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Was haben wir bloss falsch gemacht?

Tobias Straumann am Montag den 30. Juni 2014

U.S. Chairman of the Federal Reserve Bernanke looks down while speaking at the Brookings Institution in Washington

Ben Bernanke ist seit Februar 2014 ein freier Mann. Er kann sagen, was er will, ohne damit rechnen zu müssen, dass die Finanzmärkte sofort in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Mit diesem Problem muss sich nun Janet Yellen herumschlagen.

Die neue Freiheit hat Bernanke benutzt, um ein Geständnis abzulegen. In einer Rede beim Washingtoner Thinktank Brookings, der den Demokraten nahesteht, erklärte er die grössten Fehler seiner Amtszeit. Seine Ausführungen sind bemerkenswert und für Wirtschaftshistoriker ein gefundenes Fressen. Der Text befindet sich hier (S. 169–180), das Video hier.

Im ersten Teil der Rede beschreibt Bernanke die Panik von 1907, die in vielerlei Hinsicht mit der jüngsten Finanzkrise vergleichbar ist. Dabei unterscheidet er fünf Phasen, die für jede Finanzkrise gelten:

  1. Verluste («losses»): 1907 brach die Börse ein.
  2. Ansturm («runs»): Die Sparer gingen zu einzelnen Banken, um ihr Geld abzuheben.
  3. Notverkäufe («fire sales»): Die unter Druck geratenen Finanzinstitutionen mussten ihre Aktiven verkaufen, um liquid zu bleiben. Dadurch brachen die Kurse weiter ein.
  4. Ansteckung («contagion»): Der Ausverkauf führte zu grossem Misstrauen, das nicht nur die schwachen Banken, sondern das ganze Finanzsystem erfasste.
  5. Ökonomischer Abschwung («broad economic effects»): Die Schwächung des Finanzsystems führte zu einer heftigen Rezession.

Als Nächstes stellt Bernanke fest, dass seine Analyse ein «standard thing» sei, also keineswegs neu, sondern längst bekannt. Man müsse sich deshalb die Frage stellen: Warum haben wir 2007/08 nicht früher reagiert? Hier der Originaltext (auf dem Video ab 12:45):

I think a fair question would be: Well, if this was such a standard thing, why didn’t we recognize it sooner? And there are a couple of answers to that – not excuses necessarily but explanations if you will.

Die erste Antwort: Wir sahen nicht voraus, wie stark die Banken von den Verlusten im Hypothekenmarkt betroffen sein würden. Man sei davon ausgegangen, dass es ähnlich wie beim Platzen der Internetblase nur zu Buchungsverlusten kommen würde («loss of paper wealth»).

Wichtige Ergänzung: Die Behörden seien aber nicht die Einzigen gewesen, die all dies unterschätzt hätten. Auch die Banken selber verstanden ihre Abhängigkeit vom Hypothekarmarkt nicht. Als man bei den Banken nachgefragt habe, hiess es immer: Wir haben alles im Griff. (Das war bei der UBS übrigens genau gleich.)

Early in the crisis the general view was that even though house prices might be coming down quite a bit this was not, in kind, all that different from the tech bubble bursting. Loss of paper wealth – that would affect consumer spending; it would slow the economy. But neither we – the regulators – nor the banks themselves appreciated their exposure to mortgage losses. And, indeed, … when we talked to all these big banks we asked them what would happen if house prices dropped 30 percent? And they all said ah, nothing, nothing much. So, it took a while to figure out that the banks were as exposed as they turned out to be to these losses.

Die zweite Antwort: Der Ansturm auf Banken («bank runs») verläuft heute ganz anders als früher. Es sind nicht mehr die Sparer, die zur Bank eilen, um ihr Konto zu räumen. Die entscheidende Veränderung finde beim Geschäft mit kurzfristigen Schuldpapieren («repos» und «commercial paper») statt. Die Banken holen heute ihr Geld hauptsächlich auf diesem Markt, nicht von den Sparern. Wenn dort Misstrauen aufkommt, treten sehr schnell grosse Liquiditätsengpässe für das gesamte Finanzsystem auf:

The other thing we were slow to see was to recognize the fact that runs were a different animal now. They weren’t depositor runs, like in “A Wonderful Life” or “Mary Poppins” or one of those other classic films. Instead, it was an invisible run of repos and commercial paper and so on, shortening their maturity, raising their rates, and ultimately even pulling back from firms. So, it took time to see the basic principles of a financial panic taking place in a different institutional context.

In der Tat: Das Finanzsystem sieht heute ganz anders aus als vor fünfzig Jahren. Gary Gorton hat in einer Grafik gezeigt, wie sich die Banken zu grössten Teil Fremdkapital besorgen (Quelle). Sie treffen sich im “Parallelbankensystem” (Parallel Banking System) mit den Verwaltern von Geldmarktfonds, Investmentfonds oder Pensionskassen, die einen Teil ihres Geldes kurzfristig anlegen wollen. Sie stellen es Banken zur Verfügung, erhalten dafür alle Arten von Wertpapieren als Sicherheit.

Bis 2007 dienten oft verbriefte Hypotheken als Kreditsicherheit. Als diese an Wert verloren, fror ein grosser Teil des Parallelbankensystems ein – und die Finanzkrise eskalierte.

Fazit: Bernanke wusste bis zum Ausbruch der Krise nicht besser Bescheid als ein gut informierter Zeitungsleser.

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113 Kommentare zu “Was haben wir bloss falsch gemacht?”

  1. will williamson sagt:

    Was haben er und sein Vorgänger, der grüne Span, falsch gemacht? Henry C.K. Liu meint u.a. dies:
    The invasive dominance of monetarism in macroeconomics has been total ever since central bankers, led by Alan Greenspan, who from 1987 to 2006 was Chairman of the Board of Governors of the US Federal Reserve, the head of the global central banking snake by virtue of dollar hegemony, embraced the counterfactual conclusion of Milton Friedman that monetarist measures by the central bank can perpetuate the boom phase the business cycle indefinitely, banishing the bust phase from finance capitalism altogether.

    Going beyond Friedman, Greenspan asserted that a good central bank could perform monetary miracle by simply adding liquidity to maintain a booming financial market by easing quantitatively at the slightest hint of market correction, ignoring the fundamental law of finance that if liquidity is exploited to manipulate excess debt as phantom equity on a global scale, liquidity can act as a flammable agent to turn a simple localized credit crunch into a systemic fire storm.

  2. Marcel Senn sagt:

    Johnny Smith: Besten Dank für den Link – etwas wissenschaftlicher als meine handgestrickte Erklärung — wenn ich jetzt die Asset Inflation bei den Zentralbanken der letzten 10 Jahre anschaue, dann sind wir auch schon irgendwo im Sigma 3+ Bereich.
    Ich müsste mal wirtschaftshistorisch recherchieren, ob wir schon jemals so hohe Zentralbankbilanzen im Vergleich z.B. zum BIP oder auch anderen Parametern gehabt haben – so aus dem Stegreif fällt mir kein Vergleichbarer Zeitraum ein.
    Lehmann: Die 1992 Blase hat ca 1997 ihren Tiefpunkt erreicht – erschwerend damals kam das EWR Nein hinzu, welches die CH pro Jahr einige Milliarden an Auftragsvolumen (v.a. Exportindustrie) kostete und die restriktive SNB Geldmengenpolitik – die Immopreisentwicklung damals kann man nicht nur monokausal betrachten – bei vielen Arbeitslosen ist es logisch, dass die Hausverkäufe tief sind.
    So ist die Hypo/BIP Verschuldung in der CH 1985 von 90% bis zum Platzen der Blase “nur” auf 110% gestiegen, dann aber noch weiter bis 1997 auf 125% – schlichtweg auch weil das Wachstum ab 1992 in der CH praktisch Null war – erst mit dem Wachstumsschub durch die Bilateralen hat sich dieses Ratio um die Jahrtausendwende mal 2-3 Jahre auf 120% kurzfristig stabilisiert und ist dann weiter gestiegen (mit einem kleineren Einbruch 2007 und ist seither weiter angestiegen auf aktuell fast 150% des BIP

    • urs lehmann sagt:

      Schauen Sie gelegentlich die Indizes auf wuestundpartner.com an, in praktisch allen Regionen und Segmenten wurde das Tief um 2000 erreicht.

      Gem. SNB ist das (Bank-)Hypovolumen seit 1987 jedes Jahr angestiegen, ohne eine einzige Ausnahme. Wie kann eine Blase (1992) platzen und das Volumen dennoch zunehmen?

      Ihre Argumentation, dass das Hypovolumen heute zu hoch sei einfach weil es (auch prozentual) höher ist als früher greift zu kurz, nicht zuletzt weil Sie die Kosten (Hypozinsen), Steueroptimierung durch indirekte Amortisation sowie allfällige “Arbitrage” (Erhöhung der Hypo für bspw Aktienkauf) ignorieren.

  3. Simon Graber sagt:

    Das ist wirklich eine ganz einfache Frage:
    Man muss Spielsüchtige, die auf Kosten Dritter ihr ganzes Kapital verzocken, Pleite gehen lassen.
    Gleiche Regeln für “Systemrelevante” wie für jedes KMU.
    Alles Weitere reguliert sich von selbst.
    Ist auch heute noch nicht erfüllt.
    SONNTAGSLIBERALE.

  4. Bernanke hat den Crash von 200/2008 mit verursacht, indem der Fed billiges Geld auf den Markt geschleudert hat und die Banken ihre Kunden mit Hypothekarkrediten zu 100% belehnt haben. Man hat schlichtweg gemeint, dass der Immobilienboom nicht zu bremsen sei.

    • ast sagt:

      Nach meinen statistischen Unterlagen über den langjährigen Immobilienmarkt in den USA, gab es 2007/8 dort keine “Immobilienblase”. Der vermeldete Zahl an Wohnungsbauten lag sogar unter dem langjährigen Mittel, wenn man das Bevölkerungswachstum mit berücksichtigt.

      Viele Immobilien konnten nicht mehr unterhalten werden, weil die Mittelschicht ständig an Kaufkraft einbüsste. Wenn es eine Blase gab und noch immer gibt, dann ist dies ein anhaltender ungesunder Milliardärs -Bubble, eine Umverteilungskrise.
      Mich wundert es überhaupt nicht dass die Risiken wieder zunehmen, zumal man offenbar nicht mal eine Ahnung davon hat was Bubbles sind.

      • urs lehmann sagt:

        Der Inhalt Ihrer Unterlagen ist wenig relevant. Relevant sind jedoch Ihre Quellen.

        “…vermeldete Zahl an Wohnungsbauten lag sogar unter dem langjährigen Mittel..”
        üblicherweise ist in den Statistiken für die USA von Baubewilligungen die Rede, nicht von tatsächlichen Bauten

        Selbstverständlich war die Zahl der Bewilligungen (als Folge der rückläufigen Gesuche) 2007/08 bereits massiv im Rückwärtsgang, eine Entwicklung die je nach Optik 15-20 Jahre (Bewältigung der S&L-Krise) zuvor ihren Anfang nahm, wird nicht innerhalb von wenigen Quartalen umgekehrt! Das braucht Jahre, entsprechend war der Peak der Baubewilligungen bereits um 2006 erreicht!
        Siehe bspw Seite 5:
        zinsdialog.ch/files/Downloads/2007/Zinsdialog_Sturm_final_2slides.pdf

        Mann oh Mann!!!

        • ast sagt:

          “Die Zunahme der Hypothekarkredite und der Immobilienpreise hat sich zwar etwas abgeschwächt, der Anstieg ist aber nach wie vor stärker als jener der Einkommen.” meinte der Schweizer Bundesrat vor Kurzem. Auch hier Herr Lehmann stellt sich die Frage, wird tatsächlich zuviel gebaut -oder- und das halte ich für Wahrscheinlicher, die Einkommen steigen nicht im Schnitt wie sie entsprechend der Entwicklung des BIP zu erwarten wäre. In den USA war diese Entwicklung halt noch auffälliger -es kommt dort zu ständig neuen Wellen von Vermögenskonzentrationen. Wenn man an die erhöhte Einwanderung in die Schweiz denkt, in den letzten Jahren erscheint mir persönlich das Wachstum des Immobilienmarktes nicht überrissen.

          • urs lehmann sagt:

            Wachstum des Immobilienmarkts ist das Eine, Hypothekarvolumen das Andere. Der BR äusserte sich besorgt über das Hypo-Volumen.

            Die Nachfrage nach Wohnraum steigt einerseits durch das Bevölkerungswachstum, andererseits durch den steigenden Wohnraum pro Peson. Bei etwa 40k Neu-Wohnungen und durschnittlich 2,26 Personen pro Haushalt scheinen sich Bevölkerungszunahme und erhöhtes Angebot etwa auszugleichen. Details vorbehalten, bspw deutet die Wohnungsknappheit (-not?) in ZH Stadt auf regionale Ungleichgewichte.

            Viele Hypotheken werden über Zeit (teilweise) abbezahlt, d.h. je mehr “alte” Hypotheken desto geringer das Hypovolumen. Angesichts der regen Wohnbautätigkeit, steigenden Preise, sowie der (um wenige Prozentpukte) steigenden Wohneigentumsquote dürfte das steigende Hypovolumen kaum überraschen. Im Gegenteil. Zumal Hypotheken für die Banken offenbar weiterhin sehr attraktiv sind.

            Die Lohnsumme ist in den letzten Jahren langsamer gestiegen als das BIP. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass in erster Linie die besserverdienenden Wohneigentum(WE)-Besitzer sind, weshalb zynischerweise die Ungleichverteilung (bzw. ungleiche Zunahme) für diese Betrachtung sogar positiv sein könnte, weil eben der Lohnzuwachs in erster Linie den besserverdienenden, und somit den WE-Besitzern, zugute kommt.

            Problematisch ist insbesondere das Klumpenrisiko, das die meisten Banken eingehen. In der Krise 92/93 wurden die Abschreiber auf 60Mrd geschätzt, etwa 15% vom Hypovolumen, heute wären 15% etwa 150Mrd. Allerdings deutet mMn der Anstieg Ende der 80er (Steigerung 1987-1991 um knapp 50% von 245 auf 357Mrd) darauf hin, dass wir heute noch ein gutes Stück von den damaligen Exzessen entfernt sind.

  5. Hampi sagt:

    Eine andere interessante Frage wäre, ob es Bernanke (und der Welt) viel genützt hätte, wenn er das ganze Potenzial für das Desaster etwas früher erkannt hätte? Ich glaube nicht. Denn wie hätte er, ohne dass ein realer Schaden entstanden wäre, alle anderen Entscheidungsträger davon überzeugen können?

    Aber wenigstens eine Frage hat die Krise beantwortet: Durch die bessere Streuung/Verteilung der Risiken (Hypotheken) im gesamten Finanzsystem wird das Finanzsystem als Gesamtes nicht sicherer !
    Aber wohl auch nicht für den umgekehrten Fall……..

    • urs lehmann sagt:

      0:1 🙁
      Trotzdem, HERVORRAGENDE Leistung!

      Die Risikofreudigkeit nimmt zu (und gegengleich die Risikovorsorge ab) solange kein Schaden eintritt (die Nachfrage nach Erdbebenversicherungen ist nicht umsonst am grössten unmittelbar nachdem es gerumpelt hat). Deshalb braucht es zwischendurch reinigende Gewitter, je länger sie hinausgezögert werden desto schlimmer der schlussendliche Knall. In diesem Sinne müssen wir vielleicht sogar froh sein, dass es geknallt hat, auch wenn Konsequenzen bisher weitgehend ausgeblieben sind. Rückblickend (da ist man eh immer weiser) hätte schon beim LTCM-Kollaps und/oder auch beim Dotcom-Crash keine Abfederung hingehört. Aber eben, im Nachhinein….

      Eines der Hauptprobleme der xBS ist, dass das Risiko nicht aufgeteilt wird, weil es keine eigentlichen Risiko-Träger gibt (bzw. keiner diese Rolle will) wie bspw bei den (Rück-)Versicherungen. Im Gegenteil, das Risiko wird bloss weitergereicht, und je länger die Kette wird desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Glieder im Fall der Fälle reisst, d.h. desto grösser wird das Gesamtrisiko. Und weil niemand weiss, wer gegenüber wem wofür mit welchem Betrag im Risiko steht (und welche Sicherheiten vorhanden sind), werden im Krisenfall plötzlich alle risikoscheu weshalb u.a. der Interbank-Kreditmarkt urplötzlich vollständig austrocknet, was so ziemlich allen Banken (und nicht nur denen) Liquiditätsprobleme bereitet.

      Hinzu kommt, dass Trigger-Events für CDS (wie der GR-Schuldenschnitt gezeigt hat) gegebenenfalls nach politischen Opportunitäten anerkannt werden, somit sind auch diese Absicherungsinstrumente bloss für die Galerie interessant.

      Deshalb machen xBS (zumindest so, wie sie heutzutage bestehen) das Finanzsystem nicht nur nicht sicherer, sondern in der Tat unsicherer.

  6. Hampi sagt:

    Es gibt keine Blase, bevor sie nicht platzt.

    Die Wissenschaft ist (noch?) nicht fähig, es eindeutig zu erklären.

    Und womit beschäftigen sich alle? Mit dem Suchen nach noch nicht geplatzten Blasen.

    Etwas gewagt könnte man sagen: Solange wir eine Blase vermuten, kann sie nicht Platzen. Ergo existiert sie nicht 😉

    • Anh Toan sagt:

      Oder anders gesagt:

      Könnte man Blasen erkennen, gäbe es keine!

      • Marcel Senn sagt:

        Anh: Logisch kann man Blasen erkennen, wenn man zum Beispiel die Hypokosten oder auch Mietkosten ins Verhältnis zum Medianeinkommen stellt, bei Aktien verschiedene Benmarks wie z.B. den Stiller Index und andere ins Verhältnis zu den Bewertungen setzt, Kreditblasen ins Verhältnis zum BIP setzt – gut bei fast Null Prozent Zins kann man die Blase auch schön wachsen lassen. Es gibt auch nur wenige Assetklassen wo Blasen zu einem ernsthaften volkswirtschaftlichen Problem werden können – Aktien, Bonds, Immobilien, Land, strukturierte und derivative Assets.
        Vermutlich wird der Schwachsinn, dass man Blasen partout nicht erkennen kann immer noch an der HSG und anderen Eliteinstituten gelehrt und dann können die Mainstreamversagerökonomen nachher wieder behaupten, das hätte niemand voraussehen können – aber eben es ist vermutlich beabsichtigt, dass niemand den Durchblick hat, so kann man besser abzocken – den Durchblick muss man sich eben hart erarbeiten – und das ist nicht völlig unmöglich – Sie sind doch Buchhalter Herr Ahn – mit diesen Kenntnissen kann man auch die globalen Volkswirtschaften analysieren und Blasenentstehungen frühzeitig erkennen – so man denn will…
        Einzig beim Kunst- und Sammlermarkt ist es schwieriger Blasen zu entdecken, aber da dieser auch nicht so relevant ist und wenige Akteure teilnehmen, spielt dieser eine untergeordnete Rolle.

        • Anh Toan sagt:

          @Marcel senn “wenn man zum Beispiel die Hypokosten oder auch Mietkosten ins Verhältnis zum Medianeinkommen stellt,”

          Um eines Ihrer Beispiele zu nehmen:

          a) In Vietnam sind die Immobilienpreise im Verhältnis zum Medianeinkommen ein Mehrfaches von Europa: Nun kann eine Immobilienblöase platzen oder die Medianeinkommen wachsen in die Immobilienbewertung.

          b) Sind die Mietkosten ein hoher Anteil am Einkommen, wie in der Schweiz, liegt dies primär an der überdurchnittlicher Grösse und überdurchschnittlichem Ausbau- und Unterhaltsststandards (man gönnt sich ja sonst nichts), und nicht an überbewretem Boden oder zu tiefen Löhnen.

          • Marcel Senn sagt:

            Anh: Wenn die Immobilienpreise über Jahre zw. 7-12% steigen, das BIP resp. das Volkseinkommen aber nur um 1-3%, dann ist es zwangsläufig, dass der Gap zu gross wird mit der Zeit – und schon haben wir eine Blase, die irgendwann korrigieren wird.

            Die Mietkosten sind auch andererorts hoch oder noch höher im Verhältnis zu EK in der CH (z.B. London ua.) – gut die ärmeren Schichten müssen dann in die Agglo ziehen, aber auch dort sind die Preise am steigen – eine 0815 Wohnung in Züri Agglo für 1.5 Mio – das sieht man doch vom Schiff aus, dass das langfristig nicht aufgehen kann – jetzt werden die einfach mit den Tiefstzinsen “quersubventioniert”.

            Ein anderes Anzeichen (wenn auch nicht völlig seriös) ist der Wolkenkratzerindex – je höher die Wolkenkratzer werden, desto näher das Platzen der Blase oder sogar der Staatsbankrott – bei uns in Uruguay hat es zumindest gestimmt – 2002 war der Antel Turm in Montevideo fertig und im Mai 2003 war das Land default.
            .
            Bin ja gespannt was in Wuhan China passiert, wenn die beiden rosaroten Zwillingstürme mit 1000m Höhe 2018 eröffnet werden sollten — nach diesem architektonischen Exzess wird vermutlich auch das chinesische Kreditkartenhaus bald mal zusammenbrechen — kein Wunder wollen die Chinesen keine westlichen Buchprüferfirmen — vermutlich würden sie dann bald mal ihr Gesicht verlieren — aber so können sie die Lage vielleicht noch bis 2018 vertuschen, bevor die Türme zu Babylon den Untergang ankündigen

          • Anh Toan sagt:

            @Marcel Senn

            Ein anderes Anzeichen (wenn auch nicht völlig seriös) ist der Wolkenkratzerindex

            Warum brauchen Sie denn derart “unseriöse” Anzeichen, wenn sich eine Blase “seriös” erkennen lässt?

            Ich mag übrigens unseriöse Anzeichen besser als von gewissen Verständigen, zumindest in eigenem Urteil, als seriös betrachtete Verhältniszahlen.

            Nur wenige können nicht rechnen, aber niemand kann richtige Preise berechnen und damit Blasen erkennen.

        • urs lehmann sagt:

          @Senn
          Was ist Ihre Definition einer Blase? Was unterscheidet sie von einer grossen “normalen” Übertreibung?

          • urs lehmann sagt:

            Ich weiss einigermassen, wie ich eine Gans beschreiben müsste, auch die Unterschiede zu Ente und Schwan könnte ich (dem Web sei dank) ausführen. Was wäre das Analoge in Bezug auf Blase bzw Übertreibung, welches sind insbesondere die quantifizierbaren Parameter und ihre Werte?

            Kann “Blase” überhaupt ex ante definiert bzw umschrieben werden?

          • Linus Huber sagt:

            Es gilt wohl eher, welche Auswirkungen das Platzen einer Blase zeigen dürfte… Handelt es sich um einen klar umgrenzten Bereich, was auch immer wieder im 19. JH vorkam, welcher von einer Blase (Herdentrieb) erfasst wurde, oder aufgrund des Ausmasses um eine systembedrohende Angelegenheit.

          • urs lehmann sagt:

            Starker Preiszerfall bei Immobilien dürfte in den meisten Ländern massive Problem verursachen, aber das hilft nicht im Geringsten bei der Identifikation einer “Blase”.

            Also, woran erkennt man eine?

          • Johnny Smith sagt:

            Jeremy Grantham von GMO hat sich in seinem 1. Quartalsbericht zu ‘seinem’ Versuch einer Definition von Bubbles geäussert: http://goo.gl/V1y1ga

          • Johnny Smith sagt:

            Als statistische Definition definiert er Bubble als Event, welches mehr als 2 Standardabweichungen vom Mean weg ist.

          • Johnny Smith sagt:

            Sie hätten dies 1997 mal so definiert. Und seine Einschätzung dazu 17 Jahre später:

            “In my opinion, time has been kind to this definition in the intervening 17 years. A 2-sigma event now seems to
            me to be perfectly reasonable even if I have to admit it is completely arbitrary.”

            Dazu ein paar Charts zu vergangenen Bubbles.

            Für wen’s interessiert, Korrektur zu meinem obigen Kommentar: Abweichung zum ‘detrended’ Mean.

          • Marcel Senn sagt:

            Lehmann: Wenn die Preissteigerungen von Assets (Immos, Aktien etc) sich über einen längeren Zeitraum (meist über 5 Jahre) wesentlich über der Entwicklung von Löhnen, Preisen, BIP Wachstum bewegen – meist erst wirksam nach ein paar Jahren – kurz gesagt, wenn sich die Wertwunschvorstellung sich zu weit von der Realität entfernt — so würde ich eine Blase bezeichnen – das haben wir ja 1929 schon gesehen aber auch die Entwicklung in den USA bis 2007.
            Ein weiteres Indiz ist dann ein relativ massiver Preiszerfall, der dann % weit tiefer ist als die wirtschaftliche Entwicklung des Landes – aber das ist dann schon eine geplatzte Blase.
            Wenn die Entwicklung des Preisaufstieg relativ des Falls mit dem Wirtschaftswachstum oder auch Schrumpfung in etwa korreliert resp. die Differenz in % nicht zu gross ist, würde ich nicht von einer Blase sprechen sondern von normalen Marktpreiswertschwankungen.
            Ich habe keine genaue Definition einer Blase – aber manchmal kann man die auch mit gesundem Menschenverstand und ein paar untermauernden Fakten erkennen.

          • urs lehmann sagt:

            Danke für den Link Johnny, dies ist das erste Mal, dass ich eine nachvollziehbare generalisierte Definition sehe. Dass das Kriterium willkürlich gewählt ist, ist aus meiner Perspektive (zumindest zunächst) irrelevant.

            @Senn
            “relativer Preiszerfall” findet statt, während/nachdem die Luft aus dem Ballon gelassen wird (erwähnen Sie ja auch). Genau dieses Kriterium, der Schaden, ist landläufig (die GMO-Definition vorbehalten) das Kernkriterium, um eine Übertriebung von einer Blase zu unterscheiden. Sie scheinen dem irgendwie zuzustimmen, gleichzeitig aber eben doch nicht weil Sie natürlich sehen, dass dies das schlüssige Erkennen ex ante verunmöglichen würde.

            5 Jahre halte ich, insbesondere bei Immobilien, für arg kurz. 1992-2002 bspw verloren Mietliegenschaften (aka Wohnblöcke) gem. Wüst&Partner etwa 3% p.a., bei angenommenen 15% kumulierter Inflation sind das gegen 40% realer Verlust. Das Inverse dazu wären 65% Gewinn, plus der durch die inzwischen tieferen Zinsen erhöhte Barwert der Geldströme, und schon reden wir locker von einem Faktor 3 ausgehend vom Tiefpunkt um 2002.

            Die Preisfrage in diesem Fall ist natürlich, ob die Zinsen tatschlich dauerhaft tief bleiben werden – Japan beweist, dass dies durchaus eintreten kann. Und in einem solchen Fall wären die erhöhten Bewertungen wahrscheinlich keine Blase, sondern schlicht dauerhaft höher.

  7. Marcel Senn sagt:

    Der ehemalige BIZ Chef William White hat am FED Meeting 2003 in Jackson Hole die ganze Entwicklung der zukuenftigen Finanzkrise aufgedzeichnet – Greenspan hat ihn einfach ignogiert, im Dezember 2004 kam ein grosser Artikel im “the Economist”, der die Gefahren der US-Housing Bubble gut aufzeigte, Roubini hat gewarnt, Professor Otte usw usw.
    .
    Diese korrupte Brut von Politikern, FED Bankern usw wollten einfach nichts sehen – das war das Problem, weil sie unter dem Strich nur Marionetten der Wall Street waren und immer noch sind! Den Börsenaufsicht wurde das Personal damals so massiv gekürzt, dass sie gar keine Chance mehr das wilde Treiben am Sub-Prime Markt zu durchschauen.
    .
    Dazu kam noch die unheilvolle Entwicklung am CDS Markt – alle fühlten sich sicher mit ihren “Versicherungen” bis dann halt alles in Flammen stand und die Versicherungen nur noch Makulatur waren.
    .
    Mit gesundem Menschenverstand hätte man doch erkennen können, dass man irgendwelchen mexikanischen Hilfsarbeitern keine überteuerten Immobilien mit derivativ bearbeiteter Zinsstaffelung bearbeiten kann — aber der gesunde Menschenverstand wurde wieder mal von der Gier im Hirn verdrängt – und da man die Fehler der 30er Jahre nicht noch mal machen wollte (damals massive Verknappung der Geldmenge) – hat man das Gegenteil gemacht und das System weltweit mit Geld geflutet…mit der Folge dass Kapital immer ineffizienter wurde, wir uns schon im negativen Zinsumfeld bewegen und die nächtste Krise noch viel heftiger wird als 2008/09 ff, da wir uns mittlerweile in einem multiplen Blasenumfeld versuchen den Kopf aus der Schlinge zu ziehen – aber das wird uns vermutlich nicht mehr gelingen, es ist nur noch die Frage, wer der Henker der globalen Wirtschaft sein wird – China, die USA, die EU oder am Ende sogar noch Argentinien, welches die Domino Days einläuten wird.
    Vielleicht können wir auch noch 2-5 Jahre weiter durchseuchen bis das System implodiert — alles nur noch eine Frage der Zeit – spannende Zeiten für Oekonomen und Wirtschaftshistoriker auf jeden Fall und wer dann schlecht aufgestellt ist, den wird es mit in den Abgrund ziehen.

    • ast sagt:

      “nur noch die Frage, wer der Henker der globalen Wirtschaft sein wird”

      Ich tippe auf die Mikey Mouse.

      “America is a “Mickey Mouse economy” that is technically bankrupt, according to Jochen Wermuth, the Chief Investment Officer (CIO) and managing partner at Wermuth Asset Management.” Datum: 11 Aug 2010

  8. ast sagt:

    Bernanke wusste nicht Bescheid, und Heute?

    Zuerst möchte ich ein Zitat in den Raum stellen das derzeit in den USA für Irritationen sorgt.

    Die Worte stammen aus einem Rundbrief von US Multimilliardär Nick Hanauer:

    “In der Tat gibt es kein Beispiel in der Geschichte der Menschheit, wo Reichtum wie dieser angesammelt wurde und die Mistgabeln nicht irgendwann hinter ihnen her waren. Zeig mir eine sehr ungleiche Gesellschaft, und ich zeigen dir einen Polizeistaat. Oder ein Aufstand. Es gibt keine Gegenbeispiele. Kein einziges. Die frage ist nicht ob, sondern wann.“

    Die Ökonomen würden besser langsam beginnen soziale Fragen in die Diskussion zu bringen und sie in den Zusammenhang mit den übelsten Umverteilungsmechanismen zu stellen -bevor es dafür zu spät ist. Nick Hanauer ist auch nur ein Rädchen in der Geschichte, die Reichen an sich können nichts dafür was die Politik ihnen erlaubt. Und die Politiker wiederum erlauben leider (fast) alles was Umverteilung nach Oben beschleunigt. Aus diesem Grund müssen Ökonomen warnen und besonders für seismische Erschütterungen offene Ohren haben -jedenfalls hatte Herr Keynes dies schon früh begriffen (obwohl dann trotzdem der WK II ausbrach).

    • Reto Stadelman sagt:

      Danke für den Hinweis auf Nick Hanauer. Ich habe den ganzen Text auf politico gelesen. Es kommt selten vor, aber ich dachte: Wow, der versteht es! Der hat es echt begriffen! Ich hatte sogar schon fasst Gänsehaut, so gefreut hat es mich dass wenigstens einer aus der Elite zu verstehen scheint.
      Etwas hat er im Text nicht geschrieben, aber ich füge es gerne hinzu: Ein wichtiger Unterschied zwischen Reichen die so weiter machen wollen wie bisher und einem Nick Hanauer ist die Einstellung. Hanauer glaubt an eine positive Zukunft, an eine friedliche Gesellschaft und an die Menschen die darin leben. (das war es wohl auch, was die Gänsehaut verursacht hat) Ein Jeff Bezos, nun der glaubt nicht an die Menschen, nicht an die Gesellschaft und es dürfte ihm herzlich egal sein wenn jemand auf der Strasse steht. Der ist ja schliesslich selber schuld…

      • Linus Huber sagt:

        Die grosse Gefahr besteht darin, dass die wahren Schuldigen (Systemmanager) von der Bevölkerung nicht als solche erkannt werden und anstelle dessen “scape goats” zur Verfügung gestellt werden (z.B. Banker, Reiche, Fremde, andere Nationen etc.), deren Verhalten hauptsächlich ein Symptom einer fehlgeleiteten und die langfristige Nachhaltigkeit verletzenden Doktrin zwecks Machterhaltung dieser sich durch Immunität auf persönlicher Ebene geschützten Systemmanager ist.

        • Anh Toan sagt:

          Scape goats sind z.B. also Banker, reiche, Fremde, andere Nationen, aber nicht die “Systemmanager”, wer immer die auch sind, das sind die wahren Schuldigen

          Ja, das sind die wahren Geschichten, auf welchen Linus “seppetoni” Hubers Theorien basieren.

        • G. Nardone sagt:

          @Linus Huber: Wenn Unternehmen weiterhin Hungerlöhne zahlen trotz ständigen Produktivitätsgewinns, dann sind gemäss Ihrer Meinung die ‘System-Manager’ schuld daran? Und wer sind diese ominösen Manager? Greenspan & Co. oder? Aber Greenspan ist doch, soweit ich natürlich auch wirklich auf dem Laufenden bin, nicht der Manager von sagen wir z.B. Ikea?
          Wenn Spekulanten fremde Währungen manipulieren, wie seit einiger Zeit die bras. Währung durch Spekulation aufgewertet wird obwohl diese aufgrund real-wirtsch. Transaktionen eigentlich abwerten sollte, dann ist dafür Bernanke & Co. schuld daran? Nicht Spekulanten oder gew. Abteilungen von Banken? Oder wie stehts z.B. mit japanischen Hausfrauen die mit ‘carry-trades’ traden? Hat der attraktive Greenspan diese alle verführt?
          Wenn andere Nationen Lohndumping betreiben um sich ungerechtfertigte Vorteile ggü. anderen Nationen in der Erweiterung des globalen Markt-Anteils zu Gunsten seiner nationalen Export-Unternehmen einzuheimsen, wer ist daran auch wieder schuld? Die Politiker und ihre Wähler hatten dabei nicht wirklich etwas zu melden, sondern waren oder sind ja gem. Ihnen nur Symptom, sind ja alles nur Roboter, die auf dem Marsch-Befehl von Greenspan widerstands- und hirnlos reagierten?

          • Linus Huber sagt:

            Wenn das System derart gemanaged wird, dass sich z.B. Spekulation besser lohnt als harte Arbeit, dann ist dies nicht rein zufällig. Das Verhalten richtig sich nach der geschaffenen Umgebung.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Das heisst also, dass Spekulanten die gesellschaftsschädigendes Verhalten an den Tag legen, sich dabei entschuldigen können weil sie ihre Verantwortung abgeben können? Schliesslich ist man nicht selbst dafür verantwortlich, sondern Greenspan & Co. ist alleine schuld daran? Abschieben von Verantwortung ist also Ihre Devise? Nun, den Kindern ist das bisweilen erlaubt, denn oft können sie vielleicht mit den Spielzeugen die ihnen die Eltern in die Hände geben nicht verantwortlich genug umgehen. Die Verantwortung für ein allfälliges gemeinschaftsschädigendes Verhalten der Kinder liegt hierbei natürlich ganz bei ihrem Daddy Greenspan & Bernanke.

            Und ausserdem ist ‘harte Arbeit’ im erweiterten Sinne auch Spekulation. Ein Unternehmen kann seine Zukunft nicht genau voraussagen, da ist doch immer ein wahrscheinliches relatives Risiko dabei.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “Das Verhalten richtet sich nach der geschaffenen Umgebung”
            Ja das könnte theoretisch sein, aber es gibt hierbei zwei Verhaltens-Richtungen und nicht nur eine Herr Professor: Verantwortliches Verhalten und Nicht-Verantwortliches Verhalten – natürliche Selektion, das Überleben des Stärkeren; 2 Richtungen: Verhalten die das Überleben stärker oder schwächer sichern.

          • Linus Huber sagt:

            Der Begriff Spekulation wurde von mir inkorrekt verwendet. Spekulation in sich ist weder schädlich noch positiv, sondern ist Teil des Preismechanismus. Was heute abläuft hat nicht viel mit Spekulation zu tun, ausser natürlich für den armen “Sucker”, welcher nicht im Kreise der Entscheidungsträger mitmischt, sondern es ist ein Rezept der risikolosen Selbstbereicherung gewisser Akteure und dies zulasten der Allgemeinheit. Dies ist die geschaffene Umgebung.

  9. Baschi Schorsch sagt:

    Zum Bescheissen braucht es kein Wissen, nur kriminelle Energie und viel Fantasie ist nötig. Und die Banker haben beides. Siehe die laufenden Verfahren oder Untersuchungen. Leider werden nur die Wenigsten zur Rechenschaft gezogen. Die, welche ganz Oben sitzen, kommen immer ungeschoren davon. CS, UBS, Goldman Sucks und weiter machen es immer wieder vor.

  10. ASHER sagt:

    Das Problem ist, dass dass alle diese “Verantwortlichen” nach Katastrophen selbst nicht finanziell gestraft werden….. oder sogar noch mit einem Bonus weggehen! Das Wort “verantwortlich” hat heute keinen Sinn mehr!

    • Linus Huber sagt:

      Genau, wer heute vermeintlich Verantwortung trägt, hat sich auf persönlicher Ebene durch selbstdienende Schutzklauseln (Immunität) geschützt; das wahre Gegenteil von Verantwortung.

  11. Ulrich Suter sagt:

    Als Private Banking Kunde wurde mir bis mitte 2oo8 von einer der zwei grossen Schweizer Banken Investments in Amerikanische Immobilienfonds mit dem Vermerk angeboten “damit kann jetzt gar nicht passieren!”…..

    George W. Bush hat die EPA und auch die SEC (also zwei komplett unwichtige Kontrollbehoerden) komplett ausgehoehlt. Anscheinend sollen bei der SEC zu gewissen Zeiten gerade einmal eine handvoll Leute anwesend gewesen sein. Gerade einmal genug um im Laden das Licht zu loeschen. Erstaunlich ist auch, dass keiner der Banker heute im Gefaengnis sitzt fuer all die Taeuschungen die sie machten und fuer welche dann der Steuerzahler geradestehen musste.

    Das Perverse ist, dass Banken mit Steuergeldern gestuetzt wurden um dann denselben Steuerzahlern dasselbe Geld, welches sie von ihm zu 0% Zinsen bekommen haben, mit 4% oder 5% wieder zurueckzuleihen.

  12. Josef Marti sagt:

    Der Beweis dürfte eigentlich zur Genüge erbracht sein, dass die Zentralbanken abgeschafft gehören, andernfalls bleibt immer eine durch das staatliche Geldmonopol abgesicherte risikofreie Zone der institutionalisierten Zockersysteme zulasten der Allgemeinheit womit sich das kriminelle Establishment laufend bereichert. Das gegenwärtige System ist zu ersetzen zugunsten eines Free Banking Systems mit Goldstandard und ohne Notenbanken, oder dann ist ein Vollgeldsystem einzuführen.

    • Fred Ruegg sagt:

      Was wir brauchen ist Freies Geld und Fliessendes Geld das zum Austauschen von Werten die den Menschen und ihrer Gemeinschaft dienen, gebraucht wird. Dabei muss alle zehn Jahre eine Neue Waehrung eingefuehrt werden. We’r Geld nicht zum Werteaustausch ausgegeben hat sonderen gespart und gehortet hat wird damit best raft, dass er breim Umtausch des Gesparten in die neue Waehrung 40 Prozent weniger bekommt. Es ist doch eine fertige Idiotie, wenn ein Tauschmedium , das nur Werte darstellt aber selber wertlos ist ausser Papierwert, als Realwert gespart und gehortet werden kann, um dann bei gegeben er Zeit damit auszuruecken um im Kasino einzusetzen.

      • Reto Stadelman sagt:

        @Marti
        Vollgeldsystem ja, Goldstandart klar Nein. Die einem Goldstandart inhärente Deflation ist kein wünschenswerter Zustand. Ein fixer Wert kann die menschlichen Errungenschaften nur unzureichend abbilden.
        @Ruegg
        Die “Speicherfunktion” des Geldes ist mitunter gerade für die Altersvorsorge absolut wünschenswert und ein grosser Vorteil des Geldsystemes gegenüber dem Tauschhandel. Bestrafung der Sparer ist bei leichter Inflation zudem bereits Tatsache.

        • Josef Marti sagt:

          Produktivitätsfortschritt und Witschaftswachstum bei stagnierender Goldmenge würden zu fallenden Preisen führen. Nach Vorstellung der Österreicher sollte dies allen zugute kommen also va. Kapitalbesitzern aber auch Lohnempfängern. Letzteres ist umstritten; jedenfalls hätte es disziplinierende Wirkung, weil Schulden machen brutal bestraft würde, somit hätte es aber automatisch auch wachstumshemmende Wirkung. Selbst Mises hat eingeräumt dass der Goldstandard keineswegs perfekt sei, aber die am wenigsten schlechte Alternative; wenn man die Entwicklung seit 1944 anschaut muss man ihm fast recht geben.

          • Reto Stadelman sagt:

            “Produktivitätsfortschritt und Wirtschaftswachstum bei stagnierender Goldmenge würden zu fallenden Preisen führen.”
            Was man auch Deflation nennt 😉 Das Problem mit Deflation ist, dass sie jedes Wachstum (Produktivitätsfortschritte etc.) fasst sofort wieder abwürgt weil diese die Preise sofort sinken lassen wodurch sich Arbeit schnell nicht mehr lohnt. Vielleicht wäre das für nachhaltiges Wachstum wirklich gar nicht so schlecht. Deflation könnte auch der Problemlöser schlechthin sein, aber nur wenn wir unser Verständnis für die Wirtschaft massiv umbauen. Ich will dieses Experiment momentan lieber nicht wagen.

          • Linus Huber sagt:

            Das Problem liegt darin, dass eine ankerlose Währung zwecks Machtanmassung (unter Erwägung kurzfristiger wirtschaftlicher Vorteile) von Regierungen via Zentralbanken missbraucht werden kann, während eine z.B. auf Gold beruhende Währung die Machtkonzentration behindert. Dies ist der eigentliche Grund weswegen Regierungen gegen einen Goldstandard sind. Der beste Weg liegt in der Zulassung einer alternativen auf Gold basierender Parallel-Währung, sodass die Menschen sich entscheiden können, ob sie eine von Bürokraten manipulierte Währung oder eben eine nicht manipulierbare Währung bevorzugen.

          • @Linus Huber

            Müsste bei einem Goldstandard nicht die Währung à la bitcoins “aufwerten” bzw. aufgespalten werden, d.h. nach einiger Zeit müssten nicht nur wieder einzelne Rappen sondern Zehntel- und Hundertstel- Räppler ausgegeben weden, um für das Mehr an Waren und Dienstleistungen ein entprechendes Mehr an Münz zu haben?

            Hier wäre das Vollgeld überlegen, denn dieses liesse sich im Rahmen des ordentlichen Wachstums entsprechend vermehren.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “auf Gold beruhende Währung die Machtkonzentration behindert”
            Was für ein Unsinn, es ist gerade umgekehrt, denn das verfügbare Gold ist höchstwahrscheinlich viel knapper als die globale volkswirtsch. Leistung. Diejenigen Staaten mit mehr Gold als andere werden auch mehr Macht besitzen und dann haben wir nebst Resourcenkriege ein globaler Goldweltkrieg dazu. Ist das Ihre Endlösung?

            – “eine nicht manipulierbare (Gold-)Währung bevorzugen”
            Ihr marktwirtsch. Verständnis lässt doch einiges zu Wünschen übrig, denn Gold hat doch keinen ewigen Fix-Preis? Da der reine Gold-Preis Preis-Fluktuationen unterworfen ist und dabei die Währung wiederum in Gold bewertet wird, was ja selbst wieder in Geld bewertet wird …?! Ein Zirkelschluss; und deshalb ist eine Gold-Währung wunderbar manipulierbar, ausser der Gold-Preis wird auf allen Gold-Märkten zentral-staatlich kontrolliert, aber auch auch derjenige auf allfälligen Schwarz-Märkten.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Na ja, lassen wir die Entscheidungsträger doch manipulieren, solange garantiert wäre, dass ich jederzeit einen festgelegtes Gewicht an Margen- und steuerbefreitem Gold (gleichgestellt mit Banknoten) gegen meine Scheine einlösen kann, ein Umstand, welcher einen Goldstandard ausmacht, nimmt man einfach sein Gold in Besitz, womit die Manipulationen kurzfristig auffliegen würden. Aber eben, wird nicht kommen, da dies die Machtkonzentration behindern würde. Goldvolumen im Umlauf veränderte sich ebenfalls entsprechend den Rendite-Erwartungen und entsprechender Risikobewertung, allerdings bestimmt in diesem Fall das Individuum und nicht die Zentralbank darüber.

            Im 19. JH funktionierte der Goldstandard (bei allgemein fallenden Preisen) grundsätzlich gut, was nicht bedeutet, dass kein risikoreiches Verhalten der Banken zu manch einem klar umgrenzten Problem führte, jedoch nicht vergleichbar mit den systembedrohenden Auswirkungen der letzten Jahre, welche das Resultat einer ankerlosen Geldpolitik und staatlicher Verschuldung sein dürfte.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “nimmt man einfach sein Gold in Besitz, womit die Manipulationen kurzfristig auffliegen würden”
            Es wird ja immer besser mit Ihnen Hr. Huber in Sachen Realitäts- oder auch Gemeinschaftssinn, Sie denken ja nur aus Ihrer eigenen Perspektive. Was wäre aber in diesem Fall, wenn ziemlich viele Menschen sowie auch Unternehmen anfangen würden dieses Gold zu horten? Dann wird noch weniger Geld vorhanden sein für die Wirtschaft als es ohnehin bereits sein würde. Aber Deflation ist für Sie ja eine gute Sache, erhöht schliesslich die Kaufkraft, und was mit dem Rest der Gesellschaft (die Lohnarbeiter meine ich hier) passiert, die von einer Deflation nicht profitieren, sondern ganz im Gegenteil, das kümmert Sie überhaupt nicht im Geringsten.
            Aber es wird nicht lange dauern in einem Gold-Standard und Sie werden sich Ihres Gold-Besitzes und Ihres Lebens fürchten, denn die Wahrscheinlichkeit bestohlen zu werden erhöht sich dann von zu Tag zu Tag, ja vielleicht sogar von Stunde zu Stunde. Denn die Macht liegt dann bei denen die das knappe und wichtige Gut besitzen und diese Macht wird von denen die es nicht haben angegriffen werden.

            – “Im 19. JH funktionierte der Goldstandard (bei allgemein fallenden Preisen) grundsätzlich gut”
            Die Kinderarbeit funktionierte damals auch sehr gut. Und allgemein fallen Preise (Deflation) weil allgemein Löhne fallen, der Kaufkraft-Gewinn geht auf Kosten der allgemeinen Lohnentwicklung, aber das ist für Sie ja völlig irrelevant. ‘Kaufkraft’ ist relativ und nicht absolut, verstehen Sie diesen Unterschied?
            Und ganz nebenbei, wo gab es denn wirklich damals nachweisbar einen 100% Gold-Standard und nicht nur vom Hören-Sagen bzw. Versprechen der Banken?

          • Linus Huber sagt:

            Es geht weder um diesen oder jenen Standard in sich, sondern darum, dass er der Freiwilligkeit in der Anwendung unterstellt wird. Sie dürfen sehr wohl an Ihrem ankerlosen Geldstandard festhalten, jedoch sollte es den Individuen einer Gesellschaft freigestellt sein, welchem Standard sie sich unterwerfen wollen. Es ist allerdings nicht weiter verwunderlich, dass das Verständnis für mit Eigenverantwortung verbundener Freiheit in diesem System des erzwungenen Kollektivismus nach langjähriger Konditionierung sehr schwach ausfällt.

          • Josef Marti sagt:

            Zweifellos hatte der Goldstandard seine Stärken, es mussten aber international von mehreren massgeblichen Ländern bzw. Teilnehmern befolgte Regeln sein. Va der Goldautomatismus ist zu nennen; Länder mit Inflation (auch im Goldstandard gab es Inflationsschübe) und Handelsdefiziten erlitten zwangsläufig Goldabflüsse wegen der Einlösegarantie zum fixen Unzenpreis. Daraus ergab sich ein festes Wechselkurssystem aufgrund einsetzender Goldarbitrage im internationalen Handel.
            Wegen dem Prinzip Goldmenge=Geldmenge (bzw. fixe proportionale Deckung in der Goldkernwährung) mussten im Defizitland die Preise wieder fallen, dazu musste Liquidität abgeschöpft und die Zinsen erhöht werden, sodass das Land wieder konkurrenzfähig werden konnte ; dieses procedere führte langfristig zum automatischen Zahlungsbilanzausgleich. Ein grosser Vorteil des internationalen Goldstandards gegenüber dem Fiatgeld war daher der Disziplinierungeffekt, indem Handelsdefizitländer trotz Festkurssystem nicht real aufwerten und über ihre Verhältnisse leben konnten; ganz im Gegensatz zum Leitwährungssystem von Bretton Woods und diversen anderen Ankerwährungssystemen der späteren Geschichte.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “Es geht weder um diesen oder jenen Standard in sich, sondern darum, dass er der Freiwilligkeit in der Anwendung unterstellt wird.”
            Ein Standard ist doch ein … Standard. Können wir als Gesellschaft 2 verschiedene oder überhaupt mehrere Standards gleichzeitig haben? Wie stehts sogar mit der totalen Individualisierung: Jeder darf sich sein eigener Standard ausdenken? Aber dann ist es ja kein Standard mehr?
            Gemäss Ihnen:”Es geht weder um diese oder jene Regel in sich, sondern darum, dass er der Freiwilligkeit in der Anwendung unterstellt wird.”
            Dann schaffen wir doch also alle Gesetze ab oder unterstellen wir sie der Freiwilligkeit jedes Einzelnen? Also Sie sollten nicht töten, weil das die Regel ist, aber Sie dürfen freiwillig darüber entscheiden ob Sie sich dieser Regel unterstellen wollen …?

            – “Sie dürfen sehr wohl an Ihrem ankerlosen Geldstandard festhalten, jedoch sollte es den Individuen einer Gesellschaft freigestellt sein”
            Ein Goldstandard nützt nur dem Sparen und da hat jeder heute die Möglichkeit, ist ja nicht verboten, Gold zu kaufen als Sparobjekt … wo ist also Ihr Problem?
            Als Tauschmittel eignet sich Gold nicht, ist unpraktisch & ineffzient und in der Realität würden die Wenigsten mit Gold-Talern einkaufen gehen, man würde es in den Bank-Tresoren bunkern und dann mit ‘Schuldscheinen bzw. Geld’ in der Wirtschaft handeln gehen.
            Als Wertmasstab eignet sich Gold auch nicht, weil Gold keinen absoluten oder inhärenten Wert besitzt, das wäre ansonsten ja kommunistisches Gedankengut, die glauben nämlich, dass Waren ihren eigenen Wert besitzen, deshalb wollen sie auch Märkte abschaffen. Sie sind äusserst irritierend Hr. Huber, ich weiss nicht genau ob Sie ein Anarchist oder Kommunist sind.

            – “Es ist allerdings nicht weiter verwunderlich, dass das Verständnis für mit Eigenverantwortung verbundener Freiheit in diesem System des erzwungenen Kollektivismus nach langjähriger Konditionierung sehr schwach ausfällt.”
            Da haben Sie recht, in einem System ohne irgendwelche Freiheiten gibt es auch keine Eigenverantwortung. Aber das ist ja nicht unser System; Sie haben Hr. Huber doch die Freiheit jederzeit Gold zu kaufen um damit Gold zu sparen, weil Sie davon selbst womöglich mehr profitieren als Geld zu sparen, da die Inflation wohl die Zinsen neutralisiert.
            Also, sparen Sie kein Geld, sondern sparen Sie in Sachkapital und Sie haben mehr davon, sofern Sie das wirtsch. klug machen und die Zentralbank hat genau das erreicht was sie nämlich wollte, dass Sie Eigenverantwortung übernehmen … es nicht verantwortlich, wenn herdenhaft alle Geld sparen, dann ruiniert man die Wirtschaft bzw. das Kollektiv und ist auch nicht für die Person selbst profitabel, weil ja alles dasselbe tun, das ist eine Verletzung wirtschaftlicher Natur-Gesetze.

          • G. Nardone sagt:

            @Josef Marti:
            – “Wegen dem Prinzip Goldmenge=Geldmenge (bzw. fixe proportionale Deckung in der Goldkernwährung) mussten im Defizitland die Preise wieder fallen, dazu musste Liquidität abgeschöpft und die Zinsen erhöht werden, sodass das Land wieder konkurrenzfähig werden konnte … Ein grosser Vorteil des internationalen Goldstandards gegenüber dem Fiatgeld war daher der Disziplinierungeffekt, indem Handelsdefizitländer trotz Festkurssystem nicht real aufwerten und über ihre Verhältnisse leben konnten”
            Ja aber das ist eine einseitige Massnahme, auch die Überschussländer müssen diszipliniert werden, ansonsten funktioniert das Ganze nicht. Man kann nämlich auch sagen, dass in den Überschussländern die Preise steigen müssen und nicht nur einseitig von den Defizitländern fordern, sie sollten die Preise senken über Lohnsenkungen.
            Wettbewerbsfähigkeit ist relativ (bezugnehmend).

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Wir reden wohl oft aneinander vorbei, da ich mich zu wenig klar ausdrücke. Einerseits geht es um prinzipielle Aspekte, welche ich oft ins Feld führe und andererseits geht es um die gegenwärtige Situation, welche nach einer Lösung sucht.

            Wenn ich mich auf Prinzipien berufe, heisst dies nicht, dass diese heute überhaupt noch (mindestens nicht 1:1) umsetzbar sind, sondern es geht darum, den Ursprung der Entstehung der gegenwärtigen Problematik aufzuzeigen, welche aus meiner Sicht in kurz Geldentwertung und Staatsverschuldung sind.

            Die Lösung der Problematik besteht hingegen aus dem gesellschaftsverträglichen Ausloten der Lastenverteilung und der damit notwendigen Veränderung der Anreize, wobei dies nicht prinzipienfrei ablaufen sollte, sondern sich mit der Nachhaltigkeit des Systems befassen muss (daher die notwendige Systemdebatte).

            Es geht auch nicht darum, dass wir keine Gesetze haben, sondern um das Ausmass der Regulierung, Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung und der damit einhergehenden Machtkonzentration. Wer soll aus Ihrer Sicht in erster Linie transparent sein, die mit dem Gewaltmonopol ausgestattete Regierung oder der Bürger?

          • Linus Huber sagt:

            Da Sie offensichtlich so angetan sind am “Geld drucken”, erklären Sie mir doch bitte in einfachen Worten, inwiefern das Vermehren von Geld Wohlstand schafft.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “Wir reden wohl oft aneinander vorbei”
            Nein, ich gehe auf Ihre Argumente ein, Sie hingegen nicht, Sie schulden mir immer noch einige Antworten auf spezifisch wiederholt formulierte sachbezogene Fragen …

            – “Wenn ich mich auf Prinzipien berufe”
            Was für Prinzipien? Ach ja; die ‘Nachhaltigkeit’ z.B.? Dann erklären Sie mal konkret und realitätsbezogen was ‘nachhaltig’ ist?

            – “gegenwärtigen Problematik aufzuzeigen, welche aus meiner Sicht in kurz Geldentwertung und Staatsverschuldung sind”
            Und Ihre Sicht diesbezüglich ist betrübt – wann legen Sie, und auch nur als ein kleines Experiment, Ihre ‘Monetarismus’-Brille mal ab und betrachten die ganze Realität mit Ihren nackten Augen – denn weder das Eine noch das Andere ist tatsächlich ein Problem.
            Geldentwertung ist relativ, nicht absolut, Geld wird nur bei denen ‘entwertet’ die vergangenes Geld gespart haben und bei anderen, die nicht Geld sparen, wird nichts entwertet. Es ist eben nicht volkswirtsch. ‘nachhaltig’, oder Sie könnten das auch mit ‘moralisch’ ersetzen, wenn zuviele Geld sparen, aber auf dieses Argument haben Sie ja nichts zu sagen, denn dabei geht es Makro-Ökonomie, Ihr Fachgebiet und Lieblingsthema scheint aber ‘Religion’ bzw. Ideologie zu sein.
            Und auch Staatsschulden sind nicht wirklich ein Problem, denn wer ist oder wer sind die Gläubiger dieser Schulden? Tja, die eigene Bevölkerung oder Teile dessen sind die Gläubiger! So, und wie im Gottes Namen soll der Staat nun diese gottverdammten Staatsschulden zurückbezahlen, die ja gem. der Meinung von Vielen so hoch seien, dass sie gar nie mehr wirklich zurückbezahlt werden könnten?
            Ganz einfache Lösung: Der Staat erhöht die Steuern, und er kann diese auch nur bei denen erhöhen die die Staatstitel besitzen und die Höhe im Verhältnis dazu, mit dem Geld dass der Staat damit kassiert zahlt er die Schulden den Eigentümer der Staatsschulden zurück. So, der Staat hat nun keine Schulden mehr und alle sog. Staatstitel landen in den Papierkorb. Hat dabei irgendjemand was verloren? Nun, in Zukunft werden aber diese Gläubiger keine Zinsen mehr auf diese Titel erhalten und deshalb möchten sie gar nicht, dass der Staat allzufrüh seine Schulden neutralisiert …

            – “Es geht auch nicht darum, dass wir keine Gesetze haben, sondern um das Ausmass der Regulierung”
            Das Ausmass ist relativ.

            – “Wer soll aus Ihrer Sicht in erster Linie transparent sein, die mit dem Gewaltmonopol ausgestattete Regierung oder der Bürger”
            Nun die Regierung natürlich, aber wenn sie es heute nicht ist, dann deshalb, weil es die Mehrheit der Bevölkerung gar nicht will. Ein Gewaltmonopol besitzt eine Regierung nur solange wie es das Volk will und die Macht eines Regierenden ist nur eine geliehene Macht. Und wenn Sie sich an Regulierungen stören, dann tun Sie doch etwas, bringen Sie eine neue Lösung ein die die Interessen aller Beteiligten zufrieden stellt. Aber das ist viel schwieriger, äusserst komplex und überhaupt erfordert es ein grosses Mass an Realitätsbezogenheit, denn warum haben wir Regulierungen? Ja um die versch. individuellen privaten Interessen der Bürger in einer komplexen Gesellschaft so weit wie möglich zu einigen. So, haben Sie diesbezüglich eine neue Idee wie das zu bewerkstelligen wäre? Nein, das Einzige was Sie auf Lager haben ist über das ominöse ‘Ausmass’ zu meckern.
            Also, bringen Sie mal einen konkreten Vorschlag, der in der komplexen Realität auch was taugt und ALLE privaten Interessen respektiert und zu einigen vermag?

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “Da Sie offensichtlich so angetan sind am “Geld drucken”, erklären Sie mir doch bitte in einfachen Worten, inwiefern das Vermehren von Geld Wohlstand schafft”

            Und Sie sollten es wissen, da ich es Ihnen öfters mitgeteilt habe, dass ich Geld als eine ‘Illusion’ bezeichne und mich deshalb eher mit ‘Realem’ beschäftige wie Makro-Ökonomie. Sie hingegen beschäftigen sich nur mit der ‘Vermehrung von Geld’, sie verdammen zwar dies explizit, doch da dies Ihr zentrales Anliegen ist und all Ihre Argumente und Theorien sich darum kreisen, lieben sie wohl die ‘Vermehrung von Geld’ heimlich.
            Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass Sie genauso irrational wie rational sind?

            Und wenn ja ‘Geld drucken’ alleine kein Wohlstand schafft, dem stimme ich übrigens zu, dann ist es ja auch kein Problem, wenn ‘zuviel Geld’ gedruckt wird, der Wohlstand geht dabei ja auch nicht zurück! So einfach ist es Ihre These zu widerlegen.
            Und ganz abgesehen davon oder eben eigentlich gerade nicht, man weiss sowieso nie annähernd genau, ob tatsächlich ‘zuviel Geld’ vorhanden ist oder nicht und was überhaupt das richtige Mass ist, die Realität ist dafür einfach zu komplex und die Menschen zu frei im Umgang mit Geld und dabei will man auch nicht unbedingt den Weg jeglichen Geldscheins haargenau mitverfolgen …

          • Linus Huber sagt:

            “wenn zuviele Geld sparen, aber auf dieses Argument haben Sie ja nichts zu sagen, denn dabei geht es Makro-Ökonomie”

            Darüber spreche ich ja die ganze Zeit. Einen Notgroschen oder sich um eine gewisse Sicherheit für das Alter zu Sorgen sind natürliche menschliche Bedürfnisse und kein Problem im eigentlichen Sinne. Ob dies nun in der Form einer Investition (Aktien), in Staats- oder anderen Obligationen, in Geldnoten, Gold oder Wohneigentum gemacht wird, ändert in sich aus der Sicht des Sparers nichts, ausser dass die eine Anlage ein anderes Risikoprofil gegenüber einer andern Anlage besitzt. Wenn durch die implizierte Drohung der Währungsentwertung das Risiko im Halten der Währung sich erhöht, fällt es relativ betrachtet in den risikoreicheren Anlagen, wodurch sich eine Blase in einem dieser Bereiche bilden kann. Diese Manipulationen führten aufgrund des damit einhergehenden Umverteilungseffektes zu einem kurzfristigen bis mittelfristigem Boom, da dadurch das Risikokapital billiger wird. Jedoch über Zeit müssen immer rigorosere Massnahmen ergriffen werden um solch einen immer schwächer ausfallenden Boom zu erzeugen. Wie Sie selber erkennen, verändert sich der Wohlstand der Bevölkerung durch “Geld drucken” nicht, womit Sie selber damit anerkennen, dass dies einzig der Umverteilung und der Manipulation der Bevölkerung dient, sich entsprechend den Vorstellungen etwelcher indoktrinierten Ökonomen von Entscheidungsträgern zu verhalten, welche bewiesenermassen sich der langfristigen negativen Konsequenzen ihrer Zwangsmassnahmen, wie Sie auch, nicht bewusst zu sein scheinen. Abgesehen von dem künstlich erzeugten kurzfristigen Boom aufgrund der tieferen Risikoprämien, verändert sich einzig das Anlageverhalten. Soweit zum Thema der Makro-Ökonomie, welche Sie hier als Argument aufzuführen versuchen. Ich beschäftige mich nicht in erster Linie mit “Geld”, sondern mit dem Verhalten der Gesellschaft, wobei Geld in welcher Form auch immer Ausdruck dieses Verhaltens spiegelt.

            “Also, bringen Sie mal einen konkreten Vorschlag, der in der komplexen Realität auch was taugt und ALLE privaten Interessen respektiert und zu einigen vermag?”

            Na ja, wenn der Karren einmal in der Scheisse steckt, soll derjenige, welcher zuvor warnte nun die einfache Lösung offerieren. Trotzdem versuche ich einige Lösungsansätze zu formulieren.

            1. Anerkennung des Dilemmas durch die Entscheidungsträger (und wenn möglich deren Ausscheiden aus den entsprechenden Positionen) und Anstoss einer öffentlichen Diskussion.
            2. Unter Abwägung der verschiedenen Interessen muss ein gesellschaftsverträglicher und von der Mehrheit getragener Konsensus über einen Systemwechsel angestrebt werden, wobei bei solchen Verteilungskämpfen (resp. Verteilen der Altlasten) natürlich hier die Gefahr der Diktatur der Mehrheit immer stärker zum tragen kommen dürfte.

            Natürlich kommt es zu diesen Diskussionen erst nach der nächsten grösseren Verwerfung einer systemrelevanten Komponente, wobei wie ich erklärte, die Regierungen resp. ihre Entscheidungsträger den Finger auf andere zeigen werden und sicherlich den Fehler nicht bei sich selber suchen.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “Ob dies nun in der Form einer Investition (Aktien), in Staats- oder anderen Obligationen, in Geldnoten, Gold oder Wohneigentum gemacht wird, ändert in sich aus der Sicht des Sparers nichts”
            Eben Sie sagen es ja; ‘aus der Sicht des Sparers’, das ist Betriebs-Buchhaltung bzw. Mikro-Ökomomie und nicht Makro-Ökonomie, worüber Sie wieder einmal nichts zu sagen haben. Es ist eine einseitige Betrachtung unter Ausschliessung anderer TEile der Gesellschaft.

            – “… ausser dass die eine Anlage ein anderes Risikoprofil gegenüber einer andern Anlage besitzt”
            Und was ist das Risikoprofil von einer Geld-Anlage? Ihrer Meinung sollte sie kein Risiko bergen, doch das ist nicht realistisch. Denn dem Geld-Sparer steht mind. ein Schuldner gegenüber, man kann nicht Geld sparen, solange nicht jemand Anders sich verschuldet und der Schuldner hat sich möglicherweise zwecks einer Investition verschuldet und jegliche Investition ist mit einem relativen Risiko behaftet. Also, mit oder ohne Inflation, Geld sparen ist aus einer volks-wirtsch. Perspektive nicht ohne Risiko. Ihre Perspektive ist aber so eng & klein, dass Sie den grösseren Zusammenhang von Geldspar-vermögen und Schulden nicht sehen.
            Geld sparen bedeutet weniger konsumieren als produzieren, der Überschuss der dabei entsteht muss mir jemand aber abkaufen, ansonsten kann man kein Geld sparen dabei, höchstens Resourcen, und dieser Überschuss kann mir nur jemand abnehmen, der selbst natürlich nicht auch ‘spart’ bzw. ‘weniger konsumiert als selbst produziert’, sondern im Gegenteil, er muss ‘mehr konsumieren als produzieren’, insofern Schulden machen.
            ‘Unter seinen Verhältnissen zu leben’ und ‘über seinen Verhältnissen zu leben’ bedingen sich, was Sie aus mir unerfindlichen Gründen nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen oder es eigentlich sogar nicht dürfen.

            Und deshalb ist der Zweck von Inflation nicht einen ‘kurzfristigen Boom’ auszulösen wie Sie behaupten, sondern da Geld-Spar-Vermögen und Geld-Schulden sich bedingen, den Geld-Sparer zwingen das Geld auszugeben, damit die ihr bedingten Schulden auch bedient werden können oder auch anders gesagt, damit der Geld-Sparer gezwungen wird, den erzeugten Überschuss auch zu konsumieren, ansonsten riskiert man einen volks-wirtsch. Verlust, der sich dann aber für den Einzelnen in Lohnkürzungen oder Arbeitsstellen-Verlust ausdrücken wird.

            Und deshalb gehören Geld-Sparer nicht bevorteilt, sondern sollten mittels Inflation z.B. benachteiligt werden, weil sie mit ihrem Verhalten relative Nachteile für die ganze Wirtschaft & damit für Andere schaffen und längerfristig sogar ggü. sich selbst.

            Es ist natürlich für den Einzelnen wünschenswert, völlig verständlich und ja eigentlich gerade ein Zwang Geld zu sparen zwecks der Rente z.B., nur leider ist das gleichzeitig volkswirtsch. nicht wünschenswert, denn wir können nicht alle gleichzeitig Geld sparen, wir können nur alle gleichzeitig Resourcen & Rohstoffe sparen. Wären wir alle Kartoffel-Anbauer könnten wir alle Kartoffeln auf die Seite legen oder einfach weniger produzieren, nicht aber Geld, denn wir produzieren kein Geld, wir erhalten Geld für die Produktion & anschl. Verkauf von Kartoffeln und dann möchten wir Teile dieses Geldes auf die Seite legen und nicht die Kartoffeln natürlich, und hiermit sollte Ihnen nun himmelklar sein, dass das nicht für alle möglich sein wird, schliesslich braucht der nötige Verkauf einen Käufer.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “… ihre Entscheidungsträger den Finger auf andere zeigen werden und sicherlich den Fehler nicht bei sich selber suchen”
            Für dieses Verhalten sind Sie übrigens ein Paradebeispiel.

          • Linus Huber sagt:

            Wer genau ermöglicht das von Ihnen als negativ bezeichnete sparen von Geld in erster Linie, indem entsprechend Schulden gemacht werden? Man muss die Anreize zur Verschuldung ohne Absicht der Rückzahlung verhindern und nicht umgekehrt.

            Das Risiko muss bei Investitionen vorliegen (wobei auch z.B. ein Sparkonto oder die staatlichen Obligationen als Investition zu gelten haben und mit entsprechenden Risikoprämien versehen sein müssen), nicht bei der Währung, ansonsten der Massstab wirtschaftlicher Tätigkeit verzerrt wird, was die individuelle finanzielle Planung verunmöglicht. Je höher die zentralistische Planung, desto schwieriger die individuelle Planung, resp. eine Untergrabung der persönlichen Verantwortung indem die Entscheide für den Einzelnen einzig zu einem Glücksspiel verkommt.

            “Und deshalb ist der Zweck von Inflation nicht einen ‘kurzfristigen Boom’ auszulösen wie Sie behaupten, sondern da Geld-Spar-Vermögen und Geld-Schulden sich bedingen, den Geld-Sparer zwingen das Geld auszugeben, damit die ihr bedingten Schulden auch bedient werden können oder auch anders gesagt, damit der Geld-Sparer gezwungen wird, den erzeugten Überschuss auch zu konsumieren, ansonsten riskiert man einen volks-wirtsch. Verlust, der sich dann aber für den Einzelnen in Lohnkürzungen oder Arbeitsstellen-Verlust ausdrücken wird.”

            Natürlich ist dies die Absicht, allerdings handelt es sich aus geschichtlicher Perspektive betrachtet einzig um die zeitliche Verzögerung der regelmäßig notwendigen Erneuerung wirtschaftlicher Tätigkeiten (Festhalten am Status Quo anstelle der schöpferischen Zerstörung), was einem Schneeballsystem gleichzusetzen ist. Der Weg ins Verderben ist meist mit guten Absichten gepflastert.

            Konsum muss man weder fördern noch erzwingen, sondern jeder Mensch versucht aus eigener Motivation sich ein angenehmes Leben zu gestalten. Sie scheinen die Idee zu vertreten, dass der Staat (resp. die Regierung) alles zu regeln hat und vergessen wohl dabei, dass Sie damit Ihre persönliche Verantwortung wie Freiheit aufgeben und Sie sich damit verstärkt vom Staat abhängig machen, womit Sie sich natürlich auch der Gefahr aussetzen, sich nicht mehr wehren zu können, wenn die Regierung aufgrund der erzeugten Probleme Ihren Lebensstandard schrittweise kürzen sollte.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – “Man muss die Anreize zur Verschuldung ohne Absicht der Rückzahlung verhindern und nicht umgekehrt.”
            Das ist eine einseitige Massnahme, man muss eben ZUGLEICH das Umgekehrte auch in Betracht ziehen; die Verhinderung, dass Geld gespart wird ohne Absicht diese längerfristig auszugeben. Denn wenn gespartes Geld nicht über Konsum oder auch Investition ausgegeben wird, können die Schulden ganz allgemein gar nicht bedient werden.
            Nochmals zur Erinnerung:
            Wenn jemand ‘Geld spart’ bedeutet es ‘weniger konsumieren als produzieren’ und das erzeugt ein Überschuss, und das bedingt eben, dass jemand Anders ‘mehr konsumiert als produziert’, was wiederum Schulden erzeugt und damit Schulden ganz allgemein im System rückzahlbar werden, muss die ganze Gleichung umgekehrt werden. Und die einzelnen Wirtschafts-Teilnehmer haben keinen Überblick über diese Vorgänge und zudem sind sie grösstenteils indirekt und deshalb braucht es eine zentralistische Regelfunktion weil die einzelnen Teilnehmer das System nicht in ein relatives Gleichgewicht bringen können.

            – “Konsum muss man weder fördern noch erzwingen”
            Sie reissen es aus dem Zusammenhang, es geht nicht darum den Konsum zu fördern aus dem Nichts heraus, sondern den produzierten Überschuss zu konsumieren der bei ‘Geld sparen’ entsteht, ansonsten verrottet es.

            Antworten Sie doch auf diese Punkte wenn Sie den Mumm haben:
            1. Geld sparen = weniger konsumieren als produzieren – stimmt das gemäss Ihrer Meinung?
            Falls ja …
            2. Das erzeugt Überschüsse und was geschieht, wenn diese nicht konsumiert werden? Und wer wird diese konsumieren müssen? Ja nur potenzielle Schuldner
            3. Da die Schuldner ihre Schulden nur dann zurückzahlen können, wenn sie selbst ‘sparen’, was ja heisst ‘weniger konsumieren als produzieren’, bedingt, dass wiederum andere eben genau das Gegenteil machen; und zwar über ihre Verhältnisse leben.

            Und nochmals zur Erinnerung weil Sie so stur sind:
            Unter und über seinen Verhältnissen zu leben bedingen sich, und damit diese Positionen nicht allzusehr auseinander driften das längerfristig in einen grossen Knall endet, braucht es nun mal einen relativen %-Satz Inflation.

            Es gäbe zwar theoretisch auch eine andere Methode anstelle von Inflation, nämlich alle Geld-Spar-Guthaben bei den Banken mit einem Satz von 2% pro Jahr zu versteuern anstelle von 2% Inflation und damit zeitgleicher Preis-Stabilität. In der Praxis ist das aber einiges schwieriger und überhaupt mit weiteren fast unlösbaren Problemen verbunden.

          • Linus Huber sagt:

            1. Geld sparen = weniger konsumieren als produzieren – stimmt das gemäss Ihrer Meinung?

            Dies Aussage ist korrekt, allerdings wird unterlassen zu erklären, dass man auch in anderer Form als Geld sparen kann (z.B. Erwerb eines schuldenfreien Grundstückes etc.), wodurch die allgemein verwendete Gleichung, dass Sparen (und dabei wird nicht einzig Geld sparen gemeint) Schulden bedingen, nicht zutrifft. Ebenfalls ist in dieser Situation des Geldsparens nicht der Sparer das Problem, sondern in erster Linie die staatliche Verschuldung, welche zu diesem Verhalten einlädt.

            2. Das erzeugt Überschüsse und was geschieht, wenn diese nicht konsumiert werden?

            Dann fallen die Preise – ein Segen für die Bevölkerung.

            3. Da die Schuldner ihre Schulden nur dann zurückzahlen können, wenn sie selbst ‘sparen’, was ja heisst ‘weniger konsumieren als produzieren’, bedingt, dass wiederum andere eben genau das Gegenteil machen; und zwar über ihre Verhältnisse leben.

            Wird langfristig leider nicht funktionieren, da diejenigen, welche nicht über ihre Verhältnisse leben wollen, sich einfach andere Formen der Kapital-Akkumulation suchen werden, womit sich entsprechende Blasen bilden.

            “Unter und über seinen Verhältnissen zu leben bedingen sich”

            Die Frage ist dabei, ob man jene bestrafen will, welche unter oder über ihren Verhältnissen leben, respektive welches Verhalten wohl die Gesellschaft eher stärkt oder schwächt.

            “(Unter und über seinen Verhältnissen zu leben bedingen sich, und) damit diese Positionen nicht allzusehr auseinander driften das längerfristig in einen grossen Knall endet, braucht es nun mal einen relativen %-Satz Inflation.”

            Ein klares Nein; das Verhältnis wird automatisch über die vorzunehmenden Abschreibungen wieder ins Lot gebracht, indem des Schuldners Unfähigkeit der Amortisation und Zinszahlung anerkannt wird. Die Verlagerung der Problematik auf die Währung entspricht einem Schneeballsystem, welches eben schlussendlich zu Ihrem angesprochenen Knall führt, denn die von Ihnen vorgeschlagenen Massnahmen der Inflation (und damit indirekten Subvention des Schuldners) produzieren immer höhere Ungleichgewichte. Je länger man diese Problematik zeitlich in die Zukunft verschiebt, desto grösser die negativen Konsequenzen für die Gesellschaft sein dürften.

            Wie schon erwähnt, erkennen Sie die Lösung in der Anwendung von staatlichen Zwangsmassnahmen, welche aufgrund der durch die Reflexivität erzeugten Verhaltensänderung der Bevölkerung immer weitere Zwangsmassnahmen erfordern und im Prozess die Regierungen immer stärker wachsen und in der Regulierung, Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung einen unumstrittenen Selbstzweck erkennen.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            – ” … allerdings wird unterlassen zu erklären, dass man auch in anderer Form als Geld sparen kann (z.B. Erwerb eines schuldenfreien Grundstückes etc.), wodurch die allgemein verwendete Gleichung, dass Sparen (und dabei wird nicht einzig Geld sparen gemeint) Schulden bedingen, nicht zutrifft.”

            Vielen Dank, darum geht es mir ja die ganze Zeit, wenn jemand explizit nicht Geld spart, sondern in Sachkapital, gibt’s keine Schulden, da haben Sie recht und damit ist die Inflation für diesen völlig wirkungslos und würden das alle tun, bräuchten wir auch keine Inflation, weil wie gesagt, völlig wirkungslos wäre. Und das Ganze habe ich mehrmals erwähnt und nicht unterlassen.

            – “2. Das erzeugt Überschüsse und was geschieht, wenn diese nicht konsumiert werden? Dann fallen die Preise – ein Segen für die Bevölkerung.”

            Nochmals vielen Dank, dass Sie Farbe bekennen und vor allem für den Lacher, ich kann es noch kaum fassen wie lustig doch Ihre Logik ist. Nicht nur lässt Ihr makro-ökonomisches Verständnis einiges zu wünschen übrig, Ihr betriebs-wirtschaftliches Verständnis steht Ersterem in Nichts nach. Sogar jedes Kind weiss, dass wenn Aufwand höher ist als Ertrag = Verlust. Produktion + Überschuss-Produktion ist doch Aufwand, und wenn dann also der Überschuss nicht konsumiert bzw. verkauft werden kann, dann hat man für die Produktion des Teils des Überschusses für die Katz gearbeitet, und natürlich fallen damit die Preise, aber augrund von fallenden Einkommen bzw. Verlust.
            Huber’s wirtschaftliche Logik: Man produziere Überschüsse und werfe diese dann fort = Segen für die Bevölkerung! … weil die Preise fallen, was Sie hier aber zum x-ten mal unterschlagen, es ist nur ein Segen für einen kleinen Teil der Bevölkerung, und zwar den Teil der Gesellschaft die genügend bis sehr viel Geld beiseite hat und nicht auf aktuelle & zukünftige Lohn-Einkommen angewiesen ist.
            Ihre Wirtschafts-Ideologie bevorteilt nur eine gut situierte Minderheit zu Lasten des Rests!

            Meine Frage: 3. Da die Schuldner ihre Schulden nur dann zurückzahlen können, wenn sie selbst ‘sparen’, was ja heisst ‘weniger konsumieren als produzieren’, bedingt, dass wiederum andere eben genau das Gegenteil machen; und zwar über ihre Verhältnisse leben.
            – “Ihre Antwort dazu: Wird langfristig leider nicht funktionieren, da diejenigen, welche nicht über ihre Verhältnisse leben wollen, sich einfach andere Formen der Kapital-Akkumulation suchen werden, womit sich entsprechende Blasen bilden.”
            Es ist nicht unbedingt nur eine Frage des freien Willens ob man ‘über seine Verhältnisse leben will’ oder nicht, der Eine oder Andere, und das kann eine Nation als Ganzes sein, hat unter bestimmten Umständen gar keine andere Wahl, was wiederum generell gar nicht schlimm ist, denn nur damit können wiederum andere Parteien ‘unter seinen Verhältnissen leben’ bzw. ‘sparen’.
            Z.B. Kinder die Schul-Leistungen in Anspruch nehmen haben sich diese Leistungen ja noch nicht verdient, die Schul-Leistungen an Kinder ist ein Kredit den man ihnen gewährt, und in diesem Zusammenhang leben Kinder ‘über ihren Verhältnissen’, und sie haben gar keine andere Wahl, ausser wir führen Kinderarbeit an …

            Mein Zitat:”Unter und über seinen Verhältnissen zu leben bedingen sich”
            Ihre Antwort: “Die Frage ist dabei, ob man jene bestrafen will, welche unter oder über ihren Verhältnissen leben, respektive welches Verhalten wohl die Gesellschaft eher stärkt oder schwächt.”
            Verstehen Sie eigentlich die deutsche Sprache nicht? Oder was verstehen Sie bitte genau unter ‘sich BEDINGEN’?
            Für Sie ist das Eine ja gut, das andere hingegen schlecht & böse und als solches zu bestrafen – das Problem ist nur, das Eine exisistiert nicht ohne das Andere, das bedeutet ‘sich bedingen’. Und keine der beiden Positionen gehören gestraft, sondern es gehört etwas kontrolliert, dass diese Positionen innerhalb der Gesellschaft nicht allzusehr auseinanderdriften und sich damit verhärten, sondern relativ konstant dynamisch bleiben.

            – “Ein klares Nein; das Verhältnis wird automatisch über die vorzunehmenden Abschreibungen wieder ins Lot gebracht, indem des Schuldners Unfähigkeit der Amortisation und Zinszahlung anerkannt wird.”
            Ja aber in der Realität sind Gläubiger-Schuldner-Paare nicht direkt einbezogen, wenn Abschreibungen aufgrund von Unfähigkeit des Schuldners vonnöten sind, dann muss man beim Gläubiger ja auch Guthaben abschreiben, das ist etwas ungerecht für all diejenigen Gläubiger die nicht direkt einen Schuldner sich zugewiesen haben! Finden Sie es persönlich gerecht, dass Ihnen auf dem Bank-konto einen Betrag abgezogen wird, weil die Bank sogenannten ‘Unfähigen’ Ihr Geld ausgeliehen hat?

            – “Die Verlagerung der Problematik auf die Währung entspricht einem Schneeballsystem”
            Diese Verlagerung erzeugt kein Schneeballsystem, denn es ist ja eine Art Sozialisierung von teils gesellschaftlichen Kosten & Risiken.

            – “Wie schon erwähnt, erkennen Sie die Lösung in der Anwendung von staatlichen Zwangsmassnahmen, welche aufgrund der durch die Reflexivität erzeugten Verhaltensänderung der Bevölkerung immer weitere Zwangsmassnahmen erfordern und im Prozess ….”
            Reflexivität ist keine Einbahnstrasse, allfällige staatliche Zwangsmassnahmen sind genauso ‘Reflexivitäten’ gesellschaftlicher Motivationen & Ansprüche. Und die Bevölkerung ändert ihr Verhalten nicht AUTOMATISCH als wären sie kopf- & seelenlose Roboter, der Eine oder Andere ‘REFLEKTIERT’ ja auch was dabei und passt sein Verhalten dem Umfeld so gut wie möglich an, um das Beste daraus rauszuholen.
            Und solange wir so etwas wie ein ‘Gesellschafts-System’ und ‘Recht-Staatlichkeit’ haben, braucht es einen Staat mit bestimmten Kompetenzen, ansonsten gehen wir halt alle zurück in den Urwald, wobei das dürfen Sie ja freiwillig herzlichst tun …

          • Linus Huber sagt:

            Wie kann man nur so verblendet sein, dass man glaubt, dass die Manipulation der Bevölkerung durch eine sich immer mehr Kompetenzen und Macht zuschanzenden Regierungen den Wohlstand der Gesellschaft sicherstellt. Unsere grundlegende Differenz liegt in Ihrem Vertrauen in ein totalitäres Systems, während ich die Selbstverantwortung und Freiheit bevorzuge.

        • Fred Ruegg sagt:

          Die Altersvorsorge ist bei Freiem und Fliessenden Geld kann eben durchgehend finanziert werden, erlaubt aber kein bloedsinnig offenes, den Spekulanten verschenktes Welt Geldsystem, sonderen weltweit nur hoechstens eine handvoll, sagen wir mal Raum Reservesysteme wie US Dollar Raum, Euro, Yuan etc Raum und Abschaffen der Geheimverschwoerergesellschaft der Freudenberger, der US Fed die nichteinmal ein oeffentlich begutachtetes Inventarnehmen der Goldbestaende der anderen Nationen erlauben muss, etc., noch die Verhandlungen in den Raeumlichkeiten der BIZ in Basel die von jeglicher Rechtsordnung und Aufsicht ausgeschlossen sind, d.h. Nach keinem Oeffentlichen Recht bestehen. D.h. Die erwaehnten Reservewaehrungsraeume muessten nach Einem neuen und bestimmten Internationalen Recht abgewickelt werden muessen.. D.h. Weiter, die Freigeld und Fliessendgeldsysteme muessten rein Nationale unabhaengige Systeme sein und setzen den Wechselkurs zu ihrer Raum Reservwaehrung von Zeit zu Zeit nach den Erfordernissen ihrer Internationalen Export/Import Wirtschaft. Es wird sich auch Zeigen, dass der Privatbesitz und Privatkontrolle von Naturguetern wie Raum,Land, Wasser, Luft, Sonnenlicht, zu denen Maeuse, Wuermer, Voegel, Fische etc nach der Naturgesetzlichkeit aller Existenz freien Zugang haben, auch fuer uns Menschen gefordert werden muss, und nicht nach dem fuer unsere evolvierte Menschengemeinschaft von den Maechtigen bevolgten Land und Besitzrecht der uralten Roemern unterworfen bleiben muessen!

        • TomW sagt:

          @Reto Stadelman: “Die “Speicherfunktion” des Geldes ist mitunter gerade für die Altersvorsorge …”

          Wohl zu viel Dagobert Duck gelesen. Man kann durch Sparen nicht für das Alter vorsorgen indem man die “Speicherfunktion” von Geld nutzt. Das ist praktisch unmöglich. In Geld lassen sich keine Werte speichern, selbst wenn es einem manchmal so erscheint.

          Ginge das, dann müsste folgendes möglich sein: Statt sich fortzupflanzen und für teures Geld Kinder großzuziehen entscheiden sich alle, dieses Geld lieber über 40 Jahre lang zu sparen. Wenn man dann als Arbeiter oder Bäcker mit 65 zum letzten Mal die Fabrik- oder Bäckereitür zuschließt, wird man danach feststellen, dass es für das gesparte Geld nichts mehr zu kaufen gibt, da niemand mehr da ist, der produziert. Der vermeintlich gespeicherte Wert ist in dem vielen Geld nicht abrufbar bzw, den gab es zu keiner Zeit.

          Im Kern steckt hinter der Idee der Speicherfunktion von Geld ein pervertierter Spargedanke. Ursprünglich war mit Sparen der über die Zeit gestreckte Umgang mit echten Ressourcen wie z.B. Getreide gemeint. D.h. man hat nicht gleich alles verbraucht sondern sich die Ernte bis zur nächsten Ernte möglichst gleichmäßig aufgeteilt.

          Beim Sparen von Geld geht es jedoch um etwas vollkommen anderes: um die Entkoppelung von Konsum und Produktion. Wer spart sucht faktisch immer jemanden, der an seiner statt konsumiert. Deswegen wird hier auch nicht wirklich gespart bzw. Werte gespeichert, da Sparen die Vernichtung von Werten durch Konsum voraussetzt. Werden die geschaffenen Werte nicht konsumiert, dann erübrigt sich in der Folge auch deren Produktion und damit erübrigt sich auch das Einkommen des Sparers von dem er zu sparen versucht. Im Sparen drückt sich allenfalls die Hoffnung des Sparers aus, dass die Werte genau dann geschaffen werden, wenn er das Geld zurückbekommt und er sie konsumieren will. Gespeichert wird hier nichts sondern ausschließlich spekuliert. Deswegen lässt sich Wirtschaftsleistung so auch nicht auf die Zukunft übertragen – schon gar nicht über einen Zeitraum von 45 Jahren.

          Die Versorgung von Alten usw. ist ausschließlich eine Form von Umverteilung in der Gegenwart und nicht der Abruf von gespeicherten Werten. Das lässt sich zwar auch über Sparverträge usw. organisieren. Allerdings hat man sich dann schon so extrem weit von der ursprünglichen Problemstellung entfernt, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass das gut funktionieren wird. Denn die Idee einer Umverteilung (die erfolgen muss, damit der untätige Rentner was hat) und die des eigenen Sparens (wo aber faktisch nichts gespart wird) liegen so weit auseinander, dass es absurd ist, zu glauben, dass dabei zufällig das herauskommt, was man beabsichtigt.

          Was aber sicher funktioniert, das ist folgendes: die Konservierung von Ungleichheit. Denn egal wie viel künftig produziert wird, derjenige, der mehr Geld als Rentner hat, der wird auch besser leben, als einer der weniger hat. D.h. man schafft zwar durch Sparen keine Grundlage für die Versorgung im Alter an sich, dafür sich aber evtl. eine bessere Position bei der Verteilung der Güter, die dann produziert werden. Deswegen löst die private kapitalgedeckte Altervorsorge auch nicht das Demographieproblem sondern nimmt nur darauf Einfluss, wie das wenige in der Zukunft verteilt wird. Und das auf eine vollkommen undemokratische Weise, denn normalerweise werden solche Dinge nicht an den Kapitalmärkten sondern in demokratischen Prozessen entschieden.

  13. Edy Müller sagt:

    Vielleicht hätte man sich mal fragen können, wie es möglich ist mit einer Volatilität von 3% einen Return von Riskfree +3-4% versprochen zu bekommen! Da kenne ich dann doch ein paar normale Investoren die sich diesen Bären nicht aufbinden liessen und sehr gut durch diese Kriese gekommen sind.

  14. Harley W. Jetzer sagt:

    Bei der EU mit dem Euro ist es noch schlimmer, nur werden die dies nie zugeben.

    • Margot sagt:

      EZB-Vize-Chef Vitor Constancio (Portugal) auf einer Presse-Konferenz in Frankfurt im April: “Wenn man sich vor Augen hält, wo wir kaum zwei Jahre nach dem Beinahe-Zusammenbruch der Euro-Zone inzwischen stehen, ist das zwar ermutigend. Allerdings heißt das nicht, dass wir die Gefahrenzone gänzlich verlassen hätten”.
      Das Hauptrisiko für die Finanzstabilität in Europa sei derzeit “ein scharfer Anstieg der weltweiten Zinsen für Schuldtitel wegen einer abrupten Neueinschätzung von Risiken”, sagte der Portugiese. Außerdem gebe es Gefahren durch die Krise zwischen Russland und der Ukraine.
      Diese Meldung wurde nur von ganz wenigen Zeitungen und auch nur am Rande erwähnt. Die Realitätsverweigerer verdrängen es weiterhin und verkünden das es die EU / € immer noch gibt. Ja, noch!! Wer bei einer Währungsreform bezahlt / verliert, hat man ja zu genüge in der Vergangenheit gesehen.

      • Anh Toan sagt:

        “Die Realitätsverweigerer verdrängen es weiterhin und verkünden das es die EU / € immer noch gibt”

        Was ist daran Realitätsverweigerung?

        Die Europhoben sagen der Euro und die EU gehen unter. Ich stimme zu, aber wende ein, das dies auch für USD und USA und CHF und CH gilt,

        die Frage ist einzig: Wann?

        • Josef Marti sagt:

          Keine Angst, der Euro bleibt, der ist nämlich hart wie Kruppstahl.

          • urs lehmann sagt:

            Währungen der G-7:
            Seit seiner Gründung hat der Euro gegenüber USD und JPY klar zugelegt, gegenüber CAD und AUD leicht verloren. Eine schwache Währung sieht anders aus.

          • TomW sagt:

            @Josef Marti: etnscheidend für den Fortbestand des Euro ist nicht seine “Härte”, sondern welche Härten er den Mitgliedsländern und seinen Bürgern auferlegt. Der Euro ist eine durch und durch verkorkste Währung. Wenn sie nicht reformiert wird, zerbricht die Eurozone und damit letztlich die EU und der Euro.

            Mit der Einführung des Euros haben wir es nämlich binnen weniger Jahre geschafft, die EU in “Nord-” und “Südländer” zu spalten. Und ein Ende dieser Spaltung ist bislang nicht in Sicht. Ein Ende der Belastungen, die das für Länder wie Spanien, Portugal, Irland und auch Griechenland und ihre Bürger bedeutet, ebenso wenig.

            Mit dem Euro in seiner heutigen Form wird es immer wieder so schwere Krisen wie die aktuelle Eurokrise geben, weil der Euro samt seiner Verfasstheit jede Wirtschaftskrise – so wie die globale Finanzkrise – massiv verstärkt und verlängert. Ich denke aber kaum, dass sich die Bürger in der EU damit zufriedengeben werden, in einer Dauerkrise zu verharren. Die letzten Europawahlen waren ein Hinweis darauf. Deswegen bezeichnen Politikwissenschaftler wie Mark Blyth den Euro als Doomsday-Device.

            Im Kern drückt der Euro und seine Konstruktion das Misstrauen aus, dass die Länder der EU gegeneinander hegen und verfestigt es institutionell. Daher auch die unglaubliche Sprengkraft, die für die EU im Euro steckt. Er fördert nicht das Mit- sondern das Gegeneinander, dass können wir nun nach einigen Jahren Eurokrise inzwischen eindeutig feststellen. Der Versuch, dieses Problem durch eine vertiefte Integration zu lösen, wird die EU letzten Endes zerstören, weil eine verkorkste Währung die denkbar schlechteste Begründung ist, um die Menschen in Europa für ein tiefer integriertes Europa und der damit verbundenen Aufgabe von nationalstaatlicher und demokratischer Souveränität auf die EU zu überzeugen. Sie werden es als das verstehen, als was es dann auch erscheinen wird: als Frontalangriff auf die Demokratien, in denen sie leben und auf ihre demokratischen Rechte und Selbstbestimmung.

          • Anh Toan sagt:

            Warum muss ein vereinigtes Europa undemokratisch sein?

            Man könnte doch die CH-Verfassung als Vorlage nehmen?

            Die Menschen müsste dann nationalstaatliche Souveräintät zugunsten europäischer demokratischer Souveränität aufgeben, die Katalanan und die Schotten aber noch viele andere finden das nicht so schlimm. Und Selbstbestimmung gibts in föderalistischen Staaten auch in einem Rahmen.

            Eine Währung ist immer ein Mittel, nie ein Zweck, dass wäre schon etwas pervers, Europa zu vereinigen nur um dem Euro zu helfen, aber die sind nicht so dumm die Europäer, die vereinigen sich, um mehr in die Waagschale gegen China und die USA werfen zu können und dabei ist eine gemeinsame Währung ein Mittel.

          • Anh Toan sagt:

            Wir Schweizer, wir bleiben klein und binden uns an niemanden – wir beklagen uns dafür, dass uns die Amis und die EU und Gadhafi rumschupfen können und niemend etwas tut.

  15. Reto Stadelman sagt:

    “Bernanke wusste bis zum Ausbruch der Krise nicht besser Bescheid als ein gut informierter Zeitungsleser.”
    Die bittere Wahrheit ladies and gentlemen. Und diese trifft auch auf viele (die globalen Märkte, riesige Konzerne etc.) andere Bereiche zu. Die Elite hat die Kontrolle verlohren. Besonders der Moloch globale Wirtschaft ist unkontrolierbar geworden.

    • ast sagt:

      Es gab und gibt eine Instanz -die hatte es voraus gesehen vor 2007, es handelt sich um die BIZ. (Bank für Internationale Zusammenarbeit, mit Sitz in Basel).

      Die BIZ hat vor Kurzem vor einer (jetzt weitgehend noch unbekannten Ursache) einer erneuten Finanzkatastrophe gewarnt. Die Treiber von zukünftigen Erschütterungen wären diesmal nicht die Banken, vielmehr Institutionelle Anleger die eigentlich sonst langfristig anlegen würden. Es steht also zum Beispiel das verjubeln von Geld im Zentrum das eigentlich für das Alterssparen oder anderweitige Sicherheiten gedacht wäre. Notenbanken die an den globalen Aktienmärkten investieren würden für eine beunruhigend niedrige Instabilität in einem früher freien und daher volatilerem Markt schaffen. Das würde Grossanleger auf der Suche nach Rendite in Scharen in eine Falle locken in welcher derzeit besonders hohe Verluste drohen könnten.

      • urs lehmann sagt:

        Auch hier gilt: Welches sind Ihre konkreten Quellen? Link!!

        Die Frage ist zunächst einmal: Volatilität in welchem Markt? Angenommen, Sie meinen Aktien anhand der Volatilität des S&P500: Reichlich unplausibel

        Die aktuelle Volatilität ist alles andere als waaaahnsinnig tief – seit 1.1.1990 hat der VIX-Index in etwa 24% der Fälle unter 14 Punkten geschlossen, 16% unter 13 Punkten, 9% unter 12.

        Schluss gestern Montag: 11,6. Höchstwert seit 1. Mai: 13,8, Höchstwert seit 1. Jan. 2014 ist 21,44 am 3.Februar.

        Alle Werte gem. finance.yahoo.com

        • Johnny Smith sagt:

          @ urs lehmann

          Ich kann Ihre Daten bestätigen (untert 14 Punkten 23.3% der Fälle, 13 16.2% der Fälle, unter 12 8.4%, unter 11 noch 2%).

          Bezüglich Interpretation gehe ich aber mit @ast. Der VIX steht unter 12, was im (allerdings nur relativ kurzen Zeitraum seit offiziellem VIX Index) in nur gut 8% der Fälle so war. Der Durchschnitt des VIX im Juni war mit 11.5 sehr tief, einige Tage waren unter 11, was bereits nur noch in weniger als 2% der Fälle vorkam.

          Es erscheint mir nicht plausibel davon auszugehen, dass die Vola dauerhaft so tief bleiben wird. Die Vola wird wieder ansteigen (wenn auch nicht heute und auch nicht morgen). Die niedrige Instabilität beunruhigt oder wie Mynski sagt “Stability breeds instability”

          • urs lehmann sagt:

            Zum Einen geht es mir darum zu zeigen, dass die aktuellen Werte keineswegs soooooo ausserordentlich sind, und dass sie per se noch überhaupt nichts aussagen. Auch wenn ich Ihnen zustimme, dass VIX früher oder später (hoffentlich eher früher) wieder massiv höher liegen wird, so drängen doch gerade die noch vor kurzem klar höher liegenden Werte die Vermutung auf, dass das aktuelle Niveau (noch) kein Problem darstellt.

            8% heisst statistisch gesehen einen Monat pro Jahr, eingeschlossen diejenigen Phasen, wo VIX permanent sehr hoch notierte. Der durchschnittliche Close 2005-2006 (24 Monate) lag bei 12,8, 1993-1995 (36 Monate) bei 13,0, auch wenn es auch in diesen Phasen durchaus die eine oder ander kurzfristige Spitze gab.

            “Die niedrige Instabilität beunruhigt”
            Das wäre ja grosse Stabilität, und davon könnten wir kaum weiter entfernt sein. Falls Sie sagen wollten, dass die geringe Risikoscheu Sie beunruhigt, und dass Minsky früher oder später wieder zuschlagen wird, würde ich beidem zustimmen.

            Sehr erstaunlich finde ich jedoch, dass gerade die BIZ (die Zentralbank der Zentralbanken) warnt. Sind es doch die Zentralbanken selbst, die die Voraussetzungen für die aktuelle Situation geschaffen bzw. aktiv für sie gesorgt haben. Das ist in etwa so, als ob die Feuerwehr vor dem tiefen Wasserstand im Feuerwehr-Weiher warnt, nachdem sie ihn ohne konkreten Bedarf selbst leergepumpt hat.

          • Johnny Smith sagt:

            @ urs lehmann

            Von A-Z einverstanden. “Das ist in etwa so, als ob die Feuerwehr vor dem tiefen Wasserstand im Feuerwehr-Weiher warnt, nachdem sie ihn ohne konkreten Bedarf selbst leergepumpt hat.” ist eine treffende Beschreibung für die vergangenen Jahre der Politik der Zentralbanken.

            Ich habe den BIZ Bericht noch nicht gelesen, aber die BIZ sollte, so denn die Aussage ist, dass die tiefe Vola als möglichen Treiber für künftige Krisen ansieht (was ich im Sinne von Mynski als Meinung teile), ihre Warnung als erstes den Zentralbankern eintrichtern.

            Ich bin auch einverstanden mit Ihrer Aussage, dass die tiefen Werte per se nicht unbedingt auf einen unmittelbaren Anstieg bzw. eine unmittelbare Krise hindeuten. Ihre Datenauswertung spricht für sich. Meine Meinung ist mehr darin begründet, dass Mynski zwar vielleicht erst später als früher, so aber eben doch am Schluss recht bekommt, ist aber nicht eine kurzfristige Prognose.

            ““Die niedrige Instabilität beunruhigt” Das wäre ja grosse Stabilität, und davon könnten wir kaum weiter entfernt sein.”

            Der Aktienmarkt scheint anzuzeigen, dass wir in recht stabilem Fahrwasser sind. Ich teile die Meinung des Aktienmarktes nicht.

          • Linus Huber sagt:

            “Der Aktienmarkt scheint anzuzeigen, dass wir in recht stabilem Fahrwasser sind. Ich teile die Meinung des Aktienmarktes nicht.”

            Ich habe ebenfalls meine Zweifel, was nicht bedeutet, dass die Kurse nicht weiter steigen.

            Es gibt noch eine andere Dimension, welche Martin Armstrong immer wieder aufführt und welche sicherlich auch eine gewisse Berechtigung hat. Da heute das System extrem auf dem Vertrauen der Gesellschaft in die verschiedenen Akteure angewiesen ist, unterscheidet Armstrong diesbezüglich zwischen Publik (Staat etc.) und andererseits Privat (z.B. Unternehmen). Aus seiner Sicht schwindet z.Z. das Vertrauen in Regierungen und steigt das Vertrauen in die Privaten Akteure (Unternehmen), was grundsätzlich aufgrund ihres grossen Einflusses auf die Legislative sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist und was ihnen erlaubt, die gesetzliche Umgebung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Daraus kann zu einem gewissen Grad ebenfalls die Flucht in den Aktienmarkt erklärt werden, vor allem wenn man berücksichtigt, wie die politischen Entscheidungsträger inkl. IMF überlegen, wie sie am besten an die geldmässigen Ersparnisse (nicht “risikobehafteten” wie z.B. Aktien) der Bevölkerung rankommen, womit das Risiko natürlich auf die Währung und normalen Ersparnisse relativ betrachtet umverteilt wird.

          • urs lehmann sagt:

            Was die Aktien betrifft…vielleicht wird ja bloss der “wall of worries” erklommen. Und das wäre in der Tat ein gutes Zeichen, weil dies ein starker Hinweis auf das Risikobewusstsein der Akteure wäre. Der tiefe VIX könnte vielleicht damit erklärt werden, dass trotz den “worries” das Rückschlagspotential als zu gering betrachtet wird, um Absicherung als rentabel erscheinen zu lassen.

            Übrigens:
            Wer auf steigenden VIX setzen will, könnte dies bspw mit lang laufenden Puts tun (lang laufend damit der Zeitwertverlust nicht allzu gross ausfällt). Fallende Kurse und steigende VIX (und damit erhöhte implizite Volatilität) gehen typischerweise Hand in Hand, und beides wirkt positiv auf Puts. September/Oktober sind ja bald einmal vor der Tür.

            @JA
            Weniger Vertrauen in den Staat braucht keineswegs mehr Vertrauen in Unternehmen zur Folge zu haben – mMn ganz im Gegenteil, sind die beiden doch oft eng verbandelt.

            Wer befürchtet, dass seine Bankeinlagen zur Sanierung der Bank benutzt (oder anderweitig konfisziert) werden, wird deswegen kaum die Anlage-Kategorie wechseln, sondern in andere Sektoren (Obli) wechseln.

            Wer weniger vertraut, der sucht anderweitig Sicherheit. Und (Kurs-)Sicherheit gibt es gerade im Aktienmarkt nicht, wenn schon würde man in Nominalwerte (Obli) flüchten.

            Ihre Argumentation überzeugt mich nicht.

          • Johnny Smith sagt:

            “wall of worries” — gut möglich, allerdings ist die wall of worries schon recht lang andauernd. Andererseits spricht dafür, dass (rein optisch, habs nicht weiter analysiert) der VIX meist zuerst angestiegen ist, bevor der Aktienmarkt korrigierte.

            Es gäbe auch die Möglichkeit in die VIX Futures oder einen darau lautenden ETF zu investieren (VXX bzw invers XIV. Dies hat aber gegenüber Ihrer Variante den Nachteil, dass der Rollover idR nicht zu knappe Kosten verursacht, ausser das Timing stimmt so genau, dass ein Rollover nicht gross nöltig wird.

          • urs lehmann sagt:

            Kurze Futures und Long-VIX-Produkte haben den Nachteil der immensen Rollverluste – in ruhigen Zeiten sind 7-9% pro Monat typisch. Und längere Futures notieren erstens hoch (auch jetzt) und reagieren zweitens nur wenig (bzw mit grosser Verzögerung) auf einen erhöhten VIX. Im Gegenzug hat ein Inverses Produkt entsprechend Rückenwind, leider mit dem Risiko von grossen Verlusten wenn(falls) VIX in die Höhe springt.

            Trotzdem gehört SVXY zu meinen Favoriten (XIV ist ein ETN, d.h. Schuldnerrisiko, darum trotz der grösseren Liquidität nur zweite Wahl). Und nachdem VIX gesprungen ist, kaufe ich gerne mal ein paar Calls auf SVXY.

          • urs lehmann sagt:

            Und wer für tiefere Vola gerne etwas weniger Zuwachs in Kauf nimmt, findet vielleicht ZIV ganz interessant. Der ist ebenfalls invers, benutzt aber 4-6monatige Futures statt 1-2monatige wie SVXY.

        • Linus Huber sagt:

          “kaum die Anlage-Kategorie wechseln, sondern in andere Sektoren (Obli) wechseln”

          Auch dies läuft z.Z. ab, indem High Yield Bonds (Junk) in Rekord-Hoehe weltweit ausgestellt werden, welche wohl dieses und jenes Unternehmen zum Rückkauf der eigenen Aktien benutzen dürfte, was ebenfalls den Aktienmarkt anfeuert.

          • urs lehmann sagt:

            Nur ist da der Auslöser (heisst es zumindest) weniger die Schuldnerqualität, als vielmehr die Jagd nach laufendem Ertrag (yield). Das dürfte auch der Hauptgrund sein, dass Institutionelle (PK) weiterhin CH-Immo kaufen, zumal die quantifizierbaren Opportunitätskosten gegen Null tendieren.

    • Laura sagt:

      Kontrolle verloren? Hatten sie überhaupt je die Kontrolle oder eskalierte das Ganze nicht auch aus blinder Gier nach Rendite in einer glücklichen Phase einer Finanzhausse, wo immer mehr Teilnehmer blind nacheiferten? Alle paar Jahre wieder dieselbe Falle. Niemand weiss im Voraus, was sein wird, weil das Ganze viel zu komplex ausgeufert ist, inkl. der oft unergründlichen Psychologie der Teilnehmer und der Soziologie ganzer Gesellschaften. Viel Schaumschlägerei, PR, Marketing-Floskeln, um das schwarze Loch zu verdecken. Düstere Aussichten ab ca. 2017, wo zunehmend bürgerkriegsähnliche Zustände auch in “zivilisierten” Ländern prognostiziert werden, weil das unergründliche System weiter kollabiert. All die Pflästerchen helfen nicht mehr. Ein bereinigender Krieg als letzter Ausweg und dann beginnt das Ganze wieder von Neuem. Kriegstreiber wie Rumsfeld und Konsorten wirds freuen…Eine hässliche Welt, in der der Mensch auf ein Nummernkonto reduziert wird.

      • ast sagt:

        “Ein bereinigender Krieg als letzter Ausweg und dann beginnt das Ganze wieder von Neuem.”

        Der wäre längstens schon im Gange, aber auch darin unterscheidet sich die Moderne von ihren Vorgänger -Krisen.

        Kalter Krieg erlaubt, aber der heisse Krieg bleibt verboten, dank Nuklearbomben. Bestenfalls dröhnen ferngesteuerte Tötungsroboter über die arabischen Wüsten, oder im Lufträumen im fernen Pakistan. Das Techtelmechtel in der Ukraine ist die Experimentenküche zum heissen Krieg, der aber doch nicht ganz ein ganz heisser werden wird. Syrien, die Giftküche vor israel, eine experimenteller Küchentopf für die Psychoexperimente religiöser oder anderer Fanatiker, endet vielleicht irgendwann in einem postapokalyptischem Albtraum – Tausend Kilometer versengte Erde -wo vielleicht noch einige Termitenstämme überleben -oder Mad Max.

        Das Alles sind Vorboten von sich ins Kulturland vorarbeitenden Verteilungskämpfen, bei denen die Überlebenden irgendwann nicht mehr sicher sein werden, ob die Atombombe nicht doch besser gewesen wäre.

    • Moebius sagt:

      Das Problem ist, dass unsere sogenannten “Eliten” das Wirtschaftssystem selbst nicht verstehen – was kein Wunder ist, wenn die angeblichen Fachleute das nicht tun (versuchen Sie mal, ein Ökonomielehrbuch mit der Realität in Deckung zu bringen… und auch Bernanke glaubt an das, was in diesen Lehrbüchern steht, deswegen hatte er auch nicht mehr Ahnung als der Zeitungsleser!)
      Nicht die globale Wirtschaft ist der Moloch. Der Moloch ist die Finanzwirtschaft, die wie an Parasit am Hals der Werte schaffenden Realwirtschaft hängt. Der Moloch ist die Vermögenskonzentration und die Korruption der Politiker, die zusammen die Spielregeln verzerren und für eine Ressourcenverteilung jenseits allen Leistungsprinzips sorgen.
      Das Problem ist, dass unsere “Eliten” teils dumm, teils korrupt, teils beides sind. Dass sie kein Maß kennen und daher auch keine Balance. Wenn man Affen ans Steuer setzt, kentert irgendwann jedes Schiff.

  16. B. Folda sagt:

    Wie viel Geld kassieren Leute wie Bernanke für ihr Nichtwissen ab?! Es trifft ja offensichtlich auf sozusagen alle Banker, welcher Art und wo auch immer, zu!

  17. Stefan Weise sagt:

    Einfache Antwort, ihr habt alles falsch gemacht! Ihr fordert Krieg und nicht den Frieden.

  18. Pius Tschirky sagt:

    Wer auf Pump lebt muss sich nicht fragen, was er falsch gemacht hätte.

    Wer Hypotheken in “Packete” verpackt, das Risiko des Kredites dann weiterverkauft muss sich ebenfalls nicht verwundern, dass da etwas falsch lief.

    Wer auf jedes Kilo physisches Gold oder auf jede Aktie mehrfach Derivate verkauft, muss sich auch nicht wundern.

    Jim Richards schreibt in der NZZ vom 22, Februar, dass das ganze Finanzsystem innert weniger Jahre kollabieren werde. Wenn das geschieht, muss sich aber wirklich auch gar niemand verwundern!

    • Moebius sagt:

      Ach ja, die beliebte Standardantwort: “Wenn die Leute nur nicht auf Pump leben würden…”
      Lieber Herr Tschriky, befassen Sie sich mal mit unserem Geldsystem. Dann werden Sie herausfinden, dass Geldschulden und Geldvermögen automatisch immer gleich hoch sind, weil kein Geld ohne Schulden in die Welt kommt. Wenn Schuldenberge verschwinden sollen, müssen Vermögenskonzentrationen verschwinden. Simpelste Mathematik.

      “Wer auf jedes Kilo physisches Gold oder auf jede Aktie mehrfach Derivate verkauft, muss sich auch nicht wundern.”
      Derivate müssen gar nicht das Problem sein, überbewertete Aktien reichen auch. Gold hingegen war nie die Lösung und wird sie nie sein – es sieht nur hübscher aus als Papiergeld. Papiergeld wird mehr, Gold wird dafür teurer – also das gleiche Problem, nur noch durch Deflation verschärft. Jedes Geld ist nur Mittel zum bequemeren Tausch, egal ob aus Gold oder Papier. Entscheidend ist, wo Waren und Dienstelistungen landen, die den tatsächlichen Wohlstand der Welt ausmachen, nicht die Tauschmittel. Wenn Waren und Dienstleistungen für viele nur noch durch Schulden zu erlangen sind, liegt das Problem nicht bei den Schulden, sondern bei einem Wirtschaftssystem, das den Wohlstand falsch kanalisiert. Und dann kommen eben auch windige Schuldenhändler wie die hypothekendealenden Banker zu Reichtum, obwohl sie keine Werte schaffen.

      • J. Kuehni sagt:

        @Moebius. Endlich mal jemand, der den Gaul nicht vom Ar*** her aufzäumen will.

        Merci.

      • Josef Marti sagt:

        Die sog. Schuldenwirtschaft ist die zwingende Konsequenz welche sich direkt aus dem Schuldgeld- und Zinseszinssystem ergibt weil es nämlich ein betrügerisches Schneeballsystem ist. Nur wenn immer wieder neue Teilnehmer (oder dieselben wiederholt) ins System reinkommen und bereit sind, sich durch mit Bilanzverlängerung kreiertem neuem Schuldgeld zu verschulden kann der Zins generiert werden zur Bedienung früheren Kreditgeldes; man spricht in diesem Zusammenhang von Zinsseignorage der Banken. Damit wird das Grundprinzip der Geiselhaft für den einzelnen Renditesklaven womit er in Schuldverhaft und Zinsknechtschaft versetzt wird zementiert: Zinsen – Tilgung – Sicherheit.
        Diesem Prinzip entgehen Unternehmen und Volkswirtschaften ganz einfach durch Wachstum sprich wiederum Bilanzverlängerung und somit laufender Überwälzung auf den Renditesklaven, welcher letztlich für den Hebeleffekt der EK Rendite zu sorgen hat.

        • G. Nardone sagt:

          @Josef Marti:
          – “Schuldenwirtschaft ist die zwingende Konsequenz welche sich direkt aus dem Schuldgeld- und Zinseszinssystem ergibt weil es nämlich ein betrügerisches Schneeballsystem ist”
          Diese Theorie kann leicht widerlegt werden. Dieser Theorie zufolge werden bzw. müssen Schulden ständig zunehmen weil das Geld für die Zinsen fehlt, denn Geld entsteht ja über dessen Verleih und deshalb muss ständig Geld über Kreditschuld geschöpft werden um damit die Zinsen vorheriger Kredite zu finanzieren … eine nie endende Schulden-Spirale.
          Doch das stimmt nicht, denn die ‘fehlenden Zinsen’ kann man auch ohne Geld & damit einer neuen Kredit-Geld-Schöpfung, die ja weitere Schulden erzeugt, zahlen, und zwar über Leistung direkt. So einfach ist es diese Verschwörungs-Theorie zu widerlegen.

          • Josef Marti sagt:

            Bleiben Sie auf dem Teppich. Seit wann ist ein Schneeballsystem Verschwörung? Aber die Begleichung von Zinsen mit Naturalien ist wirklich eine gute Idee; ich würde das sofort mit der eigenen Hausbank entsprechend so abmachen.

          • G. Nardone sagt:

            @Josef Marti:
            – “Seit wann ist ein Schneeballsystem Verschwörung”
            Nun das von Ihnen beschriebene Schneeballsystem bezeichnen Viele bzw. bezeichnet eine Gruppe von Menschen als eine Verschwörungs-Theorie, da diese Gruppe meint, dieses System sei ja nicht einfach zufällig entstanden sowie profiere davon gezielt nur eine kleine Klientel. Wenn Sie es nicht als Verschwörungs-Theorie betrachten sondern als Zufall, dann sind Sie hiermit entschuldigt.

            – “Aber die Begleichung von Zinsen mit Naturalien ist wirklich eine gute Idee; ich würde das sofort mit der eigenen Hausbank entsprechend so abmachen”
            Aber natürlich werden Zinsen nicht in Naturalien bezahlt, denn soviel weiss ich auch noch, wie Sie ironischerweise anmerken, doch warum benutzen Sie nicht auch Ihren Kopf? Die Bänker benötigen trotzdem Naturalien um zu leben & überleben … Also so läuft das Ganze ab:
            Nehmen wir an die Bank auf der Insel X hat ingesamt 1 Mio an Kredit vergeben und damit ist ja 1 Mio an Geld in Umlauf gebracht worden und davon sind nach einem Jahr Zinsen von sagen wird 50’000 fällig geworden, das Problem das Sie ansprechen ist, dass die Schuld von 1 Mio plus die fälligen Zinsen gar nicht ganz zurückbezahlt werden kann, da nur 1 Mio als Geld im ganzen im Umlauf sind auf der Insel, die 50’000 für die Zinsen sind als Geld gar nicht vorhanden und müssen demzufolge bei der Bank zusätzlich geliehen werden, die Bank ihrerseits schöpft durch diesen Kredit neues Geld, das aber wiederum verzinst wird usw.! So jetzt haben wir insgesamt Schulden sowie Bargeld auf der Insel in der Höhe von 1’050’000 sowie fällige Zinsen von 50’000.
            Die Zins-Last von 50’000 wird jetzt bezahlt (da dieses Geld nun vorhanden ist). Die Banken kassieren diese 50’000 und finanzieren damit eben auch all ihre Kosten, die Bankangestellen müssen sich ja auch von etwas ernähren z. B. und überhaupt möchten sich die Bänker in ihrer Freizeit etwas amüsieren … Also diese 50’000 werden nun von den Bänker auf der Insel ausgegeben für allerlei Leistungen und damit kommen diese 50’000 zurück in den Umlauf und damit kann der urspüngliche Kredit von 50’000 auch zurückbezahlt werden und somit verbleibt immer noch die Schuld von 1 Mio aber diese Summe Geld ist auf der Insel ja noch weiterhin vorhanden und kann somit auch zurückbezahlt werden und wie Sie sehen handelt es sich hiermit um kein Schneeballsystem.

      • Linus Huber sagt:

        “Wenn Waren und Dienstleistungen für viele nur noch durch Schulden zu erlangen sind”

        Könnte es auch sein, dass die Geldentwertung die Preise vor allem im Bereiche des Wohneigentums und ähnlicher Assets in einer Wechselwirkung der dadurch und durch andere gesetzliche Programme gesetzten Anreize zwecks Ausnutzung eines höheren Hebels sich hochwiegeln und dadurch den Willen vorhergehender Sparanstrengungen schwächt? Ist es möglich, dass Geldentwertung langfristig betrachtet das Konsum- und Investitionsverhalten der Gesellschaft verändert?

        • J. Kuehni sagt:

          @Huber: “Könnte es auch sein, dass die Geldentwertung…yada, yada…).

          Nein. Sie verwechseln in Ihren Kommentaren konstant Ursache und Wirkung, was kein Wunder ist, da Sie Ökonomie offenbar hauptsächlich als moralisches Problem verstehen: Böse, bürokratische “Systemmanager” spielen ihre bösen Spielchen, weil sie böse, zentralistische Absichten haben und daher extra das Geld von uns ehrlichen, fleissigen Sparern entwerten, und damit erst noch den inhärent “guten” Markt verzerren, Bäh!

          Wie wohltuend dagegen der obige Kommentar von Moebius, der ganz ohne kabbalistische Verschwörung von irgendwelchen Zentralbankern auskommt, und dafür die zunehmende *Vermögenskonzentration* als spiegelbildliche Ursache für Schuldenüberhang, ebenso wie für wild gewordenen Finanzmärkte UND destabilisierte Währungen klar beim Namen nennt. Bleibt noch hinzuzufügen: Die Ursache für die (in den alten Industrieländern) wieder ansteigende, ökonomische Ungleichheit ist ebenfalls nicht so schwierig auszumachen: Global entgrenzte Finanz- und Warenströme haben die ausgeklügelte Nachkriegs-Sozialpartnerschaft als Grundlage für den Mittelstand im Westen effektiv ausgehebelt. Seither frisst die (neo)räuberkapitalistische Revolution wieder fröhlich ihre eigene “Konsumentenbasis” auf. Da hilft dann auch der Gold- (oder Bitcoin-)Standard nix mehr…

          • Reto Stadelman sagt:

            @Kühne
            Exzellent formuliert. Hätte es nicht besser machen können. Vermögenskonzentration und das Ende der Sozialpartberschaft (die auf nationalen Strukturen aufgebaut war) sind der Hauptgrund unserer Probleme. Nur ob die Reichen das verstehen ust fragwürdig. Deren Standesdünkel ist bereits viel zu weit vorangeschritten als dass sie sich selber als Mittschuldige sehen…

          • Linus Huber sagt:

            Sie scheinen hier moralische Begriffe wie z.B. “böse” ins Feld zu führen oder von Verschwörungstheorien zu quasseln, was keinesfalls meine Überlegungen deckt. Es geht doch nicht um gut oder böse, sondern darum, welches Verhalten durch entsprechende Massnahmen und Programme provoziert wird. Es geht auch nicht darum, ob “System-Manager” böse oder gut sind, sondern sie sind einfach Menschen, welche sicherlich in guter Absicht handeln, jedoch aufgrund ihrer menschlichen Attribute ebenfalls den Eigennutz in ihren Entscheidungen berücksichtigen (ob bewusst oder unbewusst), womit sie sicherlich ihre eigene Organisation eher stärken als schwächen wollen, was hingegen wieder bedeutet, dass sie sich für den Ausbau von bevormundenden Eingriffen einsetzen, wobei ihre wohl bedeutendsten “Ratgeber” die Lobbyisten (ihre bösen Reichen) sein dürften. Zählen Sie mir einmal einige staatliche Organisationen auf, welche sich aufgrund neuer Erkenntnisse als überflüssig oder sogar schädlich anerkannten und sich selber auflösten. Die Globalisierung half sicherlich, die “Sozialpartnerschaft” zu einem gewissen Grade auszuhebeln, jedoch ist dies ein gewisser Nebeneffekt des damit entstandenen verstärkten weltweiten Wettbewerbs, welcher auf der anderen Seite den Lebensstandard anderer Weltregionen anhob. Als Sozialist sollte Ihnen das Wohlergehen anderer Weltregionen wohl auch am Herzen liegen. Die Ungleichgewichte entstehen auch nur dann, wenn es sich eben lohnt, mit höherem Hebel (=höherem Kreditvolumen =höheren Ungleichgewichten) zu operieren, was einzig in einer Umgebung der Geldentwertung gegeben ist.

            Ob Goldstandard oder sonst ein Standard ist sekundär, die Frage ist vielmehr, ob wir eine zunehmende Machtkonzentration einfach weiter hinnehmen wollen, oder ob wir es als vorteilhaft betrachten, diese Entwicklung durch eine entsprechende Gegenbewegung zu bremsen als vorteilhaft beurteilen.

          • J. Kuehni sagt:

            @Huber/Anton

            “Sie scheinen hier moralische Begriffe wie z.B. “böse” ins Feld zu führen oder von Verschwörungstheorien zu quasseln, was keinesfalls meine Überlegungen deckt.” ––

            Soso. Ein paar Posts weiter unten definieren Sie klar, wen Sie für wahrhaft “schuldig” halten (nämlich bürokratische Systemmanager), während Privatbankiers, Reiche und “Fremde” bloss das tun, was deren eigenen Instinkte und die Umstände ihnen vorschreibt – ja wo bleibt denn bei denen die vielbeschworene Eigenverantwortung, mein Herr Sonntagsliberaler?. Und was denn nun? Sind “Systemmanager” ebenfalls bloss Menschen, oder haben Privatwirtschaftler doch auch eine gesellschaftliche Verantwortung? (Ich halte Reiche übrigens nicht für “böse”, sondern für Mitglieder einer Anspruchsgruppe, deren Partikularinteressen überhand genommen haben und wieder eingedämmt werden müssen. Checks and Balances, einmal mehr.)

            “Zählen Sie mir einmal einige staatliche Organisationen auf, welche sich aufgrund neuer Erkenntnisse als überflüssig oder sogar schädlich anerkannten und sich selber auflösten.” ––

            Z.B. sämtliche westlichen Regierungen, die seit St. Ronald den Staat als “Problem”, und den Markt als “Lösung” betrachten. Zwar traktieren diese “Bürokratien” weiterhin kleine Leute mit allerlei Alibi-Auflagen und Verboten, dafür baut man (unter dem Zwang der Umstände) fleissig Regulierungen und Steuerbelastung für die Big Boys ab und unterminiert damit nicht zuletzt die Finanzierung der eigenen Organisation. Dem kann man auch “Selbstauflösung” sagen, nicht?

            “Als Sozialist sollte Ihnen das Wohlergehen anderer Weltregionen wohl auch am Herzen liegen.” ––

            Blabla. Wenn ich ein “Sozialist” bin, sind Sie ein “FDPler” (soviel zum Thema Unterstellungen). Die Früchte der Globalisierung wären übrigens sehr zu begrüssen, sollten aber nicht blind für deren politische Konsequenzen machen: Wir wissen seit mindestens 70 Jahren, was mit einem globalen Handelssystem passiert, dessen akkumulierte Ungleichgewichte nicht durch politischen Konsens abgebaut werden können. Die Konsequenz daraus dürfen Sie dann natürlich trotzdem immer noch als “Marktkorrektur” charakterisieren, ganz nach “liberaler” Parteilinie. 😉

          • Linus Huber sagt:

            Mein vollständiger Name ist Linus Josef Anton Huber, was allerdings nebensächlich ist.

            “ja wo bleibt denn bei denen die vielbeschworene Eigenverantwortung”

            Es ist die Regierung (inkl. Zentralbanken), welche die Macht besitzt, die Anreize durch die entsprechende Politik festzulegen, wobei in der direkten Demokratie diese Macht glücklicherweise ein wenig eingeschränkt wird.

            “Zwar traktieren diese “Bürokratien” weiterhin kleine Leute mit allerlei Alibi-Auflagen und Verboten, dafür baut man (unter dem Zwang der Umstände) fleissig Regulierungen und Steuerbelastung für die Big Boys ab und unterminiert damit nicht zuletzt die Finanzierung der eigenen Organisation.”

            Ich stimme Ihnen insofern zu, dass die Lobby-Bemühungen die Legislative dahingehend beeinflusste, dass Grossfirmen etc. sich entsprechende Vorteile erhaschten respektive durch Deregulierung auf gewissen Bereichen das Geschäftsmodell der persönlichen ungerechtfertigten risikofreien Bereicherung ausbauten, ein Umstand, welchen sie unter Anwendung des Standortwettbewerbs bestens verstehen auszuspielen. Dass das Wachstum an Bestimmungen, Regeln und Gesetzen sich in irgendeinem Staat hingegen reduzierte, ist nicht gegeben und wie Sie andeuten, trifft dies hauptsächlich den einfachen Bürger und die Kleinfirmen, welche dadurch immer stärker infantilisiert (vom Staate abhängig gemacht) werden. Diese hohe Abhängigkeit beinhaltet zu einem gewissen Grade die negativen Konsequenzen, dass man sich nicht mehr gegen dieses anonyme Machtgebilde wehren kann und dass sich eine Systemveränderung (da dadurch manch eine Anspruchsvorstellung zerstört würde) immer schwieriger bewerkstelligen lässt (z.B. ist die Revolution gegen die korrupten Machthaber in der Ukraine einzig möglich, weil dort die Menschen nicht von Regierungsleistungen abhängig sind). Es handelt sich dabei um die inhärente Eigenschaft einer Organisation aufgrund der darin arbeitenden und ihre persönliche Zukunft absichernden Menschen. Wenn dieser Organismus Regierung unter Druck kommt, wird er niemals die Schuld bei sich selber suchen, sondern immer jemanden finden, welcher nicht nach ihren ach so gut gemeinten Vorstellungen handelte, obwohl er selber die Regeln festlegte. Wie Sie oder ich in unserem Vorhaben scheitern, leiden wir auf persönlicher Ebene darunter. Dies trifft jedoch auf diese Leute (inkl. den sich ebenfalls de facto immunisierten Geschäftsleitungen von Grossfirmen) nicht zu, was dem eigentlichen Gegenteil von Verantwortung entspricht, worauf sie ihre großzügigen Bezüge und Pensionen begründen. Trotz der teilweisen Deregulierung in gewissen Bereichen, wurde meines Wissens keine einzige Abteilung geschlossen.

            Es geht mir auch nicht darum, diese Menschen, welche in der Politik und Bürokratie arbeiten, auf persönlicher Ebene zu diffamieren, sondern darum, dass wir uns dessen bewusst sind, dass ein Organismus wie ein Regierungsapparat dies nun einmal ist, diese Tendenz in sich trägt, immer stärker zu wachsen, indem er sich immer mehr “Aufgaben” im Bereiche von Verordnungen, Kontrolle und Überwachung zwecks einer immer engmaschigeren Verwaltung der Subjekte sucht. Genauso wenig wie keine Abteilungen geschlossen wurden, werden auch keine Gesetze einfach als ungültig erklärt, sondern vergangene Fehlentscheide in der Gesetzgebung mit neuen korrektiven Gesetzen korrigiert. Ein Segen für Bürokraten und Anwälte, welche durch die zunehmende Komplexität ihre Notwendigkeit untermauern.

            Sorry, für die Betitelung “Sozialist”, was fehl am Platz war. Es gibt gar keine Parteien mehr, welche die Prinzipien einer wirklich freien Gesellschaft verstehen, sondern alle üben sich in der Ausweitung der Macht von Regierungen.

          • Anh Toan sagt:

            “Mein vollständiger Name ist Linus Josef Anton Huber”

            Ich glaube Ihnen nicht einmal dies:

            Wer kombinierte schon vor mindestens 60 Jahren (Sie sind bestimmt nicht jung) die Vornamen Linus mit Josef und Anton?

            Icxh erkenne in Ihren Post, dass Sie ganz genau wissen, welchen Unsinn Sie laufend schreiben, Sie glauben den Müll selbst nicht.

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