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Weshalb Austerität nicht funktioniert

Mark Dittli am Freitag den 26. April 2013
«Die beste Definition für Irrsinn ist, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen»: Albert Einstein. (Keystone/Archivbild)

«Die beste Definition für Irrsinn ist, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen»: Albert Einstein. (Keystone/Archivbild)

Einstein soll einst gesagt haben, die beste Definition für Irrsinn sei, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen.

Gemäss dieser Definition sind Politiker und Ökonomen irrsinnig, wenn sie heute fordern, die von anämischem Wachstum und hohen Schulden geplagten Staaten müssten mit der Umsetzung harter Austeritätsmassnahmen wieder auf die Beine kommen. Wieso das? Weil es kein Beispiel in der Geschichte gibt, in der mehrere gewichtige Länder gleichzeitig dank Austeritätspolitik – also Kürzungen von Staatsausgaben, um das Haushaltsbudget zu konsolidieren und Staatsschulden abzutragen – gesundet sind. Versucht wurde es mehrmals, aber funktioniert hat es nie.

Die vergangenen zwei Wochen waren denkbar frustrierend für die Austeritätsfantasten. Die von den Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff aufgestellte These, wonach Staaten massiv an Wachstumsdynamik verlieren, wenn die Schuldenquote 90% der Wirtschaftsleistung übersteigt, ist spektakulär in Rauch aufgegangen (in diesem Blogbeitrag mehr dazu). Um den wohl strammsten Verfechter der Austeritätspolitik unter den namhaften Ökonomen, Alberto Alesina, ist es derweil schon seit längerer Zeit ruhig geworden – ihm wurde bereits vor gut zwei Jahren in diesem Papier von Mike Konczal eine reichlich naive Interpretation seiner Forschungsdaten nachgewiesen.

Die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds haben längst erkannt, dass Austerität in der heutigen Situation das falsche Rezept ist, doch Europa steckt immer noch im Würgegriff der Hardliner. Die Agenda für die Eurozone müsse sich auf Fiskalkonsolidierung und Strukturreformen konzentrieren, twitterte Jeroen Dijsselbloem, der niederländische Finanzminister und Vorsitzende der Eurogruppe, am vergangenen Wochenende.

Dieser Tage ist ein Buch erschienen, das er vielleicht lesen sollte: Austerity – The History of a Dangerous Idea. Geschrieben hat es Mark Blyth, Professor für Politökonomie an der Brown University in Providence, Rhode Island. Er beschreibt darin die gut dreihundertjährige Geschichte der philosophischen Auseinandersetzung zwischen Markt und Staat, angefangen mit John Locke, weitergeführt von David Hume und Adam Smith und danach von David Ricardo und John Stuart Mill bis hin zu den «Österreichern» und Keynes.

Blyth zeigt in seinem Buch auf, dass Austerität immer kläglich versagt hat, wenn zu viele Länder gleichzeitig diese Politik verfolgten und damit nicht von einem Nachfrageboom im Aussenhandel profitieren konnten. Die einzigen Beispiele, die funktionierten, liefern kleine, exportorientierte Volkswirtschaften, die von einer brummenden Weltkonjunktur profitieren und in den allermeisten Fällen ihre eigene Währung markant abwerten konnten (etwa Kanada in den Achtziger- und Schweden in den Neunzigerjahren).

Die wichtigsten Begründungen, weshalb Austerität nicht funktionieren kann, liefert Blyth in diesem Video (amüsante Spezialeffekte und schottischer Akzent inklusive):

Das grundsätzliche Problem ist der Zustand der sogenannten Bilanzrezession, in der sich auch heute noch Volkswirtschaften wie Spanien, Grossbritannien, Japan, Portugal, Irland und teilweise auch die USA befinden. Das Phänomen der Bilanzrezession haben wir in diesem Kommentar schon eingehend thematisiert, daher nur das Wichtigste in Kürze. Am deutlichsten sichtbar wird das Dilemma, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Volkswirtschaft nur aus vier Nachfragegruppen besteht:

  1. Private Haushalte
  2. Private Unternehmen
  3. Der Staat
  4. Export (d.h. Nachfrage von Privaten und Staaten im Ausland)

Der Zustand einer Bilanzrezession tritt in der Regel auf, wenn eine Volkswirtschaft einen von einem markanten privaten Schuldenaufbau getriebenen Boom (oftmals im Immobiliensektor) hinter sich hat und in einen heftigen Abschwung gekippt ist. Die privaten Individuen unter den Haushalten und Unternehmen sehen sich plötzlich mit einer überschuldeten Bilanz konfrontiert. Jeder Einzelne tut in dieser Situation für sich das Vernünftigste und versucht, zu sparen, seine Bilanz zu sanieren und Schulden abzubauen. Wenn das jedoch alle gleichzeitig tun, stellt sich das Sparparadoxon ein: Wenn alle gleichzeitig sparen, brechen Konsum und Unternehmensinvestitionen ein und die aggregierte Nachfrage in der Wirtschaft sackt zusammen. Dieser Zustand hält so lange an, bis die privaten Bilanzen saniert sind – und das dauert meist Jahre.

Von den oben beschriebenen Nachfragekomponenten verbleiben somit die Nummern drei und vier, die die Wirtschaft noch einigermassen in der Luft halten. Doch nun kommen die Austeritätspropheten und fordern, auch der Staat müsse jetzt sparen und seine Ausgaben zurückfahren, womit die Nachfragegruppe drei ebenfalls wegfällt.

Verbleibt noch die vierte Gruppe, das Ausland. Doch nicht nur unter Haushalten und Unternehmen, auch unter den Staaten kann sich das Sparparadoxon einstellen: Wenn zu viele Länder gleichzeitig in einer Bilanzrezession stecken und ihre Staatsausgaben drosseln, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, dass alle diese Länder von einem boomenden Aussenhandel leben können.

Genau das spielt sich in Europa seit mehr als drei Jahren ab. Freiwillig (im Fall Grossbritanniens) und unfreiwillig (Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Irland) steckt ein beträchtlicher Teil der Eurozone in der Austeritätsfalle. Die Resultate sind ernüchternd: In all diesen Ländern steigen die Staatsschulden und die Arbeitslosenraten, die öffentlichen Finanzen verharren hartnäckig im Defizit und sie finden keinen Weg aus der Lethargie.

Mit diesem Krankheitsverlauf hätte jeder Arzt längst seine Therapiemethode geändert.

Die Links zum Wochenende:

  • Hier ein spannendes Interview, dass mein Redaktionskollege Dietegen Müller in Frankfurt mit Mohamed El-Erian, dem Chef des weltgrössten Bond-Investors Pimco, geführt hat.
  • Und in eigener Sache, die aktuelle FuW-Umfrage: Finden Sie, die Schweiz solle das Bankkundengeheimnis aufgeben und den automatischen Informationsaustausch von Kundendaten annehmen, sofern dieser dereinst auf Ebene der OECD zum Standard wird? Sagen Sie uns hier Ihre Meinung.

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211 Kommentare zu “Weshalb Austerität nicht funktioniert”

  1. Ralt sagt:

    @ Linus Huber + Oliver
    Die nette Auseinandersetzung, die sie beide sich leisten, zeigt einiges;
    Die duale sprich polare Haltungen lässt wenig Spielraum offen für neue Ansätze.
    Killer für freie Marktwirtschaft: unsere Vorstellung von Freiheit ist vielfach immer noch Grenzenlosigkeit !
    Killer für Planwirtschaft: Fehlplanung darf es nicht geben, wird deshalb verschwiegen, den anderen in die Schuhe geschoben etc. Totalitäre Strukturen werden errichtet.
    So konzentriert man sich heute auf das massvolle Justieren zwischen den beiden Positionen, – erinnert mich an meinen alten Radio, ein bisschen nach Links drehen, dann wieder nach rechts und der Empfang ist wieder gut, zumindest bis jemand den Raum betritt. Nur so weitermachen und warten bis jemand das Digitalradio erfindet.

  2. Fred Ruegg sagt:

    @ ast. Danke für ihre klare Geschichtsdarstellung.
    Nur eine kleine Beobachtung zum Umstand. Alle Politiker, Banker, Finanziers, Unternehmer und die lautesten Ekonomen, verlangen “höhere” Produktivität für Wachstum und damit verlangen sie grössere Wertleistung bei gleichen Löhnen mit denen dann der Konsument mehr ausgeben sollte um den Umsatz und Profit zu erhöhen. Was für eine lachhafte Propaganda. Die die haben, predigen den andern sie können nur durch Wachstum überleben, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass zuerst dort wo es hat und klarerweise zuviel hat, wie bei den Assets Bewertungen, zuerst abgeschrieben und umverteilt werden muss. Eine kürzliche Studie hält, dass in der “entwickelten” Welt ein drittel aller verlangen Preise verlangt werden um die Kosten und Profite der Finanzindustrie zu decken. Eine Industrie die keine Werte schaft sondern nur Formulare und Computer Eintragungen.

    Wir Schweizer dürfen uns glücklich schätzen mit unseren Verfassungsrechten, die uns erlauben den Politikern zu sagen was wir wollen, sofern wir die Möglichkeit und Verantwortung mit Initiativen und Referenden ernstnehmen.

    • ast sagt:

      ” Eine Industrie die keine Werte schaft sondern nur Formulare und Computer Eintragungen.”

      Die Finanzindustrie ist modernes Barbarentum.

      Herr Ruegg, ich hörte von Politikern und Ökonomen oftmals die Ansicht vertreten, dass Gold ein “barbarisches Relikt” sei. Dies zeigt mir wie wenig man heute zwischen Subjekt und Objekt zu unterschieden vermag. In Wirklichkeit ist der real existierende sozialdarwinistische Kapitalismus das barbarische Relikt und nicht das Gold. Gold dient lediglich als Sicherheit gegen barabarische Zeiten, das Metall selbst hat nur die üblichen physikalischen Eigenschaften die es schon immer hatte und auch in Zukunft haben wird. Barbarisch ist hingegen das COMEX- “Papiergold” zum Zocken, was von der Finanzindustrie geschaffen wurde.

      Zur Ausübung von Demokratie benötigt es Bildung, hier haben die Schweizer in letzter Zeit in Wirtschaftsfragen tatsächlich etwas hinzugewonnen, es wurde vielen Schweizern durch Bankenrettung und EU-Krise -Steuerflucht/Offshore Geschäfte und der dubiose Handel mit Rohstoffen und Waffen das Fach Wirtschaftsethik bewusster. Bei den Frauenrechten war es auch so, es dauerte lange bis Frauenrechte auch in der Schweiz Einzug fanden, aber Heute ist man hier vielen Ländern voraus. Charakteristisch trifft dies noch nicht auf die Löhne zu, das dürfte mit der 1:12 Initiative wohl besser werden. Sollte diese Initative abgelehnt werden, so arbeitet die Zeit dennoch für mehr Lohngerechtigkeit. Gold wird man bei mehr Gerechtigkeit weniger im Tresor “barbarisch” horten, hingegen mehr zu Schmuck verarbeiten. Das Haupthindernis für Aufklärung kommt nach wie vor aus der Politik, wo die Lobbys in den Komissionen die Wahlergebnisse wieder zu verwässern suchen.

  3. ast sagt:

    Respektables im Zusammenhang mit der Austerität aus dem Munde von Nobelpreisträger Krugman (ins Deutsche übersetzt)
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=17086

    Der Staat ist kein Privathaushalt….

    • Linus Huber sagt:

      @ ast

      Typisch Krugman, welcher den in der Vergangenheit liegenden Grund der Krise nicht ansprechen will, sondern einfach gleich wieder die gleichen Rezepte offeriert, welche uns in die Misere fuehrte. Er ist sozusagen die Creme de la Creme der Manipulationskuenstler ohne jeden Bezug auf die durch die Manipulation hervorgerufene gesellschaftliche Verhaltensaenderung, welche schlussendlich in dieser langfristigen Krise ausarten musste, da man jede kurze Krise jeweils gleich mit entsprechender Manipulation bekaempfte.

      Und sein Beispiel der manipulierten Zinsensaetze ist laecherlich, denn wenn die Zinsen wirklich ansteigen werden irgendwann in der Zukunft (Verlust des Vertrauens in eine Waehrung: Hyperinflation), heisst es check mate. Es handelt sich also um ein extremes Risiko, welches er einfach ausblendet.

      • ast sagt:

        Den Staaten wurde in den Boomphasen durch Grosskonzerne und Private viel Geld vor Steuern entzogen, deshalb mangelt es nun an Kapital für antizyklische Massnahmen. 2/3 seines Kapitals kann zum Beispiel Apple alleine über den Mechanismus der Firmenanleihen vor dem Fiskus wegschaffen.Die Gesetze um das zu verhindern sind nicht vorhanden.

        Hier ist beschrieben wie man das macht -Goldman Sachs hilft gerne dabei…
        http://www.cash.ch/news/top_news/rss/warum_apple_trotz_cash_milliardenschulden_macht-3058322-771
        Der Kapitalismus kann so langfristig gar nicht funktionieren, da diese gegenwärtige Form der Implementation die Staatsschulden in die höhe treibt und sich der Staat das Geld nur noch bei der Mittelschicht holen kann. Die Austerität ist dann nur noch der letzte Killermechanismus des Systems.

        • Linus Huber sagt:

          @ ast

          Ich verstehe Ihre Argumente sehr wohl. Es handelt sich weniger um Kapitalismus sondern um die Neoliberale Agenda, welche Sie hier erklaeren, welche uebrigens nichts mit Liberalismus zu tun hat.

          Neoliberal ist eine Zusammenspiel des Staates mit den Grossunternehmen um die Gesellschaft zu versklaven. Die Politik hat sich verdingt und entsprechende Regeln zugunsten der Finanzelite erlassen. Dies hat ziemlich wenig mit Kapitalismus oder Freiem Markt zu tun, sondern mehr mit Faschismus und Crony Capitalism.

          Aufgrund der massiven Ausweitung des Kreditvolumens (welche zwangslaeufig zu ueberhoehten Asset-Preisen fuehren musste) wurden in den meisten Staaten nicht nachhaltige Programme aufgelegt. All dies basiert auf der ankerlosen und inflationaeren Geldpolitik der Zentralbanken, da ansonsten diese Verletzung der Regeln der Nachhaltigkeit sich sehr schnell gemeldet haette.

          • ast sagt:

            Eines der Probleme ist auch der von grossen angelsächsischen Instiituten manipulierte Handel an der Rohstoffbörse COMEX -so wie die Libor Manipualtion ein Verbrechen. Pünktlich Freitag 14:20 Uhr zur Eröffnung des Edelmetallmarktes kam es wieder mal zu einem Flashcrash. Innerhalb von Sekunden wurden für Milliarden Papiergold und Silber verkauft. Nichts deutete im physischen Handel auf eine Verkaufssituation hin, im Gegenteil. Papierhandel ohne physische Bindung ist genauso Gift für das Finanzsystem und hat mit Libralismus nichts zu tun, es dient dem Erhalt der Geldmengenausweitung in USA und Europa und wird früher oder später dem Westen Kopf und Kragen (sein reales Gold) kosten, was nun dankbar in Asien nachgekauft wird. So und auf ähnliche Weise löst sich unser Wohlstand auf und verlagert sich nach Osten.

    • Fred Ruegg sagt:

      @ ast

      Krugmann. Nein kommen Sie nicht noch mit ihm. Ganz wie Linus sagt, hat meine volle Unterstützung, Denn
      es ist höchste Zeit dass er ad acta gelegt wird, da es so aussieht (von mir besonders vorsichtig formuliert, weil nach meiner kürzlichen Erfahrung in diesem Blog die Zensur nicht viel Toleranz haben kann (darf), eben so aussieht, wie Krugmann die Realität die wirklich hinter dem gegenwärtigen Geld- und Zahlungssystem vorsich geht, unwirklich zu erleben scheint. Diese Wirklichkeit ist eben wirklich und folgt nicht abstrakten Theorien deren Grundlagen die Praktikanten und Nachfolger derer die die Original Grundlagen der Theorien erkannt und bekannt gemacht haben, besonders über die letzten hundert Jahre gründlich versaut haben.
      Ic h werde versuchen meinen Beitrag vor einigen Tagen der hier nicht erschienen ist nochmals zu senden, falls er nur aus technischen Gründen nicht aufgeschaltet worden ist.

      • ast sagt:

        Die Offenbarung -was wirklich geschieht- wir haben keinen geschlossenen Kreislauf mehr im Geldsystem. Wenn man die Weltwirtschaft als Kreislauf betrachtet in welchem mit Währungen Handel betrieben wird, so haben sich Sackgassen entwickelt von wo Vermögen oder umgekehrt Schulden nicht mehr weiter transportiert werden können. Schulden bleiben entweder beim Staat hängen, oder bei den unteren 80%. Umgekehrt haben sich bei den oberen 10% sehr viele Möglichkeiten zur Vermögensvermehrung ergeben, was praktisch nur durch Systemmängel geschieht-völlig Unproduktiv ist und daher diese 10% nicht gezwungen sind Geld wieder in den Kreislauf der Realwirtschaft zurückzugeben. die Notendruckerpresse fliesst nur noch in eine Richtung, in den Sack des Wertpapierhandels und in Steueroasen -nicht in die Realwirtschaft. Ebenso arbeiten die Menschen zu (ich vermute mal) inzwischen über 60% nur dafür um diese Geldbeutel zu füllen aus denen wie in einem schwarzen Loch kein Kapital mehr zurückfliesst (weil darin andere Gesetze gelten).

        • Fred Ruegg sagt:

          @ ast
          Einverstanden, dem ist schon so, aber warum? Weil das system so gehandhabt wird wie schon der Student vor mehr als hundert Jahren in seinem Lied dem Wirt sein System erläutert, nachedem er vom Studenten verlangt seine auf dem schwarzen Kreidebrett aufgeschriebenen Schulden zuerst zu bezahlen bevor er mehr Kredit bekommt, singt.”….Wirt komm sei vernünftig! Kommt der Stern mit seinem Schwanz, wird die Welt zertrümmert, leiert euren Rosenkranz mich solls wenig kümmern, kommt dem Weltenbrand zum Raub, Berg und Tal und Weide, wird das Wirtshaus auch zu Staub, schwarzes Brett und Kreide.”
          Ja,Schuldenmachen ist eine wunderbare Idee wenn diese nie zurückbezahlt werden müssen. Wehe dem Kleinen, aber die Grossen betreiben das System des Studenten und werden auch mit mit Kriegen versuchenwollen ihre Schulden nach obigem Prinzip nie zurückzuzahlen. Ja, und wenn die grosse Bombe losgeht ist ja das Problem auch weg.

          • ast sagt:

            Ich sehe dass so Herr Ruegg, die westliche Politik hat in den letzten Jahren einen Gewinnsprung für Reiche ausgelöst (Zitronensozialismus) und auf der anderen Seite wurde die Mittelschicht kräftig erodiert und 300 Millionen junge Menschen zwischen 18-25J in die Arbeitslosigkeit getrieben. Ausserdem wurden die Sozialversicherungen massiv ausgehöhlt und das Vorsorgevermögen in spekulative und riskante Finanzblasen hochgepumpt. Die Verantwortung für die Krise wurde auf skrupellose Reiche und Lobbys, Grossbanken und Notenbanken abgewälzt und den Demokratien die Mitsprache über ökonomisch wichtige Entscheidungen entzogen, die Bevölkerungen chaotischen Highspeed – “Märkten” ausgeliefert.

  4. Rudi Fuller sagt:

    Mal ehrlich, wer glaubt, dass z.B. Spanien an die Wachstumszahlen von 2000-2006 zurückkehren kann? Dieses Wachstum war grotesk und nicht normal, weil es auf Sand (Kredit) gebaut war. Was wir heute in Spanien sehen, ist eine schrittweise Rückkehr zur Normalität.
    Wenn man schon Einstein zitiert, dann frage auch ich mich, warum man den Irrsinn jetzt wiederholt. Diese Krise wird nie enden, solange die Zinsen auf diesem Niveau bleiben. Niedrige Zinsen haben bislang noch jedes Land fertig gemacht. Erst durch die niedrigen Zinsen war dieser Bauboom in Spanien möglich. In einem Land waren es Privatschulden, im anderen Land Staatschulden, oder Schulden der Banken. Wer wird der nächste sein? England, Schweiz ? Selbst in Deutschland steigen die Immobilienpreise wegen niedriger Zinsen wieder, nachdem sie fast 20 Jahre auf niedrigem Niveau verharrt sind.
    Nein, diese Krise ist noch lange nicht vorbei, und sie wird auch nicht enden, solange nicht der Grund für ihr Entstehen beseitigt wird. Von den Auswirkungen auf Pensionskassen, Versicherungen etc. mal ganz zu schweigen. Da dürften noch einige Ueberraschungen kommen.

  5. Oliver sagt:

    Guter Beitrag, erschreckende Kommentare.

    Alle reden über die blaue Linie, niemand beachtet die rote. Und selbst die sagt nichts über Kausalität aus.

    • Oliver sagt:

      Diese Graphen schon eher.

    • Linus Huber sagt:

      @ Oliver

      Ich frage mich nur, warum die rote Linie seit 1995 keine Beachtung fand bei den entsprechenden Entscheidungstraegern. Dort sollten wir ansetzen!

      • Oliver sagt:

        Der Verlauf ist der Beweis dafür, dass diese Aussage: Mit der Abschiebung saemtlicher gesellschaftlicher Verantwortung an den Staat, fuehlt sich niemand mehr auf persoenlicher Ebene verantwortlich fuer das gute Funktionieren und den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Das Gefuehl einer Schicksalgemeinschaft ist einem egoistisch ausgerichteten und verantwortungslosen auf Selbstbereicherung ausgerichteten System gewichen. frei erfunden ist. Mit grosser Wahrscheinlichkeit von denjenigen, die an dem Verlauf der roten Linie profitieren.

        • Linus Huber sagt:

          Alles haengt miteinander zusammen und basiert grundsaetzlich auf der Idee, dass etwelche Oekonomen an die Kunst der Manipulation glauben ohne deren laengerfristigen Konsequenzen in ihren Ueberlegungen auch nur im Ansatz zu erkennen.

          Ich erhoffe mir, dass Sie ihre zweifellos grossen Faehigkeiten des vernetzten Denkens noch staerker ausbauen.

          • Oliver sagt:

            Besten danke für Ihren Tipp. Wenn ich im Gegenzug vorschlagen darf, dass Sie sich in konsequentem Denken statt in Verschwörungstheorien üben, dann gäbe es auch was zu diskutieren.

            Ihre ständige Rede von Manipulation durch irgendwelche Eliten, bzw. die vermeintliche Existenz irgendeines natürlichen / unmanipulierten Zustands, der uns alle in Nirvana führen würde, ist ein Sammelsurium klassischer Trugschlüsse. Z.B.: http://en.wikipedia.org/wiki/Appeal_to_nature . Aber keine Angst, Sie sind damit in guter Gesellschaft…

          • Linus Huber sagt:

            @ Oliver

            Ich bin kein Anhaenger von etwelchen Verschwoerungstheorien, jedoch glaube ich daran, dass die meisten Menschen in ihrem persoenlichen Interesse handeln, so natuerlich auch Oekonomen, deren wichtigste Daseinsberechtigung darin besteht, dass sie uns ihren Glauben an abstruse Modelle verkaufen, in welchen ihre Kunst der Manipulation eine fuer die Gesellschaft lebensnotwendige Grundlage darzustellt und sie damit fuer sich einen entsprechenden Marktwert erzielen.

            Aber bitte, lassen Sie sich aufgrund meiner Aeusserungen nicht von Ihrem gewaehlten beruflichen Wege abbringen. Ich respektiere Ihre Entscheidungsfreiheit und es liegt mir fern, Ihre Meinung zu manipulieren.

          • Oliver sagt:

            Dann versuchen Sie doch mal, die abstrusen Modelle zu verstehen und trennen diesen Gedankengang von der vermeintlichen Manipulation durch die Illuminati.

            Ein Einstiegspunkt wäre mal das Modell des freien Marktes genauer zu durchleuchten. Hier von Mises:

            “The characteristic feature of the market price is that it equalizes supply and demand. The size of the demand coincides with the size of supply not only in the imaginary construction of the evenly rotating economy. The notion of the plain state of rest as developed by the elementary theory of prices is a faithful description of what comes to pass in the market at every instant. Any deviation of a market price from the height at which supply and demand are equal is – in the unhampered market – self-liquidating.”

            Zu Deutsch: ein freier Markt schafft den maximalen Wohlstand (wie auch immer definiert), weil der Preismechanismus dafür sorgt, dass alle Güter einen Abnehmer finden und somit kein Potenzial brach liegt. Dies ist der beste aller möglichen Zustände, den es deshalb anzustreben gilt. Und jede Abweichung davon, gekennzeichnet beispielsweise durch Arbeitslosigkeit, kann nur gelindert werden, wenn die HIndernisse eines freien Marktes abgebaut werden, sprich liberalisiert wird.

            So weit kennt man die Geschichte, aber bitte nicht vergessen: dies ist ein Versuch von weissen, männlichen Wiener Intellektuellen in den 1920er Jahren die von ihnen wahrgenommene Realität in einem MODELL darzustellen. Nicht zu verwechseln mit der Realität (wie auch immer definiert) oder einem Naturgesetz wie wir es aus den Naturwissenschaften kennen. Es gibt aber auch andere Modelle, bzw. andere Herangehensweisen als solch einen Mechanismus einfach als gegebn anzunehmen um von dort aus dann sogenannte Wissenschaft zu betreiben…

          • Oliver sagt:

            …For Kaldor, we need empirical investigation of the real world market economies. If our received theories do not fit the facts, the theories need to be abandoned or properly modified.

            In many markets in the real world, the “sellers are price-makers and quantity-takers, and not, as Walrasian equilibrium theory supposes, price-takers and quantity-makers” (Kaldor 1985: 31). Many prices are cost-determined, and demand has considerably less influence on prices than neoclassical theory supposes (Kaldor 1985: 31).

            Kaldor identifies the major flaw in Walrasian neoclassical theory in relation to prices:
            “… since Walras first wrote down his system of equations over 100 years ago, progress has definitely been backwards not forwards in the sense that the present set of axioms are far more restrictive than those of the original Walrasian model. The ship is no nearer to the shore, but considerably farther off, though in a logical, mathematical sense, the present system of derived tautologies is enormously superior to Walras’s original effort.

            Perhaps for that reason general equilibrium theory retains its fascination for teachers and students of economics alike. Indeed, judging by the number of Ph.D. students working on the implications of the rational expectation hypothesis, it is gaining ground, at any rate, in America. One reason is the intuitive belief that the price mechanism is the key to everything, the key instrument in guiding the operation of an undirected, unplanned, free market economy. The Walrasian model and its most up-to-date successor may both be highly artificial abstractions from the real world but the truth that the theory conveys — that prices provide the guide to all economic action — must be fundamentally true, and its main implication that free markets secure the best results must also be true…

          • Linus Huber sagt:

            Eine sehr grosszuegig und auf Ihren Vorstellungen beruhende Auslegung des Inhaltes vorgenommene Uebersetzung.

            Ob man nun aufgrund dieser Theorie etwelche Ideen weiterentwickelt (Wissenschaft betreibt) oder sich Modelle konstruiert, welche dazu benutzt werden um den Markt in eine Planwirtschaft ueberzufuehren (im Dienste und zum Wohle der Elite) sind zwei Paar Schuhe und beinhaltet die Frage, zu welchem Grade man bereit ist, sein mentales Konstrukt am lebenden Objekt anzuwenden. Da das heutige Problem ja nicht aus dem Vakuum entstand, darf man den Grad der vorgenommenen Manipulation in sich (zum offiziell vermeintlichen Wohle des Menschen) und der zugrunde liegenden Modelle sehr wohl hinterfragen.

            Es waere vielleicht angemessener, wenn wir die gelegentliche kurzfristige Krise nicht gleich mit manipulativen Eingriffen bekaempft haetten (schon viel frueher als 2008) und uns mit der Instabilitaet und den damit verbundenen wirtschaftlichen Zyklen angefreundet haetten.

            Wie heute verstaerkt erkannt wird “Stability breeds Instability” oder in anderen Worten, die Verhinderung gelegentlicher wirtschaftlicher Einbrueche produziert langfristig solch massive Ungleichgewichte, welche die Regeln der Nachhaltigkeit zu solch einem Ausmasse verletzen, dass wir dadurch das Potential einer existentiellen Krise aufbauen.

          • Oliver sagt:

            Dude Sie verstehen nicht, alle Sozialwissenschaftler arbeiten mit Modellen. DER MARKT IST EIN MODELL! Und wenn Sie schon Misky zitieren, dann sollten Sie bitte auch erwähnen, was er selber zur Lösung besagter instability vorgeschlagen hat. Nämlich ‘big government’. Er hat den Begriff geprägt.

            Und mein Kommentar von oben war noch nicht fertig. Hier ist der Rest (natürlich nicht von mir):

            (This second proposition was indeed demonstrated but under assumptions so restrictive that Professor Hahn turned the argument around and suggested, in his inaugural lecture, that the importance of general equilibrium theory lies precisely in showing how stringent the conditions must be for ‘free markets’ to secure the results in terms of welfare that are naively attributed to them. This may well be true, but if so, it is truth bought at a very high cost.)

            But the basic assumption in all this — that prices are very important in the working of a market economy — is rarely, if ever, questioned. Yet it is precisely this over-emphasis on the role of the price system that I regard as the major shortcoming of modern neoclassical economics, particularly the Walrasian version of it.
            The major flaw in neoclassical theory – and indeed in Austrian theory as well – is the failure to really understand the role of prices in market economies.

            In many markets, changes in supply are caused by “quantity signals,” not price signals. A “quantity signal” can be one of the following:
            (1) a change in the amount of the stock/inventory a business carries,
            (2) a change in demand: changes in the sales volume or orders, or
            (3) a combination of (1) and (2).

            What, generally speaking, induces changes in production is a “quantity signal”: changes in demand or in stock. In the latter case, when a producer’s stock falls, he has the incentive to raise production to restore his stock to a normal level, and, if demand changes are expected to be large and permanent, more labour and capital goods will be employed.

          • Oliver sagt:

            ähm

          • Oliver sagt:

            Dude Sie verstehen nicht, alle Sozialwissenschaftler arbeiten mit Modellen. DER MARKT IST EIN MODELL! Und wenn Sie schon Misky zitieren, dann sollten Sie bitte auch erwähnen, was er selber zur Lösung besagter instability vorgeschlagen hat. Nämlich ‘big government’. Er hat den Begriff geprägt.

            Und mein Kommentar von oben war noch nicht fertig. Hier ist der Rest (natürlich nicht von mir):

          • Oliver sagt:

            Der Filter frisst meinen Kommentar. Hier der ganze Artikel, natürlich nicht von mir:

            Kaldor on Economics without Equilibrium

          • Linus Huber sagt:

            @ Oliver

            Es geht doch nicht darum, ob etwas ein “Modell” ist oder nicht. Auch die Natur ist ein “Modell”.

            Erstens sollten wir nicht so verwegen sein zu glauben, dass wir faehig sind, die Gesamtheit menschlichen Verhaltens und der damit einhergehenden dynamischen Verhaltensveraenderung der Gesellschaft auch nur annaehernd modellieren zu koennen, sondern es handelt sich immer nur um einen sehr kleinen Teilausschnitt.

            Zweitens sind wir offensichtlich nicht in der Lage, die tatsaechlichen laengerfristigen Nebenwirkungen der Manipulation eines bestimmten Faktors der Wirtschaft (aufgrund eines Modelles) wirklich zu erkennen.

            Drittens, geht es weniger um Manipulation oder keine Manipulation, sondern um das Ausmass und die Tiefe der Manipulation oder ob wir immer mehr zu manipulieren versuchen ohne zu ueberlegen, ob vergangene Manipulation womoeglich der Grund fuer die Entstehung einer nicht nachhaltigen Situation verantwortlich ist und man sich vielleicht neu besinnt auf ein gewisses Desinteresse (Verneinung zusaetzlicher manipulativer Eingriffe) an wirtschaftlicher Entwicklung, und sich z.B. in erster Linie auf die Rechtsstaatlichkeit fokusiert und diese staerkt (ein wichtiger Pfeiler einer erfolgreichen Gesellschaft).

            Viertens, auf diesem Link zu Kaldor, wird die Analyse des Preismechanismus sehr eng betrachtet. Es gilt die Veraenderung des menschlichen Verhaltens zu studieren und sich weniger im Bereiche mechanisch darstellbarer Funktionen aufzuhalten. Ebenfalls vermisst der dort aufgefuehrte Kommentar ueber Inflation jede Referenz zum Geldmegenwachstum im System und die dadurch hervorgerufene Verzerrung wirtschaftlicher Faktoren. Die Idee der “sticky” Preise ist mir sehr wohl bekannt, allerdings funktioniert dies nur mittelfristig und ist meist mit monopolistischen Strukturen verbunden. Die Funktion des Wettbewerbs wird automatisch laengerfristig Produktions- und Verteilungssysteme, welche sich frei der Preiskonkurrenz glauben, eliminieren.

          • Oliver sagt:

            Sie drehen sich im Kreis. Die Natur ist per Definition kein Modell. Unser Verständnis von ihr hingegen schon. Sowie auch unser Verständnis von Märkten .

            Zweitens sind wir offensichtlich nicht in der Lage, die tatsaechlichen laengerfristigen Nebenwirkungen der Manipulation eines bestimmten Faktors der Wirtschaft (aufgrund eines Modelles) wirklich zu erkennen.

            Dann müssen wir halt in Zukunft erneut reagieren. Das nennt sich management, nicht Manilpulation. Sie gehen immer implizit davon aus, dass nichts tun das bessere Resultat liefert. Und um dies zu beweisen, bedienen Sie sich eines Modells namens vollkommener Markt (siehe oben), das Ihnen dieses Resultat liefert. Sehr praktisch, doch bewiesen ist damit überhaupt nichts.

            Und zu Geldmengenwachstum und Inflation. Kaldor war ein früher Fürsprecher der Endogenität der Geldmenge. Schauen sies nach.

          • Oliver sagt:

            Die Natur ist gewiss kein Modell. Höchstens unser Bild von ihr. Und ich würde auch die Natur von menschlichem Handeln, z.B. ein Sachen Wirtschaft, trennen. Die Wirtschaft ist ein von Menschenhand gemachtes System, das in Einklang mit der Natur funktionieren muss aber nicht mit ihr zu verwechseln ist

            Zweitens sind wir offensichtlich nicht in der Lage, die tatsaechlichen laengerfristigen Nebenwirkungen der Manipulation eines bestimmten Faktors der Wirtschaft (aufgrund eines Modelles) wirklich zu erkennen.

            Dann muss man halt in Zukunft was ändern. Das nennt man Management, nicht Manipulation. Sie behaupten einfach, dass nichts tun immer das bessere Ergebnis liefert. Und um diesen ‘beweis’ zu liefern, bedienen Sie sich unbewusst eines Modells, nämlich das des vollkommenen Marktes (nachschauen auf Wiki), welches Ihnen, oh Wunder, das gewünschte Ergebnis liefert. Leider ist damit aber gar nichts bewiesen, sondern nur im Kreis argumentiert (siehe oben den Link zu Appeal to Nature). Der Beweis, dass nichts tun besser ist, ist immer noch ausstehend.

            And zu Inflation und Geldmenge. Kaldor war ein Vertreter der Theorie der Endogenität des Geldes. Eine Geldmengensteuerung von oben ist unter diesen Bedingungen unmöglich. Hingegen ist die Festsetzung mindestens eines Zinses unumgänglich.

            Und gute Wirtschaftspolitik und Rechtsstaatlichkeit schliessen sich nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil, würde ich sagen.

          • Linus Huber sagt:

            Sie verfallen wieder der Kunst der Unterstellung.

            Regeln sind wichtig und muessen fuer saemtliche Akteure gleich sein. Es geht darum, kurze und klare Regeln zu erstellen, und nicht ein Wald von unzaehligen und dadurch loechrigen Regelwerken; weniger ist oft mehr. Je hoeher der Grad der “Manipulation”, desto staerker verfallen wir einer Art der Zentralplanung. Sie scheinen den Zusammenhang mit dem schrittweisen Verlust der Rechtsstaatlichkeit aufgrund der nicht nachhaltigen vergangenen Geldpolitik nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Wer ist heute noch der Markt? Eigentlich einzig die Zentralbanken. Soweit sind wir gekommen. Und wenn der Markt nicht will wie die Zentralplaner dies vorgesehen haben, werden saemtliche Regeln zum “Wohle” der Gesellschaft gebrochen. Dies widerspricht jeglicher Form von Rechtsstaatlichkeit und untermauert einen der wichtigsten Pfeiler der westlichen Gesellschaft. Es wird natuerlich auch vergessen, dass dies eine Verhaltensveraenderung in der Gesellschaft hervorruft, deren Konsequenzen hoechstens erahnbar sind.

            Anstatt sich zu besinnen und evtl. Fehler endlich einzugestehen, wird froehlich noch staerker die Zentralisierung fortgesetzt. Den Einfluss, welcher daraus auf die Gesellschaft und Werte wirkt, wird nicht beruecksichtigt in den Ueberlegungen. Die Frage, ob eine Manipulation positive Verhaltensweisen foerdert oder eben das genaue Gegenteil erwirkt wird, kommt diesen Kuenstlern der Manipulation nicht einmal in den Sinn.

            Wie kann Geld respektive Geldmengenwachstum endogen sein, wenn es beeinflusst wird durch die Regeln, fuer welche die Zentralbanken zustaendig sind? Es geht natuerlich auch um die Zinsen, jedoch gibt es noch andere Aspekte, welche auf das Kreditmengenwachstum Einfluss haben in diesem Zusammenhang (z.B. Eigenkapitalquote der Banken).

            Modell in Bezug auf die Natur war in Anfuehrungs- und Schlusszeichen gesetzt, fuer sie ist dies wohl umstandslos.

          • Linus Huber sagt:

            “Der Beweis, dass nichts tun besser ist, ist immer noch ausstehend.”

            Es kommt darauf an, welches Gebiet wir diesbezueglich ansprechen. In Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit sind praegnante und strikt eingehaltene Regeln extrem wichtig; wir muessen vom “Rule of Lawyers” zurueckfinden zur “Rule of Law”.

            Sie moegen mein Idee des “nichts tun” auf die Geldpolitik gerichtet haben. Ja, es waere sicherlich bedeutend besser gewesen, wenn man nichts getan haette ueber die letzten 50 Jahre, womit ich folgende Aspekte anspreche:

            Deregulierung und Schaffung komplexer Regelwerke mit der Auswirkung enorm hoeherer massiver Leverage
            Aufgrund der dauernden Eingriffe bei Problemen die Schaffung der implizierten Staatsgarantie fuer Banken
            Das Erlauben von Bewertungen nach Modell anstelle von Marktpreisen
            Massive Ausdehnung des Kreditvolumens durch die inflationaere Geldpolitik
            Dauernde indirekte Subvention der Finanzindustrie zulasten der Allgemeinheit aufgrund der implizierten Staatsgarantie

            Es sind diese Eingriffe, welche ich in erster Linie kritisiere und welche massgebend als Ursprung der heutigen Krise zu sehen sind.

            Die heutigen massiven Eingriffe ins Marktgeschehen sind eine logische Konsequenz frueherer Manipulation. Dass es sich dabei um den groessten Diebstahl der Menschheit handelt, welche heute am hellen Tageslicht und fuer jeden erkennbar vor uns ablaeuft, moechte ich hier nicht weiter thematisieren.

            Ebenfalls vernachlaessigen Sie in Ihrem Wahn zur Manipulation die Selbstheilungskraefte des Marktes. Aufgrund der dauernden Ueberdosis an Antibiotika, ist der Patient Markt langsam immun geworden gegen dieses Medikament und vielleicht sollte man einmal ueberlegen, ob die Zufuhr von noch groesseren Dosen des gleichen Medikamentes evtl. sogar auch kurzfristig (einzige Denkweise fuer die Meister der Manipulation) mehr negative als positive Auswirkungen zeigen mag.

            Die Flucht aus dem Geld fuehrt uns immer mehr Richtung Barter und/oder alternativen Waehrungen, wow.

          • Anh Toan sagt:

            The Rutles: let’s be natural:

            Time goes by, as we all know, naturally
            People come and people go, naturally

            Let’s be natural, ever since the world began
            Let’s be natural, every woman, every man
            Let’s be natural, as part of nature’s plan
            Let’s be natural, oh yeah

            Stars are in the sky above, naturally
            People rise and fall in love, naturally

            Let’s be natural, ever since the world began
            Let’s be natural, every woman, every man
            Let’s be natural, as part of nature’s plan
            Let’s be natural, oh yeah

            Ev’rything is ev’rything, naturally
            Yeah, people cry, laugh and sing, naturally

            Let’s be natural, ever since the world began
            Let’s be natural, every woman, every man
            Let’s be natural, as part of nature’s plan
            Let’s be natural, oh yeah

          • Oliver sagt:

            Deregulierung und Schaffung komplexer Regelwerke mit der Auswirkung enorm hoeherer massiver Leverage
            Aufgrund der dauernden Eingriffe bei Problemen die Schaffung der implizierten Staatsgarantie fuer Banken
            Das Erlauben von Bewertungen nach Modell anstelle von Marktpreisen
            Massive Ausdehnung des Kreditvolumens durch die inflationaere Geldpolitik
            Dauernde indirekte Subvention der Finanzindustrie zulasten der Allgemeinheit aufgrund der implizierten Staatsgarantie…
            Ebenfalls vernachlaessigen Sie in Ihrem Wahn zur Manipulation die Selbstheilungskraefte des Marktes.

            – Deregulierung ist kein Eingriff, sonder der Mangel eines Eingriffs, nämlich der Regulierung.
            – Auch die Restrukturierung einer Bank ist ein Eingriff, einfach ein anderer. Banken, bzw. die Finanzbeziehungen, die sie verwalten, lösen sich nicht einfach in Luft auf.
            – Die Staatsgarantie gilt zuerst einmal für Bankguthaben. Und was passiert mit den ausstehenden Schulden? Werden die einfach erlassen? Und ich dachte Sie seien ein selbsternannter Schutzengel der Sparer?
            – Geldpolitik tut sich auch nicht von allein. Es muss jemand entscheiden, welcher Zins gesetzt wird. Dies kann man nach verschiedenen Kriterien tun, meist ist es eine Mischung aus einem Inflationsmass und der Arbeitslosigkeit, oder nur der Inflation. Irgendwelche Kriterien braucht man, sonst wirds willkürlich. Und einfach eine mathematische Formel durchzustieren ohne Rücksicht auf die Auswirkungen in der Realität hat nichts mit Nachhaltigkeit aber vieles mit religiösem Eifer zu tun.
            – Sie sind mir immer noch einen Beweis der Existenz dieser wunderbaren Selbstheilungskraft schuldig. Glauben allein gilt nicht und der Verweis darauf, das die Welt auch ohne Menschen ein schöner Ort ist, auch nicht.

          • Linus Huber sagt:

            @ Oliver

            Die vorgenommene Deregulierung ist im Zusammenhang mit der damit hoeheren Komplexitaet von Regelwerken und derm zunehmenden Hang der Eingriffe bei Problemen zu erkennen. Natuerlich ist reine Deregulierung theoretisch eine Reduktion des Eingriffs dar, jedoch nicht wenn man die groesseren Zusammenhaenge betrachtet. Solch oberflaechliche Erklaerungen sind sinnvoll.

            Studieren Sie wieder einmal die Theorien der Notwendigkeit der “Schoepferischen Zerstoerung” um zu erkennen, warum dessen Notwendigkeit schlussendlich unabdingbar sein duerfte und wir deshalb grosse Probleme haben duerften, bei der von Ihnen proklamierten Planwirtschaft, wirklichen und qualitativen Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Ich muss Ihnen nichts beweisen, sondern der Beweis duerfte Ihnen innerhalb der naechsten 4 Jahre von der Weltwirtschaft geliefert werden.

    • Fred Ruegg sagt:

      @ Oliver
      Die Kausalität sind die imoralischen Menschen!

      • Linus Huber sagt:

        @ Fred

        Sie scheinen weiter als einzig an die oberflaechlichen Auswirkungen der Manipulation zu denken. Gratulation!

      • Oliver sagt:

        DIe menschen sind seit eh und je gleich. Es gibt einfach bessere und schlechtere Systeme. Und nein, es hat auch herzlich wenig mit der Entwertung des Geldes zu tun…

        • Linus Huber sagt:

          Menschen sind von eh und je gleich und beweisen immer wieder ihre Faehigkeit, sich an neue Gegebenheiten anzupassen, wenn man ihnen genug Zeit gibt. Konditionierung ist ein wichtiger Faktor der Verhaltensveraenderung einer Gesellschaft.

  6. Linus Huber sagt:

    Schlechtes Verhalten und Korruption wird nicht nur durch die Zentralbanken gefoerdert, sondern auch vom den Staat durch entsprechende “Rechtssprechung” geduldet, womit wir die echte Rechtsstaatlichkeit seiner Grundlage berauben.

    http://www.rollingstone.com/politics/news/everything-is-rigged-the-biggest-financial-scandal-yet-20130425?print=true

    • Danke für den Link! Matt Taibbis Buch “Griftopia” ist übrigens sehr zu empfehlen. Es ist m.E. die bisher beste Geschichte der Finanzkrise und der Kriminalität der Finanzindustrie.

      • ast sagt:

        Apropo Kriminalität der Finanzindustrie: Am 11. April war UBS Ermotti im weissen Haus geladen, was der Presse offenbar (fast) völlig entgangen ist. Zusammen mit dem GoldmanSachs CEO Lloyd Blankfein und weiteren Vertretern der Grossbanken.
        http://blogs.wsj.com/washwire/2013/04/11/full-list-of-bankers-at-white-house-meeting-thursday/
        Einen Tag später am Freitag brachen die Rohstoffpreise für Industrie-Rohstoffe um etwa 10% zusammen. Hier mag nun ein Teil des frisch gedruckten Notenbankgeldes zwecks Regulierung von Rohstoffkosten abgeflossen sein. Die Hoffnung ist wohl, dass sich die Industrie über billigere Rohstoffe doch noch aus dem Finanzloch ziehen kann.

        Anstelle die Austrität aufzugeben verschenkt man nach wie vor lieber Geld an die Eliten. Austerität wird man niemals offiziell aufgeben, da der Kapitalismus gewisse ideologische Prinzipien aufrecht erhalten will. Bereits Marcuse sagte dass Faschismus und Kapitalismus die gleichen Freund haben, den Sozialdarwinismus -die bewusste Aufspaltung in reiche Eliten und arme Knechte. Die Senkung der Rohstoffe entspricht einer gewissen Abkehr von diesem Prinzip (auch der Bürger profitiert von günstigerem Heizöl), und das wird nur getan wenn das System in einer sehr schweren Krise feststeckt -auf jeden Fall geht man damit nicht vor die Öffentlichkeit.

        • Linus Huber sagt:

          Dies ist ein typisches Beispiel des heutigen “Crony Capitalism” oder der faschistischen Zuege im System, wenn die Verbrecher beim Presidenten sitzen anstelle von in einer Gefaengniszelle. Beides hat mit Kapitalismus und Freiem Markt nichts gemeinsam, was viele Leute nicht zu erkennen scheinen, wenn Sie den Kapitalismus oder den Freien Markt fuer die heutige Situation verantwortlich machen.

  7. Bernhard Piller sagt:

    Was Einstein jedoch sicher nicht gemacht hätte, ist irgend ein Zitat von jemandem suchen, dieses über eine Sache überstülpen und ein schwaches Argument damit stärken wollen.
    Einstein liebte hingegen die Gedankenexperimente. Z.B dieses: wenn jemand dieser Anti-Austeritätstheorie Glauben schenken würde, dann würde er den Staat veranlassen, sämtliche Arbeitslose in den Staatsdienst aufzunehmen, um den Konsum zu stärken. Dies würde jede Wirtschaftskrise sogleich beseitigen.Die Realiltät zeigt, dass dies jedoch nicht funktioniert. Man vergesse auch nicht, dass Griechenland und Zypern nicht an der Austeritätspolitik pleite gingen, sondern sie wären schon vorher pleite gegangen, wenn die EU die Länder nicht gerettet hätte (eigentlich haben sie ihre eigenen Banken, die Griechenland Geld gegeben, gerettet). Der Staat als Konjunkturpuffer würde funktionieren, wen zu einem späteren Zeitpunkt auch mal Schulden abgebaut werden. Die Geschichte zeigt, dass dies praktisch nie der Fall war. Dass die Verschulduing nicht unendlich wachsen kann, begreift auch jedes Kind. Bleibt also doch am Schluss nur noch die Reform- und Sparpolitik übrig.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Bernhard

      Ihre Betrachtungen scheinen mir richtig, doch fehlt ein wichtiges Element: Das Tempo der Veränderung.

      Sie können eine 90 Grad Kurve mit jedem Mittelklasseauto fahren, bis etwa Tempo 60km/h. Wenn Sie das bei Tempo 120 probieren haben Sie Totalschaden und mehrere Tote.

      Das ist mit der Austeritätspolitik vergleichbar: Ein Wechsel von Deficit-Spending auf Austerity in 2 Wochen, we in Zypern, killt die Wirtschaft.

      • Bernhard Piller sagt:

        Natürlich killt dies Zypern. Nur ist Zypern eigentlich bereits tot. Man hat in unserer Gesellschaft etwas geschaffen für einen solchen Fall, das “Konkurs” heisst. Ein Konkurs hat den Vorteil. dass mal alle Zähler auf null gesetzt werden und man von vorne anfangen kann. Zypern wird auf diese jetzige Art der knappen Notversorgung noch Jahrzehnte in einem Lähmungszustand verharren. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

        • Urs sagt:

          Bernard Piller: Es gibt einoge die bei einem solchen Landesweiten Reset eben nicht bei 0 anfangen… müssen. Einen Vorteil für die grösseren Teile der Geselslchaft kann ich da nicht erkennen weil die Verteilungsfragen, um die es im Vorfeld ja ging, auch nachher nicht geregelt werden…

          Man muss permanent aufpassen das sich die stärksten nicht wieder einfach alles unter den Nagel reissen… die verschwinden mit ihren Werten meist lange vor dem konkurs in’s Ausland… und erheben sobald wieder ruhe eingekehrt sit erneut Anspruch auf ihre alten Besitztümer…

          Einen Reset gibt es in der Regel nur für die 99% die schon vorher nicht viel Verantwortung tragen konnten…

    • Martin Holzherr sagt:

      Sie schreiben richtig: “sondern sie wären schon vorher pleite gegangen, wenn die EU die Länder nicht gerettet hätte (eigentlich haben sie ihre eigenen Banken, die Griechenland Geld gegeben, gerettet). Diese Formulierung trifft auch ein Hauptproblem der Eurozone: Die Krise hat die Eigeninteressen der Länder verstärkt und zu einer nationalen Problemlösungsstrategie geführt, die für Deutschland auf folgendes hinauslaufen könnte: “Was ist für Deutschland das beste oder was ist mindestens mit den deutschen Interessen vereinbar.” Die Gäubiger-Länder innerhalb der Eurozone retten also die Krisenländer vor allem darum, weil ihnen der Bankrott der Schuldenländer teuer zu stehen kommen würde. Und sie fordern Austerität von den Krisenländern im Prinzip genau aus dem gleichen Grund aus dem Gläubiger das geliehene Geld wieder eintreiben wollen. Bei der Mafia soll ja das sogar mit der Pistole geschehen und in der Eurozone geschieht es mit der Forderung nach Schuldensanierung und Austerität genau so wie in der Privatwirtschaft ein Gläubiger am Schluss die Verpfändung der verbliebenen Güter fordert
      Die Eurokrise hat sichtbar gemacht, dass die Eurozone immer noch aus Nationalstaaten besteht, die im Eigeninteresse handeln und dass es kaum Leute und Instituionen gibt, die im übergeordneten Interesse – im Interesse von Europa also -, handeln und denken.

  8. Ueli sagt:

    Bei der ganzen Debatte “Austerität ja oder nein” wird nicht mit einem Wort erwähnt, wieso z.B. Deutschland ein so grosses Interesse an der Aufrechterhaltung, einer für die Peripherieländer desaströsen “Sparpolitik”, besitzt.
    Sowohl Deutschland, als auch Japan erwirtschaften ihre Handelsüberschüsse zulasten anderer Staaten und Währungsräume. So wird die Krise quasi in die Peripherie “exportiert”. Die Finanzpolitiker im ebenfalls exportfixierten Japan könnten hingegen ihre “deutschen Kollegen” bald unter Druck setzen, indem sie ihre Währung massiv abwerten. Die Bank of Japan hat nämlich am 4. April angekündigt, allmonatlich 58 Milliarden Euro aufzukaufen. Durch diese Geldflut werden die japanischen Waren immer konkurrenzfähiger. Das wiederum unterhöhlt einerseits die Wirkung, der auf einseitige Exportföderung abzielenden deutschen Massnahmen, andererseits lässte die Tokioter Geldschwemme inzwischen die Zinslast etlicher Krisenländer in der Euro-Zone sinken. Dies mindert den Druck der “Märkte” auf die Schuldenstaaten, der bisher von Berlin genutzt wurde, um diesen “Sparziele” aufzuwingen. Hierin liegen auch die Ursachen der vehementen Kritik Schäubles an Tokos Geldpolitik, die er als “besorgniserregend” empfindet…

    • Linus Huber sagt:

      Japan spielt ein aeusserst gefaehrliches Spiel. Zu unserer Ueberraschung und trotz des Wechselkurszerfalles des Yen, verzeichneten sie dort hingegen eine negative Inflation von 0.9% auf Jahresbasis.

      Wo liegt nun die Gefahr? Waehrungen und das Vertrauen in sie ist eine sehr resistente Angelegenheit, vergleichbar mit dem Stress zwischen den verschiedenen Schichten und Platten in der Erdkruste. Einem Erdbeben geht eine langwieriger Prozess des Spannungsaufbaus voraus, welcher sich jedoch blitzartig entladen wird an einem spaeteren Zeitpunkt.

      Der Glaube der Kuenstler der Manipulation ist stark damit verbunden, dass sie glauben, die Lage im Griff zu haben. Sollte der Yen jedoch auf einmal als Waehrung das Vertrauen der Japaner selber verlieren, kann dies in wenigen Wochen ein massive Entwertung dieser Waehrung zur Folge haben und eine Inflationswelle im Bereiche der Gueter des taeglichen Bedarfs nach sich ziehen. Ich rede hier nicht um Bewegungen von 20% sondern eher im Rahmen von 50plus %. Die dadurch erzeugte Verarmung der japanischen Bevoelkerung scheint fast unvorstellbar.

      Wie genau will in solch einer Situation die japanische Zentralbank noch reagieren? Den Zinssatz ja nicht mehr anheben, ansonsten die Zinsen das ganze Budget des Staates auffressen wird. Die Regierung sollte beten, dass ihre Strategie nicht wirklich zu erfolgreich sein wird, ansonsten ein soziales Disaster sehr wohl aufwarten mag.

      • Ueli sagt:

        @Linus Huber

        Japan spielt genau das selbe Spiel wie Deutschland – nur mit einem Joker in der Hand – sie müssen keinerlei Rücksicht auf Währungspartner nehmen. Die Deutschen wiederum befinden sich in einem Dilemma – einerseits können sie ihre Handelbilanzüberschüsse nur dann generieren wenn sie aus der Peripherie eine “industriefreie Zone” machen, aber andererseits können sie ihr Spielchen auch nicht zu weit treiben, da sonst Frankreich und Italien sich beschweren. Die Franzosen haben schon jetzt darauf hingewiesen, dass sie bei einem festgesetzten Defizit von 3 % in die Rezession schlittern werden.

        • Linus Huber sagt:

          @ Ueli

          Im Grundsatz gebe ich Ihnen recht, wobei dieses Verhalten bei einer Staatsverschuldung im Rahmen von 220% des gdp wohl eine andere Dimension einnehmen duerfte. Wir werden ja in den kommenden Jahren (spaetestens) sehen, wie sich diese Misere auspielen wird.

        • Martin Holzherr sagt:

          Die industriefreie Zone, die sich in den Periperhiestaaten bildet, ist aus folgenden Gründen kein wirklicher Vorteil für Deutschland: 1) Waren die Peripherieländer schon vor der Krise keine echten Konkurrenten Deutschlands, da die deutsche Industrie generell höherwertige Güter herstellt als es Spanien oder auch Italien macht. 2) Entfallen durch die Krise auch Absatzmöglichkeiten für die deutsche Industrie. 3) Erhöht die Krise die Gefahr des Eurozonenzusammenbruchs, was damit enden könnte, das Deutschland eine wesenlich höher bewertete Währung bekommt und damit an Konkurrenzfähigkeit verliert.
          Eine mögliche machtpolitische Vision Deutschlands könnte es aber sein, den Krisenländer eine neue Funktion innerhalb Europas zu geben: Nämlich die als Arbeitskräftelieferanten und für die deutsche Industrie. Die Universitätsabgänger der Krisenländer könnten eine willkommene Verstärkung der deutschen Facharbeiter werden mit einem für die Industrie willkommenen Lohndruck nach unten. Zudem könnten die deutschen Firmen in den Krisenländern fertigen lassen, sobald dort die Löhne genügend sinken. Wenn es in Deutschland eine derartige Zukunftsvision für Europa gibt, dann wird sich allerdings ein höchst asymmetrisches Europa ausbilden. Und friedlich wird dieser neue Kontinent auch nicht sein.

          • Ueli sagt:

            @Martin Holzherr
            Die “Deutschland-AG” (nicht zu verwechseln mit den meisten deutschen Bürgern, die froh sind sich mit 1400 Euro Brutto pro Monat über Wasser zu halten) hat sich schon längstens entschieden was passieren soll.
            Die Krisenländer werden zu einem riesigen Pool an billigen Lohnsklaven umfunktioniert (sozusagen Agenda 2020 für Europa), der Sozialstaat abgeschafft, die Steuern für Unternehmen sukzessive gesenkt und die Filetstücke unter den grossen Haifischen verteilt.

  9. Peter Meier-Schlittler sagt:

    Einstein wäre nicht erfreut, könnte er sehen, wie seine Beschreibung des Irrsinns nur kurzsichtig und kurzfristig auf die momentane Austeritätspolitik angewendet würde. Wendet man seine treffende Beschreibung jedoch auf die Verantwortlichen der “Geldpolitik” im geschichtlichen Zusammenhang an, also im weiten Raum “Der Geschichte des Geldes”, so bewahrheitet sich Einsteins Definition recht anschaulich: man findet im Ablauf der Menschheitsgeschichte keine Währung, kein Geld, das über längere Zeit als Zahlungsmittel bestand hatte. Immer wurden Währungen durch die verantwortlichen Politiker zerstört, weil sie irgendwann im Verlaufe der Zeit der Versuchung nicht widerstehen konnten und meinten durch die Notenpresse lasse sich Wohlstand schaffen und sie könnten sich durch wohltuende aber unbezahlbare Vorhaben im Amte halten.

    • Thomas ernst sagt:

      Die alten Pharaonen liessen Pyramiden bauen, um unsterblich zu werden. Kohl liess den Euro einführen…

    • Mike sagt:

      Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu lügen. Eine besteht darin, die Aufmerksamkeit auf einen Nebenschauplatz zu lenken. Ein solcher Nebenschauplatz sind die Diskussionen bezüglich der Gefahr der “aufgeblasenen” Notenbankbilanzen und der tiefen Zinsen. Nicht annähernd wird in den Medien die Gefahr der Deflation diskutiert. Man liesst überall, dass Deutschland einen Handelsbilanzüberschuss erzielt. Aber dass die Schulden gestiegen sind liesst man nicht. Man liesst auch nicht, dass die Schulden anderer Staaten weiter zunehmen. Man spricht auch nicht über faule Positionen in den Bilanzen der Banken. Aber man spricht über alle möglichen Inflationsszenarien, dass man die Schulden weginflationieren will, dass die Zinsen so tief sind wie noch nie etc……. Fällt das niemandem auf?

      • Izmir Übül sagt:

        Über all das wird auf den “Nachdenkseiten” seit Jahren diskutiert!

      • Thomas ernst sagt:

        @ Mike

        Ich teile Ihre Beobachtung mit den Ablenkungsmanövern. Das ganze Deutsche Hoeness-Steuerhinterziehungstheater ist ebenfalls, wie die ganze SteuerCD-Orgie ein Ablenkungsmanöver ist: Das Murksel und Schäuble der Hinterlistige lenken damit Hand in Hand mit diesem alten Tollpatsch von der SPD und seiner Holzkavallerie ihr deutsches Stimmvieh davon ab, dass die wirklich Kriminellen in der Regierung, die Handlanger im Parlament sitzen. Diese kriminelle Vereinigung bläst das Geld der Steuerzahler in den Euro und andere Luftschlösser und lenkt die Bürger mit gezielt geweckten Neidgefühlen ab.

        Es gibt ein paar Blogs in den Weiten des Internets (Zero Hedge, Markus Gaertner, etc) welche immer mal wieder auf solche Themen aufmerksam machen.

        Der allergrösste Teil der Bevölkerung will die Manipulationen noch nicht mal zur Kenntnis nehmen. Die gucken lieber DSDS…

        • Urs sagt:

          Thomas Ernst; Was gucken die Leute den hier? Es gibt da eine über 100 Jahre alte Illustrtion zum Thema “Capitalism”… ganz oben scheint ein Geldsäckli zu schweben… ein bischen weiter unten befinden sich die Kirche, Kravattenträger jeglicher Art… dann geht es weiter zum Militär, den oberen Beamten, Kaufleuten (we shoot at you) oder auch gerne (we eat for you)… dann noch ein bischen weiter nach unten.. dort befindne sich die 99% die ihr mickriges Auskommen alle mit den paar weiter oben Teilen…

          Die gleiche Illustration gibt es auch in einer modernen fassung mit Symbolen die der heutigen Zeit angepasst sind… Aufschlussreich… aber leider, eine Lösung und ein Auskommen mit usneren Meinungen und Ansichten müssen wir selber finden…

          Was immer dann möglich ist wenn die eine Gruppe die anderen nicht über Gebühr dominieren kann…

  10. Linus Huber sagt:

    Wir geniessen enorm tiefe Inflationsraten, nicht wahr. Oder moegen die statistischen Werte von Regierungen evtl. zu hinterfragen sein?

    https://www.europac.net/sites/default/files/images/BMI%20vs%20CPI%281%29.jpg

  11. Linus Huber sagt:

    Warum findet man im TA keinen Artikel ueber den Bericht der Deutschen Bundesbank an das Deutsche Verfassungsgericht, in welchem Draghi’s Plan des OMT zur Rettung des EUROs eine grandiose Schelte erfaehrt. Mit klaren Grundsaetzen wie z.B. “es ist nicht Aufgabe der EZB den Fortbestand des EUROs sicherzustellen” wird das Vorgehen der EZB mit vernichtenden Aussagen kritisiert. http://www.handelsblatt.com/downloads/8124832/1/stellungnahme-bundesbank_handelsblatt-online.pdf

    Diese Entwicklung passt sehr gut zur der Gruendung der AFD Partei, welche schon heute mit 6,8% vor der FDP und Linken liegt. http://wahl-o-meter.com/Willkommen.html#.UXswrCsY2dP

    Den guten Ruf, welcher die Bundesbank bei den Deutschen Buergern geniesst, ist dabei nicht zu unterschaetzen. Ebenfalls hat sich der Vorsitzende des Verfassungsgerichtes, Voßkuhle, schon oft kritisch gegenueber der gegenwaertigen Gangart geaeussert. Solche Entwicklungen sind bedeutend, duerften eine interessante Wahl im Herbst versprechen, sowie einen neu viel weniger einzuschaetzbaren Ausgang des Entscheides des Verfassungsgerichtes im Juni.

    Zurueck zur Frage: Warum sieht man von dieser wirklich wichtigen Entwicklung nichts im TA?

    • Thomas ernst sagt:

      … der TA ist halt in Gottesnamen auch nur ein Mainstreamlautsprecher und Eurobefürworter. NMTM ist eine der wenigen Oasen in dieser Wüste, wo relativ breit und insgesamt mit wenig ideologischen Scheuklappen Themen präsentiert und ziemlich offen diskutiert werden. Daher ist NMTM auch mit Abstand überzeugender als die übrigen Blogs des TA.

    • Anh Toan sagt:

      @Linus Huber: Ich wette 1000 CHF mit Ihnen, die Stimmen für AfD wird bei den Wahlen unter diverse Parteien zusammengefasst. Es hat übrigens schon mal eine anti-Euro Partei an Bundestagswahlen teilgenommen, sie erreichte einen Wähleranteil von 0.8% oder so, darum wurdfe es auch vergessen und der Euro “undemokratisch” eingeführt. Die AfD wird darum kämpfen müssen überhaupt eine 1 vor der Prozentzahl zu haben.

      “Könnten Sie sich vorstellen eine Partei (AfD) zu wählen:” Stellen Sie diese Frage zu allen Parteien, erhalten Sie summierte Wähleranteile von ungefähren 273.3% oder noch mehr. So erhät die “Affen für Deutschland” auch 6.8% Umfragewerte, eine Dschungelcamptussi käme wohl auf 17% bei der entsprechenden Frage.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Anh

        Ich denke, die AfD könnte leicht die Piraten als Protestpartei ablösen. Dass die Systemmedien die AfD als echte Bedrohung für die Blockpartei CDU-CSU-SPD-FDP-Grüne betrachten und daher versuchen in die Schweigespirale zu verdrängen (Noelle-Neumann) ist klar.

        Wer darauf reinfällt, ist selber blöd.

      • Linus Huber sagt:

        @ Anh Toan

        Es handelt sich um eine Entwicklung, welche interessant ist zu verfolgen. Wieviel Erfolg die Adf einfahren wird, bestimmen natuerlich die andern Parteien, inwieweit diese die Idee dieser Partei in ihr Programm integrieren werden. Es haette auch niemand Grillo eine Chance eingeraeumt und trotzdem hat er mehr oder weniger einen hohen Teil der Bevoelkerung hinter sich gescharrt. Es ist nicht voraussehbar, wie sich die Lage entwickelt, aber ein neuer Trend ist sichtbar und diesen zu unterschaetzen, wuerde ich niemandem raten.

        Nur nebenbei, als Sie prueften waren es 6,8% und jetzt, als ich pruefte, schon 6,9%.

      • Linus Huber sagt:

        @ Anh Toan

        Das Vertrauen mir gegenueber, welche sich in Ihrem Wettangebot verbirgt, ehrt mich und ist zugleich Ausdruck, dass Sie wohl ein ehrenhafter Mensch sind.

        Die grosse Gefahr liegt tatsaechlich darin, dass die andern Parteien grosse Teile der Ideen dieser Partei uebernehmen. Dies muss nicht zwangsweise bedeuten, dass diese Partei erfolglos sein wird, da bei vielen Waehlern evtl. noch ne Rechnung offen steht.

        Der Vergleich mit der Piratenpartei hinkt insofern, dass diese ein Thema ansprach, welches vielen Buergern sowas von egal gewesen sein mag. Im Gegensatz dazu fuehlen sich sicherlich bedeutend mehr Leute angesprochen bei den Anliegen der ADF, da es sich um ihr persoenliches Vermoegen/Geld handelt, welches in Gefahr zu sein scheint.

        Ebenfalls haben sich die Rahmenbedingungen veraendert, indem sich eine zunehmend negative Stimmung ausbreitet.

        Ich habe Geld schon viel duemmer ausgegeben (fuer den Falle des Verlierens), also, DIE WETTE SOLL GELTEN (5% Huerde als Massstab). Damit liesse sich hier, wo ich wohne, eine Party fuer 120 Personen organisieren (inkl. Caterer, free drinks etc.), worauf ich mich freue.

  12. Absurdistan sagt:

    Dazu sollte man bitte doch auch bemerken:

    Einstein war ein absoluter Theoretiker, darum der Spruch: ” die beste Definition für Irrsinn sei, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen”.

    Denn in der Psychologie verhält er sich antagonistisch oder “gegenteililg”. Denn er war alles andere als ein Psychologe. Aber die heutige Welt hat fast alles physikalische erforscht was sie erforschen kann. Aber der nächste Schritt der Geistigen “Wissenschaft” liegt in der Psychologie oder Metahphysik (Und das ist genau das – wogegen sich die Naturwissenschaft sträubt), oder glauben wir wirklich wir Menschen seien das einzige und höchste Geschöpf des Universums?… wir sind nur ein ganz kleiner Teil davon, und an die Hirnforscher mit diesem 1 Mia. Projekt für ein künstlich simuliertes Gehirn. How was that possible -> soviele Fehlgeleitete Idioten die noch soviel Geld bekommen.

    Lest das Buch von Eben Alexander.

  13. Linus Huber sagt:

    BIP (GDP)

    Es handelt sich hier um die Wirtschaftsleistung, welche damit ausgewiesen werden soll und dessen Veraenderung als Wachstum bezeichnet wird. Es ist eigentlich sehr einfach das BIP um sagen wir 5% anzuheben, wenn keine qualitative Aspekte beruecksichtigt werden. Wenn ein Staat sich um 10% des BIP’s verschuldet innerhalb eines Jahres und damit eine Erhoehung des BIPs von 2% erreicht (Wachstum), ist dies doch eine ganz andere Situation als wenn der Staat keine Schulden macht und das BIP ebenfalls um 2% waechst.

    In anderen Worten, das Wachstum des BIP ist nicht wirklich ein aussagekraeftiger Messwert. Ein viel besserer Indikator waere das Resultat von BIP minus Veraenderung der Verstaatsverschuldung. Dieser Wert wuerde viel besser die eigentliche Leistung einer Nation spiegeln.

  14. Beat Reuteler sagt:

    Selten beinhaltet eine Kommentarspalte einen so hohen %-Satz von guten Kommentaren wie hier.
    Ich denke die Essenz ist enthalten, auch wenn nciht alle einig sind. Während am Anfang die Gegner der Austeritätspolitik überwiegen, schwappt es gegen die Mitte wieder zurück und am Ende dominiert der Trend.
    Nach lesen einiger Beispiele fasse ich als Laie zusammen: Mehrheitlich wird erkannt dass weder Austeritäts- noch Deficit – spending – Politik die aktuellen Probleme der südeuropäischen Länder zu lösen vermögen. Es müssen strukturelle Probleme behoben werden. Durch AUsteritätsmassnahmen wird keine Wirtschaft angekurbelt, das Ziel ist kreditwürdigkeit herzustellen. Staatsausgaben müssen zu einem vergleichsweise hohen %-Satz Investitionen in sinnvolle Infrastrukturprojekte dienen und dürfen nicht primär in den Konsum gehen. Zum Konsum zählen Fehlinvestitionen, überbordende Beamtenstäbe, Sozialausgaben, je nachdem auch Subventionen.
    Wieso wird es trotz negativem Ergebnis immer wieder versucht? Vielleicht weil es “Alternativlos” ist.
    Die Alternative wäre nichtstun bis es knallt, noch mehr ausgeben so dass es schneller knallt oder was?
    Es ist wohl nicht alles klar aber die vielen Beiträge oben sind grossteils Vertrauenerwechkend. Danke.

  15. Manuel Wymann sagt:

    Mark Blyth erzählt hier nur den 1. Teil der Geschichte, wie der Staat seine Schulden erhöht, um das Nachfragedefizit zu decken sprich das Wirtschaftswachstum zu erhalten. Der 2. Teil der Geschichte, wie der Staat seine Schulden wieder abbaut, den können wir sicher bald live erleben: über eine “Reinflationierung” der Wirtschaft. Ich bin gespannt, wie sich das grafisch animieren lässt :-).
    Der Term “Reinflationist” ist übrigens die neuste Bezeichnung für einen Neo-Keynesianer.

    • G. Nardone sagt:

      @Manuel Wymann: Mark Blyth vergisst sogar noch mehr; er spricht nicht über die weitaus höheren privaten Schulden & wie die abgebaut werden? Wie werden z.B. alle die privaten Hypotheken in der Schweiz heute wieder abbezahlt? Aha, man muss diese “Schulden” gar nicht zwingend zurückzahlen, solange die Sicherheit, der Wert der Immobilie höher als ihre Finanzierung ist. Denn man könnte sie, die Immoiblie, ja ständig wieder verpfänden.
      Und eine “Reinflationierung” kann auch vermieden werden, wenn die SparGuthaben ausgegeben werden & damit Geld fliesst das dann zum Teil Schulden zurückzahlen kann. Denn die Bank-Schulden des Einen sind die Bank-Sparguthaben des Anderen.

  16. Michael Schwarz sagt:

    Der Autor dieses Artikels macht Aussage, dass die Austerität die Erholung der Wirtschaft bremsen wird. Das entspricht ein Teil der Wahrheit. In der Vergangenheit haben die Ökonomen die Meinung und Argumentation gebraucht um die Wirtschaft auf Kosten der Verschuldung voran zu treiben. Wo das geendet, kennen wir alle. Ohne die Verschuldung in entwickelten Ländern zu reduzieren, wird die Wirtschaft in Zukunft kaum Chance haben weiter zu wachsen. Die Reduktion der Verschuldung in der Krise lähmt die Erholung der Wirtschaft, aber sie liefert die politische Motivation die Reduktion der Verschuldung umzusetzen.

    Die Austerität in der Zeit der Krise ist nicht unbedingt negativ. Das verstehen die Ökonomen, weil hier die Politik eine wichtige Rolle spielt als die Wirtschaftstheorie. Die Ökonomen sollten sich Fragen stellen, wann sollte man die Verschuldung abbauen. Warum sind wir so stark verschuldet? bzw. verstehen wir die Ursache der Verschuldung?

    • Thomas ernst sagt:

      @ Michael

      Die Ursache der Verschuldung ist in allen Ländern gleich und trivial: Die Politiker haben Kredit aufgenommen, um ihre Wähler zu bestechen, und die Wähler haben diesen Rattenfängern geglaubt und sie an die Macht gebracht. Siehe GR, siehe Portugal, Italien, der Hollande hats gemacht, und in der Schweiz geschieht auf Bundesebene und in den grossen Kantonen dasselbe.

      Die Komplizenschaft bestechlicher Wähler mit korrupten Politikern ist das Grundübel. Der Rest, inkl. too big to jail, folgt daraus.

      • Michael Schwarz sagt:

        @thomas ernst:

        Kann man diese Vorgehensweise der Politiker Übel nehmen oder ist das System bedingt? Die Antwort haben Sie schon.

        • Linus Huber sagt:

          @ Michael

          Es ist insofern systembedingt, als dass wir seit Jahrzehnten durch die inflationaere Geldpolitik falsche Anreize produzierten, welche nicht nachhaltiges Verhalten foerderte und dadurch schrittweise eine Verhaltensveraenderung der Gesellschaft hervorrief, welche viele positive menschliche Prinzipien untergraebt.

  17. Peter Waldner sagt:

    Man kann es nennen wie man will. Man kann es auch sogenannten “Wissenschaftlern” überlassen, unendlich klug (und theoretisch) über Sinn oder Unsinn zu schreiben und dozieren. Aber man kann auch ganz einfach nach dem Prinzip des “gesunden Menschenverstandes” darüber nachdenken, dass Staaten nicht kreditwürdig sind, wenn sie es schon “Sparen” nennen, wenn sie in wirtschaftlich besten Zeiten nur ihr stetiges Defizit reduzieren wollen. Jedem Primarschüler wird dann klar, dass man sein Kapital nie zurückerhalten kann.

    Genau so klar wird dann, dass eine Wirtschaft keine Zukunft haben kann, wenn sie offensichtlich nur dann “funktioniert”, wenn der Staat stetig mehr ausgibt als er einnimmt. Und das obwohl er zunehmend seinen Bürgern mehr und mehr deren frei verfügbaren Geldes entzieht.

    Der Staat ist zweifellos auch ein Wirtschaftsfaktor; ein bedeutender. Aber niemals so bedeutend wie das Volk. Ein Staat, der seinem Volk zu viel Geld entzieht und dabei sogar noch Schulden macht, also den kommenden Generationen das Geld schon jetzt entzieht, zerstört mit Nachdruck seine Wirtschaft, Kredit- und Glaubwürdigkeit.

    • G. Nardone sagt:

      @Peter Waldner: Wenn ein Staat mehr ausgibt als einnimmt, sprich Schulden macht, wird kein Geld entzogen, sondern zusätzliches Geld wird geschaffen. Späteren Generationen werden vielleicht dann diese Gelder entzogen, gleichzeitig zehren sie aber von den zusätzlichen Investitionen, die der Staat heute mit Schulden finanziert hat. Ausserdem wenn der Staat ausgibt, nimmt hauptsächlich die Wirtschaft ein, denn es gibt immer jemanden der einnimmt, was der andere ausgegeben hat. Die Schulden des Staates sind die Guthaben privater.
      Und der Staat ist eine Institution des Volkes, nicht sein Gegenspieler.

      • Peter Waldner sagt:

        @ G. Nardone. Ganz so einfach ist es denn doch nicht. Zumal dann nicht, wenn Staaten – wie das jetzt geschieht – immerfort neue Schulden machen; auch bei guter Konjunktur. Sehr viele Staaten weisen ein hohes strukturelles Defizit aus; sie haben immer weniger die Möglichkeit, je wieder Überschüsse zu generieren. Und schon gar nicht können sie in einer echten Rezession – die bestimmt kommt – je wieder angemessen reagieren!

        Auch streite ich ab, dass der Schuldeaufbau der Investitionen wegen stattfindet. Ganz im Gegenteil; unübersehbar musste in den letzten Jahrzenten das von unseren Vorfahren geschaffene “Tafelsilber” eben “versilbert” werden. Jetzt ist es weg…!

        Staaten sind tatsächlich “eine Institution des Volkes”; aber ganz offensichtlich sehr schlecht, opportunistisch geführte Institutionen!

        • Linus Huber sagt:

          @ Peter

          Ich stimme Ihnen uneingeschraenkt zu.

          Der heutige Staat ist ein Verwaltungsapparat vergleichbar mit einem lebenden Organismus. Er versucht sich dauernd zusaetzliche Kompetenzen anzueignen, sich immer staerker in die persoenlichen Aspekte der Gesellschaft einzumischen, kurzum gesagt, zu wachsen. Das ist ein natuerlicher Vorgang, welcher auf dem Selbsterhaltensprinzip jedes einzelnen Verwaltungsangestellten beruht, indem er seine persoenliche berufliche Existenz absichern will. Aus dieser Betrachtungsweise kann der Staat sehr wohl eine Art Gegenspieler zur Bevoelkerung werden, dies vor allem in weniger demokratischen Staaten.

          Es gilt daher, die Aufgaben des Staates zu begrenzen um ein schrittweise krebsartiges Wachstum des Staates zu verhindern. Die Hauptfunktion des Staates sollte darin bestehen, den Schutz der Freiheit des Einzelnen in der Gesellschaft zu sichern. Ebenfalls ist weniger aber klarere Regeln und Gesetze anstrebenswert, um administrative Auswuechse zu verhindern.

        • G. Nardone sagt:

          @Peter Waldner: Sollte der Staat Überschusse generieren und zwar z.B. durch höhere Steuern oder überhaupt höheres Steuersubstrat, dann wird der andere Sektor, der private, ein Defizit ausweisen; man kann nicht “das Weggli und den Fünfer gemeinsam haben”.

          • Linus Huber sagt:

            Wie waere es, wenn der Staat durch weniger Ausgaben einen ausgeglichenen Haushalt erwirtschaftet? Warum nicht nur soviel ausgeben, wie zur Verfuegung steht? Warum sich nicht nachhaltig verhalten?

  18. Chris sagt:

    Immer einfach zu kritisieren, aber sage doch mal wie es denn funktionieren soll? Der Video des Schptten ist Super, klar und einleuchtend, aber auch er sagt nur was nicht geht nd macht keinen Vorschlag wie es gehen soll DEBT, das Problem, ohne Austerity zu reduzieren. Reagenomics hat ja auch nicht funktioniert!

    • Linus Huber sagt:

      Genau, schlussendlich fuehrt kein Weg daran vorbei, dass nicht rueckzahlbare Schulden auf irgend eine Form eliminiert werden, da diese wie eine 100kg schwerer Rucksack auf dem Wanderer Weltwirtschaft lasten und seine Schritte immer langsamer werden. Die Frage liegt darin, wer bei einer Loesung der Leidtragende sein soll. Den unschuldigen und sich nachhaltig verhaltenden Menschen kann man nicht dauernd enteignen und im Gegenzug Schuldner beguenstigen. Dies widerspricht auf so vielen Ebenen prinzipiellen Grundsaetzen. Menschen ohne Prinzipien sind nichts weiter als Tiere.

  19. Mario Monaro sagt:

    Das Grundübel ist doch, dass die Staaten die guten Zeiten nicht genutzt haben um Schulden zu tilgen, bzw. Reserven aufzubauen. Wäre das geschehen, könnte man in wirtschaftlich schlechten Zeiten z.B. in die Infrastruktur investieren und so der Rezession entgegenwirken. Wer aber schon am Rande des Kollapses operiert und dann noch in schlechten Zeiten investieren soll, der hat nun mal weniger Spielraum – wie Figura zeigt…

    • H.Trickler sagt:

      @M. Monaro: Genau dies ist der Punkt. Auch Keynes vertrat diese Auffassung welche schon in alter Zeit als Sprichwort galt. Die modernen Gläubigen wollen es umgekehrt machen. Wenn dann die Konjunktur doch nicht anspringt, zahlen die späteren Generationen oder der Staat geht brankrott.

      • Hans Graber sagt:

        Ein souveräner Staat mit eigener, frei konvertierbarer Währung und ohne Goldstandard, also die Schweiz, kann nie unfreiwillig bankrott werden. Geht nicht.
        Die Eurostaaten sind anders. Die sind Benutzer einer Währung und können die Geldpolitik nicht selber bestimmen. Die Eurostaaten sind zu vergleichen mit den Kantonen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Hans

          Simbabwe ist wohl in Ihren Augen der erfolgreichste Staat auf der Welt. Gerade gestern sah ich einen 10 Mio. Geldschein aus Simbabwe.

  20. Wenn auf allen Ebenen (1-4) die Nachfrage fehlt, obwohl “auf der Seitenlinie viele Barbestände gehalten werden”: was bedeutet das? Es bedeutet, dass die Konsumenten, die Unternehmer, der Staat und das Ausland einfach nichts nachfragen. Sie haben also alles, was sie benötigen. Würden sie irgendetwas benötigen, würden sie es nachfragen und dafür “die Barbestände an der Seitenlinie” einsetzen. Wenn jemand alles hat, was er benötigt, dann steckt er nicht etwa in einer tiefen, lang anhaltenden Krise sondern im Gegenteil: es geht ihm gut. Es herrscht Wohlstand. Wenn Wohlstand herrscht, gibt es kein Wachstum und keine Arbeit mehr. Das ist keine Krise, sondern das erklärte Ziel unseres jahrtausende alten wirtschaftlichen Strebens. Wir haben nur noch nicht kapiert, wie wir damit umgehen sollen.

    • Anh Toan sagt:

      @Nadine Binsberger: Die Barbestände bleiben an der Seitenlinie, weil das wesenlichste fehlt für Ko0nsum und Innovation: VERTRAUEN.

      Weil die Privaten verunsichert sind, bauen sie Schulden ab, kaufen edle Steine um sich an etwas festhalten zu können, und konsumieren nicht, weil morgen verlieren sie vielleicht ihren Job. Da die Privaten nicht konsumieren, investieren die Unternehmen nicht, auch deren Cash bleibt an der Seitenlinie.

      Was geschaffen werden muss, ist Vertrauen, denn es geht um Emotionen, Fakten (z.B. Defizite) sind nur das Resultat von emotional getriebenen Handlungen.

      • Linus Huber sagt:

        Genau, schlussendlich geht es um Vertrauen.

        Wem genau kann man heute noch vertrauen? Das Vertrauen in die Zukunft ist eng verknuepft mit dem Vertrauen in die gesellschaftlichen Entscheidungstraeger. Haben wir einen Grund diesen Leuten zu vertrauen?

    • Thomas ernst sagt:

      @ Nadine

      Vorsicht mit den Begriffen:

      Bedarf =/= Nachfrage
      notwendig =/= hätte ich gerne
      das Überlebensnotwendige haben =/= Wohlstand
      arbeitslos =/= erwerbslos
      Durchschnitte sagen nichts über Einzelschicksale
      Solange die Erdbevölkerung noch wächst ( bis sie absehbar 10 Mrd. erreicht haben wird), ist Wirtschaftswachstum zum Aufrechterhalten des Status Quo notwendig.

  21. Marc Meier sagt:

    Ein Problem aller Vergleiche, die ich hier gelesen habe ist, dass von der falschen Annahme ausgegangen wird, dass das Einkommen des Staates analog des Lohnes eines Arbeitenden gleich bleibt, wenn er die Ausgaben reduziert. In Wirklichkeit ist es so, dass bei sinkenden Ausgaben auch die Einnahmen sinken und umgekehrt.

    Ich denke, dass sich alle einig sind, dass die Schulden reduziert werden müssen. Dazu gibt es folgende Optionen:

    1. Haushaltsüberschüsse: Staaten, die sparen, reduzieren die Einnahmen. Staaten, die Geld ausgeben, erhöhen die Einnahmen. Weil die Staaten aber schon grosse Schuldenberge und Defizite haben, ist das Ausgeben von noch mehr Geld nur noch sehr begrenzt möglich.

    2. Inflation: Wenn die Schulden weniger Wert haben, können sie einfacher zurückbezahlt werden. Vereinfacht: ich verschulde mich mit 100 Fr., dann nehme ich 100% Inflation in Kauf und kann die Schulden mit einer 100er-Note zurückzahlen, die faktisch noch 50 Fr. Wert hat. Dazu müssen die Notenbanken Geld drucken.

    3. Schuldenschnitt

    Weil 1 momentan kein gangbarer Weg ist und 3 verständlicherweise nicht in Betracht gezogen wird, bleibt nur 2. Und das wird rund um den Globus gemacht: Die USA, die EU, die Schweiz, Japan, undundund. Alle erhöhen die Geldmenge, um die Währung zu schwächen und Inflation zu verursachen.

    • Thomas ernst sagt:

      …womit Reichtum von den Sparern/Rentnern an die Immobilienbesitzer, Goldhamster und Autosammler umverteilt wird.
      Es gibt keine Intervention ohne Nebenwirkungen.

    • Martin Holzherr sagt:

      Alle Staaten wollen über ihre Notenbanken durch Erhöhung der Geldmenge Inflation verursachen. Bis jetzt war aber der Erfolg in Bezug auf die Inflation gering. Es scheint äusserst schwierig zu sein, die gewünschte Höhe an Inflation herbeizuführen. Was aber bewirkt das viele Geld, wenn es (vorerst) keine Inflation auslöst, sondern einfach so in der Welt herumschwirrt?

      • Thomas ernst sagt:

        @ Martin

        DasbGeld schwirrt ja nicht, sondern liegt bei den Geschäftsbanken, welche es gegen Zins bei der emittierenden Nationalbank hinterlegt haben. In der realen Wirtschaft ist dieses Geld nie angekommen. Esvwürde dortbauch nicht nachgefragt, da in diesen Zeiten keiner ein neues Automobilwerk oder eine Flugzeugwerft bauen will.

  22. Leo Huber sagt:

    Eine solide Anaylse muss nicht nur monetäre Nachfrage-Aggregate behandeln, sondern auch Angebot, Konsum, (längerfristig profitable) Investitionen, staatliche Ausgabenstruktur. Nur Sozialisten können mehr verteilen als vorhanden ist, z.B. 10% mehr AHV.

  23. S.Beimer sagt:

    Bei all der scheinbaren Logik wird bei diesem Thema immer wieder vergessen: Man kann nicht dauerhaft über seine Verhälnisse leben.
    Wenn man also vorher über seinen Verhälnissen lebte, dann muss man davon runter. D.h. Einschränkungen in Einkommen, etc.

    Kürzt man keine Ausgaben, muss man die Einnahmen erhöhen -> z.B. Steuern eintreiben -> weniger Geld zum konsumieren.
    Will/Kann man die Einnahmen nicht erhöhen, bleiben nur Ausgabenkürzungen -> weniger Geld zum konsumieren

    Die einzig andere Möglichkeit ist, sich Geld zu leihen und auf Pump zu leben. Und das geht eben nicht mehr, wenn einem keiner mehr etwas leiht.
    Und das Deutschland den Südländern momentan noch Geld gibt, damit sie den Uebergang zu einem sich selbst tragenden Haushalt ohne noch drastischere Schritt (plötzliche Insolvenz) gehen können, kann man den Deutschen gar nich hoch genug anrechnen.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Beimer

      Wie lange ist bei Ihnen “dauerhaft”?

      – Eine Wahlperiode?
      – 10 Jahre?
      – mehr?

      • Marcel Senn sagt:

        Ernst: Für den Grossteil der Individuen ist das Ziel vermutlich erreicht, wenn man sein ganzes Leben lang bis zum Tod “dauerhaft” über seine Verhältnisse leben kann.

        Aber wehe, wenn sich die Verhältnisse schon zu Lebzeiten gegen einem stellen, dann wirds eng.

        • Thomas ernst sagt:

          …ich weiss, und genau das wird uns jetzt passieren. Wer also nicht seine Lebzeiten rechtzeitig verkürzen will – eine blöde Idee, don’t do that at home! – wird sich zwangsläufig auf einen Engpass einrichten müssen…

    • G. Nardone sagt:

      @S.Beimer: Genausowenig kann man dauerhaft UNTER seinen Verhältnissen leben & damit darauf hoffen, dass andere genau das Gegenteil machen, nämlich über seine Verhältnisse zu leben, weil es gerade davon abhängt; die geleisteten Überschüsse müssen von irgend jemand ja konsumiert bzw. gekauft werden. Hierin liegt das Problem in Europa, Deutschland hat längere Zeit unter seinen Verhältnissen gelebt & die EURO-Krisen-Länder über & damit die deutschen Überschüsse auf Pump konsumiert. Die Lösung ist nun einfach; das ganze umzukehren: Deutschland darf für eine längere Zeit über seine Verhältnisse leben & die anderen unter.

  24. Benedikt Merker sagt:

    Sie meinen also, ein Alkoholiker sollte weitertrinken, weil es ihm sonst morgen noch schlechter geht.

    • Daniel Jacot sagt:

      Ein Alkoholiker stirbt, wenn man ihm von einer Minute auf die andere den Alkohol komplet entzieht. Eine Entwöhnung geschieht schrittweise und ist zeitaufwendig und anstrengend. Ein Grossteil der Süchtigen beginnt später wieder zu trinken. Die meisten Alkoholiker entwickeln chronische Krankheiten und sterben früh.

      Ein schlechter Vergleich, um Wirtschaftspolitik zu erklären.

      Übrigens: Heroinsüchtige werden bei bester Gesundheit alt, ohne ihre Sucht aufzugeben, wenn sie mit sauberem Stoff versorgt werden.

      • Marcel Senn sagt:

        Jacot: Der Alkoholikervergleich ist geradezu genial, wenn man Verschuldung dem Alkohol gleichsetzt und die Entzugstherapie dem Wachstum. Um die Schulden abzubezahlen brauchen wir Wachstum auf Teufel komm raus, da wird relativ unzimperlich mit der Umwelt und den Ressourcen umgegangen, und irgendwann (nach den üblichen Rückfällen in einer Entzugstherapie) werden auch wir dadurch chronisch krank und sterben früh, wenn sich die Leberzirrhose (z.B. Klimawandel, Umweltvergiftungen) durchsetzt und es dem Ende zugeht!

        Einfach einen Entzug zu machen, ohne das Lebensumfeld und die Verhaltensmuster wesentlich zu ändern bringt wenig bis nichts, eine hohe Rückfallquote und das frühzeitige Ableben infolge permanentem Alkoholabusus ist ziemlich sicher.

        • Josef Marti sagt:

          Dann wird wenigstens etwas gegen die stetig steigende Lebenserwartung und für die Sanierung der Pensionskassen unternommen.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Josef

            Vor diesem Hintergrund ist es für einen rational Denkenden völlig unverständlich, weshalb unser Nanny-Staat diese Kampagnen gegen das Rauchen etc. fährt: Die Raucher zahlen doch freiwillig Sondersteuern für die AHV und ausserdem sterben sie freiwillig! Jahre früher als als Nichtraucher. Damit tragen sie spürbar zur Entlastung der Rentenproblematik bei. Wir sollten sie belobigen, statt ausgrenzen!

          • Anh Toan sagt:

            @Thomas ernst: “Raucher”

            Da reden alle über die Gesundheitskosten des Rauchens, dabei verursachen Nichtraucher wohl in etwa die gleichen Kosten, nur etwas später wegen etwas anderem, oder sogar mehr, da sie länger alt sind. Aber Raucher beziehen eindeutig weniger Rente und zahlen eindeutig mehr ein. Trotzdem sind sie unsozial, angeblich. Warum wird eine Gruppe sozial erniedrigt: Damit sich die anderen besser fühlen. (Wie soll Stevie Wonder gesagt haben: Nicht so schlimm, dass ich blind bin, ich könnte ja schwarz sein!)

            @Benedikt Merker: Der Alkoholikervergleich ist bereits schlecht, weil damit Schulden als negativ, Teufelszeug bewertet werden. Und Ersparnisse wären dann gut.

            Das gehört zu Hugo Stamm, nicht hierhin.

      • Linus Huber sagt:

        @ Daniel

        Der Vergleich ist keineswegs abwegig.

        Oh, Sie fanden einen suechtigen, welchen man bis ans Lebensende mit sauberem Stoff versorgt und damit ist die These natuerlich hinfaellig. Ich denke allerdings nicht, dass die Droge der verstaerkten Verschuldung sauber ist, sondern dass hierbei eine zunehmende Verteilung von unten nach oben stattfindet, womit die Angelegenheit das Prinzip der Nachhaltigkeit in seinen Grundzuegen schon verletzt. Ich schlage vor, dass wir langsam erwachsen werden und das Problem konkret ansprechen und auch einer wirklichen Loesung zufuehren.

  25. Martin Holzherr sagt:

    Viele der Diskussionen hier – für oder wieder Austerität – beschäftigen sich eigentlich nur mit der aktuellen Situation, sind also Teil einer Sicht, die nur die Konjunkturpolitik im Visier hat. Konjunkturpolitisch gesehen ist es völlig klar, dass der Staat nicht den momentanen Konjunkturzyklus noch verstärken sollte. Also keine Austerität während einer Rezession, aber auch umgekehrt keine Politk, die eine Hochkonjunktur noch verstärkt. Genau in den Krisenstaaten gab und gibt es aber diese Form der prozyklischen Wirtschaftsweise, des Boom&Bust. Von der Immobilienblase in Spanien hat nicht nur die Bauwirtschaft und das Kreditwesen profitiert, sondern auch Politiker haben sich bereichert, auch auf illegale Weise.
    Letztlich geht es um eine nachhaltige Wirtschaftsweise, ein Term, der heute in aller Munde ist, dem aber in der Praxis nur von wenigen Volkswirtschaften nachgelebt wird.
    Am ehesten sehe ich eine nachhaltige Wirtschaftsweise heute noch in den skandinavischen Ländern realisiert, also in Ländern wie Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Eine nachhaltige Wirtschaftsweise reduziert die Staatsschulden in der Hochkonjunktur und erhöht sie wieder in der Rezession. Genau das geschieht heute in Schweden und Norwegen, wo die Wirtschaft 2010, 2011 und sogar 2012 gewachsen ists und dieses Wachstum zusammen mit den Handelsüberschüssen die Statsverschuldung deutlich gesenkt hat. Diese Länder sind also bestens vorbereitet für die nächste Krise und Rezession. Nicht auszudenken aber was den Ländern passiert, die mit hoher Staatsverschuldung in eine langanhaltende Rezession geraten. Konjunkturpolitisch ist es in dieser Situation unabhängig von der bereits bestehenden Verschuldung falsch zu sparen. Die Staatsschulden werden in dieser Situation so oder so ansteigen, ob mit oder ohne Austerität.Doch ab einer gewissen Verschuldung und bei einem geringen Potentialwachstum werden solche Länder immer zu “unkonventionellen Massnahmen” verdammt sein. Das Ende immer in Sicht.

  26. Johnny Smith sagt:

    @ Anh Toan

    Stellen Sie Ihr Licht so unter den Scheffel 😉

    Ja, ich denke so schlecht ist Ihre Beschreibung nicht. Als ‘selbstverständliche’ Ergänzung muss natürlich dafür Lohn (sprich erhöhtes Defizit) bezahlt werden, welches dann über die Gelddruckmaschine bezahlt wird.

    Der Messias der defizit spender Krugman hat ja mal das Beispiel gebracht, man könne eine Invasion von Aliens vortäuschen um die Ausgaben zu erhöhen – und er glaubt wirklich daran, dass dies helfen würde :
    “If we discovered that, you know, space aliens were planning to attack and we needed a massive buildup to counter the space alien threat and really inflation and budget deficits took secondary place to that, this slump would be over in 18 months,” he said. “And then if we discovered, oops, we made a mistake, there aren’t any aliens, we’d be better–”

    Zumindest diese Extrem-Position ist wirklich so bescheuert…

    • Johnny Smith sagt:

      uups, erstens am falschen Ort (war als Antwort gedacht) und zweitens haben Sie ja die Bezahlung durch den Staat erwähnt…

      • Anh Toan sagt:

        @Johnny Smith

        Krugman könnte mit seinem Beispiel sogar recht haben, da die Abwehr eines putativen Alienangriffs Innovation und Bildung von Know-How auslöst, im Unterscheid zu meinem Beispiel mit den Kiesschauflern, welches wie die Theorie in extremis, das auf eine zufällig gewählten Stichtag (Quartals- oder Jahresende) berechnete Buchhaltungsergebnis, als Ursache darstellt.

        Wird mit staatlicher Nachfrage private Nachfrage ersetzt, entsteht ein Angebot zur Befriedigung dieser künstlich geschaffener staatlicher Nachfrage, das ist wie die Kiesschauffler. Besser wäre, das Geld mit dem Heli abzuwerfen, immerhin werden so keine zukünftigen Ansprüche zementiert. Auf der Ausgabenseite ist staatliche Wirtschaftspolitik Humbug, auf der Einnahmenseite (Steuersenkungen) nützlich, wenn die Privaten zuwenig Geld zum konsumieren oder den erfolgreichen Unternehmen nach Steuern zuwenig zum investieren bleibt. Die Unternehmensbilanzen zeigen, dass im Moment bestimmt nicht letzteres der Fall ist, bei den Privaten liegt das Problem nicht in der faktischen finanziellen Situation sondern im fehlenden Vertrauen (Sie haben Geld, befürchten jedoch, morgen weniger haben, und konsumieren darum nicht). Wenn in Japan und Europa Vertrauen fehlt, mag dies zu einem grossen Teil auf die Überalterung zurückzuführen sein.

        (USA ist anders, da sind viele Private überschuldet, deren Schulden, z.B. statt der Bankschulden, auf den Staat übertragen, wäre nützlicher gewesen. Es hätte indirekt wohl auch die Banken gerettet, wenn der Staat die 30% der Hypothekarschulden oder Ausbildungsdarlehen von den privaten übernommen hätte)

        • Linus Huber sagt:

          @ Anh Toan

          Schoen, dass Sie endlich zu begreifen scheinen, dass geldpolitische Manipulation nicht wirklich zum Ziel fuehrt. Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt und Sie erkennen, dass die Fehler in der Vergangenheit liegen.

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber:

            Wo habe ich über geldpolitische Massnahmen, oder wenn Sie lieber wollen “Manipulation” geschrieben?

            Ich gebe Ihnen einen Tip: Vor allem habe ich über gemeinhin wirtschaftspolitische Massnahmen geschrieben, ausser da, wo ich was von “nützlicher gewesen” geschrieben habe. Also sie waren nützlich, wären in anderer Form noch nützlicher gewesen.

            Tut mir leid, Sie zu enttäuschen.

          • Anh Toan sagt:

            ….auch noch über geldpolitische Massnahme habe ich beim Heli gesprochen, da habe ich gesagt, immerhin besser als die Kiesschaufler.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Ok, in diesem Falle nehme ich mein Lob zurueck.

            Ihre Idee der direkten Rettung der Bevoelkerung, entspricht einer meiner schon lange vertretenen Ansichten, welche auch hier fuer die Verwaesserung des chf verwendet haette werden koennen mit dem kleinen positiven Nebeneffekt, dass der Einfluss der Finanzindustrie zugleich geschwaecht worden waere. Dies mag wohl auch der Grund sein, dass solche Ideen nie diskutiert werden. Natuerlich muesste bei solch einer Massnahme die gesamte Bevoelkerung (pro Kopf) gleichmaessig profitieren, ob nun ueberschuldet oder nicht.

        • Johnny Smith sagt:

          @ Anh Toan

          Daran habe ich intuitiv gar nicht gedacht, aber Sie haben recht: Ihr Beispiel mit dem Kies-Schaufeln bringt den Nonsens des defizit spendings noch besser auf den Punkt als das von Krugman. Auch wenn Krugman vermutlich nicht via Innovation, KnowHow etc. argumentiert hat, sondern den Unsinn des defizit spending effektiv glaubt.

          So oder so, Sinn oder Unsinn: es fällt immer wieder darauf zurück, dass Austerität irgendwann vom Gläubiger erzwungen und damit eine Folge der Schuldenwirtschaft der Vergangenheit wird. Das ist im übrigen wohl auch so, wenn die Defizite durch Gelddrucken der Zentralbanken finanziert werden. Dann dauerts halt einfach in paar Jahre oder Jahrzehnte länger, bis der (Rest-)Markt höhere Zinsen als Risikoentschädigung verlangt oder die Zentralbank den Gesamtbestand der Staatsschulden innehat.

          • Hans Graber sagt:

            Sie schauen sich die konkreten Vorgänge beim Verkauf von Staatsanleihen und was die Banken mit diesen Staatsanleihen machen, besser nie an.
            Sie denken besser auch nie darüber nach, dass die Schweiz ein souveräner Staat ist und der Herausgeber des Schweizer Franken. Sonst würden sie merken, dass die Schweiz nie von irgendwelchen Gläubigern abhängig ist. Sie kann immer alles kaufen, was es in Schweizer Franken zu kaufen gibt. Und sie kann nie zu einem Bankrott gezwungen werden. Und dass die Nationalbank den Zins frei setzen kann und dieser nicht vom ‘Markt’ bestimmt wird.

            Oder sind Sie im Ernst der Ansicht, der Markt seit im Besitz der Druckerpresse und die Eidgenossenschaft müsse gnädigst um Kredit betteln?

            Nur nicht nachdenken. Einfach nachplappern….

          • Johnny Smith sagt:

            @ Hans Graber

            Ich bin nicht sicher, ob Sie mich verstanden haben… aber ich bin sicher, dass ich Sie nicht verstanden habe.

            Liegt das jetzt am Sender oder am Empfänger? oder an beiden? 😉

          • Johnny Smith sagt:

            @ Hans Graber

            oder meinen Sie, dass die Zentralbank einfach das gesamte Defizit (oder noch mehr?) mit der Geldpresse finanzieren soll? und dass dies erstens sinnvoll ist und zweitens auch auf Jahrzehnte hinaus funktioniert? Dann hätte ich einen guten Vorschlag: schaffen wir doch die Steuern ab! Die wären ja dann nur ein unnötiges Aergernis.

            There is no free lunch!

          • Anh Toan sagt:

            @Hans Graber

            Nur die USA können sich unbegrenzt in eigener Währung verschulden, bei allen anderen will irgendwann niemand mehr ihre Währung. Und Oel wie seltene Erden gibts mal nicht in CHF, Lira, Euro zu kaufen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Hans

            Die Wahl schlussendlich besteht zwischen Zerstoerung der Waehrung oder eben Austerität.

            Die Idee, dass man einfach mit “Geld drucken” etwas vermeintlich loesen kann, haben wir ja genau angewendet ueber die vergangenen vielen Jahrzehnte und hat uns genau in diese Situation gefuehrt. Je staerker wir uns dieser Gangart verschreiben, um so zerstoererischer wird die naechste Krise sein.

  27. Anh Toan sagt:

    Erste Frage: Wo gibt es Austeritätspolitik? (Budgetüberschüsse)

    Zweite Frage: Gibt es irgendwo auf der Welt ein Land, welches mittels Deficitspending erfolgreich seine Wirtschaft weltmarktfähig machte?

    Aber letztlich ist der Theorienstreit nichts als Onanie für Oekonomen:

    Die Südländer in Europa haben kein Geld für Defizitspending, ohne Sparmassnahmen kann man den Nordländern nicht verkaufen, ihnen welches zu geben.

    Erzählen Sie doch einem arbeitenden 62 jährigen Deutscxhen, es sei wichtig für sein Einkommen, dass er die Rente eines 53 Jährigen ehemaligen Polizisten in Italien finanziert: Nur so kann sich dieser ein Mercedes kaufen und damit den Job des Deutschen sichern.

    • Johnny Smith sagt:

      Absolut einverstanden, siehe mein Kommentar oben zu Austerität ist eine Konsequenz

      • Anh Toan sagt:

        @Johnny Smith: Sie können das wisssenschaftlicher….

        Verstehe ich die Theorie des Defizitspendings richtig, liesse sich die Problematik in Spanien lösen, wenn man allen Arbeitslosen paarweise ein paar Kubikmeter Kies und zwei Schaufeln gibt, der eine schaufelt den Kies von rechts nach links, der andere wieder zurück, dafür werden sie vom Staat bezahlt, und bald ist Alles wieder Gut!

        Habe ich das falsch verstanden oder ist diese Theorie so bescheuert?

        • Linus Huber sagt:

          So ein Fehlschluss.

          Wohlstand wird nicht durch Geld kreiert, sondern durch sinnvolle Investition in Produktion und Dienstleistung. Alles andere ist einzig Augenwischerei.

  28. H. Trickler sagt:

    Ja, “die beste Definition für Irrsinn ist, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen”. Das gilt insbesondere für die sog. Wirtschaftswissenschaftler welche sich wie fanatische Religionen stur an ein Dogma halten, z.B. dass sich jede Konjunktur mittels überbordender Staatsausgaben ankurbeln lasse.

    Sie stützen sich dabei auf theoretische Betrachtungen von Keynes, der allerdings in den Originalschriften (die heute fast niemand mehr liest) klare Voraussetzungen nannte, ohne die eine solche Ankurbelung scheitern müsste, und genau diese Voraussetzungen sind heutzutage längst nicht mehr erfüllt.

    Umgekehrt weiss man zuverlässig, dass Staaten die langfristig zu viel ausgeben in einer Zwangsjacke von Inflation und ggf. Bankrott enden. Dies ist von keinerlei Voraussetzungen abhängig und nur eine Frage der Zeit. Um sich die Handlungsfreiheit zu erhalten ist eine Begrenzung der Staatsschulden unerlässlich!

    Spätestens wenn sich die aktuelle Geldschwemme von Japan, USA und Euroraum in einem weiteren Finanzcrash entladen hat, wird auch Hr. Dittli zugegeben müssen, dass er und seine Glaubensgenossen falsch lagen!

  29. Patrick Frei sagt:

    Sinnvoll wäre, wenn Staaten sich antizyklisch verhalten würden, also in Zeiten der Hochkonkunktur sparen und in schlechten Zeiten die Wirtschaft mit Ausgaben stützen. So würde er eine Pufferfunktion wahrnehmen. Leider fehlt den Politikern dazu die Weitsicht und auch der Mut. Ausserdem wäre das ja dann nach ihrer Wahlperiode….

    • Thomas ernst sagt:

      @ Patrick

      Bringen Sie doch mal Ihren Hund dazu, sich einen Wurstvorrat anzulegen. Genau so geht es mit Politikern und dem Geld.

  30. Johnny Smith sagt:

    1. John Mauldin sagte in einem seiner letzten Kommentare: “Austerität ist eine Konsequenz, keine Bestrafung”. Analog dazu sage ich bezogen auf diesen Artikel “Austerität ist eine Konsequenz, keine Massnahme für höheres Wachstum”. Austerität ist primär die Konsequenz aus dem exzessiven Schuldenmachen in der Vergangenheit. Wenn die früheren Ausgaben nicht genügend Return/Wachstum einbringen, verlieren die Anleger irgendwann das Vertrauen in den Schuldner, dass dieser je seine Schulden zurückzahlen kann oder wird. Der Schuldnerstaat kriegt dann kein Geld mehr. Er ist gezwungen zu Austerität. Selbstverständlich wird dies die Wirtschaftsleistung beeinträchtigen, was allerdings dem Gläubiger (bzw. eben dem Nicht-Gläubiger) ziemlich egal sein wird.

    2. Selbst wenn “Austerität nicht funktionieren würde”, ist der Umkehrschluss (der auch von MD insinuiert wird), dass nämlich defizit spending funktioniert, à prioris nicht automatisch korrekt.

    3. Funktioniert defizit spending? Nehmen wir als Beispiel die USA, welche sicher nicht als Austeritätsland bezeichnet werden kann. Trotz (nach konventioneller Einschätzung) Rückenwind mit Tiefstzinsen und QE in für Industriestaaten noch vor fünf Jahren undenkbarem Ausmass, trotz Staatsdefiziten im Bereich von sieben bis über zehn Prozent vom GDP pro Jahr, bringen es die USA auf ein Realwachstum von weniger als zwei Prozent. “Doing the same thing over and over again and expecting different results …” bzw. “Weshalb defizit spending nicht funktioniert”

    • Johnny Smith sagt:

      Im übrigen ist die reale Welt eh viel komplizierter als die Schwarz/Weiss-Argumentation von MD.

      Ein Staat mit geringem Schuldenstand kann wohl durchaus keynesianisch gegen ein schwaches Wirtschaftswachstum ankämpfen. Ein Staat mit hohem Schuldenstand wird damit mMn aber nur den Zeitpunkt der “Rechnung” nach hinten schieben, die Rechnung dürfte dafür umso gesalzener werden.

      Um was es bei der Debatte “Austerität oder defizit spending” im übrigen auch geht, ist selbstverständlich einmal mehr die Umverteilungsfrage bzw. wer bezahlt. Defizit spending kombiniert mit tiefen Zinsen bevorzugt die Schuldner und bestraft die Gläubiger/Sparer, Austerität in der Tendenz das umgekehrte.

    • Linus Huber sagt:

      Ja Johnny, die Maer eines “free lunch” wird wohl nie aussterben. Das Problem, wie Sie richtig erkennen, ist nicht die heutige Situation, sondern diese ist einzig das Resultat vergangener massiver Fehler, womit wir heute in dieser Sackgasse gelandet sind.

  31. René R. Meier sagt:

    Natürlich funktioniert Austerität; was sonst ? Beispiele dafür gibt es genügend. I.a. ist Austerität im Sinne von reduzierten Ausgaben (oder reduziertem Ausgabenwachstum) aber nur ein Teil eines Massnahmenpaketes. Und wenn Misswirtschaft (Verschwendung, Masslosigkeit, Korruption und ähnliche Praktiken) zu lebensbedrohenden Bilanzrelationen geführt haben, dann ist Austerität extrem erwünscht, weil Misswirtschaft i.a. nicht nachhaltig ist. D.h.: die praktische Erfahrung zeigt (bei Staaten, Firmen & Privatpersonen), dass man für Misswirtschaft früher oder später bestraft wird.

    • Marcel Senn sagt:

      Verschwendung und Masslosigkeit sind geradezu notwendig – allerdings nur von den vermögenden Privatpersonen, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann – nur sind das Prozentual immer weniger und solange diese Klassen ihrer Gelder lieber in Hedge Funds, in die Offshore-Paradise oder sonstigen Konti halten, ohne es in der realen Wirtschaft zu verschwenden oder auch in die reale Produktionswirtschaft zu investieren – da werden wir ein Riesenproblem bekommen – denn die globale Vermögensverteilung ist mittlerweile so einseitig konzentriert, dass fast nur noch die Vermögenden die Kohlen aus dem Feuer holen können – nur den meisten von denen ist das gar nicht bewusst – und sie focussieren sich auf noch weitere Vermögenskonzentrationen und Steuervermeidungsstrategien.
      Und damit die Vermögenden überhaupt noch irgendwo investieren können, wurde ein gewaltiges Finanzcasino erschaffen – halt ein Parlleluniversum zur realen Wirtschaft – und die Staaten. Unternehmen wie auch der einfache Bürger haben das Nachsehen.
      Es gibt eigentlich nur noch zu hoffen, dass bald mal einer kommt und das Casino sprengt – oder die Staaten weltweit gewisse Formen der Vermögensanlage radikal verbieten, so dass diese Kapitalien entweder verschwendet werden müssen in Luxusgütern, die Steuern endlich bezahlt werden müssen (wie z.B. bei Zocker-Uli Hoeness) oder Investitionen in reale Firmen getätigt werden.

      Da die Staaten die Casinos nicht verbieten werden, kann man eigentlich nur noch auf den Kollaps hoffen!

      • Josef Marti sagt:

        Diese Entwicklung hat aber System und Strategie dahinter; das Ziel ist, mithilfe der Globalisierung die zivilen Gemeinwesen definitiv zu zerschlagen, der Gesellschaftsvertrag ist am Auslaufen.

        • Thomas ernst sagt:

          Ja, das nennt sich “New World Order” und ist keinesfalls eine Verschwörung, sondern eine politische Absicht – wenn auch eine hochgradig undemokratische. Vorangetrieben von selbsternannten Eliten, die in mafiosen Konstrukten wie Rive-Rheine, Bilderberger, WEF etc. ihr Vorgehen koordinieren.

  32. M. Meier sagt:

    Die Argumentation mit der verfehlten Austeritätspolitik wird vielfach und mit den immer gleichen Argumenten vertreten (auch von der Redaktion des TA). Während es sich nicht abstreiten lässt, dass es oft sehr intelligente Menschen mit profunder Fachkenntnis sind, die den Standpunkt vertreten, dass der Staat in der Rezession nicht sparen darf, um das Problem nicht noch schlimmer zu machen, verkennt diese Argumentation, wenn man sie auf die Situation im heutigen Europa anwendet, m.E. zwei sehr banale Punkte:
    1. Das Geld, welches der Staat ausgibt ist effizient eingesetzt. Das ist bei den aufgeblasenen Beamtenapparaten vieler Mittelmeeranrainer defintiv nicht der Fall. D.h. das Geld des Staates wird hier verpulvert, ohne nachhaltige Werte zu schaffen.
    2. Der langfristige Staatshaushalt muss halbwegs ausgeglichen sein. Das Muster funktioniert nur, wenn die Schulden, die ich in schlechten Zeiten mache, in guten Zeiten zurückzahlen kann. Bei strukturellen Defiziten, die im zweistelligen Prozentbereich liegen, mache ich mein Problem in der Zukunft einfach grösser.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es hier tönt, wenn in Japan mal die Zinsen steigen sollten. Dort wird ja seit bald Jahrzehnten das hier so liebevoll propagierte Modell verfolgt. Nicht sehr erfolgreich, wie mir scheint.

    • Linus Huber sagt:

      Es ist heute wie immer nie eine Frage, inwiefern eine Idee das Prinzip der Nachhaltigkeit erfuellt. Leider!

  33. Hans Graber sagt:

    Man kann auch Private Haushalte und Private Unternehmen noch zusammenfassen und dann gilt, wenn man die Geldflüsse zusammenzählt:

    Saldo Staatssektor + Saldo Privatsektor + Saldo Auslandsektor = 0

    Das gilt immer und überall und wenn es mal nicht stimmt, dann bleibt irgendwo irgendwer noch länger auf und sucht den Fehler in der Buchhaltung.

    Das heisst aber nichts anderes, dass die Staatsdefizite das Guthaben des Privatsektors ist. Senkt der Staat seine Defizite (durch Steuererhöhungen/Ausgabenkürzungen), dann muss der Privatsektor bluten. Umgekehrt kann ein Staat seine Ausgaben erhöhen und/oder die Steuern senken, dass sind dann Einnahmen des Privatsektors, die dieser zu Guthaben aufhäufen kann.

    Fazit: Der Blick einzig auf das Defizit des Staates ist Irrsinn. Ein Staat kann zuviel Ausgaben tätigen und das ist dann der Fall, wenn er bei knappen Angebot noch zusätzliche Nachfrage erzeugt, dann steigen die Preise (Inflation). Ein Staat kann aber auch zuwenig Geld ausgeben resp. zu viel Steuern einziehen. Das schädigt die Nachfrage im Privatsektor und führt zur Rezession und Arbeitslosigkeit.

    Im übrigen ist die Eidgenossenschaft nicht auf Steuereinnahmen angewiesen, um etwas zu bezahlen. Im Gegenteil muss der Staat zuerst Ausgaben tätigen, bevor er einen Teil dieses Geldes wieder einziehen kann. Bevor der Staat Geld in die Wirtschaft ausgegeben hat, haben die Bürger und Unternehmen gar kein Geld, um die Steuerrechnungen zu bezahlen (ausser sie nehmen bei einer Geschäftsbank einen Kredit auf für die Bezahlung der Steuern, aber das würde nun definitiv nicht lange gut gehen). Das gilt nicht für Kantone und Gemeinden, denn diese sind nicht Herausgeber des Geldes, sondern wie Privathaushalte und Privatunternehmer Nutzer der Währung.

  34. B. Schnider sagt:

    Meiner Meinung nach wird das Problem der schwachen Konjunktur zu stark nur aus europäischer Optik betrachtet. Gerne hätte ich als Laie einmal eine Sichtweise auf globaler Ebene. Wen die Weltwirtschaft rund um 3% wächst, die Wachstumszahlen für China und andere Schwellenländer deutlich höher liegen, so muss doch auch ein Zusammenhang mit Europa bestehen. Dann auch ein weiterer Punkt: Wir sprechen immer von der steigenden Kluft zwischen Arm/Reich auch in Europa. Ist es nicht möglich, dass unser Begriff von der 3. Welt überholt ist? Wird nicht diese so genannte Dritte Welt global neu “verteilt” – also bildlich von der grossfleckigen Simmentaler Kuh zum Fell eine Leoparden. Der globale Wettbewerb mit höchst unterschiedlichen Sozial- und Steuersystemen muss doch zwangsweise ebenfalls einen Einfluss auf die Exportchancen von Ländern wie Italien oder Frankreich haben…
    Nur mit der ständig neu aufgerollten Geld- und Zinspolitik wird man dem Problem einfach zu wenig gerecht.

  35. Thomas ernst sagt:

    Ich halte das Grundmodell mit den 4 relevanten Wirtschaftsfaktoren (Haushalte, Unternehmen, Staat, Export) für irreführend, da es relevante Zusammenhänge und Einflussgrössen ausblendet.

    1. Die Nachfrage der vier Gruppen ist nicht unabhängig. Staatliche Nachfrage verdrängt private Nachfrage.

    2. Es ist ein riesiger Unterschied, ob die Nachfrage durch Konsum oder durch Investitionen generiert wird, da Konsum geschöpfte Werte vernichtet, während Investitionen ihrerseits zur Wertschöpfung beitragen (werden, wenn es eine zweckmässige Investition ist; andernfalls müsste man sie als Konsum ansehen)

    3. Das Modell stimmt nur für eine definierte Periode. Zweit- und Drittrundeneffekte (zB von Investitionen) werden ebenso ausgeblendet, wie Konsumverschiebungen zwischen Perioden. Es ist ja gerade eines der Grundprobleme zB von Griechenland, dass man dank billiger Kredite den Konsum vorgezogen hat, und nun auf den Schulden hockt, während die Deutschen auf Konsum verzichtet haben, um sich später etwas gönnen zu können. (Das wird jetzt allerdings eine leere Hoffnung bleiben, da die Birne ebenso wie Mutti die Ersparnisse der Deutschen mittels Euro nach Griechenland diffundiert haben.)

    4. Wir sollten aufhören mit den Märchen von den Exporten. Die Weltwirtschaft ist heute eine global vernetzte Angelegenheit. Wo man früher so tun konnte, als sei das Ausland ein riesiges Meer, in das man beliebig viel Zeug kippen (exportieren) kann, stehen wir heute am Rand eines Teiches, und jede Bewegung löst Wellen aus, die über kurz oder lang wieder zu uns zurückschwappen.

    Selbst den Atommüll, den wir vor Jahren in den Atlantik geschmissen haben, werden wir wohl selbst wieder einsammeln müssen. Diese Welt ist nun mal ein geschlossenes System, und wir tun gut daran, sie auch als solches zu behandeln, auch und gerade in der ökonomischen Diskussion!

    • John Peer sagt:

      Super Kommentar.

      • Josef Marti sagt:

        Ändert nichts daran, dass Länder ohne Exporte und ohne Rohstoffe immer praktisch auf 3. Weltniveau verharren oder zurückfallen. Vom sich gegenseitig Haareschneiden ergibt sich kaum Wohlstand.

    • Hans Graber sagt:

      Nur zu 4:

      Exporte sind reale Verluste. Man gibt Güter und Dienstleistungen weg, die hat nun ein anderer.
      Importe sind reale Gewinne. Man hat nun Güter und Dienstleistungen, die man geniessen kann.

      Beispiel:

      Wenn wir Heizöl importieren, dann ist das für uns ein Gewinn – wir können nun unsere Häuser heizen. Es ist nur ein nomineller Verlust, aber offensichtlich haben wir ein warmes Haus dem nominellen Verlust vorgezogen.

      Wenn wir in harter Arbeit eine Maschine zusammenbauen und diese Maschine exportieren, dann hat jemand im Ausland nun diese Maschine und benutzt sie. Wir haben diese Maschine nun nicht mehr. Es ist ein realer Verlust, den wir machen, weil wir einen nominellen Gewinn bevorzugten.

      Das Geld, das wir über Exporte verdienen nutzen uns nur insofern etwas, wie wir dafür wieder Güter und Dienstleistungen importieren können.

      Der Wohlstand eines Landes sind alle Güter und Dienstleistungen, die wir selber herstellen + die Importe – die Exporte.

      • Marcel Senn sagt:

        Graber: Darum geht es den USA ja so “gut” mit seinen chronischen Handelsbilanzdefiziten – Ihr angeblicher Gewinn durch Importe wurde einfach beim Exporteur auf die eine oder andere Art auf Kredit gekauft. Fazit die Gesamtverschuldung der Amerikaner (Staat,Unternehmen,Private) beträgt mittlerweile fast 60 Bio $ oder fast 400% des BIP. Irgendwann muss man die Rechnung bezahlen, auch in Ihrer Theorie, welche auf lange Dauer nicht aufgehen kann.

        • Anh Toan sagt:

          @Marcel Senn: “Irgendwann muss man die Rechnung bezahlen”

          Das macht den USA nichts, die Rechnung lautet auf USD!

          • Marcel Senn sagt:

            Tja jetzt noch – aber wer weiss, vielleicht wird es eines Tages halt doch noch einmal eine neue Welteltwährung geben -vielleicht nicht gerade der Euro :-), aber z.B. den Reninmbi – und ab dann dürfte es dann schwieriger werden mit dem Grünzeug, wenn das keiner mehr will!

      • Thomas ernst sagt:

        @ Hans

        Einverstanden. Ihre Beispiele illustrieren sehr schön, dass für uns Menschen nur die Realwirtschaft zählt. Geld ist die Papier gewordene Hoffnung, dieses heute oder später gegen reale Produkte oder Dienstleistungen tauschen zu können.

        Wenn also die Deutschen Fabrikarbeiter ihre super Autos den Griechen gegen blosses Geld verkaufen, tauschen sie harte Arbeit gegen trügerische Hoffnung. Nun, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

    • Marc Meier sagt:

      Gute Argumentation mit, meiner Meinung nach, einigen wenigen kleinen “Schwächen”:

      1. Wenn der Staat keine Autobahnen, Bahnstrecken, etc. baut, tut es auch kein Privater. Die Substitution findet nur höchstens teilweise statt.
      2. Der Begriff “Konsum” kann nicht mit “vernichten” gleichgesetzt werden, sondern eher mit “Kauf durch Endverbraucher”. Schliesslich ist z.B. ein Fernseher nicht vernichtet, wenn ich ihn kaufe.
      3. Das mit dem vorgezogenen Konsum stimmt, aber wenn nun auch der Staat nicht mehr konsumiert oder die Bürger mit Mitteln versorgt, um zu konsumieren, wird es keinesfalls besser. In diesem Fall verdrängt staatliche Nachfrage nicht den privaten Konsum, sondern er soll ihn ersetzen… Die Verschiebungen zwischen den Perioden gab es ja auch schon nachher und es gibt sie auch wieder nachher. Bis zu einem gewissen Grad kann man wohl davon ausgehen, dass sich diese zumindest teilweise wieder kompensieren.
      4. Netter Vergleich, der aber hinkt. Wenn ich hundert Einheiten eines Produktes herstelle und 50 davon in der Schweiz und 50 im Ausland verkaufe, habe ich 100 Einheiten verkauft. Wenn ich nur den inländischen Verkauf anschaue, fehlt die Hälfte der Nachfrage. Deshalb kann der Export nicht ignoriert werden. Das gleichzeitig andere Produkte importiert werden, ändert nichts an der Nachfrage.

      Und zu guter Letzt: Ich finde es auch merkwürdig, dass Probleme in den Theorien gelöst werden, indem sie an einen Ort “ausserhalb” verschoben werden. Die Volkswirtschaften “ausserhalb” warten ja nicht auf unsere Probleme…

      • Thomas ernst sagt:

        @ Marc

        Danke für den Kommentar. Nur zwei Bemerkungen: Langlebige Konsumgüter (Autos, Fernseher) werden über mehrere Jahre verkonsumiert = vernichtet. In der Buchhaltung macht man dafür Abschreibungen. Der Konsum wird also über mehrere Perioden verteilt, bleibt aber Konsum: Aus Ihrem Fernseher entstehen ja keine neuen Fernseher.
        Anders das Auto des Taxifahrers. Für ihn eine Investition, weil er damit produktivebDienstleistungen erbringen kann.
        Aus meiner Sicht lohnt sich die harte Formulierung Konsum = Vernichtung, weil dann zB sofort klar wird, dass Militärausgaben ebenfalls Konsum darstellen. Gerade Länder wie GR etc leisten sich überproportional hohe Militärkonsumausgaben.

        Zu 4: Wenn wir von den Nationalen Egoismen wegkommen wollen, dürfen wir nie meh nur eine einzelne Volkswirtschaft betrachten. Wie in NMTM früher thematisiert, ist das Deutsche Exportwunder gleichzeitig die Spanische, Griechische, Italienische … Importkatastrophe. Egoistisch wie immer ignoriert aber zB das Murksel mit ihrem alternativlosen Euro diese Auswirkungen beharrlich.

    • Linus Huber sagt:

      Ja, wir muessen lernen Verantwortung fuer unser Handeln langsam zu uebernehmen. Ich meine natuerlich damit die Entscheidungstraeger, welche leider nie zur Verantwortung gezogen werden.

    • Ralt sagt:

      Jedes Modell hat Lücken, nur durch die Überlagerungen von verschiedenen Modellen können wir die {Realität } beschreiben. Das Grundmodell hat daher seine Daseinsberechtigung, auch wenn ich ihren Argumenten teilweise zustimme.
      Ich vermute jedoch:
      Die Deutschen haben bisher an denn Griechen gut Geld verdient.
      Der Atommüll ist radioaktiv und baut sich selber ab. Er kommt auch selber zu uns, dank den Meeresströmungen. Zeit ist relativ.

  36. Arne Tvedt sagt:

    Die Argumentation geht am Kern des Problems vorbei. Die Staaten Südeuropas haben über die Jahre monumentale Defizite angehäuft weil sie bewusst hohe Staatsausgaben getätigt haben ohne entsprechend Steuern einzutreiben. Die Steuerquote blieb deutlich unter der v. z.B: Deutschland derweil munter Geld ausgegeben wurde. Und, was in der laufenden Diskussion immerwieder vergessen geht, das Geld wurde zu einem grossen Teil sehr ineffizient, um nicht zu sagen dumm ausgegeben. So hatte z.B. Portugal bis vor kurzem die höchste Anzahl Staatsangestellte im Verhältnis zur Bevölkerung innerhalb der EU. Wer nun meint dieses Beamtenheer hätte den Portugiesen eine besonders gute Verwaltung und eine Fülle staatlicher Dienstleistungen beschert irrt. Einfachste Behördengänge werden zur Qual und stundeslanges Anstehen im Amt zur Norm. Gewiss wird gespart, die vielverschmähte Austerität, aber dabei wird bewusst die Sparschraube dort angesetzt wo es den Bürger am meisten schmerzt und nicht da wo die Verschwendung am offenkundigsten ist. In Portugal bleibt Overmaning im öffentlichen Sektor die Norm und in Griechenland bleibt der Steuereinzug lasch derweil den kleinen Leuten die Rente gekürzt wird. So kann man in “Brüssel” Druck machen, Aufschub und zusätzliche Kredite erwirken derweil “Freunde” aller Couleur wieterhin mit Geschenken beglückt werden. So pflegt man die eigene Clientel und sichert die Wiederwahl, derweil die wahren Probleme nicht angepackt werden. Das führt natürlich nie zu einer nachhaltigen Lösung aber das Problem ist nicht die Austerität sondern tiefverwurzelte Tradition, das der Bürger dem Staat dient und nicht umgekehrt, das man in die Politik geht um sich und seine nächsten zu bereichern und das dieses im Kleinen wie im Grossen ein scheinbar unverrückbares Naturgesetz zu sein scheint, etwas was immer so war und immer so bleiben wird. Wird dieser Teufelskreis durchbrochen haben die Länder eine Chance, sonst nicht. Da spielt es keine Rolle wieviel Geld man einschiesst.

    • Stephan Kupper sagt:

      Es ist schon so, dass die Ökonomen total schwimmen und sich in der Flut der Ereignisse kaum mehr über Wasser halten können. In der Not kreieren sie Ratschläge und Theorien am Fliessband. Aber sie sind hilflos und einseitig. Im globalen Strudel der Wirtschaftswasser schwemmt es ausserdem mal dieses hoch, mal stürzt es jenes in die Tiefe.
      Was könnte man also gegen den Beamtenapparat tun, der überall – auch in der Schweiz – stets enormes Wachstumspotential hat? Oder allgemein gegen das Naturgesetz, dass jeder seine Verantwortung rationalisiert und optimiert, was das Zeugs hält? Dabei ist Verantwortung so zu verstehen: Ein Geschäft, eine Beziehung, ein Energieaustausch allgemein ist immer die Bilanz zwischen einer Leistung und ihrer Gegenleistung. Für eine Leistung trät man die Verantwortung – theoretisch. Die Gegenleistung ist heute meist in Geld ausgedrückt. Und dafür trägt man natürlich in jedem Fall die Verantwortung, wenn man eigenes Geld ausgibt. Aber betrachten wir mal die Politiker – die Chefs der Beamtenapparate. Tragen sie je Verantwortung für ihr tun? Sie werden höchstens abgewählt (mal abgesehen von ein paar wenigen Diktatoren, die mit ihrem Leben bezahlen werden)? Und tragen die Politiker je Verantwortung für das fremde Geld, das sie verwalten und ausgeben können (mal abgesehen davon, dass Parlamente aus Politiker bestehen und gerade alles blockieren können)?
      Die Ökonomie als Ganzes ist höchst irrational, im Einzelnen jedoch fast völlig rational – verständlich sozusagen, denn man muss schon zuerst mal für sich schauen (auch Mutter Theresa hatte stets genug zu Essen gehabt). Doch die wenigen lieben Menschen, die ihr Essen teilen, können diese Naturgesetze nicht verändern! Es schaut also (falst) jedes Indivieduum für sich, je höher im sozialen Gefüge, umso schlimmer.

      Verantworung institutionalisieren! Irgendwie in diese Richtung muss es gehen. Verantwortung von Scheinverantwortung unterscheidbar, messbar und erfolgbar machen können, das wäre Wissenschaft!

      • Ralt sagt:

        Die Bedeutung von Verantwortung ist höchst umstritten; schaffen wir durch Wissen mehr (?!)
        Wer eine Verantwortung hat bzw übernimmt, besitzt oder bekommt dadurch Macht. Die Verantwortung wird solange gewahrt, wie die Macht nicht missbraucht wird. Für was die Macht gebraucht wird muss man stets beantworten können.

    • Linus Huber sagt:

      “dass der Bürger dem Staat dient und nicht umgekehrt”

      Dies ist der Kernpunkt. Wenn der Staat wirklich der Bevoelkerung diente, wuerde er sich nachhaltig verhalten und sich mit den offerierten Mitteln der Buerger abfinden und jegliche Verschuldung vermeiden. Dies bedeutete natuerlich die Abgabe von Macht, was diesen verblendeten Akteuren nicht im Traume in den Sinn kaeme.

      • Urs sagt:

        Ist die Cashbox von über 100 Millarden der Firma Apple Nachhaltig oder fehlt nicht doch der eine oder andere Teil davon an vielen Orten dieser Welt?

        • Linus Huber sagt:

          Die Enteignung des Erfolgreichen ist nicht wirklich eine nachhaltige Strategie, sondern es gilt die Mitverantwortung des Erfolgreichen fuer das Funktionieren der Gesellschaft zu foerdern. Dies wird nicht erreicht, indem man alles immer staerker regelt und somit die individuelle Verantwortung an den Staat delegiert, sondern indem man die Werte wie Ehrenhaftigket, Selbstverantwortung, Mitgefuehl, Ehrlichkeit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Nachhaltigkeit etc. foerdert. Heute hingegen fuehlt sich niemand mehr auf persoenlicher Ebene fuer den sozialen Zusammenhalt verantwortlich, da diese Funktion vollumfaenglich an den Staat delegiert wurde und jeder sich nur noch darum kuemmert, einen fuer sich selbst moeglichst hohen Anteil des Kuchens abzuschneiden.

          Mitunter ist dies eine der langfristigen Auswirkungen der jahrzehnte langen Geldentwertung, welche auf verschiedenen Gebieten nicht nachhaltige Programmen den Eintritt verschaften und die genau entgegengesetzten Werte foerderte, welche im obigen Absatz erwaehnt sind.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            Sie machen nicht nur hier – den Bock zum Gärtner. Es sind doch gerade die anonymen Märkte, die die Menschen quasi zu “verantwortungslosen Neurotikern” erziehen. Die meisten Staaten sind heute nur noch Durchgangsstationen für das international marodierende Kapital, welches weder Grenzen, noch “Moral” kennt. Das ganze Gerede von “Verantwortung übernehmen” ist doch blanke Ellbogenideologie, welche sich noch als Gutmenschentum tarnt.

          • Enteignung der Erfolgreichen… ich muss k*tzen, wenn ich das schon höre. Mir würde es eigentlich schon genügen, wenn die sogenannt “Erfolgreichen”, bzw deren Stiefellecker in Politik (FDP,SVP,BDP,GLP,…) und den ökonomischen Fakultäten, aufhören würden, unser aller Enteignung zugunsten der “erfolgreichen” Eliten zu propagieren und zu forcieren.

            Tatsache ist doch, dass vor dem trickle-down Neoliberalismus, die “Erfolgreichen” schon erfolgreich waren und ihren Erfolg genügend belohnt bekamen, oder nicht? Ausser ein paar geistesgestörten laissez-faire Spinnern fand es damals irgendwie niemand nötig — nicht einmal die “Erfolgreichen” — dass den Eliten zusätzliche Mittel zufliessen sollten, weder in Form von Steuergeschenken, die sie nicht benötigen, noch in einem höheren Anteil an den Produktivitätsgewinnen, die sie nicht erarbeitet und verdient hatten, noch in zusätzlichen Einkommensströmen in Form privatisierter Staatsbetriebe, die seltsamerweise nun einen schlechteren Service zu höheren Preisen liefern (Stromtarife +20%, Post als Krämerladen, Telefon-Auskunftsdienste, Bahn, pipapo). Aber wie im Falle der Austerität lässt sich wohl der wahre Neoliberale auch in diesem Fall von überprüfbaren Fakten nicht beeindrucken, wenn die Heilige Theorie des Göttlichen Freien Marktes etwas anderes behauptet.

            Der neoliberale Umbau unserer Wirtschaft war ein teurer, schädlicher und unnötiger Fehler. Ihn rückgängig zu machen ist keine Einteignung.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Natuerlich zeigen die Resultate der langfristigen Geldentwertung sein boeses Gesicht heute. Sie scheinen nicht zu erkennen, dass diese Geldpolitik die Grundlage der Wohlstandsumverteilung von der Mittelklasse an die Elite verursachte und dies aus dem ganz einfachen Grund, dass die Finanz-Elite mit massiv hoeherem Hebel arbeitet als der durchschnittliche Buerger. Man muss zuerst den urspruenglichen Grund dieser Entwicklung erkennen um eine wirkliche Veraenderung zu erwirken und nicht einzig an den Symptomen herumdoktern.

            @ Ralph

            Obige Zeilen richten sich auch an Sie.

            Die uebermaessige Buerokratie und Regulierung ermoeglicht es ja genau jenen Stiefelleckern, welche Sie hier verurteilen, die Regeln zugunsten der Elite zu beeinflussen. Da dies anscheinend nicht vermieden werden kann, muss man um massiv weniger aber bedeutend griffigere Regeln kaempfen. Ich zaehle diejenigen, welche aufgrund Korruption (Beeinflussung auf Regeln und Gesetze) sich Vorteile und/oder sogar eine monopolistische Situation erarbeiten, nicht wirklich als erfolgreich, sondern eher korrupt und Teil der korrupten Elite. Betrachten Sie doch nur einmal all die Regulierungen und Gesetzesfuelle, welche ueber die letzten 50 Jahre geschaffen wurde? Glauben Sie wirklich, dass dies das Wohl des Bevoelkerung foerderte oder koennen Sie sich vorstellen, dass dadurch eine bestehende Elite sich einen Status Quo erarbeitete, welchen sie mit allen Mitteln zu verteidigen versuchen.

            Ich verurteile die Neoliberale Einstellung massiv, nur scheinen wir uns den Weg, dieses korrupte System zu aendern, anders zu beurteilen. Wenn die Zentralbanken und die Staaten nicht massiv eingeschaltet haetten in 2008, haette sich dies wohl schon erledigt. Jedoch genau diese Gelegenheit wurde verpasst, indem der Status Quo mit allen Mittel aufrecht erhalten wurde.

          • Eine grosse Menge der sogenannten Gesetzesflut betrifft gar nicht uns Einzelne oder “die Wirtschaft”, sondern den Staat selbst. Es ist nun einmal so, dass ein Rechtsstaat nur dann handeln kann, wenn er eine Bewilligung dazu erhält. Diese Bewilligung nennt man “Gesetz”.

            Ein weiterer wesentlicher Teil der sogenannten Gesetzes- oder Regulierungsflut wurde im Zuge des neoliberalen Umbaus notwendig, als frühere staatliche oder halbstaatliche Monopole (Strom, Post, Telefonie, SBB, und bald schon auch Wasser, Schulen, …) in sogenannte “Märkte” umgewandelt wurden und nun neu reguliert und von sogenannten Regulierungsbehörden überwacht werden müssen. Diese zweite Form der “Überregulierung” würde dahinfallen, wenn die privatisierten Betriebe wieder in Staatsmonopole zurückgeführt würden und der vom Volk abgelehnte Strommarkt wieder geschlossen würde. Diese Monopole funktionierten auch ohne Regulierung bestens, bevor sie ohne jeden Grund(!) privatisiert oder “markt-geöffnet” wurden.

            Was die Zentralbanken anbelangt, bin ich absolut Ihrer Meinung. Zitat aus oben verlinkten Interview mit dem Pimco-CEO: “Die Zentralbanken sind die besten Freunde der Investoren. Sie produzieren aus dünner Luft Rendite.”

          • Linus Huber sagt:

            Ich sage doch nicht, dass es keine Regeln und Gesetze braucht. Sondern dass der Staat sich immer staerker in immer weitere Bereiche einbringt und glaubt Regulieren zu muessen. Es liegt in der Natur eines Verwaltungsapparates, sich immer weitere Aufgaben zu suchen und sich immer weiter auszuweiten, was auf der ganz natuerlichen Existenzsicherung der einzelnen Akteure innerhalb solch eines Apparates basiert. Menschlich betrachtet ist dies keineswegs zu verurteilen, sondern einfach ein Umstand, welchen man zu beruecksichtigen hat. Aus diesem Grunde ist es notwendig, dass wir dieses Wachstum und deren Komplexitaet versuchen zu verhindern, indem wir kurze und klare Regeln/Gesetze befuerworten, welche den administrativen Aufwand nicht ausufern zu lassen.

            Betrachten Sie zum Beispiel all die Regeln im Bereiche der Banken. Mit wenigen klaren Grundsaetzen koennten hoechstwahrscheinlich ganzen Volumen an Bestimmungen ersetzt werden, Bestimmungen, welche wettbewerbsverzerrend wirken und die Verantwortung der Sorgfalt von den Verantwortlichen wegdelegieren. Ebenfalls erlauben aufgrund von Lobbying solche Regelwerke einige fuer die Grossen der zu regulierenden Industrie oft verteilhafte Artikel einzubauen, womit sie sich gegen potentiell aufkommende Konkurrenz abschotten koennen. Je komplexer die Regeln sind um so staerker bevorteilt es ebenfalls die bereits gut etablierten Unternehmen aufgrund ihrer Moeglichkeit, entsprechendes Know-How anzueignen, mit verhaeltnismaessig tieferem Aufwand pro Einheit Produktion als z.B. ein neues oder noch kleines Unternehmen.

            In vielen anderen Bereichen wird aehnlich gehandelt.

          • Urs sagt:

            Linus Huber;

            Nachhaltig ist heute Oekonomisch und Gesellschaftlich nichts was einer besonderen Erwähnung bedürfte… die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, um die es hier meiner Meinung nach als “central issue” geht… doch wir, will sagen in unseren Köpfen, ist der Angriff auf das Eigentum anderer ein Tabuthema dessenwegen wir so ziemlich alle Probleme haben die wir heute im weiteren Oekonomischen Sinn haben…

            die Reichen sind einfach zu reich… und wir tanzen wie die Mücken um das Licht herum… Ich halte mich an folgende Erkenntnis…

            “Between the strong and the weak, between the rich and the poor, between the master and the servant, it is liberty which oppresses and law that frees.” — Henri Lacordaire (1802-1861), in 52e Conférence de Notre-Dame, 1848.

            um viele DInge erklären zu können… auch ihre doch recht ausgeprägte Hassliebe zum Staat und seinen Dienern. Doch für die meisten Menschen ohne Macht und Kapital ist der Staat, so wir orge zu ihm als Gemienwesen tragen, die einzige Möglichkeit gegenüber den Starken und Mächtigen zu usnerem Recht zu kommen… Recht auch gerade im Sinne von Ethik und Moral.

            Ich mache hin und wieder in einem Gewerbeverein aktiv mit…es werden da viele Aktivitäten organisiert, geplant. Den einzigen Fehler den die Sitzungsteilnehmer meiner Meinung nach machen ist… jeweils zu Fragen wieviel höher die Umsätze waren wärend andere Parameter für die Gesellschaft nicht berücksichtigt werden… Genau das machen auch die Unternehmen, die Reichen…

            Es braucht aber mehr Umsicht… weil, nicht jeder ist ein Kapitalist. Das sind am Ende nur eine handvoll Leute…

          • Linus Huber sagt:

            @ Urs

            “die Reichen sind einfach zu reich”

            Ich stimme Ihnen bei dieser Aussage bei. Jedoch muessen wir doch dort ansetzen, wo dies seinen Ursprung fand und nicht einzig dieses Symptom bekaempfen. Dies ist mindestens meine Ansicht.

            Die geldentwertende Politik auf der ganzen Welt hat diese Entwicklung gefoerdert. Ebenfalls bevorzugt die hohe Komplexitaet der Regulierung ebenfalls die Finanz-Elite auf verschiedenen Ebenen. Natuerlich wurde dieses System nun durch die Elite mit so grossem Erfolg ausgereizt, dass sich jetzt der Pendel auf der politischen Ebene in die Gegenrichtung bewegt, aber eben nicht in der Form, welche den Ursprung der Problematik anspricht, sondern einzig das Symptom.

            Kuerzlich wurde bekannt, dass eine in einer Regulierungsbehoerde in den USA taetige wichtige Entscheidungstraegerin zugab, dass Regeln absichtlich komplex gestaltet wurden, um ihren eigenen Marktwert (aufgrund des hohen Wissens ueber die Regulierung) beim Wechsel vom Regulator in die Privatwirtschaft zu steigern. Eine menschlich sehr verstaendliche Verhaltensweise, aber fuer das System als ganzes extrem schaedlich. Dies soll nur ein Beispiel sein, wie falsche Anreize geschaffen werden und Regeln eben immer knapp und praegnant formuliert sein muessen, ansonsten sich der Verwaltungsapparat immer weiter aufblaeht.

          • @Urs @Linus Huber

            “die Reichen sind einfach zu reich”

            Sehen Sie, sogar ich als fundamentalistischer linksgrün kommunisto-sozialistischer Extremist (eigentlich bin ich Pragmatiker) finde nicht unbedingt, dass “die Reichen einfach zu reich” sind. Ich habe nichts dagegen, wenn ein Bill Gates, Michael Dell, Otto Ineichen, Warren Buffet o.ä. reich sind, wenn sie /1/ es durch eigene Leistungen statt durch Selbstbedienungs-Abzocke geworden sind und v.a. /2/ ihren fairen Anteil an der Steuerlast tragen.

            Ich glaube auch nicht, dass mit weniger Regulierungen alles besser wird. Dann wird die inhärente Kriminalität des Kapitalismus einfach ungebremst weiterfahren (von Giftmüll in Flüsse/Meere, via proto-sklavischer Ausbeutung von Arbeitern bis hin zu Steuer- und Abrechnungsbetrug). Dass “der Markt” irgendwie schon für Ordnung sorgen werde, scheint mir historisch genügend widerlegt und bedarf m.M. keiner weiterer Erläuterung.

            Die Rücknahme aller neoliberaler Deregulierungen, Liberalisierungen, Privatisierungen und Steuergeschenke für Unternehmen und reiche Eliten, gepaart mit einer Vollgeld-Reform, würde meines Erachtens einen natürlichen Widerstand gegen die Exzesse der letzten 3 Jahrzehnte bilden und dafür sorgen, dass die Wirtschaft stetig und mit nur moderaten Schwankungen qualitativ und wo nötig quantitativ “wachsen” kann.

    • Ueli sagt:

      @Arne Tvedt
      …”tiefverwurzelte Tradition, das der Bürger dem Staat dient und nicht umgekehrt, das man in die Politik gehrt um sich und seine nächsten zu bereichern und das dieses im Kleinen wie im Grossen ein scheinbar unverrückbare Naturgesetz zu sein scheint, etwas was immer so war und immer so bleiben wird.” Zitat von Ihnen

      “Unsere deutschen Begriffe von Treue, Bescheidenheit, Hingebung, Aufopferung für eine Sache sind dem Juden unverständlich und fordern seinen Spott heraus. Ihm erscheint nur das als Tugend, was persönlicher Vorteil oder Genuss einbringt.” Zitat von Th. Fritsch

      Ihr moderner “Kulturrassismus” ist genau so verwerflich wie der Antisemitismus eines Nationalsozialisten des letzten Jahrhunderts.

      • Linus Huber sagt:

        Na ja, heute wird man natuerlich gleich als Rassist eingestuft, wenn man kulturelle Unterschiede erklaert. Wobei ich mich natuerlich frage, ob unsere Staatsangestellten soviel besser sind als jene in den suedlichen Staaten, wenn man deren lebenslange Bezuege vergleicht mit denjenigen der Bevoelkerung. Dieser gute Ruf mag wohl auch ein Image sein, welches lange braucht, um hinterfragt zu werden.

        • Ueli sagt:

          @Linus Huber
          “Na ja, heute wird man natürlich gleich als Rassist eingestuft, wenn man kulturelle Unterschiede erklärt.”
          Das geläufige Argument der Toleranz, alle Menschen, alle Rassen seien gleich, ist ein Bumerang. Es setzt sich der bequemen Widerlegung durch die Sinne aus. Die abstrakte Utopie wäre allzu leicht mit den abgefeimtesten Tendenzen der Gesellschaft vereinbar. Dass alle Menschen einander glichen, ist es gerade, was dieser so passte. Sie betrachtet die tatsächlichen oder eingebildeten Differenzen als Schandmale, die bezeugen, dass man es noch nicht weit genug gebracht hat; dass irgendetwas von der Maschinerie freigelassen, nicht ganz durch die Totalität bestimmt ist. Die Technik der Konzentrationslager läuft darauf hinaus, die Gefangenen wie ihre Wächter zu machen, die Ermordeten zu Mördern. Der Rassenunterschied wird zum absoluten erhoben, damit man ihn absolut abschaffen kann, wäre es selbst, indem nichts Verschiedenes mehr überlebt. Eine emanzipierte Gesellschaft jedoch wäre kein Einheitsstaat, sondern die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen. Politik, der es darum im Ernst noch ginge, sollte deswegen die abstrakte Gleichheit der Menschen nicht einmal als Idee propagieren. Sie sollte statt dessen auf die schlechte Gleichheit heute, die Identität der Film- mit den Waffeninteressenten deuten, den besseren Zustand aber denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann. Attestiert man dem “Neger”, er sei genau wie der Weisse, während er es doch nicht ist, so tut man ihm insgeheim schon wieder Unrecht an. Man demütigt ihn freundschaftlich durch einen Massstab, hinter dem er unter dem Druck der Systeme notwendig zurückbleiben muss, und dem zu genügen überdies ein fragwürdiges Verdienst wäre. Die Fürsprecher der unitarischen Toleranz sind denn auch stets geneigt, intolerant gegen jede Gruppe sich zu kehren, die sich nicht anpasst. (Adorno, Minima Moralia, Aphorismus 66)

  37. John Peer sagt:

    Vier Punkte, die ich mal in den Raum stelle und worauf ich sehr gerne Repliken lesen würde:
    1. Die sogenannte Austerität in Europa ist eine mehrheitlich eine Drosselung des Ausgabenwachstums und nicht wirkliche Ausgabenkürzungen.
    2. Die Kürzungen betreffen v.a. die ärmsten Schichten – die politisch einflussreichen Berufszweige, die von massiven Subventionen profitieren (z.B. Landwirtschaft), sind kaum betroffen. Es trifft also die “Falschen”.
    3. Wichtig: Die Austerität wurde durchs Band mit Steuererhöhungen kombiniert, was auf die private Nachfrage drückt. Diese ist aber wichtig, um die aufgrund der Blase entstandenen Fehlallokationen zu korrigieren. Das ist der eigentliche Skandal und wird in den Mainstreammedien kaum erwähnt.
    4. Ohne Blase keine Bilanzrezession, sagt der Artikel, und wegen der Bilanzrezession funktioniert die Austerität nicht. Nun gut, ohne Fehlallokationen aufgrund des künstlich niedrig gehaltenen Zins und dem Teilreservesystem keine Blase. Noch mehr Geld aus dem Nichts zu kreieren, um die Nachfrage künstlich anzukurbeln, wird eine noch grössere Blase mit sich ziehen. Das heutige System ist also ein Teufelskreis. Das ist der grundlegende Ansatz, den man diskutieren, statt sich um banale Budgetposten zu streiten.

    • Eric Schmid sagt:

      da kann ich Ihnen nur beistimmen. Zusätzlich muss man auch sagen, dass mehr oder weniger kein einziger Staat dieser Welt schuldenlos ist, also das Problem von Anfang an verhindert werden könnte, wenn die Politiker weniger ausgeben, als sie einnehmen. Dies scheint aber leider nicht in der Natur der Politiker zu sein, da wie Sie richtig sagen, die Ursache bei dem Teilreservesystem mit dem Zins liegt. Die Nationalbanken und deren Besitzer leben in einer Symbiose mit der Politik. Die Politik verspricht das Blaue vom Himmel, die Reservebanken liefern, beide profitieren. Daher wird dies unter diesen Umständen nie besser werden können und wir sind die Dummen, die das alles bezahlen müssen.

      • Hans Graber sagt:

        Ganz dumm, hat der Staat damals die Schulen finanziert, die sie besuchten. Auch ganz dumm sind all die staatlichen Investitionen in Strasse und Schiene, den so konnten sie diese benutzen. Super dumm sind all die Spitäler, welche der Staat finanziert. Und nicht zu vergessen die Wasserversorgung. Schön blöd haben wir so gutes Trinkwasser.
        Aber ganz besonders dumm ist es, dass die Eidgenossenschaft Schweizer Franken herausgibt. Diese Franken hat der Staat irgendwann mal ausgegeben und die sind nun in ihrer Tasche. Einfach nur dumm gelaufen.

        Sie dürfen im übrigen mit guten Beispiel vorangehen und all ihre Franken dem Staat abgeben und so zur Minderung des Defizites beitragen. Alleine werden Sie es leider nicht schaffen, aber wenn wir alle all unsere Franken zurückgeben, dann gibt es keine Franken mehr und der Staat hat keine Defizite mehr und es gibt keine Strassen, Schulen, Unis, ETHs, Spitäler und auch keine Wasserversorgung mehr.

        Es gibt dann nur noch die Geldschöpfung der Privatbanken. Mit Zins und Zinseszins.

      • Linus Huber sagt:

        @ Hans

        Sind Sie ein Staatsangestellter?

        Erstens geht es nicht um Staat oder nicht, sondern um die Begrenzung des Staates. Zweitens muss man sehr wohl unterscheiden zwischen Investitionen (welche eh die meisten schon amortisiert wurden) und konsumartige Ausgaben, welcher zum Beispiel auch die ueberzahlten Staatsangestellten behinhalten. Drittens glauben Sie wohl, dass der Staat in der heutigen Form eines massiven Verwaltungsapparates wirklich in erster Linie der Bevoelkerung dient und sich selbstlos verhaelt (eine eher laecherliche Proposition). Jeder Mitarbeiter in solchen administrativen Organismen versucht seine Existenz abzusichern, was automatisch zu dessen krebsartigen Wachstum fuehrt.

        Wann wurden letztes Mal ein paar 100 Staatsangestellte freigestellt, weil eine Abteilung als “obsolete” erkannt wurde? Nie! Aber wir wissen ja, warum dies so ist, wenn Sie vorhergehende Zeilen gelesen haben.

    • Linus Huber sagt:

      Uneingeschraenkt Ihrer Meinung. Super!

    • Ralt sagt:

      Zu 1: Davon gehe ich auch aus, es scheint mir also so wie wenn man auf eine Klippe, bzw einen Abgrund zusteuert: auch beim Bremsen fährt man noch in die falsche Richtung.
      Zu 2: Kürzungen bei staatlichen Leistungen treffen immer diejenigen, die sie brauchen. Subventionen sind keine staatlichen Leistungen, sondern Geschenke, warum auch immer, weiss ich auch nicht.
      Zu 3+4: Diese Punkte verstehe ich nicht, kann ich nicht nachvollziehen. Trotzdem zwei Kommentare:
      Was ich mir kaufe und gönne ist meine Sache und lustigerweise gönne ich mir in schwierigen Zeiten mehr und arbeite auch mehr, um das gekaufte in den guten Zeiten zu geniessen. Steuererhöhungen machen die Zeiten schwieriger! Ohne Angst und Krisen gibt’s kein Wachstum mehr(?!)

      Es gibt keine natürliche Zinshaltung!

  38. Christoph Widmer sagt:

    Die westlichen Volkswirtschaften sind abhänglig von Schulden ebenso wie Drogenabhängige von Heroin. Wenn die Situation eskaliert, hat man dann zwei Möglichkeiten: man macht eine Entzugstherapie oder man erhöht die Heroindosis immer weiter bis zum finalen Schuss. Die Ökonomie wählt offenbar den zweiten Weg.
    Ich finde es lachhaft zu glauben, man könne Schulden mit der Banknotenpresse wegdrucken. Wenn diese Methode funktionieren würde, wäre Zimbabwe das reichste Land der Welt. Die Banknotenpresse erzeugt nun mal keine Wertschöpfung und keine Güter. Das ist wie in der Physik vom Perpetuum Mobile zu reden – in der Physik sind solche Leute Idioten, in den Wirtschaftswissenschaften aber Gurus; vielleicht ist deshalb ja die Ökonomie “The dismal science”.

    • Linus Huber sagt:

      Auf den Punkt gebracht. Bravo!

    • Armin Bühler sagt:

      Die Produktionskapazität von z.B. Autos, Fernseher, Windturbinen, Photovoltaik ist tatsächlich bei weitem nicht ausgelastet, weil offensichtlich zu wenig Geld vorhanden ist, um diese Güter zu kaufen…

      • Linus Huber sagt:

        @ Armin

        Sie spannen den Wagen vor das Pferd. Das Problem liegt doch nicht darin, dass heute zuwenig Geld zur Verfuegung steht, sondern es handelt sich um das Resultat der aufgrund der durch die Tiefzinspolitik getaetigten Fehlinvestitionen, welche einen kuenstlichen Nachfrage-Boom produzierten. Die Fehler liegen in der Vergangenheit und heute erkennen wir einzig das Resultat dieser Fehler. Das Problem liegt darin, dass die entsprechenden Entscheidungstraeger sich weigern, ihre Fehler einzugestehen und vergangene Fehler heute mit Fehlentscheidungen von noch hoeherer Potenz zu korrigieren versuchen.

  39. Elisabeth Krail sagt:

    Herr Aengenheister tönt für mich sehr plausibel.
    Der Ruf gegen die Austeritätspolitik scheint mir eine sehr merkwürdige Interpretation zu sein. Die USA betreiben ja keine Austeritätspolitik, sind aber ebenso in eine hohe Arbeitslosigkeit hineingeraten, haben weitherum eine verarmende Bevölkerung und verschulden sich munter weiter. Auch hier erholt sich die Wirtschaft nur schleppend. Und dies trotz der Dollar-Währung, mit denen die USA grosse Privilegien hat.

  40. George Aengenheister sagt:

    Herr Einstein formulierte immer prägnant und es fällt schwer, hier zu wiedersprechen. Ich möchte es trotzdem tun: Jedes Kind braucht laut Forschungstand mehrere Hunderttausend Übungsfolgen, um schliesslich als Einjähriger stehen und laufen zu können. Irrsinn wäre, den Glauben an seine eigenen Fähigkeiten zu verlieren. Hätte Einstein recht, wir würden nicht laufen können. Genau hier liegt der Zauber des Lebens: Das Sinnvolle ist eine bewusste Zielsetzung mit moralischem Anspruch, klug vermittelt durch Lebenserfahrenere Zeitgenossen und gewachsener Glaube an sich selbst. Wir brauchen dazu jedoch unsere Nächsten wie auch ein funktionierendes soziales und wirtschaftliches Umfeld. Erfolg ist nie das Resultat eines Individuums, sondern ein Gemeinschaftswert und die Früchte sollten ehrlich geteilt werden. Profit hingegen ist rein individueller Natur. Irrsinn wäre höchstens, es nicht wieder zu versuchen und die Variationen des zufälligen Lebens ausser Acht zu lassen. Und die Zielsetzung Austerität ist nicht so abwegig.

    • Thomas sagt:

      Naja, Einstein bezog sich wohl eher auf Wissenschaftliche Experimente.
      Genaugenommen versucht ein Kind ja auch nicht bei jedem versucht GENAU das gleiche: es lernt von Fehlschlägen und passt seine Versuche mit dem gelernten an.
      Das Problem ist das die Sparerei (egal in welcher Form) nicht funktioniert. Ich denke nicht das sich das ändert auch wenn man’s 100 mal versucht, egal wie viel man bei den Fehlschlägen lernt 😉

    • Thomas ernst sagt:

      @ George

      Vergleiche hinken immer. Nähme ich Ihr Bild des kleinen Kindes zum Nennwert, würde das bedeuten, dass die Weltwirtschaft nach einigen hundert oder tausend selbstgemachten, austeritätsverursachten Rezessionen und Stagnationen gelernt haben wird, wie man diese bewältigen kann?

      Ferner: Das Kind WEISS, dass man auf zwei Beinen laufen kann, weil es täglich Menschen sieht, die das vormachen. Wo, bitteschön, ist der Planet, der uns vormacht, dass es geht?

      Schliesslich: Ein Benzinmotor erzeugt die elektrische Energie, die er zur Zündung benötigt, selbst – wenn er läuft. Wenn man den Motor abwürgt, fehlt diese elektrische Energie, und der Motor springt nicht von selbst wieder an, wenn man das Hindernis beseitigt. Früher musste man dann mit der Handkurbel arbeiten, oder das Auto anschieben.

      Die Weltwirtschaft dürfte weit mehr Ähnlichkeiten mit einem Automotor haben, als mit einem Kleinkind.

      • Touché, sagt da wohl der Frankophone. Was mir an Herrn Aengenheisters Kommentar auffällt ist nicht so sehr seine Argumentation, die Sie hervorragend gekontert haben, sondern die simple Tatsache, dass es dem wahren Ideologen offenbar schlicht unmöglich ist, offenkundige Tatsachen einfach einmal zu akzeptieren. Da leistet das Hirn auf einmal wahre Gedankenakrobatik und vermag sogar unsinnige Analogien kunstvoll mit den vorgefassten Meinungen zu verknüpfen, sodass am Ende ein scheinbar kohärentes Bild erscheint.

        An Herrn Aengenheister und alle anderen Austeritäts-Ideologen: Austerität hat auf diesem Planeten noch nie funktioniert. Mark Blyth hat diese Tatsache offenbar historisch überzeugend belegt. Die Frage ist damit entschieden und das Thema abgeschlossen. Können wir diesen Unsinn jetzt bitte ad acta legen?

        • Thomas ernst sagt:

          @ Ralph

          Wir könnten den Austeritätsunsinn ad acta legen – wenn wir eine rationale Gesellschaft wären, in der die Fakten zählen. Das sind wir aber leider nicht, sondern wir stecken noch tief in der Märchen-und-Mythen-Phase. Da zählt der überlieferte Glaube, nicht die nachgewiesenen Tatsachen. Auch in der Schweiz glauben über 60% der Erwachsenen, dass die tolle Story vom Willhelm Tell und dem Apfelschuss wahr sei.

          Bei Kindern kommt das Erwachen zum rationalen Denken so zwischen Alter 10 und 16, je nach Umgebung und religiösem Einfluss. Selbst die westliche, eher aufgeklärte Gesellschaft wird wohl nochmals 50-100 Jahre brauchen. Seufz!

          • 1. Austerität hat auf diesem Planeten noch nie funktioniert. Das ist gemäss Prof. Mark Blyth das Resultat einer historischen, empirischen Analyse. Andere Planeten interessieren uns nicht.

            2. Austerität bedeutet gemäss Blyth, dass der Mittelstand, also alle Kommentarschreiber hier, einschliesslich des Autors des Blogs und mir selbst, zum dritten Mal für die fehlgeleitete neoliberale Wirtschaftspolitik und die sie rechtfertigende ökonomische Lehre bezahlen sollen:

            Das erste Mal durch den uns auferlegten Einkommensverzicht aufgrund der neoliberalen Wirtschaftstheorie, wonach es der Wirtschaft besser geht, wenn die Früchte der gesamten Arbeitsleistung trotz individueller Produktivitäts-Steigerungen hauptsächlich den Eliten (1%) zukommen.

            Das zweite Mal, als wir die Eliten vor deren eigenen Dummheit retten mussten, als wir für deren fehlgeschlagenen high risk, high leverage Deals geradestehen mussten und uns dazu selbst verschulden mussten, um deren Verluste zurückzahlen zu können (Erinnerung: die Schulden Spaniens und Irlands waren zwangsverstaatlichte Privatschulden)

            Und das dritte Mal durch Austerität, die vor allem den Mittelstand trifft (Verlust von Arbeit, reduzierte Dienstleistungen, gekürzte Sozialleistungen, höhere Tarife privatisierter ehemaliger Staatsunternehmen, usw).

            Wer diese wichtigen Erkenntnisse auf die dümmliche Milchmädchen-Rechnung reduziert, wonach “man” nicht mehr ausgeben kann, als “man” einnimmt, muss sich bewusst sein, dass er damit ein System, dass offensichtlich nicht funktioniert (und noch nie funktioniert hat), bis zur nächsten, noch explosiveren Krise perpetuiert. Und wird sich dann wohl wundern, wie es dazu kommen konnte, man hat schliesslich alles “genauso wie immer” gemacht. Wer hätte denn denken können, dass dann genau das Gleiche wie beim letzten Mal passieren würde.

          • Mike sagt:

            Das Problem ist doch auch, dass es uns viel zu gut geht. Wir leben materiell in einer dekadenten Gesellschaft. Wer ist da bereit, auf die Strasse zu gehen und zu protestieren? Und die nächste Frage: Gegen was oder wen soll “man” protestieren?

    • parlamentsschreck sagt:

      Einstein hat aber folgende Aussage ebenfalls gesprochen “Der Mensch denkt heute nicht mehr”!

    • Armin Bühler sagt:

      Es ist ja keine Schwierigkeit die Austerität zu erlernen bzw. umzusetzen. Das Problem ist, dass sie nicht zum Ziel führt (Rezessionsüberwindung / Ankurbelung der Wirtschaft).
      Genauso ist es für ein Kind keine grosse Schwierigkeit das Kriechen (Analogieschluss zur Austerität) zu erlernen. Nur wird es durch das Erlernen des Laufens sprichwörtlich schneller zum Ziel gelangen. Genauso ist es auch empirisch erwiesen, dass höhere Staatsausgaben die Wirtschaft ankurbeln (im Gegensatz zur Austerität).

      • Thomas ernst sagt:

        @ Armin

        Die Frage ist ja nicht, ob höhere Staatsausgaben die Wirtschaft ankurbeln, das ist trivial. Jede Nachfrage, egal woher, kurbelt die Produktion an.

        Die Frage ist, ob der Preis für die künstlich erhöhte Staatsnachfrage – höhere Verschuldung und/oder höhere Steuern – kleiner oder grösser sind, als der generierte Nutzen.

        Und genau hier gehen die Meinungen – zu recht – weit auseinander, da der Zusammenhang zwischen Nutzen und Kosten hochgradig unlinear, zeitlich verschoben, rück- und gegengekoppelt und kulturabhängig ist. Es gibt keine “richtige” Antwort.

        Vor allem aber führt der künstliche Staatskonsum, egal wie er gemacht wird, zu Umverteilungen. Zwischen Importeuren und Exporteuren, Bankern und Sparern, Rentnern und Angestellten, you name it!

        Und diese Umverteilungswirkung ist es, die zu den hässigen Debatten führen.

        • Johnny Smith sagt:

          @ Thomas ernst

          Danke. Super formuliert!

        • Armin Bühler sagt:

          Ich glaube schon, dass das die Frage ist.
          Zumindest wenn man die Rhetorik der konservativen Politiker anhört, dann kurbeln tiefere Staatsausgaben die Wirtschaft an, weil dadurch die Steuern der Reichen gesenkt werden können und die Reichen dann mehr konsumieren würden und dieser Mehrkonsum dann ‘down-trickled’ – wie hier schön erklärt:
          http://www.theonion.com/articles/reaganomics-finally-trickles-down-to-area-man,2302/

          • Thomas ernst sagt:

            @ Armin

            So, wie Sie das hier formulieren, scheinen Sie selbst davon nicht wirklich überzeugt?

            Aus meiner Sicht gehört das Trickle-Down-Märchen zum Rest der Sammlung von Trudi Gerster. Eine scheinbar plausible Erklärung, weshalb wir den Reichtum der Reichen dulden sollten, statt diese Schmarotzer am nächsten Laternenpfahl….
            Aber leider nicht kongruent mit der Realität. Realität ist: Je tiefer in der Einkommenshierarchie das Geld anfällt, desto schneller und vollständiger wird es in Konsum umgesetzt.

            Daher plädiere ich ernsthaft dafür, die notwendige Schwächung des CHF nicht durch Kauf von Euro, sondern durch Verteilung von frisch gedruckten CHF an die Bevölkerung zu erreichen. Jeder steuerpflichtige Einwohner bekommt 3’000 CHF in bar. Das bringt die Wirtschaft zum brummen, kurbelt den Konsum an und schwächt wegen der Verwässerung den Kurs. Bingo!

          • Linus Huber sagt:

            @ Thomas ernst

            Diese Idee kommt mir bekannt vor und ich stimme gerne zu.

            Wenn schon die Waehrung verwaessern, dann wenigsten zugunsten der Bevoelkerung, welche die negativen Nebenwirkungen spaeter ja schliesslich auch zu tragen hat und dies am besten mit einer einhergehenden Reduktion der privaten Schulden. Hoeherer Konsum (durch die schuldenfreie Bevoelkerung) plus weniger Schulden (was die Macht der Banken reduziert).

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