Logo

Was eine Deflation gefährlich macht

Markus Diem Meier am Mittwoch den 10. September 2014
Schwer nachzuvollziehen: Nichts bereitet Geldpolitikern mehr Angst als sinkende Preise. (Flickr/Martin Abegglen)

Für den Einzelnen schwer nachzuvollziehen: Die Furcht vor sinkenden Preisen. (Flickr/Martin Abegglen)

Nichts bereitet Geldpolitikern mehr Angst als sinkende Preise. Für alle anderen ist das schwer nachzuvollziehen. Höchste Zeit also, dem Begriff einmal auf den Grund zu gehen.

Die Inflation war hier schon ein paar Mal Thema, zum Beispiel hier oder hier. In diesem Zusammenhang war auch schon von der Deflation die Rede. Weil die Angst vor ihr aber augenblicklich die makroökonomischen Debatten dominiert, soll dieser Beitrag die Deflation und die damit verbundenen Probleme so simpel wie möglich erklären.

Eine Deflation entspricht einer negativen Inflation: Eine Inflation herrscht vor, wenn das Preisniveau mit einem bestimmten Prozentsatz jedes Jahr (oder jeden Monat oder Quartal) weiter steigt. Eine Deflation bedeutet daher, dass das Preisniveau laufend um einen Prozentsatz weiter sinkt. Mit der Entwicklung des Preisniveaus ist jene aller Preise in einer Volkswirtschaft gemeint. In der Praxis werden verschiedene Methoden verwendet, um über Indizes Annäherungswerte für diese Entwicklung zu errechnen.

Von der Geldseite her bedeutet eine Inflation, dass der Wert des Geldes abnimmt (höhere Preise bedeuten, man kann sich mit dem gleichen Geld weniger leisten). Eine Deflation bedeutet umgekehrt, dass der Wert des Geldes zunimmt (bei laufend sinkenden Preisen kann man sich mit dem gleichen Geld mehr leisten).

Aus Sicht des Einzelnen ist daher sofort einleuchtend, warum eine Inflation verhindert werden sollte, aber überhaupt nicht, weshalb eine Deflation ein Problem sein soll. Die folgende Grafik zeigt den jüngsten Verlauf der Inflationsraten in der Eurozone:

 

 

Warum nur halten Notenbanker eine solche Entwicklung für gefährlich? Gehen wir die wichtigsten 7 Überlegungen durch:

1. Deflation als Folge von Produktivitätszuwächsen

Wenn Preise laufend sinken, kann das tatsächlich problemlos sein und für eine Volkswirtschaft insgesamt eine positive Botschaft, wenn sie das Ergebnis von Innovationen in einer Volkswirtschaft mit Vollbeschäftigung sind, die den technischen Fortschritt und damit die Produktivität befeuern, und dadurch die Preise andauernd über tiefere Kosten zum Sinken gebracht werden. An einzelnen Gütern lässt sich dies leicht verdeutlichen: Für gleiche Computerleistungen zahlen wir immer weniger und niemand würde deshalb behaupten wollen, damit sei ein gesamtwirtschaftliches Problem verbunden. Ökonomisch ausgedrückt wäre die Deflation in diesem Fall sogenannt «angebotsbedingt». Allerdings zeigt sich, dass eine so begründete Deflation über das gesamte Preisniveau selten vorkommt, und schon gar nicht innerhalb einer kurzen Frist.

2. Deflation als Ergebnis einer Rezession oder Depression

Ganz anders liegen die Umstände, wenn eine Deflation sogenannt «nachfragebedingt» ist – das heisst, wenn sie das Ergebnis eines Einbruchs der Gesamtnachfrage ist. Wenn – aus welchen Gründen auch immer – der Konsum und die Investitionen einbrechen, der Staat bei den Ausgaben ebenfalls bremst oder die Steuern erhöht und auch über die Nettoexporte (Exporte abzüglich Importe) den Ausfall nicht wettmachen kann (weil eine Währungsabwertung unmöglich ist oder auch Exportländer leiden), dann führt das zu einer schweren Rezession oder sogar einer Depression. Das Produktionspotenzial unserer Wirtschaft wird nicht ausgenutzt. Unternehmen verlieren in dieser Ausgangslage zunehmend an Preismacht. Die Inflation geht deshalb anfänglich immer stärker zurück und kann am Ende sogar in einer Deflation enden, in der die Unternehmen die Preise sogar senken müssen, um ihre Ware noch abzusetzen. Dieses Szenario beschreibt recht genau die grosse Depression der 1930er-Jahre und die Lage, in der sich viele Euro-Peripherieländer befinden. Die folgende Grafik zeigt den Zerfall der Inflation und die Deflation zur Zeit der grossen Depression:

 

CPI 30er

 

3. Die Bedeutung des Realzinses und das Ende der konventionellen Geldpolitik

Das wichtigste wirtschaftspolitische Instrument ist gewöhnlich der Leitzins in der Hand der Notenbanken. Zeigen sich Anzeichen für einen Konjunktureinbruch in der oben beschriebenen Art, kann eine Notenbank den Leitzins senken und damit das Zinsniveau generell: Das verbilligt die Kosten für Investitionen und Kredite und die Vermögenswerte steigen (weil der tiefere Zinssatz zu einer tieferen Diskontierung aus all ihren künftigen Erträgen führt und daher ihr Barwert grösser wird). Beides befeuert auch den Konsum. Da sich auch die Währung abschwächt, weil Anlagen in anderen Ländern  attraktiver werden, steigen für sich betrachtet die Nettoexporte. Kurz: Die Konjunkturlage würde sich als Folge der Leitzinssenkung verbessern.

Entscheidend sind allerdings nicht die Nominalzinsen, wie sie die Notenbank festlegt und sie sich für andere Laufzeiten in den Marktdaten finden, sondern die Realzinsen. Damit sind die um die Inflation korrigierten Zinsen gemeint (genau genommen um die Inflationserwartungen, dazu gleich unten mehr). Erhält man für sein Geld zum Beispiel nach einem Jahr 1 Prozent Zins, hat dieses aber wegen einer Inflation 2 Prozent weniger Wert, dann habe ich tatsächlich 1 Prozent von meiner Einlage verloren. Der Realzins beträgt dann –1 Prozent. Legt das Geld aber an Wert zu – wie im Fall einer Deflation –, ist es genau umgekehrt: Bei einer Deflation von 2 Prozent ist die Kaufkraft meines Geldes in unserem Beispiel nach einem Jahr um 3 Prozent gestiegen (1 Prozent Nominalzins + 2 Prozent Deflation). Anders gesagt wirkt eine Deflation wie eine restriktivere Geldpolitik. In beiden Fällen steigt der Realzins.

Schauen wir uns jetzt die Möglichkeiten einer Notenbank in einer schweren Krise an: Wie beschrieben senkt sie den Leitzins. Tut sie es zu wenig energisch, bricht die Wirtschaft weiter ein und die Inflation fällt und kann sogar in eine Deflation übergehen. Beachte: Allein mit der fallenden Inflation steigt selbst bei konstantem (nominellen) Zinsniveau das Realzinsniveau. Die Notenbank kann gegensteuern, aber nur so lange sie den Leitzins weiter senken kann. Bei einem Satz von null Prozent sind ihre Möglichkeiten erschöpft – man sagt dann, sie befinde sich in einer Liquiditätsfalle. Was ihr bleibt, sind nur noch unkonventionelle Massnahmen (mit einer weniger klaren Wirkung), um eine weitere Verschärfung der Krise mit einer weiter fallenden Inflation oder sogar einer Deflation zu verhindern. – Willkommen in der Welt des früheren Fed-Chefs Ben Bernanke nach dem Ausbruch der Finanzkrise oder in der aktuellen Welt von Mario Draghi bei der Europäischen Zentralbank.

4. Die entscheidende Rolle der Erwartungen

Wenn Notenbanker von Inflations- oder Deflationsgefahren sprechen, interessiert sie vor allem eins: Welche Preisentwicklung die Wirtschaftssubjekte erwarten. Denn für die künftige Entwicklung des Preisniveaus ist nicht in erster Linie die aktuell gemessene Inflation oder Deflation wichtig, denn diese Messung zeigt ein Bild der Vergangenheit. Wichtig ist die künftige Preisniveau-Entwicklung, und diese hängt davon ab, welche Preise auf den Märkten für Güter und Löhne festgelegt werden. Wenn nun die Wirtschaftssubjekte mit einer Inflation von 2 Prozent rechnen, dann werden sie ihre Preis- und Lohnforderungen entsprechend anpassen und die künftige Inflation wird sich auch so entwickeln, grundsätzlich gilt das Gleiche auch bei einer Deflation, doch da haben wir ein zusätzliches Problem, wie der letzte Punkt zeigen wird. Die Preisentwicklung der Vergangenheit hat natürlich einen wichtigen Einfluss auf diese Erwartungen, ebenso aber auch die Politik und die Kommunikation der Notenbanker.

Einmalige und besonders volatile Einflüsse (wie Schwankungen der Energie- oder Lebensmittelpreise in beide Richtungen) haben daher einen geringen Einfluss auf die Erwartungen für die künftige Preisniveauentwicklung. Wenn die gemessene Preisniveauentwicklung plötzlich deutlich von der bisherigen oder von der durch die Notenbank angestrebten Entwicklung abweicht (etwa, wenn die Inflationsrate – wie aktuell in der Eurozone – plötzlich sehr tief ist und nahe an eine Deflation gerät), dann ist das kein Problem, wenn diese Entwicklung allgemein als temporär wahrgenommen wird und die Erwartung der künftigen Inflation noch immer ausreichend beim von den Notenbankern gewünschten Niveau «verankert» ist. Denn dann wird sich die aktuelle Preisentwicklung als temporär erweisen. Zeigt sich allerdings der Trend zu einer immer geringeren Inflation wie aktuell in Europa (oder zu einer immer grösseren Inflation wie etwa in den 1970er-Jahren), dann kommt es zu sogenannten Zweitrundeneffekten. Anfänglich temporäre Preisentwicklungen führen dazu, dass die Unternehmen die Preise und Beschäftigte ihre Lohnforderungen entsprechend anpassen. Die Folge ist dann, dass die Inflation tatsächlich weiter sinkt und in eine Deflation münden kann (oder, wie in den 1970er-Jahren, in eine sich selbst verstärkende Inflation).

Ein solcher Trend muss daher unbedingt gebrochen werden. Ende der 1970er-Jahre (im Fall der stetig steigenden Inflation) hat das Fed-Chef Paul Volcker mit der hier beschriebenen Schockkur geschafft. Aktuell ist eine umgekehrte Schockkur notwendig, um eine sich selbst verstärkende Reduzierung der Inflation bis hin zu einer Deflation zu verhindern. Daher die steigende Nervosität bei der EZB und ihr Versuch, mit allen Mitteln die Geldmenge aufzublähen und die Erwartung einer höheren Inflation zu schüren. Nach Punkt 3 sollte klar geworden sein, dass eine Schocktherapie zur Verhinderung von Deflationserwartungen schwieriger ist als eine zur Verhinderung von weiter steigenden Inflationserwartungen: Erhöhen kann eine Notenbank den Leitzins beliebig, senken kann sie ihn aber nur auf null Prozent. Dann muss sie sich etwas Unkonventionelles einfallen lassen.

5. Geld horten lohnt sich – der sich selbst verstärkende Nachfrage-Einbruch

Die Eingangsüberlegung war, dass Deflation aus Sicht des Einzelnen eigentlich von Vorteil sein müsste, da sie dessen Realeinkommen erhöht, also das um die (in diesem Fall steigende) Kaufkraft korrigierte Geldeinkommen. Doch die hier interessierende Deflation bedeutet nicht eine einmalige Preisreduktion, sondern eine ständige (und erwartete) Preisreduktion als Ergebnis der wirtschaftlichen Schwäche bzw. zu geringen Gesamtnachfrage. In dieser Situation haben die Individuen einen Anreiz, das stets wertvoller werdende Geld auf die Seite zu legen, und die Unternehmen einen Anreiz, Investitionen aufzuschieben. Doch damit bricht die Gesamtnachfrage noch weiter ein und die Arbeitslosigkeit erhöht sich. Was individuell rational ist, führt gesamtgesellschaftlich zur grösseren Katastrophe. Nur indem es einer Notenbank gelingt, Inflationserwartungen zu schüren, kann sie dann noch etwas bewirken. Genau das versucht die japanische Zentralbank schon länger und jetzt auch die EZB. Als Alternative bleibt sonst nur die Fiskalpolitik oder die Hoffnung auf das Ausland: Der Staat soll über sein Budget die fehlende Nachfrage generieren, oder das Ausland, wenn es gelingt, den Wechselkurs zu senken. Auf diese Karten setzen ebenfalls sowohl Japan wie jetzt auch die Eurozone.

6. Die Schuldenlast steigt

Besonders verheerend ist eine Deflation (bzw. eine sich laufend reduzierende Inflationsrate), wenn eine sehr hohe Verschuldung vorherrscht. Die Wirkung ist gleich, wie wenn die Schuld steigt. Nach Punkt 3 zu den Realzinsen ist der Grund dafür simpel. Eine ständig sinkende Inflation und eine Deflation erhöhen den Realzins, das heisst die in Kaufkraft gemessenen Kosten für den Schuldendienst. Das bedeutet aber, dass ein wachsender Anteil der verbliebenen Einkommen für den Schuldendienst aufgewendet werden muss, was Konsum und Investitionen – und damit die Gesamtnachfrage – auch von dieser Seite einbrechen lassen, zusätzlich zu den unter Punkt 5 beschriebenen Gründen.

7. Das Problem der Lohnstarrheit nach unten

Wie sich zeigt, sinken die Löhne selbst in einer Krise nominal kaum (also die ausbezahlten Löhne). Das heisst, selbst im Fall von wachsenden Deflationserwartungen sind kaum Lohnsenkungen zu beobachten. Mehr zu den Erklärungen hierfür und Daten aus der Schweiz in dieser Studie von Ernst Fehr und Lorenz Götte. Die Folge ist, dass die Arbeitslosigkeit noch viel stärker steigt, als das der Fall wäre, wenn eine solche Lohnanpassung nach unten stattfinden würde, da kaufkraftbereinigt für die Unternehmen die Lohnkosten steigen. Umgekehrt heisst das aber nicht, dass nominelle Lohnsenkungen die Lösung für unser Deflationsproblem darstellen, bzw. die Arbeitslosigkeit damit bekämpft werden könnte. Das sollte aus den obigen Überlegungen klar geworden sein. Die Inflexibilität der Löhne nach unten ist aber der Grund, weshalb es in der Realität (im Gegensatz zur Inflation) kaum je zu hohen Deflationsraten kam. Etwas salopp ausgedrückt: Der Deflationsdruck schlägt sich tatsächlich weniger in den Preisen selbst nieder als in einer wachsenden Arbeitslosigkeit.

« Zur Übersicht

111 Kommentare zu “Was eine Deflation gefährlich macht”

  1. tinu sagt:

    Langer Rede kurzer Sinn. Es geht vor allem um die Staatsfinanzen, die saniert oder eben inflationiert werden müssen.
    Das Beispiel der Computer im Text zeigt es ja. Die Computer Preise befinden sich seit Jahrzenten in einer Deflation, deswegen ist aber die Nachfrage nicht eingebrochen. Nein, im Gegenteil, es werden immer mehr Computer, Smart Phones etc. verkauft. Also hört bitte auf Inflation schön zu reden, das ist ja lächerlich.

  2. Michael sagt:

    Wenn jemand will, dass die Preise steigen, braucht er nur Steuern und/oder Zinsen anheben. Dann steigen die. Bezeichnet als Inflation. Bringt aber noch lange kein organisches Wachstum der Wirtschaft, denn das ist nicht zinsabhängig. Es ist vor allem vom Masseneinkommen abhängig. Deshalb kann man zum US-Wachstum nur schmunzeln. Doch nicht mit einer Arbeitsmarkt-Partizipationsrate von 62%! Andererseits ist die in Deutschland sehr beliebte US-Schelte in Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung und ihrer Art fehl am Platze.

    Wenn aber in den europäischen Südstaaten die Einkommen drastisch sinken (das ist die brutale Realität dort), ist Inflation das Letzte, was man den Südländern wünschen würde.

    • Moebius sagt:

      “Wenn aber in den europäischen Südstaaten die Einkommen drastisch sinken (das ist die brutale Realität dort), ist Inflation das Letzte, was man den Südländern wünschen würde.”
      Das ist eine Ceteris-Paribus-Betrachtung, die m.E. nicht gültig ist. Inflation und Deflation passieren nicht unabhängig von der wirtschaftlichen Lage, sondern werden durch diese verursacht und wirken wieder auf sie zurück.
      Zinsanhebungen und Steueranhebungen haben auch einen Einfluss auf die Gesamtwirtschaft. Wenn das Masseneinkommen nicht steigt, schrumpft durch eine solche Anhebung entweder die Menge konsumierter Güter und somit deren Markt (wenn die Preise erhöht werden) oder die Marge der Unternehmen (wenn die Preise nicht erhöht werden). Schrumpft der Markt, erzeugt das Preisdruck zwischen den Wettbewerbern.
      So leicht lässt sich Inflation nicht erzeugen. Fragen Sie die Bank of Japan, die hat Erfahrung damit.

  3. Anh Toan sagt:

    Obelix ist eine Intelligenzbestie verglichen mit dem Schweizer Volk:

    Er versteht, er ist todunglücklich, das Leben nicht mehr lebenswert, wenn es keine Römer zum verhauen gibt. Die Schweizer glauben, sie bräuchten die EU nicht.

  4. Anh Toan sagt:

    Und ja, ich halte das Volk für ungeeignet, Verfassungsbestimmungen zu formulieren, das Vetorecht geht, da kann das Volk “Nein” sagen, es braucht nur ein Wort, das sie sogar auf Hauchdeutsch schreiben können.

    Und ja, in der Schweiz bin ich deswegen ein Ketzer, aber die Mehrheit der Deutschen, Amerikaner, Franzosen, Italiener, Thailänder, Inder und was weiss ich, teilt meine Meinung, es sei denn, diese wären zu schwach, gegen Ihre Regierung, Politiker, Parlamentsdiktatoren ein Initiativrecht durchzusetzen, falls sie es wollten, oder zu doof, zu erkennen, dass sie dies sollten. Ich halte die Mehrheit der Schweizer für arrogante Idioten, wenn sie glauben, alle anderen seien doof oder schwach.

    • Josef Marti sagt:

      Seit wann formuliert das Volk Verfassungsbestimmungen? Auch bei Initiativen sind das immer Parteien und Politiker die dafür ihre hochschulgebildeten Geistlichen einspannen.
      Da die Eliten aber immer abgehoben sind und nichts anderes als die persönlliche pekuniäre Bereicherung mit mutwilliger Übervorteilung des dummen Volkes im Sinn haben, muss in der von der economiesuisse so verhassten plebiszitären CH-Demokratie der bodenständige ehrliche Redneck zum grossen Verdruss des club helvetique und anderer dekadenter Intellektueller diese Bestimmungen absegnen, und zwar auch dann wenn alle anderen NichtRednecks zustimmen (Ständemehr).
      Die westlich dekadenten Gutmenschen sowie die sie hätschelnde Finanzmafia im Establishment müssen deshalb mit dem Redneck sehr vorsichtig und pfleglich umgehen, indem sie ihm auf sehr subtile Art drohen oder erpressen, damit er wegen seiner Dummheit nicht sofort merkt wie er über den Tisch gezogen wird, andernfalls segnet er womöglich die kriminellen Machenschaften der gekauften Marionetten in Parlament und Regierung nicht ab und möchte selber irgendwelche Initiativen in Gang setzen.
      Logisch wird jetzt versucht das Initiativrecht und die direkte Demokratie abzuschaffen, denn diese ist ein Hindernis und Ärgernis auf dem Weg zur Ausplünderung und Verknechtung des Renditesklaven sowie der grenzenlosen Bereicherung der Elite. Den Redneck wird das kriminelle Establishment allerdings noch lange nicht los, denn vorher wird die Armee abgeschafft als dass die subventionierte Bauernscholle den nomadisierenden Heuschrecken zum Frass vorgeworfen wird.

      • Anh Toan sagt:

        Die Parteien formulieren Verfassungsbestimmungen, so dass sie dem Volk verkaufbar sind.

        Gute Gestzesbestimmungen gehen nicht in einem Verkaufsprospekt

        Da liegt die Problematik

        • Anh Toan sagt:

          Die Parteien formulieren Verfassungsbestimmungen, so dass sie dem Volk verkaufbar sind.

          Oder das Volk formuliert Verfassungsbestimmungen da gilt: “Der Kunde ist König”

          (Sie kennen ja den Trick mit den AGB’s)

      • Anh Toan sagt:

        Herr Marti

        Sie müssten doch merken, was wir in die BV geschrieben haben in letzter Zeit:

        Eine Bauvorschrift

        Das Verbot der Anwendung des Verhältnismässigkeitprinzips bei Ausländern und im Sexualstrafrecht.

        Die MEI widerspricht im Wortlaut dem Rechtsgleichheitsgrundsatz

        Das CH Volk hat keinen Respekt vor den Werten seiner Verfassung. Sie sind so stolz darauf, dass sie da rein schreiben dürfen, dass sie vergessen, darüber nach zu denken, was eine Verfassung überhaupt ist (das ist kein Daumen hoch oder runterclicken ding eine Verfassung,)

        Wievioele glauben Sie, haben bei der MEI den Text überhaupt ein einziges Mal sorgfältig gelesen, ich meine den Text den sie mit in die Verfassung geschrieben haben. Ich schätze knapp die Hälfte, ein grosser Teil hat sich gesagt, einwandernde Massen, wer braucht den sowas, wozu sind Massen überhaupt gut, die machen alles nur voll, so Massen, ja da muss man was dagegen tun. (in dem Text stand, alle dürfen kommen nicht nur aus der EU sondern auch von viel billigeren Orten, aber kontigentiert, soweit die Wirtschaft sie ausbeuten kann als Arbeitnehmer.

        Ja das steht jetzt in unserer Verfassung: Die Arbeitgeber erhalten Bewilligungen für alle Arbeitnehmer die sie wollen, denn die Kontigente werden einzig im gesamtwirtschaftlichen Interesse festgelegt.

        Und dann steht da noch explizit etwas von, dass wenn sie bedürftig werden, sie ohnehin abhauen sollen

        Glaubet dem Volch, denn es ist weise und gut und wir sollten stolz sein auf unsere Ethik

        • Ueli sagt:

          @Anh Toan
          Das “Volch” ist nicht vom Himmel gefallen, sondern zu dem gemacht worden was es ist. Das Mantra des Systems, das den Leuten permanent eingehämmert wird – lautet wie folgt: “Das Brot welches einer isst – macht den anderen nicht satt.” Die Menschen ziehen ihre Schlüsse aus dieser fatalen Logik – dummerweise die falschen.

      • Anh Toan sagt:

        Wenn es bei Initiativen immer Parteien sind und Politiker, die diese formulieren, warum können die denn ihr Anliegen nicht im ordentlöichen Gestzgebungsprozess als Parlamentsmitglieder einbringen? Wozu braucht eine in Parlament und Regierung vertretene Partei eine “Volks”intitiative. Ist das nicht bereits ein Missbrauch von Volksinitiativen?

        Warum fassen sie meine in Fragestellung der Initiative gleich als Angriff auf die gesamte dirkete Demokratie auf, verweigern sich der Differenzierung? Weil es sich um ein Dogma handelt, bereits teile davonb in Frage zu stellen stellt das heiligtum der schweizerischen Volksdemokratie in Frage, deren perfektheit in Ihrer Reinheit und Edelkeit unantastbar ist, und darum bin ich ein Ketzer.

        • Ueli sagt:

          @Anh Toan
          Es ist nun mal vorteilhalft für die Ideologie der “Powers to be” – dass sie noch vom Volk abgenickt wird.

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli

            Es ist viel besser, dem Volk zu sagen, es hätte sogar die Idee gehabt.

          • Ueli sagt:

            @Anh Toan
            Das ist doch Teil der Ideologie – dem Volk wenigstens das “Gefühl” zu vermitteln, dass es immer “weise” und “gerecht” entscheidet und freilich für alles und jedes eine Antwort besitzt. – WER die Themen und Auswahlmöglichkeiten auch immer vorgibt ist im Prinzip egal – Hauptsache der Schein von “Volkssouveränität” wird gewahrt. Vor dem Volk müsste man sich erst “fürchten” – wenn es keine Lust mehr auf das Spielchen hätte und die Sache schlicht in die eigene Hand nehmen würde.

      • seebueb sagt:

        “Seit wann formuliert das Volk Verfassungsbestimmungen?”

        Die Allermeisten sind eh zu faul um sich politisch massgeblich zu engagieren, nur schon die Stimmabgabe ist mehr als der Hälfte zuviel Aufwand. Nur liegt das nicht an den Umständen oder den “pösen Mächtigen”, sondern am individuellen Desinteresse, an der ganz persönlichen Faulheit.

    • Linus Huber sagt:

      “Und ja, in der Schweiz bin ich deswegen ein Ketzer, aber die Mehrheit der Deutschen, Amerikaner, Franzosen, Italiener, Thailänder, Inder und was weiss ich, teilt meine Meinung”

      Woher wollen Sie das wissen? Selbst wenn dies Ihnen in Gesprächen so bestätigt wurde, mag der Grund dafür auch darin liegen, dass man aufgrund Ihrer aggressiven Diskussionsart Ihnen einfach Recht gibt um Ruhe zu haben.

      Ginge es nach dem Gedankengut Ihrer Überzeugung, dürfte Schottland nicht über eine mögliche Unabhängigkeit wählen, sondern müsste England die Schotten mit Waffengewalt, wie dies zur Zeit in der Ukraine abläuft, daran hindern, solche Unabhängigkeitsgedanken zu hegen und dies einzig, weil die Zentralregierung keinen Machtverlust akzeptieren will.

      • Linus Huber sagt:

        Ihr Standpunkt versucht zu implizieren, dass etwelche Bürokraten/Politiker über höher liegende moralische und ethische Attribute verfügen, als der Durchschnitt der Bevölkerung, welche sozusagen zu positivem Handeln bewegt werden soll. Dass dies nicht der Fall ist, sollte jedem, welcher sich in solchen Kreisen je bewegte, klar sein (hochtrabende ethische Grundsätze entbehren der Glaubwürdigkeit, wenn nicht durch Verhalten auf persönlicher Ebene gelebt); das eigentliche Gegenteil dürfte eher der Fall sein. Das Gefühl für Recht und Unrecht ist eine intuitive Eigenschaft, welche in jedem Menschen vertreten ist, und beruht keineswegs in erster Linie auf Bildung sondern eher auf kulturbedingten Werten, welche sich in der Kindheit formieren.

        Die Bevölkerung muss noch weiter infantilisiert werden, sondern es ist notwendig, Selbstverantwortung, gegenseitiges Vertrauen und Freiheit zu stärken, ansonsten die Gesellschaft durch die angestrebte Anonymisierung der Entscheidungswege sich immer stärker entfremdet, was das gegenseitige Vertrauen untergräbt. Vielleicht ist bald einmal der Zeitpunkt gekommen, an welchem das Dezentralisieren und das Verschieben von Entscheidungen auf eine tiefere Hierarchiestufe, was als entgegengesetzte Pendelbewegung zur Zentralisierung zu betrachten ist, als gesellschaftlicher Wunsch erkennbar wird.

        Es gibt auch natürlich stattfindende Massregelungen, welche auf gesellschaftlicher Ebene ohne den Einfluss der machtanstrebenden Regierung ablaufen, wie z.B. Scham, Ächtung und soziale Ausgrenzung. Ebenfalls reduziert sich das Selbstverständnis des sich grundsätzlich gesellschaftlich verantwortlichen Verhaltens im Einzelnen, denn es gilt zunehmend einzig die durch die Regierung festgelegten Regeln einzuhalten und alles ausserhalb dieses Rahmens wird als zulässiges, respektive gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten betrachtet. Überlegen Sie sich einmal, wie viele Programme heute als selbstverständlich betrachtet werden, ohne deren Sinn und Zweck noch zu hinterfragen, selbst wenn sie aufgrund des Gesetzes des abnehmenden Ertrages und durch Reflexivität die Regeln der langfristigen Nachhaltigkeit verletzen.

        Die schweizerische Bevölkerung besitzt aufgrund der direkten Demokratie über ein Mittel, die Machtkonzentration der Regierung nach belieben zu beschneiden, ein Umstand, welcher sie zu den westlichen Scheindemokratien grundsätzlich unterschiedet. Nicht umsonst wird heute das Initiative-Recht zum politischen Thema, da es die Machtkonzentration behindert. Selbst wenn ein gewisses Verhalten wünschenswert erscheint und von einer Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird, müssen möglichst viele Bereiche der Freiwilligkeit unterliegen, ansonsten sich eine Diktatur der Mehrheit einstellen mag. Weniger Regeln und weniger Einfluss von Regierungen ist grundsätzlich zu begrüssen, denn es sollte selbst Ihnen bewusst sein, wer die Themenkontrolle besitzt und den grössten Einfluss auf den Inhalt und die Formulierung von Gesetzen ausübt; keinesfalls die Bevölkerung sondern in erster Linie die gut vernetzten Vertreter von Grossunternehmen und Banken, welche eine monopolistische Marktsituation (Machtkonzentration) und den Ausbau des Selbstbereicherungssystems versuchen anzustreben.

        • Anh Toan sagt:

          @Josef Marti und Linus Huber

          Ich finde bezeichnend an Ihren Voten, dass Sie beide gleich von Direkter Demokratie reden. Ich habe ausdrücklich nur von der Initiative geredet. Und jetzt könnten wir darüber reden, welche Nachteile und welche Vorteile wir haben, aber wer irgendetwas von den Volksrechten in Frage stellt, stellt die Demokratie an sich in Frage, alles Scheindemokratien: Das zeigt:

          Die direkten Volksrechte in der Schweiz sind ein Dogma, es ist völlig ausgeschlossen, darüber überhaupt nachzudenken, ob etwas weniger davon vielleicht bvesser werde, nein, dann stellt man die heilige schweizerische Volchsdemokratie in Frage und das ist, wie ich es schon vorher wusste

          Ketzertum

          • Josef Marti sagt:

            Sie reden an der Sache vorbei AT; entscheidend ist, dass das Establishment mit solchen Initiativen empfindlich getroffen wird und nur noch mit Schlagseite kutschieren kann (deshalb auch die Voten, wonach eigentlich alle zurücktreten müssten). Das Establishment hält sich sowieso nicht an Volksentscheide bzw. notfalls verhindert es diese einfach indem Initiativen für ungültig erklärt werden, was problemlos willkürlich möglich ist, es riskiert dabei jedoch, ernsthaft diskreditiert zu werden. Von da her ist es auch ziemlich wurscht was im Einzelnen als Verfassungstext formuliert wird, das ist lediglich willkommenes Juristenfutter und gibt wieder Beschäftigung. Mit Ethik hat das gar nichts zu tun, das ist lediglich etwas für die kriminellen Heuchler, welche sich mit Vorliebe mit Ethik bemänteln um die Bürger über den Tisch zu ziehen.
            Entscheidend sind aber die Konsequenzen; was ist Sinn und Zweck von Politik: „wie diskreditiere ich meinen politischen Gegner“, das ist das elementare Rüstzeug, was Von Clausewitz schon gewusst hat: „Der Krieg ist nichts anderes als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“.
            An der ganzen Aufregung und Ihren hysterischen Voten sieht man mit Erstaunen und exemplarisch, dass die direkte Demokratie die korrupten kriminellen intellektuellen Machthaber offensichtlich empfindlich trifft, und das obwohl der Bürger ja völlig machtlos ist und im konkreten Fall nicht das Geringste ändern kann. Es ist ein Stachel im Fleisch der Kriminellen und deshalb schlägt die classe politique wie ein Blinder im Dunkeln so verzweifelt wild und unkoordiniert um sich.

          • Anh Toan sagt:

            Alsop das Parlament kann die Intitiven als ungültig erklären, es kann abver nicht, da es sonst ernsthaft diskrediert wäre, und somit ist es egal, was wir in die Verfassung schreiben.

            Ja warum haben wir denn sowas wie eine Verfassung, wenn es egal ist, was da steht?

          • Anh Toan sagt:

            Warum ist es wichtig, dass das Volk in die Verfassung schreiben kann, wenn ohnehin egal ist, was da steht?

          • Josef Marti sagt:

            Sich über den Wortlaut einzelner Verfassungsbestimmungen zu streiten und aufzuregen ist ziemlich unergiebig. Die Verfassung ist seit jeher voll mit Gerümpel das mit einem Grundgesetz nichts zu tun hat; es wiederspiegelt also nur das Schlachtfeld der Politik. Dies deshalb, weil es in der CH keine Gesetzesinitiative gibt und darum die Verfassung für jeden Mist herhalten muss.
            Es ist also letztlich nichts anderes als eine Konzession des kriminellen Establishments an die Renditesklaven für die nicht vorhandene Verfassungsgerichtsbarkeit; das gekaufte kriminelle Establishment kann nämlich nach Lust und Laune verfassungswidrige Gesetze erlassen um damit seine Klientel finanziell zu bedienen und den Bürger nach Belieben ausplündern und knechten. So kann zB die klar verfassungswidrige steuerliche Standortförderung betrieben werden was nichts anderes als institutionalisierte Korruption ist.

          • seebueb sagt:

            “…entscheidend ist, dass das Establishment mit solchen Initiativen empfindlich getroffen wird…”
            “…Das Establishment hält sich sowieso nicht an Volksentscheide…”

            Wer findet den Widerspruch?

        • Anh Toan sagt:

          @Linus Huber

          Können Sie mir, oder ein paar anderen, oder wenigstens sich selber erklären, warum die Schweden nicht erkennen können, dass sie in einer, wie Sie schreiben “Scheindemokratie” leben? Warum merken die nicht, dass sie ein Intititivrecht brauchen? Fehlt denen diese sich in der Kindheit formierten kulturbedingten Werten, die die Schweizer haben?

          IIst darum die Initiative richtig für die Schweizer, aber falsch für die Schweden?

          • Linus Huber sagt:

            Das Selbstverständnis einer Gesellschaft beruht zu einem grossen Teil auf deren Kulturgut und Geschichte. Ich empfehle Ihnen daher sich an einen Historiker zu wenden.

          • Anh Toan sagt:

            Einen Schwedischen Historiker?

          • Josef Marti sagt:

            So urschweizerisch und hinterwäldlerisch absurd ist das gar nicht mit den Volksentscheiden, scheinbar denken auch andere manchmal darüber nach; so schreibt zB H.J. Bontrup 2013 (auch wenn ich das nicht alles uneingeschränkt teile):

            “Ohne eine politische Union, ohne eine Stärkung des Europäischen Parlaments sowie die Entmachtung des Europäischen Rats und vor allen Dingen der EU-Kommission, die in ihr exekutiven Schranken zu verweisen ist, und ohne eine abgestimmte europäische Wirtschaftspolitik wird die EU keine Zukunft haben. Neben der repräsentativen Demokratie im Parlament muss gleichzeitig eine Politisierung der Europapolitik durch Instrumente einer direkten Demokratie (Bürgerentscheide) ergänzt werden, die auch der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, fordert. Die Bürger müssen Europa verstehen und in ihrem Unbehagen und ihrer Kritik ernst genommen werden.”

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber:

            Ich glaube ich muss einen -iker fragen, damit ich Ihre Meinung erklärt erhalte, aber wohl nicht einen Histor sondern einen Eugen.

      • Anh Toan sagt:

        “Woher wollen Sie das wissen? ”

        Lesen Sie den Teil nach dem Halbsatz von mir den Sie zitiert haben, gleich nach dem Komma, und dann hats noch mehr Komma, bis zum Punkt. Da steht, woher ich das wissen will.

        Aber Gespräche hatte ich schon: Die sagten etwas wie, wozu, wofür bezahlen wir die, warum wählen wir die, wenn wir deren Job machen sollen? Wir haben anderes zu tun. Wenn sie den Job schlecht machen, schmeissen wir sie raus.

  5. Anh Toan sagt:

    @alle repressions-, gute Sparer – böses Schuldner, Schneeballer usw.

    Warum macht Ihr nicht einfach Schulden und werdet reich, statt Euch zu beklagen, als Sparer arm zu werden? Ihr habt doch das System durchschaut?

    Es ist doch alles ohnehin nur Luft (Blase) oder Wasser (Schneeball), real ist das Oel, dass uns bald ausgeht, und mit dem wir nicht nur so nutzloses Zerugs machen, wie es in Explosionsmotoren zu verbrennen, sondern auch Dügemittel, Medikamente und anderes nützliches Zeugs herstellen..

  6. Anh Toan sagt:

    “Der Begriff “Inflation” wird heute hauptsächlich in Anwendung des Konsumentenpreisindexes als Masseinheit verwendet,”

    Wie kann ich an die Intelligenz des Volkes glauben, wenn der inteligentere Teil davon Begriffe als Masseinheit verwenden will?

    Eine Haufen Trottel macht eine Intelligenzbestie?

    Fresst mehr Scheisse Leute, Millionen von Fliegen können nicht irren?

  7. Anh Toan sagt:

    “Der Begriff “Inflation” wird heute hauptsächlich in Anwendung des Konsumentenpreisindexes als Masseinheit verwendet,”

    Wie kann ich an die Intelligenz des Volkes glauben, wenn der inteligentere Teil davon Begriffe als Masseinheit verwenden will?

    Eine Haufen Trottel macht eine Intelligenzbestie?

    Fresst mehr Schweisse Leute, Millionen von Fliegen können nicht irren?

  8. Linus Huber sagt:

    Der Begriff “Inflation” wird heute hauptsächlich in Anwendung des Konsumentenpreisindexes als Masseinheit verwendet, was grundsätzlich eine fragwürdige Auslegung ist, denn dieser Index deckt einzig einen beschränkten Bereich einer Volkswirtschaft ab und die Preise in diesem Bereiche müssten aufgrund Produktivitätssteigerungen eigentlich seit Jahrzehnten sinken (Greenspans “conumdrum” – keine Inflation trotz gutem Wirtschaftswachstums – Ende der 90iger Jahre zeigt dabei gut auf, wie einfältig dieser Masstab in der Geldpolitik ist). Die Inflationierung der Geldmenge (Wachstum längerfristig weit über dem Wirtschaftswachstum) muss sich daher keineswegs in steigenden Preisen bemerkbar machen, sondern findet sich aufgrund der damit erzeugten “Flucht aus dem Geld” in Verzerrungen des Preisgefüges (z.B. Blasenbildungen im Bereiche der “tangible assets” und Finanzprodukte) wieder. Die Überschuldung ist das Resultat dieser fehlerhaften Doktrin der Geldentwertung und hätte unter dem Aspekt des Respekts für die langfristige Nachhaltigkeit des Systems gar nie zugelassen werden dürfen. Es erlaubte die Mobilisation verschiedener staatlicher Programme (Student-loans, Wohneigentumsförderung etc.), welche eine entsprechende Anspruchshaltung der Bevölkerung produzierte, die jedoch nicht erfüllbar sein wird, da die eingegangenen Verpflichtungen nicht erfüllbar sind. Die gegenwärtige Geldpolitik (Ausweitung der Bilanzen der Zentralbanken) bezweckt einzig, diesen Umstand zu vertuschen und die notwendigen Abschreibungen (Schumpeter) zu verhindern, respektive das Resultat der Konsequenzen der langfristigen inflationären Geldpolitik weiterhin in die Zukunft zu verschieben, womit das Problem sich einzig vergrößert und nicht gelöst wird.

    • Pascal Roth sagt:

      Im Volksmund wird Inflation allzuoft mit Teuerung verwechselt. Inflation beschreibt lediglich das Aufblasen (lat. inflare) der Geldmenge. Teuerung kann ein Symptom von Inflation sein, wenn die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (M2) zunimmt. Weil Letzteres heuer nicht zutrifft, haben wir zwar Inflation aber keine Teuerung. Sollte die Geldzirkulation zum Stillstand kommen, hätten wir sogar sinkende Preise trotz Inflation. Die Aussage, dass Deflation sinkende Preise bedeutet, ist folglich eine unzulässige Vereinfachung.

      • Moebius sagt:

        Sie beschreiben sehr schön den etymologischen Ursprung des Begriffes Inflation. Allerdings entspricht dieser nicht der heutigen Verwendung in unserer Sprache. Wenn Inflation über einen Warenkorb gemessen wird, hat sie etwas mit dem Preisniveau zu tun und nicht mit der Geldmenge, und das Gleiche gilt natürlich für Deflation.

    • Anh Toan sagt:

      “Der Begriff “Inflation” wird heute hauptsächlich in Anwendung des Konsumentenpreisindexes als Masseinheit verwendet, was grundsätzlich eine fragwürdige Auslegung ist ”

      Wie kann ich Vertrauen ins Volk haben, wenn der gebildetere Teil der Rednecks, die, welche Buchstaben erkennen und zu Sätzen verbinden, derartiges Zeugs absondern?

      Ist das Volk intelligent, wenn es statt “Infaltion wird als Anstieg des Konsumentenpreises definiert” etwas von Auslegung von Infaltion und Begriffen als Masseinheit schwafelt?

      Dieses Volk soll die wichtigsten Gesetzesbestimmungen, nämlich Verfassungsbestimmungen, selber formulieren?

      Es kann ja schlau tönen, einen kompetent wirken lassen,, wenn man von hinten durch die Brust formnuliert, aber wie Begriffe als Masseinheit zu verwenden sind, übersteigt meine Fantasie.

      • Josef Marti sagt:

        Finde ich nicht klug, wie Sie als Lobbyist des Establishments und der Finanzwirtschaft hier die SVP Rednecks derart verunglimpfen. Diese Taktik der Economiesuisse geht nach hinten los weil die typisch schweizerische Trotzreaktion bei den in Bälde anstehenden Wahlen 2015 zu einem noch ausgeprägteren konservativen Rechtsrutsch führen wird.

        • Anh Toan sagt:

          Wissen Sie, sehr geehrter Herr Marti, ich habe keine Agenda, keine Taktik, ich will nichts erreichen mit meinen Posts hier, ich will nicht gewählt werden, insofern können meine Schüsse nicht nach hinten los gehen.

          Ich bin mir sehr bewusst, dass es nur selten klug ist, Kluges zu äussern, aber ich kann es mir leisten, ich bin reich, nicht weil ich als Mitglied des Establishments viel habe, oder als dessen Diener viel erhalte, sondern weil ich wenig brauche, oder das, was ich brauche, meine Freiheit ist, unklug zu sein.

          Warum sollte ich klug sein, und reich werden und mächtig? Um ein grosses Haus putzen zu müssen, oder Putzfirmen zu beauftragen und überwachen, um ein grosses Auto nirgendwo parkieren zu können, oder Anbwälte beauftragen mit der Polizei zu streiten über die Bussen, oder mich mit einem bediensteten Chauffeur ärgern? Oder vielleicht, damit ich sagen kann, was ich will, selbst wenn es unklug ist, es zu sagen? Das kann ich doch auch jetzt!

          • Anh Toan sagt:

            Besitz besitzt.
            Macht verpflichtet.

            Was ist daran erstrebenswert?

            Wir hier in der westlichen Welt und insbesondere in der Schweiz sind alle Profiteure des Systems. Unser Wohlstand sind unsere Knechte in den Schwellenländern.. Wir sind die Aristokraten, die herrschende Klasse dieser Welt, selbst wenn wir in der Schweiz von Sozialhilfe leben, haben wir mehr Wohnraum, mehr medizinische Versorgung, mehr Bildung für unsere Kinder, bessere Versorgung unserer Eltern, als ein doppelverdienendes Akademikerpaar, dessen Eltern sich um die Kinder kümmern, in einem durchschnittlichen Schwellenland.

            Das sollte uns mehr zu denken geben, als die Zinssätze auf dem Sparbüchlein.

          • Anh Toan sagt:

            Ich habe auch ohne Porsche eine viel jüngere Frau, warum müssen sie diese fragen, nicht mich.

          • Josef Marti sagt:

            Völlig richtig AT; es ist jeder zu beglückwünschen und zu beneiden, der nicht auf solche Schwanzverlängerungen angewiesen ist.

        • Ueli sagt:

          @Anh Toan
          Mag sein, dass hier in Europa sogar Sozialhilfempfänger IM VERGLEICH zu gut verdienenden Menschen in Schwellenländern / 3. Weltländern was die Kaufkraft anbelangt sich ohne Probleme “messen können”. Trotzdem: Wir sind alle (mit Job / ohne Job / mit Kapital / ohne Kapital) auch hier in Europa “Anhängsel der Maschinerie” und deswegen gerade ohnmächtig und nicht mächtig – wie Sie das behaupten. Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose, alleinerziehende Mütter, alte / arme / kranke Menschen befinden sich wegen der Dauerkrise Europas in einem immer gehässiger / brutaler werdenden Verteilungskampf. Sie bekommen von denen, die selber Angst vor dem Abstieg haben (die Mittelklasse, Kleinbürger, Arbeiterschaft) zu spüren, dass ihre Existenz von der Allgemeinheit nur “geduldet” wird. Drangsalierung, Ausgrenzung, Schikanierung, Behördengängelung gehören zum Alltag – da wählen die meisten noch lieber einen miesbezahlten Prekariatsjob (der ihrer Qualifikation überhaupt nicht entspricht), sodass sie sich wenigstens nicht die vollkommene Demütig durch die Gesellschaft gefallen lassen müssen.

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli

            In den Schwellenländern heisst es noch

            Unsere Kinder sollen es mal besser haben als wir.

            Bei uns heisst es:

            Unsere Kinder sollen es mal besser haben, als ihre Nachbarn.

            (aber ich verstehe das Problem von relativer Armut, die vielleicht schlimmer ist als absolute Armut: Wie oft habe ich die Eritreer lachen sehen, “kein Problem” ist der wichtigste Ausdruck dort wo es kein sauberes Wasser, keine Medikamente, nur die Freiheit zu denken, und nicht zu sagen, was man will)

          • Ueli sagt:

            @Anh Toan
            Ich empfinde es als höchst problematisch die eine Armut gegen die andere auszuspielen und dann als Konsequenz in die Apologie des bestehenden Systems zu verfallen so a la “uns gehts doch im Vergleich zu denen die nix zu essen haben wunderbar”. Es stimmt schon, das die gröbste Forderung – nämlich die, das jeder Mensch genug zu essen und ein Dach über dem Kopf haben sollte – die erste und wesentlichste ist, da angesichts der heutigen ungeheuren Produktionskräfte tatsächlich niemand mehr hungern bräuchte und sogar ohne Probleme genug “Luxus” / “freiverfügbare Zeit” für jeden hergestellt werden könnte. Der Fluch der Entwicklung des Menschen ist gerade die ungeheure Ironie des vorwiegend technischen Fortschritts – dass wir es trotz dieser ins Unermessliche angewachsenen Produktionskräfte immer noch nicht auf die Reihe kriegen ein menschenwürdiges Leben für die meisten Menschen herzustellen.

          • Linus Huber sagt:

            Ich teile Ihre Ansicht, wobei ich interessiert bin zu erfahren, was Sie unter “der Entwicklung des Menschen” verstehen. Mag es sein, dass der Mensch sich nicht gross weiterentwickelte, sondern einzig das in Anwendung gebrachte System zur Nutzung (evtl. je nach Standpunkt auch Ausbeutung) inhärenter menschlicher Attribute erfolgreich war.

      • Linus Huber sagt:

        Der Begriff wird nicht als Masseinheit verwendet, sondern unter Anwendung oder in Anwendung einer Masseinheit.

        Deutsche Splache schwielige Splache.

    • Anh Toan sagt:

      “Der Begriff “Inflation” wird heute hauptsächlich in Anwendung des Konsumentenpreisindexes als Masseinheit verwendet,”

      Wie kann ich an die Intelligenz des Volkes glauben, wenn der inteligentere Teil davon Begriffe als Masseinheit verwenden will?

      Eine Haufen Trottel macht eine Intelligenzbestie?

      Fresst mehr Schweisse Leute, Millionen von Fliegen können nicht irren?

    • Anh Toan sagt:

      “Der Begriff “Inflation” wird heute hauptsächlich in Anwendung des Konsumentenpreisindexes als Masseinheit verwendet,”

      Wie kann ich an die Intelligenz des Volkes glauben, wenn der inteligentere Teil davon Begriffe als Masseinheit verwenden will?

      Eine Haufen Trottel macht eine Intelligenzbestie?

      Fresst mehr Schweisse Leute, Millionen von Fliegen können nicht irren?

  9. Schlauri sagt:

    Unserer im weltweiten Vergleich sehr tiefen Staatsverschuldung steht die wohl höchste Pro-Kopf-Verschuldung der Privathaushalte gegenüber, v.a. durch Hypotheken. J.P. Roth sagte schon 2002 als Präsident der SNB: „Für die Geldgeber bedeutet dies (die exzessive private Verschuldung) ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko. Daraus lässt sich erahnen, wie wichtig das vergleichsweise tiefe Zinsniveau für die Schweiz ist.“ Das heisst im Klartext: Weil das Kartenhaus sonst zusammenbricht, unterstützt die SNB mit Billiggeld unser Schuldenbabylon. Das treibt die Inflation massiv an. Diese ist nicht tot, sie tobt sich heute aber statt bei den Konsumgütern bei den Vermögensgütern (Aktien, Immobilien…) aus. Diese Inflation wird bewusst nicht im Inflationsindex eingerechnet. Warum? Man könnte plötzlich nicht mehr den Teufel Deflation als Vorwand für das Billiggeld an die Wand malen. Billiggeld führt über die inflationäre Aufwertung der Immobilien um fast 50% in 10 Jahren zu einer gigantischen Umverteilung in Milliardenhöhe. Diese Umverteilung geht von unten nach oben, weil die Reichen die grossen Schulden machen. Im Kanton St. Gallen machen die reichsten 10% zusammen 50% der Schulden. Je mehr Eigenkapital jemand hat, desto mehr Kredit bekommt er, desto höher kann er sich verschulden und durch Inflationierung gewinnen. Natürlich hätte man die Immobilienblase trotz Eurokursproblem schon vor Jahren gezielt und wirksam bekämpfen können, mit einfachen und wohlbekannten Regeln bezüglich Eigenkapital, Amortisation und Schuldzinsabzug. Die SNB runzelt zwar ab und zu die Stirn, etwas Ernsthaftes hat sie aber nicht im Sinn. So einfach ist die Geldpolitik der SNB zu verstehen: Sie stützt mit Billiggeld das Schulden-Kartenhaus und betreibt Umverteilungs-politik mit falsch gemessener Inflation und Deflationsgejammer, unterstützt von den Banken und ihrer reichen Lobby.

  10. Michael sagt:

    Abseits amtlicher Statistiken stiegen auch in Deutschland seit 2002 viele Preise um 75% bis 150%. Die Einkommen nicht. Die Steuern stiegen auch. Das war Einkommensdeflation und deshalb wachsen weder Umsätze noch Gewinne im Einzelhandel nennenswert. In den Suedlaendern stiegen Einkommen mit der Inflationsrate. Zusätzlich sind die Sozialleistungen oft besser als in Deutschland. So sei es nur muss die Wirtschaftsleistung das rechtfertigen.

    Es ist falsch Deflation also sinkende Preise im Süden als gefährlich zu bezeichnen, solange die Einkommen und Sozialleistungen viel stärker verloren. Sinkende Preise sind bei so einer Rosskur des Sozialabbaues sogar erforderlich.

    Was Draghi veranstaltet wird den Euro zerfetzen. Ein schwächere Euro hilft der Suedwirtschaft nicht, wird aber Spuren in der deutschen Konjunktur hinterlassen. Damit fällt die Eurozone in die Rezession. Erfolg des Wahnwitzes der EZB Null. Jeder Geldbesitzer wird ganz einfach sein Geld in soliden Währungen umschichten. CHF gehört nicht mehr dazu. Die SNB hat ihre Bilanz aufgeblasen, Aktien angekauft und soft landing bei Immobilienblasen wäre ein Wunder. Nicht nur die US-Aktien sind in Euro unglaublich teuer, die schweizerischen noch viel mehr. Einfach mal die Indizes in Euro oder Dollar umrechnen.

    • Linus Huber sagt:

      “Jeder Geldbesitzer wird ganz einfach sein Geld in soliden Währungen umschichten”

      Leider gibt es solche Währungen gar nicht, denn es besteht ein Wettbewerb der Währungsentwertung, sodass sich die Menschen verstärkt in risikoreichere Bereiche begeben, oder andersherum erklärt, wird der vorsichtige Sparer genötigt, sich risikoreich zu verhalten, denn das sich nicht risikoreiche Verhalten beinhaltet ein noch höheres Risiko des Verlustes der Kaufkraft. Dass sich dabei aufgrund der Verzerrungen des Preisgefüges Blasen, welche irgendwann in der Zukunft platzen werden, bilden müssen, scheint den verantwortlichen Entscheidungsträgern am A…. vorbei zu gehen.

    • Moebius sagt:

      Die Sozialleistungen in Griechenland, Spanien und Portugal sind besser als in Deutschland? Wenn Sie das glauben, schlagen Sie einfach mal nach, was man als Arbeitsloser wo bekommt, und Sie werden sich wundern.
      Und ja, diverse Einzelpreise sind stärker angestiegen. Aber nicht abseits der Statistiken – Inflation ist ein Durchschnittswert.
      Warum Deflation für die Wirtschaft insgesamt gefährlich ist, hat MDM oben wohl argumentiert dargelegt, und ich habe in den Kommentaren noch kein stichhaltiges Gegenargument gegen seine Begründungen gelesen, sondern nur vage Allgemeinplätze oder Einzelfallbetrachtungen.
      Wieso ein schwacher Euro einem Exportjunkie wie Deutschland schadet, müssen Sie mir genauer auseinandersetzen. Üblicherweise stärkt eine Abwertung die Exporte und kurbelt die Wirtschaft des Exportlandes somit an.

      Nein, was den Euro schon seit kurz nach seiner Gründung immer stärkeren Scherkräften ausgesetzt hat, ist die unterschiedliche Entwicklung von Löhnen und Preisen und damit der Wettbewerbsfähigkeit in den einzelnen Ländern. Die Maastricht-Kriterien helfen da fast gar nichts, und generell gesehen sind sie noch nicht mal ein schlechter Witz, wenn es um den Zusammenhalt einer Währungsunion geht (Details unter http://oekonomiefuereinsteiger.wordpress.com/2013/09/05/ursachen-der-eurokrise-teil-1-kein-geeigneter-wahrungsraum/). Ohne Draghis Eingriffe wäre der Euro schon auseinandergebrochen.

  11. Roli sagt:

    Wie ein Mantra wird von den “Finanzexperten” immer wieder die Deflation als schlecht und Inflation als gut verkauft. Was soll gut an 2% Inflation sein – nach 36 Jahren verdoppelt sich so der Preis eines Konsumgutes oder anders rum das Geld ist nur noch die Hälfte wert!
    Das Problem sind die Schulden, wer auf Pump konsumiert verschiebt die Zahlung in die Zukunft und dank Inflation muss er weniger bezahlen. Der Konsum wird zu stark angeheizt und die Kapazitäten in de Fabriken zu stark erhöht. kauft jemand ein Auto auf Kredit, damit er von seinem Wohnort auf dem Lande einen besser bezahlten Job findet, dann ist das eine gute Investition und Schuld. wenn er aber ein Auto kauft und zum reinen Vergnügen herumfährt und nur Werte vernichtet, die Handelsbilanz mit dem Benzin- und Autoimport belastet ist das eine schlechte Investition.
    Das Problem sind die vielen unnötigen Konsumkredite, die die Wirtschaft aufgeblasen haben und jetzt haben wir zu hohe Kapazitäten und die Gesellschaft ist gesättigt mit Konsumgütern, nur billiges Geld kann den Konsum noch am Leben erhalten. wir sind im Ponzi System gefangen!
    Es braucht eine Schuldenschnitt und Neustart, nicht die Verbraucher und Schuldenmacher sollten belohnt werden, sondern wieder die Sparer!

    • Josef Marti sagt:

      Man sollte dabei aber auch nicht die Schweizer Immobilienschuldenkönige vergessen.
      Die Kreditkartenfirmen machen sogar noch Werbung dafür, die Rechnung nicht sofort zu bezahlen, damit man mit dem für Konsumentenkredite üblichen Wucherzins verdienen kann. Das Ausfallrisiko ist ja im hohen Zins eingepreist und kann deshalb im Massengeschäft problemlos kompensiert werden.
      Da das Schuldgeldsystem eigens dafür geschaffen wurde, um Konsum aber auch Investitionen vornehmen zu können ohne vorher durch Konsumverzicht gespart zu haben, fallen alle auf dieses institutionalisierte Schneeballsystem herein.
      Die Kredit- bzw. Geldmengenausweitung gepaart mit dem Zinseszinssystem hat den Zweck, eine permanente Umverteilung von unten nach oben zu zementieren, indem einerseits Arbeitseinkommen via Zinsknechtschaft und Zinskosten in den Güterpreisen zu den leistungslosen Besitzeinkommen (Zins, Bodenrente, Profit) transferiert werden und andererseits die Finanzindustrie als Erstempfängerin der Geldemengenexpansion sich zu alten Preisen eindecken und dank in der Folge angeheizter Vermögenspreisinflation hohe Kapitalgewinne erzielen kann während der hinterherhinkende Konsument die Inflation voll zu spüren bekommt und enteignet wird.

    • Geld ist letztlich nichts anderes als ein unspezifischer Anspruch auf Güter und Dienstleistungen. Und gerade deshalb muss die Kaufkraft des Geldes inflationär entwertet werden. Warum? Weil Bargeldhortung im Kreditgeldkapitalismus nichts anderes als fehlende Nachfrage ist. Und alle Dinge auf dieser Welt unterliegen einem Verfallsprozess, der zwischen wenigen Stunden (Fisch…), mehreren Tagen (viele Lebensmittel…), mehreren Jahren (Autos…), vielen Jahren (solide Immobilien…) oder eben Jahrmillionen (Gold…) liegt. Wer hierbei an Silvio Gesell denkt, liegt richtig, denn inflationäres Geld ist Schwundgeld, nur eben etwas anders.

      Da wir für unser tägliches Leben vor allem die ersten 4 Kategorien benötigen, ist mir unerklärlich, weshalb ein unspezifischer Anspruch auf solche Güter nicht der Entwertung unterliegen sollte. Nicht umsonst gibt es seitens der EZB das von der Bundesbank übernommene Inflationsziel von unter, aber nahe 2 Prozent (auch Immobilien werden mit 2 Prozent abgeschrieben). Maßvolle Inflation ist also kein Systembug, für den der Sparer eine Zinsentschädigung zu erhalten hätte, sondern das notwendige Feature in einem modernen Kreditgeldstandard.

      Beim Thema Schulden und Konsumentenkredite volle Zustimmung. Beim Thema Sparer kann ich Ihnen nur widersprechen. Es gibt keine Geldersparnis ohne Schulden. Warum? Das Nettogeldvermögen beträgt in einem Schuldgeldsystem immer Null. Wieso wollen Sie einen Geldsparer also gegenüber dem Schuldner bevorzugen? Für ein besseres Verständnis folgen Sie meinem Namen. Dort finden Sie die monetäre Mythentrilogie.

      LG Michael Stöcker

      • Linus Huber sagt:

        “Und alle Dinge auf dieser Welt unterliegen einem Verfallsprozess”

        Nicht unbedingt, wie z.B. Boden, wobei ein Verfallsprozess von Millionen von Jahren für die Gesellschaft ebenfalls bedeutungslos ist.

        “Weil Bargeldhortung im Kreditgeldkapitalismus nichts anderes als fehlende Nachfrage ist.”

        Erstens muss man sich fragen, wer diesen gegenwärtigen Kreditgeldkapitalismus mit ungedecktem Geld angestrebt hat. Es war die US Regierungen, welche sich dadurch zusätzlich Macht aneignete. Würde man die Bevölkerungen fragen, könnte ich mir gut vorstellen, dass die Mehrzahl sich Geld wünschen würde, welches sich nicht entwertet.

        Nachfrage oder besser der Wunsch zu konsumieren und sich ein möglichst angenehmes Leben einzurichten ist bei jedem Menschen vorhanden und braucht nicht durch etwelche staatliche Massnahmen künstlich gesteigert werden. Aufgrund des Gesetzes des abnehmenden Ertrages und der Reflexivitaet verletzen die diesbezüglichen staatlichen Programme die Regeln der Nachhaltigkeit. Wenn der Mensch sparen will, wird er dies einfach in einer anderen Form betreiben (z.B. Kauf von Aktien, wenn Geld keinen Schutz vor Entwertung bietet), wobei dies die Preise stark verzerrt und z.B. zu Blasenbildungen führt. “Geld horten” beinhaltet ebenfalls das Ziel des zukünftigen Konsums, welcher sich bei jedem heute und morgen schon realisieren mag, selbst wenn Geld sich nicht entwertet.

        “Wieso wollen Sie einen Geldsparer also gegenüber dem Schuldner bevorzugen?”

        Wieso wollen Sie den sich nicht nachhaltig verhaltenden, kurzfristig orientierten, mit hohem Hebel operierenden, gut vernetzten Spekulanten in diesem System der Vetternwirtschaft zulasten des Sparers bevorzugen?

        • Ueli sagt:

          @Linus Huber
          Die US-Regierung hätte kein Problem damit, wenn der Dollar noch dieselbe Kaufkraft / Stärke wie vor 70 Jahren hätte. In diesem Zeitraum ist aber einiges passiert Herr Huber! Nach dem 2. Weltkrieg wurden etwa 50% der Weltindustireproduktion von den USA gestemmt, die Amerikaner waren militärisch das Alpha und das Omega und besassen noch sehr viel Erdöl (obwohl 8/10 des gesammten Erdöls, welches im 2. Weltkrieg verbraucht wurde – aus den USA stammte). Europa lag in Schutt und Asche und wurde quasi von ihrer ehemaligen Kolonie USA kolonialisiert. Der Kalte Krieg heizte einen ungeheuren Rüstungswettlauf an und bot in West wie Ost ein ideales Propagandainstrument um die Massen zu kontrollieren und disziplinieren. Der Dollar war aus all diesen Gründen zu Recht die Leitwährung des Westens / der Welt und war als einzige Währung ans Gold gekoppelt – dies konnte solange gut gehen wie die Amerikaner ihr Imperium faktisch von a-z beherrschten – also bis 1973 unter dem Kriegsverbrecher Nixon.

          • Linus Huber sagt:

            “Die US-Regierung hätte kein Problem damit, wenn der Dollar noch dieselbe Kaufkraft / Stärke wie vor 70 Jahren hätte.”

            Jetzt betreiben Sie revisionistische Geschichtsschreibung. Genauso wie in den 30iger Jahren, wurde die Währung mit der Aufgabe des Goldstandards 1972/73 entwertet, um die $-Besitzer zu enteignen, ein Umstand, der zweifelsfrei eine unilaterale Machtaneignung der Regierung darstellt. Seit jenem Zeitpunkt stand der Manipulation der Währungen, da komplett ankerlos, durch die Regierungen (in Anwendung fragwürdiger Doktrinen als Feigenblatt via Fed) nichts mehr im Weg. Mit guten Gründen bezweifle ich, dass sich die heutigen Ungleichgewichte zu diesem Ausmasse realisiert hätten, wenn die Währungen nicht einer dauernden Entwertung unterliegen würden.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            Nein Herr Huber – Sie wollen einfach nicht glauben, dass das System schlicht besseres zu tun hatte als sich selber zu demontieren. Sie sprechen die ganze Zeit von “Enteignung” und werfen damit erst mal alle Menschen in denselben Topf – als gäbe es überhaupt keine Unterschiede zwischen Kapitalsbesitzern und Nichtkapitalbesitzern. Zweitens unterstellen sie ominösen Regierungen, dass diese einfach so mal “mir nichts, dir nichts” die ganze Macht an sich gerissen hätten und die Währung “manipuliert”, sodass wiederum irgedendwelche “bösen Nationalbanken” irgendwelche “Ungleichgewichte” geschaffen hätten – sodass eine nicht näher genannte “Elite” sich schamlos bereichern konnte.
            Diese ganze Verschwörungstheorie, die so tut als wäre der Kapitalismus vor diesem ominösen Datum 1972/73, ein “wunderbares System” gewesen – besitzt weder Hand, noch Fuss und liefert null Beweise – dafür unendliche viele hanebüchene Behauptungen, logische Kurzschlüsse und die Beschwörung eines ehemaligen “Utopias des Kapitals”, dass es so in der Vergangenheit gegeben hat.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            “…dass es so in der Vergangenheit NIE gegeben hat.” – wollte ich natürlich schreiben.

          • Linus Huber sagt:

            Lesen Sie genau …. “… zu diesem Ausmasse …”

            Ich behaupte nicht, dass es nicht immer wieder zu Fehlentwicklungen kommt, jedoch sollten die Kräfte, welche diese zu korrigieren versuchen, nicht durch zunehmende Machtaneignung der Regierungen ausgehebelt werden. Das hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, sondern mit der inhärenten Qualität einer Organisation krebsartig zu wachsen.

        • @ Linus Huber

          In der Tat sind Grund und Boden eine der wenigen Ausnahmen. Von daher unterliegt das Privateigentum (privare = berauben) an Grund und Boden auch einer Ausgleichsfunktion gegenüber der ‘beraubten’ Gemeinschaft in Form der Grundsteuer. Über die gerechte Höhe der Grundsteuer sowie eine sachgerechte Differenzierung lässt sich trefflich streiten.

          Erstens muss man sich fragen, wer diesen gegenwärtigen Kreditgeldkapitalismus mit ungedecktem Geld angestrebt hat.

          Wieso ungedeckt? Dahinter stehen Kreditverträge, die von den Schuldnern zu erfüllen sind. Solche Kreditverträge werden auf privatrechtlicher Basis durch Geschäftsbanken geschlossen. Banken, die die notwendige Sorgfalt bei der Kreditvergabe vernachlässigen müssen kontrolliert abgewickelt werden, wenn ihr haftendes EK nicht ausreichen sollte.

          Sie müssen sich mal von der archaischen Vorstellung einer reinen Tauschwirtschaft lösen (Gold gegen Waren/Dienstleistungen). Nur weil die Banken gegen die Grundsätze solider Kreditvergabe verstoßen haben müssen wir doch nicht auf die irrigen Vorstellungen der Österreichischen Schule hereinfallen, deren geistige Basis auf dem ideologischem Fundament des Kampfes der Systeme des letzten und vorletzen Jahrhunderts beruht.

          Zu Lasten des Sparers will ich keinen benachteiligen. Aber Ihnen sollte bewusst sein, dass es eine Geldersparnis auf kollektiver Ebene nicht geben kann. Zu jedem Geldsparer gehört auch immer ein Geldschuldner. Und Geldersparnisse werden für Investitionen nicht benötigt (es muss kein Konsumverzicht auf individueller Ebene geleistet werden) sondern sind die temporäre Folge kreditärer Investitionsentscheidungen.

          LG Michael Stöcker

          • Linus Huber sagt:

            “Von daher unterliegt das Privateigentum (privare = berauben) an Grund und Boden auch einer Ausgleichsfunktion gegenüber der ‘beraubten’ Gemeinschaft in Form der Grundsteuer.”

            Sie versuchen hier einen Zusammenhang zu bauen, welcher nicht besteht. Diese Steuern werden nicht aufgrund dieser Überlegung erhoben.

            Wieso ungedeckt?

            Die Währungen sind nicht mehr durch reale Werte gedeckt, womit den Regierungen die Möglichkeit geboten wird, zukünftige Steuern (zukünftig einzulösende Leistungen) als Kollateral zu verwenden. Damit die von Ihnen erwähnten privaten Kreditverträge nicht Gefahr laufen, unerfüllbar zu werden, wurde einfach die Geldmenge durch die Aktionen der Zentralbanken vom Schrumpfen gehindert, oder in anderen Worten das bestehende Geld in der Form von Währungen weiter entwertet, was das Problem nicht wirklich löst, sondern einfach wieder in die Zukunft verschiebt.

            “Kampfes der Systeme des letzten und vorletzten Jahrhunderts beruht”

            Natürlich handelt es sich um einen Kampf des Systems, respektive der angewandten Doktrin, das System zu verwalten. Sie unterliegen der fragwürdigen und widerlegten Theorie, dass Regierungen (inkl. Zentralbanken) befreit von gewissen Restriktionen in der Lage sind, die langfristige Nachhaltigkeit sicherzustellen. Auch in früheren geschichtlichen Abschnitten haben Banken immer wieder versucht, durch grundsätzlich betrügerisches Verhalten ihre Profitabilität zu steigern. Der Unterschied heute liegt darin, dass diese Finanzinstitute nicht liquidiert werden, sondern durch die von der Institutionalisierung des “Moral Hazard” gekennzeichneten Massnahmen zulasten der Allgemeinheit in ihrem Verhalten noch bekräftigt werden.

            Natürlich bin ich mir bewusst, dass einem Geldsparer ein Geldschuldner gegenüber steht. Dies ist nicht weiter ein Problem, solange sichergestellt wird, dass das Risiko beim Kreditgeber verbleibt und nicht durch Manipulation auf Dritte umverteilt wird. Es ist eine Frage des Ausmasses und nicht des Umstandes in sich.

      • San Siro sagt:

        “Geld ist letztlich nichts anderes als ein unspezifischer Anspruch auf Güter und Dienstleistungen. Und gerade deshalb muss die Kaufkraft des Geldes inflationär entwertet werden. Warum? Weil Bargeldhortung im Kreditgeldkapitalismus nichts anderes als fehlende Nachfrage ist. Und alle Dinge auf dieser Welt unterliegen einem Verfallsprozess, der zwischen wenigen Stunden (Fisch…), mehreren Tagen (viele Lebensmittel…),…”

        Wenn dem so ist, dann nehme ich mir künftig als Arbeitnehmer das Recht raus, dann zu arbeiten, wenn ich das Geld benötige. Wenn ich von Januar bis November genügend Geld für das laufende Jahr verdient habe, dann erscheine ich im Dezember nicht zur Arbeit.

        Und wenn ich doch arbeite, dann erwarte ich, das der mir dafür gezahlte Lohn auch eine gewisse Zeit später noch den gleichen Wert hat.

        Entweder ich habe die Freiheit zu arbeiten wenn ich Geld benötige, oder ich passe mich den (sinnvollen) Sachzwängen regelmäßiger Produktion an und erwarte dafür, das mein Geld seinen Wert behält, bis ich es verkonsumieren möchte.

        • Linus Huber sagt:

          @ San

          Sie erklären gut, wie ökonomische Modelle/Theorien längerfristig zu Verhaltensveränderungen führen mögen, was den Begriff “Reflexivität” bestens demonstriert.

    • Moebius sagt:

      Interessanterweise sprechen viele vom Konsumieren auf Pump und vergessen dabei, dass vom Volumen her viel mehr auf Pump investiert als konsumiert wird. Deflation hemmt ganz einfach Investitionen und wird deswegen völlig zu Recht verteufelt.
      Gegenfrage: Was ist so problematisch daran, wenn das Geld nach Jahrzehnten nur noch die Hälfte wert ist? Leute bezahlen doppelt soviel, erhalten aber auch doppelt so viel. Und Sparguthaben wachsen durch die Zinsen auch, ohne dass ihr Besitzer irgend etwas Sinnvolles damit tut.
      Wer Schulen macht, zahlt übrigens meist deutlich höhere Zinsen als die Inflationsrate. Soviel zu “er muss später weniger bezahlen”.
      Und auch dass die Gesellschaft mit Konsumgütern “gesättigt” sei, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ein Niedriglöhner hat garantiert nicht alles, was er haben möchte oder gut gebrauchen kann.

      • Johnny Smith sagt:

        “Sparguthaben wachsen durch die Zinsen auch”
        — Korrekt.

        “Leute bezahlen doppelt soviel, erhalten aber auch doppelt so viel.”
        — Falsch. In Ihrem Beispiel erhalten die Leute gleichviel, bezahlen aber das Doppelte. So harmlos wie Sie die Geldentwertung darstellen, ist sie nicht.

        “Interessanterweise sprechen viele vom Konsumieren auf Pump und vergessen dabei, dass vom Volumen her viel mehr auf Pump investiert als konsumiert wird.”
        — Es ist nur logisch, dass v.a. von Konsumieren auf Pump gewarnt wird. Bei einer Investition steht dem allfälligen ‘Pump’ immerhin eine erhoffte Gegenleistung gegenüber. Beim Konsum ist es eben nur der kurzfristige ‘Konsum’, die Schulden bleiben.

        • Ueli sagt:

          @Johnny Smith
          Ich möchte mal den Kapitalismus des Jahres 2014 sehen – in dem die Masse der Konsumenten weder auf Pump konsumiert, noch die Staaten auf Pump investieren, konsumieren, ihre Zinsen bezahlen und die Masse der Unternehmen nicht mehr auf Pump ihre Zahlen schönen und die Zukunft schon mal “kapitalisieren” können. Die ganze Übung basiert noch auf Pump! Das Schuldengebirge hat eine so schwindelerregende Höhe erreicht, dass man nur schon die Rückzahlung eines verschwindend kleinen Teils nur noch mit sagenhafter Phantasie (oder dem Segen von Ratingagenturen – was aufs gleiche rauskommt) sich vorstellen kann.

          • Johnny Smith sagt:

            Da bin ich mit Ihnen – für einmal – weitgehend einverstanden.

          • Ueli sagt:

            @Johnny Smith
            Bei der Interpretation der Angelegenheit sind wir uns wahrscheinlich schon nicht mehr so einig Herr Smith, da Sie als Liberaler selbstverständlich davon ausgehen, dass man durch einen grandiosen Zaubertrick den Kapitalismus als System erhalten kann – ohne all die negativen Konsequenzen (inklusive extrem hohe Verschuldung von Staat, Privaten, Corporations) akzeptieren zu müssen. Ihre Kritik bleibt somit auf halber Strecke stehen und muss daher ins Leere laufen – sprich: Sie suchen sich einen Sündenbock für die Misere (sei es nun die “verschwenderischen Staaten”, “das böse Finanzkapital” oder die “verschwenderischen Konsumenten”, welche ja gerade die Investitionen des Kapitals (auch die auf Pump) erst “kapitalisieren” / “ermöglichen” / “zu einem guten Ende führen”. Hier schliess sich nämlich erst der Kapitalverwertungsprozess – nachdem die Ware / Dienstleistung bezahlt wurde – ob auf Pump oder nicht spielt für den Kapitalbesitzer keine Rolle.

          • Johnny Smith sagt:

            Dass wir uns in der Interpretation nicht einig sind, ist nun wirklich keine überraschende Aussage. Wo Sie aber danebengreifen, ist mit der Kritik ‘auf der halben Strecke’. Systembrüche und Revolutionen sind nicht IMMER besser als Verbesserungen an einem System.

            Sie sagen: Seht her, das Pferd hat Krebs, erschiessen wir es, denn ein Pferd ohne Krebs gibt es nicht, ersetzen wir es mit einer Kuh.

            Ich sage, seht her, das Pferd hat Krebs, versuchen wir das Pferd zu therapieren und den Krebs einzudämmen, denn erstens ist es ein Pferd, das uns so schnelle und so grosse Fortschritte gebracht hat wie zuvor noch kein anderes Tier und zweitens ist es auch mit eingedämmtem Krebs noch leistungsfähiger als Ihre Kuh.

          • Ueli sagt:

            @Johnny Smith
            Der Kapitalismus hat weder “Krebs”, noch plädiere ich für ein System, welches zurück in die Steinzeit will. Im Endeffekt kann man nur die Logik des Kapitals aufzeigen und diese Dynamik muss zwangsläufig in einem Desaster enden – die Zeiten vom Traum der “Reparierbarkeit” des Systems sind endgültig ausgeträumt. Wir haben die Wahl zwischen weltweitem Bürgerkrieg / Barbarei / totaler Herrschaft des Monopols – oder einem Neuanfang BASIEREND auf dem technischen / gesellschaftlichen Fortschritt, der in den letzten 500 Jahren stattfand und seinen Anfang bezeichnenderweise in der Kolonialisierung / Ausbeutung der Neuen Welt durch die Europäer hatte. Ernest Mandel hat den Wert des Amerika bis 1660 entrissenen Goldes und Silbers, die von der Holländisch-Westindischen Kompanie in Indonesien von 1650 bis 1780 erzielte Beute, die Gewinne des französischen Kapitals beim Sklavenhandel während des 18. Jahrhunderts, die durch die Sklavenarbeit in den britischen Antillen erlangten Einkünfte und die ein halbes Jahrhundert anhaltende Ausplünderung Indiens durch England zusammengezählt: das Ergebnis übersteigt den Wert des gesamten in allen europäischen Industrien bis Anfang des 19. Jahrhunderts investierten Kapitals. Mandel weist darauf hin, dass diese gigantische Kapitalmasse in Europa ein günstiges Investitionsklima geschaffen, den “Unternehmungsgeist” angespornt und die Errichtung von Industrien direkt finanziert habe, die ihrerseits der industriellen Revolution gewaltigen Auftrieb verliehen. Aber gleichzeitig verhinderte die ungeheure, internationale, Europa zukute kommende Konzentration des Reichtums den Sprung zur Anhäufung von Industriekapital in den ausgeplünderten Gebieten. “Die zweifache Tragödie der Entwicklungsländer besteht darin, dass sie nicht nur Opfer dieses Prozesses internationaler Konzentration wurden, sondern auch darin dass sie sich später bemühen mussten ihren industriellen Rückstand aufzuholen, d.h. die Erstanhäufung von Industriekapital zu vollziehen, und zwar mitten in einer Welt, die von einer bereits gereiften, nämlich der westlichen Industrie mit fertiggestellten Artikeln überschwemmt wird.”

          • Linus Huber sagt:

            Leider dürften Sie damit nicht falsch liegen, denn die Machtelite bevorzugt ihre totale Annihilation zu riskieren bevor sie wirkliche Zugeständnisse im Bereiche der durch die geldpolitisch (planwirschaftlich) erzeugten garantierten und durch die gekaufte Legislative legalisierten Gewinne, welche die gegenwärtige Machtstrukturen festigen, zu machen.

            Einzig Bestrebungen der Unabhängigkeit etwelcher Volksgruppen oder Abweichler wirken hierbei störend, da potentiell nicht kontrollierbar (wie Resultate von Initiativ-Abstimmungen), und müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (inkl. Krieg) bekämpft werden.

          • Johnny Smith sagt:

            ” Im Endeffekt kann man nur die Logik des Kapitals aufzeigen und diese Dynamik muss zwangsläufig in einem Desaster enden…”

            “… denn ein Pferd ohne Krebs gibt es nicht”

  12. Jörg Sanio sagt:

    Der Gewinn generell, darf nur in der tatsächlichen Wertschöpfung liegen, und wer nicht tatsächlich Werte schafft, muss sein Geld/Vermögen verlieren. Soll heißen, wenn ich ein Bier von der Brauerei auf das Matterhorn schaffe,kann ich es auch für 7,50 SFr verkaufen. Aber der der mir ermöglicht hat das Bier zu bekommen, erhält nichts.Außer die Brauerei. Und wer mit seinem Geld nichts reales kauft,verliert es eben. Jedwede Zinsen und Hebel erledigen sich auf kurz oder lang ganz von allein. Und das Finanzsystem erhält eine neue Bedeutung. Sofern man dann noch von Finanzsystem sprechen kann…. Geld kaufen…. Wie paradox ist das denn????

  13. Lorena sagt:

    In Japan hat man die Inflation mit der Brechstange auf 2 pct angeschoben. Das Resultat: Das Wachstum sowie der Konsum sind voellig eingebrochen. Es ist voellig absurd zu glauben, mit der Zerstoerung von Kaufkraft Wohlstand zu schaffen.

    • Christoph sagt:

      Es geht ja auch nicht um uns kleinen Bürger. Wir kommen notfalls mit einer kargen Suppe und einem Kanten harten Brotes pro Tag aus. Damit wir nicht auf blöde Ideen kommen, müssen wir dann dafür 16 Stunden anstehen und uns den Lobgesang auf die wohltätigen Führer anhören.
      Ganz anders als die Elite, die können nicht arbeiten wenn die Wasserhähnen und Kloschüsseln nicht aus purem Gold sind. Sind genetisch halt völlig anders konzipiert.

      • Ueli sagt:

        @Christoph
        Au contraire: Es geht immer nur um den “kleinen Bürger” – deswegen befindet sich das System ja gerade in der Dauer-Krise. Die “Elite” würde noch so gerne auf ein paar Kloschüsseln aus purem Gold verzichten – falls sie mit diesem “selbstlosen Opfer” den Götzen Mammon besänftigen könnte und wieder ins Wirtschaftswunderzeitalter aufbrechen dürfte.

    • Linus Huber sagt:

      Gut erkannt, denn die Kaufkraft bricht schrittweise ein, da die Löhne nicht im Gleichschritt steigen. Welches Rezept MDM in diesem Falle offeriert, würde mich sehr interessieren. (Vielleicht 5% Inflation, staatlich verordnete Löhne oder warum wechseln wir nicht gleich offiziell auf Planwirtschaft?)

      • Johnny Smith sagt:

        Wenns nach MDM gehen würde, wohl lieber gestern als morgen. Seine Artikel triefen meist vor Regulierungswahn, Planbar- und Machbarkeitsglauben. Dieser Artikel heute erscheint unter diesem Gesichtspunkt fast als weniger schlimm.

    • seebueb sagt:

      Aufgrund von einem einzigen Quartal einen Trend zu postulieren, scheint mir recht gewagt.

      Der Einbruch im Konsum im zweiten folgt einem grossen Wachstum im ersten Quartal. Als Verursacher wird die MWSt-Erhöhung angesehen, die viele vorgezogene Käufe im 1.Quartal auslöste. Macht Sinn, obs stimmt sehen wir in ein paar Monaten.

  14. ronny sagt:

    Ich simme Herrn Marti zu. Die Deflation stellt sich auf die Seite der Sparer, derjenigen die sorgsam mit dem Geld umgegangen sind.Heute-Ausgeber-Morgen-Verdiener kommen aber unter die Räder, leider sind das sehr viele, inklusive der meisten Staaten. Deshalb darf es keine Deflation geben. Dann wird auch klar, dass unser Wirtschaftssystem von Überkonsum, Verschuldung und Verschwendung getrieben ist um funktionieren zu können. Der Tod dieser Maschinerie ist das haltbare, qualitativ hochwertige Produkt, das keinen Unterhalt braucht. Dieses bringt uns – welche Ironie – die Katastrophe.

    • Ueli sagt:

      @ronny
      Bürgerliche Sekundärtugenden wie “Sparsamkeit” als Allheilmittel für Volkswirtschaften predigen und gleichzeitig sich apokalyptisch das Ende des bürgerlichen Systems herbeiphantasieren. Let`s talk about contradiction / irony?

  15. Werner Zumbrunn sagt:

    Der Wirtschaftswissenschafter Prof. Berentsen vom WWZ der Universität Basel schrieb es kürzlich klar und deutlich: “In den meisten theoretischen Modellen ist Preisstabilität (null Prozent Inflation) oder sogar eine leichte Deflation optimal.” Das Schüren von Deflationsängsten gehört heute immer noch zum guten Ton, um die “Inflationspolitik” der Zentralbanken – darunter die SNB und die EZB – zu rechtfertigen. Das Ziel ist eine Inflationsrate von 2 %/ Jahr – zum Schaden der kleinen Sparer, Pensionskassen etc. und zum Nutzen der grossen Schuldner, vor allem der hoch verschuldeten Staaten.

  16. Dominik Grimm sagt:

    Vielen Dank Herr Meier für diese sinnvolle Zusammenstellung von Fakten. Wir alle haben doch in unserem Bekanntenkreis Menschen welche sich zwecks Erwartung von Deflation vor einen Supermarkt gestellt und auf sinkende Preise gewartet haben bis diese schliesslich verhungert sind.
    Natürlich kommt dies im realen Leben nicht vor und Preise passen sich laufend an. Auch würden Arbeitnehmer lieber geringer nominierte Löhne in Kauf nehmen um den Job zu behalten als arbeitslos zu werden, was momentan vom Staat subventioniert wird.

    • Linus Huber sagt:

      “Auch würden Arbeitnehmer lieber geringer nominierte Löhne in Kauf nehmen um den Job zu behalten als arbeitslos zu werden”

      Ich stimme Ihnen zu.

      Ökonomen reden von “sticky” Preisen im Falle von Löhnen, also nicht leicht zu verändern. Was unterlassen wird zu erklären, ist der Umstand, dass wir eigentlich durch die jahrzehntelange inflationäre Geldpolitik entsprechend konditioniert wurden, dass Löhne nicht senken dürfen. Jeder der jedoch 50plus ist und seine lukrative Prokuristenstelle verliert, weiss, dass er möglicherweise zurückstecken muss. Es handelt sich um eine Mär, welche zur Rechtfertigung inflationärer Geldpolitik als anscheinend wissenschaftliches Argument aufgetischt wird. Natürlich ist es nicht sehr angenehm für eine Unternehmensleitung den Arbeitern zu erklären, dass die Löhne 10% zu sinken haben ansonsten 30% der Belegschaft entlassen werden muss. Jedoch diese unangenehme Variante zu realisieren ist genau was einen richtigen Unternehmer ausmacht, welcher übrigens traditionell mit der Belegschaft sehr eng verbunden ist. Im heutigen Umfeld der Abzocker fehlt dieses Gefühl einer Schicksalsgemeinschaft, sondern die Unternehmen wurden zu Selbstbereicherungsoperationen für die angestellten Top-Manager umfunktioniert.

      • Moebius sagt:

        Man darf meines Erachtens den psychologischen Effekt nicht unterschätzen, der bei einer Senkung der Löhne deutlich stärker ist als bei einem entsprechenden Preisanstieg. Bei der Lohnsenkung entsteht das Gefühl “mir wurde was weggenommen”. Übrigens entspricht die Stärke der emotionalen Reaktion auf erhaltenes oder weggenommenes Geld viel eher dem Betrag als dem tatsächlichen Wert (solange die Währungen als ähnlich wertvoll wahrgenommen werden). Bei MRT-Scans ist das Signal im Gehirn bei “1.000 SFr” deutlich stärker als bei “900 €”, obwohl letztere einen größeren Wert darstellen.

      • Ueli sagt:

        @Linus Huber
        Der Wolf hat Kreide gefressen und versichert, dass er es doch “nur gut meint” mit der “Belegschaft”. Dann noch in diesem Kontext von einer positiven “Schicksalsgemeinschaft” von Kapital und Arbeitnehmern zu faseln – ist gelinde gesagt der Gipfel des Zynismus. – Ja klar ist es eine “Schicksalsgemeinschaft” – so wie die zwischen Wölfen und Schafen. Die Frage ist nur: Auf welcher Seite man steht! Aber es ist tatsächlich so – dass es äusserst schwierig ist, bei dieser Angelegenheit noch zwischen “Freund” und “Feind” zu unterscheiden, da Arbeit und Kapital einfach die zwei Seiten derselben Medaille im Kapitalismus darstellen – und die eine Seite der “Beziehnug” “die Hosen an hat”. Deswegen: Kritik am Kapital muss auch zwangsläufig Kritik an der Arbeit (der durchs Nadelöhr der Kapitalverwertung gegangenen menschlichen Tätigkeit) sein.

        • Linus Huber sagt:

          Die Auseinandersetzung einzig zwischen Kapital und Arbeit zu erkennen, ist eine Simplifizierung, denn zu einem gewissen Grade sind die meisten Menschen in beiden Segmenten vertreten.

    • Josef Marti sagt:

      Das Horrorszenario des langsamen Absinken von Löhnen und Preisen ist dem Establishment, sprich den Inhabern der leistungslosen Besitzeinkommen (Zins, Bodenrente, Profite) – dabei aber insbesondere den Inhabern der Bodenrente – ein Dorn im Auge, weil dann die Inflationierung der Mieten und Immobilienpreise und die damit verbundenen in Aussicht stehenden fetten Kapitalgewinne, welche schuldenfinanziert in die Höhe gehebelt werden, nicht mehr realisiert werden könnten.
      Zudem ist zu beachten, dass Realzins und Inflationsrate in der Zeitachse praktisch gleichförmig verlaufen. Indem bei variablen Verträgen sowie langfristig die Inflationssteigerung direkt dem Zins hinzugeschlagen wird trägt der Hyposchuldner und der Mieter von Jahr zu Jahr einen Preisaufschlag in mehrfacher Höhe der Inflationsrate. Aber auch in allen anderen Verbrauchsgütern stecken die inflationierten Zinskosten in den Güterpreisen, sodass die systematische Umverteilung von Unten nach oben zu denjenigen mit ausreichenden Vermögenserträgen systematisch zwingend abläuft.

      • Dominik Grimm sagt:

        Nennen Sie das Kind doch gleich beim Namen, wir erleben eine Umverteilung von Produktiv zu politisch Vernetzt.

      • Moebius sagt:

        Mit Verlaub: Die Mitglieder des Establishments wettern üblicherweise gegen hohe Inflation, nicht gegen niedrige Inflation. Und Mieten, Zinsen und die Pacht steigen real, wenn eine Deflation einsetzt. Die These vom höheren Realpreisaufschlag, der nur durch Inflation möglich ist, kann ich hingegen mathematisch nicht nachvollziehen.

        • Josef Marti sagt:

          Das ist logisch. Erst wenn die Inflationsrate ein gewisses Niveau erreicht, das den Hebeleffekt der EK Rendite ernsthaft gefährdet (weil dann die Rendite des Gesamtkapitals u.U. nicht mehr höher ist als der FK Zins) jault das Establishment auf.
          Wenn die Inflationssteigerung 5% beträgt und der bisherige Nominalzins auch 5% dann erhöhen sich die Zinskosten um 100% weil die Inflationssteigerung auf den Zins draufgeschlagen wird. Natürlich geht das nicht bei allen Vertragsverhältnissen per sofort, ergibt sich aber in der langen Frist zwangsläufig und ist auch eine Folge des Fishereffekts.
          Da dies im Warenkorb der Teuerungsrate nicht berücksichtigt wird ist das eine typische Form der Ausbeutung der Renditesklaven via Umverteilung zu den leistungslosen Besitzeinkommen.

          • Moebius sagt:

            In Ihrem Beispiel verdoppelt sich der Nominalzins, während der Realzins gleich bleibt. Wenn bei der Festlegung von Zinsen die Teuerung der Waren (und damit der Wertverlust des Geldes) mit eingerechnet wird, bedeutet das eben keine höheren realen Zinskosten. Sie unterstellen in Ihrer Rechnung, dass der Lohn nicht entsprechend mit angestiegen ist. Lohnsteigerungen sind aber ein ganz wesentlicher Teil der Inflationsursachen. Ohne Lohnsteigerungen gibt es auch keine nennenswerte Inflation, von seltenen Einzelschocks wie den Ölkrisen der 70er mal abgesehen.
            Auf der anderen Seite haben Leute mit Besitzeinkommen bei steigender Inflation den Nachteil, dass die Realverzinsung in laufenden Verträgen abnimmt, während sie bei sinkender Inflation steigt. Deswegen sind auch die Parteien, die die Interessen der Besitzenden stärker vertreten, so eifrige Streiter gegen die Inflation.

          • Josef Marti sagt:

            Deshalb sagte ich ja, dass empirisch Realzinskurve und Inflationskurve langfristig gleichförmig verlaufen. Ihre Feststellung ändert am besagten Umverteilungseffekt nichts, da der grösste Teil der Lebenshaltungskosten um eine Mehrfaches der offiziellen Inflationsrate ansteigt. Teuerungsausgleich bei den Löhnen ist sowieso in vielen Branchen praktisch abgeschafft und sowieso ist die offizielle Inflationsrate getürkt. Um den Umverteilungseffekt zu bremsen müsste sogar die Vermögenspreisinflation berücksichtigt werden, was schliesslich zu Hyperinflaton führen würde und zum Vertrauensverlust in Geldsystem und Währung.
            Genau deshalb muss man eine niedrige stabile Dauerinflationsrate auf niedrigem Feuer köcheln lassen, um die Umverteilungsmaschinerie der dauernden Geldentwertung zugunsten der Bodenrente und Profite möglichst lange aufrechtzuhalten. Gelingt dies nicht, weil von Jahr zu Jahr die Inflation ansteigt, dann entwertet sich mit den immer höheren Nominalzinsen gemäss Fishereffekt auf lange Sicht entsprechend die Währung und es setzt Kapitalflucht ein.
            Abgesehen davon, Lohnsteigerung führt nur zu Inflation wenn der Lohnstückkostenzuwachs tatsächlich den Produktivitätszuwachs übersteigt. Wenn aber wie lange Zeit in D immer mehr produziert wird als der Konsument real verbrauchen kann, dann entsteht eine Phase der Disinflation bei stagnierenden und gar sinkenden Reallöhnen auch wenn die Löhne nominal gering ansteigen.

    • Anh Toan sagt:

      @Dominik Grimm:

      Hätten Sie den Beitrag bis zum Schluss gelesen, die letzten zwei Sätze vor allem. wüssten Sie, warum nicht Massen vor dem Supermarkt warten.

      Aber aber MDM, Sie können doch dem Volk nicht solange Beiträge zumuten.

    • Den letzten Punkt verstehe ich nun überhaupt nicht: Wenn Deflation in Inflation gekehrt werden soll, und die Geldpolitik nicht mehr greift, dann wäre es doch am Einfachsten, man würde Zwangs-Lohnerhöhungen vorschreiben. Gemäss ökonomischer Theorie gibt es doch nichts preistreibenderes (aka inflationäres) als hohe Löhne! Oder ist es wie immer in der ökonomischen Lehre, dass Massnahmen, die dem Mittelstand dienen, grundsätzlich ausgeschlossen sind?

      • Ueli sagt:

        @Ralph Sommerer
        Sie vergessen etwas WESENTLICHES. Im Kapitalismus geht es nicht darum dem vermeintlichen “Mittelstand” den roten Teppich auszurollen, sondern maximale Profite zu generieren. Was volkswirtschaftlich “sinnvoll” wäre muss nicht betriebswirtschaftlich “sinnvoll” sein und vice versa. D.h. die bürgerliche Ökonomie hat es mit einem handfesten Dilemma zu tun, welches freilich ideologisch nicht opportun ist zu besprechen, da man sonst zugeben müsste das der “Krieg jeder gegen jeden” nicht logisch zum besten Output für die Gesellschaft führt – sondern ganz im Gegenteil die Gesellschaft auf allen möglichen Ebenen spaltet und in letzter Konsequenz ein Monopol in den Händen weniger Corporations / Staaten / Individuen schafft. Das Prinzip der ganzen Übung: Teile und herrsche.

      • Linus Huber sagt:

        @ Ralph

        Zu einem gewissen Grade wird dies mit Mindestlohninitiativen in verschiedenen Staaten bereits betrieben und diese Idee dürfte noch weiteren Aufwind gewinnen.

        Grundsätzlich beruht die gegenwärtige Vetternwirtschaft in erster Linie auf geldpolitischen Massnahmen und in zweiter Linie auf der durch die gekauften Politiker gesetzlichen Legitimierung der daraus resultierenden risikolosen Gewinne, welche die bestehende Machtkonstellationen stärken.

  17. Josef Marti sagt:

    Das Zusammenspiel von Schuld- und Zinsgeldsystem mit dem Hebeleffekt funktioniert blendend solange dank dem staatsmonopolistischen Geldsystem eine ständige Inflationierung sichergestellt werden kann. Deshalb fürchtet man die Deflation und nicht wegen der Arbeitslosigkeit und Depression. Punkt 6 des Artikels ist der einzig springende Punkt; bei Deflation kommen die Schuldenkönige wie Banken und Staaten – und damit aber auch die Vermögenshalter – in schwerste Bedrängnis weil die Schulden und Zinsen real immer mehr werden und nicht mehr weginflationiert werden können; die Vermögenshalter haben nämlich nicht nur Freude, weil sie Abschreiber einstecken müssen.
    Bei den Österreichern wird die Deflation erst dann zum Problem, wenn der Geldschöpfungsfaktor so weit einbricht, dass es zu einer Kontraktion der Geldmenge kommt. Eine starre Geldmenge ist nicht schädlich und hindert Produktivitäts- und Wirtschaftswachstum nicht, im Gegenteil ergäbe das scheinbar sogar segensreiche Preissenkungen und Reallohnerhöhungen für den Konsumenten.

    • Moebius sagt:

      Die Sicherstellung der ständigen Inflationierung scheint der Bank of Japan in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten nicht geglückt zu sein. Offenbar ist die Erzeugung von Inflation deutlich schwerer, als Sie er gerade darstellen. Entsprechend ist auch die Bedeutung der Geldmenge deutlich geringer.

      • Roger sagt:

        Könnte es bei der grösseren Geldmenge vielleicht gar nicht nur um Inflation gehen, sondern darum, dass die Reichen ständig reicher werden sollen? Vielleicht soll Geld / Immoblien / Aktien wie Magnete für weiteres Geld / Immobilien / Aktien wirken. Die Reichen verschenken oder vererben (Teile von ihrem) Vermögen an ihre Kinder. Dadurch wird der Reichtum verdünnt. Da er wie ein Magnet wirkt, wird er wieder grösser und bei der nächsten Generation wieder verdünnt usw.

        • Ueli sagt:

          @Roger
          Bei dieser grossen Geldpolitik geht es immer um das ganze System und seine weitere Funktionstüchtigkeit. Logischerweise profitiert man um so mehr von der Systempolitik – je mehr Vermögen man besitzt, da das System auf dem simplen Grundsatz basiert aus Kapital mehr Kapital zu generieren (deswegen auch das ewige Mantra des “ewigen Wachstums”). Freilich werden der gewöhnlichen Bevölkerung permanent “hehre Ziele” wie Vollbeschäftigung (wann wurde die eigentlich das letzte mal erreicht?), Preisstabilität oder Inflationseindämmung genannt. Es wird der Bevölkerung aber nicht verklickert, dass es z.B. auch Vorteile für das System der Profitmaximierung hat – wenn eine ständige “Reservearmee von Arbeitslosen” dafür sorgt, dass der Preis für die “Ware Mensch” nicht allzu teuer wird. Abgesehen davon ist das System freilich so konstruiert, dass man sowohl von “fallenden wie steigenden Kursen profitieren kann” – sprich: des einen Leid ist des anderen Freud und umgekehrt.

  18. Rolf Rothacher sagt:

    Nicht nur Produktionszuwachs, Rezession und Depression können zu Deflation führen. So lange die Inflation/Deflation aufgrund eines Warenkorbs ermittelt wird, der auch stark von den Einfuhren abhängt, können starke Währungsschwankungen und die Verlagerung der Produktion in Billig-Lohnländer zu Deflation führen, aber auch starke Fluktuationen im Erdöl-/Erdgas-Preis.
    Doch wie immer machen die Staaten genau das Falsche, um Inflation herzustellen: niedrige Zinsen führen zu einer Lähmung der Wirtschaft. Das Einkommen der Anleger sinkt und sie beginnen zu sparen. Die Risikobereitschaft der Unternehmen sinkt, weil sie ihre Absatzmärkte schwinden sehen. Investitionen bleiben aus. Gleichzeitig verspüren die Unternehmen auch bei 80% Fremdkapital-Einsatz keinen Druck über ihre Bilanz, mit neuen Produkten und Anlagen ihre Marge steigern zu müssen.
    Erst wenn die Zinsen wieder erheblich steigen, wird die Deflationsgefahr gebannt werden.
    Japan hat es uns seit 1992 vorgemacht: 0-Zinsen bedeuten vor allem Deflationsgefahr und Stillstand der Wirtschaft.

    • Ueli sagt:

      @Rolf Rothacher
      Schon mal was von Kausalität gehört? Sie tun ja gerade so als hätte man als Volkswirtschaft / Wirtschaftsraum immer die Möglichkeit genau das zu tun wonach einem gerade der Sinn steht (Zinsen rauf und das Problem ist gelöst!). Der Artikel von MDM zeigt aber gerade auf (und das Kapitel “Japan” ebenso), dass die Akteure mitnichten immer solche Machtmittel besitzen, dass sie mir nix dir nix dem Markt diktieren können wo`s lang gehen soll. Zwischen Allmachtsphantasien von Hilfsbuchhaltern und der Realität klafft nun mal ein grosser Abgrund…

    • Moebius sagt:

      @ Rolf Rothacher: Ich bin mir gerade ernsthaft unsicher, ob Ihr Beitrag ernst gemeint ist oder eine extrem ironische Satire, aber ich antworte mal so, als sei er ernst gemeint.

      1) Vermögenseinkommen haben einen kleineren Anteil am Volkseinkommen als Arbeitseinkommen.
      2) Menschen mit Vermögenseinkommen sind i.d.R. wohlhabend, d.h. haben ohnehin eine hohe Sparquote.
      3) Wieso genau wollen Leute gerade dann sparen, wenn sie kaum etwas dafür bekommen?
      4) Bei niederigen Zinsen wird gerne schuldenfinanziert u.a. mit Aktien spekuliert – wie man an den Rekordflügen der Börsen in den letzten Jahren gesehen hat.
      5) Neben Sparern gibt es auch noch Schuldner; Unternehmen/Investoren sind im Normalfall Nettoschuldner und finanzieren ihre Investitionen mit Krediten – um so lieber, je niedriger die Zinsen sind. Ergo: Niedrigere Zinsen beleben die Investitionstätigkeit.
      6) Historisches Beispiel ist die Stagflation der 70er Jahre, die durch hohe Zinsen beendet wurde: Die Inflationsrate fiel drastisch, die Wirtschaft erlebte einen heftigen Einbruch.
      7) Unternehmen ist die Marge phasenweise egal? Mit Verlaub, in den Interviews geben die CEOs immer was anderes von sich.
      8) Die Bank of Japan hat die Zinsen aufgrund des Wirtschaftseinbruchs nach dem Platzen der Spekulationsblase gesenkt. Der Absturz der Inflationsrate ging der Senkung der Zinsen voraus.

      Ich kann Ihrer Theorie in keinster Weise zustimmen.

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

TA Marktplatz

Abo

Weekend-Abo für 1.- testen

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Weiterbildung

Kostenlose E-Books

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Anzeigen

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-