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1 : 0 für die Grossbanken

Mark Dittli am Freitag den 17. Januar 2014
BANK FUER INTERNATIONALEN ZAHLUNGSAUSGLEICH, BIZ, TURM, TUERME, HOCHHAUS, HOCHHAEUSER, BAUM, BAEUME, WIESE, WIESEN,

Die Banken-Lobby bekämpft das Basel-III-Regelwerk: Hauptsitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, 23. März 2010. (Keystone/ Martin Rütschi)

Die Grossbanken haben einen weiteren Teilsieg errungen. Am vergangenen Sonntagabend publizierte der Basler Ausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine Reihe von Präzisierungen für das Basel-III-Regelwerk, das Empfehlungen für die Kapitalstärke und die Liquiditätsausstattung grosser, systemrelevanter Banken abgibt.

Das Komitee hält an seiner Empfehlung fest, dass die Banken eine harte, nicht auf Risikogewichtung der Aktiven basierende Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) von mindestens 3 Prozent halten sollten.

Das war an sich keine Überraschung. Doch in einem wichtigen Punkt sind die Regulatoren den Banken entgegengekommen: Sie erlauben es ihnen unter anderem, Derivatpositionen nur mit ihrem Nettowert in die Bilanzsumme einzurechnen. Dadurch kann die Bilanzsumme je nach Fall beträchtlich schrumpfen, das heisst, dass die Bank zur Erreichung der 3-Prozent-Marke auch weniger Eigenkapital benötigt.

Wir wollen an dieser Stelle nicht allzu sehr in die Details gehen. Meine Kollegen Clifford Padevit und Ruedi Keller haben die jüngsten Nachrichten aus Basel hier analysiert. Eingehender mit dem Thema Kapitalstärke und Leverage Ratio von Grossbanken haben wir uns unter anderem in diesem Blogbeitrag mit dem Titel «Voodoo in den Bankbilanzen» sowie in diesem und diesem Blogbeitrag auseinandergesetzt.

Wir wollen uns an dieser Stelle auf ein spezifisches Argument konzentrieren, das von den Banken immer wieder ins Feld geführt wird. Dies lautet ungefähr so: «Wenn die Regulatoren verlangen, dass wir mehr Eigenkapital halten, wird das zwangsläufig unsere Kreditvergabe einschränken und damit die Gesamtwirtschaft schwächen.»

Klingt irgendwie logisch. Aber stimmt es auch?

Ich habe bislang aus glaubwürdigen Quellen keinen Fetzen eines empirischen Beweises dafür gesehen.

Was jedoch existiert, sind Studien, die genau das Gegenteil beweisen.

Zwei Ökonomen des Internationalen Währungsfonds haben vor wenigen Monaten dieses Working Paper mit dem Titel «Balance Sheet Strength and Bank Lending During the Global Financial Crisis» vorgelegt. Sie haben darin das Verhalten von mehr als 800 Banken in 55 Ländern vor, während und nach der Finanzkrise von 2008 analysiert und kommen zu einem eindeutigen Schluss: Die solide kapitalisierten Banken – also die mit mehr Eigenkapital – haben während der Finanzkrise ihre Kreditvergabe am wenigsten eingeschränkt. Die schwach kapitalisierten Banken dagegen haben während und nach der Zeit der akuten Krise ihre Kreditvergabe deutlich zurückgefahren.

Zwei Ökonomen der Federal Reserve Bank of Dallas – auch das eine glaubwürdige Quelle – doppelten vor wenigen Tagen mit diesem Arbeitspapier nach. Sie untersuchten spezifisch den amerikanischen Markt und kommen ebenfalls zu einem eindeutigen Schluss: Es waren die schwächsten Banken, die während der Krise ihre Kreditvergabe am stärksten einschränkten. Die solide kapitalisierten Banken konnten dagegen ihre für die Realwirtschaft wichtige Funktion der Kreditschöpfung deutlich besser aufrechterhalten.

Eindrücklich zeigt sich das in den folgenden zwei Grafiken (Quelle: Dallas Fed):

NMTM_Banks_Jan14

Obige Grafik zeigt die jährliche Veränderungsrate der Kreditschöpfung der US-Geschäftsbanken. Die rote Kurve steht für die zehn Prozent der Banken mit der schwächsten Eigenkapitaldecke. Die blaue Kurve steht für die Gruppe der zweitschwächsten Institute. Die grüne und die schwarze Kurve repräsentieren die 20 Prozent der Banken mit der solidesten Eigenkapitaldecke. Die schattierte Fläche markiert Rezessionen.

Es ist deutlich zu sehen, wie im Jahr 2008, dem Höhepunkt der Finanzkrise, die rote Kurve weitaus am stärksten abfällt und tief in den Minusbereich rutscht. Die am schwächsten kapitalisierten Banken haben während dieser Zeit ihr Kreditbuch massiv verkleinert.

Gleich sieht es bei den Spar- und Leihkassen aus, zu denen in Not geratene Institute wie Washington Mutual zählten:

NMTM_Banks_2_Jan14

Auch hier schränkten die schwächsten Glieder des Systems ihre Kreditvergabe am deutlichsten ein.

Beide Studien widerlegen das Argument der Banken klar: Eine solidere Eigenkapitaldecke führt nicht zu einer eingeschränkten Kreditvergabe. Das Gegenteil ist der Fall. Solide kapitalisierte Banken können ihren Dienst an der Realwirtschaft viel besser erfüllen und wirken in Krisenzeiten stabilisierend.

Wie gesagt: Ich habe bislang keinen empirischen Beweis für die Behauptung der Banken-Lobbyisten gesehen, wonach der Zwang zu höheren Eigenkapitalquoten die Kreditvergabe einschränke. Es ist erstaunlich, wie unkritisch viele Politiker – auch in der Schweiz – dieses Argument immer noch übernehmen.

And now for something completely different:

Sie erinnern sich an die letztwöchigen Welt-Trivia in 15 Grafiken mit der Trivia-Frage der Woche: In welchem Land wird in Litern gemessen mehr Whisky konsumiert als in allen anderen Ländern zusammen?

Zunächst eine Entschuldigung für die etwas unpräzise formulierte Frage: Die Rede war von Whisky, aber darunter war auch die irische und amerikanische Schreibweise «Whiskey» zu verstehen. Zudem war nie von Pro-Kopf-Konsum die Rede, sondern von der absoluten Menge in Litern. Viele Leserinnen und Leser haben sich in den Kommentarspalten sehr weitreichende Gedanken dazu gemacht.

Nun, zur Antwort der Frage: Indien.

In Indien werden offenbar jährlich rund 1400 Millionen Liter Whisky konsumiert, wie die Ökonomen von Goldman Sachs in dieser Grafik mit Verweis auf Daten von Euromonitor zeigen:

NMTM_Charts_Whisky

Der grösste Whisky-Produzent der Welt stammt übrigens ebenfalls aus Indien: UB India.

Hätte die Frage den Pro-Kopf-Konsum thematisiert, wäre Frankreich die richtige Antwort gewesen. Hier die Rangliste für alle Whisky- und Trivia-Liebhaber (Quelle: theatlantic.com):

NMTM_Banks_2_Whisky_Jan14

 

Hier noch zwei Links in eigener Sache:

  • Wer sich für die Finanzmärkte interessiert: Hier ein sehr lesenswertes Interview, das mein Kollege in New York, Christoph Gisiger, mit dem legendären US-Investor Jeffrey Gundlach geführt hat. Gundlach sieht eine neue Blase an den Aktienmärkten und vergleicht die Stimmung mit dem Tech-Boom Ende der Neunzigerjahre.
  • Und hier, als kleines Dessert für’s Wochenende, noch ein amüsantes Stück aus unserer «Chart des Tages»-Reihe auf fuw.ch: Mein Kollege Christoph Gisiger zeigt in diesem Beitrag die erstaunlich enge Korrelation zwischen der Grösse der Bilanz der US-Notenbank und der Anzahl Wörter, die die Fed-Verantwortlichen benötigen, um ihre Geldpolitik zu erklären.

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61 Kommentare zu “1 : 0 für die Grossbanken”

  1. Beat Reuteler sagt:

    Ich erlaube mir eine andere Interpretation der Grafiken. Da sich gezeigt hat dass die Eigenkapitalquote im Segemnt der 10% schwächsten Banken zu gering war kamen die Manager in der Krise zum Schluss dass sie diese erhöhen mussten. Dies u.a. durch die öffentliche Diskussion. Sie haben dies dann auch getan, aber zeitverzögert, also erst nach der Krise. Um das zu tun mussten sie die Kreditvergabe drastisch reduzieren. Hierbei haben sie richtig gelernt dass die Kreditvergabe eingeschränkt werden muss um die EK quote zu erhöhen. Das haben sie dann korrekt auch so kommuniziert. Wenn die Politker aus dieser Ansage dann den falschen Schluss ziehen dass also eine geringere EK Decke vorgeschrieben werden soll als zuerst geplant, ist das deren Sache.

  2. Die Leverage Ratio ist natürlich wichtig. Das Ändern der LR hat CETERIS PARIBUS sicher einen Effekt auf die Kreditvergabe.
    Wenn zwei identische Volkswirtschaften mit genau gleichen und stabilen Rahmenbedingungen verglichen würden, wo in einer die LR erhöht wird, dann würde dies wohl zu einer Reduktion der Kreditvergabe führen.

    Nur geschieht diese Änderung der LR ja aber genau NICHT im luftleeren Raum, sondern in der Situation wo durch intensives Schummeln die Fiktion von EK auf Basis fiktiver Anlagenbewertungen und falscher Risikomodelle aufgebaut wurde, damit der ROE zu Gunsten hoher Aktienkurse und Boni gesteigert werden konnte.
    Die Banken sind nun gezwungen, alle Positionen in einem neuen Raster neu zu bewerten, was wohl die grösste Risikominderung insgesamt darstellt.
    Sobald aber wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, und man die Geheimnisse des neuen Schlosses erkundet hat, wird der Zyklus von neuem losgehen.

    Solange Boni an kurzfristigen Resultaten und ohne Beteiligung des Managements an einem Misserfolg ausgerichtet werden, solange kann man noch so tolle Regulierungen erfinden, die schlauen Manager werden diese in Kürze wieder überlisten.

    Kurzfristig haben wir ein viel grösseres Problem als die LR:
    Nämlich die Kreditverknappung bei den Kundensegmenten, derren Kredite von den Zentralbanken nicht als Besicherung für die Refinanzierung der kurzfristigen Liquidität der Banken akzeptiert wird.
    Grundsätzlich sollte ja ein Anlagenkontinuum bestehen, wo Anlagen mit höherem Risiko einen proportional höheren Zins bezahlen, und das individuelle Risiko durch Diversifikation eliminiert wird. Womit Banken auch unbesicherte Kredite an KMU vergeben könnnen sollten. Weil genau dort erfahrungsgemäss auch am meisten Arbeitsplätze entstehen.

    Das wäre DIE GRUNDFUNKTION der Banken. Nämlich die Effiziente und Risikogerechte Allokation von Kapital, dort wo es am meisten risikogewichteten Ertrag erbringt.

    Die neuen Regeln führen aber zu etwas ganz anderem: Das Kapital fliesst zu den Anlagen, welche keinerlei Ertrag bringen. De Facto kaufen die Banken nur noch Staatsanleihen und besicherte Hypotheken.

    Die Kapitalallokation ist somit vollkommen auf den Kopf gestellt worden, weg vom Wachstum, hin zur Kapitalvernichtung.

  3. Josef Anton sagt:

    Wenn man sich in einer Grube befindet, sollte man erst einmal aufhören, weiter zu graben. Die heutigen Bürokraten hingegen (Draghi, Yellen, Lagarde etc.) machen jedoch genau das Gegenteil und rufen “gräbt weiter und schneller”.

    Jeder kennt bislang Einsteins Erklärung zu Wahnsinn.

    • will williamson sagt:

      Spannende Lektüre zum Thema FED:

      G. Edward GRIFFIN : Die Kreatur von Jekyll Island . Die US-Notenbank FEDERAL RESERVE . Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf.

      Das Buch kann auch als PDF herunter geladen werden.

  4. Josef Anton sagt:

    Eine Eigenkapitalquote von 3% ist geradezu lächerlich wenig. Man streitet sich um Zahlen nach dem Komma, dabei müssten wir mindestens 10% Risikokapital einfordern, was in der heutigen durch die Zentralbanken geschaffenen Umgebung verhältnismässig einfach zu erreichen wäre. Das Problem der reduzierten Krediterteilung liegt ja nicht wirklich darin, dass zu wenig Kredite zur Verfügung stehen, sondern dass immer weniger realistische Projekte mit entsprechenden Gewinnaussichten zur Verfügung stehen, wodurch der Druck zu erhöhter Kreditvergabe einzig eines heissen kann: Fehlinvestitionen resp. Blasen. Ökonomen denken nur in Aggregaten und sind auch heute noch nicht in der Lage zu erkennen, dass Kreditvergabe immer 2 Parteien benötigt, nämlich einen Kreditgeber und -nehmer und man dies nicht einfach erzwingen kann, ohne negative Folgen zu erzeugen. Im heutigen Umfeld der ankerlosen Geldpolitik wird dieser Aspekt durch immer höhere Systemrisiken vielfach kompliziert.

    Um die Zentralbanken ein wenig besser zu verstehen, mässen wir uns bewusst sein, dass das Fed ursprünglich staatsunabhängig funktionierte und einzig die Funktion der Liquiditätsversorgung zur Verhinderung von Bank-Runs für die Mitglieder-Banken erfüllte. Erst als der Staat aufgrund der Schuldenwirtschaft sich verstärkt um dessen Funktion kümmerte, entwickelte sich diese massive Zunahme planwirtschaftlicher Aktivitäten (begann lange vor unserer Zeit).

    Was mich allerdings freut, liegt im Umstand, dass sich das Wissen, welche sich in den Kommentaren spiegelt, über die letzte Zeit stark gestiegen ist. Die durch die offizielle Lehre indoktrinierten Ökonomen befinden sich immer stärker unter Beschuss. Geldpolitik ist zu wichtig um sie ein paar Bürokraten zu überlassen.

  5. Ich sage nur: Vollgeld!

    • will williamson sagt:

      Wer nur “Vollgeld” sagt, kann sich voraussichtlich demnächst bei der Unterschriftensammlung für die Vollgeldinitiative voll engagieren!

    • will williamson sagt:

      Wer nur “Vollgeld” sagt, kann sich voraussichtlich demnächst bei der Unterschriftensammlung für die Vollgeldinitiative voll engagieren!!!

      • Sie haben recht. Ich werde wohl Unterschriften sammeln helfen, wenn/falls die Initiative lanciert wird. Trotzdem sage ich natürlich nicht nur “Vollgeld”. Ich sage und schreibe auch andern Mist. Aber zum Thema Banken ist meines Erachtens alles gesagt, was es zu sagen gibt. Entweder werden wir sehenden Auges in die nächste Krise marschieren, weil “wir” die Banken wie gehabt weitermachen lassen, oder Vollgeld. Da sage ich lieber “Vollgeld”.

  6. Johnny Smith sagt:

    Mit dem Thema der Eigenkapitalunterlegung der Banken sind im Nachgang der Finanzkrise ja eine ganze Reihe Themen verknüpft:
    1. Systemstabilität (möglichst ohne dass Eingriffe der Staaten nötig würden)
    2. Leverage als Renditetreiber und damit auch als Risikosteigernden Faktor
    3. Too big to fail
    4. Leverageauf- bzw. abbau und die Auswirkungen auf die Wirtschaft
    …..

    zu 1) Es ist anzunehmen, dass weniger Leverage der Banken das System in der Finanzkrise stabilisiert hätte und ein Kollaps des Kartenhauses weniger gedroht hätte.

    zu 2) Leverage erlaubt es, potentiell eine höhere Rendite zu erzielen (was dann die Taschen der Manager füllt). Dies kann aber auch auf die andere Seite losgehen, ein Verlust wird ebenfalls potenziert. Die Verluste werden allerdings nicht den Managern belastet, somit besteht ein asymmetrisches Risikoprofil für die Manager. Diese handeln egoistisch gesehen logisch, wenn sie tendenziell eher etwas zu hohes Risiko eingehen.

    3. Bei kleinen bzw. nicht systemrelevanten Banken wäre Punkt 2 nicht so problematisch, der Aktionär müsste korrigieren bzw. den Schaden tragen. Bei systemrelevanten Instituten spielt es aber durchaus eine Rolle, da hier ja alle nach dem Staat schreien.

    Aus 1 bis 3 leuchtet mir die Forderung nach höherem Eigenkapital der grossen Banken durchaus ein.

    4. Aufbau von Leverage hat kurzfristig wohl eine pushende Wirkung auf die Wirtschaft und Abbau von Leverage ist im Prinzip wohl eher Gegenwind. Ich gehe aber davon aus, dass es nicht nur auf die Richtung des Angebots der Banken, sondern auch auf die Nachfrageseite der Wirtschaft ankommt.

    Ich sehe bei der aktuellen Liquiditätsschwemme und den extrem tiefen Zinsen weit und breit keine Kreditklemme, das Problem liegt wohl eher an der fehlenden Nachfrage der Wirtschaft. Somit wäre aktuell mMn ein guter Zeitpunkt, um die Eigenkapitalanforderungen für Grossbanken zu erhöhen. Ich bin mir fast sicher, dass zu dieser Interpretation einige nicht ganz einverstanden sind 😉

    • Josef Marti sagt:

      Doch doch. Schöner wäre es aber, wenn man die EK Anforderungen ganz fallen lassen würde und dafür das Eingreifen von Staat und Notenbank gesetzlich verbieten würde, ganz im Sinne der Österreicher-Fraktion (die Notenbank und allenfalls auch noch den Staat könnte man dann ja immer noch zu einem späteren Zeitpunkt verbieten).

      • Ahn Toan sagt:

        Das Eingreifen der Notenbank bzw. des Staates muss nicht verboten werden, die Banken müssen so geregelt werden, dass dies nicht notwendig wird. Falls der Staat dabei versagt, muss er eingreifen, um noch grösseren Schaden abzuwenden. Die Notwendigkeit dazu ergab sich in der Finanzkrise aus TBTF: Eine einzelne private Organisation (auch nicht ein Telefon oder Internetanbieter, Medienkonzern usw) darf nicht eine systemrelevante Grösse erreichen. Was systemrelevant ist, muss verstaatlicht, zerstückelt und wieder privatisiert werden. (auch das Rechtschreibprogramm hier unterstreicht konstant “systemrelevant” mit rot!)
        Denn sonst ist das System, also Staat und Gesellschaft, in der Hand einer privaten Organisation, diese diktiert die Handlungen des Staates, der Staat ist nicht mehr “souverän” die Macht liegt bei einer privaten Organisation.
        Das primäre Problem war und ist noch immer TBTF, wogegen nichts unternommen wurde.

        • will williamson sagt:

          Zu TBTF hat Henry C. K. Liu am 23.09.2008 in AToL geschrieben:
          “Too big to fail” is the cancer of moral hazard in the financial system. Moral hazard is a term used in banking circles to describe the tendency of bankers to make bad loans based on an expectation that the lender of last resort, either the Federal Reserve domestically or the IMF globally, will bail out troubled banks.

          Barely forty-eight hours after US Treasury Secretary Henry Paulson declared his firm commitment against the danger of moral hazard by promising that no more taxpayer money would be used to bail-out failing financial firms on Wall Street except in extreme situations, US authorities succumbed to the too big to fail syndrome in the case of American International Group Inc (AIG), a giant global insurance conglomerate founded in Shanghai in 1919. Paulson’s moral hazard aversion had prevented Lehman Brothers Inc, the country’s fourth largest investment bank, from getting a government bailout. Without needed government guarantee to limit the exposure of potential buyers, Lehman was forced to file bankruptcy protection at mid night on Sunday (September 14, 2008).

          • will williamson sagt:

            “Fifth, how much weight should concerns about moral hazard be given when designing mechanisms for governmental regulation of markets? By way of example, we should note that were banks required by the market, or their regulator, to hold 40 percent capital against assets as they did after the Civil War, there would, of course, be far less moral hazard and far fewer instances of fire-sale market disruptions. At the same time, far fewer banks would be profitable, the degree of financial intermediation less, capital would be more costly, and the level of output and standards of living decidely lower. Our current economy, with its wide financial safety net, fiat money, and highly leveraged financial institutions, has been a conscious choice of the American people since the 1930s. We do not have the choice of accepting the benefits of the current system without its costs.”
            (Testimony of Chairman Alan Greenspan
            Private-sector refinancing of the large hedge fund, Long-Term Capital Management
            Before the Committee on Banking and Financial Services, U.S. House of Representatives
            October 1, 1998)

          • will williamson sagt:

            Neben dem TBTF beleuchtet Liu auch noch den Aspekt der Vernetzung:
            Henry Liu demonstrates why FinReg, however well designed, cannot be counted upon to prevent future market failures.

            A rule of finance: All trading models buy safety by externalizing risk to the trading system.

            There is an invisible, but solidly anchored assumption in all structured finance and derivative trading models — namely, that a systemic collapse would trigger a government bailout. Since each and every derivative trading model derives protection by externalizing risk to the trading system, systemic risk expands automatically (making systemic meltdown inevitable). Institutions, then, have an incentive to be considered of “systemic significance” in order to secure a fail-safe advantage in interconnected transactions, even though by themselves they are not “too-big-to-fail”. These trading models are operative when they are marked-to-model, but inoperative when they are marked-to-market in a downturn. This is the point when these models’ fail-safe strategy by government bailout is activated.
            (FinReg Achilles’ Heel: Not Too-Big-To-Fail, But Too-Connected-To-Fail)

  7. will williamson sagt:

    Annahme: Bank A und Bank B vergeben nur Kredite.
    Verhältnis Bilanzsumme / Eigenkapital = 10%
    Bank A: Eigenkapital = 500 Mio.
    Bank B: Eigenkapital = 100 Mio.
    Mögliches Kreditvolumen:
    Bank A = 5000 Mio. (5 Milliarden)
    Bank B = 1000 Mio (1 Milliarde).

    Das Geschäft mit Fremdkapital ist immer dann interessant, wenn mit diesem mehr Gewinn erzielt werden kann als Kosten dafür entstehen. Der Zinsgewinn aus dem Fremdkapital erhöht dann die Rendite des Eigenkapitals. Da dies bei den Banken praktisch immer der Fall ist, sind die mit dem gierigeren Management daran interessiert, mit möglichst wenig Eigenkapital zu operieren. Das damit verbundene, grössere Risiko wird entweder unterschätzt oder bewusst missachtet.

    • Josef Anton sagt:

      @ Will

      Sie erkennen dies richtig und einzig die Gefahr, illiquid zu werden und dadurch die Bank zu ruinieren, wirkt gegen einen zu hohen Hebel. Wenn nun via Zentralbanken die Allgemeinheit dieses Risiko abdeckt, handelt es sich indirekt um die Umverteilung der Kosten dieses Risikos, welches z.B. gemäss Bloomberg sich auf 80 Mia. jährlich in den USA beläuft. Dieser Umverteilungsmechanismus führt ebenfalls zu erhöhten System-Risiken, da falsche Anreize (Anreiz zu erhöhtem Hebel und Spekulation) geschaffen wurden.

    • ast sagt:

      ist es nicht auch noch so dass die Strafe wegen Unterschreitung des Eigenkapitals laufend gesenkt wurde, so dass es sich inzwischen manchmal sogar lohnt es zu unterschreiten?

      • Josef Anton sagt:

        Ja

        Z.B. missinterpretiert Stanley Fischer Baghots Aussage zur Funktion des “Lender of last resort”. Ich habe Ihn in einem email darauf wie folgt angesprochen:

        “Der von Ihnen angesprochene Ökonom Bagehot war sehr klar in seiner Aussage, dass Banken in Liquiditätsschwierigkeiten keineswegs dieses Problem durch günstig angebotene Kredite gegen die Hinterlegung erstklassiger Kreditinstrumente erhalten, sondern dass die Konditionen strafend zu wirken haben um sie zu vorsichtiger Geschäftsführung zu motivieren.”

        • ast sagt:

          In diesem Zusammenhang bin ich auch ziemlich verwirrt über widersprüchliche Aussagen von Ökonomen, was die Möglichkeit von “negativem Eigenkapital” bei unserer SNB anbetrifft:

          ““Die SNB hat keine Limiten, wenn sie den Franken schwächen will” , Professor Ernst Baltensperger

          “die Nationalbank ist nicht mit einer Geschäftsbank oder einem anderen privaten Unternehmen vergleichbar. Zum einen kann eine Zentralbank nicht illiquid werden.” Thomas Jordan

          gegen

          “Nein – denn die SNB finanziert ihre Euros mit Krediten der Banken (Guthaben der Banken bei der SNB), Ökonom Marc Meyer

          Wenn es so wäre wie Marc Meyer sagt, dann hätten die SNB und die ihr Kredit gebenden Banken ein Problem, nämlich das erforderliche Eigenkapital der Banken könnte bei starkem Druck auf den Euro nicht mehr ausreichen um die Euro-Bilanz nachzufüllen. Wäre das der Fall müsste die SNB selber Geld drucken, aber die Banken könnten die Kredite an die SNB dabei verlieren (derzeit ca. 300 Milliarden Franken). Die SNB selbst kann zwar nicht insolvent werden, aber die Banken die ihr Kredit gewährten eben schon. Die neuen Vorschriften besagen ja dass der Steuerzahler nicht für Verluste zur Kasse gebeten werden dürfen, Gläubiger aber schon. Der entscheidende Punkt ist: Die SNB muss ihre «Schuld» nie zurückzahlen, sie muss keinen Zins darauf entrichten und sie kann sie beliebig ausdehnen. Würde Sie jedoch die Schulden an ihre Kredit gebenden Banken nicht trotzdem pünktlich zurück zahlen kämen wohl die SNB nicht in Schwierigkeiten, aber die Banken schon.

          • Josef Anton sagt:

            Ich verstehe Ihre Konfusion sehr gut. Grundsätzlich funktioniert die SNB nach allgemeinen Bilanzierungsgrundsätzen. Darauf basierend, kann die SNB theoretisch sehr wohl in Schwierigkeiten geraten, wenn die Aktiven aus heute noch nicht erkennbaren Gründen wertmäßig einbrechen.

            Andererseits, wie dies Dr. Jordan erklärt, hat die SNB die Möglichkeit, ihre Bilanz unendlich auszuweiten und somit obige buchhalterische Möglichkeit durch eben solch eine Bilanzausweitung zu beeinflussen.

            Es bestehen trotzdem Risiken, die in meinen Augen nicht genug gewichtet werden. Einerseits bindet sich die SNB zu einem gewissen Grade an die Geldpolitik der EZB und gibt dadurch einen Teil ihrer Unabhängigkeit Preis. Zweitens wäre im Falle einer EURO-Krise die Schweiz damit ebenfalls eingeflochten und würde wohl einen massiven Schaden davontragen. Das Problem liegt darin, dass man sich immer stärker einem fast unausweichlichem Zugzwang aussetzt.

  8. Max sagt:

    Höchst seltsame Argumentation in diesem Artikel. Schaut man die Graphiken an, wird sofort klar, dass in normalen Zeiten die niedrig kapitalisierten Banken die höchte Kreditvergabe hatten. Erst als die Regulatoren mitten im Spiel die Regeln änderten und die geschäftsträchtigen Banken benachteiligten, konnten die gutkapitalisierten etwas an Boden gutmachen. Was beweist das nun?

    • Mark Dittli sagt:

      Der Ruf nach mehr Eigenkapital kam nicht während der Krise, sondern erst danach; ausgeprägt erst ab 2010. Die schwach kapitalisierten Banken schränkten ihre Kreditvergabe aber während der Krise (2008) massiv ein – ganz einfach weil ihre Bilanzen so schief waren, dass sie nicht mehr fähig waren, neue Kredite zu gewähren.

      • Anh Toan sagt:

        Also sie schränkten die Kreditvergabe ein, um das schiefe Bilanz gerade zu rücken, oder anders gesagt, um das Eigenkapital zu erhöhen.

        • Mark Dittli sagt:

          …aber sie hatten überhaupt erst eine schiefe Bilanz, weil sie zu wenig Eigenkapital hielten.

          • Anh Toan sagt:

            Ist die Strategie einer Bank, viel Eigenkapital zu halten, hat sie nach Verlusten zu wenig im Verhältnis zur Strategie und kann nur zu sehr schlechten Bedingungen neues Eigenkapital aufnehmen, und wird darum ihr Eigenkapital mittels Reduktion der Bilanzsumme, sprich Abbau der Kreditvergabe, wieder in die strategische Grösse bringen. (“Strategisch” kann duurch regulativ ersetzt werden, ändert rein gar nichts)

            Da ich durchaus Respekt vor Ihrem Wissen habe, bezeichne ich mich als dumm, Ossi Grübel ist wohl nicht dumm, aber halt ein Bankenlobbyist. (Soweit ich weiss, erhält er von keiner Bank Geld, sondern leitet einen Country Club in Spanien).

        • Josef Marti sagt:

          Dass heisst natürlich im Umkehrschluss je schiefer die Bankbilanz (bis zu Überschuldung) desto besser ist die Kreditvergabe. Somit wäre immerhin der Beweis geführt, dass die TBTF auch offiziell als Staatsbetriebe zu führen wären sodass der Steuerzahler auch über Boni usw. zu befinden hätte. Schliesslich wären dann ja für die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Kreditvergabe die Steuerzahler und die Notenbank indirekt verantwortlich. Defacto hat man das mit der UBS Rettung via SNB auch so praktiziert. Da der Steuerzahler aber auch Kreditnehmer ist löst sich die vermeintliche bessere Kreditversorgung ohne EK in Luft auf.

  9. urs lehmann sagt:

    Die Banken:
    Wenn wir mehr Eigenkapital halten müssen, werden wir zwangsläufig unsere Kreditvergabe einschränken [müssen]
    MD:
    “Auch hier schränkten die schwächsten Glieder des Systems ihre Kreditvergabe am deutlichsten ein.”

    Was offensichtlich die Banker-Aussage bestätigt.

    Dass bei den besser kapitalisierten die Kreditvergabe weniger stark gesunken ist, ändert nichts an der Tatsache an sich, zumal das anämische Wachstum durch die Schrumpfung der schlecht kapitalisierten mehr als wettgemacht wird. Und bei einem Übergang zu besserer Kapitalisierung ist erst recht mit Schrumpfen zu rechnen weil die Differenz i.d.R. teilweise durch die Bank selbst erarbeitet werden wird (vgl. z.B. UBS und CS).

  10. Mike sagt:

    Der Artikel unterliegt leider einem Trugschluss. Selbstverständlich mussten die schlechtkapitalisierten Banken ihre Kreditvergabe drosseln ansonsten können sie die geforderten Standards nicht erreichen. Eine Bank die schon immer gut kapitalisiert war hat weniger mit den neuen Anforderungen zu kämpfen, ergo muss sie an ihrer Politik bzw. Kreditvergabe nicht viel oder weniger ändern als eine Bank die noch viel Rückstand auf die geforderten Kennzahlen ausweist.

    Somit beweisen die zitierten Studien nicht was der Autor damit beweisen wollte, sondern eher das Gegenteil: höhere Kapitalanforderungen führen zu einer knapperen Kreditvergabe.

    • Frank Baum sagt:

      @Mike: Falsch. Schlecht kapitalisierte Banken sind sofort unter Wasser, wenn sich die Geschäfte nicht so entwickeln wie erhofft. Das zwingt sie zu “Fire Sales” und somit zu einer Verstärkung von Abwärtstrends. Wenn sich alle so verhalten, dann haben wir eben die Probleme, die uns in der Finanzkrise begegnet sind.

  11. Giuliano sagt:

    Something completely different, in Bezug auf Whisky:

    Habe selten so gelacht, dass die Bewohner in den Vereinigten Arabischen Emiraten an siebter Stelle der Whisky-Trinker sein sollen! Natuerlich, es gibt auch sehr viele Inder (und Franzosen, Amerikaner, Australier, Engl., Iren, etc) hier….

    Gruss aus Abu Dhabi

  12. Goran Klepic sagt:

    Natuerlich kann das Resultat nur Eins zu Null fuer die BIZ sein, das international taetige Grossbanken vertritt! Das Spinnennetz ist zu sehr verstrickt, um es international zu bodigen! Das waere der naechste Superskandal, den die Weltwirtschaft nicht zur Zeit gebrauchen will und kann!!!

  13. Luisa sagt:

    Finance Watch hat zum Jahreswechsel ein Video von Robert Jernkins, vormals im Direktorium der Bank of England zur Verfügung gestellt, worin er die 3 Mythen der Bankenlobby vorstellt und entlarvt. (finance-watch.org@mail189.wdc02.mcdlv.net)

    Hochinteressant für wie blöde diese Bankster die Regierungen halten – wohl zu Recht, wenn man das aktuelle Resultat von Basel anschaut…

  14. hans huber sagt:

    «Wenn die Regulatoren verlangen, dass wir mehr Eigenkapital halten, wird das zwangsläufig unsere Kreditvergabe einschränken und damit die Gesamtwirtschaft schwächen.» -das klingt ja fast so, alsob die Banken die Kreditvergaben nur aus dem Eigenkapital machen würden. Wo bitte gehen denn all die billigen Nationalbankkredite hin? Ins Investment, anstatt in die Wirtschaft. DAS ist fact und schlichtweg eine verar… der Wirtschaft. Und nun noch vor Regulatorien drücken wollen, mit solch billigen Ausreden.

    • urs lehmann sagt:

      Das EK ist einer der Faktoren, die die Bilanzsumme limitieren. Wird von statischem EK ausgegangen, macht das Argument einigermassen Sinn, aber da grundsätzlich immer neues EK aufgenommen werden kann (und auch aufgenommen wird), ist das unqualifizierte trotzdem Argument falsch.

  15. Josef Marti sagt:

    Die Klärung des Disputs ist eigentlich banal: Je höher die EK Quote desto tiefer müssen die Boni angesetzt werden um die EK Rendite zu halten.

    • Josef Anton sagt:

      Dies ist wohl der springende Punkt. Der EPS reduziert sich, was sich negativ auf die Aktienkurse auswirkt und dies wiederum Einfluss auf das Selbstbereicherungsmodell hat.

      Je tiefer die Eigenkapitalquote ist desto höher ist der Hebel. Der Hebel wirkt ähnlich wie die Geschwindigkeit beim Fahren, indem man zwar schneller am Ziel (kurzfristiger Anreiz) ankommt jedoch ein grösseres Risiko in Kauf (Systemsicherheit gefährdend) nimmt, z.B. die Firma in Schwierigkeiten zu bringen. Dies wäre nicht weiter schlimm, wenn sich einzig vereinzelte Unternehmen so verhalten. Die gegenwärtige Geldpolitik hat jedoch viele Firmen (dieses mal nicht hauptsächlich die Banken) dazu bewegt, ihre Eigenkapitalquote durch die Aufnahme von Fremdkapital zu reduzieren und dadurch den Hebel ebenfalls zu erhöhen, was grundsätzlich der Systemsicherheit abträglich ist. Das System muss einen bedeutend höheren Anteil an Risikokapital führen um eine erhöhte Systemsicherheit zu gewinnen. Ob dies einzig durch Regulation und nicht durch Zinserhöhungen erreicht werden kann, ist fraglich. Ebenfalls erhöht die zunehmende Regulierungsdichte die Bürokratie weiter und ist bedeutend anfälliger auf Korruption durch Lobbying und Willkür.

      • Reto Stadelman sagt:

        @Anton
        Sagen wir es doch kurz und knapp: Die Zocker-Mentalität ist auf dem Vormarsch. Wenn ich 10 SFr investiere und 1 Mio. von einem anderen, erwirtschafte eine Rendite von 5% und behalte auch nur 1% davon, wie viel Gewinn habe ich dann gemacht? Genau so funktioniert unseriöses Geschäften.
        Es fehlt an guten Leuten in der Wirtschaft. Egal wo. Es fehlt an guten Leuten…

      • Frank Baum sagt:

        @Anton: Sehr gut dargestellt.

    • Anh Toan sagt:

      @Josef Marti: Warum nicht so:

      Je höher die Eigenkapitalquote, umso höher müssen die Boni angesetzt werden, um die Boni zu Lasten des Gewinnes zu halten und auch zu steigern: Das Geschäft ist immerhin viel schwieriger geworden verglichen mit der Zeit, als man die Gewinne durch Hebelausbau steigern konnte.

      Ich glaube nicht, dass die Höhe des Eigenkapitals, mittelfristig Einfluss auf die Höhe der Vergütungen der Topverdiener hat, .

  16. Vollzeitpapi sagt:

    “Es ist erstaunlich, wie unkritisch viele Politiker – auch in der Schweiz – dieses Argument immer noch übernehmen.” Das ist für mich überhaupt nicht erstaunlich, denn die bürgerlichen Politiker in unserem Land sind längst nur noch die gut gesponserten Steigbügelhalter der Bankenlobby (deshalb wehren sie sich ja auch mit Händen und Füssen gegen die Offenlegung von Parteispenden). Nach all den Lügen und Skandalen der letzten Jahre ist doch jedem durchschnittlich intelligenten Menschen klar, dass die Grossbanken von sich aus “Kreditvergabe” und “Gesamtwirtschaft” niemals vor den eigenen Profit stellen werden. Das einzige was mich erstaunt ist, dass solche “Politiker” immer noch gewählt werden.

    • Urs Lehmann sagt:

      Besonders erstaunlich scheint mir, dass mehr als jeder Vierte die SVP wählt(NR-Wahlen ’11):
      Martin Ebner hat in den 90ern mit tatkräftiger Unterstützung von ex-BR und Miliardär Blocher die EK-Rendite für Banken in der CH zum Nonplusultra gemacht, vorher waren einstellige EK-Renditen (bei entsprechend geringem Hebel) die Regel, bei allen (damals noch vier) CH-Grossbanken.

      Nur so am Rand:
      Blocher hat als VR(-Präsi) der vier “Visionen” kumuliert über etwa 5 Jahre gegen 100 Millionen CHF garniert. Wohlgemerkt, in den 90ern, damals waren sogar tiefe einstellige Millionensaläre Mangelware. Aber das war natürlich alles gerechtfertigt (hust hust), ungeachtet der Tatsache dass alle vier “Visionen” im Laufe der Zeit liquidiert wurden.

  17. Anh Toan sagt:

    “Die schwach kapitalisierten Banken dagegen haben während und nach der Zeit der akuten Krise ihre Kreditvergabe deutlich zurückgefahren.”

    Werden die Eigenkapitalvorschriften erhöht, sind doch mehjr Banken relativ zu den Vorschriften schwach kapitalisiert und werden die Kreditvergabe einschränken.

    Oder anders:

    Stark kapitaliiserte Banken schränken die Kreditvergabe nicht ein. Aber zuerst müssen schwach kapitalisierte Banken stark kapitalisiert werden, und dazu sind die Einschränkung der Kreditvergabe, die Aufnahme neuer Mittel und Dividendenverzicht die einzigen Mittel, die in einem optimalen Mix angewendet werden.

    Oder nochmals anders:

    Warum sollten stark kapitalisiere Banken die Kreditvergabe (das eigentliche Geschäft) einschränken?

    Ich bin zu dumm, aus diesem Beitrag eine Erkenntnis zu gewinnen.

    • Anh Toan sagt:

      nochmals anders:

      “Eine solidere Eigenkapitaldecke führt nicht zu einer eingeschränkten Kreditvergabe.”

      Ja, wenn diese solidere Eigenkapitaldecke vorhanden ist, um dahin zu kommen, wenn diese nicht vorhanden ist, ist Einschränkung der Kreditvergabe ein nützliches und wie obige Untersuchungen zeigen, gerne angewendetes Mittel.

      • Peter Dellsperger sagt:

        Anh Toan, mir geht es genau wie Ihnen! Die Gegenüberstellung starker und schwacher Banken in den letzten Jahren beweist nicht das, was der Autor behauptet!

    • Reto Stadelman sagt:

      @Toan
      Es kann sein dass ich Ihnen nicht ganz folgen kann, es kann aber auch einfach sein, dass man ihnen hier etwas “den Kopf waschen” muss…

      Man hat ein Problem mit schwach kapitalisierten Banken festgestellt. Diese vergeben keine Kredite mehr wenn die Wirtschaft schlecht läuft. Nun argumentieren sie man könne das nicht ändern weil sie dann kurz bis mittelfristig noch weniger Kredite vergeben würden.
      Wie bitte??? Ich bin mir solche plumpen Argumentationen von ihnen nicht gewöhnt (was sie als Kompliment verstehen dürfen).
      Das ist das gleiche wie wenn ein übergewichtiger Mensch sagt, er müsse abnehmen um seine Gelenke zu entlasten. Aber wenn er mehr läuft belastet er die Gelenke ja noch mehr, also geht er besser nicht laufen und nimmt auch nicht ab. Das würden sie als Argument ja wohl auch nicht durchgehen lassen oder? Aber genau so argumentieren sie bei den Banken…

      Also Bankster, ran an den Speck und aufspecken! Und zwar in dem man primär Aktien emittiert und keine Dividenden ausbezahlt und weniger mit Kreditbeschränkungen, auch wenn das Boni-Kürzungen zur Folge hat. Und genau da, werde ich langsam sauer, weil sich mal wieder deutlich zeigt wie die “Masters of Universe” denken. Meine persönliche Meinung: Die haben nichts gelernt! Sie würden wieder alles gleich machen.

      • Anh Toan sagt:

        @Reto Stadelmann: Ich sage nicht, man solle nicht die Eigenkapitalvorschriften verschärfen, ich weise lediglich auf die logischen Konsequenzen hin, die gerade von den hier aufgeführten Untersuchungen empirisch bewiesen werden: Banken welche ihr Eigenkapital erhöhen (ob müssen wegen Markt oder Gesetzen oder wollen), reduzieren die Kreditvergabe.

        Ich denke auch, dass es gar nicht die Absicht war, dass die Banken dies sofort tun, den Verantwortlichen (BIZ & Co.) waren und sind die Konsequenzen durchaus bewusst, darum wurden lange Fristen gewährt, ab dem Start 2013 fünf oder 10 Jahre für viele wesentliche Punkte. Die Banken haben erkannt, dass es ihrem Geschäft nützlich ist, wenn sie die Vorschriften lange vor dieser Zeit, je schneller je besser, erfüllen. Denn erst dann kann wieder mit Wachstum der Bankgeschäfte gerechnet werden, was wiederum die Voraussetzung ist, neue Aktionäre zu halbwegs vernünftigen Konditionen zu finden. (Warum sollte jemand in ein geschäft ohne Wachstumsaussichten und ohne Dividenen investieren?). Vorher wäre dicht machen und die Liegenschaften verkaufen wohl lukrativer aus Sicht der Bankaktionäre (Börsenkurse unter Substanzwert). Nicht zu liquidieren, sondern unter Substanzwerrt neues Kapital aufnehmen, würde ich als Bankkleinaktionär als ungetreue Geschäftsführung empfinden.

        Die Erhöhung des Eigenkapitals ist letztlich eine Sanierung. Jede Sanierung geht mit Devestition einher, das Unternehmen wird verkleinert, nicht/wenig rentable Teile werden abgestossen, Tätigkeiten outgesourced, usw.usw. Neue Aktionäre lassen sich erst danach, oder bestenfalls unter Garantien (z.B. Mehrheitsübernahme usw.), dass dies nachher geschieht, finden.

        • Reto Stadelman sagt:

          Der entscheidende Punkt ist: Das alles gilt nur kurz bis mittelfristig. Langfristig ist eine verschärfte EK Quote positiv und das zeigen die Studien. Darum verstehe ich ihre Unverständnis nicht. Sie haben doch alles verstanden. Wieso denken sie, sie hätten es nicht verstanden?

          • Anh Toan sagt:

            @Reto Stadelmann: Das Fazit sagt: “Wie gesagt: Ich habe bislang keinen empirischen Beweis für die Behauptung der Banken-Lobbyisten gesehen, wonach der Zwang zu höheren Eigenkapitalquoten die Kreditvergabe einschränke. …”

            Entscheidend ist die grammatikalische Form des Wortes “höheren”, Steigerung von hohen. Also mehr Eigenkapital führt zu weniger Kreditvergabe wofür ich hier gerade empirische Beweise sehe, und nicht (konstant) hohes Eigenkapital führt zu weniger Kreditvergabe. (Dies verhindert den Ausbau der Kreditvergabe, denn:)

            Dass Eigenkapitalvorschrift bei Banken die Kreditvergabe beschränken, sagen nicht nur Banker, würden sie es nicht, könnte man sie ganz abschaffen. Nun ist mir nicht ersichtlich, wo die Banker lügen, wenn sie sagen eine Veränderung der Vorschriften würde die Kreditvergabe beeinflussen, und zwar bei einer Verschärfung einschränkend, bei einer Reduktion ausdehnend. (Ich weiss nicht, was “die Banker” sagen, ich halte für richtig, was Ossi Grübel gesagt hat: “Mit schrumpfenden Banken gibts kein Wirtschaftswachstum”)

            Die BIZ, der IMF, die nationalen Notenbanken, nicht zuletzt auch die Politik und die Medien, haben es verschlafen, schärfere Eigenkapitalvorschriften zu erlassen oder zu fordern, als die Banken ihre Bilanzen massiv ausbauten, ihr Eigenkapital immer weiter reduzierten.

            Macht man das Richtige im falschen Moment, ist es halt trotzdem falsch.

          • Reto Stadelman sagt:

            @Taon
            Ich verstehe worauf sie hinaus wollen. Die Einschränkung der Kreditvergabe wird vor allem während des Umbaus zur Realität. Langfristig hingegen wird die Bank nur in geringem Ausmass weniger Kredite vergeben können. Wenn ich es richtig sehe, nur in dem Prozentbereich, in dem sie ihr EK Aufstocken musste (was immer noch Milliarden entspricht, ich weiss).
            Okey, nur wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt? Unser Banken werden IMMER behaupten “jetzt nicht, geht gerade nicht”. Sie denken vor allem an die tieferen Renditen da sie weniger FK im Verhältnis zum EK haben. Die Gier steht also im Vordergrund und weniger wirtschaftliche Überlegungen.
            Was Osis Spruch angeht: Das ist wohl eine Hund oder Ei Frage. Wächst zuerst die Wirtschaft und nachher die Bank oder umgekehrt? Ich behaupte die Wirtschaft wächst wenn findige Unternehmer ein Risiko eingehen und innovativ sind. Gleichzeitig wachsen die Banken natürlich mit. Aber es sind nicht die Banken die für das Wachstum sorgen. Hier erkenne ich (mal wieder) unglaubliche Arroganz das der Grübel meint die Banken sorgen für Wachstum… Die Banken sind wohl eher ein Indikator für Wachstum. Generieren können sie ihn nicht wirklich, auch dann nicht, wenn sie den Markt dank tiefen EK Quoten mit dem billigen Geld der Notenbanken füttern. Letztlich geht nichts an der Realwirtschaft vorbei…

          • Reto Stadelman sagt:

            @Toan
            Allerdings kann ich sie insofern auch noch auf etwas hinweisen. Es geht in dem Text oben nicht um die Erhöhung, sondern um die Langfristigen Auswirkungen wie sie in folgendem ungefähren Zitat der Bankenposition erkennen:
            «Wenn die Regulatoren verlangen, dass wir mehr Eigenkapital halten, wird das zwangsläufig unsere Kreditvergabe einschränken und damit die Gesamtwirtschaft schwächen.»
            Eigenkapital HALTEN. Da liegt der Hund begraben. Die Banken opponieren allgemein gegen eine Erhöhung. Das ist sozusagen “der Beweis” das mein Vorwurf es gehe nicht um die Wirtschaft sondern um die Gier gewisser Leute stimmt…

          • Anh Toan sagt:

            @Reto Stadelmann: Wenn verklangt wird, dass wir mehr Eigenkapital halten,

            Mehr als was? wohl mehr als bisher, also Steigerung des Eigenkapitals.

            Mittels Eigenkapitalvorschriften wird die Kreditvergabe beschränkt.

            Also muss eine Veränderung dieser die Kreditvergabe ändern. (Sofern nicht andere Kräfte, vor allem der Kapitalmarkt, dies verhindern).

            Und in welche Riohtung diese Veränderung geht, ist eigentlich auch offensichtlich.

            Der zeitpunkt jezt ist besser als nie, darüber habe ich keine Zweifel, aber ein Bankenbashing zu starten, weil die Banken reagieren, wie sie nun mal als hominem oeconominii reagieren müssen, erscheint mir wirklich nicht angebracht.

    • Frank Baum sagt:

      @Toan: Die Behauptung der Banken-Lobby ist doch: wenn die Eigenmittelanforderungen steigen, dann sinkt die Kreditvergabe. Der Artikel behaupotet: Dafür gibt es keine Beweise. Es gibt alleridngs Studien, die das Gegenteil beweisen, z.B. die Studie, die aufzeigt, wie sich die Kreditvergabe verhält, wenn man schwach kapitalisierte und stark kapitalisierte Banken vergleicht.

      Wäre die Behauptung der BAnkenlobby korrekt, dann müsste man erwarten, dass die Banken, die heute bereits stark kapitalisiert sind, weniger Kredite vergeben, als die schwach kapitalisierten Vertreter aus der Branche. Das ist aber eben nicht der Fall. Was auch klar ist: im Falle einer Krise reagieren schwach kapitalisierte Banken wesentlich rabiater als stark kapitalisierte Vertreter – sie ziehen in einem viel stärkeren Ausmass ihre Kredite zurück.

      Letzteres illustriert, wieso man überhaupt eine höhere Kapitalquote einfordern will. Die Kapitalquote soll ja zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte führen. Die Graphiken zeigen deutlich, dass sich stark kapitalisierte BAnken stabiler verhalten als schwach kapitalisierte Vertreter. Deswegen ist es wichtig, dass sich die Regulierungsbehörden gegenüber der Bankenlobby durchsetzen. Die Bankenlobby hat allerdings auch ein klares Interesse, genau das zu verhindern: man wills ich die Möglichkeit auf schnelle Gewinne nicht einschränken lassen, egal, inwiefern dies die Stabilität des Marktes beeinträchtigt.

      • Anh Toan sagt:

        @Frank Baum: “@Toan: Die Behauptung der Banken-Lobby ist doch: wenn die Eigenmittelanforderungen steigen, dann sinkt die Kreditvergabe. Der Artikel behaupotet: Dafür gibt es keine Beweise. Es gibt alleridngs Studien, die das Gegenteil beweisen, z.B. die Studie, die aufzeigt, wie sich die Kreditvergabe verhält, wenn man schwach kapitalisierte und stark kapitalisierte Banken vergleicht.”

        Also die Behauptung “wenn diese STEIGEN” wird widerlegt durch eine Untersuchung, wenn es so IST.

        Meine Schreibe!

        • Reto Stadelman sagt:

          @Toan
          Jetzt musste ich mich doch nochmal in die Materie vertiefen um ihnen etwas entgegenhalten zu können 😉
          “Mittels Eigenkapitalvorschriften wird die Kreditvergabe beschränkt.”
          Aber nur kurzfristig. Was die Banken eigentlich stört ist doch die leverage-ratio die erhöht wird. Ein Verbot das EK als Kredit zu vergeben gibt es aber nicht. Das heisst, wenn die Eigenkapitalquote mal gestärkt ist, wird die Kreditvergabe nicht mehr eingeschränkt (was ja ihre Rede ist oder?).
          Aber letztlich sind wird damit wieder bei der Ausgangssituation. Man kann von mir aus die Zeit die neuen Vorschriften umzusetzen erhöhen. Aber an den neuen Regeln führt kein Weg vorbei. Und die Behauptung Banken könnten dann weniger Kredite vergeben stimmt nur kurz- bis mittelfristig. Man kann auch sagen es ist eine Drohung oder Lüge, je nach dem wie man zu den Banken steht.

        • Frank Baum sagt:

          Nein, Toan, die Behauptung wird widerlegt, indem man unterschiedliche Institute schon heute vergleicht. Heute gibt es schwach kapitalisierte und stark kapitalisierte Institute. Wenn die Aussage der Bankenlobby stimmen würde, müsste man das schon heute an den unterschiedlich kapitalisierten Instituten beobachten können: stark kapitalisierte Institute sollten wenig Kredit vergeben, schwach kapitalisierte Institute sollten viel Kredit vergeben. Das müsste man bei unterschiedlich stark kapitalisierten Instituten beobachten können. Wenn man diesen Vergleich anstellt, merkt man, dass dem eben nicht so ist. Die Studie stützt somit die Behauptung der Bankenlobby nicht sondern widerlegt sie sogar, weil stark kapitalisierte Institute stabiler Kredite vergeben als schwach kapitalisierte.

          • Anh Toan sagt:

            @Frank Baum: “stark kapitalisierte Institute sollten wenig Kredit vergeben, schwach kapitalisierte Institute sollten viel Kredit vergeben. ”

            Nicht “sollten” sondern “haben”: Schwach kapitaliserte Banken haben im Verhältnis zu EK viel Kredit gewährt, stark kapitalisierte Banken haben wenig Kredit gewährt zum Eigenkapital. Die stark kapitalisierten Banken könnten in der Krise also Geschäfte der schwach kapitalisierten übernehmen, ihre Kreditvergabe ausbauen, tun dies aber nicht, da die starke Kapitalisierung ja sonst gefährdet wäre. Im Gegenteil reduzieren auch diese ihre Kreditgewährung um ihre starke Kapitalisierung zu erhalten (siehe blaue schwarze und grüne Kurven)

            Soll verhindert werden, dass Banken in/nach einer Krise ihre Kreditvergabe zurückfahren, müsste eine Art “Pflichtlagerreserve” für Eigenkapital eingeführt werden. Das Mindestkapital müsste höher als notwendig definiert werden, in der Krise könnten dann die Pflichttlager freigegeben werden. Ansonsten ist nach der Krise durch Verluste das Eigenkapital immer im Verhältnis zu den Vorschriften oder der Strategie zu klein, und die Aufnahme von neuem Eigenkapital ist in Verlustsituationen nie interessant, da macht man besser den Laden dicht.

            1:0 steht es für die Grossbanken, weil es Ihnen gelungen ist, mit dem Eigenkapitalscheinproblem vom eigentlichen Problem abzulenken: Sie sind noch immer “to big to fail”, einzig die Wahrscheinlichkeit des “fail” ist kleiner. Keine Regel beschränkt die Grösse der Banken. Da liegt der Sieg der Grossbanken, denen die Verstaatlichung und Aufspaltung des Geschäftes drohte.

            .

          • Anh Toan sagt:

            Ich glaube hier etwas durchaus intelligentes geschrieben zu haben:

            Die Notenbanken sollten versuchen, die Versorgung der Wirrtschaft miit Geld nicht über die Basisgeldmenge zu steuern, die kann nur über den Faschenhals der Bankbilanzen in der Wirtschaft ankommen, sondern über flexible Eigenkapitalvorschriften (was die CH-Nati bei den Hypothekarkrediten irgendwie versucht:

            Sehen die Notenbanken Überhitzungserscheinungen, erhöhen sie die Eigenkapitalvorschriften der Banken, soll die Wirtschaft angekurbelt werden, werden die Eigenkapitalvorschriften gelockert. So kann direkt das in der Wirtschaft ankommende Bankgeld, und nicht nur das einzig in Bankbilanzen ankommende Notenbankgeld beeinflusst werden.

            Nur eine Idee beim Samstagsfrühstück!

          • Reto Stadelman sagt:

            @Toan
            Sie haben etwas intelligentes geschrieben, keine Frage. Letztlich ist es ein Politikum.
            In gewissen Situationen kann es bei Banken zu Kreditklemmen kommen wenn sie mehr EK haben müssen. Auch gerade die Sache mit den Gewinnen (also auch Dividenden zurückhalten) ist ein Wadenbeisser, da sich so weniger Aktien emittieren lassen. Aber letztlich ist es eben auch eine Frage des Wollens, auf allen Seiten. Den Angestellten die ihre Boni nicht verlieren wollen, den Geldgebern die Traumdividenden von 10% wollen. Dieses Verhalten muss ändern, sonst gesundet die Wirtschaft nie.
            Ich weiss, dass ist ein Traum. Homo oeconomicus versus Planwirtschaft lässt grüssen. Aber wenn wir nicht wollen, dass der homo oeconomicus von einigen Wenigen uns alle zu Geiseln nimmt, dann müssen wir jetzt handeln. Einen besseren Zeitpunkt gibt es einfach nicht.

          • Reto Stadelman sagt:

            @Toan
            Samstagsfrühstück um 05:00 Lokalzeit? Entweder sind sie im Ausland oder kennen keine Freizeit 😉
            Wie auch immer, ihre Idee hat etwas bestechendes an sich. Flexible Bilanzen. Das scheint mir Sinn zu machen. Ist Ihnen bewusst, dass sie damit irgendwie eine Keynesianerin sind? 😉

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