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Warum Bitcoin (noch) nicht als Geld funktioniert

Markus Diem Meier am Mittwoch den 18. Dezember 2013
Bitcoins, conceptual artwork

Bitcoin fehlt eine wesentliche Eigenschaft von echtem Geld: Visualisierung der Onlinewährung. (Keystone)

Der Wert von Bitcoin hat im laufenden Jahr dramatisch zugelegt. Das sieht vielleicht wie ein grosser Erfolg aus, ist in Wahrheit aber das grösste Problem für die virtuelle Währung im Sinne ihres Anspruchs.

Bitcoin-Freunde versprechen sich von dieser Währung in der Regel zwei wesentliche Vorteile: Sie sehen sie als angemessenes Tauschmittel für die digitale Welt und/oder sie betonen ihre Unabhängigkeit von Notenbanken, denen viele nicht mehr trauen. Tatsächlich macht die Entwicklung des Bitcoin-Werts die Währung allerdings zu einem schlechten Tauschmittel und eine fehlende Notenbank in ihrem Hintergrund verschärft das Problem.

Der Index von CoinDesk zeigt die Wertentwicklung von Bitcoin im laufenden Jahr:

Preisentwicklung

Für eine solche schnelle und starke Wertzunahme einer Währung gibt es einen Namen: Deflation. Die Definition von Deflation geht meist von den Preisen aus und bezeichnet eine Situation, wenn die Preise der Güter insgesamt sinken. Das ist aber dasselbe wie ein höherer Wert der Währung, der sich daran misst, wie viel man damit kaufen kann.

Die folgende Grafik aus einem Beitrag von «The Atlantic» mit dem gleichen Thema zeigt einen Konsumpreisindex gemessen an Bitcoin-Werten mit der Basis 100 im Januar 2013:

Bitcoin-PreisindexWenn der Wert der Währung stark steigt, bzw. wenn die Preise sinken, gibt man das Geld nach Möglichkeit nicht aus, denn das hat hohe Opportunitätskosten zur Folge: Hätte jemand mit Bitcoin zu Jahrebeginn zum Beispiel einen Laptop gekauft, dürfte er oder sie sich jetzt ärgern, denn Anfang Dezember hätte er mit den gleichen Bitcoin mehr als 80 davon kaufen können. Um diesen Faktor hat die Währung in den genannten 11 Monaten an Wert zugelegt. Das mag schön sein für jene, die an Bitcoin Geld (zum Beispiel in Dollar) verdient haben, aber als Mittel zum Tausch eignet sich das virtuelle Geld so nicht – und das ist die Kernfunktion von Geld.

Die geringe Bedeutung von Bitcoin als Geld – also zur Vermittlung des Güteraustausches – zeigt auch die folgende, dem Artikel «These Three Graphs Prove That Bitcoin Is a Speculative Bubble» entnommene Grafik:

Bitcoin-Transaktionen

Der Chart zeigt an, wie viele Transaktionen in Bitcoin täglich von Dezember 2012 bis Dezember 2013 pro Dollar Bitcoin-Marktkapitalisierung getätigt wurden. Neutralisiert man den verzerrenden Effekt der massiv gewachsenen Marktkapitalisierung von Bitcoin zeigt sich ein Rückgang der Transaktionen. Jason Kuznicki, der Autor des Beitrags, kommt zum Schluss, dass die neue Währung vor allem aus spekulativen Gründen gehortet wird. Ein – wenn auch nur ansatzweiser – Ersatz des Dollars (als Vertreter herkömmlicher Währungen) zeichnet sich nicht ab:

«The total value of bitcoin is going up, but it’s mostly getting parked rather than being put to work. Apparently there just aren’t a lot of appealing ways to spend bitcoin, anecdotal news stories to the contrary notwithstanding. Instead, an increasing amount of bitcoin’s putative value (as measured in USD) is being squirreled away by larger and larger miner-investors. It’s not fueling a diversifying, all-bitcoin economy: if it were, transactions would be keeping up with or even outpacing market cap, particularly if bitcoiners came to rely increasingly on bitcoins and decreasingly on dollars for day-to-day purchases. That’s very clearly not happening.»

Dass Geld gehortet und dem Kreislauf entzogen wird, liegt in der Logik einer Deflation. Deshalb ist eine hohe und rasche Deflation in der Regel eine Katastrophe: Die Wirtschaft bricht dramatisch ein und die Arbeitslosigkeit explodiert. Nicht nur der Konsum wird in der Hoffnung auf noch tiefere Preise verschoben, auch Investitionen fallen als Folge des steigenden Geldwerts aus – und damit der steigenden Realzinsen. Denn die Investitionen müssen Renditen generieren, die die Geldwertsteigerung übertreffen, sonst lohnt es sich eher, auf dem Geld sitzen zu bleiben. Und eine bestehende Schuldenlast wird in Kaufkraft gemessen drastisch zunehmen. Letzteres zeigt nochmals unser Beispiel von oben: Eine Schuld im Gegenwert von 1 Laptop zu Jahresbeginn 2013 ist bis Anfangs Dezember auf einen Gegenwert von 80 Laptops angestiegen. Zum Vergleich: Die grosse Depression war eine Deflationskrise. Doch selbst damals brachen die Preise nicht annähernd so stark ein wie im Fall des Bitcoin-Preisindexes in diesem Jahr.

Stellt sich sogleich die Frage, was die Wirtschaftspolitik denn tut, wenn bei gewöhnlichen Währungen eine Deflation droht: Hier kommen die Notenbanken ins Spiel. Ihr Auftrag besteht darin, die Inflation auf tiefem Niveau zu stabilisieren. Sie sollen also durch ihre Geldmengensteuerung sowohl eine galoppierende Delflation wie eine entsprechende Inflation verhindern. Das ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass sie den Wert des Geldes stabilisieren und bei einem drohenden gefährlichen Wertverlust (Inflation) oder einem entsprechenden Wertzuwachs (Deflation) Gegensteuer geben sollen.

Notenbanken waren keine Erfindung, die auf düstere Absichten zurückgeht, um redliche Bürger um ihre Ersparnisse zu bringen. Sie wurden geschaffen, um Krisen zu verhindern, die als Folge der heftigen Schwankungen beim Wert des Geldes zuvor immer wieder aufgetreten sind. Meist waren es Finanzkrisen, die Deflationskrisen vorangegangen sind. Und solche waren es vor allem, die für die Gründung der Notenbanken den Ausschlag gegeben haben. Das gilt ganz besonders für die US-Variante Fed, die aktuell ihren 100-jährigen Geburtstag feiert. Kollege Tobias Straumann liefert hier die Geschichte.

Dass Bitcoin unabhängig von Notenbanken oder anderen Institution ist, die ihren Wert stabilisieren könnten, ist daher kein Vorteil für diese Währung. Im Gegenteil: Um die Funktion als Geld ausüben zu können, ist auch sie auf Stabilität angewiesen.

Daran sind natürlich all jene nicht interessiert, die in der Währung vor allem ein Spekulationsobjekt sehen und auf einen höheren Wert setzen. Aber als Vermögensanlage eignet sich Bitcoin gerade auch deshalb besonders schlecht. Wenn die Wertsteigerung einzig auf der Hoffnung ihrer Fortsetzung basiert – Käufe erfolgen wegen der Annahme, zu einem höheren Preis dereinst wieder verkaufen zu können – ist das zentrale Kriterium einer Kursblase erfüllt. Ein fundamentaler oder innerer  Wert als Massstab wie bei anderen Anlagen ist überhaupt keiner auszumachen, denn Bitcoins generieren anders als zum Beispiel Aktien, Anleihen oder Immobilien keinen (erwartbaren und auf einen Gegewartswert diskontierbaren) Einkommensstrom.

Das trifft auch für Papiergeld zu, doch gesetzliche Regelungen und Notenbanken sichern ihre Verwendbarkeit ab.

Das heisst nicht, dass die virtuelle Währung dem Untergang geweiht ist. Ihr Nutzen liegt aber nur in der Chance, nachhaltig als Tauschmittel funktionieren zu können. Und gerade dem stehen die ausgeprägten Wertschwankungen bisher im Weg.

 

 

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55 Kommentare zu “Warum Bitcoin (noch) nicht als Geld funktioniert”

  1. joris sagt:

    Für mich ist Bitcoin wie Geld. Ich habe ein paar Dollar durch den Handel mit Bitcoin und Litecoin auf ecoin.eu gemacht, so dass ich wirklich wie es. Sie haben einen interessanten Artikel zu präsentieren, danke.

  2. Nishalui sagt:

    Als Trader auf ecoin.eu, ich muss ständig um den Preis von Bitcoins zu überprüfen und überprüfen Sie den Preis online und da die Bitcoin Preis schwankt zwischen $ 230- $ 250, ist die Gewinnspanne sehr weniger. Wie können wir vorhersagen, die Bitcoin Preise und erhalten regelmäßige Updates darüber, wie wir Updates für Forex bekommen?

  3. Josef Anton sagt:

    Bitcoin mag sehr wohl eine Blase sein und wie bezeichnet man diese Entwicklung?

    http://www.acting-man.com/blog/media/2013/12/Monetary-Eras-US-TMS-2a.jpg

    • Marc Goldinger sagt:

      Das ist keine Blase, dieses Mal ist (wieder einmal) alles anders…

    • urs lehmann sagt:

      Grafiken, die einen derart breiten Wertebereich abdecken, besitzen kaum Aussagekraft wenn die Skala linear aufgebaut ist. Sie sind jedoch hervorragend geeignet zur Panikmache.

      • Josef Anton sagt:

        Es geht wohl weniger um Panikmache als um die Visualisierung eines Umstandes, dessen wir uns eh schon alle bewusst sind, zumindest die Kommentatoren hier. Diese Grafik birgt tatsächlich eine Schwäche in sich, indem sie das Wirtschaftswachstum nicht in ein Verhältnis zur Geldmenge setzt, genau wie obige Grafik des Bitcoin-Preises nicht in ein Verhältnis zu anderen spekulativen Anlagen (z.B. Kunst) in ein Verhältnis gesetzt wird. Aber jene Grafik würde nicht besser aussehen und die langfristig angelegte Entwertung des US$ ebenfalls gut aufzeigen, wobei die anderen Währungen grundsätzlich gleich gehandhabt werden und wir würden sogar erkennen, dass je schwächer das allgemeine Wirtschaftswachstum ist, desto stärker wird die Geldmenge verhältnismässig ausgeweitet, oder in anderen Worten jeder zusätzliche $ an Kredit erzeugt eine immer schwächere Wirkung auf das Wirtschaftswachstum.

        Ich spreche Bitcoin als Spekulation an, weil die Entscheidungsträger es nie zulassen werden, dass diese die von ihnen kontrollierte Währung ersetzen wird. Regierungen werden unter verschiedenen Vorwänden diese “Währung” regulieren und damit kontrollieren, sobald sie zu einer wirklichen Gefahr ihres Machtmonopols wird.

        • Urs Lehmann sagt:

          Bezüglich Regulierung gibt’s verschiedene Analogien, in der CH z.B. Reka-Checks und WIR. Beide sollten genügend gross und alt sein um die generelle Tendenz zur Regulierung abschätzen zu können. Beide werden wahrscheinlich gerne Auskunft geben.

          Aber meine Bemerkung zielt auf etwas völlig anderes, rein auf die grafische Darstellung bezogenes. Danke für den Hinweis dass ich ausformulieren sollte:

          Angenommen, das Geldmengenwachstum sei konstant, dann würde man erwarten, in etwa eine Gerade zu sehen. Dem ist aber wegen Massstab auf der y-Achse ganz und gar nicht so, man würde im Gegenteil eine steil ansteigende Kurve sehen, beinahe so steil wie die dargestellte. Sogar abnehmende Wachstumsgeschwindigkeit würde in einer immer steiler werdenden Kurve resultieren!

          Das meine ich mit Panikmache. Abhängig vom mathematischen Vorwissen des Erstellers wäre stattdessen vielleicht “Irreführung” angebracht, allenfalls sogar “böswillige Irreführung”.

          Der Grund für die Verzerrung liegt im Folgenden:
          Beim Stand von 1000Mrd entspricht auf der y-Achse 1cm einem Wachstum um 100% auf 2000Mrd. Der nächste cm entspricht 50% Wachstum auf 3000Mrd, der letzte cm von 9000Mrd auf 10’000Mrd nur 11,1% Wachstum. Bei angenommenen 11,1% Wachstum dauert der letzte Schritt (der letzte Zentimeter) demzufolge 1 Jahr, derjenige von 1000Mrd auf 2000Mrd hingegen knapp 7 Jahre (Zinseszinsrechnung. Wer linear rechnen will kommt auf neun Jahre, auch dieses Resultat ist für diese Betrachtung brauchbar). Deshalb wird für die allerallermeisten(!) Fälle eine steigende Kurve resultieren.

          Ein “korrekter” Massstab hingegen würde die y-Achse skalieren auf z.B. “Verdoppelung der Geldmenge”, d.h. jede Verdoppelung würde auf der y-Achse dieselbe Strecke belegen. Der erste cm (der fällt aus der Reihe) bis 1000Mrd, der zweite cm von 1000Mrd auf 2000Mrd, der dritte cm 2000Mrd auf 4000Mrd, dann auf 8000Mrd, etc. Das wäre ein Massstab für eine korrekte, faire und aussagekräftige Darstellung.

          Man würde wahrscheinlich auch mit korrektem Massstab eine steigende Kurve sehen, aber sie wäre mit Sicherheit um ein Vielfaches weniger steil als die in der Grafik.

          Ich fand das ziemlich schwierig zu formulieren. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

          • Josef Anton sagt:

            Sie meinen die Anwendung einer Logarithmische Skala und ihre verstehe damit Ihren Einwand.

          • urs lehmann sagt:

            Richtig. Aber nicht jeder hier würde “logarithmische Skala” verstehen, und das gäbe eine etwas kurze Reihe.

  4. Marcel Senn sagt:

    Verpasste Gelegenheiten kommen nie wieder — hätte ich 2010 für lumpige Fr. 100 Bitcoins gekauft – dann wär ich jetzt Millionär…

  5. Marc Goldinger sagt:

    47 Personen halten 28.9% aller Bitcoins, 927 Personen die Hälfte. Da erübrigt sich wohl die Frage, ob man da investiert sein sollte…

  6. Peter Ringger sagt:

    Da drängt sich doch auch die Frage auf: wie soll mit einer beschränkten Menge von nur 21 Mio. Bitcoin eine globale Währung entstehen? Das ist ja ein Fliegenschiss im Vergleich zum Umlauf im globalen Onlinehandel. Da dürfte ein Bitcoin irgendwann einmal viele Milliarden $ wert sein. Dann kaufe ich einen Song und bezahle dafür 0,0000000000099 Bitcoin? Nicht sehr praktikabel im Alltag.

    • Raphael Vollmer sagt:

      Es existieren bereits namen für kleinere Beträge, zum Beispiel 1 mbit = 0.001 bitcoins. Daran wird Bitcoin definitiv nicht scheitern.

      • Peter Ringger sagt:

        Aha, wir werden also mit nano-, pico- und femtobitcoins bezahlen. Mal sehen, wie das rauskommt.

  7. Johnny Smith sagt:

    Was für ein schlecht argumentierter Artikel! Nicht dass alles darin falsch wäre, aber die Argumentation… da kann ich nur den Kopf schütteln.

    1. Die Wertentwicklung von Bitcoin war ja so schnell und extrem, dass fundamentale Gründe nicht als Begründung taugen, höchstens zu einem Bruchteil. Hauptteil ist Spekulation/Herdentrieb,… (was aber auch bei anderen Gütern wie Aktien, Immobilien… der Fall ist. Das per se ist für mich deshalb kein Argument gegen Bitcoin, sonst müssten wir noch vieles andere auch abschaffen.

    2. Wenn also Fundamentales nicht (oder nur zu einem kleinen Teil) für die kurzfristige Wertentwicklung verantwortlich ist, wie aussagekräftig ist dann eine Grafik, welche die Transaktionsanzahl durch den viel höheren Wert teilt und dann zur Schlussfolgerung kommt, die Bitcoin-Transaktionsbedeutung hätte abgenommen, Bitcoin hätte eine geringe/abnehmende Bedeutung als Geld? Was für ein Schrott. Selbstverständlich hat Bitcoin eine geringe Bedeutung und wird nicht mal ansatzweise den USD ablösen. Da scheinen einige Akteure (Zentralbanken?) in Panik geraten zu sein und wollen ‘schiessen’ auf den ungeliebten Neuankömmling.

    Dabei gibt es so überzeugende Argumente gegen (durchaus auch viele für, siehe zB Kommentar oben von Alois Krieger) Bitcoin. Bitcoin hat im Gegensatz zu den schwindsüchtigen Normalwährungen) eine obere Grenze an überhaupt miningbaren Bitcoins (was grundsätzlich eher ein Vorteil und eben auch Hintergrund für Bitcoin ist). Aber Bitcoins gehen verloren (Schlüssel wird verloren zB Todesfall, Vergesslichkeit,…), womit systemimmanent eine gewisse Deflation vorliegt. Das ist natürlich nicht sinnvoll (fast so wenig wie die systemimmanente Inflation unserer normalen Währungen). Ein weiteres Problem liegt im immer energieintensiveren, weil komplexeren Minings. Irgendwann kostet das Mining mehr als der Gegenwert der Bitcoins wäre. etc etc

    Sehr schwacher Artikel, wesentlich interessantere Kommentare!

  8. Alois Krieger sagt:

    Die “Deflation” bei Bitcoin ist kein Problem für die Wirtschaft, mindestens solange nicht, wie Bitcoin keinen wesentlichen Anteil an der weltweiten Bargeldhaltung ausmacht – dazu müssten Bitcoins noch viel höher steigen.

    Der grosse Vorteil von Bitcoin ist das günstige Verschieben des Geldes. Es gibt heute keinen Grund mehr, wieso eine Übersee-Überweisung mehrere Tage dauert und nicht mehr als ein paar Rappen kostet – ausser, das Oligopol der grossen paar Banken.

    Für Zahlungen können Bitcoins gleichzeitig mit dem Kauf gewechselt werden, dazu wird es bald Lösungen geben. Für Verkäufer gibt es diese schon, diese können ohne Risiken Überweisungen in Bitcoins entgegennehmen und einen festen Betrag in ihrer Heimwährung bekommen.

    Bitcoins sind also nicht wertlos, ihr Wert liegt in ihrer Funktion als Zahlungsmittel und je mehr Leute die Währung akzeptieren, desto höher wird dieser liegen. Ob der heutige Wert der Bitcoins hoch oder tief ist, lässt sich kaum beantworten.

    Dass die Währung momentan hauptsächlich gehortet wird, ist nicht so wichtig. Venture Kapital Firmen investieren viel Geld in Bitcoin-Startups. Es wird bald viel einfacher, Transaktionen in Bitcoins abzuwickeln.

    Übrigens, ob die Notenbanken momentan einen guten Job machen, ist sehr fraglich. Ist es die Aufgabe der Notenbanken, jede Krise zu verhindern, indem einfach mehr und mehr Geld in Umlauf gebracht wird? Geld gedruckt ist schnell, aber die Probleme sind nicht gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben.

    Die Notenbanken sind heute korrumpiert durch die Finanzbranche. Gratis-Kredite entwerten das Geld, wenn auch nur im Verhältnis zu anderen Investitionsgütern (wer kein Geld hat, kann keine Kredite aufnehmen, deshalb sind die Verbraucherpreise nicht gestiegen. Gegenüber Immobilien oder z.B. Rohstoffen ist auch der Schweizer Franken schon stark abgewertet). Und weil es nicht mehr möglich ist, mit einem einfachen Sparkonto den Wert der Ersparnisse zu erhalten, sind wir immer stärker auf die Banken angewiesen. Wir müssen Kredite aufnehmen oder andere Finanzprodukte kaufen, um die Entwertung unserer Ersparnisse zu vermeiden.

    Vielleicht erspart uns die Politik der Notenbanken kurzfristig ein paar Jobs, aber zu welchem Preis? Die Zeche werden die normalen Sparer und die Pensionskassen zahlen. Die reichen Unternehmer und Immobilienbesitzer werden von der Inflation profitieren. Wie sozial ist das?

    • Johnny Smith sagt:

      @ Alois Krieger

      Guter Kommentar, danke.

      • Ahn Toan sagt:

        Als ich auf Bitcoins aufmerksam wurde, fand ich eine Seite, auf welcher mir der Gründer oder Chefrechner oder was auch immer erklärte, dass Bitcoin so gutes Geld sei, weil es zum USD so und so viele Prozentpunkte gewonnen hätte, trotz aller Schwankungen.

        Da hab ich gedacht, wer so argumentiert, hat keine Ahnung über die Funktion und das Wesen von Geld, oder er hat und betrügt.

        MDM hat zumindest Ahnung über die Funktion von Geld, @Baer über dessen Wesen.

        • Ahn Toan sagt:

          Sehen Sie sich mal die Kursschwankungen sogar Intraday an, da sind Nafka besseres Geld!

        • Johnny Smith sagt:

          @ Anh Toan

          Eben! Die Argumention auf dieser Basis (der Wertentwicklung; siehe mein Kommentar unten) ist, egal ob für oder gegen Bitcoin, absoluter Nonsense.

        • Ahn Toan sagt:

          Wenn diese Argumentation aber von der Stelle kommt, die sagt, sie mache besseres Geld als Notenbanken, ergibt sich mir schon ein Sinn aus dem Unsinn: Finger weg!

  9. Baer sagt:

    Noch ein wichtiger Unterschied wird in diesem Artikel nicht behandelt: der Emissionsmechanismus. (Publikums-)Geld entsteht, wenn Geschäftsbanken Kredite sprechen. Das hat eine Schuld für den Kreditnehmer und gleichzeitig eine Gutschrift für den Bezahlten zur Folge. Die Bank dient als Intermediärin zwischen Bankschuldner und -gläubiger und hat nun sowohl eine zusätzliche Schuld wie auch eine zusätzliche Forderung.

    Beim Bitcoin hingegen erhält derjenige einen Coin, der eine mathematische Aufgabe löst. Der Bitcoin stellt keine Forderung und keine Schuld dar, sobald er verliehen wird. Er ist ein Objekt, welches nicht als Schuldbeziehung existiert. Das Geld, das man auf dem Bankkonto oder in der Hosentasche hat ist immer eine Forderung gegenüber einer Bank.

    • Ahn Toan sagt:

      Ein Bitcoin, der keine Forderung ist, ist genau wie ein leerer Ordner, hatten wir schon. Diesmal werden halt eine grosse mathematisch begrenzte Zahl leerer Ordner genannt Bitcoin verkauft. Limitierte Auflage hatten wir auch schon.

  10. Luzius Meisser sagt:

    Die starken Kursschwankungen sind zweifellos ein Problem für die Akzeptanz als Zahlungsmittel. Meine Hoffnung ist, dass diese Volatilität aber über die nächsten Jahre weiterhin abnimmt und die Nützlichkeit steigt. Die Technologie hinter Bitcoin ist revolutionär und hat ein enormes Potential. Wie die ganze Geschichte ausgeht, werden wir in fünf Jahren sehen – ähnlich wie sich das Potential des SMTP-Protokolls (Email) 1990 noch schwer abschätzen liess.

  11. Reto Stadelman sagt:

    Meiner Meinung nach kann man das Dilemma des Bitcoins ganz einfach darstellen: Er leidet unter massiver Deflation weil seine maximale Menge beschränkt ist. Niemand will in ausgeben weil sein Wert immer weiter steigt. Damit ist er als Zahlungsmittel praktisch unbrauchbar. Überhaupt sind starre Währungen in unserer Wirtschaft wenig als Zahlungsmittel geeignet. Das gilt auch für Gold. Höchstens als Wertanlage kann man sie effektiv benutzen. Und da hat der Bitcoin einen mehr als schweren Stand weil er eben schon fast buchstäblich aus Luft ist.
    Mal sehen ob sich der Bitcoin als Wertanlage durchsetzen wird. Ich habe meine Zweifel, aber wer weiss schon wie der Mensch tickt?

    • To Bi sagt:

      Weshalb sind Ihrer Meinung nach “starre Währungen” wie z.B. Gold nicht als Zahlungsmittel geeignet? Gold wird ja schon seit Jahrtausenden als Zahlungs-/Tauschmittel verwendet. “Normale” Währungen hingegen kommen und gehen…

  12. Toni Dubs sagt:

    Man moege sich zudem einmal damit auseinandersetzen, wie Bitcoins generiert werden. Die Oekobilanz ist absurd. Es wird jede Menge Strom verheizt – wozu?

    • Luzius Meisser sagt:

      Wenn Gold im einen Land mit viel Aufwand aus der Erde geholt wird, nur um es in einem anderen Land wieder unter der Erde zu lagern, kann das auch als Leerlauf betrachtet werden.

      • Toni Dubs sagt:

        Dann ist aber ein physisch existentes Produkt da. Da Bitcoins “errechnet” werden, muss um so mehr Strom in Waerme verraucht werden, je mehr gebraucht werden. In anderen Worten: Bitcoins beruhen auf dem Prinzip, durch Verschwendung nuetzlicher Energie vituellen Wert zu generieren.

        • Thomas sagt:

          In manchen Ländern, wie Thailand, wurde diese virtuelle Währung verboten. Bei uns hier ist dies noch nicht der Fall, obwohl auch nach der Pleite von Mt. Gox die Meinungen hier sehr weit auseinander gehen. Bleibt abzuwarten, wie sich das ganze in Zukunft tatsächlich noch entwickeln wird.

      • Josef Anton sagt:

        Wenn es wirklich ein Leerlauf wäre, würden die Menschen damit schnellstens aufhören. Jedoch wurde Gold aufgrund seiner Eigenschaften als wohl bestgeeignete Materie für die werterhaltende Funktion von Geld betrachtet, worin es seine Nützlichkeit bewies.

        Die begrenzende Wirkung einer Golddeckung der Währung auf die staatliche Macht wurde durch ein Zentralplanungskomittee ersetzt, welches uns aufgrund fragwürdiger wirtschaftswissenschaftlicher Theorien in die heutige Situation führte.

  13. Nicolas Pidoula sagt:

    Bitcoins ist eine neue Spekulationsblase, die wie alle andern Blasen auch platzen wird. Zur Zeit wird diese Scheinwährung benutzt, um die Leute vom Gold abzuhalten. Ist alles Gold bei den Bankstern gelandet und viel Geld in Bitcoins gepumpt, wird man die Blase platzen lassen und nochmals grosse Summen absahnen.

  14. Martin Krung sagt:

    Vorallem ist Bitcoin und deren Abkömlinge (über 60 andere Crypto Currency) eines: Eine Erfindung die die Welt verändern wird. Bitcoin, oder eine Nachhfolger wird das weltweite Zahlungsystem verändern. Ein Grund, warum der Boom in den USA so stark ist, ist das die USA immer noch Checks kennt. Bitcoin ist auch in China stark, weil es ermöglicht den Rimimbi frei zu konvertieren. Der Staat geht nun genau darum dagegen vor.

    Um die revolutionnäre Kraft von Crypto Currency zu vestehhen, muss man aber auch technisch verstehen, was an Bitcoin so speziell ist. (Was sehr wenige tun, die jetzt davon schwärmen oder Bitcoin verdammen)

    • urs lehmann sagt:

      Lauf FDIC (der US-Einlagenversicherung, ein Teil der Bankaufsicht) haben 2012 8,2% der Amerikaner kein Bankkonto, weitere 20% sind “underbanked”, d.h. haben eines aber nützen es wenig/kaum. Das dürfte einer der Hauptgründe dafür, dass Checks immer noch weit verbreitet sind.

      Wer eine Cryptocurrency (CC) startet, kann sich problemlos ein grosses Startguthaben errechnen bevor das Ganze auf die Öffentlichkeit losgelassen wird – wenn die Währung einschlägt sind die Initianten fein raus, wenn nicht sind die Verluste vernachlässigbar – der Traum jedes Möchtegern-Millionärs schlechthin!

      Dieses Schema erinnert mich stark an einen “Pump and Dump” von praktisch wertlosen Aktien, auch die Konzentration von einem Viertel aller Bitcoins auf weniger als 50 Personen deutet stark in diese Richtung. Ein zentraler Mechanismus bei einem P’n’D ist das erzeugen von Publicity zur Steigerung der Nachfrage. Sie enden damit, dass der Kurs auf sein ursprüngliches Niveau zurückfällt und die späten Einsteiger ihr “Investment” praktisch vollständig verlieren. Caveat emptor!

  15. Dani Keller sagt:

    Was Bitcoin vorallem fehlt, ist Vertrauen.
    Irgendwann wird es virtuelle Währungen geben, die auch Vertrauen finden werden. Das wir noch lange dauern. Bitcoin wird jedenfalls nicht dazu gehören. Im Gegenteil, wird Bitcoin als Negativbesipiel einer virtuellen Währung in die Geschichte eingehen.

    • Ahn Toan sagt:

      @Dani Keller: Braucht es virtuelle Währungen?

      Ich kann hier meine nebulöse Sichtweise nicht präzis formulieren, tut mir leid, glaube dennoch etwas beizutragen:

      Virtuelle Währungen braucht das Internet dort, wo es komplett eine virtuelle Welt bleibt. Sim City braucht eine virtuelle Währung. Soll jedoch ein Transfer in die reale Welt stattfindet, braucht das Internet keine virtuelle Währung, sondern reale Währungen, oder eine virtuelle Währung die vom Publikum als real anerkannt ist.

      Ich frage mich, ob die Welt nicht eine globale Währung braucht, und wenn ja kann ich mir gut vorstellen, dass eine mit den dank Internet möglichen Kreationsprozessen (Schwarmintelligenz, Crowdfunding usw usw) basierende virtuelle Währung faktisch zur realen Weltwährung wird, weil sie ein besseres Geldmodell für eine globale Währung schneller entwickelt, als die Politik.

      Bis zu einem gewissen Grad taugt vieles als Währung (wie Sie sagen, “Vertrauen” ist grundlegend und braucht keinen Grund), von Gold über Glasperlen bis zu Zigaretten. Das “Internet” ermöglicht vorher unvorstellbare Kreativität. Bitcoin jedoch ist ein (falscher, ich meine betrügerischer) Schritt dahin.

  16. Hans Widmer sagt:

    Sie haben mit ihrer These, dass Bitcoins (noch) keine richtige Währung sind durchaus recht. Damit nehmen sie sich aber auch gleich die Möglichkeit, bei den Bitcoins von einer Deflation zu sprechen.
    Da die Bitcoins lediglich ein knappes gut wie jedes andere sind, hängt deren Wert von Angebot und Nachfrage ab.
    Das Angebot ist ja sehr beschränkt. Aber die Nachfrage ist aktuell gerade stark am Steigen.
    Moentan benutzen wahrscheinlich weniger als 1 Promille der Schweizer (Man könnte auch jede andere Gruppe nehmen) Bitcoin, und solange nicht mindestens 50% der Bevölkerung an der Währung teilnehmen, wird sich der Wertzuwachs fortsetzen.
    Erst wenn die Währung das Wirtschaftssystem durchdrungen hat, können die Long Run Betrachtungen, von Nutzen sein.

  17. Peter Ringger sagt:

    Grundsätzlich alles richtig, aber nicht ganz vollständig. Der aktuell hohe Wert des Bitcoins macht Mining sehr lukrativ, dadurch dürfte der Wert des Bitcoins bald wieder sinken, da das Angebot an Bitcoins immer grösser wird, die Nachfrage kurz- bis mittelfristig aber stabil bleibt oder eher sinkt. Die Rolle der Nationalbank spielen jene Leute, welche die Kriterien für das Mining und das Gesamtvolumen des Bitcoins festlegen. Machen die alles richtig, hat der Bitcoin eine Chance, sich durchzusetzen. Aber auch nur dann, wenn er von allen wichtigen Onlinehändlern, vor allem natürlich Amazon, als Zahlungsmittel akzeptiert wird.

    • MP sagt:

      Die Verschlüsselung steigt mit steigendem Minig. D.h. dass bei einem steigenden Mining infolge zunehmenden Usern die Erträge mit gleicher Hardware sinken, da die Verschlüsselung für das Mining steigt. Schon jetzt sind die Hardwareanforderungen für ein schnelles Mining sehr hoch, die Stromkosten sind ein nicht unwesentlicher Faktor.

  18. Gudrun sagt:

    Prof. Dr. Rainer Böhme: “Bitcoin wird seine Nische finden”

    http://goo.gl/r5X238

  19. Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel — und viel Glück für den zu erwartenden Ansturm all der Liberal-Fundamentalisten, die zweifellos wie ein Tormado über Sie hereinfallen und Sie in der Luft zerreissen werden, weil Sie es gewagt haben, ihr neues ideologisches Lieblingskind zu hinterfragen. So etwas kennen sonst nur Apple-Kritiker… 😉

    • Ahn Toan sagt:

      @Ralph Sommerer: Bravo! wollte ich schon lange zu diesem Kommentar schreiben, inzwischen weiss ich auch, was ich hinzufügen kann:

      Stellen Sie sich den Ansturm vor, wenn die Behörden erkennen, dass Bitcoin schlicht betrügerisch ist (es ist kein Geld, das behaupten die aber) und zum Schutz des dummen Publikums verboten wird.

      Als Politiker würde ich sagen, die, welche sich da reinziehen lassen, wollen ohnehin nicht geschützt werden, glauben an Entscheidungsfreiheit, freier Markt und so, hassen staatliche Bevormundung, also lass sie doch, und bereite dich darauf vor, was du tust und sagst, wenn die Blase geplatzt ist und genau die Gleichen Dir vorwerfen, sie nicht beschützt zu haben.

  20. Peter Gander sagt:

    Es soll ja insgesamt nicht mehr als 21 Millionen Bitcoins geben – können 21 Millionen einen mehr als nur marginalen Einfluß auf den weltweiten Geldverkehr haben? Auch wenn zur Zeit 1 Bitcoin 1000 USDollars wert ist, ist es immern noch wenig Geld …

  21. Ahn Toan sagt:

    Bitcoins taugen zu zwei Dingen:

    1. Spekulation

    2. Verschieben krimineller Gelder (Blutdiamten, Drogengelder, Menschenhandel, See- und UInternetpiraterie, Guerillafinanzierung, usw. bis zu Steuerhinterziehung oder -betrug)

    Für den ersten Zweck sind die enormen Kursschwanken nützlich, für den zweiten weniger schädlich, als die hoheitliche Überwachung von Zahlungsströmen. Beim Verschieben und Aufbewahren von kriminellen Geldern besteht immer ein hohes Totalverlustrisiko, entweder durch die Staaten, oder durch Wert- oder physischen Verlust des Transaktionsmittels (der Bargeldbote setzt sich ab mit dem Geld, der Treuhänder, welcher die Offshorefirma führt, führt die Geschäfte untreu….)

    Man könnte also in Bitcoins investieren, mit dem Ziel, am ständig wachsenden kriminellen Geschäft zu partizipieren.

    Als Geld im Sinne von allgemein akzeptiertem Zahlungsmittel taugen sie nicht.

    • AJ sagt:

      Zum Punkt 2: Bargeld eignet sich immer noch am besten zum Verschieben von kriminellem Geld. Bitcoin eher weniger, denn bei Bitcoin ist jede Transaktion, die es je gab, dezentral gespeichert. Damit wird verhindert, dass man einen Bitcoin mehrmals ausgeben kann. Bitcoin ist Software und somit kopierbar, wenn aber der Weg von jedem Bitcoin jedem Nutzer bekannt ist, nützt das kopieren nichts.

      Der Artikel vergisst sowieso noch etwas grundsätzliches, die maximal mögliche Anzahl der Bitcoins ist prinzipiell begrenzt, was zu Deflation führen wird. Diese Grenze wurde noch nicht erreicht, daher ist das, was wir jetzt hier sehen, nur Spekulation.

      • Ahn Toan sagt:

        Das Problem mit Bargeld im kriminellen Geschäft ist, dass grössere Summen nahezu zweifelsfrei als kriminellen Ursprungs zu identifizieren sind. Alleine der Besitz von grösseren mengen Bargeld führt zu Untersuchungen betreffend deliktischen Ursprungs. Andere Möglichkeiten, wie Inhaberaktien und so, werden immer mehr grundsätzlich verboten. Auch für Kunst, Luxusautos und Uhren wird immer häufiger die Bezahlung über Banken und nicht bar veralngt, bald ist es grundsätzlich ilegal, erinen Ferrari bar zu bezahlen. Bargeld deliktischen Ursprungs soll wertlos gemacht werden, hier sind Bitcoins eine echte Alternative, was das organisierte Verbrechen vor mir entdeckt hat.

      • Ahn Toan sagt:

        Verfolgen lassen sich Bitcoins allenfalls zu einer virtuellen Person, Jede physische Person kann mit relativ einfachen Mitteln unendlich viele virtuelle Personen schaffen, deren Zuordnung zu einer existierenden Person unmöglich ist. Selbst Computerbanausen wie ich schaffen es, mittels eines Proxyservers anonymisierten Zugang zu gesperrten Seiten zu erhalten, ich bin überzeugt, mit etwas mehr Kenntnissen lässt sich sehr leicht eine virtuelle Person schaffen, die nicht zu einer existierenden Person weist, oder auf eine bereits verstorbene Person, oder einer existierenden Person, die nichts mit der wirklich hinter der virtuellen Person stehenden Person zu tun hat.

        (Vielleicht habe ich Bitcoins auf einem Computer irgendwo, weiss nur nichts davon!)

  22. Hans Graber sagt:

    Bitcoins sind wie damals Tulpenzwiebeln in Holland. Im Nachhinein begreift niemand, was da los war.

    Wobei Tulpenzwiebeln noch einen Nutzen hatten.

    Was Schweizer Franken wertvoll macht, ist die Tatsache, dass der Staat sie als Zahlungsmittel für Steuern und Gebühren einfordert. Letztlich sind es also Männer mit Waffen, die den Wert ausmachen, denn wir alle wissen, dass es Konsequenzen hat, wenn man nicht genug vom Zahlungsmittel hat und dem Staat die Steuerschuld nicht bezahlen kann. Und wir wissen, dass das alle anderen Mitbürgern genauso geht. Wir wissen also, dass Schweizer Franken immer nachgefragt werden. So lange der Staat glaubwürdig sein Machtmonopol ausüben kann.

    Der natürliche Wert von Bitcoin hingegen ist Null. Es ist nur die Hoffnung, dass man seine Bitcoins noch vor dem Platzen der Blase gegen etwas Wertvolles eintauschen kann.

    • Raphael Vollmer sagt:

      Wie können Sie behaupten, dass der natürliche Wert von Bitcoin null ist? Bitcoins sind extrem nützlich und praktisch, mussten Sie schon einmal Geld ins ausland versenden? Mit Bitcoins können Sie dies innert Sekunden tun, und dazu noch praktisch gratis. Dies ist nur eins von dutzenden Beispielen, wie nützlich Bitcoins sind. Dieser Nutzen gibt Bitcoins den Wert. Genau wie das Internet einen Wert hat, auch wenn man es nicht anfassen kann.

      • Dani Keller sagt:

        @Vollmer: Geld überweisen ins Ausland geht schon seit Jahren auch ganz einfach und relativ günstig mit Paypal.
        Oder aber ganz klassisch per E-Banking. Für sowas brauchts nun wirklich keine Bitcoins.
        Und Bitcoin=Wert Null ist sehr wahrscheinlich. Ich denke spät. in 1 Jahr sind wir soweit.

        • Roger Walser sagt:

          @Keller: Natürlich kann man heute schon Geld ins Ausland überweisen, die Frage ist nur: Zu welchem Preis? Heute können Sie das nur gegen das Preisgeben Ihrer Daten und dem bezahlen von, zum Teil recht hohen, Gebüren. Bei Bitcoin Wissen nur Sie und Ihr Gegenüber das Geld geflossen ist und wie viel. Ich persönlich finde, dass es den Vaterstaat nichts angeht wenn ich mir einen Porno ganz legal im Internet ansehe und dafür bezahle. Vielleicht kaufe Ich mir auch ein E-Book in Amerika, weil es da günstiger ist als in der Schweiz, auch das geht niemanden etwas an, ausser den Verkäufer und mich. Das ist der grosse Vorteil den Bitcoins bieten. Man kann damit, wie mit Bargeld im echten Leben, im Internet Anonym bezahlen.

  23. Eugen Motz sagt:

    Interessanter Artikel: Ist der von den Notenbanken in Auftrag gegeben worden? Denn der einzige Grund, warum diese virtuelle Währung derart boomt ist, dass kein Vertrauen mehr in die Banken da ist.
    Und das stört die Banker, die also darum kämpfen, dass die einzelnen Staaten Bitcoin genauso regulieren sollen, damit sie wieder leichtes Spiel haben und weiter beruhigt mit fremden Einlagen zocken können. Denn das Resultat ist uns ja aus den vergangenen Jahren bekannt, die Strafen dafür nicht vorhanden oder so minimal, dass es keinen der geldgierigen Banker abschreckt.

    • Josef Anton sagt:

      Guter Kommentar, wobei ich selber Bitcoin eher als eine Spekulationsblase erkenne, wobei die Zentralbanken uns ja zwingen zu spekulieren.

      MDM sucht sich vielleicht bei der Presseabteilung der SNB zu bewerben und missversteht anscheinend die Funktion der 4. Macht im Staat, welche diejenigen an der Macht kritisch zu hinterfragen hat, wobei ein wenig auch sein persönlicher Glaube in die indoktrinierte wirtschaftswissenschaftliche Lehre mit auf dem Spiel stehen mag. und somit seine berufliche Zukunft. Es ist wohl eine sehr schmale Gratwanderung zwischen sozialistischer Wirtschaft, welche dem Volke dient, und Planwirtschaft, welche die Menschen versklavt.

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