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Die Tragik der Eurokrise in einem Chart

Mark Dittli am Freitag den 5. April 2013
Schlange vor einer Arbeitsvermittlung in Spanien. (Foto: AP/Andres Kudacki)

In der Eurozone sind die Unterschiede bezüglich Arbeitslosigkeit teilweise extrem: Schlange vor einem Arbeitsamt in Spanien. (Foto: AP/Andres Kudacki)

Sowohl in Deutschland wie auch in der gesamten Eurozone liegt die Arbeitslosenrate derzeit auf einem Rekordniveau. Bloss sind es zwei komplett divergierende Rekorde.

Die folgende Grafik zeigt das eindrücklich (Quelle: Eurostat via Société Générale):

In Deutschland (rote Kurve) beträgt die Arbeitslosenrate gemäss Eurostat aktuell 5,4 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit dem Start der Europäischen Währungsunion im Jahr 1999.

In der gesamten, 17 Länder umfassenden Eurozone (schwarze, perforierte Kurve) liegt sie derweil auf 12 Prozent. Das ist der höchste verzeichnete Wert seit dem Beginn der Währungsunion. Der guten Ordnung halber haben wir in der Grafik noch Frankreich, das zweite «Kernland» der Union, eingefügt (blaue Kurve): Mit 10,8 Prozent wird auch dort ein rekordhoher Wert verzeichnet.

In Spanien liegt die offiziell ausgewiesene Arbeitslosenrate übrigens auf 26,3 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit auf 55,7 Prozent. In Griechenland sind die Werte nahezu gleich, Portugal und Italien kämpfen derweil mit Jugendarbeitslosenraten von je 38 Prozent. Diese Länder sind nicht in einer Rezession, das ist eine Depression. Mein Kollege Markus Diem Meier hat in diesem Beitrag bereits über die «Ökonomie der Arbeitslosigkeit» geschrieben.

Es ist verständlich, dass aus deutscher respektive nordeuropäischer Sicht nicht wirklich von einer Eurokrise die Rede sein kann und das Problem in erster Linie in der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit der Südländer liegt. Die Tragik der Eurokrise liegt aber eben genau darin, dass sich zwei komplett unterschiedliche Wirtschaftsregionen in eine Ehe mit dem Korsett der gemeinsamen Währung begeben haben.

It takes two to tango; Deutschland hat in den ersten Jahren der Währungsunion enorm von der lockeren Geldp0litik der EZB profitiert (in diesem Blogbeitrag mehr zu diesem Dirty Little Secret der Eurozone). Auf sich allein gestellt müsste das Land heute mit einer deutlich härteren Währung leben. Und innerhalb der Eurozone erwirtschaftet Deutschland immer noch Leistungsbilanzüberschüsse in Höhe von rund 20 Milliarden Euro pro Quartal: das ist per Definition nur möglich, weil nach wie vor eine Reihe anderer Partnerländer in der Union bereit respektive gezwungen sind, mit Leistungsbilanzdefiziten zu arbeiten (weshalb hohe Sparquoten und Exportüberschüsse keine Tugend sind, lesen Sie in diesem Blogbeitrag).

Die rekordniedrigen Arbeitslosenraten in Deutschland bedingen also zu einem Teil die rekordhohen Arbeitslosenraten in anderen Euroländern. Und vice versa.

Das Ventil, um diese Ungleichgewichte auszugleichen, wäre natürlich der freie Personenverkehr innerhalb der Union. Arbeitslose Spanier, Italiener oder Griechen könnten – sollten – in Deutschland, Finnland oder Österreich Arbeit suchen. Bloss: Gegenwärtig sind in den 17 Mitgliedsländern gemäss Eurostat 19,1 Millionen arbeitsfähige und -willige Menschen ohne Arbeit. Davon 3,6 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren. Ist Nordeuropa für diesen Ansturm bereit?

Zum Wochenende noch einige Linkverweise:

  • Italien ist politisch bald im doppelten Sinn führungslos: Die Amtszeit von Staatspräsident Giorgio Napolitano endet am 15. Mai. Mein Redaktionskollege Tommaso Manzin stellt in diesem Beitrag die aussichtsreichsten Anwärterinnen und Anwärter auf dieses für Italien wichtige Amt vor.
  • Weshalb Zypern einmal mehr die Notwendigkeit einer Bankenunion für die Eurozone beweist: hier mein Kommentar zu diesem kleinen grossen Problem Europas.
  • Vielleicht haben Sie schon von der Web-Währung Bitcoin gehört, deren Wert gegenwärtig parabolisch steigt: Hier eine faszinierende Abhandlung zum Thema, geschrieben vom Reuters-Blogger Felix Salmon.
  • Und hier noch der Chart des Tages im Momentum-Blog der FuW: Der wahre Treibstoff hinter der Aktienrally.

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96 Kommentare zu “Die Tragik der Eurokrise in einem Chart”

  1. Steve Schneider sagt:

    Ist ja super. Deutschland hat also zu wenig Personal. Wieso kommen den alle in die CH?

    Soll der Artikel ein Scherz sein?

    Deutschland ist heruntergekommen und depressive.

    Es liegt nicht am Land. Es liegt an den Leuten und deren Charackter.

    Egal wo man hingeht, die Deutschen sind NIE beliebt.

    Egal wo ich hingehe, ich stolpere immer wieder über Schwaben die sich
    im Ausland irgendwo einnisten. Geflüchtet aus der Misere im eigenen Land.

    Die Grafik kann also nur falsch sein.

    Oder Propaganda. Es suggeriert doch das es nun bald nicht mehr so viele
    Einwanderer aus dem glorreichen Deutschland geben soll.

    Ich hoffe das die Sugestion sich manifestiert.

  2. Linus Huber sagt:

    Off topic, French economist and Bank of France official Charles Rist (1938) ueber GELD:

    “But let us tackle the essential argument, the argument in which [John] Law is a real forerunner, the crushing argument which, since his time, has been used by all the currency cranks and by all plundering states. What is money but a simple exchange voucher conferring the right to a certain quantity of goods? And if that is its function, what is the point of using a costly metal? Here we reach the cardinal point of Law’s theory. Money is only a voucher for buying goods. It is a formula which has provided the starting point for all currency cranks, an apparently self-evident axiom on which have been based all systems which deny the citizen the right to a means of storing value. Money is made only to purchase with. Money is not the durable and indestructible good, of stable value and unlimited acceptability, with the help of which man has been able to put by the product of his labor, the instrument for saving by means of which a bridge is built between the present and the future and without which all provisions for the future would become impossible. No!”

    “But apart from that, [Law] misunderstood the real character of metallic money, and it is this that makes him so representative of all the currency cranks. He ignored the function of money as a means of storing value in a world where men are so anxious to preserve the product of their labour and their saving from price fluctuations and vicissitudes of all kinds. It is that which ruined [Law’s] System. That metallic money is not an ideal instrument of circulation, and that it can be conveniently replaced in this respect by all sorts of circulating credits has been known from the earliest times. But nobody has yet shewn that circulating credits can replace the precious metals in their function as a store of value. None of the monetary systems yet known to us has dispensed with the precious metals, that ultima ratio of trade.”

    • Linus Huber sagt:

      Und hier Teil Doug Nolands Kommentar dazu.

      When his “Mississippi Bubble” scheme was faltering in 1720, John Law moved to devalue competing hard currencies. He was desperate to keep investors and, particularly, the manic crowd of speculators in his monetary instruments in order to stave off Credit collapse. The Fed, BOJ, BOE, ECB and others have been working desperately to keep investors and speculators fully engaged in global debt, equities and risk markets. With near zero interest-rates and Trillions of monetization, “money” is being methodically devalued around the world. Federal Reserve devaluation is forcing savers out of “money” and into risk markets, apparently believing that asset inflation will spur wealth-creation, risk-taking and economic activity. The Bank of Japan is devaluing yen-denominated “money,” hoping a weaker yen and expectations for higher inflation will jumpstart the Japanese economy.

      These central bankers seem oblivious to the fact that they are on a perilous course that risks a crisis of confidence in “money,” not to mention global risk markets. The history of monetary fiascos is replete with out of control inflations. Once the money printing gets heated up, there is a strong proclivity for one year of elevated money printing ensuring only more intense pressure for even greater printing the next. Actually, this dynamic has been in play for years now. After having carefully studied these types of dynamics, I’ll confess it’s almost surreal to witness them in real time.

      • G. Nardone sagt:

        @Linus Huber: Wenn Sie doch so sehr Angst vor der staatlichen Entwertung des Geldes haben, geben Sie doch das Geld aus & kaufen sich Metalle dafür; nebst Gold, Silber & Platin gibt’s ja noch Aluminium, Kupfer & Blei, diese werden wahrscheinlich auch in Zukunft in der Industrie sehr wohl gebraucht werden. Womit haben Sie denn genau ein Problem? Ausserdem, was ist denn eigentlich der Wert eines kg Goldes? Genau, 1kg Gold ist 1kg Gold wert! Nein, moment mal, wir meinen ja den Wert des Goldes in einer Währung. Das ist wohl dann eine Sache zwischen Angebot & Nachfrage. Und wenn in Zukunft das Geld “entwertet” bzw. inflationiert wurde, dann ist das im zukünftigen höheren Preis ja enthalten & ausgeglichen. Wo liegt das Problem also?
        Und ganz nebenbei; Geld-Sparer entwerten ihr Geld selbst durch genau dieser Handlung. Wenn jemand mehr produziert als konsumiert, bedeutet dies, dass er den Überschuss fortwirft, nicht konsumiert, womit seine Leistung entwertet wird. Er hat für den Überschuss-Teil umsonst produziert, ausser jemand nimmt ihm diesen Überschuss ab!

        • Martin Holzherr sagt:

          Sie argumentieren gegen das Sparen so als ob Sparen eine Option sei für die man sich entscheiden könne. Doch es gibt ein institutionelles Sparen z.B für die Rente. Wenn dieses gesparte Geld entwertet wird trifft es die meisten ob sie wollen oder nicht.

          • G. Nardone sagt:

            @Martin Holzherr: Sie unterstellen mir ein Schwarz-Weiss-Denken, weil Sie selbst so denken. Ich verstehe sehr wohl, dass Geld-Sparen für den Einzelnen wie z.B. für Rente & andere Versicherungen grundlegend nötig sind oder wünschenswert, deshalb für den Einzelnen gut ist. Es ist aber gleichzeitig gesamtwirtschaftlich problematisch. Sparen ist gut & schlecht zugleich! Wir müssen nun einen Weg finden diesen Gegensatz für alle Beteiligten zu lösen. Und ne Lösung gibt’s: Sparen in Sachwerte (Immos, versch. Beteiligungen, Metalle, Kunstgegenstände, Sammlerstücke usw.) und nicht in GELD. Das ist meine eigentliche Argumentation, die in meinem obigen Text allerdings nicht klar zur Aussprache kam.

            Geld sollte nur für den Zweck der Transaktion benutzt werden, es sollte fliessen, zum Sparen kann man sich ja Gold usw. kaufen. Weil aber noch zuviel in Geld & nicht in Sachwerte gespart wird, kommt es zu Stockungen & verursacht wirtsch. Probleme die sich mit der Zeit aufstauen. Deshalb gibt’s ja Inflation. Inflation ist ja kein Unfall, fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern wird von der Wirtschaftspolitik bewusst gewollt & gemacht. Der Zweck der Inflation ist eben genau der, dem gespartem Geld “Beine zu machen”, es auszugeben in was auch immer, da langsam entwertetes Geld sich ja nicht mehr lohnt zu halten. Leider funktioniert dieses Instrument “Inflation” nicht so gut aus komplexeren Gründen: Einerseits können Geld-Sparer die Entwertung mit Zinsen ausgleichen, andererseits sind die Möglichkeiten in Sachkapital zu investieren offensichtlich nicht lohnender als in Geld zu sparen & hiermit wird’s bereits komplexer.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Und ne Lösung gibt’s: Sparen in Sachwerte (Immos, versch. Beteiligungen, Metalle, Kunstgegenstände, Sammlerstücke usw.) und nicht in GELD.

            Dies genau ist ja die Krux, die Gesellschaft wird GEZWUNGEN in Sachwerte zu fluechten, womit die Basis fuer Blasenbildungen geschaffen wird. Sie erkennen die Bedeutung des Kreditvolumens im System nicht, sondern sehen dieses nur als auf einer Seite der Schuldner und auf der andern Seite der Sparer. Wenn die Geldpolitik so ausgelegt wird, dass der Schuldner zulasten des Sparers subventioniert wird, veraendert sich ueber Zeit das Verhalten der Bevoelkerung und man versucht sich in Sachwerte zu fluechten und wenn moeglich noch mit einem kleinen Hebel durch Verschuldung. Ich kenne den Zusammenhang zwischen Sparer und Schuldner selbstverstaendlich und das gegenseitige Gleichgewicht. Jedoch geht es um das Ausmass des Kreditvolumens, welches durch die Geldpolitik erzeugt wurde und welches viele Fehlinvestitionen produzierte, die im Grunde heute zur Abschreibung anstehen. Es wurden eben falsche Anreize geschaffen, womit sich jeder glaubte besser zu verschulden, wobei nicht erkannt wird, dass dies eine nicht nachhaltige Entwicklung darstellt, da schlussendlich der Glaube an dessen Schuldendienst und Rueckzahlung massgebend ist. Das Vertrauen ist der wichtigste Aspekt bei Kredit und dieses kann sehr schnell evaporieren.

            Basis-Geld selber sollte nicht missbraucht werden, um das Vertrauen in Kredite zu stuetzen, ansonsten wir das Risiko eingehen, das Vertrauen in die Waehrung auf das Spiel zu setzen. Dies wird heute allerdings weltweit fabriziert, ohne die Gefahr darin zu erkennen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Nardone

          Sie verwechseln hier etwas. Es geht darum, dass man Geld zu manipulativen Zwecken missbraucht und dabei die Bevoelkerung der Moeglichkeit beraubt, dem natuerlichen Instinkt zu folgen und einen Teil seiner Arbeit fuer zukuenftigen Konsum aufzuheben. Natuerlich kann man ausweichen, indem man sein Geld in andere Werte investitiert, diese sind jedoch in solch einer Situation immer gefaehrdet, einer Blasenbildung ausgesetzt zu sein, wobei man nie genau weiss, in welchem Stadium der Blasenbildung wir uns befinden.

          Das gesamte System der Manipulation erniedrigt uns zu Schachfiguren oder Labor-Ratten, nagt an den gesellschaftlich wichtigen Werten, wie nachhaltiges Verhalten, Selbstverantwortung, Unabhaengigkeit, Freiheit, Mitgefuehl etc. Langfristig betrachtet zersetzt dieses Vorgehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

          Sie erwaehnen hier, dass man sich z.B. auch Gold zulegen kann. Natuerlich und dies machen sicherlich viele weitsichtigen Menschen. Wenn Gold als Parallel-Waehrung fungieren wuerde (keine Transaktionskosten), waere ich schon zufrieden, den dann gaebe man dem Menschen die Moeglichkeit, den Nutzen getaner Arbeit zeitlich in die Zukunft zu verschieben, jedoch genau diese Moeglichkeit wird untergraben und die Abhaengigkeit vom Staat wird gefoerdert.

          Ist es wirklich erstrebenswert, sich von Menschen abhaengig machen zu lassen, deren Hauptziel im Ausbau der persoenlichen Macht besteht? Ist es erstrebenswert, sich einer Ponzi-Scheme zu verschreiben, welche in der Geschichte schon verschiedentlich durchgespielt wurde und immer im Disaster endete? Glauben Sie, dass die heutigen Scharlatane von Waehrungen intellektuell, charakterlich und ethisch jenen vergangener Zeiten ueberlegen sind und sich besser verhalten?

          Wer mehr produziert als konsumiert hebt einen Teil seiner Arbeit auf fuer zukuenftigen Konsum. Nein, sparen reduziert nicht den Wert einer Waehrung, sondern ankerlose und inflationaere Geldpolitik.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Wieso Gold als Parallel-Währung, die man auch manipulieren kann? Kaufen Sie sich doch Gold jetzt & zu einem späteren Zeitpunkt können Sie das Gold verkaufen. Wo ist das Problem? Wo wird diese Möglichkeit denn untergraben?

            “Wer mehr produziert als konsumiert hebt einen Teil seiner Arbeit auf fuer zukuenftigen Konsum”
            Niemand macht das aber! Ein Bauer z.B. hebt nicht Teile seiner Produktion wie Kartoffeln auf, um es dann in 20, 30 oder X Jahren, wenn er dann in Rente geht, es zu konsumieren! Man hebt das Geld auf, nicht aber die Leistung die man produziert & wofür man das Geld verdient hat, das ist der springende Punkt, den Sie offenbar einfach nicht erkennen mögen. Der produzierte Überschuss wird von anderen gekauft bzw. konsumiert & das Geld das man kassiert, hebt man auf. Deshalb hängt das Sparvermögen von denjenigen ab, die die produzierten, eigenen Überschüsse konsumieren. Was aber auch kein Problem ist, falls die heutigen produzierten Überschüsse (Sparvermögen) von denjenigen konsumiert werden, die heute wiederum ihre Spar- oder Rentenansprüche dafür benutzen, dann ist’s ausgeglichen. Doch ist diese Gleichung seit langem eher unausgeglichen. Und genau dieser Zusammenhang & zusammen mit der allg. Lohnentwicklung & den versch. Steuerumgehungspraktiken sowie Steuerminderung für Unternehmen, könnte einer der Ursachen sein, wofür dann Staat & Banken sich genötigt sehen, das Kreditvolumen auszuweiten, weil zu viel produzierte Überschüsse, aufgrund zu viel Geld-Sparen nach Käufer suchen, die kein Geld haben diese zu kaufen; Nachfrage-Krise.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Physisches Gold ist nicht beliebig vermehrbar und somit nicht manipulierbar.

            Sie vernachlaessigen die Tatsache, dass in einer nicht Planwirtschaft der Preis fuer Kredit all die von Ihnen angesprochenen Aspekte regeln wuerde. Und ich muss wiederholen, es geht nicht um das Gleichgewicht zwischen Schulden und Guthaben sondern um das Ausmass (also den Bilanzwert).

            Ein Bauer kann sehr wohl sparen, indem er z.B. seinen Bauernhof effizienter strukturiert, eine hoeher stehende Produkteauswahl trifft, sein Bauernhaus auf einen hoeheren Standard ausbaut, seinen Viehbestand veredelt, oder alkoholische Getraenke, welche ueber Jahre haltbar sind, produzieren etc. etc. Es handelt sich um sachliches Sparen und teilweise Investitionen in die Produktion, welches in keinem Zusammenhang zum Kreditvolumen im System stehen muss.

            Ja, Sie sagen richtig, unter dem System der Geldentwertung wird man der Moeglichkeit beraubt, seine Arbeitsleistung zeitlich in die Zukunft zu verschieben. Ueberschuessige Kapazitaet sind nicht das Resultat von zuviel Sparen, wie Sie dies auslegen, sondern das Resultat der inflationaeren Geldpolitik, welche die Produktionskapazitaet hoch trieb und damit zu Fehlinvestitionen verleitete. Nachfrage ist nie ein Problem in sich, da jeder Mensch immer seine Beduerfnisse befriedigen will, sondern der Versuch die Nachfrage durch Geldpolitik zu manipulieren fuehrte uns in diese Sackgasse. Die Umverteilungseffekte vom Sparer and den Schuldner und von unten nach oben sind die Konsequenzen dieser Geldpolitik und die von Ihnen erwaehnten Beispiele sind einzig die Symptome.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Und wo ist der Beweis, dass physisches Gold nicht beliebig vermehrbar ist oder eines Tages wird? Ausserdem der “Preis” ist manipulierbar.
            Was das Ausmass der Schulden/Guthaben betrifft; ist relativ, aber stimme Ihnen zu, dass es übermässig & basierend auf Fehlinvestitionen. Und natürlich ist die Geldpolitik darin involviert, ist ja eine Bedingung, aber eben nur eine notwendige Bedingung, nicht aber eine hinreichende. Sie finanziert diesen Kreditausmass, steuert aber nicht ihre Verwendung.
            “Ein Bauer kann sehr wohl sparen, indem er z.B. seinen Bauernhof effizienter strukturiert” – Ich betrachte Sparen von der makro-ökonomischen Persperktive aus, während Sie es von der mikro-ökonomischen tun & reden damit aneinader vorbei!
            Dass Produktionskapazitaeten hochgetrieben wurden stimme ich überein, was aber eben zu einem Nachfrageproblem führte & dazu kommt noch, dass vielerorts die Löhne hinter der Produktivität hinterherhinkten.
            “Versuch die Nachfrage durch Geldpolitik zu manipulieren” – Ja das stimmt, aber warum wurde das getan? Das ist die Frage. Eben aufgrund eines bereits bestehenden Nachfrageproblems!

        • Linus Huber sagt:

          @ Nardone

          Wenn wir Geld und Kredit in den gleichen Topf werfen, also Geld dazu benutzen faule Kredite abzusichern und nicht dem Ausfallrisiko aussetzen, uebernimmt Geld die Funktion des Risikos und wird in sich selber ein Risikofaktor. Kredit, wie das Wort sagt, basiert auf Vertrauen, welches jedoch sehr schnell evaporieren mag, wenn Zweifel am Zinsdienst und der Rueckzahlungsfaehigkeit des Schuldners aufkommen. Wenn wir dieses Risiko auf das Geld uebertragen, wird Geld dem Risiko des Vertrauensschwundes ausgesetzt, eine Situation, welche die Basis fuer eine potentielle Hyperinflation darstellt, welches nichts anderes ist, als der Schwund des Vertrauens in eine Waehrung.

          Unbemerkt und verstohlenerweise erfolgt durch die Entwertung einer Waehrung eine Umverteilung vom Sparer zum Schuldner und von Unten nach Oben. Es handelt sich um einen unerkannten, da legalisierten, Diebstahl massiven Ausmasses. Es ist sehr schwierig, dieses Konzept verstaendlich zu erklaeren und der Bevoelkerung naeher zu bringen, leider.

          Wie Sie erklaeren, koennen wir unseren Spargroschen anderweitig investieren um dem manipulierten und entwertenden Geld auszuweichen. Dies ist die eigentliche Strategie der Zentralplaner, womit diese die Aktienmaerkte wieder auf neue Hoechststaende manipulierten. Sind Aktien heute ueber- oder unterbewertet? Gemaess Greenspan sind sie natuerlich unterbewertet, da er sich auf ein Modell des Fed stuetzt. Wenn man Greenspan als “contrary indicator” benutzt, sind sie sehr wahrscheinlich ueberbewertet, da seine Empfehlungen meist diese Qualitaet auswies. Aufgrund der hohen Gewinne scheinen die Aktien angemessen bewertet. Andererseits, wenn man die Gewinne in Relation zum GDP (BIP) betrachtet, sind diese historisch auf einem Hoechststand und somit laengerfristig sehr fragwuerdig. Der Punkt ist, dass saemtliche Signale durch die massive Manipulation verfaelscht worden sind, sodass es keine verlaesslichen Indikatoren mehr gibt, sondern alles nur noch Spekulation ist.

          • Linus Huber sagt:

            Korrektur:

            Wenn wir Geld und Kredit in den gleichen Topf werfen, also Geld dazu benutzen faule Kredite abzusichern und nicht dem Ausfallrisiko aussetzen, uebernimmt Geld die Funktion des Risiko-TRAEGERS und wird in sich selber ein Risikofaktor.

        • Linus Huber sagt:

          @ Nardone

          Ein tragischer Aspekt Ihrer Aussage liegt in der Tatsache, dass Sie nicht zu erkennen scheinen, dass diese ankerlose und inflationaere Geldpolitik der vergangenen Jahrzehnte der eigentliche Ursprung der heutigen weltweiten Krise darstellt. Die Foerderung der weltweiten Kreditblase ist nichts anderes als das Resultat dieser Geldpolitik. Es ist das massive Kreditvolumen (in den westlichen Staaten im Rahmen von ca. durchschnittlich 340% des gdp), welches sich zunehmend nicht mehr weiter ausdehnen laesst, da das Vertrauen in deren Rueckzahlbarkeit schrittweise schwindet, was die zu den extremen Massnahmen der Zentralbanken fuehrte. Jedoch sind es genau diese Institutionen, welche verantwortlich zeichnen fuer das massive Wachstum der Kreditmenge ueber die vergangenen Jahrzehnte.

          Herr Nadone, sind Sie der Ueberzeugung, dass wir das Kreditvolumen unendlich ausdehnen koennen und dies nachhaltig ist? Glauben Sie wie die meisten Oekonomen, welche durch die gaengige Lehre indoktriniert wurden, dass Geld einzig die Funktion eines Zahlungsmittels einnehmen darf? Und, wenn dies so ist und als positiv betrachtet wird, warum setzen wir nicht massiv mehr Waehrung in Umlauf, da dies ja anscheinend eine positive Auswirkung zu haben scheint.

          Ich denke, dass Ihre Ueberlegungen viele nicht direkt ersichtlichen mittel- bis langfristigen Konsequenzen der inflationaeren Geldpolitik vernachlaessigen und Sie einzig in der Lage sind, die kurzfristigen vermeintlichen Vorteile zu erkennen, da Sie sich nicht intensiv und lange genug mit der Materie befassten, sondern sich einzig auf Ihr Lehrbuch verlassen.

          Bei aller Sympathie Ihnen gegenueber, waere es langsam an der Zeit, dass Sie diese grundlegenden Zusammenhaenge eines vertieften Studiums unterziehen womit Sie Ihre Meinung schlussendlich revidieren werden.

    • Linus Huber sagt:

      Und mein kurzer Kommentar dazu:

      Das Eigentumsrecht ist ein essentieller Teil des westlichen Gesellschaftssystems. Ich kenne die Verfassungen anderer Staaten nicht, jedoch in der Schweiz ist Eigentum verfassungsmaessig geschuetzt. Mit der Entwertung von Geld wird der Sparer enteignet, was einen Bruch der Rechtsstaatlichkeit darstellt. Gemaess Verfassung hat jemand, dessen Eigentum vom Staat enteignet/teilenteignet wird, das Recht auf Kompensation.

      Ich kenne die Sachzwaenge zu genuege, welchen die SNB ausgesetzt ist. Jedoch muss man immer bedenken, dass wenn man etwas “Retten” will unter der Anwendung von rechtswidriger Manipulation, fuehrt dies mittelfristig zu einer allgemeinen Verunsicherung, zu Willkuer, zu Lug und Betrug, zu Taeuschung etc. Ich erachte Prinzipien und klare Regeln wichtiger ein, als das kurzfristiges Verhindern einer problematischen Entwicklung, weil ohne Prinzipien verlassen wir den Weg der Nachhaltigkeit und Menschlichkeit.

  3. G. Nardone sagt:

    @Linus Huber: Hier ein “relativer” Kontext zum Chart; Deutschland exportiert nicht nur sehr viele Waren in die Defizit-Euro-Länder, sondern auch Arbeitslose! Unter rot-grüner Politik hat Deutschland die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes konsequent durchgesetzt; siehe Hartz & Agenda … keine Lohnerhöhungen der Produktivität entsprechend wurden mehr ausgezahlt um die Arbeitslosigkeit zu verringern. Arbeiter wurden “genötigt” sich mit den Arbeitslosen zu sozialisieren & auf verdiente Lohnansprüche zu verzichten. Damit wurden die Lohnstückkosten der deutschen Produkte billiger als in den Euro-Krisen-Länder, wobei in diesen Ländern gleichzeitig zu viel Lohn, d. h. Lohnerhöhungen waren höher als ihre eigene Produktivität. Ergebnis; Deutschland mit extrem Export-Überschüssen, die anderen Euro-Länder mit dementsprechend hohen Import-Defiziten, Schulden gegenüber Ausland; das ist die Euro-Krise.
    Der Euro, das Geld, ist ziemlich unschuldig in dieser Angelegenheit, vielmehr sind es unterschiedliche bzw. unkoordinierte und entscheidende Wirtschaftspolitik in Sachen Löhne zwischen Euro-Länder.

    • Linus Huber sagt:

      @ Nardone

      Ich verstehe Ihre Ausfuehrungen bestens. Ich persoenlich finde, dass sie zu kurz greifen oder zumindest nur einen Teil der Angelegenheit betrachten. Natuerlich sind dies die Mechanismen, welche zu diesen Ungleichgewichten fuehrten, aber

      warum vernachlaessigen wir immer den Elefanten im Zimmer?

      Die ankerlose und inflationaere Geldpolitik foerderte, oder mindestens ermoeglichte, die massive Ausweitung des Kreditvolumens (nicht nur in Europa) und die Schuldenmacherei der Suedstaaten ist einzig ein Symptom dieser Geldpolitik. Dort liegt das wirkliche Problem begraben, da ansonsten diese immer massiveren Ungleichgewichte schon vor vielen Jahren an ihre Grenzen gestossen waeren. Und was machen wir heute, wir geben dem Patienten noch mehr Whiskey (Kredit) und glauben, dass er dadurch schlussendlich einer Heilung zugefuehrt wird. Eine laecherliche Proposition, den einzig der Weg ueber eine Entziehungskur wird erfolgreich sein, was schlussendlich die Reduktion der systemweiten Kreditvolumens beinhalten muss. Alles andere ist Symptom-Bekaempfung und einzig die Verschiebung einer wirklichen Loesung in die Zukunft. Ich verneine nicht Ihre Analyse in sich, sondern versuche die eigentliche Ursache des Problems anzusprechen. Es ist sehr schwierig zu vermitteln, wie die inflationaere Geldpolitik der letzten Jahrzehnte diese weltweite Krise produzierte, da die Zusammenhaenge nicht einfach zu erkennen sind, was ich selber erfahren musste. Erst nach Jahren kann ich diese Zusammenhaenge einigermassen koraehent erlaeutern, wobei eben oft keine mathematischen Formeln anwendbar und sinnvoll sind, da Verhaltensveraenderungen und Nachhaltigkeitsaspekte mit in die Ueberlegungen fliessen muessen.

      • G. Nardone sagt:

        @Linus Huber: Und wie wärs damit, dass Ihre sogenannte These einer “ankerlosen und inflationären Geldpolitik” selbst Symptom & nicht Ursache allen Übels ist? Und beweisen Sie mir die These, dass “mehr Geld = Inflation”.
        Die Kredite der Euro-Krisen-Länder sind gleichzeitig die Spar- bzw. Rentenansprüche der Deutschen! Wollen Sie die Schulden reduzieren, müssen Sie auch die Spar- & Rentenvermögen der Deutschen reduzieren. Aber womöglich meinen Sie etwas anderes, und das kann ich nachvollziehen. Doch dann ist die Frage, WIE das übertriebene Kreditvolumen reduziert wird ziemlich von Belange & wessen Guthaben wir damit reduzieren auch.

        • Linus Huber sagt:

          @ G. Nardone

          Ein kleines Beispiel. Nehmen wir an, die Zentralbanken haetten die Zinsen in den letzten 20 Jahren auf 10% festgelegt. Glauben Sie wirklich, dass wir diese Schuldenblasen erlebt haetten? Oh, die Wirtschaft waere eingebrochen, werden Sie antworten. Natuerlich waere das Wirtschaftswachstum anfangs massiv eingebrochen, weil wohl 10% ein zu hoher Preis fuer Geld gewesen waere und damit auch manipulative Geldpolitik darstellt. Aber mit Bestimmtheit waeren diese massiven Investitionen nicht getaetigt worden, welche aufgrund eines viel zu tiefen Zinses getaetigt wurden.

          Es geht darum, dass wenn man glaubt die Geldmenge ueber die Zinspolitik sowie die Eigenkapital- und Reserve-Vorschriften manipulieren zu muessen, dann muss dies wenigstens in einer nachhaltigen Form geschehen. Das heisst, man muss die Geldmenge (Basis plus Kreditmenge) in etwa dem Wirtschaftswachstum anpassen und nicht unkontrolliert wachsen lassen, da dies zu Verwerfungen fuehren wird.

    • Martin Holzherr sagt:

      @G. Nardone: Die Eurozone wurde bewusst als unkoordinierte Staatengruppe geschaffen.
      Darum ja der Maastricht- Vertrag mit seinem NO-Bailout. Wenn nun diese eigentlich in Kauf genommene unkoordinierte Wirtschaftspolitik Schuld an der Eurokrise sein soll, dann war der Euro von Beginn weg eine Fehlkonstruktion. Zumal die Instrumente für eine Koordinierung der Wirtschaftspolitik nicht vorhanden waren und es immer noch nicht sind.
      Sie beschreiben in Ihrem Kommentar was Deutschland alles falsch macht. Doch gemäß Maastricht-Vertrag und ursprünglicher Intention des Euros macht jedes Euroland alles richtig, wenn es vor allem im eigenen Interesse handelt.

  4. Linus Huber sagt:

    Kontext, Kontext!

    Ein kleiner Chart soll eine Situation erklaeren? Ein einziger Wert eines Gesundheitstestes soll erklaeren, woran ein kranker Mensch leidet. Mit viel Glueck moegen wir daraus die richtigen Schluesse ziehen, jedoch werden unzaehlige und teilweise nicht messbare Aspekte nicht beruecksichtigt in solch einer Ueberlegung. Und wie wir wissen, gibt es Krankheiten, welche zwar erkannt werden, jedoch der Patient aufgrund seines zur Gewohnheit gewordenen Verhaltens und seiner Willensschwaeche nicht in der Lage ist, zwecks Heilung sein Verhalten entsprechend zu veraendern. Ebenfalls gibt es Krankheiten, deren Symptome zwar anerkannt werden, jedoch dessen Ursache im Dunkeln verbleiben.

    Huete uns die Arroganz eines vermeintlichen Wissens.

  5. Michael Schwarz sagt:

    Draghi verweigert die Zinssenkung um die EU Länder zu unterstützen. Draghis Geldpoltik fehlt die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Der EU-Zinssatz in internationalem Vergleich ist einfach zu hoch, wenn Draghi weiterhin an jetziger Geldpolitik festhält, wird die Arbeitslosigkeit in EU-Ländern weiter steigen, bis eine Revolution innerhalb der EU-Länder ausbricht. D.h. Austreten aus EU. Die Krise in Spanien, Italien und weitere EU-Länder ist noch nicht überstanden. Im Gegenteil, die steigende Staatsverschuldung in EU wird den schwächeren EU-Ländern zwingen, aus EU auszutreten.

  6. Linus Huber sagt:

    Verfallen wir nicht alle ein wenig der Idee, dass man durch manipulative Eingriffe, die durch vergangene manipulative Eingriffe entstandenen Ungleichgewichte und nicht nachhaltigen Entwicklungen zu korrigieren versuchen? Ist es fatalistisch zu ueberlegen, dass wir vielleicht die vergangenen Fehler manipulativer Eingriffe korrigieren, indem diese in erster Linie aufgehoben werden und uns mit den Folgen arrangieren und uns einer stoische Akzeptanz einer natuerlichen Entwicklung hingeben? Kann man langfristig gegen die Stroemung schwimmen oder sollte man sich vielleicht besser von der Stroemung des Flusses treiben lassen? Ist es sinnvoll ein korruptes nicht nachhaltiges System retten zu wollen, anstatt die Rettung den individuellen Menschen zukommen zu lassen? Sind zentralistische Massnahmen gerechter und loesungsorientierter, als konkrete Hilfen innerhalb eines beschraenkten kleinen Kreises von Menschen? Ist es ratsam, sich auf staatliche Institutionen zu verlassen, wenn man nicht verlassen sein will? Dienen im Endeffekt alle Massnahmen der Gesellschaft und damit deren einzelnen Mitgliedern oder nur den Mitgliedern einer kleinen Elite? Sind wir in der Lage, die Angelegenheit ueberhaupt noch nuechtern und emotionslos zu analysieren? Fuehlen wir uns je laenger desto machtloser oder staerken die Massnahmen die Eigenverantwortung fuer das Funktionieren der Gesellschaft? Sind wir uns des eigenen Status innerhalb dieser Maschinerie bewusst? Untergraben wir durch unser eigennuetziges Verhalten die Werte, welche uns zu Menschen machen?

    Manch eine philosophische Betrachtungsweise mag uns weiter helfen, als all die wirtschaftswissenschaftlichen Thesen.

    • Thomas ernst sagt:

      …nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt in frisches Wasser…

      Aber ja – ein totes Pferd zu reiten, hat noch nie jemanden vorangebracht. Wie die Dakota-Indianer in ihrer unendlichen Weisheit festgestellt haben: “Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”

      Bei Merkel, Steinbrück und ähnlichen alten Trampeln heisst es: Dieses Pferd ist alternativlos – reitet es! äh-übrigens, die Regierung und die regierungsnahe Opposition nimmt solange den Dienstwagen mit Chauffeur für ihre Reisen….

      • George Aengenheister sagt:

        Lieber Thomas ernst: Sie sind ein Segen für die Menschheit mit ihrem klaren Blick und ihrem Sprachtalent. Muss einfach mal gesagt werden.

        • Thomas ernst sagt:

          Danke für die Blumen. Und Danke auch an die vielen Kollegen hier, wie Baer, Linus, Anh Toan, ast, Urs, Rolf, will und, und, und, die mit ihren Beiträgen die Diskussion hier spannend und lebendig halten.

      • Linus Huber sagt:

        @ Thomas ernst

        In der heutigen Konfusion stellt sich natuerlich die Frage, welches die eigentliche Stromrichtung sei. Wenn wir die Verletzung marktwirtschaftlicher Prinzipien und rechtsstaatlicher Grundsaetze sowie die Untergrabung demokratischer Werte als die Hauptstromrichtung betrachten, schwimme ich gerne dagegen, da diese einzig einer politischen Agenda der Elite entspricht und nicht die eigentliche Stromrichtung wiedergibt. Die Wirklichkeit und damit die definitive Stromrichtung wird erzwingen, dass nicht rueckzahlbare Schulden abgeschrieben werden, dass sich die Rechtsstaatlichkeit nicht nur im Namen wieder neu etablier, dass sich Demokratien neu erfinden und dass Nachhaltigkeit wieder seinen Einzug haelt. Ich glaube zu fuehlen, dass der politische Pegel sich schrittweise in die Gegenrichtung bewegt und diese Hauptstroemung etablieren wird.

        • Ein schlauer Mensch hat einmal folgendes gesagt: debts that can’t be paid won’t be (vgl auch http://michael-hudson.com/2012/04/debts-that-cant-be-paid-wont-be/)

          Ein Schuldenschnitt würde nicht nur den Mittelstand in den betroffenen Ländern entlasten, er würde den Bankstern auch eine Lehre erteilen, künftig mit Krediten etwas vorsichtiger zu sein. Und zum Argument der Eliten-Stiefel-Lecker, wonach ein Schuldenschnitt das “Vertrauen in die Finanzmärkte” stören könne, sei nur folgendes bemerkt:

          1. Wessen Vertrauen? Etwa das Vertrauen derjenigen, die bisher glaubten, risikolos (weil der Steuerzahler dafür bürgt) hochriskante (hohe Wahrscheinlichkeit hoher Verluste) Deals machen zu können?

          2. Vetrauen in welche Finanzmärkte? Etwa jene Finanzmärkte, in denen die Besten der Besten der Branche für Abermilliarden von Dollars wertlose Schrottpapiere gekauft hatten, auf die CDS gemacht wurden, für die die Versicherer keine Rückstellungen getätigt hatten, und die daher vom Steuerzahler vor ihrer eigenen Dummheit gerettet werden mussten?

          Ich frage ja nur…

  7. Urs sagt:

    Zu Neoliberalen Gedanken folgen zwangsläufig Neoliberale Lösungen… etwa die eines globalen Heeres flexibler Wanderarbeiter…

    …dumm nur, das die nicht freiwillig flexibel sind so wie das Kapital dem man die Menschen gleichstellen will… die Arbeiter haben, im Vergleich zum Kapital aber Transaktionskosten und zahlreiche weitere Kosten die, anstatt vergesellschaftet zu werden komplett individualisiert sind… dem globalen wanderarbeiter wird bei jeder noch so kleinen Anederung des Arbeitslebens ein Teil der sozialfürsorge gekappt… Oft sogar alles bisher erarbeitete wie twa Renten- Ferien- Gehaltsansprüche sowie eine Lebensarbeitszeit- Unfallversicherungen und Ferienansprüche…

    …Das kaptial auf der anderen Seite, dem es gemäss den Neoliberalen Unsinnstheorien ja gleichtun sollte (damit die Theorien endlich mal wahr werden) wird weltweit gleich behandelt und geniesst, dank den WTO verträgen, auch noch ausserordentlichen Schutz… in vielen Fällen können entgangenen Renditen und Profite bei den “schuldigen” Staaten eingeklagt werden…

    Das Kapital und die Investitionen sind nicht Gleichauf mit den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Wander- oder auch aller Arbeiter… die globalisierung ist für das Kapital und deren Besitzer ausgearbeitet worden, nicht für die Menschen und deren Bedürfnisse…

    Die Globalisierung muss in allen nur erdenklichen Sozialen Aspekten Sozialisiert werden und die Ansprüche der Menschen an eine Gesellschaft muss dort genau so garantiert werden wie die Ansprüche welche die Kapitalbesitzer an eine gesellschaft haben… Hier sind erhebliche Defizite, ja eigentlich in jedem Bereiche nur Defizite ohne deren eliminierung vieles in’s Ungleichgewicht befördert wird…

    Das Ventil um die Arbeitslosigkeit …. sind heute flexible, Rechtslose, prekär Beschäftigte, billigst, tagelöhner die nur die Profite aufrechterhalten garantieren… zu mehr ist Kapital nicht fähig noch willens.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Urs

      Daher wäre es die beste Strategie zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Schweiz, dafür zu sorgen, dass die Löhne und Sozialleistungen in den Schwellenländern möglichst rasch möglichst stark steigen…

      • ast sagt:

        @ernst . Die Chinesen haben da ein Problem, die wollen nun von Export auf Binnenmarkt umstellen, ansonsten kann es langfristig zu Revolten kommen. Da nun aber etwa die Deutschen sich weiterhin dagegen sträuben die seit 10 Jahren sinkenden Reallöhne ihrer 90% -Mehrheit zu verbessern und Lohndumping betreiben, gelingt das nicht. Die Chinesen wollen die Sozialleistungen verbessern und tun das auch so viel es geht, aber nun wird es immer schwieriger, weil ihre einstigen Käufer am verarmen sind.

        • Thomas ernst sagt:

          Genau!

          Als ich klein war, also genauer während des Studiums hat man volkswirtschaftlich den “Rest der Welt” wie einen Ozean behandelt: Egalmwas man reinkippt (Export) oder raussaugt (Import), der Pegel des Ozeans ändert sich nicht.

          Daher konnte man sich auf die eigene Entwicklung kümmern, und mittels Abwertung und Export die eigene Wirtschaft särken.

          Nun stellen wir fest, dass die Weltwirtschaft kein Ozean, sondern bloss ein Teich ist, und jede Bewegung produziert Wellen, die sehr rasch an unser Ufer zurüch schwappen und unsere eigene Wirtschaft beeinflussen. Wie schon früher hier bemerkt (finde leider den Autor nicht mehr, sorry): Inzwischen gibt es nur noch Welt-Binnenwirtschaft.

          Das Märchen von den heilsamen Exporten und der segensreichen Abwertung wirkt im geschlossenen System der Welt-Binnenwirtschaft nicht mehr so, wie früher. Wir brauchen die Flexibilität verschiedener Währungen ebenso, wie eine Nicht-Nationale Reservewährung. Dies könnte der Euro sein, wenn man ihn endlich als Ergänzung, statt als Ersatz für national-lokale Währungen positionieren würde.

          Wir alle bewohnen denselben Planeten. Zeit für rationale Lösungen statt wirre Glaubenssätze!

          • Linus Huber sagt:

            @ Thomas ernst

            Was wir wohl am meisten brauchen, waere eine nicht manipulierbare und werterhaltende Waehrung. Allerdings werden wir auf solch ein Wunderding fuer ewig warten, da dies die Manipulationsfaehigkeit (und unbemerkter Diebstahl) der Elite zerstoeren wuerde. Ehrliches Geld ist nur bei ehrlichen Leuten beliebt.

          • Thomas ernst sagt:

            ah – das bringt es auf den Punkt:

            “Ehrliches Geld ist nur bei ehrlichen Leuten beliebt.”

            Sollte man der SNB-Führung in jedes einzelne Büro malen!

  8. Johnny Smith sagt:

    Aus irgendwelchen Gründen scheine ich auf der schwarzen Liste dieses Blogssystems zu sein. Meine Kommentare erscheinen schlicht und einfach nicht mehr…

    • Johnny Smith sagt:

      Ich geb’s auf. Wenn ich nichts zum Artikel sage, gehts. Wenn es etwas zum Artikel ist, kommt nichts.

      Arriverderci.

    • Es ist nicht die Zensur, sondern ein technischer Fehler, der Ihre Posts verschluckt (ersichtlich daran, dass die Seite nach dem “posten” nicht wieder hinunterscrollt). Ich habe gestern rund 100 Versuche benötigt, bis ich durchgekommen bin. Ein englischer Satz oder irgendwelche Worte darin waren offenbar schuldig, denn “ohne” ging es mehr oder weniger anstandslos.

      • Versuchen Sie es doch einmal, ohne den Artikel zu zitieren.

        • Johnny Smith sagt:

          Danke für Ihre Rückmeldung, Herr Sommerer. Es war genauso wie von Ihnen beschrieben. Es kam nichts, wenn ich einen Satz aus dem Artikel zitiert habe, um diesen zu kommentieren. Werde es also doch noch mal versuchern, das nächste Mal “Zitat”.

          • Sepp sagt:

            Solche Blogs werden für allerlei Unfug missbraucht. Daher müssen relativ scharfe Filter installiert werden, welchen dann leider auch der eine oder andere “richtige” Kommentar zum Opfer fällt. Mir ist das allemal lieber, als hier zwischen Müll die Kommentar zu suchen.

          • Linus Huber sagt:

            Johnny komm bald wieder, bald wieder nach Haus. Johnny fahr nie wieder, nie wie wieder hinaus.

  9. Bürki sagt:

    “Das Ventil, um diese Ungleichgewichte auszugleichen, wäre natürlich der freie Personenverkehr innerhalb der Union. Arbeitslose Spanier, Italiener oder Griechen könnten – sollten – in Deutschland, Finnland oder Österreich Arbeit suchen.”

    Das muss man sich doch einmal vor Augen führen: Die Deutschen kommen in die Schweiz, weil man hier mehr verdient und die Spanier, Italiener etc… “sollten” nach Deutschland gehen, um dort zu arbeiten.
    Die Sichtweise, die hier Ökonomen/Politiker einnehmen, könnte man als Tunnelblick bezeichnen. Wie beschränkt muss man sein, alles nur durch die ökonomische Brille zu sehen.
    Vom sozialen Aspekt her kann ich mir keinen grösseren Unsinn vorstellen, als Menschen aufgrund ökonomischer Zwänge zu entwurzeln. Besteht der Sinn darin, dass “wir” alle zu chinesischen Wanderarbeitern werden?
    Unter sozialen Gesichtspunkten ist das wohl der grösste Schwachsinn.

    • Martin Holzherr sagt:

      In einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und einer gemeinsamen Währungszone sollte die Mobilität aber höher sein als sie es heute in Europa ist.
      Auch in der Schweiz gibt es ökonomische Zwänge. Viele Stellen finden sie nur in der Nähe von Zürich. Und in den USA ist es geradezu üblich den Bundesstaat mehrmals in einem Arbeitsleben zu wechseln.

      • Alfred Bürki sagt:

        “Und in den USA ist es geradezu üblich den Bundesstaat mehrmals in einem Arbeitsleben zu wechseln.” Die USA unterscheidet sich kulturell sehr stark von Europa. Das ganze System ist auf die Elite ausgerichtet. Ich habe dazu keine Zahlen – aber ich bezweifle stark, dass die Bessergestellten wie die “Affen” alle paar Jahre von A nach B umziehen. Vermutlich unterliegen gerade in den USA viele ökonomischen Zwängen.
        “Auch in der Schweiz gibt es ökonomische Zwänge. Viele Stellen finden sie nur in der Nähe von Zürich.” Dazu kommt mir die kürzlich in den Medien diskutierte Pendlerdiskussion in den Sinn. Da gibt es ja Stimmen, die fordern, dass man an den Arbeitsort zieht. Warum pendeln denn so viele von Bern nach Zürich? Im Übrigen sind auch “Zürcher” nicht davor gefeit, wegen dem Job wegziehen zu müssen.

        Wenn man “Jung” und mobil ist, spielen solche Dinge keine Rolle. Sobald man Kinder hat, ist es sicher nicht mehr ratsam, die Kinder alle paar Jahre zu “entwurzeln”. (Deswegen pendeln die Leute ja auch. Die Kinder haben ihren Freundeskreis. Und es ist auch einfacher, Kinder zu erziehen, wenn man in der Nähe Verwandte/Freunde hat, die unterstützen können).

        Ökonomie im ursprünglichen Sinne beinhaltet die Bereiche “Hausverwaltungskunst” (oikonomia) und die “Kunst des Gelderwerbs (Chrematistik). Die Ökonomie sollte im Zusammenhang mit anderen Bereichen gesehen werden (Ethik, Politik, warum nicht auch Religion, soziale Aspekte etc….)

        Mir ist schon klar, dass der obige Blogeintrag unter dem Aspekt geschrieben wurde, auch Lösungsansätze oder Denkanstösse hin zur Lösung der Eurokrise aufzuzeigen. Das Argument, dass die Arbeitnehmer flexibel sein sollen und dort hingehen sollen, wo es Arbeit hat, liest man aber oft. Ich halte dies bis zu einem gewissen Grad vertretbar. Dass man aber einen “künstlichen” Währungsraum schafft und dann fordert, die “Spanier” sollen nach Deutschland auswandern – Hallo?

      • Alfred Bürki sagt:

        Wenn noch eine Ergänzung gestattet ist: Ich kenne in meinem Umfeld auch Beispiele, wo jemand plötzlich zum Generaldirektor “vorgeladen” wurde und dann eröffnet bekam, dass er/sie ab nächsten Monat in einer Filiale tätig ist, die 1.5 Stunden vom aktuellen Wohnort (Haus mit Kindern) entfernt ist. Sie würden nun vorschlagen, dass die betreffende Person das Haus verkaufen soll und mit der Familie und den in der Region verwurzelten Kindern an den neuen Arbeitsort zieht? Und wozu das? Um dann 3 Jahre später wieder umzuziehen?
        Das ist doch heute die Realität unserer Wirtschaft. Persönlich finde ich schon das nicht gut. Um auf die Südländer zurückzukommen. Wir sprechen hier davon, dass Arbeiter in ein anderes Land auswandern sollen.
        Wie wäre es, wenn Sie mit Ihrer Familie nach Spanien ziehen? (Nicht für eine Auslanderfahrung – sondern mal so auf unbestimmte Zeit?)

        • Linus Huber sagt:

          @ Alfred

          Sie beschreiben sogenannte weiche Faktoren, welche nicht messbar sind fuer Oekonomen. Ich kann Ihre Gedanken sehr gut nachvollziehen.

          Es ist eine meiner Thesen, dass aufgrund weicher Faktoren (nicht messbar) die tatsaechliche Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttosozialprodukt nicht wirklich aussagekraeftig ist, da die Qualitaet des Wachstums vernachlaessigt wird (z.B. Vernachlaessigung des Kreditmengenwachstums und der Staatsverschuldung). Insofern liegen wir auf der gleichen Wellenlaenge.

        • G. Nardone sagt:

          @Bürki: Genau, das ist das Problem der Globalisierung, die grundsätzlich missverstanden wird. Die Idee der Globalisierung sollte sein, dass Unternehmen im globalen Wettbewerb stehen und nicht Nationen; Kein “Wettbewerb der Nationen”, kein Standortwettbewerb.
          Und überhaupt wird “Wettbewerb” gar nicht mehr verstanden, auch weil, seien wir doch ehrlich, im unternehmerischen Umfeld man Wettbewerb auch nicht besonders mag, oder? Preis-/Offertabsprachen & Schmierzahlungen gehören zum ganz normalen Alltag. Man versucht ja mehr oder weniger ständig den freien Markt durch einen “mächtigeren” Hebel ausser Kraft zu setzen. Gerade der Staat in diesem Zusammenhang, sorgt für ausgleichende Hebel um einen freien & fairen Markt so weit wie möglich zu garantieren.
          Wettbewerb um Produktivität, Innovation, Qualität der Produkte & Kundenzufriedenheit sollte in 1. Linie Wettbewerb sein. Und nicht Wettbewerb um Lohnsenkungen, Steuern, Schmierzahlungen udgl., hat mit Produktivität, Qualität & Innovation oder besser gesagt; “Leistung” einfach nichts zu tun. Also; Unternehmen sollten global unter harmonischen Bedingungen der Löhne, Steuern, Zölle miteinander konkurrieren, Nationen aber untereinander kooperieren.
          Kooperation ist überhaupt das Zauberwort um aus der allg. globalwirtsch. Misere herauszukommen.

  10. Angelika sagt:

    Prof. Dr. Hans-Werner Sinn: Alternativen zur Transferunion – Wie viel wirtschaftspolitische Intergration braucht die EU?

    http://goo.gl/I4Jhw

  11. Holger Wahl sagt:

    Die Ursache für die fehlende Mobilität in der EU sind einerseits die Sprachgrenzen, viel wichtiger jedoch: fehlende Qualifikation. Das Wissen der jungen Menschen in I,E,F,GR,P ist schlichtweg unbrauchbar, der Abstand zu hiesigen Fachkräften, die das duale Ausbildungssystem durchlaufen haben, meilenweit. Die Grenze zwischen erfolgreichen und erfolglosen EU-Staaten verläuft genau parallel zu der Grenze zwischen den Ausbildungssystemen. Anstatt immer mehr Geld in Subventionen und Banken zu stecken, muss die Berufsausbildung verbessert werden. Wenig oder schlecht ausgebildete Menschen haben wir auch in D/A/CH: sie bilden den Bodensatz der Arbeitslosigkeit. Was fehlt, sind qualifizierte Fachkräfte, nicht einfach nur Arbeitskräfte.

  12. André Sandmeier sagt:

    Ich weiss, nachher ist man immer schlauer.
    Aber mir wäre eine EU im Sinne der EWG (Wirtschaftsgemeinschaft) immer lieber gewesen.
    Im Sinne: “Gut Ding – will Weile haben”.
    Aber natürlich ergänzt durch Bildung/Kultur (wie Schüleraustausch, gemeinsame kulturelle Aktivitäten).
    Da sind die Leute erfahrungsgemäss sehr offen…

    • Thomas ernst sagt:

      Sehe ich genau so, inkl. der Angleichung der Kulturen und der gegenseitigen Toleranz.

      Aber dann hätten ja einige Politicos und Politicas auf ihr Prestigeprojekt verzichten müssen! Undenkbar. Darum war der Euro-Irrtum so unverzichtbar.

  13. will williamson sagt:

    ” September: Arbeitslosigkeit in Deutschland bei 11,9 Prozent
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 27.10.12, 22:36 | Aktualisiert: 29.10.12, 10:08

    Die offizielle Zahl von 2,7 Millionen Arbeitslosen in Deutschland ist nur ein Teil der Realität: Tatsächlich erhalten insgesamt 5 Millionen erwerbsfähige Deutsche Arbeitslosengeld I oder II. Die Zahl der Arbeitslosen verharrt daher in Deutschland im Jahresvergleich auf einem unverändert hohen Niveau. ”

    Mit manipulierten Statistiken kann man alles beweisen. Deshalb soll man ja keiner trauen, die man nicht selber gefälscht hat!

    • Linus Huber sagt:

      Hoppla. Verderben Sie nicht die so schoen ausgedachten Modelle der Oekonomen.

  14. maja sagt:

    Wenn die EU durchgedrückt hat was sie schon lange will nämlich überall die gleichen Steuern und Hartz4, dann wird es wieder besser in diesen Länder. Ist doch alles ein abgekackertes Spiel.

  15. Michael Herger sagt:

    Die ganze Zeit wird uns das selbe Märchen aufgetischt. Deutschland profitiert vom EURO -Raum, weil eine eigene Währung viel höher angesetzt wäre und die Export einbrechen würden. Würden sie wirklich? In der Schweiz sind Befürchtungen diesbezüglich nicht eingetroffen. Deutschland exportiert qualitativ hochwertige Produkte ähnlicher Art. Meiner Ansicht nach wären die Exporteinbussen für Deutschland nicht ganz so dramatisch. Das Märchen geht weiter: Länder aus dem Süden der EU, wären ohne EURO günstiger und folglich wieder konkurrenzfähig. Wirklich? Können die bei der Billigware aus Asien über einen Preiskampf mithalten? Überwiegen nicht unabhängig vom Preis die strukturellen Probleme dieser Länder?
    Meiner Meinung nach mutet das ganze ein wenig wie eine grosse Beruhigungspille für das deutsche Volk an, nach dem Motto: “Wir müssen zwar europaweit die Feuerwehr spielen und unser Geld reinstecken, wo andere über Jahre Geld ausgegeben haben, das nicht da war, aber dafür haben wir ja vom EURO profitiert. Die Südländer dagegen kamen einfach nur durch den EURO unter die Räder.

    • Thomas ernst sagt:

      Der Euro ist eine Droge und hat viele in Europa süchtig gemacht.

      Die Drgenhändler Merkel, Draghi, Goldman Sucks und Konsorten wollen ihn nicht aufgeben, weil sie den grossen Reibach machen (Macht, Einfluss). Die Drogensüchtigen wie die Regierungen in GR, Zypern oder Spanien können nicht, weil sie Angst vor dem schmerzhaften Entzug haben.

      So wird unter allerlei Vorwänden die Dosis laufend erhöht, während die Süchtigen sich nicht mehr scheuen, selbst die Sparschweine ihrer Kinder für die Finanzierung ihrer Sucht zu plündern. Der Staat als Räuberbande – eigentlich nicht neu.

    • G. Nardone sagt:

      @Michael Herger: Ja, die meisten meinen, Deutschland profitiere vom Euro, und das aufgrund der hohen Export-Überschüsse innerhalb Euro-Raum. Doch missverstehen viele, dass Export-Überschüsse kein Gewinn sind, im Moment sind sie nämlich noch Verluste! Export-Überschuss bedeutet nichts weiter, als dass in diesem Bsp. Deutschland Ware anderen Länder “vorgeschossen” hat, also ohne eine Gegenleistung dafür erhalten zu haben. Das Geld hat das Export-Land bereits erhalten, das sich die Import-Länder aus dem Export-Land ausgeliehen haben, doch Geld kann natürlicherweise nicht die Gegenleistung für die hochwertigen Produkte sein. Die Leistung z.B. einen Mercedes zu bauen ist nicht im Weitesten zu vergleichen mit der Leistung ein Bündel bedrucktes Papier zu produzieren. Die Gegenleistung eines Mercedes kann z.B. 2 Peugeots oder 2 1/2 Fiat’s sein. In der Wirtschaft geht es ja immer noch um Waren-/Dienstleistungs-Tausch, um die Produktion von Waren & Leistungen, nicht um die Produktion von Geld.
      Und Sie haben Recht, Deutschland exportiert qualitativ hochwertige Produkte, doch verkauft sie diese 20 – 30% billiger als sie wert sind, und das nicht aufgrund von Produktivität, sondern Lohndumping. Und etwas billiger zu verkaufen als es wert ist, ist alles andere als eine kluge ökonomische Strategie, zumindest für ein Land keine kluge.

  16. Rolf Zach sagt:

    Wäre Spanien ohne den EURO in einer besseren Situation? Die meisten Kommentatoren sind dieser Meinung. Ich bin es nicht.
    Es wäre für Spanien viel schwieriger aus der gegenwärtigen Krise herauskommen, wenn es den EURO nicht hätte. Wie geht es
    Grossbritannien gegenwärtig oder auch ein Land wie Ungarn, dass vor 2008 nie eine grosse Hausse erlebt hat. Der EURO ist trotz allem eine Reservewährung wie der $ ohne dessen Leistungsbilanzdefizit und ohne weltpolitischen Implikationen. Es schadet gar nichts, wenn die Löhne in Spanien tiefer sind als in Deutschland, was wichtig ist, sind die Lohnstückkosten, die die Wettbewerbssituation eines Landes beeinflussen. Was in der ganzen Diskussion vergessen geht, ist der Konsum, der muss unbedingt auf Touren kommen. Es geht nicht an, dass in Spanien ein riesiger Leer-Wohnungsbestand besteht und die armen Leute daneben in Zelten leben. Hier müssen scharfe Massnahmen ergriffen werden, um diesen Unsinn zu stoppen. Die Liquidität von Unternehmen und reichen Privatpersonen muss wieder in den Wirtschafts-Kreislauf hineinkommen, damit die armen Leute Arbeit kriegen und konsumieren können. Die wirtschaftlichen Kennzahlen dieser EURO-Problemländer sind besser als diejenigen von Grossbritannien, Griechenland und Zypern ausgenommen. Ich frage mich, wo ist die griechische Textilindustrie von Saloniki, wobei in Thessalien das grösste Baumwoll-Anbaugebiet Europas ist. Es ist ein Unsinn Baumwolle von dort nach China oder Indien zu exportieren und nicht dort zu verarbeiten. Die EU braucht neben der Bankenunion, ein entsprechendes Investitionsprogramm, dass nicht ineffiziente Beamtenheere mästet. Die europäische Politik sollte sich ein Beispiel an Roosevelt nehmen mit seiner
    Tennessee Valley Authority und seiner Agentur gegen Jugendarbeitslosigkeit. Gerade in Spanien wäre eine solche Agentur ein Segen, um die Infrastruktur zu verbessern und die gewerbliche und technische Ausbildung zu fördern. Die Kultur des New Deals war Spitze, warum nicht in EU?

    • Thomas ernst sagt:

      @ Rolf

      Ohne den EUR hätte sich in Spanien niemals diese exorbitante Immobilienblase entwickelt. Daher wäre Spanien heute ohne den Euro tatsächlich besser dran. Ohne den Euro hätten die Griechen niemals Oliven aus Tunesien eingekauft, sondern ihre eigenen Olivenhaine gepflegt, statt sie vergammeln zu lassen. Daher wäre auch Griechenland heute ohne den Euro besser dran.

      Der Euro war und ist ein Projekt der Reichen und der Mächtigen, nicht des Volks, nicht der Arbeiter.

      • Anh Toan sagt:

        @Thomas ernst: “Ohne den EUR hätte sich in Spanien niemals diese exorbitante Immobilienblase entwickelt. ”

        Ich kann dies nicht direkt widerlegen, die Ungarn haben sich einfach in CHF finanziert, um eine Immobilienblase aufzubauen, und in Spanien waren die englischen und deutschen Investoren wohl nicht unwesentlich beteiligt, welche zu Hause von tiefen Zinsen profitiert hätten.

        • Rolf Zach sagt:

          Geehrter Thomas. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass man mit einer Reservewährung besser aus einer Depression herauskommt als ohne. Spanien muss sich um die Leistungsbilanz keine Gedanken machen, wie Grossbritannien oder
          Ungarn. Wenn die Bankenunion kommt, werden die spanischen Banken sowieso durch die EZB abgesichert. Das Problem
          sind heute nicht die spanischen Banken, sondern der spanische Konsum und die Jugendarbeitslosigkeit. Hier kann die
          spanische Regierung auch durchaus Massnahmen treffen, die sofort helfen können und gegen die Brüssel keine Einwände hat. Der Immobilienmarkt der Einheimischen gilt es unbedingt zu stabilisieren. Alle Industriellen aus der Schweiz und Deutschland, die heute schreien, man müsse unbedingt in China und Indien investieren, müssen sich bewusst sein, dass dies kein Heimspiel ist, wie dies bei Spanien der Fall ist. Wie erging es Novartis in Indien. Der Euro ist die eigene Währung des europäischen Direktinvestors, der Renminbi ist es nicht und auch keine Reservewährung. In Griechenland ist fast eine weltanschauliche Sache, nämlich die Verachtung der Produktion und das übertriebene Prestige von Beamten, Grosshandel und Banken. Ich habe noch nie gehört, dass die FED $-Bankdepositen in Panama garantiert, Zypern war ein ähnlicher Finanzplatz.
          müsse unbedingt in China und Indien investieren, dass seien die Märkte

          • Thomas ernst sagt:

            @ Rolf

            Der Fehler war nicht die Schaffung des Euro, sondern die Abschaffung der nationalen Währungen. Etwa 20 Jahre Parallelbetrieb, wo grosse Firmen und internationale Geschäfte in Euro, die lokalen Märkte in DEM, GRD oder ATS handeln, hätte genügend Zeit für die notwendigen Anpassungen gelassen und auch viel weniger Blasen produziert. Aber der Euro war nie ein ökonomisch sinnvolles Vorhaben, sondern immer ein politisches Prestigeprojekt.

            Dass die Kultur eine zentrale und weit UNTERschätzte Rolle spielt, kann ich hier nur unterstreichen. Ob Handwerker angesehen und Bürokraten/Beamte eher geringgeschätzt werden wie in CH, oder umgekehrt, wie in GR hat sehr viel Einfluss auf das konkrete Verhalten auchbder Politiker.

            Eher sozialistisch geprägte Gesellschaften (Süden) neigen eher zum Schuldenmachen als bäuerlich/calvinistisch beeinflusste (Norden).

            Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien ist klar eine Folge der Fehlallokation von Geld im Immobiliensektor, die durch die Euro-verursachten Billigzinsen angeheizt wurde. Vieles in Spanien ist irrational: Warum bildet das Land so viele Akademiker aus, wenn es kaum Forschung&Entwicklung betreibt.

            Spaniens Jugend bräuchte eine Handwerkerlehre, sowie einige gute Fachhochschulen. Die Uni-Absolventen Spaniens sind in Spanien ausserhalb der Staatsorganisation kaum zu gebrauchen. Die sozialistische Illusion, jeder könne Professor werden, wenn man nur genügend Geld in die Ausbildung investiert, ist ein grauenhafter Irrtum, unter dem jetzt Millionen junger Spanierinnen und Spanier leiden.

          • G. Nardone sagt:

            @Thomas ernst: Der Euro ist ein ökonomisches sinnvolles Instrument, wenn man diese Instrumente auch fachmännisch handhabt. Und was ist das Sinnvolle? Keine Spekulation mehr zwischen DM, Drachme, Lire usw., die die ökonomische Entwicklung des jeweiligen Landes behinderten & manipulierten.

            Und die von Ihnen bezeichneten Nord-Länder, die Sparer also, da der Süden ja immer der Schuldner ist, benötigen zum Sparen die Schuldner. Geht nicht anders. Wir können alle zusammen jeweils Kartoffeln sparen, nicht aber Geld. Die Bedingung überhaupt sparen zu können, ist das Vorhandensein eines Schuldners des gleichen Betrages! Der Sparer braucht den Schuldner & nicht umgekehrt, weil der Sparer den Schuldner ja erschafft, da der Sparer ja weniger nachfragt/kauft als produziert/anbietet/verkauft. Aber natürlich machen sich die einfachen Köpfe alles immer sehr einfach; die “Schuldner” sind logischerweise die “Schuldigen”. Man sollte Schuldnern schon mehr Respekt zollen & anders behandeln, da sie ja diejenigen sind, die die Sparvermögen erst absichern bzw. abzusichern versuchen. Mit ökonomischen Gesetzen ist es wie mit Naturgesetzen; man kann nicht gegen sie verstossen ohne eine Rechnung dafür zu kriegen. Und der Norden bzw. der Sparer bzw. Deutschland beginnt die ersten Teilrechnungen bereits zu kriegen, weil sie ihre Sparvermögen in den Süden & Frankreich exportierten & gleichzeitig ihnen nicht mal die Möglichkeit einräumt, diese zurückzuzahlen.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Nardone

            Sievsind zwar in der guten Gesellschaft von Anh Toan und anderen Buchhaltern, aber der zwingende Zusammenhang zwischen Sparen und Schulden ist ein buchhalterisches Artefakt, das KEINE Entsprechung in der Realwirtschaft hat. Daher ist es eben ein reines Konstrukt, eine Illusion, dass es nur Wohlhabende geben könne, wenn es auch Verschuldete gebe. Nur in der Buchhaltung ist es so, weil die Buchhaltung so konstruiert wurde.

            Gott ist KEIN Buchhalter. Die Natur kennt keine Soll/Haben-Gleichheit.

            Dass wir uns heute die Realwirtschaft durch die rein künstliche, rein illusionäre Scheinwelt der Buchhalter diktieren lassen ist das grösste Elend in der ganzen Krise. Es wird Zeit, das Geld (und seine Hohepriester, die Buchhalter), das heute der weltweite Diktator ist, wieder zum Diener der Menschen zurückzuverwandeln, das es eigentlich sein sollte.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Sparen benoetigt Schuldner? Wirklich?

            Ich kann sehr wohl meine Ersparnisse in realen Werten anlegen ohne dass auf der Gegenseite ein Schuldner fungiert. Eigentlich ist dies der eigentliche Trend, da man im Geld gar nicht mehr sparen kann ohne enteignet zu werden. Sie sprechen einzig das Sparen in der Form finanzieller Instrumente an, welches keinesfalls dem Ursprung des Sparens entspricht. Urspruenglich wurden Notvorraete und vielleicht ein wenig Gold (zu Tauschzwecken) gespart um sich eine ungewisse Zukunft ein wenig abzusichern. Kurzum, Sparen ist grundsaetzlich nicht davon abhaengig, dass jemand sich verschuldet, sondern einzig davon, dass man gegenwaertig mehr leistet als konsumiert.

          • G. Nardone sagt:

            @Thomas ernst: Sparen und Schulden sind deswegen ein buchhalterisches Artefakt, weil die Buchhaltung die Transaktionen und Aufstockungen der Realwirtschaft aufzeichnet. Ist keine Illusion. Was “Die Natur kennt keine Soll/Haben-Gleichheit” betrifft: Kennt sie sehr wohl, oder wir Menschen kennen das nur zu gut. Ist nämlich dasselbe wie Aufwand & Ertrag. Man arbeitet X Stunden (Aufwand) für den Ertrag von X kg an Kartoffeln z.B.
            Dass man aber zu sehr “fixiert” auf Geld ist oder Geld eine Illusion ist, damit haben Sie recht. Dennoch gehören Geld & Buchhaltung zur Realwirtschaft, nur werden diese nicht im richtigen Verhältnis betrachtet.
            Ausserdem sage ich nicht, dass es Wohlhabende nur geben könne, wenn es auch Verschuldete gäbe. Wohlhabend bedeutet ja nicht nur viel Geld-Vermögen zu haben, sondern auch viel Sachkapital oder geistiges Eigentum zu haben. Sie unterliegen selbst dessen was Sie selbst verurteilen, der Geldillusion. Sie denken nicht klar genug.
            Es geht hier um die sehr wohl realwirtschaftliche Angelegenheit, dass wenn jemand mehr produziert als konsumiert, was man ja als Sparen bezeichnet, es folgerichtig mindestens jemanden geben muss der umgekehrt, mehr konsumiert als produziert, was dieser ja nur über Schulden finanzieren kann. Das ist Realwirtschaft, nicht nur einfach Zahlenspielerei; Wirtschaft in ihrem Zusammenhang gründend auf der Arbeitsteilung! Arbeitsteilung ist hier das Zauberwort.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Genau davon rede ich, von Geld-Sparen. Natürlich können sie in Sachwerte sparen, dafür müssen sie aber das ersparte Geld “ausgeben”, und Sie haben recht, das erfordert kein Schuldner. Oder besser gesagt, die Schuldner bekommen durch Verkauf von Sachwerten Geld womit sie ihre Schulden, die durch Geld-Sparen bedingt sind, zurückzahlen können.
            “Sparen ist grundsaetzlich nicht davon abhaengig, dass jemand sich verschuldet, sondern einzig davon, dass man gegenwaertig mehr leistet als konsumiert” – Auch Sie denken einfach nicht klar genug. Wenn ja Geld-Sparen bedeutet mehr leisten als konsumieren, ist es abhängig davon, dass jemand anders genau umgekehrt mehr konsumiert als leistet. Denn ansonsten könnte der Sparer, der ja Leistungen nicht konsumiert, diese Leistungen nicht VERDIENEN! Der Überschuss der Leistungen würden brachliegen, sich nicht verkaufen können. Sie verstehen nicht mal was Markt-Wirtschaft ist; Markt-Wirtschaft gründet auf der Arbeitsteilung. Sie beweisen aber mit obigem Satz, dass sie noch denken als wären wir alles noch Eigenversorger! Als Eigenversorger könnten wir alle z.B. Kartoffeln sparen, in dieser Wirtschaftsform gibt es aber keinen Markt noch Geld als Transaktions-/Tauschmittel.

          • Linus Huber sagt:

            “Wenn ja Geld-Sparen bedeutet mehr leisten als konsumieren, ist es abhängig davon, dass jemand anders genau umgekehrt mehr konsumiert als leistet.”

            Es ist ein Wechselspiel zwischen verschiedenen Akteuren, zwischen Investitionen und Konsum etc. etc., welches durch Zinsen geregelt wird. Wenn alle sparen wollen, werden sich die Zinsen senken und Investitionen in Projekte werden guenstiger, wenn jedoch alle auf Kredit konsumieren, wuerde in einem Freien Markt der Zins ansteigen, was diese Entwicklung Einhalt gebieten wuerde. Da der Zins jedoch manipuliert wird und ueber die letzten Jahrzehnte wohl eher zu tief lag, haben sich langfristig massive Ungleichgewichte aufgebaut.

            Es ist ein Mythos, wenn man sagt, man koenne nur sparen, wenn jemand anders sich verschuldet. Ich kann sehr wohl mein Geld in ein Haus investieren (oder in meiner Freizeit persoenlich ein Haus bauen), was auch eine Art sparen ist und wo niemand als Schuldner operieren muss. Wenn jedoch die Zinsen manipuliert werden, verzerrt dies saemtliche Relationen innerhalb der Wirtschaft und es werden schaedliche Anreize geschaffen, welche uns eben den immer wieder erwaehnten Kreditboom bereitete, welcher der Ursprung der heutigen Krise ist. Ich wuerde mich auch aergern, wenn kuenstlich die Zinsen hoch manipuliert wuerden, da dies ebenfalls falsche Anreize produziert, in diesem Falle genau das Gegenteil, naemlich die Flucht ins Geld. Diese Furcht muss man allerdings kaum haben, da dies geschichtlich betrachtet aufgrund meiner Kenntnisse nie gemacht wurde.

            Natuerlich wird nominal weniger gespart werden koennen, wenn wir das Kreditmengenwachstum in Grenzen halten, aber dafuer wuerden wir nicht in ein Gefuehl des allgemeinen und fiktiven Wohlstandes versetzt, welches nicht der Wirklichkeit entspricht.

            Dass man nicht in Geld sparen kann, oder besser gesagt dabei enteignet wird, ist nicht in der Natur des Geldes sondern das Resultat manipulativer Geldpolitik.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Anh

        Der Euro ist nicht der einzige Weg, sich ins Elend zu reiten.

        Nicht nur Ungarn, auch viele Slovaken haben sich ein neues Auto mit zinsbilligen CHF-Darlehen, und Österreichische Kommunen mit CHF-Schuldverschreibungen finanziert. Wohlmohne zu merken, dass sie jetzt einen sog. Carry-Trade fahren, der solange attraktiv ist, als der Wechselkurs stabil bleibt. Was ja CHF zu EUR auch lange Zeit war.

        Als dann der EUR/CHF-Kurs von 1.50 auf 1.01 einbrach, war natürlichnder Zinsvorteil durch die Schuldkapitalerhöhung von 35% völlig weggefressen. Dieses Risiko hatten die Ungarn, Slovaken und Österreicher schlicht ausgeblendet.

        Ohne den Exklusiv-Euro wäre das kaum passiert, da die laufenden Wechselkursveränderungen genau diese Entwicklung eskomptiert hätten. Der Euro hat die Anpassungen eine Zeitlang blockiert. Aber es ist wie bei der Plattentektonik: Entweder viele kleine Anpassungserschütterungen, oder den grossen Knall. Der Fukushima-Tsunami lässt grüssen.

        Die Menschen suchen die Stabilität, die es im Leben nicht geben kann. Die Politik hat mit dem Euro die Stabilitätsillusion verkauft. Jetzt kommt die Rechnung.

        Und diese ist noch lange nicht bezahlt!

        • Linus Huber sagt:

          @ Thomas ernst

          “Entweder viele kleine Anpassungserschütterungen, oder den grossen Knall.”
          “Und diese ist noch lange nicht bezahlt!”

          Kann nur Zustimmen. Dies ist einer der Gruende, warum ich die manipulativen geldpolitischen Eingriffe bei leichten wirtschaftlichen Dellen der vergangenen Jahrzehnte kritisiere, da dies die notwendige Aufhebung von nicht nachhaltigen Ungleichgewichten und Entwicklungen verhinderte.

        • Anh Toan sagt:

          @Thomas ernst: “Ohne den Exklusiv-Euro wäre das kaum passiert, da die laufenden Wechselkursveränderungen genau diese Entwicklung eskomptiert hätten. Der Euro hat die Anpassungen eine Zeitlang blockiert.”

          Wieso hat der Euro die Kursanpassungen zwischen Euro und CHF oder Sloty (heissen die ungarischen Kreuzer glaub) zu CHF blockiert? Mir erschliesst sich kein Wahrheitsgehalt Ihrer Behauptung. Die waren doch frei handelbar (vor der Untergrenze durch die Nati)?

          Das einzige Argument, dass Sie aufführen, um den Euro als “conditio sine qua non” für die spanische Immobilienblase und die “ungarische Short CHF Blase” darzustellen, ist eine unlogische Behauptung.

          Sie halten eine politisch motivierte Euroeinführung für falsch. Ich bin überzeugt, Sie wissen, “politisch” bedeutet, die ganze Stadt (polis) betreffend, also was bitte ist an einer politisch motivierten Euroeinführung schlecht?

          Die Einführung des CHF 1848 war politisch motiviert, sie war (nahezu einziger) Ausdruck der bundesttaatlichen Eigenschaft der Schweiz, ohne Ausgleichsmechanismen (AHV kam rund 50, Finanzausgleich rund 100 Jahre später), kurz vorher waren Reisen zu Tagsatzungen noch lebensgefährlich! Hätte man damals die Geldhoheit bei den Kantonen belassen und nicht, ausschliesslich politisch motiviert, dem Bundesstaat übertragen, gäbe es heute ihre mysthisch verklärten Schweizer Nationalstaat nicht.

          Ja, die Euro Einführung war politsch motiviert, genauso wie die Einführung des CHF vor 150 Jahren oder die Einführung des USD, falsch, oder Ausdruck einer Verschwörungsphopie ist, dem Ausdruck “politisch motiviert” eine negative Kontonation unterzuschieben.

          Die wichtigste Voraussetzung für Wohlstand ist Frieden, nicht die Möglichkeit von Währungsabwertung.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            “Die wichtigste Voraussetzung für Wohlstand ist Frieden, nicht die Möglichkeit von Währungsabwertung.”

            Ich stimme zu. Das Problem liegt darin, dass andauernde Geldentwertung schlussendlich in Krieg ausarten wird. – Leider

          • Thomas ernst sagt:

            @ Anh

            Ich sehe den Euro nicht, wie Sie mir unterstellen, als conditio sine qua non der Spanischen ImmoBlase oder btw der Griechischen Staatsangestelltenblase, sondern als enabeling factor und Nachbrenner. Der EinheitsEuro Brüssels hat, das wurde in diesen Spalten ad nauseam dargelegt, den “faulen Südländern” ermöglicht, viel zu billig viel zu viele Schulden machen zu können. Darum ist die schiere Grösse des Schuldenproblems einer der Kernfaktoren des aktuellen Schamassels. Ohne den Einheitseuro hätten die Probleme einfach nicht diese Grösse erreicht, bevor die Korrekturmechanismen begonnen hätten, zu greifen.

            Die Eurozone insgesamt steht ja nicht so katastrophal da, wie einzelne Beteiligte. Die Zypriotischen Schulden hätte Mutti aus der Portokasse begleichen können. Und damit kommen wir zu Ihrem zweiten kolossalen Missverständnis:

            Die Schweizer Kantone, die Bevölkerung WOLLTE eine Nation sein, und sah darin auch ein Schutz gegen die vielfältigen Bedrohungen durch die Nachbarländer. Da war man bereit, einiges in Kauf zu nehmen.

            Europa war aber von niemandem bedroht, und die Bevölkerung wurde AKTIV daran gehindert, zum Euro Stellung zu nehmen. Der Euro ist nicht aus der Not der Betroffenen, sondern aus Eigensinn, Überheblichkeit und Grössenwahn einiger Politiker geboren.

            Die Bevölkerung der Euroländer lehnt eine stärkere, vor allem auch kulturelle Integration nach wie vor ab. La Grande Nation sieht nach wie vor auf die proletischen Boches hinab, die einfach keine Lebensart haben und Bier statt Vin trinken.

            Das traurigste an der Entwicklung in Euroland aber ist, dass heute Tausende leiden müssen, viele Sterben müssen, wegen der kolossalen Idiotie und Machtanmassung einer kleinen, rücksichtslosen Elite.

            Wir sollten den Eurokraten vielleicht auch mal klar machen, dass ihnen am Tag der Abrechnung ihre Immunitätsgesetze nicht helfen werden. In Nürnberg wurden auch Leute hingerichtet, die sich an die eigenen (Nazi-) Gesetze gehalten hatten…

          • Anh Toan sagt:

            @Thomas ernst:

            05.04 13:17: “Ohne den EUR hätte sich in Spanien niemals diese exorbitante Immobilienblase entwickelt. ”

            06.04 17.04: “Ich sehe den Euro nicht, wie Sie mir unterstellen, als conditio sine qua non der Spanischen ImmoBlase “

  17. bruder sagt:

    Deutschland hat dies nur geschafft, indem sie ein Billiglohnland wurden. Hierbei sollte man vergleiche ziehen zur Schweiz, demnach haben wir sogar die tiefere Arbeitslosenquote als die Deutschen, obschon wir viel mehr verdienen. Armes Deutschland, mit solchen Statistiken wird dem Volk doch nur das Hirn zugemüllt, schliesslich gab es noch nie so viele Workingpoor in Deutschland wie heute. CDU FDP SPD Grüne allen darf man danke sagen… Wäre spannend wenn hier noch aufgezeigt würde, wieviele der Arbeitnehmer in Deutschland noch auf zusätzliche Hilfe angewiesen sind und wieviel Prozent davon nur Teilzeit arbeitet. War ja lächerlich als Merkel verkündet hat sie habe 1mio neue Teilzeitjobs geschaffen, leider kam der Uni(n)formierte dabei nicht auf den Geschmack der Schmach, dass gleichzeitig 1mio Festanstellungen abgeschafft wurden. Europa ist das Projekt des Geldadels, keineswegs das Projekt der deutschen, französischen, italienischen, etc. Arbeiter.

    • will williamson sagt:

      zu den Zahlen siehe meinen Kommentar von heute 11:25.

    • ast sagt:

      Der Herr Steinbrück sollte nun die Kavallerie auch gegen u.a. die Deutsche Bank ausreiten lassen, denn zur Installation als Billiglohnland wurden von der Elite eine Reihe von Mechanismen geschaffen die es den Exporteuren erlaubten die Geldströme in Offshore Paradiese umzulenken. Dadurch wurden dem Staat nicht nur Steuern entzogen, das sorgte auch dafür dass der Deutsche Binnenmarkt für 90% der Bevölkerung beim Reallohn stagnierte, und seit 10 Jahren sogar rückläufig ist. Was bisher nur in Verschwörer-Seiten gemunkelt wurde, das wird inzwischen im Stundentakt bekannt. Nicht überrascht war ich über die Bekanntgabe des Offshore Imperium der Rotschild und dass sich dieser Raub des Jahrtausends im Dunstfeld der Bilderberger Netzwerke wie der Arm eines Kraken über die Welt erstreckt (zu dem übrigens auch Steinbrück gehört und Thyssen). Mich würde weiterhin nicht überraschen wenn da auch Ex Kanzler Gerhard Schröder darin irgendwann auftauchen wird.

      • Thomas ernst sagt:

        @ ast

        Schröder war bei den Bilderbergern eingeladen, als er Kanzler war. Im Gegensatz zu Henry Kissinger und Jo Ackermann gehört er aber nicht zum inner circle und fiel wieder raus mit der Abwahl. Das wird auch Mutti blühen, ebenso Tritt Ihn und Peer Steinbrück, der alte eingebildete Trampel. Sie werden nur dazugeladen, solange sie Macht, oder Aussichten darauf haben…

  18. Anh Toan sagt:

    Wäre in der Graphik noch die UK Arbeitslosenrate eingezeichnet, liesse sich erkennen, dass es sich nicht (primär) um ein Euro Problem handelt.

    Aber wenn man Europa betrachtet, als gäbe es keine asiatische Werkbank, welche insbesondere den Süden Europas konkurrenziert (früher stand auf billigen Spielwaren “made in italy” und billigen Klamotten “made in Portugal”), und sonst nichts ausserhalb Europas, ja dann ist klar, Deutschlands Überschüsse sind die Defizite des Südens.

    • Rene Wetter sagt:

      Ja das haben die Meisten immer noch nicht begriffen und preisen immer noch: Abwerten muss man und alles wird gut. Die ständige Abwerterei führte dazu dass die Unternehmen in den südeuropäischen Ländern faul und träge blieben und die Produktion nicht auf hochwertige Produkte umstellten sondern einfach darauf warteten bis die Nationalbank abwertete.
      Nur in der Zwischenzeit ist eine Konkurrenz entstanden, die so billig produziert das alles Abwerten nichts mehr bringt, die sind immer noch billiger. Deutschland dient nur als Sündenbock, die meisten Produkte konkurrenzieren nie diejenigen von GR,PT,SP…
      Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit
      Auch die Idee von einer Industrie- voll auf eine Dienstleistungsgesellschaft umzustellen erwies sich als völlig falsch, wie man eindrücklich am UK sehen kann. Trotzdem wird das von vielen Leuten verleugnet.
      Gut ist dass man bei den Blogs schreiben muss und nicht nur faul den Daumen drücken kann.

      • Anh Toan sagt:

        Ich nerv mich über die Beiträge zur Eurokrise, die so tun, als hätte sich die Welt in den letzten 15 Jahren nicht wesentlich verändert: Als wären in Asien nicht rund 200 Mio neue Jobs entstanden, kein Wunder, gingen in Europa 20 Mio Jobs verloren.

        Und wenn man sich dann fragt, wie weit Portugal oder Italien hätten abwerten müssen, um mit China oder gar Vietnam in der Textil- oder Schuhproduktion konkurrenzfähig zu bleiben, wird die Absurdität des “Abwerten und alles wird gut” offensichtlich.

        • Martin Holzherr sagt:

          Neue Biillig-Jobs in Asien müssen nciht zwangsläufig zu Arbeitslosgkeit in der übrigen Welt führen. Die Lösung heisst vielmehr: Mehr höher qualfizierte Jobs schaffen. Diese haben sich aber in Spanien, Italien und Portugal nicht entwickelt. In Deutschland gibt es aber ganze Sektoren, die Güter nach China und ins übrige Asien exportieren. Das sind allerdings höherwertige Güter wie Maschinen und Premium-Automoble.

          • Anh Toan sagt:

            @Martin Holzherr: “Neue Biillig-Jobs in Asien müssen nciht zwangsläufig zu Arbeitslosgkeit in der übrigen Welt führen.”

            Weltweit wurden in den letzten fünfzehn Jahren Unmengen von Jobs in Schwellenländern geschaffen, dass davon nichts zu Lasten der entwickelten Volkswirtschaften geht, erscheint mir unglaubwürdig, insbesondere wenn diese zu einem wesentlichen Teil in Export orientierten Industrien geschaffen wurden.

          • Martin Holzherr sagt:

            @Anh Toan:
            Das Wachstum in den Schwellenländern bedeutet auch die Schaffung von neuen Wirtschaftsexistenzen, den Menschen nämlich die dort plötzlich ein Auskommen finden und die vorher gar nicht auf der ökonomischen Landkarte erschienen. Menschen, die nichts verdienen, können sie aber auch nichts verkaufen.
            Höher qualifzierte Güter benötigen in China Firmen, die auf Werkzeugmaschinen und andere Investitionsgüter angewiesen sind. Aber auch die neu geschaffene Schicht der reicheren Chinesen kann sich westliche Güter leisten.
            Zwar gibt es nur wenig reichere Chinesen doch bei einem Land mit 1.4 Milliarden Menschen sind es absolut gesehen doch nicht wenige. Genügend immerhin um bald schon mehr als die Hälfte der in der Schweiz hergestellten Uhren zu kaufen und genug um BMW und Volkswagen voll auszlasten.

      • Linus Huber sagt:

        Lass uns einmal betrachten, welche Laender ihre Waehrung am wenigsten entwerteten ueber die letzten 50 Jahre.

        Ich habe keine umfaenglichen Daten dazu, jedoch ist die Schweiz mit einer verhaeltnismaessig werterhaltenden Geldpolitik in Bezug auf wirtschaftlichen Erfolg gut gefahren. Dieses kleine Beispiel widerlegt die Idee, dass man durch Abwertungen mittel- bis langfristig wirtschaftlichen Erfolg erzeugen kann, sondern das bare Gegenteil der Fall sein mag.

        • Thomas ernst sagt:

          @ Linus

          Grundsätzlich werden natürlich durch eine Abwertung die relativen Lohnstückkosten eines Landes gesenkt. Dasselbe hat DE ohne Abwertung durch Lohnsenkungen, 1Euro-Jobs und die permanente Bedrohung aller Angestellten durch Hartz4 erreicht.

          Im Gegensatz zur brachialen Lohnsenkung hat die Abwertung aber Seiteneffekte, da sie nicht nur auf die Löhne, sondern auch auf die Rohstoffpreise wirkt. Damit werden die 2. und 3.Runden-Effekte komplexer, und wahrscheinlich haben Sie recht, dass die mittel-und langfristigen Effekte eher nachteilig sind.

          Der unwiderstehliche Vorteil der Abwertung ist, dass sie alle politischen Gruppierungen gleichermassen trifft, unauffällig wirkt und daher für die Regierung wenig negative Stimmung produziert. Es sind ja die Importe, die sich verteuern, und daran sind ja die Ausländer schuld…

          • Linus Huber sagt:

            Ich verstehe die erkennbaren und messbaren Effekte selbstverstaendlich. Ich glaube jedoch, dass Manipulation in sich das Problem darstellt und bezweifle, dass es grundsaetzlich und langfristig betrachtet positiv fuer die Gesellschaft ausartet. Mir widerstreben kurzfristige Betrachtungsweisen, welche auf quantitativen (messbaren) Aspekte beruhen und qualitative sowie langfristige Ueberlegungen nicht erfassen koennen.

  19. markus gerat sagt:

    deutschland wird seinen kurs in europa weiter verfolgen. und die eu uns früher oder später um die ohren fliegen. und die deutschen werden merkel weiter “lieben” (auch wenn keiner konkret sagen kann, warum)

  20. Künzli sagt:

    Die Arbeitslosenquote muss mit vorsicht genossen werden, da Harz4 – Empfänger nicht in der Statistik miteinbezogen werden.
    Diese miteinkalkuliert ergäbe sicherlich ein anderes Bild.

  21. ast sagt:

    Die Erwähnung von Deutschland Herr Dittli, diese 5% statistischer Arbeitslosigkeit, haben einen Haken. Wie kam es denn dazu dass Deutschland in der EU trotz angeblich sicherer Arbeitsplätze, etwa für die Spitalpflege, nicht einmal mehr Polen, Rumänen, Slowenen etc. zu rekrutieren vermag und daher neuerdings in China und auf den Philippinen zu rekrutieren begonnen hat?

    Diese Statistik ist eine Täuschung, denn das was etwa in Spanien darüber hinaus gemessen wird ist in Deutschland auch vorhanden. Nur gibt es in Deutschland einige Millionen die Arbeiten ohne damit alleine ihre laufenden Ausgaben decken zu können.
    Daher kommt es auch das Europäer trotz Arbeitslosigkeit nicht daran denken in Deutschlands Spitälern um Arbeit anzustehen, oder das Deutsche deshalb nach Österreich auswandern und in die Schweiz. Aus diesem Grund haben Spitäler in Süddeutschland Personalnotstand und es ist wohl bereits vorprogrammiert dass die Einwanderung von Chinesen die bereits jetzt latente Gefahr des Rechtsextremismus in Deutschland weiter aufheizt.

    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/mangel-an-fachpersonal-chinesische-pflegekraefte-fuer-deutschland-12134648.html

    • Martin Holzherr sagt:

      Es geht in diesem Artikel aber primär um den Vergleich von Arbeitslosigkeit in den Nordstaaten zur Arbeitslosigkeit in den Krisenstaaten. Wenn die Zahlen in Deutschland auch täuschen mögen – und die Situation weniger rosig ist als sie scheint – so kann das gleiche auch in den Krisenstaaten der Fall sein. Mit andern Worten: Möglicherweise ist es in Spanien, Italien und Griechenland ebenfalls schlimmer als die Statistiken das zeigen.

      • ast sagt:

        Möglicherweise in Griechenland, kaum aber in Frankreich. Würden in Frankreich ebenfalls wie in Deutschland Arbeit für 7 Euro die Stunde angenommen, so wären voraussichtlich auch einige Millionen mehr in Arbeit. Der gesetzliche Mindestlohn “SMIC”, beträgt derzeit 9,40 Euro brutto die Stunde.
        Ich bin froh dass die Franzosen sich dagegen sträuben als reine Sklaven zu arbeiten. In Deutschland läuft es leider wie bereits im letzten Jahrhundert anders, entweder Lohn-Sklaverei oder dann ab unter die Brücke.

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