Ein Hedge-Fund-Manager erklärt die Wirtschaft

Ray Dalio spricht am WEF in Davos, 25. januar 2012. (AP/Anja Niedringhaus)

Hedge-Fund-Manager Ray Dalio spricht am WEF in Davos, 25. januar 2012. (AP/Anja Niedringhaus)

In einem halbstündigen Video erklärt der Gründer des weltweit grössten Hedge Funds die Mechanik der Wirtschaft auf eine Weise, dass es jeder versteht und auf eine Weise, wie es noch niemand getan hat.

Ray Dalio, von dem das obige Video stammt, ist 64 Jahre alt und Gründer Bridgewater Associates. Dieser Hedge Fund verwaltet laut einem Artikel der «New York Times» rund 150 Milliarden Dollar. Das Vermögen von Dalio soll sich auf rund 13 Milliarden belaufen.

Sein Motiv für das Video macht er gleich zu Beginn klar: Dalio glaubt, dass mit einem besseren und stärker verbreiteten Verständnis zur Funktionsweise der Wirtschaft viel Elend zu vermeiden wäre. Was er im Video erklärt, ist im Kern sein eigenes Verständnis der Abläufe, das ihm wärend mehr als 30 Jahren dienlich war und ihm auch geholfen hat, die Finanzkrise vorauszusehen und ihr aus dem Weg zu gehen. Nun fühlt er sich aus Verantwortungsbewusstsein verpflichtet, seinen unkonventionellen Zugang zu den Wirtschaftsabläufen öffentlich zu machen. Im Original:

«The economy works like a simple machine. But many people don’t understand it or they don’t agree on how it works. And this has led a lot of needless economic suffering. I feel a deep sense of responsability to share my simple but practical economic template. Though it is unconventional, it has helped me to anticipate and to sidestep the global financial crisis. And it has worked well for me for over 30 years».

Die dreissig Minuten sind gut investiert: Selten erhält man in dieser Dauer eine ganze Reihe höchst aktueller ökonomischer Themen so gut und nachvollziehbar erklärt. Hier eine Auswahl:

  • Wie gewöhnliche Wirtschaftszyklen entstehen und wie sie mit Krediten und der Geldschöpfung der Notenbanken zusammenhängen.
  • Was Schuldenabbau-Depressionen («Deleveraging») von gewöhnlichen Rezessionen unterscheidet und warum die gewöhnlichen Reaktionsmöglichkeiten von Notenbanken dann nicht mehr funktionieren.
  • Warum dann die Staatsverschuldung steigt und harte staatliche Sparmassnahmen (Austerität) in dieser Situation dennoch schädlich sind.
  • Warum dann die Gefahr von sozialen und internationale Spannungen steigt.
  • Weshalb dann aussergewöhnliche Massnahmen der Notenbanken und der Staaten nötig sind, aber auch gefährlich.

Alles Themen, mit denen wir uns auf diesem Blog auch immer wieder beschäftigt haben.