Löhne für ausgebildete, innovative, junge oder jüngere Leute — gleich sind, dann schreibt die Firma eine schwarze Null. Wo liegt also das Problem, bzw wo fehlt Geld für Investitionen und ausgebildete, innovative, junge oder jüngere Leute?

          • Certes sagt:

            @Sommerer: Das Problem liegt auch in der Radikalität der Theorie. Diese Theorie ignoriert die Wirklichkeit, die nie so absolut zu finden ist. Der Kapitalismus, wie wir ihn leben, ist vielleicht nicht die beste aller möglichen Lösungen. Aber er hat uns, verglichen mit unseren Vorahnen, ökonomisch sicherer gemacht. Es ist noch niemand gekommen und hat ein besseres Modell entwickelt und im markanten Umfang umgesetzt und vorgelebt. Auf der gausschen Kurve gibt es immer Extremwerte, die dürfen in dieser Diskussion nicht als Muster herangezogen werden. Ihre Theorie gehört aus meiner Sicht zu so einem Extremwert, sie ist im grösseren Stil nicht umsetzbar.

          • Es ist keine Theorie, sondern eine Frage: Wieso Wachstum? Dass Wachstum nicht nötig, und in der Tat sogar mathematisch unverträglich mit den begrenzten Resourcen eines kleinen Planeten der M-Klasse (im Star-Trek-Lingo), habe ich mit meinem Beispiel einer Schwarz-Null-Firma illustriert, die theoretisch ewig wirtschaften könnte.

            Also: Wieso Wachstum?

        • Josef Marti sagt:

          So ganz einfach ist es nicht. In der Nettozuwanderung ist ein grosser Teil Familiennachzug und nicht die sog. Fachkräfte enthalten. Genau für die ersteren wäre zu sorgen, dass sie hier eine vernünftige Ausbildung bekommen. Ihr Rezept hingegen basiert auf Import von im Ausland generiertem Humankapital, genau mit diesem Rezept ruiniert man die Volkswirtschaft indem man die einheimische Bevölkerung (also Inländer = inkl. schon vorhandene Aulsänder) laufend schleichend entsorgt, denn die Zugewanderten erleiden später mit dem Migrationsschneeballsystem genau das gleiche Schicksal.
          Die CH Politik verfolgt genau dieses Rezept, nämlich Steuerdumpingpolitik mit Sparmassnahmen in Bildung und Gesundheit und Massenimport von im Ausland generiertem Humankapital mit einer schleichenden Entsorgung der gesamten Bevölkerung zugunsten einer Monacoisierung der Gesellschaft. Zurück bleiben später die sozialisierten Kosten der Arbeitslosigkeit und Kriminalität, was die Bevölkerung auszubaden hat während die Heuschreckenkarawane sobald das Land ruiniert ist wieder weitergezogen ist.

          • Wow, eine solch präzise Definition des kontemporären Liberalismus habe ich noch kaum je gelesen.

            Steuerdumpingpolitik mit Sparmassnahmen in Bildung und Gesundheit und Massenimport von im Ausland generiertem Humankapital mit einer schleichenden Entsorgung der gesamten Bevölkerung zugunsten einer Monacoisierung der Gesellschaft.

            Ich sage immer: Im feuchten Traum eines Liberalen kommt ein Reicher vor, der einem Verhungernden ein schimmliges Stück Brot aus den Fingern reisst. Nicht, um es selber zu essen, sondern damit er *alles* besitzt.

          • J. Kuehni sagt:

            Der Reiche nimmt dem Armen das Brot nicht deswegen weg, weil er alles besitzen will, sondern weil er krampfhaft seinen Reichtum legitimieren muss:

            Arme Leute sind demnach an ihrer Situation IMMER selber Schuld und dürfen vielleicht kostenloses Mitleid, aber sicher kein *unverdientes* Stück Brot bekommen. Umgekehrt bedeutet dies folgerichtig, dass Reiche ihren Besitz immer vollständig selber verdient haben. Nur so kann eine skandalös ungleiche Verteilung der Ressourcen *moralisch* gerechtfertigt werden.

            Beim Übergang von einer Meritokratie zu einer Neo-Aristokratie (in der die Elite Ihrem Reichtum bloss geerbt, und nicht mehr verdient hat), funktioniert obiges Erklärungsmuster nicht mehr so gut. Wir dürfen uns deshalb schon bald auf irgendwelches Geschwafel von “göttlicher Fügung” gefasst machen, mit dem das real existierende Kastensystem legitimiert wird. (Und ja: Der Gott kann auch Markt heissen).

      • seebueb sagt:

        Weil es entspricht der menschlichen Natur entspricht – HABEN WILL

        • Anh Toan sagt:

          Ich sag’ doch, Marijuana und Heroin: Nur noch sein, nicht wollen – Antriebslos.

          • Hansli sagt:

            Wachstum einfach erklärt. Werde ich jedes Jahr um 5% besser brauche ich 5 % weniger Mitarbeiter für den gleichen Output. Der Mitarbeiterbestandstand ohne Wachstum sonst dann jedes Jahr um den Effizienzgewinn. Und das nur in einem statischen Umfeld. In einer Wettbewerbssituation, geht in vielen Bereichen derjenige ohne Wachstum Pleite. Weil die Konkurrenz den Markt erobert und mit Skalenvorteile billiger anbieten kann.

          • @Hansli

            Wer vor der Tagesschau die unsägliche SRF-Börse anschaut, hört öfter mal einen CEO sagen, dass ihr Potential in der Schweiz ausgeschöpft sei, und dass Wachstum nur noch im Ausland zu generieren sei (oder durch Zukauf eines Konkurrenten). Hier scheint Wachstum geradezu zwanghaft gesucht zu werden, und immer ohne Grund, ohne zu hinterfragen, ob es Sinn macht nun auch ins Ausland zu expandieren oder eine andere Firma zu übernehmen. Solch stures irrationales Handeln beobachtet man sonst nur bei hirngewaschten Anhängern von Psychosekten oder paranoiden Geistesgestörten.

            Und zu den Skaleneffekten: SIe wissen schon, dass die Ökonomie behauptet, solche Skaleneffekte existieren gar nicht. Die “typische Kostenkurve” ist U-förmig. Die Kosten steigen also wieder an, je mehr produziert oder je stärker gewachsen wird. Diese Kostenfunktion ist notwendig, damit die angeblichen Vorteile des Freien Wettbewerbs behauptet werden können (bei jeder andern Kostenkurve fällt die Theorie auseinander). Andererseits heisst es nun, Wachstum sei notwendig, um solche (nichtexistenten) Skaleneffekte nutzen zu können.

            Zum Glück ist die Ökonomie keine Wissenschaft, sonst müsste sie sich entscheiden, welchen Unsinn sie nun zu behaupten wünscht.

          • Anh Toan sagt:

            Wie könnte die Oekonomie die – eigentlich eine, aber lassen wir das mal – real existierende Volkswirtschaft exakt beschreiben? Bis sie beschrieben wäre, wäre sie schon wieder anders.

          • Hansli sagt:

            @Sommerer Von den Skaleneffekten profitieren wir alle. Der Computer ist nun Alltagsprodukt. Auch Autos sind massiv billiger als Früher und erst noch besser. Der Grund für die Tiefstpreise von Aldi sind Skaleneffekte.

            Oder ein anders ist die Pharmazie: Die Erforschung eines Medikamentes braucht mehrer hundert Millionen oder gar Milliarden, dass Sie niemals in der CH wieder einspielen können. Man ist da zur Grösse gezwungen. Und das gilt für viele andere Bereiche ebenfalls.
            Wenn man das nicht will, muss man die Neugründung von Unternehmen verbieten. Denn für an die 100% der Technologie-Unternehmen Ist die CH zu klein. Heisst nichts anders als die Forschung in der einstampfen, den Neugrünungen wären des Teufels.

          • seebueb sagt:

            @Sommerer, Kostenkurve
            Die Form der Kostenkurve ist eine Folge der aktuellen Gegebenheiten. Angenommen, Sie haben Produktionskapazität 100 so wird natürlich bei einem gewissen Wert über 100 die Produktion unrentabel. Läuft jedoch ein Unternehmen über längere Zeit am Limit, so werden früher oder später entweder weniger Aufträge angenommen, oder aber (dies dürfte einiges häufiger sein) die Produktionskapazität erweitert und damit sowohl die Kosten- als auch die Rentabilitätskurve verändert.

      • Hagnauer H.P. sagt:

        @Sommer: Unser ganzes System funktioniert nur annähernd mit immer mehr Wachstum, resp. wenn alle Marktteilnehmer vom Säugling bis zur Seniorin jedes Jahr immer mehr Geld ausgeben können. Nur so kann dann auch immer mehr produziert werden. Hat aber z.B. eine ganze Region usw. keine Arbeit mehr steigt die Verschuldung immer mehr. Das Geldsystem ist so ausgelegt, dass man fast nicht aus den Schulden raus kommt. Bei nur 13000 offenen Stellen und über 400000 Personen die nicht in Arbeit sind kann es gar nicht mehr laufen. Wird die geparkte Geldmenge in den Banken immer höher und das Kapital nicht mehr im Wirtschafts-Kreislauf, desto grösser die Probleme weltweit. Die zirkulierende Geldmenge ist schon seit Jahren viel niedriger, als das Waren Angebot. MfG

        • Krausche Conrad sagt:

          Ist schon interessant zu sehen, wie viele Leute zu vergessen scheinen (oder haben sie es nie gewusst?). Viele bedeutende Ökonomen haben “prophezeit”, dass irgendwann die Kapitalakkumulation so gross sein wird, dass das “ökonomische Problem” gelöst sein wird. Zu nennen wären hier unter anderem Mill, Marx und Keynes. Auf was läuft es hinaus? Wir werden so viel Kapital besitzen, dass “the rate of return” auf dieses Kapital so viel Einkommen erzeugen wird, dass es schlichtweg für alle Grundbedürfnisse reicht und zwar für alle Menschen. Da der Wunsch nach Luxusgütern im Schnitt zunehmend abnimmt, je mehr man davon hat, bleibt nur noch ein Wunsch, der unerfüllt bleibt: Der Wunsch nach mehr Freizeit. Deshalb, so die These, wird die Arbeitszeit langfristig sinken (und gegen null tendieren, je mehr wir Vollautomatismus in der Produktion erreichen). Um dieses “goldene Zeitalter” (so drückt sich Keynes aus) herbeizführen, bräuchte es bloss eine adäquate Verteilung dieser Einkommen durch die zur genüge vorhandenen Kapitalien. Dann könnten wir uns alle mit stets weniger anfallenden Arbeitszeiten glücklich unseren Freizeitbeschäftigungen widmen.

          Die Frage ist in dem Fall: Warum sind wir noch nicht dort? Warum sinken Arbeitszeiten nicht in dem Mass, wie es z. Bsp. Keynes vorausgesagt hat? Würde alles nach Plan laufen, hätten wir sinkende Arbeitszeiten verbunden mit erhöhten Löhnen. Trotzdem bleibt dies für einen grossen Teil der Leute (relativ betrachtet) eine Illusion. Warum also z. Bsp. nicht weniger Arbeitszeit pro Person, dafür weniger Arbeitslose plus erhöhte Löhne? Schon hätten wir das Hauptproblem vieler Leute in der Eurokrisenzone gelöst (nämlich die Langzeitarbeitslosigkeit). Profitieren würden dabei, bei moderatem Produktivitätsanstieg des Kapitals, nämlich alle. Ich glaube, hier müssten wir mit unserer Kritik ansetzen. Was bringt uns das Kapitalwachstum, wenn wir nicht konkret in höheren Einkommen und niedrigeren Arbeitszeiten davon profitieren? Oder sind wir nun endlich so weit, dass die Maske des Kapitals enthüllt und sein ewiger Selbstzweck, nämlich die endlose Selbstverwertung, nun klar und ersichtlich sind für alle (wie Marx sich wohl ausgedrückt hätte)? Kapital muss wachsen (das ist sein Daseinszweck) und dass insbesondere das spekulative Finanzkapital im Vergleich zum Realkapital wächst, sollte für alle, die Augen haben zu sehen und Ohren zu hören, Bände sprechen.

          • Ueli sagt:

            @Krausche Conrad
            Sie begehen im Endeffekt den gleichen Denkfehler wie der Arbeiterbewegungsmarxismus des letzten Jahrhunderts. Die Kapitalakkumulation mittels abstrakter Arbeit ist ein blinder Vergesellschaftungsprozess, welcher durch die allgemeine Konkurrenz überhaupt erst sich entfalten kann. Jedes Kind kann sich ausmalen, zu welchen Folgen in einer solchen Gesellschaft die Aushebelung der Konkurrenz und deren Substitution durch etatistische Kommandos führen wird. Denn dem Drang der Produzenten zur destruktiven Abstraktion vom Gebrauchswert der Dinge sind nun keine objektiven Grenzen mehr gesetzt. Die Redeweise vom Sozialismus als einer auf Bedarfsdeckung (statt auf “ausbeuterischen Profit” u.s.w.) ausgerichteten angeblichen Gebrauchswertproduktion wird so auf peinlichste und katastrophale Weise Lügen gestraft.

          • Linus Huber sagt:

            “blinder Vergesellschaftungsprozess, welcher durch die allgemeine Konkurrenz überhaupt erst sich entfalten kann.”

            Besteht die Möglichkeit, dass konkurrenzartiges Verhalten ein normales menschliches Attribut darstellt und somit ein stärkerer Fokus auf das über Zeit mögliche Verfilzen und Verfestigen des Vergesellschaftungsprozesses eine höhere Bedeutung einnimmt?

          • Krausche Conrad sagt:

            @Ueli: “Jedes Kind kann sich ausmalen, zu welchen Folgen in einer solchen Gesellschaft die Aushebelung der Konkurrenz und deren Substitution durch etatistische Kommandos führen wird.” Und wo erwähne ich eine Kommando-Wirtschaft? Wieso denken eigentlich immer nur alle, dass es nur diese beiden Alternativen gibt? Ich erwähne hier nur Mal die so genannte “commons-based peer production” von Yochai Benkler als weitere zu erwägende Möglichkeit (wird ja schon heute so in den open-source communities angewandt). Nein, meine Kritik wandte sich gegen die Kapitalakkumulation OHNE dass die Mehrheit davon profitieren würde. Die Akkumulation von Kapital ist inzwischen schon sehr gross, doch schlägt sich diese weder in 1) verkürzten Arbeitszeiten noch 2) erhöhten Einkommen für die Mehrheit aus. In diesem Fall müssen wir uns tatsächlich fragen: Was nützt Wachstum des Kapitals, wenn es, ausser ein paar wenigen, niemandem viel nützt? Es ist und bleibt also eine Frage der KONTROLLE über diesen Kapitalstock (siehe dazu auch Thomas Piketty, der auf diesem Blog ja auch schon besprochen worden ist). Und da fände ich eine Auseinandersetzung mit dezentralisierter, commons-based Kontrolle über Kapital, wie dies im Konzept der “peer production” vorgeschlagen wird, durchaus interessant.

          • Krausche Conrad sagt:

            @Linus Huber: “Besteht die Möglichkeit, dass konkurrenzartiges Verhalten ein normales menschliches Attribut darstellt”

            Es ist eines von vielen menschlichen Attritbuten, das jedoch durch die Art und Weise, wie wir unsere Produktionsweise gestaltet haben, gefördert wird. Anbei müssen wir bemerken, dass im Menschen auch ganz andere Veranlagungen liegen, wie jedes Kind weiss – man muss nur z. Bsp. Verhalten in einer Familie beobachten, um eine Vielzahl diversers Umgangsformen zu beobachten. Die Frage ist, wie nutzen wir diese diverse Potentiale und setzen sie produktiv um? Und dies ist dann wieder eine Frage der Ausgestaltung unserer Institutionen. Es wohl wahrscheinlich, dass anders geartete Institutionen auch anderes Verhalten erzeugen würden. Wir haben gelernt, Konkurrenzdenken, Gier und Angst in (mehr oder weniger) produktive Bahnen zu lenken. Können wir das auch mit anderen, weniger destruktiv angelegten Veranlagungen? Nebstdem ich denke, dass deren negative Tendenzen trotz ihrer “Zähmung” sich immer wieder zeigen werden, weil wir sie eben zusätzlich befördern. Es bräuchte aber institutionelle “Plattformen”, um diese anderen Veranlagungen einzuüben und zu fördern. In dieser Hinsicht finde ich die Worte der antiken Philosophen (besonders zu erwähnen Aristoteles) immer noch topaktuell: Tugenden werden befördert, indem man sie praktiziert. Wir müssen uns nicht wundern, wenn Leute nicht länger diese Tugenden an den Tag legen, wenn wie nicht entsprechend gesellschaftlich belohnt und gefördert werden.

  21. Leimgruber sagt:

    Das Wort PFZ kann ich schon nicht mehr hören. Fakt ist , das für den Normalbürger hat die Massen -Einwanderung nur Nachteile gebracht hat. Ich könnte ohne Probleme ein paar Beispiele aufzählen.

  22. Christian Sterchi sagt:

    Man muss auch beachten, dass die Statistiken über die Ausländeranteile verzerrt sind. In Grossbritannien leben vermutlich mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln, als in der Schweiz. Zweit-, Dritt-generationsmigranten sind britische Staatsbürger, auch Ersgenerations -Einwanderer können viel leichter Staatsbürger werden als Migranten in drr Schweiz. Wenn man diese (in Britannien vorwiegen auch die südasiatischen Einwanderer) mitzählen würde, sähen die Anteile von “Migranten” nochmals ganz anders aus.

  23. Jürg Stöckli sagt:

    Es ist eines der Grundfehler der Anti-Ecopop Propaganda, zu der sich offenbar auch Herr Straumann jetzt bemüssigt fühlte,ist mit allerlei ökonomischen Zusammenhängen, von “Experten” untermauert,herumzuwerfen.
    Dabei wird komplett vergessen, dass wir über Länder reden und nicht Firmen.
    Weder die Schweiz noch GB sind Aktiengesellschaften sondern Nationen, in denn die Menschen in Ruhe ihr Glück suchen wollen.
    Die Immigration, so wie gegenwärtig vollzogen, schafft hier Probleme die auch dann existieren, wenn ihnen kein “Preis” zugeordnet werden kann. Man kann mit Ökonomie nicht die Welt erklären.

    • Karl Knapp sagt:

      Ihr letzter Satz müsste mindestens FETT gedruckt werden. Mehr gibt es zu den unzähligen Grafiken und Statistiken gar nicht zu sagen. Danke, Herr Stöckli, das war der bisher überhaupt hilfreichste Beitrag in diesem Blog.

    • Massimo Lombardi sagt:

      Die zentrale Frage ist hier, ob wir uns die Beschränkung der Zuwanderung auf unter 1/4 der aktuellen Situation leisten können oder nicht. Ist ja schön, wenn wir einem theoretischen Ideal hinterherträumen, aber am Ende des Tages geht es um die harten Fakten und den Alltag, also:
      1) Können wir uns bei der massiven Beschränkung der Zuwanderung unsere Sozialversicherungen in x Jahren leisten oder nicht.
      2) Welchen Wegzug in den Nettozahler-Schichten (Unternehmen & Einwohner) löst die Initiative aus, um wie viel sind die Steuereinnahmen geringer als bis anhin. Auch unter Berücksichtigung einer ganz klaren Abkühlung der Beziehungen zur EU, allenfalls mit zusätzlichen Handelsbeschränkungen.
      3) Wie stark steigt die Arbeitslosigkeit.
      4) Um wie viel müssen die Steuern steigen um die Effekte 1-3 zu kompensieren.
      5) Können wir unsere Arbeitsplätze, die kein Schweizer will (Gastgewerbe, Bau, Krankenhaus) noch besetzen.

      Die Frage ist nicht, ob eine Schweiz mit praktisch keiner Zuwanderung theoretisch angenehmer zum Leben wäre, sondern es geht bei der ganzen Geschichte ans Eingemachte. Die Risiken sind enorm und am Ende des Tages geht es bei Ecopop darum, ob die Schweiz ein wohlhabendes Land bleiben soll oder ob wir zurückfallen wollen auf das Niveau der Vorindustriellen Schweiz. Im Prinzip könnte die Initiative die Zuwanderung auch auf 0 Beschränken, da sich damit die Zuwanderung sowieso erledigen dürfte, d.h. in 10 Jahren haben wir bei Annahme von Ecopop keine Nettozuwanderung mehr sondern eine Nettoabwanderung.

      Vergessen Sie nicht, dass es Ihnen allen im internationalen Vergleich nach wie vor blendet geht!

    • Sacha Meier sagt:

      Einspruch, Herr Stöckli. Seit den WTO-Globalismusbeschlüssen 1995 können Sie die modernen westlichen Konsumstaaten durchaus als Kapitalgesellschaften betrachten. Somit haben wir Wirtschafts- statt Geschäftsmodelle bekommen. (Vgl. die Schweiz mit dem Landesgeschäftsmodell des zuwandernden Konsums in unsere Hochpreisinsel). Selbst eine Art Kündigung nicht mehr benötigter Bürger gibt es: Überflüssige Arbeitnehmer werden zu stetig sinkenden Kosten in die Sozialhilfe geschickt. Selbst daran verdient die Schweiz AG in Form der Zwangsbedienstleistung durch den sozial-industriellen Komplex. Wenn dann nichts mehr zu holen ist, ergreifen viele die Flucht ins Ausland. Auch die stetige Herabsetzung der Sozialhilfeleistungen ermuntern viele zur Ausreise. Freiwerdende Stellen werden durch billige und willige Zuzüger besetzt. So haben wir einen schlüssigen Wirtschaftskreislauf, der zwar zugegebenermassen nicht nachhaltig ist – aber die nächsten hundert Jahre (oder so) durchaus funktionieren kann.

  24. Anton Keller sagt:

    Die Halbierung der Einwanderung würde klareerweise die Alterszusammensetzung der Bevölkerung verschlechtern, nicht aber unbedingt den Deckungsgrad der Altersvorsorge. Dies ist wegen dem Crowding-Out Effekts: ältere Arbeitsnehmer werden durch junge Zuzüger ersetzt. So sinkt immer mehr die Quote der Beitragszahler.

  25. Roland Steiner sagt:

    Es wird immer nur von den negativen Aspekten der Beschränkung der Einwanderung gesprochen. Klar gibt es negative Aspekte und somit auch Verlierer. Gleichzeitig aber auch positive. Und zwar positive die der Allgemeinheit Milliarden von Franken sparen. Wenn wir nur mal die Verkehrsinfrastruktur anschauen. Da sind wir seit Jahrzehnten dabei, diese immer weiter auszubauen. Trotzdem werden die Staus immer grösser usw. Nur schon diese Staus kosten unsere Wirtschaft jährlich Milliarden. Ideal wäre doch eine konstante Bevölkerung für welche unsere Infrastrukturen gezielt gebaut werden. In ein paar Jahren braucht es dann nur noch Unterhalt und das System kann qualitativ aufgewertet werden. Somit würde endlich die Qualität zunehmen und das Geld würde nicht immer weiter vom quantitativen Ausbau aufgefressen. Dies ist nur ein Beispiel, zeigt aber, dass über die Jahre hunderte von Milliarden eingespart werden könnten.

    • Schneebutzli sagt:

      @Roland: Ist leider alles Theorie: der Durchgangsverkehr Nord-Süd (Ferien, Transporte) nimmt exponentiell zu. Pro Schweizer gibt es immer mehr Autos (vor 25 Jahren 1 Fz pro vier Einwohner, heute mehr als 2), ergo wächst die Zahl der Verkehrsteilnehmer auch in Zukunft. Dazu werden die Autos grösser (und schwerer), die Fahrweise unsicherer. Wenn pro Jahr über 400’000 Autos neu gelöst werden (2013), ist der Anteil der Zuwanderer an diesem Zuwachs gering!

    • Certes sagt:

      Diese Aussage ist ein Trugschluss! Die Verkehrsdichte hat nur sehr wenig mit Einwanderung zu tun. Erwiesenermassen wird mit einem zusätzlichen Angebot an neuen, breiteren Strassen mehr Verkehr angelockt. Zusätzlich kommt die Ausgliederung von Arbeitsplätzen, die immer weiter vom Wohnort entfernt sind. Eine Stunde Arbeitsweg ist doch keine Ausnahme mehr! Und zuguter Letzt mischt hier noch die Autolobby mit, sehr gutes Marketing, seit Jahrzehnten fest in unser Hirn eingebrannt ist das Auto immer noch Statussymbol. Statt in diesem Zusammenhang immer die Ausländer zu verunglimpfen, solljte mal das Privatleasing von Autos auf Sinn und Unsinn untersucht werden. Aber diese heilige Kuh wagt kein Politiker zu schlachten, da ist zuviel Geld drin. Wie heisst es doch so schön: der CH-Haushalt hält sich 3,5 Autos und 1,2 Kinder….

      • Johnny Smith sagt:

        “Die Verkehrsdichte hat nur sehr wenig mit Einwanderung zu tun. Erwiesenermassen wird mit einem zusätzlichen Angebot an neuen, breiteren Strassen mehr Verkehr angelockt.”

        Wenn Sie auf die Korrelation von neuen, breiteren Strassen und mehr Verkehr ansprechen, ist das mitnichten ein Argument gegen den Zusammenhang von Einwanderung und Verkehrsdichte. Vermutlich ist es so, dass man mehr und/oder breitere Strassen baut, wenn mehr Verkehrsteilnehmern vorhanden sind. Dies wiederum dürfte wohl wegen allgemeiner Mobilitätszunahme und auch Einwanderung entstehen.

  26. Die Studien sind interessant, aber mit Vorsicht zu geniessen. Effekte im Sozialsystem und Bodenmarkt- wie Verteilungseffekte werden explizit nicht beachtet.

  27. Max Meister sagt:

    Es gibt nun einmal nichts zum Nulltarif. Alles hat seinen Preis, auch eine Beschränkung der Zuwanderung. Die Frage ist nur welcher Preis höher ist. Eine ungebremste Zuwanderung mit allen Konsequenzen oder eine Einschränkung. Wie nachhaltig ist eine unbeschränkte Zuwanderung? Wer profitiert am meisten davon und wer leidet darunter? Das sind alles Fragen die man sich stellen muss und der Stimmbürger hat ja bald die Gelegenheit sein Votum dazu abzugeben.

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Abo

Weekend-Abo für 1.- testen

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Anzeigen

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Werbung

Silas Ecksofa

Maximaler Wohlfühl-Komfort inklusive Kissen, Bettfunktion und Regalböden. Im OTTO’S Webshop!