Logo

Denn sie wussten, was sie tun

Markus Diem Meier am Mittwoch den 19. Dezember 2012
Jacques Delors und Karl Otto Pöhl. (Fotos: Keystone)

Die Planer des Euros wussten bereits 1989, was es für ein Funktionieren der Eurozone braucht: Der damalige Kommissionspräsident Jacques Delors und der ehemalige Bundesbank-Chef Karl Otto Pöhl. (Fotos: Keystone)

Heute wissen wir es, die Eurozone mit ihren aktuellen Institutionen kann nicht funktionieren. Doch das wussten auch schon ihre Planer vor 23 Jahren ganz genau.

Der Delors-Bericht einer Kommission von Notenbankern unter der Leitung des damaligen Kommissionspräsidenten Jacques Delors aus dem Jahr 1989 hat 40 Seiten umfasst, der Begleitbericht mit verschiedenen Begleitpapieren noch einmal 176 Seiten. Der Bericht sollte gemäss dem Auftrag der Europapolitiker die Möglichkeiten der Währungsunion ausleuchten. Ein Blick in den Bericht offenbart: Europas Politiker sind sozusagen sehenden Auges in die Krise marschiert. Schon damals war man sich der Probleme bestens bewusst, die die Währungsunion zur Folge haben wird.

Die äusserst spannende Geschichte des Berichts und seiner unmittelbaren Folgen hat meine Kollegin Tina Haldner in diesem Artikel zusammengetragen, dort finden sich auch einige der unten wiedergegebenen Zitate übersetzt wieder. Hier dagegen soll ein Tour d’horizon durch den Originaltext folgen.

Damit gleich zum ersten Zitat aus dem Bericht, der das Kernproblem anspricht:

If sufficient consideration were not given to regional imbalances, the economic union would be faced with grave economic and political risks.

Berücksichtigt man bei der Einführung der Währungsunion die regionalen Ungleichgewichte zu wenig, setzt man sich enormen ökonomischen und politischen Risiken aus.

This is especially important because the adoption of permanently fixed exchange rates would eliminate an important indicator of policy inconsistencies among Community countries and remove the exchange rate as an instrument of adjustment from the member countries’ set of economic tools.

Strukturunterschiede und ungleiche konjunkturelle Entwicklungen schlagen sich gewöhnlich im Wechselkurs eines Landes nieder. Das ist bei einer Währungsunion mit unendlich fixierten Währungen – bzw. einer Einheitswährung – nicht mehr möglich. Gleichzeitig entfällt der entscheidende Preismechanismus, der zu einem Ausgleich führen kann: die Anpassung des Wechselkurses. Die Währung von Ländern mit Strukturproblemen oder einer Konjunkturkrise wird billiger und damit ihre Produkte auf den Weltmärkten, das Umgekehrte gilt für strukturstarke Länder bzw. solche in Hochkonjunktur.

A particular role would have to be assigned to common policies aimed at developing a more balanced economic structure throughout the Community. This would help to prevent the emergence or aggravation of regional and sectoral imbalances which could threaten the viability of an economic and monetary union.

Wenn es nicht gelingt, in der Eurozone strukturelle Anpassungen zu erzielen, um ein besser ausgewogenes Gesamtsystem zu erreichen, werden sich die Unterschiede verstärken und am Ende die ganze Währungsunion gefährden.

Doch was haben die Europlaner damals als Ausweg gesehen?

Wage flexibility and labour mobility are necessary to eliminate differences in competitiveness in different regions and countries of the Community. Otherwise there could be relatively large declines in output and employment in areas with lower productivity. In order to reduce adjustment burdens temporarily, it might be necessary in certain circumstances to provide financing flows through official channels. Such financial support would be additional to what might come from spontaneous capital flows or external borrowing and should be granted on terms and conditions that would prompt the recipient to intensify its adjustment efforts.

Einerseits eine hohe Mobilität der Beschäftigten – aber auch fiskalische Ausgleichszahlungen bzw. Transferzahlungen mit der Bedingung, weitere Anpassungen vorzunehmen. Anders gesagt: Die Währungsunion müsste zu einem «optimalen Währungsraum» werden (hier am Beispiel der Schweiz, was damit gemeint ist). Und noch mehr dazu:

Moreover, the fact that the centrally managed Community budget is likely to remain a very small part of total public sector spending and that much of this budget will not be available for cyclical adjustments will mean that the task of setting a Community-wide fiscal policy stance will have to be performed through the coordination of national budgetary policies. Without such coordination it would be impossible for the Community as a whole to establish a fiscal/monetary policy mix appropriate for the preservation of internal balance, or for the Community to play its part in the international adjustment process. Monetary policy alone cannot be expected to perform these functions. Moreover, strong divergences in wage levels and developments, not justified by different trends in productivity, would produce economic tensions and pressures for monetary expansion.

Die Geldpolitik (die ja für alle dieselbe wäre) würde angesichts grosser struktureller Unterschiede und bei unterschiedlichen Konjunkturverläufen wenig bewirken können. Die Mittel für eine die Länder übergreifende Fiskalpolitik fehlen aber ebenfalls, und damit alle potenziellen Möglichkeiten, die in Krisen zu Linderung führen könnten. Die Folge sind dann wirtschaftliche Spannungen und Druck auf die Zentralbank, mit einer expansiven Geldpolitik wenigstens für Linderung zu sorgen.

Rather than leading to a gradual adaptation of borrowing costs, market views about the creditworthiness of official borrowers tend to change abruptly and result in the closure of access to market financing. The constraints imposed by market forces might either be too slow and weak or too sudden and disruptive. Hence countries would have to accept that sharing a common market and a single currency area imposed policy constraints.

Im obigen Absatz hat der Delors-Bericht schon recht klar prognostiziert, dass von den Kapitalmärkten gefährliche Signale für die Eurozone ausgesandt werden können. Etwa wenn übertriebene Hoffnungen auf die Stabilität der Eurozone oder die gegenseitige Unterstützung zum Einbruch der Risikozuschläge und damit zu sehr tiefen Zinsen führen und später – wenn die Stimmung kippt und die Risikoaversion überhandnimmt – ein abrupter Anstieg der Sätze folgt mit dem bekannten «Sudden Stop»-Phänomen.

So wurden dann tatsächlich die Immobilienblasen in Irland und Spanien befeuert, der Zinsunterschied (bei den Langfristsätzen) zwischen Deutschland und Griechenland fiel im Jahr 2003 auf unter 0,2 Prozent, wodurch sich das Land historisch einmalig billig verschulden konnte, was es ausgiebig getan hat. Und dieser Prozess hat sich mit der Weltwirtschaftskrise von 2008 schlagartig ins Gegenteil verkehrt und den «Sudden Stop» ausgelöst. Hier mehr dazu, warum dieser bei fixen Wechselkursen bzw. einer Währungsunion besonders dramatisch verläuft.

Nun hätten die Ergebnisse des Berichts vermuten lassen, dass man es mit der Währungsunion daher besser bleiben lässt. Genau diesen Schluss hat der Vertreter Deutschlands im Delors-Gremium, der damalige Bundesbankchef Karl Otto Pöhl, auch gezogen. Das Zitat unten stammt aus dem Buch «Euro» von David Marsh:

Bei der Formulierung des Berichts dachte ich nicht, dass sich in absehbarer Zeit eine Währungsunion mit einer Europäischen Zentralbank realisieren würde. Ich dachte, vielleicht käme sie irgendwann in den nächsten hundert Jahren. Ich dachte, es wäre sehr unwahrscheinlich, dass die anderen Europäer das Bundesbankmodell einfach übernehmen würden.

Pöhl war klar, die Währungsunion war mit Deutschland nur zu haben, wenn sie praktisch die gestrenge Politik der Deutschen Bundesbank fortschreiben würde. Kurz: Europa musste sein wie Deutschland. Folgendes schrieb er im Begleitreport zum Delors-Bericht:

From the German point of view it is essential to ensure, in the discussions about the future design of a European monetary order, that monetary and credit policy is not geared to stability to a lesser extent in an economically united Europe than is the case at present in the Federal Republic of Germany.

Der damalige französische Präsident Francois Mitterrand hat recht klar gesehen, dass die Währungsunion am Ende tatsächlich von Deutschland dominiert werden wird. Daher seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Projekt, das Zitat stammt ebenfalls von Marsh:

Dass die Notenbank in Ermangelung einer politischen Behörde über souveräne Macht verfügt, halte ich für gefährlich. Das Europäische Währungssystem ist bereits eine deutsche Zone. Über unsere Volkswirtschaften hat die Bundesrepublik keine Verfügungsgewalt. Mit der (Europäischen) Zentralbank hätte sie sie.

Später hat Mitterrand seine Ansicht dazu allerdings geändert. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wollte er dann noch immer lieber eine Währungsunion, bei der Frankreich wenigstens mitreden kann, als die sonst ohnehin noch grössere Währungsdominanz der Deutschen ohne französisches Mitspracherecht.

Bundesbankchef Pöhl hielt trotzdem nichts vom Projekt, wie er im Delors-Beibericht begründet:

The economic prerequisites for a monetary union that is characterized by immutably fixed exchange rates between the participating countries will probably not exist for the foreseeable future. Even among the members who form the nucleus of the exchange rate system, tensions must repeatedly be expected for the foreseeable future owing to differing economic policy preference and constraints as well as the resultant divergences in their economic development, which will make realignments in the central rates of their currencies necessary. Even within a common single market these problems will not simply disappear, especially seeing that this market will trigger additional structural adjustment constraints, the extent of which cannot as yet be fully assessed. For this reason, too, it will not be possible to do fully without occasional realignments in central rates for the foreseeable future. This indicates the necessity for further progress in the direction of greater convergence in a large number of macroeconomic as well as structural fields.

Unveränderlich fixierte Wechselkurse – eine Währungsunion – wären in den Ländern Europas schlicht nicht funktionstüchtig. Selbst die Kernländer seien immer wieder auf Anpassungen ihrer Währungsverhältnisse angewiesen. Dies gelte für einen deregulierten grenzüberschreitenden europäischen Markt erst recht, denn im europäischen Wettbewerb sind strukturelle Schwächen (ohne Preisanpassungsmöglichkeiten über die Währung) für die Betroffenen besonders schmerzhaft. Pöhl weiter:

Apart from this, it should be made clear that monetary integration cannot move ahead of general economic integration, since otherwise the whole process of integration would be burdened with considerable economic and social tensions. Moreover, examples from history demonstrate that new nations did not confer a uniform monetary order on themselves until after the process of unification was concluded. Any durable attempt to fix exchange rates within the Community and finally to replace national currencies by a European currency would be doomed to failure so long as a minimum of policy-shaping and decision-making in the field of economic and fiscal policy does not take place at Community level. Without this prerequisite being met, a common European monetary policy cannot ensure monetary stability on its own. Above all, it cannot paper over the problems in the Community arising from differing economic and fiscal policies.

Eine Währungsunion kann man laut Pöhl nicht einem Integrationsprozess voranstellen, sie war historisch gesehen immer der letzte Schritt einer weit fortgeschrittenen Intergration von Ländern. Wenn die Reihenfolge – wie im Fall der Währungsunion – umkehrt werde, sei sogar die Glaubwürdigkeit der europäischen Vereinigung gefährdet:

Isolated steps in the monetary field would overburden monetary policy in political terms and jeopardize the credibility of the process of unification in the longer run.

Kurz: Die Grundprobleme des Eurokonstrukts, auf die wir hier immer wieder hingewiesen haben – zum Beispiel als wir auf das doppelte Trilemma hingewiesen haben –, waren den Gründervätern von Beginn weg bewusst. Geopolitische  Entwicklungen in Europa haben dann aber die ökonomischen Bedenken dominiert und auch der Wunsch, den Amerikanern mit ihrem mächtigen Dollar etwas entgegenzuhalten.

« Zur Übersicht

146 Kommentare zu “Denn sie wussten, was sie tun”

  1. […] da die zu unflexibel ist. Das sowas passiert, wussten ja sogar schon die Erdenker des Euros: Denn sie wussten, was sie tun | Never Mind the Markets Du kannst doch nicht gleichzeitig kritisieren, dass eine Neustrukturierung des Währungsverbundes […]

  2. Marc Giardino sagt:

    Nur der Titel Ihres Artikels ist problematisch. Er hätte in etwa lauten müssen: Und trotzdem haben Sie es getan …
    Sie waren sich der Probleme bewusst. Nur haben die Politiker noch schlimmer agiert als man gemeinhin annehmen konnte. Allem voran wollen Politiker in einer Demokratie wiedergewählt werden. Dies führt dazu, dass die Finanzen nicht unbedingt ins Lot gebracht werden. Man betreibt lieber eine Politik des Defizits. Die Finanzpolitik und die Professoren haben auch genügend lang Zeit gehabt, auf diese Probleme hinzuweisen. Nur am Ende wissen es alle besser. Eine derzeitige Austeritätspolitik mit Ländern in der Depression (Griechenland, Portugal) kann die Probleme auch nicht lösen. Es müsste fast um jeden Preis eine Wachstumsstrategie angestrebt werden. Herr Stieglitz und andere Herren sollten nicht nur kritisieren, sondern auch Vorschläge unterbreiten, wie man es besser machen könnte. In unterschiedlichen Ländern eine Wirtschaftspolitik durchzubringen, die dem einzelnen Land und seinen spezifischen Entwicklungsmöglichkeiten Rechnung trägt, sollte für Ökonomen und Professoren doch möglich sein, dies auch konkret mit einzelnen Massnahmen vorzuschlagen.

  3. Marc sagt:

    Offenbar wussten die Verantwortlichen Politiker genau, dass eine Waehrungsunion mit festen Wechselkurse nie funktionieren konnte, und trotzdem wurde sie durchgezogen. Politiker werden scheinbar nicht schlauer, denn man könnte auch schreiben:

    Offenbar wissen die Verantwortlichen Politiker genau, dass eine Energiewende, die sich auf unzuverlässige Energieformen wie in der Römerzeit stützt, nie funktionieren kann, und trotzdem wird sie durchgezogen.

    • Thomas ernst sagt:

      Weder der Euro noch die sog. Energiewende waren jemals rationale oder ökonomisch durchdachte Vorhaben, sondern politische Prestigeprojekten mit einem geheimen Ziel: Abschaffung der Demokratie, Auflösung der Nationalstaaten und Etablierung einer Neuen Weltordnung.

      Das ganze Gedöns der Medien und das Gelaber der Politikerinnen, sei es die Stasi-Mekel oder Herman der Schreckliche oder Opa Schulz dient nur zur Ablenkung. Würden die Deutschen wirklich realisieren, was gerade abgeht, wäre vielleicht der Teufel los. Vielleicht auch nicht. Manche sehnen sich wohl schon nach der umfassenden Bevormundung durch DDR 2.0 oder gleich durch NewNazi alias USA.

  4. Ralf Glasz sagt:

    Leben wir in modernen Kriesenzeiten oder modernen Kriegszeiten, denn hier in Spanien verhungern viele Menschen? Vielleicht sollten die Politiker der EU sich da einmal darueber einigen, denn diese Limbosituation zerquetscht EU Menschenrechte und das Warten und Abwarten macht dies alles noch schmerzhafter. Wieviele muessen noch weiter aus dem Fenster springen, damit es einmal allen klar wird, dass in der UE nicht nur Politiker sondern auch Menschen leben?

    • Alex Ramseyer sagt:

      Das Primat der Politik wurde durch das Primat der Ökonomie im Laufe der Geschichte wiederholt untergraben. Die Menschheit hat nun mal leider keine göttliche Kraft. Sie kann sich langfristig nur im Rahmen der ökonomischen Gesetzmässigkeiten bewegen. Hinzu kommt aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahl als Hauptursache aller globalen Nachhaltigkeitsprobleme zukünftig die Unmöglichkeit so etwas wie ein Ökologische Primat zu leugnen. Ökonomie und Ökologie schliessen sich aber nicht zwangsläuft aus. Was es braucht sind globale Standards damit sich die Welt nicht auf Kosten der Umwelt und der Menschlichkeit wirtschaftlich bekämpft. Der Rest wäre dann Wettbewerb. Wo bleibt die Politik mit Visionen und Chancen für eine Zukunft auf diesem Planeten? Weshalb sehen wir in Zeiten wo wir Visionen dringender denn je bräuchten nur Provinzialismus, Partikularinteressen, Angst und Nährer der Angst?

  5. Linus Huber sagt:

    Ich moechte hier nicht spezifisch auf diesen Artikel eingehen, obwohl er natuerlich sehr aufschlussreich ueber gewisse Aspekte der Entstehungsgeschichte der heutigen Problematik berichtet.

    Was mir jedoch viel staerker am Herzen liegt und was wohl immer eine wichtigere Rolle spielen duerfte sind Begriffe wie Freiheit und Selbstverantwortung.

    Wir sollten es vermeiden, dem Glauben zu unterliegen, dass staatliche Institutionen unser Wohl im Sinne haben, sondern es handelt sich um Verwaltungsapparate, welche versuchen, ihren Wirkungsbereich dauernd auszuweiten. Es handelt sich um rein menschliche Aspekte, indem man seine Existenzberechtigung rechtfertigen will und durch Aneignung zusaetzlicher Verantwortlichkeiten die eigene Bedeutung zu steigern versucht. Einzig eine gut funktionierende Demokratie bietet einen gewissen Schutz dagegen.

    Freiheit ist nicht kostenlos zu haben, sondern muss mit dem Gut der Selbstverantwortung bezahlt werden. Es faengt schlussendlich bei jedem Einzelnen einer Gesellschaft an und wir sind gut beraten, nicht einfach immer mehr Bereiche dem Staat zur Verwaltung zu uebergeben. Wenn man die Gesetzesflut der vergangen Jahrzehnte betrachtet, muss man sich schon ein wenig fragen, wie nachhaltig solch ein System wirklich ist. Jedes Gesetz regelt natuerlich auch gewisse Aspekte des persoenlichen Lebens und schraenkt schrittweise unsere Freiheiten ein. Wie oft wurden Gesetze abgeschafft? Extrem selten, woraus sich ein immer staerkerer Bedarf an Verwaltungsfunktionen ergibt.

    Ich will hier postulieren dass wir uns auch in diesem Bereich eine nicht nachhaltige Situation kreieren, welche wir bei jeder Stimmabgabe beruecksichtigen moegen. Weniger ist oft mehr. Ich wuerde sogar so weit gehen und vorschlagen , dass fuer jedes neue Gesetz ein anderes abzuschaffen waere. Wir muessen uns nicht Ueberregulierung und unser Wohl in die Haende von Politikern legen, sondern nach Selbstverantwortung streben. Ansonsten verdienen wir die Versklavung durch die Elite.

    • ast sagt:

      Herr Huber, um selbstverantwortlich handeln zu können fehlt es den Politikern an emotionaler Intelligenz und den Bürgern an Überblick. Zitat von Kanzlerin Merkel: “Wir alle müssen aufhören, jedes Jahr mehr auszugeben als wir einnehmen.“ Eine ziemlich dumme Bemerkung, zumal die Vermögenspyramde besagt dass 10% viel mehr einnehmen als sie ausgeben (können) und umgekehrt viele ihrer deutschen Bürger nicht mehr einnehmen als sie zum Leben benötigen. Und dann noch diese ja fast wahnsinnige Bemerkung: „Wir wurden Zeugen, wie in der DDR das ganze sozialistische System nicht mehr wettbewerbsfähig wurde. Dadurch wurde den Leuten der Wohlstand verweigert, was am Ende zu grosser Instabilität geführt hat.“

      Die Verwendung des Wortes Wettbewerb ist im Zusammenhang mit der DDR völlig verfehlt, da sich dieses ideologische System in die politische Isolation begeben hatte und Korruption allgegenwärtig war, das Land deshalb scheiterte. Weiter behauptet Merkel: “„Wenn Europa heute 7 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, etwa 25 Prozent des globalen Bruttosozialprodukt erwirtschaftete und damit 50 Prozent der weltweiten Sozialkosten finanzieren muss…”
      Die Deutsche glaubt also tatsächlich dass Europa so viel für das Soziale arbeitet wie der Rest der Menschheit, ein fast schon aberwitziger Aberglaube. Mich wundert es überhaupt nicht wenn der Westen seine auf den absteigenden sozialen Ast ist, denn es ist ja leider genau das was Merkel und andere Politiker und Bürger als Selbstverantwortung ansehen, und unterschieden sich damit kaum noch von der entstehenden braunen Ideologie des letzten Jahrhunderts.

      • Linus Huber sagt:

        @ ast

        Wenn ich von Selbstverantwortung spreche, gibt es natuerlich verschiedene Ebenen, welche ich hier anspreche und nicht einzig die Selbstverantwortung des Individuums. Fuer mich liegt der wichtigste Aspekt in Selbstverantwortung in der Aufgabe der manipulativen Geldpolitik, welche in seinem Effekt, Wohlstand von Unten nach Oben umverteilt. Es ist unverantwortlich, dass wir ueber die letzten 30 Jahre so weit gekommen sind, dass z.B. die Banken (und nicht nur diese) zu einem subventionierten Instrument der Selbstbereicherung der Elite verkommen ist und dies dank der ankerlosen Geldpolitik der Zentralbanken und der korrupten Politik. Bevor wir dauernd Umverteilung durch Steuern verstaerkten, haetten wir diese Tendenz stoppen muessen und der Bevoelkerung eine werterhaltende Waehrung zugestehen muessen. Inflationaere Geldpolitik fuehrte nicht nur zur Umverteilung von Unten nach Oben sondern produzierte ebenfalls die uns bekannten Blasen sowie die jetzige Blase der Regierungsueberschuldung. Ebenfalls handelt es sich um eine verdeckte Steuer, welche saemtliche Mitglieder der Bevoelkerung trifft.

        Heute bewegen wir uns Richtung eines Systems, welches der DDR sehr aehnlich kommt. Schrittweise werden planwirtschaftliche Aspekte immer staerker ausgebaut. Ob wir damit einer erfolgreichen Zukunft entgegen schauen, bezweifle ich sehr.

        Wir haben immer weniger Wettbewerb, indem durch die Gesetzes- und Regulierungsflut die bestehenden Grossfirmen sich zunehmend monopolistische Zuege zulegen koennen und auf die Unterstuetzung der Politiker zaehlen koennen. Dies ist das Gegenteil von wirklichem Wettbewerb sondern zementiert eine bestehende Machtstruktur zulasten von wirklichem Wettbewerb. Je hoeher die Regulierungsdichte, desto staerker bevorzugt dies die Grossen und damit die bestehende Elite.

        Es ist allerdings wirklich nicht einfach, diese Zusammenhaenge der Bevoelkerung verstaendlich zu machen um zu vermeiden, dass sie auf billige Slogans hereinfaellt (Medienkontrolle!).

      • will williamson sagt:

        Die DDR war nicht “nicht mehr wettbewerbsfähig”. Sie war gar nie wettbewerbsfähig. Zum grossen Teil, weil die Russen alles Mögliche konfiszieren und sie nicht wie Westdeutschland mit einem Marschallplan untersützt wurde. Was den Anteil der Sozialleistungen angeht, ist anzumerken, dass viele Länder in Asien, Südamerika und anderswo nichts haben, was diesen Namen verdient. Da der Durchschnitt von null und hundert Prozent fünfzig Prohent ergibt, ist es gut möglich, dass Europa mit den 25% des Sozialprodukts diese 50% finanziert. Es ist zu hoffen, dass wir die Länder mit Null Prozent nicht zu unseren Vorbildern machen.

        • ast sagt:

          Herr williamson, so etwa sehe ich das auch. Wenn man zudem noch hört dass jedes Jahr 6 Billionen! Euro aus Entwicklungsländern in den Westen “flüchten”, dann wird auch klar warum das BIP im Westen (noch immer) recht hoch ist gegenüber diesen Ländern.Die Vorstellung von Frau Merkel, dass Europa 50% der Sozialleistungen alleine erarbeitet, ist ob der Ausbeutung in jenen Ländern und der Unterstützung der korrupten Oligarchen durch den Westen, blanker Zynismus. Gerechtigkeisgefühle sind des deutschen Kanzlers nicht, weder Merkel noch ihrem Voränger Schöder -und schn gar nicht dem hinterhältigen Steinbrück -ein Mann der gerade so gut ein Schild auf der Stirn mit der Aufschrift “Deutsche Bank” und “Krupp Stahl” -Lobby tragen könnte. Gerade Frau Merkel sollte eigentlich wissen mit welchen Mitteln die reichen Eliten die Erdbevölkerung abzocken -sie ist kaum besser als Erich Honegger, nur etwas anders vergiftet.

          • will williamson sagt:

            Salopp formuliert könnte man sagen, sie sei beim Erich in die Schule gegangen. Googeln Sie mal mit dem Suchbegriff “IM Erika”. Da finden Sie denn verschiedene an sich interessante Artikel (z.B bei chronik-berlin.de) u.a.

  6. Helga Hanson sagt:

    “Der damalige französische Präsident Francois Mitterrand hat recht klar gesehen, dass die Währungsunion am Ende tatsächlich von Deutschland dominiert werden wird. Daher seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Projekt, das Zitat stammt ebenfalls von Marsh”
    Ja, so kann man etwas verdrehen, um es den Umständen anzupassen. Was nun wirklich geschah:
    Staatspräsident François Mitterand hat die deutsche Wiedervereinigung mit der Schaffung des Euro verknüpft, um sicherzustellen, dass Deutschland mit dem Verlust der Deutschmark ökonomisch in Grenzen gehalten werden kann. Auch die Staatschefs Michail Gorbatschow und vor allem Frau Thatcher sahen die Wiedervereinigung der BRD und der DDR in einem großen Staat als eine große Gefahr an und den Euro als ein Mittel, diesen ökonomischen Superstaat zu bändigen. Und so geschah es dann, auch wenn das Ergebnis genau das Gegenteil zur Folge hatte. Und übrigens war Herr Delors zwar Kommissionspräsident, aber, wie ja auch Herr Pöhl, war er nicht die letzte Instanz in Sachen Euro sondern die Staatschefs Mitterand und Frau Thatcher, und so wurde der erste Stein am 1.7.1990 mit dem freien Kapitalverkehr gelegt.
    Es ist immer einfacher, im Nachhinein gescheit zu sein. Und im Übrigen übersetze ich persönlich den englischen Begriff “…common policies aimed at developing a more balanced economic structure throughout the Community” als “mehr EU und nicht weniger”, genau so wie es jetzt hinter den Kulissen umgesetzt werden soll. Ob das gut oder schlecht wäre, darüber streiten sich die Experten.

    • Ted Kartheiser sagt:

      Voll einverstanden. Danke der Richtigstellung.
      Zusätzlich: Die Deutsche Bundesbank gibt, mit der DEM auch ihre Hegemonie in der europaweiten Geldpolitik auf.
      Heute scheint die Vormachtstellung Deutschlands mit dessen Rolle in der Weichenstellung zur “Euro-Rettung” wieder hergestellt… und das “Mädchen aus der Uckermarck” ist sehr schlecht beraten.
      Wenig bekannt aber umso effektiver: Jacques Delors “Schatten-Kommission”, welche das Fundament der Euro-Einführung baute und somit für viele führende Politiker ein wesentlicher Anhaltspunkt zur eigenen Meinungsbildung war, fernab der, mit Emotionen geladenen Argumente zur Aufgabe der DEM, Symbol der wiedergewonnen (Wirtschafts-) Stärke in der deutschen Bevölkerung. Erstaunlich: Delors hat sich nie zu Wahlen gestellt, hatte aber immer führende Rollen in der französischen Regierung – zuerst Finanz- dann Premier Minister sowie, mit Rocard, als führender Vordenker der SP in Sachen Wirtschaft und Finanzen.
      Heute stelle ich mir die Frage, welche Vordenker es in Deutschland damals gab oder heute noch gibt, angesichts der Hetzkompagne gegen den Euro der bekannten Professoren. Dies verstand auch Delors zu seiner Zeit, eine Teilerklärung für das Wirken “seiner” Kommission ” im Schatten” und wie sie richtig schreiben, überliess er den PolitikerInnen die Entscheidungen.

  7. Ramon sagt:

    So ehrenhaft die Arbeit von Frau Haldner auch ist. Die EU-Fans werden diese Facts nie anerkennen, dass lässt ihr Fanatismus schlicht nicht zu. Anderseits haben die Realisten schon immer gewusst, dass der Euro noch nie etwas anderes war als ein Produkt der Eitelkeit von Politikern und Beamten. Obwohl sie wussten, dass das Denkmal einstürzen würde, haben sie es erbaut und angebetet wie einen Gott. Heute sind die meisten von Ihnen pensioniert und von der Justiz unbehellligt. Den Schaden den sie angerichtet haben werden die Menschen in Europa noch während Jahrzehnten abstottern müssen.

    • Linus Huber sagt:

      Die sind nicht nur deswegen von der Justiz unbehelligt, sondern weil sich die politische Elite durch entsprechende Gesetze unantastbar gemacht haben.

      Es fragt sich, ob wir solchen Leuten wirklich einen Freischein gewaehren wollen. Waere sicher eine interessante Initiative.

      • Anh Toan sagt:

        @Linus Huber: Strafrechtliche Immunität für Politiker schützt primär die Oppositionspolitiker vor willkürlicher Verhaftung durch die aktuelle Regierung. Unabhängig von der Regierung sind allenfalls die Strafgerichte, jedoch nie die Staatsanwälte, und die Verfahrenseinleitung reicht schon, um einen Oppositionspolitiker zum Schweigen zu bringen. Die Abschaffung strafrechtlicher Immunität für Plotiker ist ein Schritt Richtung Diktatur.

        • Linus Huber sagt:

          Ich spreche die Verantwortung von Entscheidungstraegern an. Wer genau soll denn verantwortlich gemacht werden, wenn nicht jene, welche entscheiden? Wann haben wir letztes mal einen Entscheidungstraeger (ob in Politik oder Wirtschaft) wirklich persoenlich zur Verantwortung gezogen?

          Ich bewundere Ihre Autoritaetsglaeubigkeit.

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber: Verantwortung im strafrechtlichem oder zivilrechtlichem (Schadenersatz) Sinn? Verantwortung wofür (Amtshandlungen oder Alles, Vorsatz und Fahrlässigkeit, grobe oder auch leichte), Ermessensentscheide auch? Also z.B. Kohl für den Euro? Hildebrand und Jordan für die Euroanbindung? Chamberlain wegen Appeasement für den zweiten WK? Nach welchen Kriterien denn (keine Strafe ohne Gesetz)? Sieht man bei Ermessensentscheiden die Kriterien der Richter als richtiger an, wieso hat man dann nicht die Richter gleich als Politiker gewählt?

            Ich glaube nicht an Autoritäten, nur daran, dass alles mindestens zwei Seiten hat.

          • Linus Huber sagt:

            Wo ein Wille ist ein Weg. Andernfalls finden wir Anh Toan.

  8. Lexi Pim sagt:

    Lediglich vier Kantone zahlen den anderen 22 in CH also die Rechnungen. Wann treten die 4 endlich aus der Schweiz aus und bilden ihren eigenen Währungsraum?

    Euroland ist gerade dabei, genau die Struktur aufzubauen, die es für einen einheitlichen Währungsraum nun mal braucht. Dazu gehören offensichtlich auch Transferzahlungen und gemeinsame Anleihen. So, wie das in jedem einzelnen Land bereits der Fall ist. Das Gerede über eine Euro-Krise ist deshalb Unsinn.
    Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder schafft Euroland die Institutionen und Mechanismen, die auch auf nationaler Ebene bereits existieren, um Unterschiede auszugleichen. Oder wir führen in jedem Landkreis eine eigene Währung ein. Dann kann Berlin regelmäßig abwerten und so seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten, statt ständig aus dem Länderfinanzausgleich zu schmarotzen. Kein Cent für Griechenland, kein Cent für Berlin! Wer das nicht will, wird die Transferzahlungen und die Euro-Bonds akzeptieren müssen. Nur dieses dämliche Geschwätz über die angeblichen Schwächen des Euro sind dummes Zeug.
    Katalonien will aus Spanien austreten, aber nicht aus der EU und aus Euroland. Weshalb nicht? Weil EU und Euroland genau die Lebensversicherung ist, die dem Kontinent auf den Weltmärkten das Überleben sichert. So einfach ist das. Der Euro ist die Lösung, nicht das Problem.

    • Martin Holzherr sagt:

      Die EU mit der Schweiz zu vergleichen ist falsch: Es gibt kein EU-Bewusstsein und die EU-Parlamentarier und EU-Kommissare sind den meisten EU-Bürgern gar nicht bekannt. Es ist sogar fragwürdig von EU-Bürgern im gleichen Sinn wie von US-Bürgern zu sprechen. In Wirklichkeit gibt es immer noch Franzosen und Deutsche und Frankreich und Deutschland sind wie die meisten anderen europäischen Länder kaum zum Souveränitätsverzicht zu gunsten der EU bereit. Die Geschichte Europas hat viele selbstbewusste Nationen geschaffen aber keine Europäer. Das wird noch lange so bleiben.

      • Anh Toan sagt:

        @Martin Holzherr: Also die Griechen haben doch zweifellos ein Griechen-Bewusstsein und ihre Politiker sind Ihnen bekannt, Griechenland ist räumlich überschaubar, kulturell einheitlich: Trotzdem geht Ihnen der griechische Staat am A… vorbei, und sie wählen die Politiker, welche Ihnen am meisten Versprechungen zu Lasten das griechischen Staates machen.

        …und jetzt weiss ich nicht mehr, wozu so ein “Nationalbewusstsein”, welches den Europäern bezüglich Europa abgesprochen wird, überhaupt gut sein soll.

        • Martin Holzherr sagt:

          @Ahn Toan:Gerade Griechenland zeigt, dass es kein EU-Bewusstsein gibt. Für die meisten Griechen wird Europa durch Deutschland repräsentiert und Merkel ist an allem Schuld. Solange Europa nicht als eigenständige Einheit wahrgenommen wird, sondern als dominiert von einem Staat ( Deutschland ) wird es nicht funktionieren.
          Im Rahmen dieser Serie NMT gab es eine ganze Serie von Beiträgen, die immer Aktionen von Deutschland forderten mit Titeln wie “In Deutschalnd wird das wesen der Eurokirse nicht verstanden”. Man stelle sich einen entsprechenden Titel für die USA vor: “Kalifornien versteht die Problem der USA nciht” beispielsweise mit einem einleitenden Bild von Arnold Schwarzenegger und der Aufforderung Schwarzenegger müsse die USA retten. Alle würden darüber lachen. Über die Aufforderung, Merkel soll die Eurozone retten lacht dagegen niemand, was eben zeigt, dass es (noch?) keine übernationale Eurozone gibt.

    • Linus Huber sagt:

      @ Lexi

      Wir muessen zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Phasen unterscheiden, um die Kooperationswilligkeit verschiedener Akteure beurteilen zu koennen. Leider nimmt der Wille zur Zusammenarbeit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ab, da man sich verstaerkt auf seine naehere Umgebung fokussieren muss. Dies ist ein menschliches Attribut, welches ein notwendiger Teil der Existenzsicherung darstellt.

  9. Ted Kartheiser sagt:

    EU-Binnenmarkt und Euro sind Prozesse mit denen die Regionen Europas zusammenwachsen sollten, politisch und wirtschaftlich. Leider haben die führenden Politiker von heute ihr Erbe der bisherigen Konstrukteure (Werner, Helmut Schmid und Valery Giscard d’Estaing (EWS), Delors (Einführung des Euros), Kohl und Mitterand (politische Einheit) nie angetreten. Das Merkozy Theater von 2011 ist stellvertretend für Politiker, die aus reinem Machtkalkül handeln – nur die eigene Wiederwahl zählt -, d.h. sich selber als immer wieder als Gipfel/Euro-Retter ins Rampenlicht stellen. Dazu stehen ihnen wenig intelligente, dafür umso loyale Wasserträger in vielen Bereichen zu Diensten. Unionspräsident H. van Rompuy wird immer wieder einen “belgischen Kompromiss” hervorzaubern = alle sind einverstanden, keiner weiss mehr so richtig worum es eigentlich ging, aber es ist für jeden eine Siegerkränzchen dabei. Wenn jetzt die EZB die Bankenaufsicht übernimmt, was macht man dann eigentlich mit der 2011 gegründeten Aufsichtsbehörde EBA?
    Juncker hat die Nase gestrichen voll und geht.
    Das Konzept Euro hat Konstruktionsmängel; die Unmöglichkeit einer funktionierenden “one fit all” Geldpolitik ist ein wesentlicher, u. a. bedingt sie die hemmungslose Kreditvergabe in Irland und den “Süd-länder” in den ersten 8 Jahren des Euro. Ein Lehrbuch-Rezept gibt es auch nicht. Die EZB hat nicht einmal Zeit sich mit den Mängel zu befassen, da sie laufend Krisen managt und die Scherben an den Märkten zusammenkehrt, welche die Gipfeltheater hinterlassen. Allein die Geld-Druckmaschinen genügen heute nicht mehr und so ist zu befürchten, dass der Euro und damit das internationale Währungssystem 2013 vor noch grösseren Zerreissproben stehen.
    Das heutige Europa ist auf Krisen aufgebaut und durch sie gross geworden; langt das um zuversichtlich in die Zukunft zu blicken?

    • Linus Huber sagt:

      @ Ted

      “die Unmöglichkeit einer funktionierenden “one fit all” Geldpolitik ist ein wesentlicher, u. a. bedingt sie die hemmungslose Kreditvergabe in Irland und den “Süd-länder” in den ersten 8 Jahren des Euro”

      Oh la la. Ein Verteidiger der EZB.

      Ich will hier jetzt nicht mit einer Abhandlung der Funktion einer Zentralbank auftraben. Allerdings ist dies ja nicht ein rein europaeisches sondern ein weltweites Problem, indem Zentralbanken sich einzig am Konsumentenpreisindex fuer ihre Geldpolitik orientierten, nicht erkennend, dass mit den massiven Produktivitaetssteigerungen eigentlich eine leichte Reduktion der Konsumentenpreise normal gewesen waere. Die Vernachlaessigung der Messung des Kreditmengenwachstums (weit ueber dem Wirtschaftswachstum) ist das Grunduebel, wofuer die Zentralbanken verantwortlich gemacht werden muessen. Die inflationaere und ankerlose Geldpolitik der letzten Jahrzehnte ist massgebend mit Schuld an der heutigen Misere.

  10. Nicolas Pidoula sagt:

    Natürlich wusste die Politik, was sie tut. Ein wichtiger Aspekt wird hier zu wenig beleuchtet. Man nennt dies im Fachjargon die “Heuristik des Schreckens”. Treibe die Bürgerschafe in Panik zusammen, male ihnen das Ende ihrer Schafswelt vor Augen und versprich ihnen Linderung, wenn sie einer neuen Ordnung zustimmen. So hat Politik immer funktioniert. Und so läuft es auch jetzt wieder. Jedesmal, wenn eine Krise befeuert wird, wird der EU-Krake – verbandelt mit dem Bankster-Gesindel – alles daran setzen, um zu ihren Gunsten die Bürgerinnen und Bürger zu entmündigen und sie zur Schlachtbank zu führen. Das ist der eigentliche Skandal an der Geschichte. Und wir hier werden mit belanglosem Quatsch und Klatsch überfüttert, um von den eigentlichen kriminellen Machenschaften dieser Eliten abzulenken. Wenn das auch nicht mehr funktioniert, dann gibts eben einen Krieg, einen Terroanschlag oder sonstwas. Hauptsache, die Polit-Mafia kann weiter ungestört ihre Fäden spinnen. Früher dachte ich nicht so. Heute, nach vier Jahren Finanzkrise ist mir das alles wie Schuppen von den Augen gefallen.

  11. Hans Schlauri sagt:

    Rund 150 Oekonomen aus BRD, A und der CH haben rechtzeitig in einem vehementen Aufruf vor der Einführung des Euro zum damaligen Zeitpunkt gewarnt. Es ist genau so schief herausgekommen, wie sie vorausgesagt hatten. Eine solche Einigkeit unter Oekonomen ist aussergewöhnlich und musste als eigentliche Notbremse verstanden werden. Die Mächtigen haben das ignoriert. Macht macht dumm.

    • Linus Huber sagt:

      Leider stellen sich nur Machthungrige zur Wahl von politischen Aemtern. Macht macht korrupt.

      Vielleicht sollten wir alle bei den naechsten Wahlen ein wenig besser hinschauen.

    • Hans Wüthrich sagt:

      Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft, sondern eine Sozialwissenschaft. Da kann jeder ungestraft seine eigene Meinung vertreten und kommt nie in Versuchung, diese auch zu beweisen. Ökonomie ist eine Wissenschaft, bei der jeder “mitschnorren” kann ohne gross aufzufallen.

      • ast sagt:

        Herr Wütrich, noch besser alls mit Wissenschaft und Schnorren gehts mit Insider Kenntnissen 😉

        Hier dazu die Twitter -Meldung des Tages:
        “Investors who took a chance on Greece‘s debt this year saw 79% returns. German bunds — 3.7%. Of course, it’s the 1st gain since 2009.”
        Und das spekulieren über diese Meldung mache ich auch völlig ohne wissenschaftlich fundierte Grundlagen -wenn ich sage- diese Gewinne werden irgendawann die sozial Schwächsten bezahlen müssen.

  12. Roger Furrer sagt:

    Die EU ist ein Moloch, das Grab von Europa! Wenn ein Alan Greenspann schon vor X Jahren sagte, “der Euro wird kommen aber er wird keinen Bestand haben”, dann hätte man besser hingehört. Jetzt ist es zu spät! Ist die ewige Melkkuh Deutschland einmal leergemolken, fällt alles in sich zusammen. Die Verantwortlichen gehören wegen Hochverrat vor ein Militärgericht!

  13. Felix Gauch sagt:

    Also auf zu mehr Europa – und zwar mit den jeweils übergeordneten politischen Institutionen in Brüssel!

    Ein Auseinanderbrechen des Euroraums hätte zuallerst katastrophale Konsequenzen in Südeuropa, da bei aktuell schwindender Wettbewerbsfähigkeit dort unter Umständen der augenblickliche oekonomische Schock derart gravierend ausfallen würde, dass gesellschaftliche Verwerfungen unausweichlich wären und deshalb signifikante Investitionen sicherlich ausbleiben würden. Ein Zurückbleiben in technologischer Hinsicht – wenn man schon diesen Weg eingeschlagen hat -, begleitet von einem finanziellen Abfall in Bezug auf Schulung, Ausbildung, Forschung und Entwicklung liesse keine günstigen langfristigen Prognosen zu, jene Länder im Süden, so meine Befürchtung, könnten gar dauerhaft hinter einer globalen Entwicklung zurückfallen.
    Es liegt an der Politik, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, Massnahmen zu treffen, die den Euroraum stabilisieren, indem länderübergreifend eine Koordinierung der Wirtschaftspolitik geschaffen wird, Kontrolle ausgeübt werden kann, Sanktionsmöglichkeiten bestehen und ein Einspracherecht auf nationale Budgets eingeführt werden muss. Wohlan – welches Herz will solches wagen? Schafft es die Politik nicht, stehen ungemütliche Zeiten an!

    • Linus Huber sagt:

      @ Felix

      Ich bin anderer Meinung. Nach meiner Ansicht sollte man das Schrecken ohne Ende durch eine Ende mit Schrecken ersetzen.

      Aberkennung der Schulden und innerhalb des eigenen Budgets leben, finde ich den Weg in die Zukunft. Alles andere sind einzig temporaer wirkende Schmerzmittel.

    • Hans Wüthrich sagt:

      Auf zu mehr Europa! Zum Glück hört man auch vernünftige Stimmen. Brüssel muss jetzt die Konstruktionsfehler korrigieren. Vieles ist ja bereits beschlossen und muss nur noch umgesetzt werden. Uns Schweizern stände es sehr gut an, diese Bemühungen nicht mit Steuertricksereien (Steuererlass auf Domizilgesellschaften) und Beihilfe zum Steuerbetrug (Bankgeheimnis für Ausländer) zu hintertreiben. Europa wird hoffentlich bald stärker sein als vor der Krise. Zum Glück ist Europa nicht statisch, sondern ein langer Prozess und ein Kampf für Frieden und Wohstand für alle, auch für die osteuropäischen Länder.

      Aber wir Schweizer wissen natürlich alles besser, und vergessen dabei gefliessentlich, dass uns Napoleon unsere Staatsform augezwungen hat. Wir haben weder den Föderalismus noch die Demokratie erfunden, und noch im 19. Jahrhundert hatten viele Einwohner des heutigen Staatsgebildes keinerlei politischen und sonstigen Rechte und lebten in bitterster Armut.

  14. Martin Holzherr sagt:

    Die Euro-Währungszone wurde trotz fehlender Voraussetzungen geschaffen, weil man davon ausging, dass es im Verlaufe der Zeit und im Rahmen von Krisenbewältigungen zu einem weiteren Zusammenwachsen der beteiligten Länder und damit zu einer Stärkung von Europa als Block kommen würde.
    Die Überlegungen von deutscher Seite (damaliger Bundesbankchef Pöhl), dass Deutschland Masstab und Vorbild für die EZB und ihre monetäre Politik sein würde und dass andere Beitrittsländer in Schwierigkeiten geraten würden, waren korrekt.
    Heute sieht es so aus, dass der Euro für die Nordländer und längerfristig für die viele oder gar die meisten Ostländer (Tschechei, Slowakei, baltische Staaten, Polen, Ungarn) funktioniert oder in Zukunft funktionieren kann, nicht aber für die Südländer, die heute unter dem Kürzel PIIGS firmieren. Der Euro wird wenn alle Länder in ihm verbleiben, die Südstaaten dauerhaft marginalisieren.

    • Anh Toan sagt:

      Die italienischen Arbeitslosenraten nach Regionen April 2012, irgendwo im Netz): Piemont 8,9 Prozent, Aostatal 7,3 Prozent, Lombardei 7,9 Prozent, Trentino/Südtirol 5,2 Prozent, Venetien 6,3 Prozent, Friaul-Julisch Venetien sieben Prozent, Ligurien 8,8 Prozent, Emilia Rogmana 7,3 Prozent, Toskana 8,4 Prozent, Umbrien 9,8 Prozent, Marken 8,9 Prozent, Lazium 10,5 Prozent, Abruzzen 12,8 Prozent, Molise 13,2 Prozent, Kampanien 19,6 Prozent, Apulien 15,6 Prozent, Basilikata 16,6 Prozent, Kalabrien 19,5 Prozent, Sizilien 19,5 Prozent und Sardinien 16,2 Prozent.

      Wer genau wird marginalisiert? Sizilien, Sardinien, Kalabrien usw., war das mit der Lira anders?

      • Martin Holzherr sagt:

        Italien kann sich gerade noch halten, hat aber bereits seit 10 Jahren – zufälligerweise seit Euro-Einführung? – kein Wachstum mehr. Es stimmt natürlich, dass Nord- und Süditalien schon lange 2 Welten waren. Die Situation für ganz Italien verschlechtert sich aber wegen der Kombination von sehr hoher Staatsverschuldung und Überalterung/Sinkender Bevölkerung.

        • Rene Wetter sagt:

          @Holzherr: An der Kombination von sehr hoher Staatsverschuldung und Überalterung/Sinkender Bevölkerung.hat aber der Euro keinen Anteil, also ist die Misere hausgemacht. Die Verschuldung war schon zu Lira Zeite gleich hoch und kommt daher, dass die Steuern nicht bezahlt werden.
          Wenn sich die ebenfalls strukturschschwachen und noch ärmeren Oststaaten im Euro halten können und die Südstaaten die immer noch besser dran sind als die Oststaaten nicht, zeigt sich doch dass es nicht einfach an der Wirtschaftsleistung hängt. Süditalien ist ein gutes Beispiel, man hat dort Riesensummen investiert und es wurde nie besser egal ob Euro oder Lira

  15. cashca sagt:

    Denn sie wussten was sie tun,,,,
    Das ist richtig, denn, so dumm könne die damals gar nicht gewesen sein.
    Fazit :Sie alle haben die Bevölkerung wissentlich belogen und betrogen. Selbt die auf den unteren Ebenen der Parteien wurden alle getäuscht. Das ist unvdrantwortlich, denn lanfristig wird das enorme negative Folgen haben.
    Und für die deutschen gilt ja schon immer : die geistige Verblendung zieht sich durch die ganze Geschichte.
    Sie sind gut ausgebildet, haben hohes Wissen, aber sind nicht fähig über den Tellerrand und über das Fachwissen hinauszuschauen.
    Man nannte das mal “Fachidioten”. Derzeit sind sie dabei, sich selber zu ruinieren.
    Auch das hat geschichtliche Tradition. Sie haben jedes Maß zur Existenzsicherung der Nation und ihrem Volk, zu ihrem weiterbestehen verloren. Die Weichen dafür sind schon lange gestellt worden, sie sind unumkehrbar und werden eine völlig neue Situation herbeiführen, die niemand mehr aufhalten kann und noch froße pRobleme verursachen wird.
    Wir denken alle nur noch von heute bis morgen, wir haben das Denken in Generationen verlernt. Das bricht uns über kurz oder lang das Genick.
    Weisheit sucht man hier vergebens.

  16. Christian Vogelbach sagt:

    Sehr interessanter Artikel. Nur schade, dass der Tagesanzeiger davon ausgeht, dass alle Leser perfekt Englisch können, speziell wenn es so fachspezifisch ist. Ich wünsche mir, dass der Tagesanzeiger die fremdsprachigen Textteile übersetzt.

  17. Wir alle (Demos) wussten, dass es nicht funktionieren wird! Deshalb hat kein Land darüber abstimmen lassen, und das war faktisch das Ende der Europäischen Demokratien, denn genau wie Pöhl sagte, welcher übrigens 1991 den damaligen Ständeratspräsidenten, Prof. Dr. Riccardo L. Jagmetti traf, dessen Sekretär ich damals war: “Eine Währungsunion kann man laut Pöhl nicht einem Integrationsprozess voranstellen, sie war historisch gesehen immer der letzte Schritt einer weit fortgeschrittenen Intergration von Ländern. Wenn die Reihenfolge – wie im Fall der Währungsunion – umkehrt werde, sei sogar die Glaubwürdigkeit der europäischen Vereinigung gefährdet.” Das hat er Pöhl damals schon gesagt, aber leider wurde er ja als Präsident der Bundesbank abgelöst. Ich selbst bin seit damals wissender Augenzeuge dieses ‘Flickwerks’ mit Namen Euro (‘ECU’ – European Currency Unit’ hätte mir besser gefallen…), welcher in der Tat die Glaubwürdigkeit ganz Europas nicht nur gefährdet, sondern auf einen Nullpunkt setzt und damit das Absteigen Europas in einen Drittwelt-Status (zusätzlich dank des Aufsteigens der bisherigen Schwellenländer) ungemein beschleunigt.

  18. maja sagt:

    Die PFZ ist auch ein riesen Fehler. Die gut ausgebildeten jungen Leute wandern aus diesen schwachen Länder ab und was dann!
    Wer baut dann noch an der Zukunft. Zudem will Deutschland, dass überall Deutschland ist. Das gibt wieder Krieg ist nur eine Frage der Zeit.

    • will williamson sagt:

      Das von wegen Krieg, das hat ja der Herr Sarközy auch schon gesagt.

    • Rene Wetter sagt:

      Krieg gibt es nur wenn wieder Nationalisten gewählt werden die es immer schaffen das Volk gegen Minderheiten, Fremde und andere Länder aufzuwiegeln.

    • will williamson sagt:

      Die Kriegsgefahr wird möglicherweise dadurch etwas entschärft, dass Österreich und die Schweiz via Personenfreizügigkeit ohne Waffen “erwandert” werden.

  19. Rene Wetter sagt:

    Eines der wichtigsten Probleme war, dass die Länder nach Einführung des € einfach weiterwurstelten, die Defizite und Schulden kaum abbauten, keine neue Instrumente gegen Überhitzung aufbauten und zuschaute wie grosse Teile der Wirtschaft den Währungswechsel nutzen um die Preise hochzuschrauben. Die Wirtschaft in vielen Ländern war es gewohnt dass von Zeit zu Zeit abgewertet wurde und unternahm deshalb keine eigenen Schritte wettbewerbsfähig zu bleiben. Es gibt kein Recht auf Abwertung, denn diese ist eigentlich nichts anderes als Enteignung der Sparer und Rentenbezüger und Belohnung der Schuldenmacher.Auch die Schweiz kann nicht mehr autonom die Zinsen festlegen, wir sind am Rande der Überhitzung des Immobilienmarktes. Auch bei uns weigert man sich neue Instrumente einzuführen. Das sieht man jetzt als die SNB höhere Rückstellungen für Hypotheken fordert und sich die Banken und die Politik mit Händen und Füssen wehren.
    Wenn der € aufgelöst würde, wäre das für die USA sehr interessant, ihre Fonds könnten wieder die einzelnen NB ausplündern und alle Länder müssten wieder Währungsreserven in $ aufbauen, denn z.B. GR kriegt weder Wahren in Drachme geliefert noch Kredite.
    Ich weiss, viele sehnen sich nach einer einfachen Lösung, aber die gibts nicht. Es ist übrigens nicht so, dass Länder mit einer schwachen Währung besonders erfolgreich sind. Zimbabwe ist ja nicht Exportweltmeister und Brasillien ist erst erfolgreich seit es eine stabile Währung hat.

    • Linus Huber sagt:

      @ Rene

      Ich gehe einig mit Ihrer Frustration, jedoch liegt das Problem nicht in mehr Regeln, sondern in viel weniger dafuer handfesten Regeln fuer Banken und Geldpolitik. Dies liese sich spielend auf einer A4 Seite produzieren.

      • Anh Toan sagt:

        @Linus Huber: “Dies liese sich spielend auf einer A4 Seite produzieren.”

        Schriftgrösse?

        Ansonsten müssten die Zeichen hier reichen, bin gespannt auf diese A4 Seite mit den Regeln für Banken und Geldpolitik.

        • Linus Huber sagt:

          Banken

          Eigenkapitalquote fuer Banken und aehnliche Institute belaeuft sich auf mindestens 10% der Bilanzsumme.

          Saemtliche Aktiv-Werte (Guthaben gegenueber Dritten) auf der Bilanz beruhen sich auf Marktpreise (Positionen, welche einzig nach Modell bewertet werden koennen sind nicht erlaubt).

          Off-Bilanz Aktivitaeten sind untersagt.

          Bei Unterschreitung der Eigenkapitalquote wird eine Bank liquidiert.

          Zentralbanken

          Das Geldmengenwachstum orientiert sich einzig am Wirtschaftswachstum.

          Was soll ich mit dem Rest der Seite noch anfangen?

          • Anh Toan sagt:

            1. Was ist eine Bank?

            2. Wie oft sind Bilanzern zu erstellen (Jährlich, Quartalsweise, oder sekündlich?)

            2. Wie sind Passiven zu bewerten, bzw, Rückstellungen zu berechnen? Passiven auch nach Marktpreis oder zum Nominalwert?

            3 Sie sagen gibt es keinen Marktpreis dürfen die Positionen nicht in den Aktiven gehalten werden. Nun gibt es für die meisten Positionen einer bank keinen Marktpreis (Hypotheken und Kommerzkredite), solange sie nicht gebpündelt und mit einer Garantie eines Dritten versehen sind.

            Welcher Marktpreis zählt an welchem Markt?
            Was wenn es für gewisse Aktiven keinen Marktpreis gibt? (Kommerzkredite an KMU z.B. oder nicht gebündelte einzelne Privathypotheken?) Ach so ja, diese verwerflichen Geschäfte sind ja verboteneinfach verboten?

            In welcher Währung wird die Bilanz erstellt?

            Wann braucht es eine konsololidierte Bilanz? Was ist der Konsolidierungskreis, die Methoden?

            Wer misst das Geldmengenwachstum, und dann noch welches und wie (m1 m2 m3 oder was?) zur Bestimmung des Geldmengenwachstums?

            Passt auf, bald hat auch der Linus Huber ein Spassmobil

          • Anh Toan sagt:

            Ist eine Weihnachtsfeier eine untersagte Off-Bilanz Aktivität?

            Was ist eine Off-Bilanz Aktiivität? (Wenn Sie etas verbieten wollen, müssen Sie schon definieren, was sie verbieten)

            Ausserdem haben Sie komplett vergessen die Organisation der Aufsichtsbehörden über Banken, wer wählt die Notenbänker in welchem Verfahren.

            Ich rette die ganze Welt mit einem einzigen Gesetz:

            Es ist verboten, Böse zu sein.

          • Anh Toan sagt:

            “Saemtliche Aktiv-Werte (Guthaben gegenueber Dritten) auf der Bilanz beruhen sich auf Marktpreise (Positionen, welche einzig nach Modell bewertet werden koennen sind nicht erlaubt).”

            Die Bewertung der gebündelten Subprime Hypos erfolgte auf Grund eines anerkannten Marktes. Dann ist dieser Markt zusammengebrochen. Nach Ihren Regeln hätten alle Banken alle Hypotheken unverzüglich kündigen müssen, denn mangels Markt können sie diese nicht verkaufen, dürfen sie aber auch nicht in den Büchern behalten, was unweigerlerlich der Ruin zuerst sämtlicher Banken, dann der gesamten Wirtschaft zur Folge gehabt hätte.

          • Anh Toan sagt:

            Des weiteren fehlt: Die Organisation der Behörden, welche die Einhaltung Ihrer Regeln überwachen, die Sanktionen bei Verletzung ihrer Regeln, die Verfahren beim Verfügen dieser Sanktionen.

            Auch ich bin der Meinung, dass zu detaillierte Regeln häufig ermöglichen, mittels Gestaltung der tatsächlichen Verhältnisse, den Regeln entgegenlaufende Ziele zu erreichen und sich dabei gerade auf die Regeln zu berufen. Im Grundstz gebe ich Ihnen Recht. Die Regeln für Banken und Geldpolitik auf einer A4 Seite definieren wollen kann ein einfaches Gemüt, dass die Komplexität der Materie nicht erfasst oder ein Genie. Ich überlasse es Ihnen und den Lesern zu urteilen, welcher Kategorie Sie angehören.

          • Linus Huber sagt:

            Es geht um Regeln und nicht um Definitionen, da die meisten Definitionen schon bestehen, jedoch das Regelwerk so komplex gestaltet wurde, dass man ueberall Schlupfloecher findet.

            Richtig ist, dass bei Hypotheken ein Belehnungssatz basierend auf des Schuldners Einkommen festgelegt werden sollte. Jedoch handelt es sich bei beiden Faellen (kommerzielle Kredite und Hypotheken) um die urspruenglichen Funktionen einer Bank bei welchen die normal berechnete Risikopraemie dem Zins zugeschlagen wird. Wie auch immer, dies liesse sich in einem oder 2 Saetzen definieren.

            Bei einem 10%igen Eigenkapital ist es eigentlich unwichtig, in welcher Form dieses besteht, sondern es stellt nur sicher, dass bei einem 10%igen Schaden auf der Aktivseite, die Bank nicht mit Verlusten abgewickelt werden muss.

            Nun, wenn jemand eine Aufgabe erhaelt, das Geldmengenwachstum zu ueberwachen, scheint es mir offensichtlich, dass diese Organisation sich die Zahlen beschaffen muss. Die Geldmenge besteht aus Basisgeld und dem Kreditvolumen im System, was allgemein bekannt sein duerfte (M3 oder M4).

            Ich habe zwar Off-Bilanz Aktivitaeten geschrieben, um einen moeglichst weiten Begriff anzuwenden, aber es handelt sich natuerlich um Positionen, welche eigentlich nichts mit der Erfolgsrechnung zu tun haben. Also feiern Sie froehlich Weihnachten.

            Es geht um die Banken und nicht die Aufsicht, welche Sache des Staates ist und schon organisiert ist (z.B. Finma in ch).

            Nein, mit diesen Regeln waere die Subprime Krise nicht moeglich gewesen. Erstens haette das eingeschraenkte Geldmengenwachstum diese Blase nicht erlaubt und zweitens haetten die Eigenkapitalquoten der Banken dieses Problem verkraftet, sodass die Staaten sich nicht verschulden haetten muessen.

            Und auch ich gebe Ihnen recht, dass dies wohl eine gewagte Aussage war, alles auf einem A4 Blatt zu platzieren. Aber immerhin erkennen Sie, was Sinn der Aussage ist/war, naemlich dass man die Regeln grundsaetzlich massiv einfacher gestalten sollte.

          • will williamson sagt:

            @Anh Toan:
            “Ich rette die ganze Welt mit einem einzigen Gesetz:

            Es ist verboten, Böse zu sein.”

            Wenn Sie jetzt so ein Gesetz machen wollen, müssen Sie schon vorher definieren, was denn unter “böse” zu verstehen ist!

  20. Ted sagt:

    Das Endziel war schon damals, das Volk aus dem Bruesseler Machtzentrum zu entmuendigen und zu versklaven. Frueher nahm die Kirche den Leuten die Freiheit, heute ist es der Staat. Willkommen in der EUdSSR.

    • will williamson sagt:

      Wenn die wussten, was sie tun, kann man sich fragen, ob die Verschuldung der diversen Länder nicht absichtlich aufgebaut wurde, um eben die von Ihnen angeführte “Versklavung” in Form der Schuldsklaverei zu erreichen. Dazu passt auch die Struktur der EU als nicht demokratisch legitimiertes Gebilde mit seinen Kommissaren (die gab es ja auch in der UdSSR).

      • Rene Wetter sagt:

        Überall wurden die Steuern gesenkt, vorallem für Grossfirmen, ich erinnere mich noch als der CEO von Daimler, Jürgen Schrempp zum Kanzler Kohl sagte: Von uns kriegt ihr nichts mehr. Es wurde darauif aber keine Sparpakete gemacht, denn wie wir in den letzten Jahren sehen konnten, wurden sämtliche Regierungen die sparten abgewählt. Die EU schrieb in den Maastrichtkriterien 3% Defizit und eine Verschuldung von max 60% vor, fast keiner hielt sich daran, das zeigt schon wie lächerlich das blöde Geschwätz von der “Diktatur” EU ist. Die Länder haben sich in den Mist geritten die EU ist nur der Sündenbock. Übrigens noch zum Gewäsch, von nicht demokratisch legitimiert: Auch EU Kommisare werden gewählt und ernennen sich nicht selbst, es wäre gut wenn sich gewisse Leute mal sich informieren würden statt ständig rumzuschwadronieren.
        Übrigens auch bei uns sind diverse Kantone im Defizit weil sie die Steuern zu stark gesenkt haben. Da ist wohl auch der Bund schuld und nicht die Kantonsregierungen, die sich verrechnet haben.

        • Ted sagt:

          Wozu Kriterien festlegen, wenn sich sowieso keiner dran haelt? Dass Spanien und Griechenland mit ihren Sparuebungen je wieder fit werden, glauben Sie ja wohl selber nicht. Das Verschuldungsproblem hat mit den Steuern uebrigens nichts zu tun, sondern mit den durch den EUR verbilligten Zinsen. Als Naechstes tippe ich mal auf einen arabischen Fruehling, dismal jedoch in Europa !

          • Rene Wetter sagt:

            Ach ja? Dann glauben Sie dass die Tatsache dass allein in GR 11 Mia € p.a. Steuern hinterzogen wurde nichts mit der Verschuldung zu tun hat? Aha die Zinsen sin Schuld. Wäre es nicht gerade bei niedrigen Zinsen (kleine Risikopämie!) die Aufgabe der Geldgeber die Bonität des Schuldners genau zu prüfen. Oder würden Sie jemandem von dem Sie wissen, dass erüber seine Verhältnisse lebt und ständig Geldprobleme hat Geld zu Vorzugszinsen leihen? Jemand der einem Schuldner mit schlechter Bonität Geld zu tiefen Zinsen leiht, handelt grobfahrlässig. Spanien wird wieder fit werden, denn dort war die Verschuldung vor der Krise tiefer als in D, zudem kommen die Schulden haupsächlich von den Banken und nicht von schlechtem Haushalten. GR ist ein hoffnungsloser Fall und gehörte eigentlich unter Zwangsverwaltung, da die ganze Verwaltung nicht funktioniert und nie funktioniert hat

          • Linus Huber sagt:

            @ Rene

            “Jemand der einem Schuldner mit schlechter Bonität Geld zu tiefen Zinsen leiht, handelt grobfahrlässig.”

            Diese Aussage kann ich vollstaendig unterstuetzen. Der Unvorsichtige sollte nach marktwirtschaftlichen Prinzipien die Kosten von seinen Fehlentscheidungen selber tragen muessen. Leider ist die Politik so korrupt, dass sie lieber die Staaten ueberschulden um die Kosten der Fehlentscheide der Banken zu begleichen.

        • SuperBear sagt:

          Herr Wetter, ich sehe die Erfolgsgeschichte Ihrer so heiss geliebten EU leider nirgens.

          • Walter Mohr sagt:

            Herr Wetter, die Steuerhinterziehung in Griechenland wurde ja kaum erst vor 10 Jahren erfunden. Ohne ihr tolles EU-Gebilde wuerde Griechenland einfach abwerten und das Problem waere geloest. Die Spanier haben sich mit Immobilien verzockt und sind pleite. Sie wollen die spanischen Banken fallen lassen? Dann haben Sie morgen Buergerkrieg !

          • Rene Wetter sagt:

            @SuperBear: Sie polemisieren nur und bringen nichts Konstruktives. Ich liebe die EU nich aber ich verabscheue die Nationalisten, die schon für manchen Krieg gesorgt haben.
            @Mohr: Ist Abwertung ein Mittel gegen Korruption, Verschwendung und Steuerhinterziehung? Abwertung ist nichts anderes als Enteigung der Sparer und Belohnung der Schuldner, das Problem wäre mitnichten gelöst. Niemand gibt GR Kredite in Drache oder verkauft ihnen Waren gegen dies. z.B. Erdöl wird in $ gehandelt und IWF Kredite gibts auch in $
            Zu Spanien, die hatten sich schon mal in den 90verzockt, nicht Neues. Ich hätte zumindest nicht diese Banken zu einem Monstrum fusioniert und ich hätte tatsächlich, die marodesten Cajas pleite gehen lassen. Zudem hätte ich die verantwortlichen Banker von ihren Abfindungen und Bonis getrennt und zwar rückwirkend. Spanien ist heute der 2. grösste Automobilbauer Europas, ich sehe dort Hoffnungen, bei Griechenland jedoch nicht, die haben nicht mal einen fuktionierenden Staat. Für mich gehören die unter Zwangsverwaltung.

  21. Markus Reichmuth sagt:

    DEN Eindruck hatte ich schon lange: dass die Schöpfer der Währungsunion genau wussten, was sie taten. Blöd waren die nicht. Die Euro-Politiker hofften einfach, dass das zu erwartende zusätzliche Wachstum zur Konvergenz von Ökonomien und Ländern führen und die Politik aufkommende Probleme schon gemeinsam lösen würde. Schönes Geschenk an die heutigen Regierungen. Auch die sind nicht blöd (finde die billigen Anwürfe an die deutsche und diverse andere Regierungen leichtfertiges Geschwätz), stecken aber nun nach einer 20-jährigen Entwicklung hin zu einer globalisierten Wirtschaft mit Verwerfungen und Politiken (z.B. des billigen Geldes), die nicht voraussehbar waren, nun im Schlamassel.

  22. will williamson sagt:

    Diverse deutsche Politiker behaupten, der Euro sei der politische Preis für die deutsche Wiedervereinigung gewesen. Dazu der ehemalige Bundesbankpräsident Schlesinger gemäss deutschland.net:

    Helmut Schlesinger: “Nein, nein. Ohne Währungsunion keine deutsche Einheit – diese These ist Unsinn. Man muss die ganze Vorgeschichte sehen. Seit den Vorarbeiten zum Delors-Bericht war die Sache ernst. Höchst ernst. Den Ausschlag gab Helmut Kohl. Er war der Meinung, mit der deutschen Einheit solle auch die Vereinigung Europas weitergehen. Das eine hat das andere unterstützt. Die Wiedervereinigung und die europäische Währungsunion waren kein Handelsgeschäft.”

    • Frank Baum sagt:

      Genscher sieht das anders. Der hat damals die Deutsche Wiedervereinigung verhandelt. Wäre die Deutsche Wiedervereinigung OHNE Euro auch möglich gewesen? Wahrscheinlich schon. Aber es war klar, dass die Siegermächte von Deutschland erwarteten, dass es sich um die tiefere Integration von EUropa bemühen müsste, wenn es denn vereinigt in Europa sein wollte.

      • Mike Nussbaumer sagt:

        War es nicht Francois Mitterand welcher für die Wiedervereinigung von Ost und Westdeutschland die Einführung des Euro verlangte?

      • Helga Hanson sagt:

        Herr Williamson, Sie haben Recht, die Wiedervereinigung und die europäische Währungsunion war kein Handelsgeschäft. Aber die Deutschen mussten die DM opfern, obwohl die meisten Deutschen nicht damit einverstanden war, um wieder Ordnung in Deutschland herzustellen. Ich weiß nicht, ob sie diese chaotische Zeit bewusst miterlebt haben. Und übrigens waren sowohl Mitterand und Gorbatschow, als auch Frau Thatcher, gegen eine solche Wiedervereinigung, da sie alle Angst vor einem ökonomisch starken Deutschland hatten – Westdeutschland war ja bereits zu einer Wirtschaftsmacht gewachsen. Frau Thatcher hat sogar gesagt – und dies ist meine Übersetzung: Wir haben die Deutschen zwei Mal besiegt und jetzt sind sie schon wieder da. Ich kann mich an ihre diversen Kommentare und auch die der Konservativen Regierung noch sehr gut erinnern, denn ich habe von 1972 – 2005 in Großbritannien gelebt. Sie können diese in verschiedenen Artikeln, unter anderem auch im Spiegel, nachlesen. Der Grundgedanke einer wirtschaftlichen und politischen Union der europäischen Staaten, voran Frankreich und Deutschland, war ein dauerhafter Frieden in Europa (das vormalige Jugoslawien ausgenommen, aber die verschiedenen Staaten gehören ja noch nicht zur EU). Das hat die EU geschafft. Aber es gilt viele Dinge in der EU zu ändern und zu verbessern und vor allem das europäische Parlament zu stärken, so dass die EU um Einiges demokratischer wird. Ich bin nicht dafür, immer nur zu kritisieren, sondern auch einmal konkrete Vorschläge für solch eine Verbesserung zu machen.

        • will williamson sagt:

          Frau Hanson, dass Mitterrand und die Handtaschen werfende Maggie Druck gemacht haben, ist mir schon bekannt. Aber wie ich oben geschrieben habe, meint Schlesinger, dass die Wiedervereinigung auch ohne den Euro gekommen wäre. Auch Theo Waigelt hat übrigens vor einiger Zeit in einer Fernsehsendung verneint, dass der Euro der Preis für die Wiedervereinigung war. Offenbar gibt es da in der oberen Riege unterschiedliche Ansichten. Aber sei es wie es sei, jetzt ist der Euro eben seit 10 Jahren da, trotz Warnungen von diversen Ökonomen und Klagen vor dem BverGericht (Gerald Celene fragt: “Das soll ein Verfassungsgericht sein?). Und die Folgen der missachteten Warnungen sind auch da. Konkrete Vorschläge für Verbesserungen kann man machen. Nur nützen die vermutlich nichts, weil die Bürokraten in Brüssel das nicht zur Kenntnis nehmen würden. Nachdem Schäuble letzten November und Juncker jetzt gesagt haben, man könne die Vereinigung nur mit Krisen weiter bringen, kann man auch noch die Frage stellen, ob die seinerzeitigen Warnungen ganz bewusst missachtet wurden, um eben solche Krisen herbeizuführen. Dass der Friede seit WW2 der EU zu verdanken ist, wird auch nicht von allen akzeptiert. Sicher ist aber die Versöhnung zwischen den “Erbfeinden” Frankreich und Deutschland der massgebliche Faktor. Dank De Gaulle und Adenauer.

          • will williamson sagt:

            Korrektur: Der Mann heisst Celente, nicht Celene. Soll ein führender amerikanischer Trendforscher sein.

  23. René R. Meier sagt:

    Die UBS steht den sog. Bürgerlichen Parteyen nahe, und umgekehrt. Märssi.

  24. Fred David sagt:

    Was Oekonomen nicht verstehen, weil ihre Denkmodelle statisch sind: Die EU und damit auch der Euro ist kein Zustand , sondern ein historischer Prozess , der sich dauernd weiterentwickelt. Es ist in der Tat viel Trial and Error dabei, wie das oben zitierte Dokument deutlich macht. Anders kann ein Unternehmen dieser Dimensionen nicht gehandhabt werden. Eine solche Währung kann nicht im luftleeren Raum nach Lehrbuch entwickelt werden. Da gibt es in der Tat enorme Sachzwänge, die zu bewältigen sind, und die auch bewältigt werden.

    Der angeblich unbewegliche “Brüsseler Moloch” erweist sich als überraschend flexibel auch in extremen Situationen und auch im Innern als erstaunlich stabil. Oekonomen sollten sich u.a. auch etwas vertiefter mit Wirtschaftsgeschichte befassen, die weiter zurückgreift als gerade ein paar Jahre. Der US-Dollar benötigte bis zu seiner Weltgeltung etwa 150 Jahre, der Schweizer Franken fast 100 Jahre, mit gewaltigen Downs zwischendurch (bis 1927 stand der Schweizer Franken in einer Lateinischen Münzunion mit Griechenland und Italien usw.).

    Oekonomen würden eine Einheitwährung am Liebsten auf einem sauberen Blatt Papier entwerfen – ohne jede Vorgeschichte. Das ist aber nicht die Realität. Die Realität bedeutet: Wäre der Euro nicht gekommen, hiesse der faktische Euro heute “DM” – und das wäre ein Sprengsatz für Europa mit riesigem Konflikpotential, das weit über Währungsprobleme hinausreichte. Den meisten Völkern Europas ist das bewusst, mindestens den Eliten. Vielen Oekonomen jedoch nicht.

    • Thomas Meier sagt:

      Ökonomen sagen, dass der Euro falsch aufgebaut ist. Das steht nicht im Wiederspruch zu dem was Sie sagen.
      Es ist nicht so, dass Ökonomen alle der Meinung sind, dass der Euro per se schlecht ist und alle ins “statischen Modellen” denken. Das ist einfach nur lächerlich. Ich glaube, Sie haben überhaupt nichts von Ökonomie verstanden, ehrlich gesagt. Dass andere Währungen historisch auch nicht sehr effizient kreiert wurden, rechtfertig überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil: Die Politiker hätten auf die Ökonomen hören sollen und einen Euro kreieren, der eben nicht all die alten Fehler beinhaltet. Die Politiker haben einfach nur schlecht gearbeitet und übernehmen, wie immer, keine Verantwortung für ihr Handeln. Das ganze war grob fahrlässig und keine einziger Politiker wird zur Verantwortung gezogen (wobei die Politiker ja gerade das immer von der Manager in der Privatwirtschaft fordern, so viel zum Thema Heuchlerei…).

      • Anh Toan sagt:

        @Thomas Meier: Sie mögen viel von Oekonomie verstehen, von Politik verstehen sie wenig.

        “Politik ist die Kunst des Möglichen” (Bismarck)

        oder vielleicht auch nur:

        “Government is the Entertainment Division of the military-industrial complex.” (Frank Zappa)

        Fürs Brot, für wen auch immer, sorgt das Kapital, die Politik ist ohnehin nur für die Spiele zuständig.

        @Fred David hat durchaus Recht: Seit rund drei Jahren wird hier der Untergang des Euro prophezeit, die tatsächliche Entwicklung beweist nichts anderes als den gemeinsamen Willen, basierend auf gemensamen Interessen, diesen zu erhalten. Letzlich waren die Währungsräume der einzelnen Eurostaaten genauso uneinheitlich, die Transfermechanismen zumindest ähnlich ungenügend, letztlich die Währungsräume (Nationalstaaten) genauso politisch und nicht wirtschaftlich motiviert, wie der Euroraum.

      • Fred David sagt:

        @) Thomas Meier: Ueber das Simpel-Stadium, alles auf “dumme Politiker” abzuwälzen, sollten wir allmählich hinaus sein, insbesondere, wenn wir berücksichtigen, dass am Anfang dieser Krise eine Bankenkrise stand, die riesige Löcher in ganze Volkswirtschaften schlug. Es geht um einen durchaus intakten, in weiten Teilen hoch effizienten Wirtschaftsraum mit über 500 Millionen Menschen, organisert in komplexen Wirtschaften und Demokratien, mit einer zum Teil schwierigen Vorgeschichte. Da kann man zwecks Sanierung nicht einfach 20% des Personals entlassen und autoritäre Entscheidungen von oben nach unten durchdrücken. Das sind alles Ueberlegungen, die Grossökonomen gern links oder , je nach Standpunkt, rechts liegen lassen. Sollen sich doch andere um diese Dinge kümmern.

    • E. Unzo sagt:

      Was Nicht-Oekonomen nicht verstehen, weil in Tat und Wahrheit ihr Denkmodell statisch ist: Einen grösseren Sprengsatz mit riesigem Konfliktpotenzial als die derzeitige Währungs- und Verschuldungskrise in Euro-Land kann man sich gar nicht vorstellen. Es wurde so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und die dahinterstehenden politischen Absichten sind bald nur noch Makulatur. Der Schuss ging so ziemlich total nach hinten los.

      Die Konsequenzen sind katastrophal und werden wohl noch viel grösser und umfassender werden. Welche politischen Ziele sind es denn wert, in den Ländern wie Griechenland und Spanien die wirtschaftliche Substanz von Millionen zu vernichten? Welche hehren Ziele trägt die EU denn vor sich her, die ein Leben auf Pump auf Kosten künftiger Generationen rechtfertigen? Und diese Fragen beziehen sich nur auf die jetzige Situation. Wenn es zu einem Währungskollaps kommt, eines oder mehrere Länder bankrott gehen, dann werden Milliardenguthaben vernichtet, die unter anderem für Millionen Menschen substantieller Teil ihrer Rente sind. Gehen dann noch reihenweise Banken bankrott und kollabiert die Weltwirtschaft, sehen wir uns alle plötzlich mit existentiellen Problemen konfrontiert. Ein wahrlich tolles politisches Projekt.

      • Linus Huber sagt:

        @ Unzo

        “Welche hehren Ziele trägt die EU denn vor sich her, die ein Leben auf Pump auf Kosten künftiger Generationen rechtfertigen?”

        Dies laeuft ja nicht nur in der EU ab sondern ist ein weltweites Problem mit Schwerpunkt westliche Laender und Japan. Wir haben in den letzten Jahrzehnten das Kreditvolumen (die Verschuldung) auf etwa 350% des gdp hochgepumpt. Natuerlich bricht immer das schwaechste Glied wenn sich Stress breit macht und dies ist im Moment die EU.

        • Fred David sagt:

          @) Linus Huber: Danke, für das Argument und den Blick über den Tellerrand. Man möchte den hier vertretenen Meinungen zufolge meinen, die EU habe weltweit einen Alleinvertretungsanspruch für alle Wirtschafts- und Finanzkrisen des Erdballs.

      • Linus Huber sagt:

        Noch kurz zu konkreten Zahlen in Bezug auf das Verhaeltnis des Kreditvolumens zum BIP auf globaler Ebene.

        Total BIP oder gdp in etwa $62 Billionen
        Total Kreditvolumen in etwa $200 Billionen
        Kreditvolumens 320% des weltweiten gdp (in den westlichen Staaten wohl eher im Rahmen von 350%)

        Solange wir solche Kreditvolumina herumschieben, wird es schwierig sein, einen wirklichen Aufschwung erwarten zu koennen.

      • Fred David sagt:

        @)E.Unzo: Der unschlagbare Vorteil der Grossökonomen ist es, dass sie nie von der Verlegenheit heimgesucht werden, ihre Analysen und Ratschläge auch praktisch in die Tat umsetzen zu müssen.

  25. Anh Toan sagt:

    “Eine Währungsunion kann man laut Pöhl nicht einem Integrationsprozess voranstellen, sie war historisch gesehen immer der letzte Schritt einer weit fortgeschrittenen Intergration von Ländern. ”

    Schweiz:

    Einführung des CHF 17. März 1850

    Transfermechanismen

    AHV: 6. Juli 1947 (hundert Jahre später) es gab Vorgänger ab 1889 (vierzig Jahre nach CHF)

    Finanzausgleich: Die BV von 1848 enhielt einen einzigen Artikel in diese Richtung, Artikel 21 verpflichtete den Bund die Kantone zu unterstützen bei Werken in gesamtschweizerischen Interesse (Insbesondere Alpenstrassen). Bis zum zweiten Weltkrieg, also hundert Jahre nach Einführung der gemeinsamen Währung, war der innerschweizerische Finanzausgleich äusserst bescheiden, wohl bescheidener als das, was die EU heute kennt (ohne Eurobonds und EZB und IWF Kredite).

    • Anh Toan sagt:

      Ähnliches wird man betreffend den USD oder den GBP Währungsraum finden: Die Einführung der gemeinsamen Währung erfolgte lange vor irgendwelchen Transfermechanismen, war politisch motiviert.

      Erst die gemeinsame Währung führt dazu, dass die wirtschaftlichen starken Gegenden überhaupt ein eigenes Interesse an Transfermechanismen haben: Ansonsten schwächt sich die Währung der schwächeren Gebiete laufend ab, was deren Bewohner zwingt, mit ihren Ersparnissen in stärkere Währungen zu flüchten (Kapitalflucht), was den stärkeren Währungsräumen erlaubt, laufend Handelsdefizite zu erzielen, denn diese werden durch Kapitalimporte finanziert. Andrerseits fehlt dieses Kapital dann in den schwächeren gegenden für Investitionen, womit letzlich der Status als wirtschaftlich schwach zementiert wird. In den stärkeren gegend steht ausreichend Kapital für Investitionen zur Verfügung, sodass die Stellung an der Spitze auf Dauer kompensiert wird. Die Reichen können also mehr konsumieren als produzieren, sie leben auf Kosten der Armen.

    • Anh Toan sagt:

      Schwache Währungen und starke Währungen sind nichts anderes als ein automatisierter Transfermechanismus, und zwar von den Schwachen zu den Starken. Die Starken verkaufen dies den Schwachen als in ihrem Interesse liegend.

      Wie lange werden diese idiotischen Lügen geglaubt, dass eine schwache Währung ein Vorteil sei? Eine schwache Währung zementiert die Wirtschaftsschwäche. Welche Volkswirtschaft hat sich je mit Währungsabschwächung aus wirtschaftlicher Schwäche befreit?

      Ich frage mich, ob die Journalisten und Oekonomen, die derartigen Schwachsinn nachbeten, wissen was sie tun.

      • Martin Holzherr sagt:

        Sie müssen zwischen schwacher Währung und Abwertung unterscheiden. Kurzfristig verbessert die Abwertung die Lage weil Exporte erleichtert und Importe erschwert werden womit die Binnenwirtschaft gestärkt wird. Langfristig – wenn alos Abwertung auf Abwertung folgt – sieht das natürlich anders aus.

        • Anh Toan sagt:

          @Martin Holzherr: Und indem man die Währung abschwächt soll die Wirtschaft gestärkt werden, und dann kann man die Währung stärken. Hat das schon mal irgendwo funktioniert?

      • Linus Huber sagt:

        @ Anh Toan

        Geldpolitische Aktionen/Manipulationen sind im Allgemeinen so ausgestattet, dass sie der Elite dienen und indirekt die Umverteilung von Unten nach Oben foerdern. Ich stimme Ihnen in dieser Beziehung zu.

      • Linus Huber sagt:

        @ Anh Toan

        Ihre Ausfuehrungen bestaerken meine Vermutung, dass ein grosser Teil der Probleme durch die immer ankerlosere Geldpolitik produziert wurde. Um sinnvolle Vergleiche zu anderen geschichtlichen Perioden heranzuziehen zu koennen, waere es wohl notwendig, die entsprechenden geldpolitischen Situationen mit zu beruecksichtigen. Inflationaere Geldpolitik zementiert bestehende Machtstrukturen indem eine Umverteilung von Unten nach Oben ablaeuft sowie eine verdeckte Steuer auf saemtliche Mitglieder der Gesellschaft erhoben wird.

        Ich will hier nur andeuten, dass man sehr wohl der Versuchung unterliegen mag, Aepfel mit Orangen zu vergleichen und verschiedene mit wirkende Aspekte nicht erkennt. Ein System besteht nicht nur als Umverteilungsorganismus sondern beinhaltet unzaehlige nicht direkt erkennbare Variablen, welche wir gar nicht in der Lage sind, in ihrer Komplexitaet mit zu beruecksichtigen (z.B. auch demographische Entwicklungen etc. etc.). Deswegen duerfen Vergleiche nicht zu einer unausgereiften Schlussfolgerung fuehren.

  26. Ferdinand Vondruska sagt:

    Als Kulturbanause der damals schon vor der Rente stand, konnte ich (kleiner Mann) genau erkennen was mir in den kommenden Jahrzehnten entgegen kommt……., der Zerfall Europas. Wer lesen kann, erkennt, dass das genau geschenen wird: 2020 steht vor der Tuer. Damals war man der Meinung, dass man Loehne reduzieren kann, sodass ein Land wieder konkurrenzfaehig wird. Totale Idiotie. Und jetzt meint man, man koenne den Geldhan einfach wieder aufmachen (mit Euros), damit sich alles wieder ‘einspielt’. Totale Idiotie. Es wird ein rasches ‘Auseinandernehmen’ der Waehrungen stattfinden muessen, sodass die Schwellenlaender wieder produktionsfaehig werden. Es werden die sog. reicheren Laender abspecken muessen. Mit anderen Worten: in den Laendern wie Griechenland muss die Drachma wieder eingefuehrt werden und damit soviel Liquiditaet geschaffen, dass sich die Wirtschaft erholen resp. zumindest Innergriechenland wieder produziert und verkauft werden kann. Das wird auch fuer Spanien, Portugal und wohl auch Italien kommen muessen. Eine totale Aufloesung des Euro wird dann folgen muessen wenn Laender wie Deutschland, Oesterreich, Holland, Frankreich etc. ebenfalls zur alten Landeswahrung uebergehen. Es braucht doch wirklich keine Professoren um einen solchen ‘Saich’ wieder Rueckgaengig zu machen. Ein Land nach dem andern wird ‘a la Argentinien’, aus dem Schlammassel ausscheiden (muessen). Ende gut, alles gut.

  27. Upps! sagt:

    Heute wissen wir es, die Eurozone mit ihren aktuellen Institutionen kann nicht funktionieren. Doch das wussten auch schon ihre Planer vor 23 Jahren ganz genau. Und noch immer gibt es in der Schweiz genügend Menschen u.a. PolitikerInnen die diesem Irrsinn hinterher rennen und mitmachen möchten! Wie die Lemminge!

  28. ermes bernardi sagt:

    die bänker sind skrupellose verbrecher

    • Anh Toan sagt:

      Es gibt die Bankiers, the bankers, dann noch Bänggler (Basler Schnitzelbangg Sänger).

      Ich finde keine Bestimmung im StGB, welche die Tätigkeit für eine Bank als Verbrechen definiert.

      Ihr Beitrag, Herr ermes bernardi, bereichert diesen Blog mit unglaublichem Tiefsinn, eröffnet uns allen neue Einsichten.

      Haben Sie noch weitere Weisheiten, an welchen Sie uns teilhaben lassen könnten?

      • ermes bernardi sagt:

        das vorgehen der einzelnen ist doch klar und deutlich in den lezten jahren ans tageslicht gekommen.
        Es geht im wesentlichen um abzocke am bürger.Auf deren kosten wunderbare feste gefeiert wurden .
        Moralisch sind solche machenschaften in der aller untersten schublade angesiedelt.
        Wenn jemand nur etwas moral hat ,dann kann er nicht mehr für solche institute arbeiten ,die nicht anderes im schilde führen als normal bürger ins elend zu stürzen und sich zu bereichern.

        • Anh Toan sagt:

          @ernst bernardi: Genau, und man darf auch nicht für die Pharmaindustrie arbeiten, die neue Krankheiten für uns erfindet um sich zu bereichern, schon gar nicht für die Autoindustrie, die Kinder tötet, auch nicht für die Nahrungsmittelindustrie oder Körperpflegeindustrie, die Tiere misshandeln, in der Textilindustrie ist man unweigerlich an Kinderarbeit beteiligt, die Landwirtschaft überdüngt und gentechnisiert unsere Umwelt, dann bliebe noch die Transport-,Tabak-, Oel-, Nuklear oder Waffenindustrie……

          Wir sollten alle nur für Greenpeace arbeiten, oder im Nobelpreiskomitee.

          Wollen Sie Banken abschaffen, müssen Sie Kapitalismus abschaffen. Man kann vernünftig den Kapitalismus verurteilen, die Banken grundsätzlich und pauschal zu verurteilen, ohne den Kapitalismus an sich zu verurteilen, ist Humbug.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Oh la la, Banken sind gleich Kapitalismus?

            Bevor man solche eine Aussage macht, sollte man die heutige mode of operation von den gegenwaertigen Banken betrachten. Ebenfalls sind ja Banken nicht gleich Banken, sondern man muss die Angelegenheit in einem weit groesseren Zusammenhang untersuchen. Eine Bank vor 50 Jahren ist doch etwas ganz anderes als eine Bank heute.

          • Frank Baum sagt:

            @Huber: Eine Bank vor 50 Jahren ist eindeutig anders als eine Bank heute. Aber die Aussage von Anh Toan ist trotzdem richtig: keine Banken, kein Kapitalismus. Wenn man also alle Banken abschaffen will, würde man auch den Kapitalismus abschaffen und uns alle ins Elend katapultieren. Trotzdem: das Bankgeschäft muss reformiert werden. Das Bakwesen muss wieder ein langweiliges Geschäft werden.

          • Linus Huber sagt:

            @ Frank

            Theoretisch und gerade in der heutigen Zeit, koennten Kredite problemlos ueber eine Plattform vermittelt werden, womit Banken ausgeschaltet waeren von der Transaktion. Auch Zahlungsverkehr koennten Institute uebernehmen, welche nicht im Kreditgeschaeft taetig sind. Es gaebe verschiedene Moeglichkeiten, welche sehr wohl als Kapitalismus bezeichnet werden kann, obwohl man dabei auf den Einsatz einer Bank verzichten wuerde.

    • Robert A. Simon sagt:

      Es sind nicht die Bankiers, die hier verantwortlich sind, sondern Politiker. Sie entscheiden für ihre eigenen kurzfristigen Interessen (nächste Wahlen gewinnen) und riskieren damit das ganze Volk.

  29. Pierre sagt:

    Wenn man diesen Bericht liest, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die EU als eine ihrer Lösungen das Swiss-bashing auserkoren hat.

    Wo kämen wir hin, wenn sich mitten in Europa ein Land befände, welches sich nicht an diesen politischen Dummheiten beteiligt und sein Vermögen nicht nur bewahrt sondern gesteigert hat. Ein Land, welches die Werte echter Demokratie hochhält, und wo der Bürger tatsächlich Einfuss auf die Politik nehmen kann und darf.

    Ein Land, das sich nicht dem Diktat Brüssels unterwirft, und das dem Pseudovorwurf der Unsolidarität nicht auf den Leim kriecht.

    Mit den nun einsetzenden Steigerungen bei den Lohn- und Einkommenssteuern in den betroffenen Regionen, wird die Mittelschicht geopfert, und wir treten ein in eine Phase, von der Plato vor 2,500 Jahren meinte: “In einem Staat, der von der schwersten aller Krankheiten, dem Aufruhr, oder, wie es richtiger heißen dürfte, der Spaltung, verschont sein möchte, darf weder drückende Armut herrschen bei einem Teil der Bürger noch auch großer Reichtum, da beides jene Krankheit erzeugt.”

    Gute Nacht Europa. Bleib wachsam Schweiz!

    • Thomas ernst sagt:

      +++++
      Top Rating für diesen Beitrag!

    • ast sagt:

      nun Herr Pierre, ein Staat, welcher Menschen dafür bestraft dass sie eine Behinderung haben oder Opfer eines Unfalls wurden, ist kein Sozialstaat mehr. Ihr Glaube an den Schweizer Sozialstaat in Ehren -aber viele tausend behinderter Schweizer sind nicht mehr der Ansicht das hier noch grossen Wert auf Solidarität gelegt wird. Die Gesetze mögen so erscheinen als wäre alles in Ornung -alleine der Schein trügt bittlerich. Das Einzige womit sie Recht haben ist die Tatsache dass es in der Schweiz etwas weniger schnell abwärts geht als z.B. in Deutschland. “Kommentar: Armut ist politisch gewollt” , hörte man heute in der ARD, http://www.tagesschau.de/multimedia/politikimradio/audio99302.html
      Das gillt aber genauso in der Schweiz, nur können die Opfer besser versteckt werden als im deutschen Norden, da die Presse hierzulande grosszügig schweigt.

  30. Rolf Bryner sagt:

    Die gleichen Fehler wie damals wiederholen die aktuellen Politiker wie Merkel und Co., indem sie nicht endlich die einzig richtige Konsequenz verfolgen oder es wird ein politisches Europa geschaffen oder der Euro muss rückgängig gemacht werden.. Das aktuelle Flickwerlk der Ueberbruückungskredite für Griechenland, Portugal und Spanien und später Italien löst das Problem nicht, sondern verzögert nur die Endkatastrophe der Eurozone. Wo sind die Staatsmänner Europas. Der letzte war Charles de Gaulle.

    • Frank Baum sagt:

      Der letzte war Helmut Kohl.

      • Thomas ernst sagt:

        Die Birne? Ein Staatsmann?! Kohl war ein Taktiker, Strippenzieher und Intrigant. Staatsmänner haben Charakter. Kohl hatte bloss so ein dickes Fell, dass er auch ohne Rückgrat stehen konnte.

        Keine Märchen, bitte und auch keine Verklärung von Machtmenschen als Charaktergrössen.

  31. Ralf Schrader sagt:

    Auch Helmut Kohl wusst 1989, dass die Einführung der DM in der noch bestehenden DDR deren Wirtschaft ruinieren würde und dennoch ist er von der Währungsunion aus politischen Gründen nicht abgerückt.
    Richtige Politik folgt eben nicht der Logik der Wirtschaft und das ist gut so. Die EU ist primär ein politisches, kein wirtschaftliches Konstrukt und auch das ist gut so. Wenn der politische Kurs klar ist (was in der EU aber nicht gegeben ist), kann man auch mit weniger Wohlstand leben. Weniger Wohlstand tut auch gut.
    Die Politik muss immer das Primat über die Wirtschaft haben, die Schweiz liegt da völlig daneben. Aber auch das wird sich ändern.

    • susanne sagt:

      Sie haben recht, allerdings darf die Politik nicht blindlings losmarschieren, sondern muss zunächst die Rahmenbedingungen schaffen, damit das Ganze funktioniert. Nur durch die Einführung einer Einheitswährung sind die realen Differenzen der Länder einfach nicht auszugleichen. — Wenn man schon auf Volkes Ebene imVerständnis des Begriffes “Demokratie” dermassen grosse Unterschiede hat, wie sie aktuell existieren, sieht man, wie weit der Weg noch ist.

    • Stefan Schmid sagt:

      Ich glaube, Herr Schrader, mit überholten stalinistischen Methoden ist der Kriese nicht beizukommen, zumal für einmal die Kriese auf der Politik fusst, und nicht auf der ach so bösen kapitalistischen Wirtschaft.

      • Daniel Meier sagt:

        Herr Schrader, mit Verlaub, selten soviele schlechte Argumente auf einem Haufen gesehen. Man sieht jeden Tag, dass die Politik eben NICHT besser arbeitet wie die Wirtschaft. Zahlreiche Staaten haben dies auch begriffen. Die Politik ist genau so kurzfristig veranlagt wie Teile der Wirtschaft (leider). Im Kampf um Wählerstimmen sogar noch mehr, siehe zur Zeit Deutschland und vor den Wahlen auch wieder die USA. Ideal wäre es, Politik und Wirtschaft würden am gleichen Strang ziehen, wie es früher in der Schweiz auch mehr anzutreffen war wie heute (ebenfalls leider). Aber da zahlreiche Politiker nur noch Juristen und nicht auch noch Wirtschaftsleute sind, driftet das Ganze auseinander. Politik ohne wirtschaftlichen Sachverstand gehört verboten, deshalb ist auch Ihre Meinung, dass die Schweiz da irre, völlig daneben. Was mit unserem Wohlstand, auf den ich und wohl auch die allermeisten anderen Bürger dieses Landes nicht verzichten wollen, passieren würde, wenn man zB die Juso’s machen liesse, male ich mir besser nicht aus, es wäre grässlich. Eben, Politik ohne wirtschaftlichen Sachverstand.

    • Tomaso Brodo sagt:

      Lieber Hr. Schrader, das hört sich echt hämisch an, was Sie das schreiben. Ist es nicht die Aufgabe der Politik die Wohlfahrt der Gesellschaft sicherzustellen? Sie auch darauf hinzuweisen in Liebe und Rücksicht miteinander umzugehen? Jeder gute Staatsunterricht weist darauf hin, dass alles nur funktioniert wenn “Sitte und Moral” gleichermassen einbezogen werden. Es ist nichts gut so… Zeitgenössische Politiker unterwerfen sich einem Moloch, der ihnen aufdiktiert, wie die Massen zu beeinflussen sind. Alles im scheinbaren Sinne einer besseren Weltordnung. Ich finde es grotesk, dass Menschen, die z. Beispiel steuern hinterziehen, auf jede Art und Weise gejagt werden, offenes Eingestehen diese Währungsmisere unter mehreren Völkern angestiftet zu haben, straffrei bleibt.

    • Kast Walter sagt:

      Wohinn das führt wenn die Politik das Primat über die Wirtschaft hat sieht mann an der DDR, KUBA, NORDKOREA etc.
      aber der Mensch hat aus der Geschichte nie etwas gelernt. Sie gehören dazu.

    • Stadelman Reto sagt:

      Man müsste wohl eher kombinieren, so wie früher. Wirtschaft und Politik werden heute getrennt betrachtet. Es wäre besser wieder “WirschaftsPolitik” zu betreiben im eigenen Interesse und nicht im Interesse des Geldadels!

    • barbara h. sagt:

      @Ralf Schrader: das würde ja die Wirtschaftsentwicklung lähmen, wenn die Politik das Primat über die Wirtschaft hätte….Es hat sich bewährt, dass sich die Schweiz grundsätzlich in der Wirtschaft selber orientiert, ich bedaure, dass sie dies nicht auch so sehen, es braucht, wenn überhaupt, minimierte politische Vorschriften!! Besser für alle wäre es, wenn jedes Land für sich selber sorgen würde…..und wirtschatflich die Zusammenarbeit miteinander sucht und findet….

    • Rolf sagt:

      Setzen Sie sich in ein Auto das sie selbst zusammengebaut haben – mit dem Wissen, dass es wahrscheinlich irgendwann explodiert oder korrigieren Sie zuerst die bekanten Mängel ? Ganze Völker einer Katastrophe auszusetzen deren Ausmass nicht bekannt ist finde ich ehrlich gesagt unseriös und ebenso kriminell wie die Diktatur der Banken der Politik gegenüber.

      • Stadelman Reto sagt:

        Ein Auto ist ein Gegenstand dessen vorhandene Mängel sich nicht verändern, sie werden nur immer grösser. Eine politische Union ist dem gegenüber im stetigen Wandel. Ein Problem von heute ist morgen keines mehr und umgekehrt. Ihr Vergleich ist daher nicht wirklich passend.

    • Frank Baum sagt:

      Weniger Wohlstand tut nicht gut. Es ist schlecht und hilft niemandem. Die EU war schon immer ein Zwitter zwischen wirtschaftlichem Konstrukt und politischem Konstrukt. Das macht die Sache ja auch ambivalent. Es wurde eindeutig als wirtschaftliches Konstrukt gegründet und begründet. Man hoffte, aus dem wirtschaftlichem Konstrukt dereinst ein politisches Konstrukt entstehen zu lassen, was zwar geschah, aber nicht bewusst vorangetrieben wurde. Was erst Recht fehlt, ist das klare Bekenntnis zu dem politischen Konstrukt. Alle Versuche, eine eigentliche Verfassung für die EU zu finden sind ja kläglich gescheitert. Ausserdem fehlt auch die “Grundidee”, die es einem erlauben würde, auch in Anbetracht aller Widerstände und Widrigkeiten für die EU einzustehen.

      • Stadelman Reto sagt:

        “Ausserdem fehlt auch die ‘Grundidee’ ”
        Die fehlt eigentlich nicht. Die Grundidee ist ganz klar sich einen Platz an der Sonne zu sichern. Europa war weltpolitisch betrachtet nur als Absatzmarkt für China/USA interessant, hatte sonst jedoch nicht viel zu sagen und wurde von der USA gelenkt. Das ändert sich mit der EU. Eine neue starke Macht die uns, dem Volk von Europa, ein Mitspracherecht sichert. Es fehlt an einer Grundidee? Ich denke eher, es geht vielen Europäern noch viel zu gut das sie die Grundidee nicht erkennen…
        Ein guter Manager strukturiert seine Firma dann um, wenn sie Gewinne schreibt und nicht erst dann, wenn die Zahlen schon ist Minus gerutscht sind. Genau das macht die EU. Sie bildet eine Einheit bevor der Sturm da ist, denn wenn er da ist, ist es zu spät…

        • Frank Baum sagt:

          Die Grundidee” ist alles andere als klar. Die EU als “starke Macht” gegen China und die USA? Na, das mag Ihre Idee von Europa sein. Da gibt es aber noch sehr viele andere Ansichten. Viele wünschen sich lediglich eine Wirtschaftsunion. Andere wünschen sich einen Raum, in dem Demokratie gelebt wird und sich alle frei bewegen können. Ein mächtiges Volk zu sein schwebt wohl den wenigsten vor.

          In Anbetracht der Euro-Krise und der daraus entstehenden existentiellen Krise für Europa kann man wohl kaum Ihr Gleichnis mit der Privatwirtschaft heranziehen. Erstens ist dieses sowieso falsch: niemand restrukturiert in den guten Jahren. Wieso? Weil man nicht über das notwendige Druckmittel verfügt. Momentan von guten Zeiten für die EU zu sprechen ist zudem blanker Hohn.

  32. Dieter C. Kuser sagt:

    Nett endlich zu hoeren, dass ‘man’, scheinbar, schon lange gewusst hat, das die EU mit dem EURO nicht funktioniert. Viel interessanter waere es jedoch, erfahren zu duerfen, was man jetzt zu tun gedenkt — oder drehen wir uns jetzt einfach weiter im Kreis und warten auf ein Wunder?

    • Karin Gut sagt:

      @Kuser: In die Gesellschaft der damaligen Zeit, die Politiker und deren Denken kann man sich heute nur noch schwer einfühlen, damals lenkte eine Generation welche noch stark von verheerenden Instabilitäten und Bedrohungen geprägt war, Weltkrieg, Wettrüsten, Vietnam-Massaker, Eiserner Vorhang etc.
      Die Unvereinbarkeit mit ökonomischen Theorien schien damals ein Übel, dass man in Kauf nehmen konnte, es ging “nur” um Geld, später würde man dann wohl schon irgendwelche Korrekturen finden, um die entstehenden Probleme zu lösen.

      • Dieter C. Kuser sagt:

        Frau Gut, ganz genau. “… später würde man dann wohl schon irgendwelche …” das Credo unserer Zeit … warten wir also auf die Probleme …

        • Karin Gut sagt:

          @Kuser: Ich will nicht die gemachten Fehler verteidigen, was man sich dabei dachte weiss ich natürlich auch nicht genau, aber manche dachten wohl der Vereinigungsprozess würde rasant weitergehen zu den Vereinigten Staaten von Europa, Steuern und Staatsschulden alles vergemeinschaftet. Speziell links der politischen Mitte sah man wohl schon “Die Internationale” wahr werden, “Völker Europas vereinigt euch”.

          Wenig später erfasste auch die Schweiz eine Welle der EU-Euphorie. Wäre unsere Euphorie noch etwas stärker gewesen, dann hätten wir auch Fehler gemacht, die man heute nicht mehr verstehen würde.

          Und was machen wir heute? So wie wir Gas und das wertvolle Erdöl verheizen werden unser Enkel auch nur die Köpfe schütteln: wie kann man nur sooo blöd sein….

          • anne Rei sagt:

            @ Karin Gut

            Ja, wir waren einst blöd, haben uns in gewisser Weise von der Euphorie anstecken lassen, aber niemals bestand der Wunsch der Völker, das es zu so einer Situation wie jetzt kommt. Die Völker Europas wollten lediglich, wie es de Gaulle einst vorschlug, ein Europa der Vaterländer.
            Was hat der EURO gebracht ? Keinen Frieden, wie es uns stets vorgepriesen wird, und jetzt auch noch den Friedensnobelpreis,das ist nur noch Schwachsinn.
            Denn schaut man mal genauer hin, bei den Demonstraktionen in GR, Spanien, und Italien, die Deutschen sind wieder die Bösen, die Nazi`s, wir werden wieder geächtet, wie einst vor 70 Jahren.
            Ist das Frieden ?
            Man strampelt sich ab, schuftet, und die Gelder fließen zu den Banken , und die Armut steigt in einem hochtechnologischen Land wie D , Exportweltmeister, immer stärker an.
            Es wird Zeit, das sich alle Völker in Europa erheben und die Brüssler Elite in die Schranken weisen. Ansonsten, wird auch das s.g. reiche D untergehen.
            Über die Hälfte der Bevölkerung wollen lieber die D Mark zurück, als weiter mit dem EURO untergehen.

    • H.Trickler sagt:

      Die im Blog angeführten Risiken für die Einführung des Euros wurden durch die sog. Konvergenzkriterien gemildert und haben ja auch tatsächlich rund 10 Jahre gehalten. Darauf hätte der Blogschreiber eingehen dürfen!

      Dass die Unwägbarkeiten der Politik dazu führten, dass die Konvergenzkriterien gleich zu Beginn ausgerechnet von Deutschland gebrochen wurden, war auch von ewigen Kritikern nicht vorhersehbar.

      Heute ist die Situation ganz einfach so, dass ein klarer Sanktions- und Austrittsmechanismus fehlt, welchen man aus nachvollziehbaren Gründen damals nicht festschreiben wollte. In ein paar Generationen wird man hoffentlich in Europa so weit sein, dass Regierungen welche keine Währungsstabilität gewährleisten können, rasch wegen Unfähigkeit von der Bildfläche verschwinden. Die besseren Informationsmöglichkeiten breiter Schichten durch das Internet werden den früheren bequemen Weg über Inflation, welche ja auch jemand ‘bezahlte’, nicht mehr durchgehen lassen!

      • Fred David sagt:

        Danke, @) Herr Trickler, dass Sie hier auf die 10 Jahre mit den durchaus greifenden Konvergenzkriterien hinweisen und dass es für Sie selbstverständlich ist, dass es sich sowohl bei EU wie Euro um ein Generationenprojekt handelt. Am Anfang stand ein Gebilde namens Montanunion, deren Gründung gerade mal 61 Jahre oder zwei Generationen zurückliegt. Welcher Weg ist trotz aller riesigen Schwierigkeiten seitdem zurückgelegt worden? Europa ist ein äussert zäher Kontinent, der in den letzten Jahrzehnten durchaus belegt hat, aus fundamentalen Krisen (und was für welchen!) lernen und die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

        • Elke sagt:

          Die Konvergenzkritierien wurden zu Anfang durch Frankreich und Deutschland gebrochen. Die Staatsschuldenkrisen waren voraus zu sehen. Der Euro hat eigentlich nur halbwegs bis 2007 funktioniert, danach ging doch schon alles bergab. Wer den 2. Schritt vor dem 1. macht, muss sich nicht wundern, wenn er stolpert! Diese Währungsunion ist jedoch nicht nur gestolpert, sie liegt doch bereits am Boden.
          Allein 18,1 Bio Euro betragen die Bankschulden der PFIIGS-Länder! Wer hier noch glaubt und hofft, dass das funktionieren kann, der glaubt auch an den Osterhasen. Das Problem IST der Euro. Unsere Politiker versuchen in Windeseile zusammen zu schmieden, was nicht zusammen passt. Die Krise kommt wahrscheinlich auch geplant. Oder wieso sagte Schäuble im Dez. “011 im Interview mit der New York Times: “We can only achieve a political union if we have a crisis.” Allerdings wird der Euro mEn an dieser Krise zerbrechen, denn die Geduld der Vöker ist zu Ende. Wir sind alle Verlierer dieser Situation. In den Geberländern und den Nehmerländern. Die Gewinner sind die Hochfinanzu und die Großindustrie sowie die daran beteiligten Politiker. Ich habe die Nase gestrichen voll von EU und Euro!

          Da

  33. w.hueppi sagt:

    Offenbar wussten die Verantwortlichen Politiker genau, dass eine Waehrungsunion mit festen Wechselkurse nie funktionieren konnte, da die wirtschaftliche Entwicklung der Laendern in Europa, zu unterschiedlich sind. Trotzdem wurde das Projekt durchgezogen, in Kenntnis seines zukuenftigen Scheiterns. Politik hatte Vorrang, vor Oekonomischen Verstand.

    • Stadelman Reto sagt:

      Und dafür werden wir den Verantwortlichen noch dankbar sein! Nur dank der EU versinkt Europa nicht in der Welt und kann sich seinen Platz an der Sonne sichern. Irgendwann werden das auch die letzten Kritiker noch erkennen.

      • will williamson sagt:

        Jedes Grossreich währt seine Zeit, bei den alten Römern war sie relativ lang, das tausendjährige Reich endete etwas früher. Wie lange sich die EU hält, müssen wir noch sehen. Im Moment haben die ja in einigen Mitgliedsländern sowohl finanziell wie politisch (Ungarn, Rumänien u.a.) ein ziemliches Puff und zudem gibt es diverse Zentripetalbewegungen. Wo die Entwicklung hinführt, werden wir vermutlich relativ bald sehen.

        • Stadelman Reto sagt:

          Die genau gleichen Probleme gibt es weltweit in JEDEM grossen “Reich”. Siehe USA mit ihren texanischen Seperatisten…

        • Rene Wetter sagt:

          Würden Sie denn sagen, dass sich Länder oder “Reiche” ähnlich verhalten wie Atome? Je grösser desto unstabiler? Was wäre denn Ihrer Meinung nach die Maximalgrösse? Wäre sie abhängig von der Fläche oder der Bevölkerrungszahl? Jetzt kommen Sie wohl mit den unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Warum ist Indien nicht schon in 100 Einzelstaaten zerfallen.
          Noch was zu den Grossreichen: Die enstanden alle durch Eroberungen. Die EU hingegen war ein freiwilliger Zusammenschluss, wie auch die Schweiz. Jetzt kommen Sie damit dass es in vielen Ländern keine Volksabstimmung zum EU Beitritt gegeben hätte. Nennen Sie mir bitte eine Volksabstimmung eines Kantons zum Beitritt in die Eidgenossenschaft.

          • Thomas ernst sagt:

            Kanton Jura.

          • will williamson sagt:

            Ein System wird mit der steigenden Anzahl von Subsystemen komplexer und damit zweifelsohne instabiler. Es ist ein viel grösserer Aufwand nötig, um die Aktivitäten der Subsysteme zu koordinieren. Dafür ist ja die EU geradezu ein Bilderbuch-Beispiel.

          • Frank Baum sagt:

            Der Fortschritt der Menschheit beruht vor allem auf dem Fortschritt, immer grössere Gruppen von Menschen immer besser zu organisieren. Der Vergleich mit antiken Grossreichen sagt nichts aus. Diese Konstrukte hatten nicht annähernd die Komplexität moderner Nationalstaaten – weder hinsichtlich Funktionalität noch hinsichtlich Anzahl Bürger.

            Die EU ist da tatsächlich ein neuer Level der Komplexität. Ich bin zuversichtlich, dass es uns dereinst gelingen wird, eine solche Organisation zu betreiben. Ob es aber mit dieser EU schon gelingt, ist eher fraglich. Eben der Euro kann der EU das Genick brechen, weil die Konstruktion fehlerhaft ist. Die Krisenbewältigung behebt diese Mängel noch nicht, zumindest nicht zureichend. Aber, es ist nicht aller Tage Abend: vielleicht reift die EU durch die Krise und es gelingt doch, die Euro-Zone nachhaltig stabil zu gestalten.

      • Klaus sagt:

        wenn der Laden implodiert, werden die Verantwortlichen vom Brüsseler Politbüro von den Südländern alle gehängt werden

    • D.Sopi sagt:

      Ich würde da ein bisschen präzisieren und sagen, die wirtschaftlichen Interessen haben die Politik gekauft, ihre humanen Werte und Leute die nicht damit umgehen konnten, wegrationalisiert und dann Wirtschaft mit dem Titel “Oekonomie” betrieben..

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

Abo

Weekend-Abo für 1.- testen

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

TA Marktplatz

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Anzeigen

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Werbung