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Europas fettleibige Zombies

Mark Dittli am Freitag den 6. Juni 2014

 

Mitte 2013 hatte die Deutsche Bank die dünnste Eigenkapitaldecke der grossen Banken im EU-Raum. Foto: Ralph Orlowski (Reuters)

Sprechen wir mal wieder über Europa. Rund um die Eurokrise ist es in den vergangenen Monaten angenehm ruhig geworden. Fast schon könnte man meinen, alles sei wieder gut. Regelmässige Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, dass wir das nicht so sehen. Wir sind überzeugt, dass die grundlegenden Probleme der Europäischen Währungsunion alles andere als gelöst sind.

Eines dieser Probleme ist der europäische Bankensektor, und über diesen wollen wir heute sprechen. Machen Sie sich bitte gefasst: Dies wird ein langer Beitrag.

Anfang dieser Woche hat eine Expertengruppe des European Systemic Risk Board einen Bericht mit dem Titel «Is Europe Overbanked?» publiziert. Die Autoren sind Marco Pagano und Sam Langfield, unter Mitarbeit von intellektuellen Schwergewichten wie Markus Brunnermeier, Martin Hellwig (den wir bereits in diesem Beitrag vorgestellt haben) und Claudia Buch, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank.

Der Bericht hat es in sich. Noch nie habe ich von einer offiziellen EU-Instanz eine derart scharfsinnige, klarsichtige und schonungslose Analyse der europäischen Bankenlandschaft gelesen.

Jeder Politiker und Banker in Europa – auch in der Schweiz – sollte den Bericht lesen.

Die Autoren gehen darin, wie der Titel bereits suggeriert, einer grossen Frage nach: Leidet Europa unter einem zu grossen Bankensektor?

Minutiös zeigen sie, wie die Banken in Europa – ganz besonders die 20 grössten Institute – in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv überproportional zur Wirtschaftsleistung gewachsen sind. Die Autoren legen dar, weshalb diese Aufblähung des Finanzsektors überhaupt stattgefunden hat, wie das die Krisenanfälligkeit des Finanzsystems erhöht hat und weshalb ein überproportionierter Bankensektor für die Realwirtschaft eine Belastung darstellt.

Der Bericht schliesst mit dem Fazit, dass Europa eine grosse Zahl von Zombie-Banken unterhält, die mittels fehlgeleiteter Anreize am Leben erhalten werden und die mit ein Grund für die lethargische Wirtschaftsentwicklung sind.

Zu den Details:

Die folgenden Grafiken (sie stammen alle aus dem zitierten Bericht) zeigen eindrücklich, wie sich das Bankensystem in Europa in der Zeit seit den frühen Neunzigerjahren aufgebläht hat.

Die erste Grafik zeigt den Anteil der ausstehenden Bankkredite in Relation zum Bruttoinlandprodukt über den Zeitraum der vergangenen 114 Jahre:

Die schwarze Kurve zeigt Europa, rot Japan und blau die USA. In allen drei Regionen verlief die Entwicklung über ein Jahrhundert weitgehend stabil. Ab den späten Achtzigerjahren nimmt die Kreditschöpfung der Banken in Europa deutlich zu und liegt aktuell auf ungefähr dem doppelten Niveau der USA (Anmerkung: Eindrücklich zu sehen ist die Kreditblase in Japan in den Achtzigerjahren).

Die folgende Grafik zeigt, in welchen Ländern der grösste Teil dieser Kreditschöpfung stattgefunden hat:

Die hellgrauen Balken zeigen das Verhältnis von Bankkrediten zum BIP im Jahr 1995, die schwarzen Balken im Jahr 2011. In Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Österreich war das Wachstum moderat. Die grösste Ausweitung der Kreditschöpfung fand in Ländern wie Zypern statt (CY), in Irland (IE), Spanien (ES), Portugal (PT), den Niederlanden (NL) und Griechenland (GR). Dort hat sich das Verhältnis von Bankkrediten zum BIP meist mehr als vervierfacht, auf ein Niveau von 200 Prozent oder mehr.

Es ist kein Zufall, dass das – mit Ausnahme der Niederlande – die Staaten sind, an denen sich die Eurokrise kristallisiert hat.

Werden die gesamten Bankbilanzen (also nicht nur die Kredite) eines Landes in Relation zum jeweiligen BIP dieses Landes gesetzt, beträgt der Wert in vielen Ländern Europas über 400 Prozent, wie folgende Grafik zeigt:

Nur zum Vergleich: Die kumulierte Bilanzsumme aller japanischen Banken beträgt 192 Prozent des BIP, und in den USA kommt die kumulierte Bilanzsumme (inklusive der verstaatlichten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac) auf 145 Prozent des BIP.

Daraus folgt die erste Feststellung: Das europäische Bankensystem ist, sowohl gemessen am ausstehenden Kreditvolumen wie auch an den kumulierten Bilanzsummen, deutlich schneller gewachsen und in Relation zum BIP auch deutlich grösser als in Japan und den USA.

Dazu kommt ein weiterer Faktor: Das hiesige Bankensystem ist nicht nur grösser, es ist auch konzentrierter. Wie die Autoren in der Studie zeigen, ist es in Europa normal, dass die drei grössten Banken eines Landes für jeweils 65 bis 75 Prozent des aggregierten Bilanzvolumens verantwortlich sind. In den USA kommen die drei grössten Banken nur auf ein Gewicht von gut 25 Prozent.

Doch damit nicht genug. Europas Banken sind nicht nur grösser und mächtiger, sie sind auch schwächer kapitalisiert: Wie die Autoren der Studie darlegen, belief sich die ungewichtete Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) der zwanzig grössten börsenkotierten Banken in der EU Ende der Neunzigerjahre auf durchschnittlich 6 Prozent. Im Jahr 2008 waren es noch 3 Prozent.

In der Zwischenzeit haben die europäischen Banken ihre Bilanzen etwas gestärkt, sodass die durchschnittliche Eigenkapitalquote der 14 grössten EU-Banken per Mitte 2013 rund 3,9 Prozent betrug. Das ist aber immer noch deutlich weniger als in den USA, wo die grossen, systemrelevanten Banken auf eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 4,5 Prozent kommen (Anmerkung: Die Bilanzsummen sind immer ungewichtet, und die Daten für die US-Banken sind zur besseren Vergleichbarkeit auf IFRS-Rechnungslegungsstandards umgerechnet).

Die folgende Grafik zeigt, wie die europäischen Banken immer noch deutlich schwächer kapitalisiert sind als Banken aus dem Nicht-EU-Raum:

Die schwarzen Balken stellen Banken aus dem EU-Raum dar. Die dünnste Eigenkapitaldecke per Mitte 2013 hatte die Deutsche Bank (DB), gefolgt von Barclays (Barc), Santander (Sant) und Crédit Agricole (CA). Immerhin scheint die Deutsche Bank ihr Manko endlich erkannt zu haben und führt aktuell eine massive Kapitalerhöhung durch (hier mehr dazu).

Hier noch eine andere, eindrückliche Darstellung für die Ansammlung von Bankkolossen in Europa:

Die Balken stehen für einzelne Banken, und die Grösse des Balkens zeigt die Bilanzsumme der Bank in Relation zu ihrem Domizilstaat. Schwarz sind Banken aus der EU, rot aus den USA, orange aus Asien, grün aus dem Rest der Welt. Sieben EU-Banken bringen eine Bilanzsumme von mehr als 100 Prozent des BIP ihres Heimatstaates auf die Waage.

Von den 40 globalen Banken, deren Bilanzsumme mehr als 50 Prozent des BIP ihres Heimatstaates ausmacht, sind 29 in der EU domiziliert.

Zum Vergleich: J. P. Morgan Chase, die grösste Bank der USA, kommt mit ihrer Bilanzsumme nur gerade auf 15 Prozent der US-Wirtschaftsleistung.

(Anmerkung: Ich nehme an, dass die beiden grünen Balken ganz links in der Grafik für die UBS und Credit Suisse stehen, die beide in Relation zum Schweizer BIP gigantisch sind. Allerdings konnte ich diese Annahme nicht bestätigen.)

Wir rekapitulieren:

  1. Das Bankensystem in Europa ist im Verlauf der vergangenen zwei Jahrzehnte deutlich überproportional zum BIP gewachsen – und deutlich mehr als in den USA und Japan.
  2. In zahlreichen europäischen Ländern beträgt die Grösse des Bankensektors (gemessen an den Bilanzvolumen) das Vierfache des BIP oder mehr. Sowohl in den USA als auch in Japan beträgt die Grösse des Bankensektors weniger als 200 Prozent des BIP.
  3. Die Bankenlandschaft in Europa ist konzentriert. Eine Handvoll Schwergewichte dominiert den Markt.
  4. Europas Grossbanken sind im internationalen Vergleich nach wie vor schwach kapitalisiert.

So viel zur Grösse des Bankensektors. Nun zur nächsten Frage: Ist das ein Problem? Anders gefragt: Sind Europas Banken fettleibige Monster oder muskelstrotzende Kraftpakete, die der realen Wirtschaft helfen?

Diverse empirische Studien haben die Gefahr gezeigt, wenn der Kreditschöpfungsmechanismus zu heiss läuft (in diesem Blogbeitrag mehr dazu). Als Faustregel kann gesagt werden, dass zusätzliche Kreditschöpfung kontraproduktiv auf das Wirtschaftswachstum wirkt, wenn das ausstehende Kreditvolumen 100 Prozent des BIP übersteigt.

Nun könnte man argumentieren, grosse Banken seien gut für die reale Wirtschaft, weil das sicherstellt, dass die Unternehmen immer üppig mit Kredit versorgt sind.

Leider ist das Gegenteil der Fall. Der Kontrast zwischen den USA und Europa illustriert das.

Schauen wir es uns genauer an. Vereinfacht gesagt, hat ein Unternehmen aus der Realwirtschaft zwei Möglichkeiten, sich Fremdkapital zu beschaffen:

  1. über einen Bankkredit oder
  2. über die Ausgabe einer Anleihe am Bondmarkt

Die USA verfügen über einen sehr gut etablierten, liquiden Bondmarkt. Je nach Schätzung laufen dort rund 70 Prozent aller Unternehmensfremdfinanzierungen über den Bondmarkt. Nur 30 Prozent entfallen auf Bankkredite.

In Europa ist es genau umgekehrt. Die europäischen Unternehmen sind für gut 70 Prozent ihres Fremdfinanzierungsbedarfs auf Bankkredite angewiesen. Der Bondmarkt ist als Finanzierungsquelle weniger etabliert.

Die folgende Grafik zeigt, weshalb dieser Unterschied höchst relevant ist:

Die schwarze Kurve zeigt die Veränderungsrate der Bankkredite für Unternehmen in der Eurozone (NFC = Non Financial Corporations) in Prozenten des BIP. Die graue Kurve zeigt die Veränderungsrate für Bond-Finanzierungen (Debt Securities).

Es ist augenfällig, dass die Bankkredite viel schwankungsanfälliger sind. Das zeigt das prozyklische Verhalten der Banken: Zu Boomzeiten (bis 2008) waren sie überaus freimütig in ihrer Kreditvergabe. Als dann jedoch die Finanz- (2008/09) und etwas später die Eurokrise (ab 2010) zuschlug, schränkten sie ihre Kreditvergabe massiv ein.

Das raubte vielen europäischen Unternehmen in den Krisenjahren die Luft: Genau dann, als sie Finanzhilfe bitter nötig hatten, waren die Banken nicht mehr willens oder fähig, Kredite zu vergeben.

Der Bondmarkt (graue Kurve) ist dagegen in Boom- wie auch in Panikzeiten viel weniger schwankungsanfällig und stellt daher eine verlässlichere Finanzierungsquelle dar.

Aber könnte nicht doch noch etwas am Argument sein, grosse Banken seien wichtig für die reale Wirtschaft, weil sie diese mit Kredit versorgen? Die nächste Grafik entkräftet diese Behauptung vollends:

Die Kuchengrafik zeigt die Zusammensetzung der aggregierten Bilanzanlagen aller Banken in der EU. Insgesamt handelt es sich dabei um Anlagen in der Höhe von 42’000 Milliarden Euro. Das grösste Kuchenstück (dunkelblau, 30 Prozent) entfällt auf Darlehen, die die Banken anderen Banken gewährt haben. Weitere 13 Prozent (hellblau, remaining assets) entfallen auf Derivate. 9 Prozent (gelb) sind Staatsanleihen, die die Banken in ihrer Bilanz halten.

Kredite an die europäische Realwirtschaft im eigentlichen Sinn stellen nur die beiden roten Kuchenstücke dar: 18 Prozent der Anlagen entfallen auf Kredite an private Haushalte (HH total loans), und 15 Prozent (hellrot, NFC loans) sind Kredite an private Unternehmen.

Das heisst: Nur gerade 33 Prozent der aggregierten Bilanzsumme aller europäischen Banken dienen Krediten für private Haushalte und Unternehmen. Der Rest dient Spielereien innerhalb des Bankensektors sowie der Finanzierung von Staaten. Die französische Grossbank Crédit Agricole beispielsweise hält nur gerade 18 Prozent ihrer Bilanzsumme in Form von Krediten an private Haushalte und Unternehmen. Bei der Deutschen Bank sind es 20 Prozent, bei Société Générale 29 Prozent.

Diese Verhältnisse sollte sich jeder Politiker vor Augen halten, wenn die Banken das nächste Mal drohen, eine Verkürzung ihrer Bilanz oder schärfere Eigenkapitalvorschriften würden zwangsläufig zu einer Verringerung der Kreditvergabe führen.

Sind Sie noch bei mir?

Rekapitulieren wir nochmals. Europas Banken sind also nicht nur übergross, konzentriert und schwach kapitalisiert, sondern

  1. sie setzen auch zwei Drittel ihrer Bilanz nicht für Aktivitäten ein, die der Finanzierung der Realwirtschaft dienen, und
  2. verhalten sie sich dermassen prozyklisch, dass sie ihre Kreditvergabe im jeweils ungünstigsten Moment ausweiten und eindämmen.

Nach diesen Feststellungen verbleiben zwei Fragen: Wieso ist das europäische Bankensystem so gross geworden? Und was muss unternommen werden, um das Problem zu beheben?

Zur Beantwortung der ersten Frage geben die Autoren des Berichts eine Reihe von Gründen an: So sei die Bankenaufsicht in den europäischen Staaten über Jahre viel zu lasch und die Verbindung von Banken und Politik zu eng gewesen. Dem übermässigen Wachstum der Megabanken ebenfalls förderlich sei die Tatsache gewesen, dass einzelne Regierungen bewusst «nationale Champions» schaffen wollten, die auf dem globalen Finanzparkett mit den ganz Grossen tanzen können. Der Ökonom Nicolas Véron hat in dieser Studie den verhängnisvollen Einfluss dieses «Bankennationalismus» auf die Eurokrise untersucht.

Eine Erklärung für die grosse Zahl an Zombie-Banken, die seit der Finanzkrise ihre volkswirtschaftliche Funktion in Europa nicht mehr richtig wahrnehmen können, liefert folgende Grafik:

Die grauen Balken zeigen die Anzahl Banken, die im jeweiligen Jahr von der US-Einlagenversicherungsbehörde (FDIC, Federal Deposit Insurance Corporation) zwangsgeschlossen und abgewickelt wurden. Die schwarzen Balken zeigen die Anzahl Zwangsschliessungen und Abwicklungen in der EU. Während in den USA mehrere Hundert marode Finanzhäuser aus dem Verkehr gezogen wurden, sind es in Europa nur wenige Dutzend.

Ihren Empfehlungen zur Behebung des Fettleibigkeitsproblems in Europas Bankensektor widmen die Autoren des Berichts leider etwas wenig Platz:

  • Sie argumentieren, zur Steigerung der Robustheit des Systems sollten die Banken deutlich mehr Eigenkapital halten.
  • Zudem sollte der Kapitalmarkt gefördert werden, sodass sich auch kleinere Unternehmen mit sogenannten Mini-Bonds eine alternative Finanzierungsquelle erschliessen können.
  • Und um überhaupt zu verhindern, dass das Kreditvolumen in der Wirtschaft zu stark steigt, sollten die Regierungen schliesslich die steuerlich privilegierte Behandlung von Fremdkapital abschaffen.

Hier zum Wochenende noch einige Links aus unserer Reihe «Der Chart des Tages» auf fuw.ch:

  • Dieser Chart zeigt, dass Aktien aus Emerging Markets aktuell so günstig bewertet sind wie im Winter 2008/09, zum Höhepunkt der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine Kaufgelegenheit?
  • Dieser Chart zeigt die gespenstische Ruhe am Rohstoffmarkt, gemessen am Baltic Dry Index der Frachtkosten.
  • Dieser Chart zeigt, wie die Wein-Blase geplatzt ist.
  • Dieser Chart zeigt, wie die Kreditkonditionen für Unternehmen aus der Euro-Peripherie nach wie vor höchst restriktiv sind.
  • Und dieser Chart schliesslich zeigt ein potenziell besorgniserregendes Bild am Aktienmarkt: Die Kurse steigen von Rekord zu Rekord, während die Volatilität – das «Angstbaromenter» – immer tiefer fällt. Ist das ein Zeichen gefährlicher Sorglosigkeit an den Börsen?
  • Und hier, in eigener Sache, der jüngste Teil unserer Serie über berühmte Theoreme aus der Ökonomie: Mein Kollege Peter Rohner erklärt die Kaufkraftparität.

 

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112 Kommentare zu “Europas fettleibige Zombies”

  1. Josef Anton sagt:

    Interessante Entwicklung in einem ersten ernsthaften Schlag gegen die Umverteilung des Kreditrisikos auf die Allgemeinheit.

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/3821481/HypoSondergesetz-mit-Unsicherheiten-behaftetes-Neuland

    • urs lehmann sagt:

      “Der Haftung des Landes Kärnten hätten die Anleger von Anfang an keinen Glauben schenken dürfen”

      Das Problem dabei ist, dass die Spielregeln im Nachhinein geändert werden. Kärnten zeigt denen, die sich auf die damalige Deckung durch das Bundesland verlassen haben, im Nachhinein den Stinkefinger. Die Konsequenz wäre, dass sämtlichen Verträgen das gemeinsame Fundament (durch den Staat durchzusetzenden Zwang zur Vertragstreue) entzogen wird.

      Die wahre Motivation dürfte darin liegen, dass 80% der besagten nachrangigen Anleihen im ausländischem Besitz sind.

    • urs lehmann sagt:

      Falls dies durch die österreichische Regierung gedeckt werden sollte, wäre die automatische Konsequenz, dass sämtliche Arten von Staats- und Bundesland-Garantien in Ö massiv in Zweifel gezogen werden.
      http://www.krone.at/Oesterreich/Hypo-Gesetz_Moodys_stuft_elf_heimische_Banken_ab-Sehr_weit_hinunter-Story-408940

      Und ob das Hypo-Gesetz vor dem EUGH Bestand hat, scheint mir äusserst fraglich.

      Mal ganz abgesehen davon, dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb bloss die nachrangigen blutn sollen. Wie gesagt, Kernpunkt dürfte sein, dass 80% der nachrangigen in auslndischem Besitz sind.

  2. ast sagt:

    “Bevor dies passiert würden diese eher irgendwo eine Notlage durch Krieg oder Revolution und dergleichen in Szene setzen ”

    Sowas geschieht bereits, die Vorgänge in der Ukraine und in Syrien, Ägypten usw. sind wohl nicht nur lokale Verwerfungen.

    Damit man mit Papier weiterhin in reale Werte investieren kann, benötigt das Finanzsystem gigantische Devisenspeicher auf Halde, die jemand ständig weiter aufbläht. Diese Funktion hat in den letzten Jahrzehnten vor allem China übernommen. Der US$ und auch der Euro wäre heute viel weniger Wert ohne den chinesischen Devisen-Staubsauger. Doch in China plant man nun den Abbau der inzwischen Billionen schweren Devisen-Reserven. Fragt sich nur wer den Asiaten dieses Helikopter Geld abnehmen kann oder will. Ich jedenfalls nicht. Nach der Deflation die durch die Sparprogramme des Westens entstanden sind und dem absaugen von Kapital zu gunsten fauler Papiere, wird sich dann vermutlich in 1-2 Jahren die Inflation über ihre Opfer her machen.

    • urs lehmann sagt:

      Die EU hatte etwa 2009-11 eine mässig negative Zahlungsbilanz, aber in den Jahren davor und vor allem danach war/ist sie klar positiv. Das spricht eigentlich gegen einen massiv überbewerteten Euro, welche Gründe dafür sehen Sie?

      • ast sagt:

        Herr Lehmann, im Prinzip sehe ich vor allem ein internes Ungleichgewicht in der EU. Der US$ erscheint mir infolge der US -Zentralregierung zu Krisenzeiten mit geringeren Risiken behaftet als der Euro. Was natürlich auch stimmt ist, Europa ist nicht die einzig hoch verschuldete Weltregion und auch nicht unbedingt eine real weniger stabile Region als zum Beispiel Asien. Aber wenn es nur die Währung € betrifft, so ist eben das Risiko trotzdem gegeben dass sich diese Währung so mit diesen internen Ungleichgewichten nicht mehr sehr lange einheitlich weiterführen lässt.

  3. ast sagt:

    Die Frage ist, sind die Banken selbst das Problem oder die Umstände denen sie ihre Grösse verdanken. Ich vermute jetzt mal dass die Art wie im Westen Vermögen verwaltet wird und wie hier mit Vermögen umgegangen werden kann um es zu vermehren eine Ursache für die Krise ist. Ich schlage vor Vermögensblasen massiv zu besteuern und abzubauen. Nicht Schulden sollten im Fokus sein um diese abzubauen, sondern deren Kehrseite der Medaille, also die Vermögen die nun leider auf untragbaren Schulden aufbauen und mit denen ein eifriger aber Wachstum zerstörender Handel betrieben wird. Würde man die Vermögen wie beim letzten Krieg zerstören und massiv abbauen, so würde sich plötzlich wieder die Perspektive zu Wachstum öffnen. Um das zu erreichen muss eben eine Währungsreform ran -und die wird früher oder später sowieso kommen müssen.

    • Fred Ruegg sagt:

      Ihre Antwort ist verständlich und einsichtig.
      Währungsreform kann nicht gründlich genug und so vielleicht des Schmerzes nicht Wert sein.
      Das Grundprinzip des Gegenwärtigen Welt Finanzsystems ist auch nach Senator Ron Paul und andere illegal, und wird noch illegaler und geheim betrieben. Wie lange noch? Und was dann? Das nicht durch reale Werterschaffung gedeckte Geld, i.e. Renten aus Fiat Geld wegbesteuern ist ein guter Schritt. 100, 90,80% oder wieviel? Aber das entzieht dann den Banken so viel “Flüssigkeit“ dass das ganze Bankensystem und die Wirtschaft in Unordnung gerät, so dass ‘Der Staat‘ von den Mächtigen hinter dem Geldsystem i.e. die Zentralbanken, die BIZ, die US.Fed. und die die hinter der versteckt sind, daran gehindert würde, weil so etwas das ganze System in die Knie zwingen würde, weil diese Machthaber die Realwerte die sie hintenherum für ihre Zwecke angeeignet hatten, liquidieren müssten, wie Rohstoffreserven in Öl und Gasfeldern, Agrarländereien, Stadtzentren etc. Bevor dies passiert würden diese eher irgendwo eine Notlage durch Krieg oder Revolution und dergleichen in Szene setzen um Druck auf die Entsprechende Politische Führung durchzusetzen?? Oder?

    • urs lehmann sagt:

      Banken und Zentralbanken rekrutieren ihr Personal weitgehend aus dem selben Personenkreis, da ist die Vermutung naheliegend, dass die Beeinflussung eine gegenseitige ist. Insofern wäre Ihre einleitende Frage falsch gestellt.

      Wenn Sie Vermögen vernichten, ohne gleichzeitig die Schulden proportional zu reduzieren, heisst das automatisch reduzierter Wohlstand. Auch wenn das unter gewissen Gesichtspunkten positiv wäre (reduzierter Ressourcenverbrauch), wird sich trotzdem jedes Individuum vehement dagegen wehren. Dazu kommt natürlich noch die erhöhte Schuldenlast … keine Chance sowas zu realisieren.

      • Josef Anton sagt:

        “Wenn Sie Vermögen vernichten, ohne gleichzeitig die Schulden proportional zu reduzieren, heisst das automatisch reduzierter Wohlstand.”

        Ich frage mich, wie dies genau möglich sein soll. Vermögen, welchen keine Schulden gegenüber stehen, ist das Kollateral, oder in anderen Worten müsste man z.B. Häuser und Fabriken demolieren, was normalerweise im grossen Ausmasse einzig in Kriegszeiten stattfindet. Die Zerstörung des Kollateral kann, aus meiner Warte betrachtet, jedoch nie und nimmer (ausser vielleicht in den Augen eines Krugmans) als positiv betrachtet werden, sofern es nicht aufgrund der wirtschaftlichen Notwendigkeit im Zusammenhang der schöpferischen Zerstörung beruht. Na ja, vielleicht könnte man ja Kriege ebenfalls als schöpferische Zerstörung einstufen, denke jedoch nicht, dass dies damit verbundene grosse Leid dafür spricht und dass Schumpeter dieses Argumentationsweise akzeptiert hätte.

        • urs lehmann sagt:

          Das mit der Zerstörung habe ich tatsächlich einigermassen wörtlich aufgefasst, nicht zuletzt wegen dem letzten Drittel (“Würde man…”). Allerdings nicht im Sinne von “wir brauchen Krieg”, als vielmehr “wie durch Krieg” (zB kontrollierte Sprengung).

      • ast sagt:

        “Wenn Sie Vermögen vernichten, ohne gleichzeitig die Schulden proportional zu reduzieren, heisst das automatisch reduzierter Wohlstand.”

        Ich bin mir nicht sicher, viele der gegenwärtig gehaltenen Vermögen bestehen aus faulen Papieren, das heisst auf der anderen Seite der Medaille (also der Schulden) steht sowiso ein grosses Fragezeichen. Ich vermute dass es viel mehr faule Papiere gibt als man uns glauben machen will. Bisher verschob man viele Schulden einfach immer weiter in die Zukunft, aus Mangel dass die jetzt Lebenden sie begleichen können wurde vieles zukünftigen Generationen aufgebrummt.
        Die Vernichtung fauler Papiere bedeutet reduzierter Wohlstand bei faulen Investoren -also absolut richtig aus meiner Sicht.

        • Josef Anton sagt:

          “Die Vernichtung fauler Papiere bedeutet reduzierter Wohlstand bei faulen Investoren -also absolut richtig aus meiner Sicht.”

          Sie sprechen damit einen meiner wichtigsten Kritikpunkte der geldentwertenden Politik an, nämlich den offensichtlichen Mangel langfristiger Nachhaltigkeit, welcher dadurch erzeugt wird. Das Verlagern der Kosten des Kreditrisikos auf die Währung motiviert den Ausbau des Kreditvolumens und resultiert in immer höheren Ungleichgewichten, welche ein immer höheres Ausmass an nicht erfüllbaren Versprechen beinhalten, indem man zukünftige Einkünfte (Unternehmensgewinne, persönliche Einkommen, Steuern) “kollateralisiert”. Es handelt sich um nichts anderes als ein Schneeballsystem, welches in einer immer verheerenderen deflationären Phase oder der Zerstörung der Währung enden dürfte wobei es zuvor wohl zu massiven Ausschlägen in der Bewertung der verschiedenen Finanzprodukte führen dürfte.

        • urs lehmann sagt:

          Dem letzten Satz stimme ich grundsätzlich zu. Wobei die eigentliche Vernichtung bereits stattgefunden hätte (sonst wären sie ja nicht faul), gegebenenfalls stünden sie bloss noch nicht in den Büchern, und das Realisieren des Abschreibers lediglich eine Zeitfrage.

          Jedoch, woraus schliessen Sie, dass es “mehr faule Papiere gibt als man uns glauben machen will”? Das Resultat bspw des Stabfund (UBS/SNB) widerspricht Ihrer These. Beruht Ihre Einschätzung vielleicht auf dem “Blick in den Rückspiegel”?

          • ast sagt:

            Die scheinbaren Positiva der faulen Papiere von UBS/SNB wurden auf Kosten der Steuerzahler realisiert, Herr Lehmann, Haben Sie noch immer nicht kapiert wie Lawrence Fink’s Wunderlampe Aladdin funktioniert?

          • urs lehmann sagt:

            Das müssen Sie mir detailliert erkklären.

          • ast sagt:

            besser nicht ich, es würde den Rahmen hier sprengen. Aber dieser Artikel (er ist schon etwas älter) umreisst ungefähr was mit den faulen Papieren geschehen ist.
            http://www.vanityfair.com/business/features/2010/04/fink-201004

          • urs lehmann sagt:

            Die Bedenken betreffend Blackrocks Grösse und Einfluss sind nichts Neues. Nur bestätigt das Ihre Behauptung in keiner Weise.

            Ausserdem macht Ihre Logik (der Gewinn der SNB wurde auf Kosten der Steuerzahler realisiert) keinen Sinn, wenn schon hätte sie Verlust ausweisen müssen.

          • ast sagt:

            “Ausserdem macht Ihre Logik (der Gewinn der SNB wurde auf Kosten der Steuerzahler realisiert) keinen Sinn, wenn schon hätte sie Verlust ausweisen müssen.”

            Wenn man “nur” Schweizer Steuerzahler im Fokus hält mag dies stimmen was Sie behaupten. Haben Sie sich aber mal Gedanken gemacht woraus sich die Gewinne zusammensetzen und vor allem auf welchem Fundament sie ermöglicht wurden? Dass die zuvor gebündelten faulen Papiere wieder positiv bewertet werden konnte hat die Schweiz dem Einsatz der USA auf dem Immobilienmarkt zu verdanken, einem viele Milliarden schweren Hilfsprogramm und natürlich wurde die Wertzunahme auf Basis sehr hoher volkswirtschaftlicher Risiken realisiert, und zwar Risiken die noch immer vorhanden sind, wenn auch nicht mehr am selben Ort.

  4. Fred Ruegg sagt:

    Die Grosszahl der Beiträge hier befasst sich lediglich mit der Beschreibung des vorgesetzten Problems. Dies nur auf der Basis, dass das globalisierte Welt Geld&Finanzsystem als solches vollkommen in Ordnung wäre, wenn die Betreiber und die Aufsichtsbehörden nur ihrer Pflicht nachkommen würden.
    Wenn man der Geschichte&Entwicklung dieses Systems näher nachgeht, indet man leicht, wie es schon seit frühesten Zeiten unter dem Mantel von Geheimen Abmachungen, Lügen&sogar kriminellen Machenschaften aufgebaut worden ist. Dabei haben Politiker mehr und mehr die gesuchte Kontrolle darüber verloren. Schon seit den Grafen, Königen und Kaiser waren diese schon abhänging und unter der Kontrolle dieser Mächte. Sogar die Führer der zum Vorbild erstarkten,von Idealismus strotzenden Grossdemokratie USA, sahen sich bewegt,,über diese Mächte zu klagen und vor ihnen zu warnen. Wie z.B:

    „Überall in der Welt stellt sich uns eine monolithische und unbarmherzige Verschwörung entgegen, die in erster Linie mit verdeckten Aktionen ihre Einflusssphäre vergrößert – mit Unterwanderung statt Invasion, mit Subversion statt Wahlen, mit Einschüchterung statt freier Entscheidung, mit Guerilla bei Nacht statt Armeen am Tag. Es ist ein System, das gewaltige personelle und materielle Ressourcen gesammelt hat, um eine engmaschige, hocheffiziente Maschine zu bauen, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen kombiniert.“
    John F. Kennedy (1917-1963), Präsident der USA von 1961 bis 1963
    Einige Monate bevor Kennedy Texas besuchte & nicht mehr lebend zurückkam, hatte seine Regierung eine neue US Dollar Währung in Umlauf gebracht die genau gleich aussah wie die Alte. Jedoch die Alte hatte die Ueberschrift “Federal Reserve Note“ und die Neue “United States Note“ um die Fed.Res. auszulassen. Einige hundert Milliarden des neuen Geldes war bei den Banken&schon in Umlauf. Präsident Johnsons erste offizielle Handlung im Amt war der Widerruf &Wiedereinzug der neuen Noten,die fast unbemerkt verschwanden.Ich war damals in NY! Weiter

    Despite warnings, Woodrow Wilson signed the 1913 Federal Reserve Act. A few years later he wrote: I am a most unhappy man. I have unwittingly ruined my country. A great industrial nation is controlled by its system of credit. Our system of credit is concentrated. The growth of the nation, therefore, and all our activities are in the hands of a few men. We have come to be one of the worst ruled, one of the most completely controlled and dominated Governments in the civilized world no longer a Government by free opinion, no longer a Government by conviction and the vote of the majority, but a Government by the opinion and duress of a small group of dominant men. -Woodrow Wilson

    Kein Präsident seit Kennedy wagte der privat kontrollierten Fed Res in die Quere zu kommen. Auch in der UK hat niemand gewagt die seit Waterloo privat kontrollierte Bank of England erfolgreich wieder unter Kontrolle der Regierung zu bringen. Man hat nun überall den Finanzämtern die Macht Geld (Kredit) herauszugeben weggenommen & einer von der BIZ im Geheimen “übersehenen“ Zentralbank übergeben. Damit muss das Finanzamt & Bankensytem einjer Nation dieser Zentralbank für das herausgeben der Währungskredite als Papiere, einen Zwischenzins bezahlen. Wohl um die BIZ in Basel als Klub der Zentralbänkler zu unterhalten?
    Nixon leitete das Ende des Goldstandards ein,dann Regen und Clinton deregulierten die Fed &das Bankensystem weitgehend.Die Bankenwelt folgte schweigend der alten Geschichte & “Ethik“ mit grossen Boni beladen & Hurrah. Man ist jetzt voll im Gange durch sog.Privatisierungen allen Realvermögens der Bürger,durch Druck auf die Staaten,ihre Papierschulden den Zentralbanken zurückzuzahlen.So,dass die Staaten selbst&durch sie die Bürger nur noch Papier besitzen werden&so alles Realvermögen vom WeltBankensystem voll kontrolliert werden kann. Dann wird der Staat als Wirkmittel der Bürger,& die Bürger selbst für die die Banken planen sie auch ihnen zu unterwerfen, durch Verschuldung über die Augen hinaus, mit Hypotheken- & Kreditkartenschulden, d.h. die ganze Gemeinschaft gehört einer Bankendiktatur.
    Wo sind wir hingekommen? Ja, das weiss jeder Naturvernünftige. Es muss so kommen, unter diesem offenbar nicht von Heiligen erfundenen System. Weil es massiv&fundamental gegen die Natur & deren Gesetzmässigkeit verstost. Die Naturwissenschaft beweist intensiv fortschreitend , wie nicht ein Gott, Allah,oder Schöpfer alles zum Guten leiten wird. Aber es wird nicht deutlich bekannt, oder die es tun werden verlacht. Siehe Republikaner in USA,die Premiers von Kanada&Australien für die die Klimawarnungen von den Grünen, Sozies & Zombies nur erfunden wurden, die doch nur Staaten&Bürger tiefer in Schulden drängen damit die Aufrechten sie dann retten müssten.
    Als interaktiver Teil der Natur müssen wir der Naturgesetzlichkeit gehorchen oder sie zwingt sich gegen Menschengesetze sonst eher früher als später auf.Wir können nicht einfach unseren Fantasien nachleben wie wir wollen,auch die “Erfinder“ des Weltfinanzsystems nicht. Wir haben nur die Freiheit den Weg zu wählen auf dem wir heuristisch (Lernen durch Tun)Ueberleben wollen.So nicht nur beim Klima,aber auch durch unser Vergehen gegen das Naturgesetz aller Existenz & besonders allen Lebens,sind wir bedrängt. Naturgesetzlichkeit toleriert das Römische Land & Besitzrecht für Private auf dem unser ganzes Finanzsystem aufgebaut ist nicht mehr länger. Wir sollten doch sehen können, wir sind mehr als gleichberechtigt den Pflanzen& Tieren,wie Bakterien,Würmer, Fisch Vogel&Hase,Fuchs Hirsch,Affen&Kamele, gegenüber,zu freiem Zutritt zu allen Naturgütern z.B.,Raum,Land &Meere,Luft, Wasser, Sonne. Niemand hat diese Naturrechtlich Einzelenen gegeben oder vererbt nur weil sie Erstdagewesene waren. Nur der Gebrauch &Verbrauch der Naturgüter muss der Gemeinschaft durch die Bürger & den Staat als ihr Aktionsarm, vergütet werden (wohl einzig notwendige Staatseinnahmen!)
    Nach all den Wirtschaftskrisen meist mit Kriegen die wir in unserer Geschichte kennen, ist die Gegenwärtige wohl eine der letzten Warnungen zusammen mit den Klimawarnungen, die uns noch die Chance lassen das Haus hoffentlich ohne massive Kriegsaufstände, in bessere Ordnung zu bringen. Das heisst wohl, aufgeben des Grössenwahnsinns zur Globalisierung durch ein globalisiertes, sich der Naturgesetzlichkeit widersetzendes unehrlichen Finanzsystems, das durch ein Volks -transparentes & -subsidiäres ersetzt werden muss.

    • Anh Toan sagt:

      Grenzt die Natur Deutsche von Österreichern ab?

      Sagt Naturgestz, wo die Ukraine endet und Russland beginnt?

      Wenn Sie schon Rechte von Erstdagewesenen bestreiten, wie definieren Sie dann einen Staat, wenn nicht einen globalen, Globalisierung bezteichnen Sie doch als Grössenwahn?

      • Fred Ruegg sagt:

        Staaten, Nationen, Gemeinschaften, geographische Land und Raum-grenzen sind menschliche Machenschaften. Der Mensch mit dem komplexesten Hirn und Bewusstsein der Natur, hat die Freiheit (nach Quantenmechanik) das Wie,Wo und Aber ihres Überlebens (den Weg wie ich oben gesagt habe) durch Lernen auszuwählen. Diese Freiheit kann aber die Naturgesetzlichkeit innerhalb naturgegebenen Schwellgrenzen nicht verletzen, und wenn, dann gibt es Katastrophen. Alles Lernen ist heuristisch (Lernen durch Tun!) was das operative Prinzip der Evolution ist. d.h. wir treffen selten das optimale Resultat, und auch wenn, gilt das nur für eine den Umständen Entsprechende Zeit, weil wieder nach Quantenmechanik alles sich andauernden ändert, sichtbar oder unsichtbar bis zum Schwellwert. Dieser Naturvorgang ist bei Organismen heute besonders gut beobachtbar. Was auch heisst, wir können wenn wir wollen die Naturgesetzlichkeit heute bessere kennen denn je dank der Naturwissenschaft. Die letztere Tatsache offeriert uns Menschen dadurch das Glück, dass wir Fehlschlüsse und ihre Folgen im Lernprozess unserer Evolution (i.e.angehende Verändereung) frühzeitig erkennen können wenn wir wollen, und wenn die eigentlich für diesen Job sehr schlecht ausgebildeten Politiker( Juristen und so, mit der Nase voll von Menschen Gesetzen) die auf Ideologien und nicht Naturgestzlichkeit Rücksicht nehmen, frühzeitig korrigierend eingreifen würden, sollten Unrecht&Kriege eigentlich verhindert werden können. i.e. wir könnten viel klüger sein! Inertia gegen Änderung ist Naturgesetzlich, aber dummer Widerstand wird gerächt.

        Ich hoffe diese zusätzlichen Ausführungen seien genügend um auch Ihre Frage re Staat und Globalisierung zu erleuchten. Globalisierung, wenn entsprechend erreicht, sagen wir mal demokratisch mit Bürgerbeteiligung über Zeit, ist denkbar. Aber nicht auf der Grundlage des Erzwingens durch Geschäftlimachern, Politiker oder nicht und schlimmer , und auch nicht durch Hintertürchen wie ein nicht vertrauenswürdiges Privat kontrolliertes Geheimnisvolle, und wohl genau genommen sogar nach Staatsgesetzen illegales Weltgeldsystem (Wird ja sogar in der USA von Politikern behauptet, wie Ron Paul / andere), und eine WTO die wie ihr Zustandekommen, die politischen Prozesse und Bürgerrechte der Nationen futiert. Die Naturgesetzlichkeit, durch die wir Menschen geworden sind, (kommen Sie mir nicht mit einem Schöpfer Gott, der ist zum Problem und nicht zur Lösung geworden), sind kein Geschäft sondern Naturgesezlich eine organische Gemeinschaft, ausser unsere Wahlfreiheit wolle es anders. Dann Menschheit der Zukunft (die nach Naturgesetzlichkeit ja noch tausende von Jahren bestehen sollte), schade und Schande für uns bis in alle Ewigkeit.

        • urs lehmann sagt:

          Erklären Sie mir doch mal die Quantenmechanik, und inwiefern sie (im Zusammenhang Ihres Textes) für makroskopische Objekte beobachtbare Relevanz besitzen soll. Sie führen Sie so oft an, da werden Sie ja wohl den Mega-Durchblick haben.

          • Fred Ruegg sagt:

            Wenn Sie das nicht wissen, bitte nachstudieren, sollte in jedem informierten Rucksack zu findenb sein. Das ist es ja eben, das Grundwissen fehlt. Denkfaulheit?

          • Fred Ruegg sagt:

            Um es vielleicht etwas einfacher zu machen, kann man grob sagen, die Quantenmechanik befasst sich damit, wie entsteht die Naturvielfältigkeit in die auch wir eingebunden sind, und was sind ihre Naturgesetze, doch diese sind Probabilistic für uns Menschen &zur Vorberechnung nicht besonders gut brauchbar., darum finden wir den Evolutionsprozess nur heuristisch erfassbar.

          • urs lehmann sagt:

            Ich hab 4 Semester Physik an der ETH, zusammen mit den Physikern, auf dem Buckel, Sie dürfen also durchaus mathematisch werden, das eine oder andere dürfte noch abrufbar sein. Los, Sie können das! (Oder vielleicht doch nicht?)

            Die Quantenmechanik bewegt sich ausschliesslich im subatomaren Bereich. Ihre “Beschreibung” kommt pseudo-wissenschaftlich daher und wirft mit aus der Luft gegriffenen Behauptungen um sich, durchmischt mit nocht nicht mal ansatzweise definierten/erläuterten Begriffen bzw. Konzepten. Nonsense!

          • Josef Anton sagt:

            Das spürt man oder wenigstens ich; als positive Bemerkung gemeint.

          • urs lehmann sagt:

            Danke 🙂

        • Anh Toan sagt:

          @Fred Ruegg

          Ist Demokratie naturgesetzlich?

          Naturgesetzlich ist doch das “Recht” des Stärkeren. (was wir Menschen gerade als Unrecht bezeichnen)

          Sind nicht auch Menschenrechte, Demokratie oder Rechtsstaatlichkeit “Ideologien”?

          Nein, Ihre zustzlichen Auskünfte vermögen nicht, mich auch nur soweit zu erhellen, aus Ihren Post etwas Konsistentes zu lesen, ausser absurde Verscxhwörungsunterstellungen, bei denen nicht einmal klar ist, wer denn die Verschwörer sind (Ich weiss schon, die Zentralbanker, die Politiker, die Elite, die Freimaurer, Bilderberger, CIA, halt die, welche die WTO gemacht haben und die BIZ und die City of London und die Juristen.)

          • urs lehmann sagt:

            Sie haben die Rothschilds, die Juden und die katholische Kirche vergessen. Die Rockefellers sind grad etwas unpässlich, nächstes Mal vielleicht.

      • Fred Ruegg sagt:

        @ urs lehmannn
        Alle Achtung.! Da haben sie sicher von Werner Heisenberg und seinen Letzten Bemuehungen Kenntnis. Bohr und nach him dann voralem Heisenberg in seinen spaetern Gastvorlesungen, die ich zum Glueck besucht habe,hat sich gerade Bemuehungen uns Studenten klar zu machen dass die QM nicht nur I’m Kleinsten gilt sonderen auch “Im Ganzen” und wir sollten uns nicht nur stur der Inneratomaren Welt widmen d.h. Ueberall dort wo wir massive Komplexitaet von Teilenchen und Teilen finder Ueberall Im Universum. Bohr, Heisenberg ,Pauli, Schroedinger ,die ich alle noch gehoert habe, ja so alt bin ich, haben sich minders tens als so gute Philosophen gehalten wie Naturforscher und Denker. so kommt man aus der Hirnforschung und Psychiatrie die sich der Ganzheit widmen zu den Schluessen die ich vorgestellt habe. Auch Denken und Erkennen muessen evolvieren, und ueberholen alte Dogmen.

    • G. Nardone sagt:

      @Fred Ruegg:
      Allfällige Gewinne einer Zentralbank werden dem jeweiligen Finanzamt überwiesen. Ihre Verschwörungs-Theorie bleibt damit … Theorie.

      • Fred Ruegg sagt:

        The SNB ist eine aktiengesellschaft unter spezial regulations. Etwa (?? 55%) der aktien gehören publik Institutionen wie kantone and kantonal banken. Soviel weiss das Publikum kaum in andern ländern wie USA UK……
        Ja ein Teil, wieviel? geht an die publik einheiten. wer rechnet nach?? Wenn Sie es wissen, bitte.

        • urs lehmann sagt:

          Zunächst, das SNB-Gesetz limitiert die Stimmrechte pro natürliche Person auf 100 pro, ausgenommen davon sind KB, öffentlich-rechtliche Körperschaften und die Kantone. Da die Mehrheit der Aktien der öffentlichen Hand gehört, ist im Grunde die Stimmenmehrheit derselben garantiert, ist ja genau der Sinn der Sache. Welche Aktionärskategorie wieviele Aktien hält, ist ebenfalls bekannt und einsehbar bzw. wird sogar publiziert.

          Gewinnverteilung:
          Die AK-Dividendenrendite ist limitiert auf 6%, das macht die Aktie im Grunde zu einer ewigen Obligation. Vom Rest gehen 1/3 an den Bund und 2/3 an die Kantone.

          Steht alles im SNB-Gesetzt – Lesen hilft

          Nachrechnen können Sie gerne selbst, bspw indem Sie den Jahresbericht der SNB mit demjenigen des Bundes bzw. der Kantone abgleichen. Die kantonalen Finanzdirektionen geben Ihnen sicher gerne über den Verteilschlüssel Auskunft.

          • Fred Ruegg sagt:

            Danke. Wer sind die öffentlichen Rechnungsprüfer?

          • urs lehmann sagt:

            Kennen Sie Google? Ignoranz, Faulheit oder Dummheit?

            Alternativ können Sie natürlich SNB-Aktien erwerben und an der GV teilnehmen, die Auditoren präsentieren da jeweils ihren Bericht.

            Hinweis:
            Die ausserordentliche Prüfung anlässlich der Affäre Hildebrand wurde durch KPMG durchgeführt. Die “normalen” jährlichen Audits werden durch eine andere Firma erledigt.

    • Fred Ruegg sagt:

      @ urs lehmann
      Re Google, Dummheit,Faulheit etc.
      Was sie da an bringer, gehoert doch in das Gebiet, den Buergern die Wolle ueber die Augen ziehen, Volksverfuehrung, Scheintransparenz etc. Die ehrlichen Zahlen, wenn man im Zusammenhang mit diesen Leuten sollte man wohl nicht einmal an ehrlich denken, die werden doch I’m Geheimen auf dem CH exterritorialen Gellaende und der BIZ, und wenn noting ebenbuertigen Arrangements der Us Fed, Bof E und Ciity of London, die doch alle ueber entsprechende, nicht offiziell weder noch den Buergern noch deren von ihnen gewaehlten Volksvertreter zugaenglich sein duerfen, abgesprochen und zensuriert .Sie wissen doch sicher von ueber die Jahre wenigstens im US Kongress gemachten Vorstoessen Auskunft ueber die Machenschaften dieser Gesellschaft zu erhalten. Warum haben sie nicht auf meinen frueher ein Beitrag reagierthave in dem ich Verlautbarungen der US Praesidenten Kennedy und Hoover zitiert habe,? Ja, wohl Weil sie dies alles als Verschwoerungstheorie ab tun, Mit Kopf tiefenthal Sand! Warum denn auch?.

      • Fred Ruegg sagt:

        @ urs lehmann
        Re mein vom 13.6. Um 10:51
        Sollte Praesidenten Wilson nicht Hoover heissen!

      • urs lehmann sagt:

        Weil Ihr Post mit den Zitaten im Grunde keine Antwort wert ist. Der Vorteil an Ihren “Theorien” ist, dass sie nicht widerlagbar sind. Das bisschen was Sie an Fakten liefern ist hingegen reichlich zweifelhaft, zwei Beispiele:

        – US-Notes wurden seit etwa dem Sezessionskrieg emittiert, JFK war alles andere als der Erste.
        – Nennen Sie mir die Quelle für das, was Sie Hoover in den Mund legen – nicht eine x-beliebige Webseite, sondern das Original oder zumindest etwas, was dem sehr Nahe kommt – Manuskript, Mitschrft einer Rede, Tagebuch, etwas in der Art.

        Kommt hinzu, dass Sie Ihnen widersprechende Fakten unabhängig von der Quelle als nicht glaubwürdig ablehnen, das ist natürlich sehr bequem. Wahrscheinlich würden Sie im Gegenzug jede Art von unterstützender Info, unabhängig von der Quelle, als absolut vertrauenswürdig ansehen. Bspw misstrauen Sie den (Zentral-)Banken, haben aber offenbar tiefstes Vertrauen in Spitzenpolitiker. Wie bitte?

        Ich warte weiterhin auf Ihre Erklärung der Quantentheorie.

        • Fred Ruegg sagt:

          Sie und ihre Verschwoerungstheorien. Warum decked Sie diese nicht auf? Re Original Quellen schlage ich Ihnen Ihr Rezept vor das Sie Mir mit der SNB angegeben haben .

          Re QTh sollten Sie mir mit Ihrem Ueberlegenheitsgefuehl doch mich Aufklaerung koennen. Beginnen Sie einmal damit Den Namen Paul Dirac zu Googlen, dort finden Sie die Formel und Diese verstehen Sie ja schon.

          • urs lehmann sagt:

            Es ist Ihr Möchtegern-Zitat, Ihre Behauptungen, nicht meine. Somit ist es auch an Ihnen, den Nachweis zu erbringen.

            Ich fühle mich keineswegs überlegen, jedoch wahrscheinlich fähig, Ihre Erklärung nachzuvollziehen. Ob ich sie auch verstehe, wäre rauszufinden. Ich freue mich auf Ihre Ausführungen.

          • Fred Ruegg sagt:

            @ urs lehmann
            aha an den Durch den Nobelpreis ausgezeichneten Beweis Paul Diracs der Allbezogenheit aller Existenz der Teile untereinander und mit dem Ganzen und dem Ganzen mit Allen Teilen, was sich offen bar nicht nur dem Atomaren und Subatomaren des Universums bezieht, wagen Sie sich also nicht heran. War ja wie erwartet. Wahrscheinlich noch weniger an John Bells Verschlungenheit und wohl noch weniger an David Bohms Pilot Wave.So haben Sie wohl noch viel Neues zu erarbeitet um um die Naturgesetzlichkeit der Menschen und was und wie Sie Duran mitbeteiligt sind annaehern genus zu verstehen. Darum,
            Mit Ihren Antworten die sich nur in haessigen persoenlichen Angriffen, Reaktionen und Ausreden ergiessen, sehe ich von einer weiteren Zeitanlage in Ihr Wissenen ab. Ich schliese hier indem ich Sie auf das Buch aufmerksam mache von Prof. Iain
            McGilchrist dem eminenten Neurophysiologen, Chirurg, Hirnforscher &Psychiater der unzaehligen durch Unfaelle
            Hirnbeschaedigten Menschen geholfen hat und sein ueber 40 Jahre gesammeltes Vestehen mit dem Titel “The
            Master and his Emissary” the divided Brain and the History of the Wester World , uns ueberliefert hat.falls Sie ehrlichen Willens sein sollten ihr Verstehen vor nur Ihrem Wissen zu vervollkommnen

          • Fred Ruegg sagt:

            @ urs lehmann
            aha an den Durch den Nobelpreis ausgezeichneten Beweis Paul Diracs der Allbezogenheit aller Existenz der Teile untereinander und mit dem Ganzen und dem Ganzen mit Allen Teilen, was sich offen bar nicht nur dem Atomaren und Subatomaren des Universums bezieht, wagen Sie sich also nicht heran. War ja wie erwartet. Wahrscheinlich noch weniger an John Bells Verschlungenheit und wohl noch weniger an David Bohms Pilot Wave.So haben Sie wohl noch viel Neues zu erarbeitet um um die Naturgesetzlichkeit der Menschen und was und wie Sie daran mitbeteiligt sind, annaehernd genug zu verstehen.
            ,
            Darum, mit Ihren Antworten die sich nur in haessigen persoenlichen Angriffen, Reaktionen und Ausreden ergiessen, sehe ich von einer weiteren Zeitanlage in Ihr Wissenen ab. Ich schliese hier indem ich Sie auf das Buch aufmerksam mache von Prof. Iain
            McGilchrist dem eminenten Neurophysiologen, Chirurg, Hirnforscher &Psychiater der unzaehligen durch Unfaelle
            Hirnbeschaedigten Menschen geholfen hat und sein ueber 40 Jahre gesammeltes Vestehen mit dem Titel “The
            Master and his Emissary” the divided Brain and the History of the Western World, uns ueberliefert hat. Darin werden Sie sich vielleicht ehrlicherweise selbst identifizieren koennen und dann entsprechend reagieren.

  5. urs lehmann sagt:

    @Dittli
    Ihre Vermutung, dass die beiden grünen Balken ganz links für die CH-Grossbanken stehen, scheint eher zweifelhaft:

    Das CH-BIP betrug 2012 knapp 600 Mrd Franken, die Bilanzsumme der beiden Grossbanken zusammen gem. SNB (Bankenstatistisches Monatsheft) 1389 Mrd, also etwa das 2,2fache des BIP. In der Grafik hat Bank auf Rang 1 schon mehr.

    Hingegen:
    Das BIP von Liechtenstein (Mitglied EWR aber nicht der EU, also ebenfalls RoW) beträgt 5,3 Mrd CHF (wohl per 2013). Auch wenn die beiden “Grossbanken” LLB (Passiven aktuell 20Mrd) und LGT (Passiven aktuell 25Mrd FK ) weit jenseits von allem in der Grafik gezeigten liegen (möglicherweise wird in der Grafik nicht alles berücksichtigt?), so würden die Grössenunterschiede dieser beiden weit besser zur Grafik passen als UBS und CS.

  6. Goran sagt:

    Bald kommt jetzt noch Paribas unter die Raeder, weil sie “gewissen” Kunden zur Steuerflucht in der Vergangenheit verholfen haben! Vielleicht habe Huesnue Tip gegebe und sich einmische! Ohhohhoh!

  7. Josef Marti sagt:

    Die Entwicklung der jeweiligen Anteile und Grössen der Casinoabteilungen wäre auch interessant aufzuzeigen. Irgendwo habe ich in einer Ökonomenrunde gehört, dass ausgerechnet die Spanischen Banken kürzlich wieder mit Abstand die grössten Boni geschüttet haben. Die Abkoppelung der Banken und Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft geht weiter, und offenbar weil man im Gegensatz zu USA in der EU keine grossen Institute pleite gehen lassen will noch schneller als dort.

    Dies hängt mit dem systematischen Bankenmästungsprogramm im Rahmen der zulasten der Allgemeinheit durchgeführten Vergemeinschaftung der Schulden der Südeuropäer zusammen. Es wird indirekte Finanzierung der Staatsdefizite durch Geldschöfpung der EZB betrieben, die rettungsschirmverbürgten Schrottanleihen werden über das Bankensystem geschleust, sodass die Banken daraus happige Zinsmargen für ihre Boni rausziehen wenn die EZB die Schrottpapiere haufenweise wieder in ihre Bilanz reinnimmt.
    Durch die Konkursverschleppungstaktik und Nullzinspolitik müssen sich die Bank- und Notenbankbilanzen wohl immer mehr verlängern. Wegen der Negativzinsen auf den Giroguthaben gegenüber den Notenbanken dürfte sich dieser Trend noch verschärfen.

  8. Kapital vergeben ist ein Akt der gesellschaftlichen Gestaltung. Es ist ein grosser Unterschied, ob Kapital an X oder an Y vergeben wird. Diese gesellschaftliche Gestaltungskraft ist massiv. Sie kann z.B. lokale Kleinunternehmen zerstören, inkl. den Zusammenhalt im Quartier (wenn z.B. ein Einkaufszentrum in der Nähe gebaut wird) oder sie kann ganze Bevölkerungsschichten zum Wegzug zwingen (z.B. durch den Bau von vielen teuren Wohnungen am selben Ort). Diese Gestaltungsmacht sollte nicht von wenigen Kapitalbesitzern oder – verwaltern ausgehen, sondern demokratisch legitimiert sein. Z.B. könnte die Gemeindeversammlung darüber befinden, ob es eher einen Schneider oder doch eher eine Molkerei braucht in der Gemeinde. Das zur Verfügung gestellte Kapital könnte dasselbe sein, wie es heute von Privaten den Banken anvertraut wird. Nur entscheidet nicht irgendein Bankergremium über die Verwendung sondern die Gemeindeversammlung.

    • Philipp Winter sagt:

      Willkommen im Kummunismus… Ich verstehe ja, dass man Ideen sucht um das ganze Problem lösen, aber die Gemeindeversammlung ist hier wohl doch nicht ganz der Weg.

    • urs lehmann sagt:

      Das Problem dabei ist, dass der Gemeindeamman dank seinem Status und den mit seinem Amt verbundenen Möglichkeiten seine Metzgerei durchaus vor unliebsamer Konkurrenz schützen kann, wohingegen das unscheinbare und deswegen unbeliebte Schneiderlein alt aussieht weil es sich eine Renovation nicht leisten kann und darum alle sein hässliches altes Haus in dem seine Werkstatt liegt, diesen Schandfleck der Gemeinde, schnellstmöglich loswerden wollen. Dass es “en fremde Fötzel” ist, macht die Sache keineswegs besser.

      Kurzum, ich sehe keinen Grund anzunehmen, dass die Gemeindeversammlung auch nach längerer Zeit fairer entscheiden würde. Ganz im Gegenteil, es würden sich bald Interessengruppen zusammenschliessen, einander unterstützen, und so faire Entscheide verhindern. Vetternwirtschaft, Sauhäfeli Saudeckeli, etc. Früher hiessen diese Verbände Zünfte.

    • Harry Harrer sagt:

      @ Binsberger: Wieso sollte die Gemeinde als Kapitalgeber agieren? Wieso wollen Sie dem Privatunternehmer nicht einfach die Freiheit zugestehen das Startkapital für sein Unternehmen zu holen bei wem und wo er will?

      Stellen Sie sich vor was in der von Ihnen ersinnten Welt passieren wird: Die meisten Startups funktionieren nämlich nicht, sie verlochen das Kapital der Kreditoren und gehen nach wenigen Jahren bankrott, das ist die Realität. Nur ein kleiner Prozentsatz schafft den Break-Even und bleibt im Geschäft. Wenn die Gemeinde der Geldgeber ist, dann verliert sie in den meisten Fällen also nicht nur das eingesetzte Kapital, sondern auch die lokalen Arbeitskräfte und Steuergelder. Das ist ein Beispiel von konzentriertem, gehebeltem Risiko. Dieses Risiko kann nur beseitigt werden, wenn Kapitalgeber delokalisiert sind.

      Ebenfalls stellen Sie sich einmal die Korruption vor, welche herrschen würde wenn in der Gemeindeversammlung über Kapitalallokation abgestimmt würde. Denken Sie der Beste würde siegen? Nein, der best vernetzte, derjenige mit dem meisten Schmiergeld würde das Geld bekommen, wie es übrigens auch heute schon ist, wenn auch auf viel kleinerer Stufe. Aus diesem Grund ist es absolut unvernünftig dass man der Privatwirtschaft vorschreibt wo, wie und wann sie sich Kapital besorgt. Kapitalisierung soll Sache des Privatsektors bleiben.

      Ich sehe auch wie Sie unterbewusst die momentan herrschenden Probleme des Finanzsystems ausblenden und die Gründe für das Versagen in der Strukturierung der Privatwirtschaft suchen. Das ist völlig absurd. Die Privatwirtschaft funktioniert in anbetracht des Chaos, welches von Banken und Regierungen verursacht wird, noch erstaunlich robust. Das Problem liegt im Finanzsektor, und dort ebenfalls nur deshalb, weil man in den letzten Jahrzehnten massive Kreditexpansion mit einem ungedeckten Geldsystem praktiziert hat.

  9. Mario M. Montecarlo sagt:

    Der Bericht über die EU-Banken mag ja durchaus stimmen.Wenn ich mir aber die Berichterstattung über die zwei Schweizer Bankelefanten in den letzten Jahren in Erinnerung rufe,habe ich ein ähnlich mulmiges Gefühl,was die Stabilität dieser Geldtempel betrifft.Ich fürchte,keine der grossen Banken ist mehr vor einem Zusammenbruch gefeit.

    • urs lehmann sagt:

      Die UBS war bereits vor 5 Jahren faktisch bankrott. Ihr “mulmiges Gefühl” kommt etwas spät 😉

  10. Viktor Falkenschweif sagt:

    Ungeachtet der einmal mehr gesenkten Zinsen (der genaue Teilnehmer hat schon lange bemerkt, dass dies nur dazu führt, das die Banken mehr verdienen, weil sie den Libor überhaupt nicht eins zu eins weitere geben), ist dies ein völlig falsches Zeichen an die Märkte denn, kleinere Unternehmen erhalten nach wie vor dadurch keine Kredite für Investitionen! Minuszinsen umgehen die Finanzhäuser! Im Grunde genommen, geht es der EZB nur darum, die Europäischen Index weiter hoch zu halten resp. noch höher steigen zu lassen. So wird der DAX in den kommenden Monaten von auf ca. 10680 Punkte steigen…. Die Aktienbewertungen heute, haben mit der Realwirtschaft schon lange nicht mehr gemein…… Blutige Nasen sind da vorprogramiert!

    • Josef Anton sagt:

      @ Viktor

      Die gängige Doktrin schreibt der EZB vor, dass bei fehlender Investitionstätigkeit die Zinsen zu senken sind. Andere Faktoren spielen dabei eine untergeordnete Rolle, z.B. ob wirklich profitversprechende Projekte überhaupt zur Verfügung stehen. Ich bin nicht der Überzeugung, dass auch kleine Unternehmen gross an mangelnden Krediten leiden, denn sonst würden die erwirtschafteten Mittel der Firmen nicht in den Rückkauf von Aktien investiert, sondern eben in solche profitversprechenden Projekte. Das System ist langsam ausgereizt.

  11. Swissinvestor sagt:

    Der Finanzsektor wächst dank des Zinseszinseffektes und der Geldmengenausweitung schneller wie die Industrie und die Produktion (BIP). Irgendwann muss die Lücke wieder geschlossen werden, sonst steigen die Ungleichgewichte und es gibt einen Zusammenbruch mit Neustart. Ist doch logisch? Je schneller desto besser, sonst kommt es zu einem Kollaps, mit Neustart.

  12. Josef Anton sagt:

    Banking ist natürlich ein massiv subventionierter Bereich der Wirtschaft. Sich nun einzig auf die Verschärfung der Regulierung zu fokussieren, mag sehr wohl als Versuch gedeutet werden, von fehlerhaften ökonomischen Theorien abzulenken und die darauf beruhende Politik der Geldentwertung, welche der wirkliche Treiber des Kreditbooms darstellte.

    Folgender Link gibt auf Seite 4 Auskunft über das Verhältnis des Totalen Kreditvolumens (Privat und Public) zu GDP der wichtigen Länder, wobei die USA tatsächlich ein wenig besser dasteht als die EU.

    http://d21uq3hx4esec9.cloudfront.net/uploads/pdf/140531_TFTF_3.pdf

    • Marcel Senn sagt:

      Josef Anton: Jetzt haben Sie mich gleich mal verwirrt mit Ihrem Link der angibt, dass die Welt mit einem weightet average von 435.6% des WeltBIP verschuldet sein soll – das würde rund 318 Billionen $ entsprechen.
      Gemäss meinen Quellen: McKinsey Financial Globlisation sind es aber nur 175 Bio plus 50 Bio Aktienwerte (die ja keine Schuld sind) – gut die Zahlen sind von Q2 2012 – ihre von 2013 – aber das erklärt die Differenz nicht.

      http://www.mckinsey.com/insights/global_capital_markets/financial_globalization

      Ich glaube in Ihrer Studie sind all die Intercompany Schulden und Guthaben auch noch aufgelistet – z.B. Länder wir Irland, die viele grosse Multis angesiedelt haben und dann Schulden gegenüber der Muttergesellschaft haben, sind eben auch noch berücksichtigt. Oder die Schweiz die viele ausländische Bankkunden haben, haben somit Schulden gegenüber dem Ausland — ich kann mir Ihren hohen Wert nur so erklären, dass da Schulden und Guthaben miteingerechnet wurden, die nicht im eigentlichen Sinne Schulden und Guthaben sind sondern nur länderübergreifende Allokationen — das bläht halt so eine Schuldenzahl gewaltig auf — ist zwar nicht falsch, wenn man weiss was alles berücksichtigt wurde, aber eben doch ziemlich irreführend für den Laien.

      • Josef Anton sagt:

        Danke Marcel

        Hoisington verwendet die Zahlen von McKinsey ebenfalls, also ist sich offensichtlich derer bewusst. Siehe z.B. hier auf Seite 3 unten

        http://www.hoisingtonmgt.com/pdf/HIM2013Q4NP.pdf

        Dr. Lacy Hunt ist eine Kapazität auf diesem Gebiet, sodass ich seine Zahlen nicht einfach ignorieren kann.

        Die Zusammensetzung seiner US Zahlen konnte ich hier finden

        http://www.equities.com/editors-desk/economy-markets/economic-data-news/lacy-hunt-says-the-magic-number-for-understanding-economic-growth-is-275

        Geben wir uns ein paar Tage Zeit und ich bin sicher, dass wir eine logische und nachvollziehbare Erklärung finden.

      • Josef Anton sagt:

        Doug Nolan beobachtet die Kreditmengen ebenfalls sehr genau. Aus seinem wöchentlichen Kommentar:

        Total (financial and non-financial) Credit jumped $484bn during Q1 to a record $59.399 TN, or 347% of GDP. Although economic growth faltered during the quarter, Q1 2014 Total Non-Financial Debt (NFD) expanded at a 5.0% rate. Corporate borrowings grew at a robust 9.3% pace, up from Q4’s 7.7% and Q1 2013’s 7.2%. Federal government debt mounted at a 7.1% rate, down from Q4’s 11.6% and Q1 2013’s 10.1%. Consumer Credit accelerated from Q4’s 5.3% rate to 6.6% – the strongest increase in borrowings since Q2 2012. Consumer Credit expanded 4.1% in 2011, 6.2% in 2012 and 5.9% in 2013. If Q1 consumer borrowing is sustained, 2014 will post the strongest consumer (non-mortgage) debt growth since 2001 (8.6%).

        The historic increase in federal debt runs unabated. Recall that federal government debt expanded 24.2% in 2008, 22.7% in 2009, 20.2% in 2010, 11.4% in 2011, 10.9% in 2012 and 6.5% in 2013. Federal debt has increased $9.718 TN, or 145%, in 23 quarters. The ongoing expansion of corporate debt is also noteworthy. Corporate debt expanded 8.3% in 2012 and another 8.9% in 2013 – significantly exceeding the growth in the real economy. We’re in the midst of the strongest corporate debt expansion since the 9.2% in 2006 followed by 13.5% in 2007.

        • Marcel Senn sagt:

          Josef Anton: Als ehemaliger Buchhalter/Controller bin ich immer noch an meiner Weltbilanz am rumbasteln. Bei den Aktiven auf der Basis CS Wealth Report, dann die Staatsvermögen (Land, Infrastruktur (schwierig zu bewerten), Lizenzen, Beteiligungen, Staatsfunds etc ) und dann die Zentralbankvermögen, die man ja aus den Bilanzsummen eruieren kann.
          Die ganzen Firmenvermögen führe ich auch auf nach Assetklassen (inkl. Edelmetalle, Real Estate etc), allerdings korrigiere ich die dann wieder auf Null, da sie entweder Privaten, dem Staat und neuerdings auch teilweise den ZB gehören.
          Auf der Passivseite alle Verschuldungen gemäss McKinsey, dazu Passiven der ZB und was dann übrigbleibt nenne ich das “Eigenkapital der Menschheit”.
          Mit den verschiedenen Assetklassen (Bonds, Aktien, strukturierte Produkte, Privatschulden, Derivate) kann man die Schulden mit den Guthaben auch ganz gut abgleichen und sehen ob man in etwa richtig liegt in der Grössenordnung.
          .
          Die Problematik sind vor allem die Bewertung der Staatsguthaben (da findet man kein gutes Zahlenmaterial dazu, ist auch schwierig wegen der Bewertung – was z.B. ist ein Gotthardtunnel wert – die Wiederherstellungskosten?)
          Der CS Wealth Report unterscheidet ja zwischen Financial und Nonfinancial Vermögen, da kann man die ganzen Schuldpapiere ganz gut den Gläubigern zuordnen und Querchecks machen.
          Das andere Problemfeld ist es Doppelzählungen zu vermeiden – ist zwar noch nicht perfekt, aber bin glaub mit meinem Ueberblick der Weltvermögen und Schulden auf ganz gutem Weg – die Grössenordnungen machen mir Sinn.
          .
          In einem zweiten Schritt könnte man dazu noch eine Erfolgsrechnung machen – da bin ich noch am rumstudieren wie genau — aber ich glaube es ist möglich, die Welt als Buchhaltung darzustellen – global betrachtet noch einfacher als pro Land, da die ganzen Abgrenzungen aus Guthaben und Schulden zw. den einzelnen Ländern wegfallen wie Intercompanyansprüche, Privatvermögen in anderen Ländern, Guthaben aus Schulden fremder Länder – also die ganzen NIIP Positionen

          • Josef Anton sagt:

            Ein sehr ambitioniertes Unterfangen. Sämtliche Werte werden durch die Geldmenge im System beeinflusst und diese wieder durch die Geldpolitik, womit einzig eine Momentaufnahme eine einigermassen sichere Darstellung der Verhältnisse ermöglicht. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg zu diesem Projekt.

          • Marcel Senn sagt:

            Josef Anton: Es ist eigentlich gar nicht so schwierig, ausser gewissen korrekten Bewertungen eben der Staatsvermögen und Kenntnisse von Derivaten – aber ich habe früher auch Derivatestatistiken an die Finma geliefert – ich kenne die Tücken dieser Bewertungen also schon – vor alle die Positivierung aller Werte, welche in der Summe irreführend sein kann.
            Wenn der CS Wealth Report einigermassen die Realität wiederspiegelt und auch der McKinsey Report, dann kriegt man die Grössenverhältnisse schon hin – einige wenige Billionen machen da keinen grossen Unterschied und man kann über Querchecks und Shadowstats etc viel verifizieren resp. falsifizieren. Die aktuelle Geldmenge M3 beträgt aktuell rund 85 Bio $, das sind alles bekannte Werte.
            Auch die Nonfinancial Assets wie Immobilien kann man durch Querchecks einigermassen plausibel eruieren mit etwas gesundem Menschenverstand und Marktpreiskenntnissen – wir befinden uns ja zum Glück immer noch in einem geschlossenen globalen System. Bei den Aktiven kommen ich auf einen Saldo von rund 350 Bio $

          • Harry Harrer sagt:

            @ Marcel Senn: Interessantes Projekt, das Sie sich da vorgenommen haben. Ich würde darauf tippen, dass Sie am Schluss bei der Erfolgsrechnung herausfinden, dass sich das Verhältnis von Profit zu Assetvolumen in den letzten 50 Jahren immer weiter Richtung Null bewegt hat. Die Zunahme der Schulden ist dafür ein Symptom, denn Schulden sind finanzielle Werkzeuge um leistungsfreien Cashflow zu regeln / zu definieren.

            Es wäre sehr interessant die Abnahme der Profitabilität mathematisch näher zu untersuchen, und z.B. herauszufinden ob es sich bei der fallenden Kurve eher um eine Exponentialfunktion oder eine Potenzfunktion handelt. Bei letzterer sollte es dann möglich sein den Häufungspunkt zu berechnen und damit eine Prognose zu wagen wann das System instabil wird. Die Instabilität wäre im “wirtschaftlichen Betriebssystem” zu suchen, nämlich als Syndrom der Unfähigkeit zu innovieren.

            In diesem Zusammenhang sind wiederum Schulden das konsistente Symptom, denn Schulden sind ja der Verkauf der Zukunft. Hat man also die Zukunft verkauft, dann hat man kein Anrecht mehr auf sie. Im klinisch-spirituellen Kontext wird Depression häufig auch verstanden als Unfähigkeit seine Zukunft zu schöpfen. Ich glaube man kann diese Definition 1:1 auf die Wirtschaft übertragen.

          • Marcel Senn sagt:

            Harry: Interessant in diesem Zusammenhang ist ja auch die “Bilanz” in die verschiedenen Gesellschaftsklassen aufzuteilen – von den Superreichen bis hin zu den Habenichtsen – wenn eben die reichsten 85-100 Superreichen gleich viel Besitz haben wie die 50% ärmsten Menschen und diese Konzentrationen noch weiter zunehmen (durch Assetblasen, die Zinsumverteilung ist zwar momentan durch Tiefzinsen etwas gebremst, aber immer noch stark vorhanden – was man z.B. bald an den vermutlichen Unruhen an der WM in Brasilien weltweit sehen wird) – dann wird man merken, dass das aktuelle System nicht mehr gross wachsen kann, wer soll denn all diese Massenprodukte noch kaufen können, wenn viele der Armen schon hoffnungslos überschuldet sind und die Mittelklasse am schrumpfen ist!
            Gut rund 122 Milliardäre haben diesen Systemfehler erkannt und sich z.B. im Givingpledge.org zusammengeschlossen – ob das allerdings wirklich ernst gemeint ist oder nur Selbstbeweihräucherungs-PR ist, muss sich erst noch zeigen!
            In der CH (und auch in den USA z.B. bei den Teebeuteln) wird allerdings von gewissen Kreisen immer noch an der unsäglichen Neiddebatte gearbeitet – Neid gegen oben, sowie Sozialneid gegen unten…dass dies der fälscheste aller Wege ist, wird man in der CH irgendwann auch noch merken. Muss mir das Buch von Picketty mal reinziehen, der hat das jetzt auch noch wirtschaftshistorisch aufgezeigt, dass zu grosse Kapitalkonzentrationen für das Gesamtsystem eben mehr Schaden als Nutzen bringen und damit auch das Weltbild einer Maggie Thatcher und anderer Neoliberaler widerlegt.
            Allerdings wird diese Umkehr zurück in vernünftige Bahnen ein sehr schmerzhafter Weg für fast alle Beteiligten. Das EZB, BoE, BoJ und FED & Co Gebastel ist ja auch nur eine nicht nachhaltige Pflästerlipolitik und die transparenzscheuen Chinesen mit ihren Gesichtsverluststrauma werden auch bald mal ziemlich auf die Schnauze fallen.

      • Roland sagt:

        Die Fed weist aktuell für den “credit market” knapp 60 Billionen USD Volumen aus. Da sie vom (öffentlichen) “market” sprechen, dürften sich gegenseitig aufhebende Doppelzählungen (wie bspw Schulden von Mutter- zu Tochtergesellschaft) praktisch vollständig ausgeschlossen. Schliesse ich einfach mal, ohne die Spezifikationen im Detail studiert zu haben.

        • Marcel Senn sagt:

          Roland: Die rund 60 Bio von denen Sie schreiben gelten für die USA – da bin ich mit Ihnen einverstanden, dass da Doppelzählungen ausgeschlossen sind — ist ja die Gesamtverschuldung der USA siehe z.B. usdebtclock.org
          US Staatsschulden 17.5 Bio, Staaten und Kommunen rund 3 Bio, Privathaushalte rund 16.5 Bio und der Rest sind Non-Financial Corp Debt und Financial Corp Debt (sind leider auf dieser Seite nicht separat ausgewiesen, kann man aber z.B. bei St. Louis Fred auch finden) — ergibt dann das Total von aktuell 61.6 Bio Schulden.

  13. Roland sagt:

    Nach der Bemerkung zu urteilen, sieht es in der Schweiz wohl noch schlimmer aus.

    Meine Frage daher an den Autor:
    Hilft da die Vollgeld-Initiative weiter? Oder bringt sie gar nichts?

    • Urs Luescher sagt:

      Wuerde mich gerne der Frage anschliessen. Wie wuerde sich die Annahme der Vollgeld-Initiative hier auswirken.

      • Josef Marti sagt:

        Ich vermute mal es bringt keine Änderung. Vom Vollgeld wären nur die sofort fälligen Banksalden betroffen, die quasi aus der Bankbilanz raus müssten, alle anderen Sparguthaben und längerfristigen Finanzierungsmittel stehen den Banken weiterhin unverändert zur Verfügung.
        Ein weiterer Kritikpunkt den man hört, ist dass eine Art neu aufgewärmte monetaristische Geldmengensteuerung wie in den 70ern und 80ern (die nicht besonders erfolgreich war) resultiert. Es wird allgemein eine starke Bremswirkung für eine dynamische Wirtschaft befürchtet.

      • Josef Anton sagt:

        Sofern ich die Vollgeld-Initiative richtig verstehe (ich habe sie nicht studiert), handelt es sich um die Aufhebung des von den Banken angewendeten Operationsmodell der Fristentransformation, was eigentlich nichts weiteres heisst als kurzfristig anvertrautes Geld langfristig auszuleihen. Dies würde die Möglichkeit der Geldschöpfung der Banken verhindern. Die Anwendung der Fristentransformation hat schon früher zu Problemen geführt, denn es handelt sich eigentlich um Betrug, indem 2 Parteien gleichzeitig das Anrecht auf das Geld besitzen. Die Banker produzierten immer wieder Probleme in der Geschichte der Menschheit, indem sie versuchten, in dieser Beziehung einen höheren Hebel einzusetzen, denn es ist sehr lukrativ, aber eben auch risikoreich. Dies war mitunter hauptsächlich der Grund, warum das Fed ursprünglich gegründet wurde, indem sich die Banken gegenseitig via der übergeordneten Organisation des Fed in eigener Regie die Liquidität der einzelnen Mitglied-Banken sicherstellten (quasi eine Versicherungsgesellschaft für die Banken). Die Regierung mischte sich immer stärker ein, womit das Fed seit schon langer Zeit die Funktion der wirtschaftlichen Zentralplanung anhand der Festlegung der Zinssätze erfüllt und damit nicht einzig die Liquidität der Banken gratis sicherstellt, sondern auch noch gleich den Vorteil eines hohen Hebels durch die entsprechende Geldpolitik verstärkt.

        • urs lehmann sagt:

          Da sie grundsätzlich beliebig Geld schöpfen können, sind die Banken nicht mehr auf die Fristentransformation angewiesen. Sie macht allenfalls unter Hedging-Gesichtspunkten Sinn, aber sonst…eher nicht. So wie ich das ganze verstehe, wobei es durchaus sein kann dass ich mich irre.

          • Josef Anton sagt:

            Ich denke, dass die Geldschöpfung einzig durch die Fristentransformation möglich wird. Stellen Sie sich vor, dass keine der Gelder, welche theoretisch sofort abrufbar sind, ausgeliehen werden können (also quasi als Bargeld bereitliegen muss), oder alle Gelder, welche sagen wir innerhalb eines Jahres abrufbar sind, nur gleichlang oder kürzer ausgeliehen werden können und wie sich dies auf das Operationsmodell der Bank auswirkt.

        • Josef Anton sagt:

          Korrektur: Sie liegen richtig.

          Die Geldschöpfung basiert auf der “Kollateralisierung” von “fixed assets” (z.B. Liegenschaften), von zukünftig zu erwartenden Renditen aus Projekten, von zukünftig zu erwartenden Steuereinnahmen im Falle der Staatsverschuldung. Die Motivation möglichst alles zu “kollateralisiern” beruht auf verschiedenen staatlichen Programmen (z.B. Steuerpolitik) wobei die Politik der Geldentwertung wohl eine vorrangige Stellung einnimmt. Es würde z.B. zu der normalen Logik eines Menschen zählen, sich so wenig wie möglich zu verschulden und sich etwelcher Schulden möglichst schnell zu entledigen (z.B. durch die Elimination einer Hypothek auf sein Wohneigentum). Die Idee sich nicht zu verschulden scheitert am Umstand, dass der Wert eines “Assets” aufgrund der Inflationierung der Geldmenge garantiert steigt (bis die Blase platzt) und die staatlichen Programme (z.B. Steuergesetze) Schulden privilegiert behandelt. Aus der Betrachtungsweise des Freien Marktes wird dieses Wechselspiel zwischen Sparen, Investieren und Konsumieren durch den Preis des Geldes (Zinssatz) geregelt, wodurch sich bildende Ungleichgewichte in diesen 3 Komponenten immer wieder durch eine entsprechende Gegenbewegung aufgehoben werden.

          Die Fristentransformation ist ein betrügerisches Geschäftsmodell, welches grundsätzlich eine höheres Risiko (höherer Hebel) mit höherem Gewinn belohnt, wobei die Kosten dieses Risikos auf die Allgemeinheit abgewälzt wird und es dem Kader erlaubt, sich auf ethischer Basis betrachtet, ungerechtfertigterweise großzügig zu bereichern; daher der Begriff “moral hazard”.

    • urs lehmann sagt:

      Aktuell schaffen Geschäftsbanken Kredit (landläufig [Giral- bzw Buch-]”Geld”) aus dem Nichts (“ex Nihilo”), indem sie dem Kunden auf seinem Konto den Betrag X gutschreiben. Einfach so, per (digitalem) Federstrich.

      Ausserdem, so sagt man, werden Sichtguthaben (Ihr Kontokorrent [KK], Lohnkonto) zur Finanzierung von Kundenkrediten benutzt. Die dabei angewendete -> Fristentransformation erhöht u.a. die Marge der Bank, kann jedoch im Falle eines Bank-Runs dazu führen, dass die Bank illiquid wird und in der Folge Konkurs anmelden muss. Diese Fristentransformation ist für mich jedoch nicht schlüssig, schliesslich können die Banken “aus dem Nichts” Geld schöpfen. Ungeachtet dessen besteht auf jeden Fall die Gefahr eines Bank-Runs.

      • G. Nardone sagt:

        @urs lehmann:
        – “Aktuell schaffen Geschäftsbanken Kredit (landläufig [Giral- bzw Buch-]“Geld”) aus dem Nichts”
        – “werden Sichtguthaben (Ihr Kontokorrent [KK], Lohnkonto) zur Finanzierung von Kundenkrediten benutzt”
        Wenn 1. Zitat stimmt, dann stimmt logischerweise 2. Zitat nicht, denn dann werden z. B. Lohnkonti eben durch Kunden-Kredite finanziert, wenn auch indirekt das zu verstehen ist. Banken benötigen keine Kunden-Gelder um Kredite zu finanzieren, sie benötigen diese aus anderen Gründen.
        Ausserdem ist Buch-Geld nicht ganz aus dem ‘Nichts’ geschaffen, denn Kredite kriegt man in der Regel, und natürlich bestätigen dies allfällige Ausnahmen, nur gegen Sicherheiten.

        • urs lehmann sagt:

          Lesen Sie mein Post nochmals, und beachten Sie insbesondere Formulierungen wie “man sagt” sowie “ist für mich nicht schlüssig”. Sie haben an anderen Forumsteilnehmern an anderen Stellen vorgeworfen, ex-context zu zitieren, beweisen jedoch mit diesem Post Ihre eigene Meisterschaft darin. Soviel zum Thema Glashaus.

          Falls Sie (in einigermassen neutralem Ton) auf Fehler hinweisen würden, so wäre dies durchaus willkommen. Nichtssagende Formulierungen wie “aus anderen Gründen” jedoch sind weder hilfreich, noch informativ, und schon gar nicht Nachweis Ihrer Kompetenz. Ganz im Gegenteil.

          Wenn ich dann noch Formulierungen sehe wie “..ist Buch-Geld nicht ganz aus dem ‘Nichts’ geschaffen..”, was einerseits nachweislich falsch ist und andererseits (angesichts der hauchdünnen EK-Decke der Banken) gleichzeitig in direktem Widerspruch steht zu Ihrem “Banken benötigen keine Kunden-Gelder um Kredite zu finanzieren”, dann stellt sich für mich die Frage ob Sie tatsächlich eine Ahnung haben worüber Sie schreiben.

          Zu Ihrem Verständnis:

          Nur die Nationalbank schafft Geld. Punkt. Geschäftsbanken schöpfen Kredit (aka Buchgeld, Sichtgeld, etc, Kontokorrent- und Sichtguthaben). Und es ist tatsächlich so, Banken können Kredit “ex niholo” schöpfen – tatsächlich wurde über 90% Buchgelds ex nihilo geschöpft.

          Buchgeld ist kein Geld, kein legales Zahlungsmittel, sondern ein Zahlungsversprechen, das Versprechen der Bank auf Verlangen das Geld zur Verfügung zu stellen bzw. auszuzahlen. Der Bankkunde hat eine Forderung, darum wird es auch als Kredit (Kredit des Kunden an die Bank) bezeichnet. Dummerweise gilt “fractional reserve banking”, d.h. diese Zahlungsversprechen sind nur teilweise durch Geld gedeckt, und erst diese Teil-Deckung ermöglicht überhaupt Bankruns. Wären diese Zahlungsversprechen zu 100% durch Geld gedeckt, wären wir bei Vollgeld, und Bankruns ein Ding der Vergangenheit.

          Kredite gibt’s (mehr oder weniger ausschliesslich) gegen Sicherheiten…nicht wirklich!
          Die SNB-Statistik zeigt aktuell 591Mrd Kredite (Forderungen der inländischen Banken gegenüber Kunden), davon sind 256Mrd und somit annähernd die Hälfte ohne Deckung. Bei Krediten an inländische Schuldner überwiegen sogar die ungedeckten Kredite mit etwa 60% (beide Prozentzahlen sind im typischen Bereich von 40-45% bzw 55-60%).

          • G. Nardone sagt:

            @urs lehmann:
            – Lesen Sie mein Post nochmals, und beachten Sie insbesondere Formulierungen wie “man sagt” sowie “ist für mich nicht schlüssig””
            Da haben Sie recht, ist mein Fehler, auch deswegen, weil ich nicht genau wusste bzw. verstanden habe, wie diese sog. ‘Fristentransformation’ funktioniert und voreilig sowie vorurteilshaft kommentiert und somit habe ich Ihren Kommentar falsch verstanden.

            – “Falls Sie (in einigermassen neutralem Ton)”
            Ich denke mein Ton war neutral und sachlich, oder zumindest so gemeint, wenn auch mein Kommentar im Zusammenhang falsch.

            – “Nichtssagende Formulierungen wie “aus anderen Gründen” jedoch sind weder hilfreich, noch informativ, und schon gar nicht Nachweis Ihrer Kompetenz”
            Ich habe diese Formulierung gewählt, weil ich dachte, dass weitere Ausführungen darüber nicht zum Thema Ihres Kommentars passten.

            – “Sie haben an anderen Forumsteilnehmern an anderen Stellen vorgeworfen, ex-context zu zitieren, beweisen jedoch mit diesem Post Ihre eigene Meisterschaft darin.”
            Das stimmt, aber ich gebe es der Sachlichkeit halber zu.

          • G. Nardone sagt:

            @urs lehmann:
            – “ist Buch-Geld nicht ganz aus dem ‘Nichts’ geschaffen..”, was einerseits nachweislich falsch”
            Ja natürlich wird Buch-Geld aus dem Nichts geschaffen, sind ja nur Zahlen, wie sonst sollen diese entstehen, genau dasselbe kann man aber vom Geld der Zentral-Bank behaupten, sind genauso, ausser Druck- & Papier-Kosten, aus dem Nichts geschaffen, aber dennoch entstehen diese nicht beliebig, sondern sind an Bedingungen geknüpft und die Aktiven und zukünftige Zins-Einnahmen haften dafür bzw. sind ihre relative Deckung.
            Buch-Geld entsteht ja durch ein Kredit und wird folgendermassen gebucht: [Forderung an Verpflichtung]. Die Passiv-Seite, die Verpflichtung ist das Verprechen (wie Sie korrekterweise sagen) der Bank, dem Konto-Inhaber das Buch-Geld in Bar-Geld der Notenbank auszubezahlen. Die Forderung auf der Aktiv-Seite beschreibt die Verpflichtung des Kreditnehmers dieses Geld zurückzuzahlen und damit hat die Bank jedes Interesse, dass diese ‘Forderung’ auch etwas wert ist, und hoffentlich sogar etwas mehr wert, und inkl. den zukünftigen Zins-Einnahmen, als die nominale Summe der Verpflichtung (Buch-Geld), damit da auch möglichst ein Gewinn herausschauen kann. Und in diesem Sinne entsteht Buch-Geld nicht einfach ‘alleine’ aus dem Nichts, sondern sind gebunden an relative Sicherheiten seitens der Wirtschaft. Die Real-Wirtschaft deckt BuchGeld und gibt den Ton an.

            – “diese Zahlungsversprechen sind nur teilweise durch Geld gedeckt”
            Stimmt. Doch zur Präzisierung; die Zahlungs-Versprechen sind Buch-Geld, das nur zu einem kleinen Teil, das entspricht der Mindest-Reserve-Vorschriften, durch Bar-Geld oder Zentralbank-Geld gedeckt ist. Da aber die meisten Transaktionen oder das Allermeiste der Summe der Transaktions-Summen bargeldlos zwischen Banken, also via Buchgeld, abgewickelt werden, benötigt man auch in der täglichen Praxis nur ein winziger Teil an Bargeld.

            – “Wären diese Zahlungsversprechen zu 100% durch Geld gedeckt, wären wir bei Vollgeld, und Bankruns ein Ding der Vergangenheit”
            Das bezweifle ich – ausser der Staat übernimmt für alles Geld auch 100% Garantie – denn wenn eine Bank in finanzielle Schwierigkeiten gerät, was wiederum ein Bank-Run überhaupt auf den Plan ruft, dann kann die Bank trotz 100% Reserve nicht alles Geld einfach auszahlen, irgendwo muss doch abgeschrieben werden.

          • urs lehmann sagt:

            Bei mir kam’s iwie aggressiv an, offenbar hatte ich einen schlechten Tag.

            – Buchgeld vs (echtes) Geld, sind eh nur Zahlen bzw. Papier
            Ihrer Beschreibung (“Ja natürlich wird Buch-Geld….”) stimme ich zu, mit folgenden Anmerkungen:

            i) Der Unterschied zwischen SNB und (Geschäfts-)Bank liegt darin, dass die Banken 4-5% der Aktiven (bzw 2-3% vor wenigen Jahren) EK in der Hinterhand haben, während die SNB durch die CH (Bund bis hinunter zu jedem Einzelnen von uns) gedeckt ist. Letzters ist offensichtlich immens viel verlässlicher. Verglichen damit sind die “Ausgleichszahlungen” (Interbank-Zahlungen) der Banken weitgehend Schönwetterprodukte, weil die ohne das dahinterstehende Zentralbankgeld in den vergangenen Jahren wahrscheinlich still und leise untergegangen wären, wie es auch phasenweise auf den Interbank-Kreditmarkt zutraf.

            Wann immer es hart auf hart geht, sind Fäuste/Gewehre/Kanonen halt immer noch das schlagendste Argument.

            ii) nicht die Realwirtschaft (als Ganzes) steht letzendlich für die Kredite (die Aktivseite des Buchgelds) gerade, sondern Individuen davon. Sorry falls ich “tüpflischiissere”, aber das ist mMn relevant, weil das zeigt dass die Bonität von Individuen, und nicht die Bonität der Wirtschaft als Ganzes, dahintersteht.

            – “….in der täglichen Praxis….” stimmt durchaus, ist aber gleichzeitig das Problem denn zuweilen gibt es die Gefahr von Bankruns. Meine Ansicht dazu siehe die übrigen Posts zur Vollgeld-Initiative

            – “– ausser der Staat übernimmt für alles Geld auch 100% Garantie –”
            Genau das ist der springende Punkt der Vollgeld-Initiative.

            Allfällige Abschreiber passieren über die Erfolgsrechnung und beeinflussen gegebenenfalls den Gewinn und letztendlich das Eigenkapital, haben per se jedoch nichts zu tun mit dem Bargeld oder der Liquidität.

          • G. Nardone sagt:

            @urs lehmann:
            – “Kredite gibt’s … gegen Sicherheiten…nicht wirklich! Die SNB-Statistik zeigt … annähernd die Hälfte ohne Deckung”

            Ich glaube aber, dass diese SNB-Statistik betr. der Sicherheiten bzw. Deckung nicht die ganze Wahrheit aussagt und zwar aus folgenden 2 Gründen:

            1. Möglicherweise sind in diesen ‘Forderungen der Banken gegenüber Kunden’ auch ‘Forderungen gegenüber anderen Banken’ mitenthalten, die zwar für die Gläubiger-Banken direkt tatsächlich ungedeckt sind, dennoch könnten diese Kredite an andere Banken durchaus relativ mitgedeckt sein, aber eben indirekt durch die Schuldner-Banken.
            Ich will etwas näher darauf eingehen was ich damit meine:
            Z.B. wenn die ZKB einen Hypo-Kredit von Fr. X einem Kunden Meier vergibt, dann bucht sie [Forderung ggü. Meier an Verpflichtung ggü. Meier mit Betrag X] – eine Bilanzverlängerung bzw. neue BuchGeld-Schöpfung – die ‘Verpflichtungs’-Buchung entspricht dem Sichtguthaben des Kunden Meier der jetzt dieses (Buch-)Geld auf seinem Konto bei der ZKB von ihr gutgeschrieben bekam & bedeutet, dass die ZKB sich verpflichtet dem Kunden Meier das Sichtguthaben als BarGeld auszuzahlen, im Moment hat sie das noch nicht getan und solange Meier das Geld nicht bar abhebt, muss sie es auch nicht. Danach wird dieser Hypo-Kredit-Kunde Meier dieses Geld logischerweise für eine Immobilie ausgeben, und zwar bargeldlos mittels Bank-Überweisung.
            Und angenommen dieses Geld landet nun auf einem Konto bei der UBS, dessen Inhaber die Immobilien-Firma Huber AG ist: Die ZKB bucht jetzt diese Zahlung an die UBS als Passiv-Tausch: [Verpflichtung ggü. Meier an Verpflichtung ggü. UBS zu Gunsten Huber AG]. Die Verpflichtung ggü. Meier seitens der ZKB wird mit der Verpflichtung gegenüber der UBS ausgetauscht. Die Bilanzsumme der ZKB bleibt gleich. Die UBS bucht diesen Zahlungs-Eingang mit einer Bilanz-Verlängerung: [Forderung ggü. ZKB an Verpflichtung ggü. Huber AG].
            Und somit hat die UBS eine neue Forderung in ihrer Bilanz, die nicht direkt von der UBS gedeckt wurde, sondern indirekt von der Immobilie bzw. Sicherheit des Hypo-Kredits der ZKB. Ob aber in den Statistiken der SNB diese Doppel-Buchungen könnte man sagen, möglicherweise berücksichtigt wurden, kann ich nicht beurteilen.

          • G. Nardone sagt:

            Fortsetzung: 2. Grund:
            Ich verstehe ‘Sicherheiten’ hier nicht nur eng als liquidierbare Sach-Kapitalien. Für eine Bank können die zukünftigen Löhne eines Konsum-Kreditnehmers auch ohne genügend gedecktem Sachkapital des Kreditnehmers relativ Sicherheit genug sein. Solch eine ‘Sicherheit’ ist möglicherweise, weil ich es nicht genau weiss, nicht in der SNB-Statistik ausgewiesen.
            Dasselbe gilt evtl. für geistiges Eigentum wie Geschäftsplan, Patente, Noten von Musik-Stücken – doch können diese Art von Kapitalien sich gut rentieren.
            Wiederum dasselbe für Kredite an den Staat; z. B. Investitionen in Volksschulen bzw. in die Schulbildung der Kinder ist hier gemeint und nicht die Schul-Immobilien oder das Schul-Mobiliar, diese Investition in Humankapital kann wohl kaum als Sicherheit in Zahlen irgendwie ausgewiesen werden, trotzdem ist es ein Kapital das in Zukunft was erwirtschaftet.

          • G. Nardone sagt:

            @urs lehmann:
            – “… während die SNB durch die CH (Bund bis hinunter zu jedem Einzelnen von uns) gedeckt ist. Letzters ist offensichtlich immens viel verlässlicher”
            Gem. der Meinung eines @Josef Anton zum Beispiel sind sie ganz und gar nicht verlässlicher …

            – “der Staat übernimmt für alles Geld auch 100% Garantie” – “Genau das ist der springende Punkt der Vollgeld-Initiative.”
            Aber es kann doch nicht der Ernst der Vollgeld-Initianten sein, dass der Staat für die Verluste der Geschäftsbanken garantiert? Ich kenne zwar die Vollgeld-Initiative nicht ganz im Detail, doch so viel ich weiss dürften gem. der Initiative Geschäftsbanken immer noch Geld verleihen das sie von ihren Kunden erhalten, sie dürften einfach kein neues BuchGeld mehr schöpfen, und wenn die Banken das Geld verleihen, dann ist 1. mal das Geld für den Kunden für eine Weile weg, irgendwo wurde damit nämlich investiert und zwar in etwas das ja möglicherweise nicht mehr Geld ist, sondern Aktien usw., und der Bankkunde kann dann im Gegensatz zu heute keine Zahlungen mehr von seinem Konto vornehmen oder Geld abheben, denn das käme einer BuchGeld-Schöpfung wieder gleich. Und zum 2. was wäre, wenn diese Bank ihre Investitionen mit dem Geld ihrer Kunden teilweise abschreiben muss, dann garantiert gem. VollGeld der Staat dafür? Also für die Banken und den Bank-Kunden ist doch das zu schön um wahr zu sein! Ist das nicht klassische Sozialisierung von Verlusten von Einigen?

            – “Allfällige Abschreiber passieren über die Erfolgsrechnung und beeinflussen gegebenenfalls den Gewinn und letztendlich das Eigenkapital”
            Eigenkapital ist keine eigenständige Grösse, Eigenkapital ist ein Saldo bzw. Rechnungs-Ergebnis aus Aktiven minus Passiven und Abschreiben muss man die Aktiven, das EK reduziert sich, weil sich die Aktiven aufgrund von Abschreibungen reduziert haben.

            – “… haben per se jedoch nichts zu tun mit dem Bargeld oder der Liquidität”
            Aber es ist immer die Liquidität jeglicher Unternehmen die sie in Zahlungs-Schwierigkeiten bringen und sie somit zu Abschreibung, Liquidation, Bankrott … führen.

            Wobei vielleicht haben Sie auch recht, dass mit VollGeld oder 100%-Reserve-Mindest-Vorschrift ein klassischer Bank-run vermieden wird, ich glaube zwar eher, dass ein Bank-run, sagen wir, entschärft wird … denn Banken können dennoch immer in Schwierigkeiten geraten, weil sie z. B. die Zinsen an ihre Kunden nicht mehr zu zahlen fähig sind …

          • urs lehmann sagt:

            In Ihrem Bsp hat die UBS tatsächlich eine neue Forderung (die der Huber AG) in den Büchern, aber die wurde durch die Überweisung des SNGB-Geldes gedeckt. Die SNB macht quasi Schnappschüsse vor dem Kauf (nichts in den Büchern da weder Hypo erteilt noch das Haus belastet ist) und nach dem Verkauf (Die UBS schuldet der Huber AG den Betrag, und der Käufer steht ensprechend bei der ZKB in der Kreide). Ich sehe keinen Grund für Doppelzählung.

            Sicherheiten müssen Eigentum sein können, was sie erst verkäuflich macht. Darum kann Ihre Arbeitsleistung nicht als Sicherheit werwendet werden, jedoch durchaus immaterielle Werte wie Patente, Software, etc.

            Inwiefern ist die Meinung von @JA eine Begründung? Ich habe oft meine Mühe mit ihm, aber andererseits WÄRE DAS LANGWEILIG!!! wenn alle immer der selben Meinung wären. Ausserdem bezweifle ich, dass man dagegen argumentieren kann, das Gewaltmonopol liegt nun mal (richtigerweise) beim Staat.

            ….Bankabschreiber/Konkurs…”dann garantiert gem. VollGeld der Staat dafür [für die Bankschulden]?”
            Nein. Der Staat garantiert das SNB-Geld (was unter Vollgeld auch die Sichtguthaben umfasst), aber nicht die Schulden der Banken.
            Mit der Vollgeldinitiative hätten die Banken keinen (legalen) Zugriff auf die Sichtgeldkonten, sie würden zu was ähnlichem wie die heutigen Wertschriftendepots. Ein Depot bzw. dessen Inhalt ist im Besitz der Bank, aber Eigentum und Nutzniessung bleiben beim Kunden. Sichtguthaben heute hingegen sind nur ein Zahlungsversprechen, die Bank ist Schuldner, und dementsprechend im Konkursfall gefährdet.

            Übrigens:
            Auch falls Ihre Bank morgen Konkurs gehen sollte, so ist der Inhalt Ihres Wertschriftendepots trotzdem jederzeit und vollumfänglich frei verfügbar. Allerdings sollten Sie im Fall der Fälle nicht die Wertschriften verkaufen (der Verkaufsertrag würde möglicherweise in die Konkursmasse fliessen), sondern sie auf eine andere Bank übertragen und erst dort verkaufen.

            Informieren Sie sich über die verschiedenen möglichen Ursachen für einen Konkurs. Mangelnde Liquidität ist nur eine davon, Überschuldung eine andere.

            In Ihrer Beschreibung des EK (-Berechnung) sehe ich keinen Widerspruch zu meiner Aussage.

          • G. Nardone sagt:

            @urs lehmann:
            – “In Ihrem Bsp hat die UBS tatsächlich eine neue Forderung (die der Huber AG) in den Büchern, aber die wurde durch die Überweisung des SNGB-Geldes gedeckt”
            Das stimmt, aber nur der Saldo ist mit Zentralbank-Geld gedeckt, was ist damit gemeint: Es gibt natürlich auch Zahlungen von der UBS zur ZKB. Wenn wir also mit diesem Bsp. fortfahren und annehmen der Hypo-Kredit von der ZKB beträge Fr. 1 Mio und die UBS hat ihrerseits auch ein Hypokredit vergeben mit Betrag Fr. 750’000 und zufälligerweise wird damit ein Immobilien-Verkäufer (Schlatter AG) bezahlt der sein Konto bei der ZKB besitzt, dann zahlt in diesem Fall die ZKB nur den Saldo, also Fr. 250’000 mit Zentralbank-Geld zur UBS. Aber bei beiden Banken wurden die Bilanzen verlängert und in diesem Fall könnte es in den SNB-Statistiken Doppelzählungen geben, aber die Betonung liegt hier auf ‘könnte’, da wie gesagt ich das nicht beurteilen kann. Und wie bereits erwähnt, sind in der SNB-Statistik möglicherweise Forderungen ggü. anderen Banken gar nicht miteinberechnet, aber in der Statistik (Figure 32) des Blog-Artikels sind sie es aber – “Das grösste Kuchenstück (dunkelblau, 30 Prozent) entfällt auf Darlehen, die die Banken anderen Banken gewährt haben” – und somit diese Aussage möglicherweise eben nicht ganz richtig: “Kredite an die europäische Realwirtschaft im eigentlichen Sinn stellen nur die beiden roten Kuchenstücke dar”, denn im dunkelblauen Küchenstück könnten indirekt durchaus Kredite an die Realwirtschaft vorhanden sein.

            – “Mit der Vollgeldinitiative hätten die Banken keinen (legalen) Zugriff auf die Sichtgeldkonten”
            Aber man darf doch gem. Initiative dieses Geld (VollGeld) den Geschäftsbanken leihen und diese dürfen damit Geschäfte tätigen? Denn wenn nicht, wofür bräuchten wir dann überhaupt Banken noch, nur noch für die Zahlungs-Abwicklung? Und wenn bei den Banken Geld verloren ginge, ob Vollgeld oder was auch immer, dann ist eben das Geld weg, und dafür garantiere dann der Staat? Das ist zu gut um wahr zu sein …
            Es fragt sich hier aber, ob wir Mindest-Reserve mit Garantie verwechseln und was die VollGeld’ler wirklich meinen?

            – “Informieren Sie sich über die verschiedenen möglichen Ursachen für einen Konkurs. Mangelnde Liquidität ist nur eine davon, Überschuldung eine andere.”
            Tja, das ist wahr.

            – “In Ihrer Beschreibung des EK (-Berechnung) sehe ich keinen Widerspruch zu meiner Aussage”
            Im Endeffekt haben Sie recht, doch präzionshalber merke ich an, dass man Abschreibungen glaub ich folgendermassen bucht: [Aufwand (ER) an Aktiven (Bilanz)]

          • urs lehmann sagt:

            Ignorieren Sie Erfolgsrechnung und Journal, die SNB interessiert (zumindest in diesem Zusammenhang) ausschliesslich die Bilanz! Sie schiesst Schnappschüsse, keine Filme.

            Am vorherigen Schluss des Beispiels steht die Forderung der Huber AG in den Büchern der UBS, und die Forderung der ZKB an den Käufer in den Büchern der ZKB. Das ist das Resultat das die SNB interessiert, alles andere (inkl. der Anzahl Handänderungen der Liegenschaft während der Berichtsperiode) ist (weitgehend) irrelevant. Genauso spielt es auch keine Rolle ob die SNB das Clearing pro Transaktion vornimmt oder summarisch, das Resultat ist das selbe selbe (MUSS es sein). Schnappschüsse, keine Filme.

            Würden die Banken denn noch Geld leihen dürfen?
            Sie beantworten Ihre Frage im Grunde selbst, es geht nicht darum die Banken abzuschaffen 😉

            Ich würde annehmen, die Leihe dannzumal würde in etwa aussehen wie heute die Wertchriftenleihe. Allerdings wären Ihr Geld kein Sichtgeld mehr, zumindest nicht im absoluten Sinn, da die Bank Zeit benötigt um für Ersatz zu sorgen. Zudem stellt sich die Frage, wieviele Eigenmittel die Bank hinterlegen muss, bei 100% würde es für die Bank keinen Sinn machen, und weniger setzt Sie ins Risiko – aber wenigstens wäre das dann ein expliziter, hoffentlich sogar bewusster, Entscheid.

            Und nein, Forderungen gegenüber Banken sind in den “Forderungen gegen Kunden” der SNB-Statistik mit Sicherhiet keine enthalten, erstere werden separat ausgewiesen werden.
            Studium der verschiedenen Publikationen ist sehr informativ und wärmstens empfohlen
            http://www.snb.ch/de/iabout/stat/statpub/id/statpub

          • urs lehmann sagt:

            P.S.:
            In der Kürze liegt die Würze 😉
            IdR sind wasserdichte Formulierungen überflüssig (ausgenomemn Streitgespräche mit Anh Toanj), erschweren jedoch meist das Lesen und lenken vom Wesentlichen ab.

          • G. Nardone sagt:

            @urs lehmann:
            – “Ignorieren Sie Erfolgsrechnung und Journal, die SNB interessiert … ausschliesslich die Bilanz! Sie schiesst Schnappschüsse, keine Filme.”
            Alles was ich dargestellt habe mit den Buchungs-Beispielen der ZKB & UBS sind Buchungen die ausschliesslich die Bilanz betreffen und ‘Schnappschüsse’ nennt man in der ‘Buchhaltungs’-Sprache: Stichtag.

            – “Und nein, Forderungen gegenüber Banken sind in den “Forderungen gegen Kunden” der SNB-Statistik mit Sicherhiet keine enthalten, erstere werden separat ausgewiesen werden.”
            Ich habe die Statistiken gesehen und Sie haben recht, somit ist mein Argument gegenüber Ihnen hinfällig. Wobei nicht ganz wenn es aber um diesen Blog-Artikel geht, aber das war nicht das Thema …

            – “Am vorherigen Schluss des Beispiels steht die Forderung der Huber AG in den Büchern der UBS, und die Forderung der ZKB an den Käufer in den Büchern der ZKB. Das ist das Resultat das die SNB interessiert”
            Ja aber in meinen Bsp. haben beide Banken je 2 Forderungen aufgrund je 1 Hypothek. Und zwar je eine Forderung ggü. Kreditnehmer und die andere Bank. Aber wie gesagt, dieses Argument hat sich im Zusammenhang unseres Thema sowieso erledigt.

        • urs lehmann sagt:

          Mal ganz abgesehen davon dass allenfalls benötigte Sicherheiten nichts zu tun hat mit der “ex nihilo”-Schöpfung. Sicherheiten dienen der Bank zur Absicherung und haben mit der Schöpfung an und für sich nichts zu tun.

    • urs lehmann sagt:

      So, wie ich die Initiative verstehe, wäre der Zyklus etwa wie folgt (weil es einfacher vorstellbar ist, gehe ich von ausschliesslich Noten aus):
      Die SNB druckt Geld, schüttet es an den Bund aus, welcher das Geld ausgibt (oder verteilt, nach welchem Schlüssel auch immer) und es damit in Umlauf bringt. Die Empfänger bringen es früher oder später auf die Bank und “deponieren” es dort, das Geld ist jedoch im Gegensatz zu heute dem Zugriff der Bank entzogen (analog einem heutigen Wertschriftendepot).

      Das heisst, die Geldschöpfung wird den Banken entzogen, die Fristentransformation wird unmöglich und somit auch die klassischen Bank-Runs, was das Risiko für die Einlagenversicherung entsprechend reduziert.

      Obligationen, Kassenobli, etc. wären grundsätzlich kaum tangiert, Handhabung weiterhin wie bisher.

      Das Problem des grossen EK-Hebels besteht weiterhin.

      Sichtgeld würde unter VG keine Zinsen mehr abwerfen (weil es der Bank nicht mehr zur Verfügung steht), auch nicht in einem “normalen” Umfeld. Die Geldaufbewahrung kostet, Ende Jahr würden somit per Saldo Nettokosten resultieren.

    • urs lehmann sagt:

      Wobei jedoch:
      ———————
      Aus dem Initiativtext:
      “… ist Vollgeld durch die Staatsgarantie … immer sicher”, das heisst die Aktiven des Bundes (allenfalls auch der Kantone, Gemeinden) decken das Vollgeld (VG). Die schuldfreie Ausschüttung an Staat und/oder Bürger heisst im Endeffekt, dass die Aktiven des Bundes monetarisiert werden.

      Allerdings sind die Aktiven des Bundes höchstens zu einem kleinen Teil tatsächlich liquidierbar – weder das Bundeshaus noch die SBB noch die Autobahnen können tatsächlich verkauft werden. Das heisst, die SNB müsste Werte in ihre Bilanz einbuchen, deren Wert erstens nur sehr grob geschätzt und zweitens de facto nicht realisiert werden können, was auf jeden Fall dem Buchhaltungsprinzip des “true und fair”(wie auch immer das auf deutsch heisst) widerspricht. Im besten Fall ist dies lusch, allenfalls sogar Betrug, ungetreue Geschäftsführung, oder ähnliches.

      Wieso in die SNB-Bilanz einbuchen?
      (Bar- wie auch Voll-)Geld ist aus Sicht der SNB eine Schuld, um die Bilanz auszugleichen braucht es entsprechende Aktiven, und das Zitat zeigt klar woher sie kommen sollen.

      • Josef Marti sagt:

        Die Rede ist offenbar von “originärer Seignorage”; man “befiehlt” Geld im Umfang des BIP Wachstums und verbucht es als Aktivum in der ZB Bilanz, als Passivum will man eine Aufstockung des “monetären nationalen Eigenkapitals” buchen (?). Das so per Befehl geschöpfte Vollgeld steht zur Tilgung öffentlicher Haushaltsschulden oder für Steuersenkungen zur Verfügung. Man spricht auch von einer “nationalen Dividende” direkt an den Bürger.

        • urs lehmann sagt:

          Geld ist für die SNB eine Forderung, ein Passivum. Für mich am einfachsten ersichtlich, wenn Goldstandard angenommen wird, da könnte unsereiner mit dem Nötli an den Schalter gehen und das Gold einfordern(einfordern => Forderung => Passivum). Goldstandard bzw. Vollgeld hin oder her, der grundlegende Charakter des Geldes und damit auch der Buchhaltung müssten mMn dieselbe bleiben.

          Ja, das Initiativkomitee behauptet eine derartige Dividende, wie auch immer die Ausschüttung im Detail funktionieren mag (sagen wir vielleicht einfach mal, der Bund macht das, die Details sollten wir bis auf Weiteres wohl besser beiseite lassen, das würde nur verwirren). Aber wegen der 100%-Deckung ist eine derartige “Dividende” gleichbedeutend mit der Übertragung von gewissen Aktiven, und die müssen schlussendlich von irgendwem/irgendwoher stammen, die materialisieren nicht einfach so. Schliesslich ist 100%-Deckung ja genau das Spezielle am Vollgeld.

          Für mich entbehrt die durch das Komitee behauptete “Dividende” jedweder Grundlage.

        • G. Nardone sagt:

          @Josef Marti: “originärer Seignorage” – Aber die Sache mit der Seignorage (Münzpräge-Gewinn) wird doch von den Initianten völlig falsch verstanden. Diese verwechseln volks-wirtschaftlichen Produktivitäts-Gewinn mit einem Münzpräge-Gewinn aus dem Mittelalter?! Anstelle sich nur stur mit Geld-Politik zu befassen, könnten sich die Initianten mal mehr die Lohn- oder Steuer-Politik genauer anschauen und überhaupt wirtsch. Zusammenhänge, dann würden diese sehen, dass man diesen volkswirtsch. Produktivitäts-Gewinn auch auf die Löhne verteilen könnte und es wäre nicht nötig das ganze Finanz-System grundlegend zu ändern, wobei die gar nicht genau wissen, wie das denn in der Praxis dann auch wirklich gemacht wird.

        • Josef Anton sagt:

          “Wenn ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent erwartet und angestrebt wird, erhöht die SNB die Geldmenge, zum Beispiel um ein Prozent, also etwa fünf Milliarden CHF. Dieses neue Geld überweist sie an Bund und die Kantone, die es in ihrem laufenden Haushalt verwenden.”

          Interessant dürfte es werden, wenn ein negatives Wirtschaftswachstum erwartet respektive realisiert wird.

          • urs lehmann sagt:

            Zunächst einmal müsste versucht werden, die Wirkung zumindest azyklisch, besser noch antizyklisch zu gestalten, das Minimum wäre eine Glättung analog Schuldenbremse.

            Für die eigentliche Reduktion gibt’s die Steuern, damit wären dann sowohl Ausschütten als auch Einnehmen beim Bund angesiedelt. Ich fände das sinnig.

          • Josef Anton sagt:

            Einzig aufgrund des Initiativ-Rechtes, welches die Politiker zwingt, sich nachhaltig zu verhalten, mag solch eine Möglichkeit im Falle der Schweiz bestehen.

    • urs lehmann sagt:

      Das Blogsystem ist mal wieder zum Kotzen.

      Umstellungsprozedere:
      Gem. Initiativkomitee werden am Umstellungstag per Dekret alle Giralgeld-Sichtguthaben zu Vollgeld erklärt.

      Aktuell sind das 800Mrd. Auch wenn da viel Luft drin sein mag, so heisst das trotzdem dass sich die SNB-Bilanz massiv verlängern würde und der Bund Sicherheiten zu leisten hat. Woher um alles in der Welt sollen die (im Fall der Fälle auch tatsächlich liquidierbaren) Aktiva stammen?

      Aus meiner Sicht würde das Ganze funktionieren, wenn nicht der Bund die Aktiva zu hinterlegen hätte, sondern die Banken. Wenn also im Grunde genommen der Mindestreservesatz wieder eingeführt und auf 100% festgesetzt würde. Das würde gleichzeitig die EK-Problematik mindestens massiv entschärfen, wahrscheinlich sogar vollständig beseitigen. Dies fände ich absolut unterstützenswert!

      So wie sie steht, und ich sie verstehe (leider durchaus möglich dass ich mich irre oder etwas übersehe) halte ich die Initiative für einen Rohrkrepierer. Ganz im Sinne von Tucholsky, das Gegenteil von gut gemeint ist nicht böse, sondern gut gemeint.

      • urs lehmann sagt:

        Natürlich sollte es heissen:
        Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.

      • G. Nardone sagt:

        @urs lehmann: “… oder etwas übersehe” – Meiner Meinung nach haben Sie nichts übersehen was Ihre Meinung über diese Voll-Geld-Initiave noch grundlegend ändern könnte.

    • Josef Anton sagt:

      Ich habe kurz diese Initiative überflogen, wobei mir ein Aspekt auffällt. Abgesehen von Bargeld (M0) handelt es sich grundsätzlich um Kreditverhältnisse, welche die Geldmenge ausmachen, welche 2 Parteien freiwillig miteinander eingingen/eingehen. Was mit der Initiative bei der Einführung angepeilt wird, ist die Umwandlung eines Teils dieser auf Kreditverhältnisse beruhenden Geldmenge in Basisgeld oder in anderen Worten eine Aufblähung der Basisgeldmenge mit der entsprechenden Reduktion der Geldmenge, welche auf Kreditverhältnisse beruht. Aus meiner Sicht mag solch eine Umwandlung für einen Teil des Kreditvolumens sinnvoll sein, jedoch sollten danach nicht weiter staatliche Garantien (Einlageschutz etc.) auf Anlagen vorliegen sondern endlich der Weg gefunden werden, dass der Kreditgeber das Ausfallrisiko zu 100% selber trägt und damit ein Teil des “Moral Hazard” aufgelöst wird.

      • Josef Marti sagt:

        Richtig. Und Rettung von in Schieflage geratenen Finanzinstituten zulasten Steuerzahler und/oder Währung ist ohne Ausnahme unter Körperstrafe zu verbieten..

    • urs lehmann sagt:

      @Ralph Sommerer
      Wenn ich mich nicht täusche, haben Sie wiederholt gesagt, Sie wären für die Vollgeldinitiative. Ich vermisse Ihren Kommentar, insbesondere Hinweise auf allfällige Fehler. Oder was interpretieren Sie anders dass Sie sie für eine tolle Idee halten?

  14. Ruedi Widmer sagt:

    Ein Hauptproblem des “EU-Raums”?
    Aha.
    Der Schweiz also nicht?
    Na, das nenn ich ausgewogenen Journalismus…

    • Marcel Senn sagt:

      Die Kredite an den privaten Sektor liegen in der CH ja “erst” bei 176% gemäss Weltbank, dazu kommen noch rund 30% öffentliche Verschuldung macht 206% Verschuldung /BIP – dafür sind wir in absoluten Zahlen mit rund Fr. 150’000 Verschuldung pro Kopf (öff und private) Weltspitze…ist doch auch was — wenn wir schon nicht Fussballweltmeister werden sollten, dann sind wir wenigstens Schuldenweltmeister in absoluten Werten!
      Aber noch sind ja unsere Immobilien so hoch bewertet, dass man diesen Schuldenweltmeister-Titel verkraften kann – mal schauen wie es bei einem Preisrutsch von 20-25% dann noch aussieht…

      • Ruedi Widmer sagt:

        WAAAAAS?
        Sie unterstellen hier, wir könnten womöglich nicht Fussballweltmeister werden?
        Das ist Defätismus, PURER DEFÄTISMUS!
        Und unschweizerisch! :-/

          • Marcel Senn sagt:

            Sorry Jungs – aber als schweizer Auswanderer in Uruguay schlägt mein Fussballerherz mittlerweile für die Celeste (die Himmelblauen) — die sind ja die erfolgreichste Fussballnation der Welt mit 20 Titelgewinnen aus 58 Turnierteilnahmen (WM’s, Kontinentalmeisterschaften, Confed Cup, Mundialito und OS) und ich als Hobbyfussballhistoriker bin bewusst nach Uruguay ausgewandert – die Schweiz Südamerikas!

            Und die CH A-Nati: Null Titel — immerhin einmal eine Finalteilnahme an den OS 1924 (und gemäss FIFA -Beschluss vom März 1924 auch Weltmeisterschaft) – dort haben die Schweizer in Paris mit 3:0 verloren gegen Uruguay!!
            .
            Gut der U17 Titelgewinn von 2009 der Schweizer war eine ausserordentliche Leistung – und die Jungs sind ja jetzt alle 22 und viele in Brasilien dabei — von dem her langts vielleicht bis ins Viertelfinale…

          • ast sagt:

            Die USA und Europa sind Institutionell anders geformt. Natürlich hat die grösste Bank der USA in BIP -Massen gerechnet kleineren Anteil am Gesamtkuchen als Europäische Banken gegenüber ihrer Nation. US-Banken werden immer gegenüber 300 Millionen Bürger-BIP gemessen, Europäische Banken maximal gegenüber 60 Millionen BIP-Bürgern.
            Dann gibt es noch regionale Unterschiede, die Schweizer Banken sind ja auch zum Beispiel in den USA, in China, in Singapur usw. tätig und vergeben auch dort Kredite und organisieren Geschäfte. Die Schweizer Banken sind internationale Kolosse und ihre Bedeutung im to big to fail Konzept ist ihr Überleben selbst für die USA gefährlich.

            Ehrlich gesagt rechne ich den ganzen Banken-Kuchen eher zusammen, da die Institute wie gerade die Krise 2007/8 gezeigt hatte eng vernetzt sind. Und in der Gesamtheit sind die gewiss extrem viel zu gross. Aber mit lokalen BIP-Grössen spielen und die Institute damit so vergleichen wie das diese Experten getan haben, muss doch schon etwas relativiert werden.

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