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Welchen Namen geben wir der Krise?

Tobias Straumann am Montag den 14. Juli 2014

Vor ziemlich genau sieben Jahren begann die Finanzkrise. Vielleicht erinnern Sie sich. Im Juli 2007 gingen alle einigermassen sorglos in die Ferien, ein paar Wochen später warnte die UBS plötzlich vor schwierigen Marktbedingungen. Im Oktober 2007 teilte die Grossbank schliesslich mit, dass sie wegen der US-Hypothekarkrise vier Milliarden Franken abschreiben müsse.

Obwohl der Ausbruch der Krise schon ziemlich weit zurückliegt, gibt es noch immer keinen passenden Namen. Es existieren ein paar Vorschläge, aber keiner will so recht einleuchten.

Hier eine kleine Liste:

  • Der IWF spricht von der Global Financial Crisis (GFC). Das mag passend sein, verwischt aber die Tatsache, dass der Ursprung der Krise in den USA war. Natürlich waren dabei auch ausländische Banken involviert, ebenso sollten die Ungleichgewichte der Zahlungsbilanzen nicht ausser Acht gelassen werden. Aber es gibt eine klare Verantwortung der US-Behörden, die unter dem Begriff GFC nicht mehr sichtbar ist.
  • Bei Wikipedia dominiert der Ausdruck «Great Recession» – in Anlehnung an die Krise der 1930er-Jahre, die als «Great Depression» in die Geschichtsbücher Eingang gefunden hat. Hier liegt die Betonung auf den verheerenden realwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise. Ein Nachteil des Ausdrucks «Great Recession» ist jedoch, dass der Begriff bereits für die 1970er-Jahre verwendet wird und am Charakter der Krise vorbeizielt. Es ist eben gerade nicht eine Rezession, sondern eine Art Depression.
  • Einige Ökonomen haben deshalb vorgeschlagen, von der «Lesser Depression» zu sprechen. Dieser Begriff ist aber zu wenig elegant, er wird sich kaum durchsetzen.
  • In der ökonomischen Literatur liest man öfters den Begriff «The crisis of 2007–2009». Das klingt ausgewogen, verrät aber auch eine gewisse Ratlosigkeit. Weil es eben keinen gängigen Begriff gibt, weicht man auf einen neutralen Begriff aus. Für die wissenschaftliche Diskussion geht das in Ordnung, aber nicht für die Medien oder die Politik.

Wahrscheinlich ist es einfach zu früh für eine begriffliche Klärung. Wir befinden uns immer noch im Krisenmodus und wissen nicht recht, wie das Ganze ausgehen wird. Oder haben Sie vielleicht eine passende Bezeichnung für den Ausnahmezustand der letzten sieben Jahre?

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68 Kommentare zu “Welchen Namen geben wir der Krise?”

  1. Dimitri Papadopoulos sagt:

    Würde die Krise einfach als “Pay-the-bill”-Depression bezeichnen. Alle haben über ihre Verhältnisse gelebt, Leute Häuser gekauft, die sie sich nie und nimmer leisten konnten, die Banken nur auf den kurzfristigen und -sichtigen Quartalsgewinn geschaut und Risiken ignoriert, und die Politiker ihre Wähler mit schlaraffenländischen Sozialversprechen gekauft, und an die Macht zu kommen und ihren Grössenwahnsinn über Schulden an die kommenden Generationen zu realisieren.
    Irgendwann kam halt die Rechnung, leider wurde sie, vorallem von der letzten Gruppe, einfach weitergereicht.

  2. urs lehmann sagt:

    Wiki:
    Die Wachstumsrate der Weltdampfertonnage, die von 1848 bis 1873 jährlich 7,3 Prozent betragen hatte, [betrug] zwischen 1873 und 1896 [..] 5,8 Prozent im Jahr.

  3. Manfred Grieshaber sagt:

    Die Krise von 2007 ist nichts Neues. Exakt das gleiche geschah schon einmal zwischen 1873 – 1896 (die “lange Depression”). Auslöser war wie heute eine Subprime-Krise. Und das obwohl die Währungen alle noch einen Goldstandard hatten. Angefangen hatte alles bei Wiener Banken. Damals verlangte die ständig wachsende Bevölkerung nach mehr und mehr Getreide. Größter Getreideproduzent war Ungarn. Investment-Gesellschaften sammelten Geld und investierten es in ungarische Großproduzenten. Die Banken wurden so leichtsinnig das sie am Ende statt einer realen Immobilie nur die Baupläne für ein zukünftiges Haus als Sicherheit annahmen. Aber alle hatten die USA vergessen. Die war durch den Bürgerkrieg als Getreideexporteur ausgefallen. Nach 1865 startete die US-Regierung ein großes Finanzierungsprogramm zur Mechanisierung der Landwirtschaft. Das hatte derartigen Erfolg das die USA bald ganz Europa mit extrem billigem Getreide überschwemmten. Die Investitionen in Ungarn waren ruiniert und die Banken hatten nichts als Papier als Sicherheiten. Das machte die Menschen misstrauisch gegenüber vielen anderen Investitionen und bald stellte sich heraus das auch im Eisenbahnbau ähnliche Zustände herrschten. Man baute auf Teufel komm raus neue Strecken in der Annahme das Vorhandensein eines Gleises bewirkt automatisch die Ansiedlung neuer industrieller Bahnkunden. Und viele Investmentgesellschaften die mit hohen Erträgen beim US und kanadischem Bergbau warben erwiesen sich als faule Eier. Das führte zu einer einschneidenden Depression in der viele Menschen die Zukunft insgesamt als sehr düster betrachteten. Eine allgemeine Kapitalismuskritik schwemmte dann Vordenker des Nihilismus (Nietsche) oder roher Aggression (Ernst Jünger) hervor. In der Schweiz versammelten sich damals vom Kapitalismus und dem allgemeinen Materialismus enttäuschte Menschen und gründeten den Monte Verita als gesellschafftliche Alternative.

    • Linus Huber sagt:

      Danke für diese Ausführungen. Es zeigt jedoch deutlich auf, dass nicht der Goldstandard und damit die Unmöglichkeit der Geldentwertung das Problem darstellt, sondern es grundsätzlich immer auf das meist von Regierungen geförderte unehrliche oder zumindest unvorsichtige Verhalten der Banken (z.B. Fristentransformation, Geldschöpfung, inzwischen weiter ausgebaut mit Einlagenversicherung und Liquiditätsabsicherung durch ZBs) beruht. Mussten die verantwortlichen Akteure jener Zeit wenigstens Konsequenzen auf persönlicher Ebene erleiden?

      • urs lehmann sagt:

        Sie scheinen zum ersten Mal von dieser Episode zu hören, wissen aber sofort wer (wahrscheinlich) die Schuldigen sind. Wie bezeichnend.

    • ast sagt:

      Das sind interessante Ausführungen, Herr Grieshaber.

      “nichts als Papier als Sicherheiten”

      Das Beispiel zeigt, dass auch unter einem Goldstandard Finanzkrisen über faule Papiere entstehen können. Heute haben wir allerdings ein noch grösseres Problem als damals. Während man als Investor zu jener Zeit wenigstens noch hätte überprüfen können worauf das Vertrauen/Misstrauen beruht, ist das heute nahezu unmöglich geworden.

      Heue ist Geld ein an sich “faules Papier” geworden. Während man damals seine Ersparnisse durch eine “solides Sparschwein” tatsächlich noch gegen Totalverlust schützen konnte (Das Geld selbst war zu Gold konvertierbar), ist das jetzt nicht mehr möglich -respektive nicht mehr garantiert.

      • urs lehmann sagt:

        Kaufen Sie physisches Gold und das Problem ist gelöst.

        • Linus Huber sagt:

          Es geht gar nicht um Gold selber, sondern darum, inwiefern ein System gewählt wird, welches von sogenannten Entscheidungsträgern manipuliert werden kann, welche bewiesen haben, dass sie weder die Weitsicht noch den Sinn für Nachhaltigkeit besitzen, oder weder man die Wahl des Systems der freien demokratischen Entscheidung der Bevölkerung überlässt, welche sicherlich z.B. eine Währung, welche sich nicht entwertet, dem gegenwärtigen System vorzieht.

          • urs lehmann sagt:

            Kann Ihnen ja gleich sein wenn Sie sich mittels Gold quasi aus dem manipulierbaren System ausklinken können.

            Nur blöd wenn Sie in eine Phase geraten wo Gold nominal 80% verliert wie Anfang 80er bis etwa 2002, der USD ebenfalls 40-60% verliert, und dazu noch 60% kumulierte CH-Teuerung kommen. Gibt dann gerne mal 95% Kaufkraftverlust in 20 Jahren. Dabei ist Gold doch soooooo wertbeständig.

          • Linus Huber sagt:

            Diskutieren wir hier persönliche Investitionsstrategien oder ökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge, wobei Gold sicherlich eine Art Versicherung für systembezogene Risiken darstellen dürfte?

            Es handelt sich mehr um eine Frage, inwiefern die Macht von Regierungen, welche sich zunehmend an internationalen Regeln orientieren, über unser Leben und Wohlbefinden beschränkt sein soll oder eben immer weiter ausgebaut. Und ich rede ebenfalls keineswegs in erster Linie von der Schweiz, sondern eher von Staaten mit einer indirekten Demokratie. Aber es steht Ihnen natürlich frei, sich darüber keine Gedanken zu machen.

    • urs lehmann sagt:

      Wiki-Zitate zur Langen Depression:

      – Bezeichnung und tatsächliche Existenz der Großen Depression sind [..] wissenschaftlich umstritten

    • urs lehmann sagt:

      Das Blogsystem blockt mal wieder. Naja, wiki nachlesen kann eh jeder selbst.

      Auf jeden Fall scheint mir der Begriff “Depression” angesichts eines lediglich reduzierten Wachstums reichlich marktschreierisch.

  4. Peter Schiess sagt:

    Meine Vorschläge:
    the great mortgage bubble 2007/2008
    the mortgage excess 2007/2008
    the great mortgage trap 2007
    the great loan trap 2007/2008

  5. Bob Baumeister sagt:

    *DEBITISMUS-KRISE*

    „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.” Paul C. Martin, 1985 [Der Kapitalismus – ein System, das funktioniert, S. 76]

  6. Martin Holzherr sagt:

    Subprime-Krise wäre auch kein schlechter Name für die Krise nach 2007, denn Subprime-Kredite waren ja der Zünder mit dem das Finanzsystem in die Luft gejagt wurde. Dass eine Immobilienkrise allerdings auf die ganze Welt übergreift ist sicher etwas neues und hat mit der Globalisisierung der Finanzmärkte zu tun, die gleichzeitig mit einem überschiessenden, durch Fakten überhaupt nicht gedeckten Wirtschafts-Optimismus einherging. Das ermöglichte dann, dass deutsche Landesbanken bis über beide Ohren in “todsicheren” US-Subprime-Hypotheken engagiert waren. “Todsicher” waren diese Anlagen, weil sie doch von den Rating-Agenturen eine Triple-A Bewertung erhielten.
    Solche Exzesse sind überhaupt nichts neues. Neu ist nur, dass Immobilienkredite, die in einem einzigen Land ausgegeben wurden die ganze Welt in eine Krise stürzten.

    • Hampi sagt:

      Genau: solche Exzesse sind nichts Neues. Vereinfacht gesagt, heisst das, dass neu nur die Globalisierung ist.

      Deshalb könnte man die Krise auch “Great Global Depression” nennen. “Great Depression” plus “Globalisierung”.

  7. Jakob vonGunten sagt:

    “Realexistierender Sozialismus” – treffender könnte der Name für die seit Jahren herrschende Finanzkrise nicht sein. Deren Ursachen sind zweifach und wurzeln im selben Übel: Die weltweite Bankenkrise war das Resultat der sozialistischen Finanzpolitik unter den US-Präsidenten Clinton und Carter. Sie wiesen die staatlich kontrollierten Hypothekarbanken FannyMae und FreddyMac an, landesweit Hypotheken ohne Bonitäts- und Tragbarkeitsprüfungen und bis weit über 100% des Marktwertes zu geben; die Bundesregierung haftete für das Risiko der Banken. Als der Staat nicht mehr zahlen konnte, kolabierte das ganze Hypothekargeschäft und verursachte eine weltweite Finanzkrise. Das war der Preis für die präsidial verordneten Markteingriffe und für die sozialistische Finanzwillkür. Die zweite Finanzkrise hat ihren Ursprung in einer verantwortungslosen Schuldenwirtschaft in mehreren europäischen linksregierten Ländern: Deren Regierungen verschuldeten sich für die Finanzierung von Wahlversprechen (noch mehr Staatsstellen, Staatsunternehmen, Mindestlöhne, Frührenten, unkündbare Arbeitsplätze etc. etc) dermassen, dass sie nach kurzer Zeit weder die Zinsen noch das Kapital zurückzahlen konnten. Griechenland scheiterte als erstes Land, Portugal und Spanien, aber auch Irland und weitere, sind immer noch gefährdet. Auch Argentinien bleibt in Nöten. Aber anstatt den schuldigen Linkspolitikern den Prozess zu machen und weitere Schulden zu verbieten, werden heute die Kreditgeber als Aasgeier und Verursacher der Krise dargestellt.
    Vor 25 Jahren krachte das wirtschaftliche und politische System Osteuropas grandios zusammen, nachdem durch den dortigen real existierenden Sozialismus ganze Generationen und Völker in Knechtschaft und Armut gehalten wurden. Westeuropa hat daraus nichts gelernt und schwenkt mit den johlenden Linkswählerhorden auf den Weg nach Griechenland ein: Verschulden wir uns munter weiter! Die nächste Generation soll zahlen. Oder noch besser: Prellen wir einfach die Gelgeber wieder um Zinsen und Kapital. So ist Sozialismus heute.

    • Linus Huber sagt:

      In anderen Worten: Das Ende des Wohlfahrtsstaates auf Pump.

    • Albert Baer sagt:

      Sozialismus ja – aber Sozialismus für die Reichen.
      Lesen Sie Piketty.

      • Linus Huber sagt:

        Das Feigenblatt, welches Piketty den Regierungen zur Rechtfertigung der Jagd auf die “Reichen” liefert, wird sich als nichts anderes herausstellen, dass hauptsächlich der Mittelstand weiter dezimiert werden dürfte, denn die wirklich “Reichen” werden einerseits die Spielregeln mitbestimmen (Einfluss auf Legislative) und die notwendige Know-how (unter Einbezug der notwendigen rechtlichen Beratung) besitzen, sich dieser Zwangskonfiskation zu entziehen.

        Aber Sie haben natürlich recht mit Ihrer Feststellung, dass Sozialismus z.Z. hauptsächlich für die Reichen existiert und dies nicht zuletzt aufgrund der Massnahmen der Zentralbanken, welche das gegenwärtige Schneeballsystem von immer höheren Staatsschulden und der Vermeidung etwelcher Abschreibungen zulasten der sich nachhaltig verhaltenden Bevölkerung aufrecht erhält.

        • Anh Toan sagt:

          Aber Sie haben natürlich recht mit Ihrer Feststellung, dass Sozialismus z.Z. hauptsächlich für die Reichen existiert und dies nicht zuletzt aufgrund … Zentralbanken…”

          Das “und” ist falsch, das hat @Albert Baer nicht geschrieben, warum legen Sie es ihm in den Mund?

    • @Jakob vonGunten

      Vielleicht kennen Sie das Zitat aus Angels & Demons von Dan Brown: “Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war, die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn nicht.” Analog dazu könnte man sagen: “Der größte Trick, den die Liberalen je gebracht haben, war, die Welt glauben zu lassen, der Staat wäre schuld an der Finanz- und Schuldenkrise”.

      Nur ein kursorisches Studium der Nachkrisen-Literatur (man sollte halt vielleicht wieder einmal ein Buch lesen) zeigt unwiderlegbar, dass die Krise eine reine Finanzmarktkrise war. Wenn Sie diesen Blog hier absuchen, werden Sie zudem viele Artikel dazu finden, dass das Wort “Schulden” in “Finanz- und Schuldenkrise” jeweils Schulden der privaten Haushalten, Unternehmen und Banken waren und eben nicht des Staates (Irland und Spanien waren vor der Krise praktisch schuldenfrei).

      Sie haben im übrigen auch einfach ein paar Begriffe falsch verstanden. Wenn im Zuge der Krise von der “Nachfrage nach Hypotheken” die Rede ist, meint man nicht die Nachfrage von Hausbesitzern nach Krediten, sondern die Nachfrage von Hedgefonds und Investitionsbanken nach verbrief- und verzockbaren Hypotheken. Matt Taibbi hat in seinem Buch Griftopia geschrieben, dass diese Nachfrage nach Hypotheken so gross war, dass Banken bereits Hypotheken weiterverkauft hätten, für die noch gar keine Kreditnehmer gefunden waren. Ist Ihr Sozialismus nun bereits soweit, dass FreddieMac und FannieMae Kredite an Leute vergeben müssen, die nicht existieren?

      • Hampi sagt:

        Ralph Sommerer
        15. Juli 2014 um 07:23

        In 99,999 % der Fälle ist der Nachfrage nach verbrieften Hypotheken durch Investmentbanken und Hedgefonds die Nachfrage nach eben diesen Hypotheken durch die Schuldner (v.a. private Haushalte) vorausgegangen.

        Und einige Staaten waren vor der Krise nicht überschuldet, sind es aber während der Krise geworden. Warum? Weil sie mitschuldig sind, dass diese Übertreibungen überhaupt entstanden und weil sie auch in den guten Jahren ihre Schulden nicht reduzierten, sondern erhöhten.

        Reto vonGunten ist zwar zeitweise blind auf einem Auge, wie sich durch sein Nicht-Erwähnen von George W. Bush leicht herauslesen lässt. Aber die Krise alleine den geldgierigen Banken und Hedge-Fonds zuzuschieben, ist etwa ebenso irreführend.

        Banken sind per Definition, oder mindestens per Erfahrung, und immer geldgierig. Und ohne die gierigen (kreditunwürdigen) Privaten und eine staatliche Regulation, die diese geldgierigen Machenschaften offiziell zuliess, wäre es nie so dramatisch gekommen.

        Wie

        • Hampi sagt:

          Und übrigens glaube ich nicht, dass der Teufel existiert. Ich brauche ihn lediglich als “Krücke”, wegen meiner Unfähigkeit, alle Tätigkeit rational zu verstehen 🙂

        • Josef Marti sagt:

          Die Staaten sprich die Allgemeinheit war schuld also muss sie auch das Establishment retten, interessante Logik.
          Schliesslich haben die Vermögenden weltweit sicher kein Interesse am Schuldenabbau, das Gegenteil ist der Fall, denn ohne Schuldenwachstum , meistens der Staaten, können keine Vermögen wachsen, das ist banale makroökonomische doppelte Buchhaltung. Eindrücklich sieht man das, wenn nach platzenden Spekulationsblasen die Rettung des Finanzsystems mittels Umbuchung aufs Konto Staatsverschuldung die Guthaben der Lottospieler auf diese Art von den vorher unsicheren Kursschwankungen befreit werden indem der Bürger als Garant hingestellt wird; dies deshalb weil er Staatsbürger ist und schliesslich für die Staatsschuld bürgt.

          • Hampi sagt:

            “Die Staaten sprich die Allgemeinheit war schuld also muss sie auch das Establishment retten, interessante Logik.”

            Ich weiss nicht, ob interessanter, aber meine Logik ist ähnlich:

            “Die Staaten sind schuld, WEIL sie das Establishment retten MÜSSEN.
            MÜSSEN, nicht nur, weil böse Politiker von den bösen Bankern Gratis-Besuche im Bordell oder Gratis-Ferien bekommen, sondern MÜSSEN, weil sie ihren Wählern Reichtum versprochen haben, der nicht existierte.”

        • will williamson sagt:

          ” und weil sie auch in den guten Jahren ihre Schulden nicht reduzierten, sondern erhöhten. ”

          Richtig. Und jetzt behaupten sie, die Rezepte von Keynes würden auch nicht mehr funktionieren.

        • ast sagt:

          “Banken sind per Definition, oder mindestens per Erfahrung, und immer geldgierig.”

          Ja die Privaten, aber theoretisch nicht Notenbanken. Aber seit einigen Jahren betätigen sich auch diese an gewagten Spekulationen. Notenbanken die zu Millionen Aktien kaufen – das ist noch schlimmer als der schwunghafte Handel mit Staatsanleihen. Die Manipulation von Gold und Devisen reichten den Notenbanken nicht aus um Papiergeld zu stützen, sie griffen zu Staatsanleihen -dann zu Firmenanleihen -nun zu Aktien und alsbald steigt die EZB vermutlich in ABS ein. Der Gesamteinsatz der Notenbanken an eigentlich privaten Spekulationsgeschäften stieg derart sprunghaft an, dass nun fallende Aktienmärkte wie Banken zu “to big to fail” Risiken geworden sind. Solche staatliche Stützungskäufe von Akten-Zitronen ist schon recht ähnlich dem russischen Kommunismus geworden -nur werden andere Namen dafür verwendet und statt im Politbüro irgendwo in den Bürotürmen der Notenbanker mit faulen Werten gepokert.

    • Josef Marti sagt:

      Genau; diese Finanzkrise war nämlich eine subversive sozialistische Verschwörung, die von Nordkorea aus gesteuert wurde, und die naiven Banker sind in die Falle getappt.

    • Reto Stadelman sagt:

      @vonGunten
      Ich gehe mit Ihnen in genau einem Punkt einig: Die Krise erinnert in ihren Auswirkungen wirklich an den realen Sozialismus. Aber nicht weil sie durch Sozialismus verursacht wurde, sondern weil das Scheitern der libertären Wirtschaftsideologie langsam ähnliche Auswirkungen hat wie der Sozialismus. Die Stagnation der Wirtschaft!
      Man spricht es zwar noch nicht laut aus, aber eigentlich wurde mit dieser Krise bewiesen, dass nur soziale Marktwirtschaft ein gangbarer Weg ist. Oder natürlich wie bisher, Krieg, Tod und Zerstörung… Welchen Weg die Menschen nehmen, ich befürchte es schon jetzt zu wissen…

  8. Marcel Senn sagt:

    Ein kreditbasierdendes FIAT-Geldumlaufgeschwindigkeitsentschleunigungsereignis -> infolge der Geldschwemmentherapie seit 2008 kommt es zu einer immer ineffizientereren aber auch brutaleren Kapitalallokationen und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes nimmt in historischen Ausmassen ab.

  9. Ist es möglich, das hier unter uns einige neurotische Zensurfetischisten und heimlich unbewusste STASI-Sympatisanten sitzen, welche bei ökonomisch entrümpelten und geistig unabhängigen bzw. die Konformität in Frage stellende Beiträgen das Fallbeil ertönt.

    Errinnert an Apartheit+Co !!! Allem Anschein ist TA an dieser zerstörerischen Westlichen Krise überhaupt nicht unbeteiligt.
    Nicht ernster aber nicht sponsorenfreier Szenenwechsel:
    Cineastisch musikalische Untermahlung mit einem Messer in der Hand vor dem Badewannenvorhang:
    “Zum Wohl! Superlative der geistigen, emotionalen und finanziellen Prostitution mit kompensatorischer Party- & Nutten-Spielchen für grosse Ehrentitelsammler und Ordensmitglieder. Man schlägt einfach zurück, obschon man nicht will, der Reflex der Angst gebietet es einem. eRich fromM hätte geschossen, ein Kaiserschmarren ohne Lady Gaga”
    Bitte noch ein Antidepressiva einwerfen, die Show geht gleich weiter.

    WIR lieben es sie zu UNTER-halten im Spiegeluniversum ad absurdum

  10. Martin Holzherr sagt:

    “Globalisierungskrise” würde auch passen, denn erst die internationale Verflechtung machte aus der US-Krise eine globale Krise. Wir haben es bei der Finanzwirtschaft, ja der Ökonome zudem mit einem komplexen dynamischen System zu tun, welches zu Instabilität, ja zu richtigen Crashs neigt – und das schon seit es Banken und eine Finanzwirtschaft überhaupt gibt. Ein Mittel um Abstürze weniger wahrscheinlich zu machen wäre es Systemteile voneinander zu isolieren, die Interdependenzen also zu reduzieren. Das wurde mit dem Glass-Steagull Akt ja schon einmal versucht. Den Glass-Steagull Akt in den 1990er Jahren wieder aufzuheben war bestimmt ein Fehler. Eine weitere Fehlenentwicklung war es, den Banken zu erlauben praktisch ohne Eigenkapital zu operieren.

  11. Heinrich Rendels sagt:

    Geschätzte Autoren,

    zwar hat die Finanzkrise 2007 ff. unbestritten und unbestreitbar ihren Ursprung in den USA. Unbestritten und unbestreitbar sind aber auch die sich explosionsartigen, verheerenden Auswirkungen auf die wichtigsten Finanzmärkte und Ökonomien der Welt. Somit dürfte die IWF- Bezeichnung GLOBAL FINANCIAL CRISIS (GFC) die wohl griffigste und weitestgehend auch zutreffende Formulierung darstellen.

    Mit freundlichen Grüßen
    H. J. Rendels

  12. Hampi sagt:

    Wie im Beitrag erwähnt, ist es noch zu früh, für einen abschliessenden Begriff.

    Wenn man dies aber trotzdem, quasi interimistisch, versucht, dann stellt sich einem die Schwierigkeit, dass die Krise seither verschiedene Phasen durchläuft:

    Angefangen hat es mit der Euphorie am US-Immobilienmarkt und das Ganze wurde verstärkt durch die Finanzindustrie, der der Markt (und Regulatoren) erlaubte, verschiedene Risiken zu vermischen, um sie dann als weniger riskant zu verkaufen. Dann kam noch das „too-big-to-fail“-Problem dazu. In Europa gab es Länder, deren Situation mit dem Immobilienboom der USA vergleichbar waren, wie zum Beispiel Spanien, Irland, Island. Und andere Länder, deren Immobilienmärkte zwar nicht heiss waren, die aber über das Phänomen „Globalisierung“ mitgerissen wurden. Deutschland etwa hatte keine Probleme mit dem Immobilienmarkt, aber dadurch, dass deutsche Banken überproportional im US-Immobiliensektor investiert waren, war der Effekt derselbe, als hätten sie einen eigenen Immobilienboom gehabt.

    Dann brachte die Krise unzählige andere, bisher „versteckte“ Probleme ans Tageslicht (Überschuldung, anachronistische Wirtschaftssysteme, keine eigene Geldpolitik möglich), die schliesslich in die Eurokrise mündeten. Nun hatten wir unterdessen auch eine Vertrauenskrise, etc. etc.

    Was wir noch nicht genau wissen, aber schon ein bisschen vorausahnen, ist die Frage, ob die Krise auch der Beginn einer neuen Ära ist. Damit spreche ich die These/Theorie der „Secular Stagnation“ an, die (vereinfacht) besagt, dass wir wegen zu viel Ersparnissen und der demografischen Entwicklung (Überalterung) längerfristig gesehen ein tieferes Potenzialwachstum haben werden (mit weniger Inflation und mehr Arbeitslosigkeit).

    „Die Krise“ ist in der Tat wie das „Domino-Spiel“, wo die einzelnen Steine in zeitlicher Abfolge, einer nach dem anderen, umfallen. Und die umgefallen Steine haben Namen, wie „Sub-Prime-Krise“, „Too-big-to-Fail-Krise“, „Vertrauenskrise“, „Eurokrise“, “Überschuldungskrise”, „Soziale-Unruhen-Krise“, „Frankenkrise“, „Korruptionskrise“, etc. etc.

    Diesem ganzen Vorgang einen einzigen Namen zu geben, ist unmöglich. Denn sogar der Name „Domino“ würde ausser Acht lassen, wer den ersten Stein umgestossen hat.

    Mir gefällt am besten der Name „Great Recession“, weil er wenigstens durch seinen Bezug auf „Great Depression“ die Grösse und Ernsthaftigkeit der Krise berücksichtigt. Oder „Sub-Prime-Crisis“, weil sie der erste Stein war, der umfiel.

    Und, wer weiss: vielleicht werden wir in Zukunft auch von „Demography-Shift and Savings-Glut-Breakout“ sprechen 🙂

  13. Albert Baer sagt:

    Für Steve Keen ist die Krise das Versagen der neoklassischen Theorie, der er Inkonsistenz, unwissenschaftliches Verhalten und das Festhalten an empirisch widerlegten Behauptungen vorwirft.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Keen

  14. Daniel Haase sagt:

    “Kollaps der Effizenzmarkt-Hypothese”
    In den Kommentaren zur Krise wird die Verantwortung zumeist den Akteuren im Finanzsektor und in der Politik gesucht und gefunden, dabei wird die Verantwortung der Wissenschaft häufig vernachlässigt. Erst unter der Annahme effizienter Märkte Banken & Aufsichtsbehörden möglich eine solche Anhäufung von Bilanzrisiken (Schulden) anzustreben und zuzulassen.

    Jetzt haben wir es halt mit einer “Bilanzrezession” zu tun -auch ein schönes Wort, weil es den Prozess, der seit dem Kollaps der Effizenzmarkthypothese abläuft, gut beschreibt und erklärt, warum auch Nullzinspolitik seitens der Notenbanken diesem Phänomen nicht beikommen kann.

  15. Gautier Irgendwo sagt:

    Die Geldumverteilung von unten nach oben, funktioniert tadellos, gerade so wie geschmiert

  16. Theo Gerber sagt:

    Warum soll die Krise einen englischen Anmen tragen? Für mich ist dies ganz einfach die “Gierismus-Krise”

  17. ast sagt:

    Ich sehe seit dem erstklassigen Report der Stanford Universität vom Januar 2011 keinen Grund die Ursachen zu revidieren und die Finanzkrise mit einem neuen Begriff auszustatten. Es hat sich ja wenig geändert seit:
    http://fcic-static.law.stanford.edu/cdn_media/fcic-reports/fcic_final_report_full.pdf

    Subprime Crisis

    Und ja, der Begriff tauchte erstmals 1993 in den USA auf, so weit mindestens gehen auch die Ursachen dieser Krise zurück.

    Bei den Marxisten existiert dieser Begriff umfassender beschrieben unter dem Begriff “Klassenkampf”.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Klassenkampf

  18. rascha kocher sagt:

    Das SOZIALVERWAHRLOSUNGSSYNDROM ereilt einen, wenn man trotz Uberfluss stets ins Minus wirtschaftet; überdies gleichzeitig die anderen ignoriert, welchen man somit den Lebensbedarf stiehlt.

    • Laila sagt:

      Die ganz oben benannten 4-5 Familien, welche die Weltherrschaft übernehmen würden, können nicht überleben, wenn der “Motor” nicht mehr läuft. Rothschild hält sich seit 1810, aber die Familengeschichte beinhaltet grossen Inzest.

      Jeder Einzelne ist ein Rädchen, das zum Funktionieren der Welt bestimt ist. Wenn wenige fehlen, fällt es kaum auf, aber wenn viele fehlen sollten, wird als Folge auch die Natur rächen. £££ und $$$ kann niemand sähen und ernten, und Fluten sowie Vulkanausbrüchen sind sie auch nicht gewachsen… Geschichtlich betrachtet sind schon alle Völker, welche sich perfektioniert haben, ausgestorben (inkas, Mayas…).

      • Die Reichen rotten nicht die Welt aus. Es werden genug Lohn-Sklaven das sein die den Motor am Laufen halten. Aber 7 und mehr Milliarden Menschen braucht es nun wirklich nicht dazu. In Düsseldorf beklagte sich die Regierung man solle die Vögel im Winter nicht füttern. Die Begründung ist logisch wie erschreckend. Die Vögel die im Winter zu schwach wären überleben nur durch die Fütterung und so wird das natürliche Ausleseverfahren gestört. Die schwachen Gene werden so weitergegeben und schaden so auf Dauer der Spezies. Wer oder Was zu schwach ist, wird nicht mehr durchgefüttert! Jetzt sind es wieder die Vögel, vor ein paar Jahrzehnten waren es auch Menschen. Die Nächsten werden auch wieder Menschen sein, sie werden dann klüger entsorgt werden. Die Fruchtbarkeit der Männer hat schon merklich nachgelassen. Das ist jetzt eine Verschwörungstheorie, denn vergast werden die Menschen nicht mehr, zu energieaufwendig und zu auffällig. Auch Kriege entsorgen Menschen und knüppeln sie als Flüchtlinge zur totalen Rechtlosigkeit und gefährden auf Dauer jeden Staat wenn es zu viele werden.

        • Josef Marti sagt:

          Bei der nachlassenden Fruchtbarkeit habe ich so meine Zweifel. Wenn man Afrika und die arabischen Länder anschaut sind die Vermehrungsraten ja bemerkenswert. Im gleichen Ausmass wie die Fertilität zunimmt nimmt offenbar die Fähigkeit ab, einen nennenswerten volkswirtschaftlichen Kapitalstock aufzubauen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Leute den ganzen Tag am Pimpern sind anstatt zu arbeiten und sich weiterzubilden. Exemplarisch sieht man das auch bei den orthodoxen Juden in Israel, die weder arbeiten noch Militärdienst leisten und dafür zur Belohnung von der Gesellschaft duchgefüttert werden.

          • Anh Toan sagt:

            @Josef Marti: “Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Leute den ganzen Tag am Pimpern sind anstatt zu arbeiten und sich weiterzubilden. ”

            Dein, weil sie keine Arbeit haben und kein für Weiterbildung und selbst mit Bildung keine Arbeit hätten, pimpern sie halt den ganzen Tag.

        • rascha kocher sagt:

          @ Bodenmann: Das Ausleseverfahren der Natur von Menschen ist an sich insofern gestört, weil momentan [infolge Fort-Schritt] zuviele künstlich am Leben gehalten, also Plätze einnehmen, die anderen an und für sich vorbehalten. Doch wie ES kommen muss lese man in den Annalen der Königshäuser damals: Blass, überzüchtet, degeneriert Dank Inzucht, fehlernährt. Irgendein Virus oder gar ein Insekt kann bereits dermassen viel anrichten, dass nur die effizient Kräftigsten überleben werden (und dies sind klar nicht diewelchen mit Bäuchen und Flaschen in der Hand [das Abgeglichene ist nur symbolisch])…

    • rascha kocher sagt:

      @ Laila: Jede Über-Kultur untergrub sich noch selber, denn eine gewisse Bequemlichkeit machte die Menschen degenerös. ES sind kaum ein paar wenige Familien die steuern. ES ist das System selber, das nicht überlebensfähig [weil ES sich die Existenzgrundlage zerstört].
      Masshalten tat man leider aus dem heutigen Vokabular streichen. Ohne dies bleibt Krise als Krise…

  19. Markus Reichmuth sagt:

    1997/8 war von der Asian Crisis die Rede – zum grossen Teil auch eine Finanzkrise. Wieso also nicht sowas wie the Western Mortgage Financial Crisis? Das Ansteigen der Schulden des öffentlichen Sektors war eine Folge davon und ist als Bezeichnung irreführend. Die Krise bereits heute mit einem “systemischen” Begriff zu bezeichnen unterliegt dem Trend zu nervöser Kurzfristigkeit genauso wie die Geschäftswelt – wohl kaum ein vernünftiger Vorschlag. Das “System” entwickelt sich so oder so weiter. Den doomsayern sollte solche Begriffsbildung nicht überlassen werden (wäre ähnlich dumm wie The End of History – aber Effekthascherei macht halt auch vor den Türen wissenschaftlicher Analysten nicht Halt).

    • Anh Toan sagt:

      “Die Krise von der manche sich wünschten, sie wäre eine eine Depression, oder gar eine grosse oder noch grössere oder die Mutter aller Depressionen”:

      Im Jahr 20009 sank die Weltwirtschaft um rund 1% (OMG!), alle anderen “Krisenjahre” wuchs die Weltwirtschaft. Von 1928 bis 1932 halbierte sich die Industrieproduktion.

      Heavan is a place
      a place where nothing
      nothing ever happens!

      (Talking Heads)

  20. Wieso nicht “Collapse of Market Liberalism” ??

    Immerhin lässt sich die Finanzkrise ursächlich auf markt-liberale “Theorien” zurückführen (Angebotspolitik, Efficient Markets Hypothesis, Wettbewerbstheorien, etc) die alle samt und sonders durch die Realität widerlegt worden sind. Auch wenn die sogenannte Wissenschaft Ökonomie alle empirisch ermittelten Resultate ignoriert (vgl Artikel auf FuW) und stattdessen an “Theorien” (eigentlich Hypothesen) festhält, die in sich selber widersprüchlich sind und daher nicht stimmen können, lässt sich ein Totalversagen der ökonomischen Leere (sic) nicht verleugnen. Statt sich in Namensfindung zu ergehen, sollten wir uns alle fragen, wieso die sogenannte Wissenschaft Ökonomie die Finanzkrise nicht erkannt hat, die sich vor aller Augen zusammengebraut hatte. Erinnert sei zudem daran, dass die Asienkrise 1997 ebenfalls ein Finanzkrise war, die überdies dieselbe Ursache und denselben Verlauf genommen hatte, wie die aktuelle Krise.

    Wenn der Spruch “Fool me once shame on you, fool me twice shame on me” irgend eine Bedeutung hat, was gilt denn für das dritte Mal?

    • Pedro Linder sagt:

      Ihr Begriff trifft es sehr gut! Es ist eine Religion zusammengebrochen. Leider glauben immer noch zu viele daran. Der wichtigste Grundpfeiler dieser Religion ist die sogenannte Wirtschaftswissenschaft die zu grossen Teilen nur aus theoretischen Modellen und Unwissen besteht. Trotz dieser sog. Wissenschaft weiss zum Beispiel keine einzige Nationalbank auf dieser Welt, was die eigenen Aktionen für Folgen haben werden. Man glaubt einfach etwas und meint es würde eintreffen, was manchmal passiert und oft eben nicht.

  21. Karl Benger sagt:

    The Second Great Depression. Wenn die USA ihre Wirtschaftsstatistiken nicht systematisch schönen würden wäre das allen klar.

  22. Tom Müller sagt:

    Der Grund für die Länge der Krise ist, dass wir es im Westen nicht schaffen ein vernünftiges Wachstum zu generieren. Ich denke wir sind an die berüchtigten Grenzen des Wachstums gestossen an denen sich Japan seit 20 Jahren befindet. Wir können wie Japan in Ewigkeit weiterdümpeln und hoffen, dass unser System stabil bleibt oder wir erneuern und reformieren es total.

  23. Gerd Fehlbaum sagt:

    Meiner scharfsinnigen Observation zufolge, war diese Wirtschaftskrise das Ende des Mickey Mouse Zeitalters… “End of the age of Mickey Mouse”. Sprich, dieses Zeitalter begann in den USA zeitgleich mit M.M., basierte auf aehnlichen Erwartungen wie sie in den M.M. Heften zelebriert werden (Dagobert Duck), das ganze Zeitalter war gegen Schluss nur noch von Spass, Buntheit und finanzieller Dummheit gepraegt.
    Soviel zum “Micke Mouse Zeitalter”, wo infantile Unseriositaet geboren wurde, mit spiegelgleichen Folgen im Finanzsekt(korken)or…

    Was nun beginnt, ist aber noch viel gefaehrlicher: Das “Weihnachtsmannzeitalter”. Alles wird (scheinbar) wieder etwas serioeser, Glauben “bricht aus” in scheinbar Aufgeklaerten, man verspricht sich zu bessern – aber man erwartet alles halb GESCHENKT! So beginnt man immerhin bereits zur Haelfte (wieder) an den Weihnachtsmann zu glauben… “Age of Santa”.

    Am ferneren Horiziont sehe ich bereits eine Osterhasenzukunft kommen… Alle irren im Gras rum und suchen goldene Eier!

    Bloss von der huebsch “angedachten” Aufklaerung, also bewusster Vernunft, Maessigung des Raubtieres im Menschen, sehe ich im Umkreis von einem Jahrhundert nichts.

    • Ist ein orbital millionenfach funkelnder Marketingssuperstar, wo Edward Bernays vor Neid erblasst, und die weltumspannenden Kinokassen zum bersten bringen würde. Ist bodenständig seriös gesprochen sehr gut 😉
      Was will man mehr. Dagobert prangert offiziell bei deutschen Telefonverkaufs-Mafiaexperten an den Wänden wie z.B. bei MEG AG oder dem Kreis vom Wiener Karusell. Das ist nun kein Witz, gesehen auf Youtube.
      Wie auch das folgende, wo man sich zentrale Infos für den Zeitgeist von heute luftig leicht besorgen kann:
      http://www.youtube.com/watch?v=mEYhbXgE1Yw
      Oder auch top aktuell bez. der ausufernden Digitalwelt:
      -Zugriff! Wenn das Netz zum Gegner wird
      Einen erstaunlich simplen Überblick über sehr vieles in der sehr komplex und verschachtelten Welt heute bietet:
      http://www.youtube.com/watch?v=oeh5R_ot-1g

      TV-raus und Internet-Dokus rein sollte von den Volksschulen, den Krankenkassen und den Parlamentariern für mind. die nächsen 20 Jahre vorgeschrieben werden. Danach könnte man wieder mal Sodom+Gomorra-Pause einlegen, wie grad eben schon.

  24. Markus Ackermann sagt:

    Ich denke, dieser Begriff trifft’s am besten:
    The Illusion of the Perpetual Money Machine
    http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2191509

    … hätte zudem noch den Charme, dass der Begriff von der ETH kommt

  25. will williamson sagt:

    Henry C. K. Liu nennt diese Krise “Global Sovereign Debt Crisis “:
    “As a result of government bailouts and stimulus spending in response to the global financial crisis, gross government debts around the world have risen to unprecedented heights by 2010 and are expected to continue on an upward trend for the foreseeable future as recovery remains anemic in many regions in the world. Ironically, the list of countries with high sovereign debt is topped by Japan, notwithstanding Japan’s huge foreign currency reserve and its large export sector and persistent trade surplus. “

    • will williamson sagt:

      weiter:
      “Japan has been in permanent recession since the 1985 Plaza Accord pushed the exchange value of the yen up against the dollar without any significant effect on US-Japan trade imbalance in Japan’s favor. Despite continuing trade surpluses, Japan’s gross government debt rose from 170% of GDP in 2007 to nearly 200% in 2010 as the Japanese government revved up spending to stimulate in vain the structurally impaired export economy. A similar fate will fall on all economies that depend excessively on export for growth as the traditional import markets in the advanced economies such as the US and the EU are themselves trapped in anemic growth by excessive debt for decades to come.

      Yet the world, led by the US, has continued to waste money on military spending in the middle of a ruinous financial crisis. In 2008, the world expanded a total of $1.5 trillion on military spending. The US alone spent $607 billion on defense (41% of world total) while many of its citizens were defenseless against losing their homes through mortgage foreclosure due to falling income.

      Growth Needs to Come from Development, not Trade

      Not withstanding the fact that in 2010, despite the global financial crisis, the EU and the US still remain the world’s two largest economies by GDP, (EU=$16.5 trillion, US=$14.8 trillion), about 50% of world total of $61.8 trillion, the days are numbered when theses two economies can continue to play the role of the world’s main consumption engines and act as markets of last resort for the export-dependent economies. For sustainable growth in the world economy, all national economies will have to concentrate on developing their own domestic markets and depend on domestic consumption for economic growth.

      International trade will return to playing an augmentation role to support the balanced development of domestic economies. The world can no longer be organized into two unequal halves of poor workers and rich consumers, which has been an imperialist distortion of the theory of division of labor into a theory of exploitation of labor, and of the theory of comparative advantage into a reality of absolute advantage for the rich economies.”

      • Linus Huber sagt:

        Teil des Problems liegt sicher im Umstand, dass Grossfirmen zwar vor dem Gesetz gleich einer natürlichen Person behandelt werden, jedoch sich die entsprechenden Entscheidungsträger einerseits auf persönlicher Ebene staatlichen Massnahmen entziehen können und andererseits aufgrund des Standortwettbewerbs (Arbeitsplätze) ihre Machtposition gegenüber der Politik (wie auch Einfluss der Grossbanken auf Zentralbanken und staatliche Regulierung) massiv ausbauen konnten. Die durch die Globalisierung angepriesenen wirtschaftlichen Vorteile werden dadurch zu einem grossen Masse pervertiert, indem eine undemokratische Elite sich hauptsächlich um ihr persönliches Wohl (mehr Macht) in einem immer anonymeren von einem Heer an Bürokraten verwalteten System kümmern.

      • Josef Marti sagt:

        Die Frage ist, wie lange lassen sich die Schwellenländer noch an der Nase herumführen mit dieser Freihandelsideologie welche von der Exportwirtschaft als Einbahnstrasse verstanden wird. Nachdem die westlichen Staaten in massive Überschuldung getrieben wurden und nicht mehr für weitere Schulden herhalten konnten mussten die Schwellenländer die Schuldnerrolle übernehmen, damit die Vermögensvermehrung der privaten Haushalte nicht ins Stottern gerät.
        Es sind aber bereits deutliche Tendenzen erkennbar, dass immer weniger Länder bereit sind „schuld“ zu sein, denn wer einmal Bittsteller beim IWF war kommt aus dieser Schuldzinsknechtschaft nie mehr raus, siehe Argentinien, da hätte auch der WM Titel nichts genützt.

        • Margot sagt:

          Überall Schulden. Die Frage sollte lauten, bei wem verschuldet?! Da zahlen noch die Enkelkinder; an wessen Enkelkinder?! Darüber sollte berichtet werden. Die Oxfam Studie ist ja schon lange kein Thema mehr. Als neue Bezeichnung für die Krise schlage ich “NWO – Erfolg” vor.

  26. Gigantischer Systembedingter Raubzug der Banken und deren Eigner-Familien. Wenn es so weitergeht, werden Vier oder Fünf Familien die Welt beherrschen mit schrecklichem Ausgang für grosse Teile der Weltbevölkerung. Totale Überwachung und die Kontrolle über das Geld ist das Ziel, an dass sie schon erschreckend nah herangekommen sind. Verschwörungstheorie? Wohl kaum, da sprechen schon zu viele Indizien dafür. Warum wurde das iPhone kürzlich per Gerichtsentscheid als Teil des Körpers des Menschen erklärt? Jeder der dieses oder ein anderes ähnliches Gerät benutzt kann geortet und überwacht werden auch bei abgeschaltetem Gerät. Warum wohl? Banken mit ihren Vasallen können ganze Länder ruinieren AAA oder eben nicht. Wertloses billiges Geld verleitet Menschen zum Kauf von Gütern und Häusern. Wenn der Zins steigt können diese Menschen den Zins nicht mehr bezahlen und aus wertlosem Papier gewinnen die Banken dann die realen Werte. usw. Wer Sehen, Lesen und Hören will, kann sich im YouTube schlau machen. Ich hoffe immer beim Schreiben, dass ich Unrecht habe und bin dann deswegen nicht traurig oder beleidigt, ganz im Gegenteil.

    • Karl Mrak sagt:

      Das kann doch den schlafenden CHer Aktionär nicht erschüttern. Solange er an der GV ein Schinkengipfeli bekommt ist er zufrieden und segnet gerne Abzockerlöhne und Ausbeutung ab.

      • Josef Marti sagt:

        Ansonsten gibt Hermann Struchen sicher gerne Auskunft darüber an welchen GV’s die Verpflegung am grosszügigsten ist. An der CS GV gab es scheinbar sogar zwei Sorten Gipfeli, nämlich Laugengipfeli und Buttergipfeli.

    • Franz Mueller sagt:

      Was sollen wir uns über etwas in der CH aufregen, das bisher nicht eingetreten ist? Die Finanzkrise ist bisher den andern Ländern auf die Füsse gefallen, nicht uns. Also saufen wir weiter bis zur Bewusstlosigkeit Schampus, (fr) essen mit dem Suppenlöffel Kaviar, für die, die das nötige Kleingeld haben. Falls die sogenannte Finanzkrise, vor der ich bisher rein gar nichts in meinem Laden spürte, eintreffen sollte, kann ich miir dann scon früh genug Gedanken machen, wie es dann weitergehen soll. Lebe auch mit dem Gedanken: “nach mir die Sintflut.” Egoist? Vielleicht. Ist mir sowas von egal..

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