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Der «Währungskrieg» in den Dreissigerjahren

Tobias Straumann am Montag den 29. Oktober 2012
Opfer der Weltwirtschaftskrise: Blick in eine US-Suppenküche während der Grossen Depression 1932. (Bild: Keystone)

Opfer der Weltwirtschaftskrise: Blick in eine US-Suppenküche während der Grossen Depression 1932. (Bild: Keystone)

Wenn immer heute der Vorwurf des Währungskriegs erhoben wird, klingt die Warnung mit, es nicht so weit kommen zu lassen wie in den Dreissigerjahren. Damals habe der zerstörerische Währungskrieg zum militärischen Krieg geführt. Wehret den Anfängen!

Auf vergangene Katastrophen hinzuweisen ist immer wirkungsvoll und manchmal auch richtig, aber in diesem Fall ist der historische Vergleich geradezu irreführend. Der grösste Fehler der Dreissigerjahre war nicht der Abwertungswettlauf, sondern das Festhalten am Goldstandard. Die Länder hätten, wenn schon, früher abwerten sollen, nicht die Abwertung verhindern. Denn nur durch die Aufhebung der Goldstandards gewannen sie die Freiheit zurück, ihr Bankensystem zu stützen, die Deflation zu beenden und die Zukunftserwartungen umzudrehen.

Barry Eichengreen und Jeffrey Sachs haben den Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Abwertung und dem industriellem Wachstum in den Dreissigerjahren anhand einer Grafik klar auf den Punkt gebracht. Die Grafik zeigt, dass das industrielle Wachstum besser war, je früher ein Land abgewertet hat (hier das ganze Paper, das 1985 im «Journal of Economic History» publiziert wurde). Grossbritannien und die nordischen Länder werteten bereits 1931 ab und erholten sich bald darauf, Frankreich wertete erst 1936 ab und blieb deshalb länger in der Krise stecken.

Auch der zweite Teil der historischen Analogie ist irreführend. Die Abwertungen trugen nicht zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bei. Viel wichtiger waren andere Faktoren: der gescheiterte Friedensvertrag, die Schuldenkrise in Deutschland, das schlechte Krisenmanagement der USA, die Unterschätzung Hitlers etc. Der Begriff Währungskrieg suggeriert, es sei schon in den Dreissigerjahren Krieg geführt worden, nur nicht mit militärischen Mitteln. Auch das ist irreführend. Die Tatsache, dass Frankreich erst 1936 in den Abwertungswettlauf einstieg, war vollkommen selbst verschuldet. Es war nicht Ausfluss einer Konfrontation mit Deutschland oder einer anderen Macht.

Im Übrigen ist auch heute nicht der Währungskrieg das Hauptproblem. Viel zentraler für die Weltwirtschaft sind die Tiefzinspolitik des Fed, die Eurokrise und die Probleme des chinesischen Wachstumsmodells. So werden auch künftige Historikerinnen und Historiker kaum den «Währungskrieg» ins Zentrum der Darstellung der aktuellen Krise stellen. Dieser Begriff lenkt nur vom Wesentlichen ab.

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38 Kommentare zu „Der «Währungskrieg» in den Dreissigerjahren“

  1. Anh Toan sagt:

    Wie sollten wir die Zukunft erkennen, wenn wir sie im Rückspiegel (Hiostorie) suchen?

    • Lukas Wenger sagt:

      @Toan Wer das vom Rückspiegel erwartet, fliegt bei der nächste Kurve von der Strasse. Der Blick zurück erklärt nur den Weg bis genau jetzt. Darüber hinaus kann die Auseinandersetzung mit Geschichte Hinweise geben, welche Mechanismen wie gewirkt haben. Ob Menschen in künftigen Situationen ähnlich handeln wie in vergangenen, kann zwar bedacht, aber nicht gefolgert werden. Wer sich all diese Gedanken jedoch nicht macht, ist tendenziell orientierungslos und wird selten gute Strategien finden.

      • Anh Toan sagt:

        @Lukas Wenger: “Der Blick zurück erklärt nur den Weg bis genau jetzt.”

        Nicht einmal dies erklärt der Blick zurück, denn die Kausalitäten, (Sie sagen “Mechanismen hätten gewirkt, benutzen “erklärt”) beinhalten Wertungen des Historikers, darum heisst es auf Englisch ursprünglich auch “His-story”.

        Zweifellos brauchen wir Geschichte, jedoch kaum zur Deutung der Zukunft, die wollen wir doch gestalten.

        Zum Beitrag, letzter Abschnitt: Das Wesentlichste ist, ich erllaube mir, die Reihenfolge umzukehren, die chinesische Wachtumspolitik, gegen welche sich einerseits das FED mit Tiefzinspolitik zu wehren versucht, während andererseits die Wirtschaften in Europas Süden direkt angegriffen und damit die Eurokrise auslösten und verstärkten, wenn auch nicht verursachten. Die chinesische Wachstumspolitik beinhaltet neben staatlicher Förderung von Diebstahl geistigem Eigentums eine unterbewertete Währung. So liesse sich dies aber schon als Währungskrieg umschreiben, oder nicht?

  2. Christoph sagt:

    Die Geschichte wiederholt sich zwar, aber nie im Detail. Die Krisen sind nicht identisch, die Konsequenzen können es aber dennoch dieselben sein. Die Länder haben damals zu spät abgewertet. Schön, heute können sie das gar nicht mehr. Der Euro ist der Goldstandard von damals, man müsste ihn also noch heute abschaffen um aus der Krise zu kommen. Wird das jemand tun? Kaum.

    • Max Meister sagt:

      Aha die hätten schon früher tun sollen was wir heute tun… Goldstandard abschaffen und Geld ohne Ende drucken um die Banken zu retten. Herr Straumann, sie haben wirklich kapiert was nachhaltige Währungspolitik bedeutet. Gratuliere!
      Die Zukunft wird zeigen, wie lange man so noch weiterwursteln kann. Irgend eine Form von Goldstandard wird über kurz oder lang wieder kommen müssen, davon bin ich überzeugt.

      • Linus Huber sagt:

        @ Max

        Die Idee, dass man durch Geld drucken Wohlstand und Wirtschaftswachstum erzeugen kann, ist bei vielen Oekonomen so stark verankert, dass man sich fragen muss, warum wir nicht einfach noch viel mehr Geld drucken um das Problem zu loesen. Es ist eine laecherliche Idee, welche einzig Wohlstand von unten nach oben umverteilt. Jedes Problem wird mit noch staerkeren Dosen der gleichen schaedlichen Medizin bekaempft. Ich bin auf Ihrer Seite.

    • Alois Krieger sagt:

      Ich glaube, wenn wir die heutige Krise mit den 20er/30er Jahren vergleichen dann würde ich mit dem Vergleich etwas früher anfangen.

      Wie heute haben auch damals ehrgeizige Politiker Europa in den Ruin getrieben. Damals waren Kriege die Ursache für die riesigen Staatsschulden, die am Ende niemand mehr bezahlen konnte. Heute ist wohl das Misskonstrukt Euro dafür verantwortlich.

      Den Vergleich könnte also auch schon 1918 beginnen, das wäre wohl treffender. Nach dem Krieg waren die europäischen Mächte so stark verschuldet, dass sie faktisch Konkurs waren. Die meisten Goldreserven waren jetzt im Besitz der USA. Trotzdem wollte man das System nicht zusammenfallen lassen und hat so getan, als ob man noch Liquide wäre. Den Schulden der Siegermächte stellte man die Reparationszahlungen Deutschland entgegen. So waren die Gelder, die die Amerikaner Grossbritannien und Frankreich geliehen haben, nicht verloren. Grossbritannien und Frankreich waren nicht Konkurs, weil sie das Geld von Deutschland zurückerhalten sollten.

      Das ist schon ähnlich der heutigen Situation. Es wird so getan, als ob die Südstaaten nach ein paar Reformen die Schulden gegenüber dem Rest der EU zurückbezahlen können. Doch das ist wohl Fantasie. Der grosse Knall wurde damals nach dem 1. Weltkrieg verhindert. Die Probleme wurden aber nur in die Zukunft verschoben.

      • Christoph sagt:

        Deutschland war nach dem 1. WK immerhin noch intakt, die Wirtschaft konnte produzieren, Stahl und Kohle, das war schon was. Die Siegermächte konnten damit rechnen, dass die aufgezwängten Reparationszahlungen auch eingehen würden. Bei Den Griechen siehts da schon ein bisschen düsterer aus. Der Tourismus und ein paar Oliven reichen nicht, mit dem Sparprogramm wird nun auch noch die Inlandnachfrage gedrückt.
        Mehr Euros zu drucken bringt nichts, denn die kämen in GR ohnehin nicht an und eine Abwertung desselben müsste sich als Referenz die wirtschaftliche Leistung Griechenlands nehmen. Die Nordländer hätten ja Freude…
        Es wären also grosse Investitionen in zukunftsträchtige Produktionen erforderlich, doch wer will mit teuren Euros da jetzt investieren? Und Griechenland ist nicht unbedingt das grösste Sorgenkind in der Eurowiege.
        Man muss ja den Euro nicht gleich abschaffen, als Hilfs- bzw. Zweitwährung war er ja lange Zeit nützlich. Zurück auf Feld 1 und beim nächsten Anlauf etwas durchdachter. Man muss ja nicht warten, bis die Südländer völlig im Elend versunken sind, das bringt am Ende niemandem etwas positives.

        • Rolf Raess sagt:

          Christoph, Du hast noch vergessen, dass es sich z.B. bei Griechenland um einen von den griechisch-orthodoxen “Ayatollahs” ausgebeuteten Staat handelt. Man sollte diese “Religioten” endlich zum Teufel jagen und und nicht gleichzeitig dieselben Kreise im Iran verteufeln, die man hier hätschelt… Die griech-orthodoxe Kirche hat noch nie Steuern bezahlt, besitzt aber die grössten Agrar-Flächen im Land, schlecht bestellt von ausgebeuteten Landarbeitern. Darum wurden in den 60er Jahren, die Landreform fordernden “Kommunisten” gnadenlos ausgerottet. Christlicher Etikettenschwindel wie überall – dass ich nicht lache…

  3. Alex Zatelli sagt:

    “… die Probleme des chinesischen Wachstumsmodells.”

    Für Europa kann man schreiben: “… die Probleme des deutschen Wachstumsmodells.” Das Problem heisst “exportorientierte Niedriglohnpolitik, die nicht über den Währungskurs stabilisiert wird”.

    • will williamson sagt:

      Bin der gleichen Ansicht. Einigermassen paradox ist, dass diese Niedriglohnpolitik oder Dumpinglohnpolitik von einer sozialdemokratischen Regierung unter Schröder eingeführt wurde.

  4. Andreas Moser sagt:

    Die heute Krise ist eher mit der Entwicklung zu vergleichen, die 1922/23 in der Hyperinflation und anschliessenden Währungsreformen endete. Der russische Oekonom Kondratieff erklärt die Zyklen und die Longwafe Group erläutert diese wissenschaftlich, z.B. die Entwicklung in den USA von 1789 bis heute. Wir befinden uns im Kondtratieff-Winter.
    Die Krisen liegen im Fiat-Money-System, wo Geld mit Schulden aus dem Nichts entsteht. Der Zins- und Zinseszinseffekt führt zur masslosen Schulden- und Geldvermehrung: “Josephspfennig”. Der Zins wurde nie im System geschöpft, man kann ihn nur jemandem wegnehmen: “Fabian gib mir die Welt plus 5 %”.
    Uebrigens physisches Gold und Silber gehen nie pleite, da keine Schulden dahinter stehen. Edelmetalle sind seit über 3000 Jahren Geld.

    • Linus Huber sagt:

      Ich gehe mit Ihnen einig Andreas, wobei es noch nicht erkannbar ist, ob und wann wir mit Hyperinflation zu rechnen haben. Die gegenwaertige Gangart laesst diese Konklusion sicherlich zu, wobei Hyperinflation eine politische Entscheidung darstellt, welche natuerlich auch die Macht der Zentralbanken zerstoeren wird. Ob diese dies frueh genug erkennen, wird sich zeigen.

      • Andreas Moser sagt:

        Die heutigen Staatsschulden sind heute dermassen krass, dass sie durch Hyperinflation und/oder Währungsreform abgebaut werden müssen, damit wieder ein neuer Zyklus beginnen kann.
        Die Hyperinflation folgt mit dem Vertrauensbruch in den Staat, das heisst mit dem Abverkauf der Staatsanleihen und der Flucht aus der Währung in Sachwerte. Bei der Hyperinflation können die Organe immer die anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Ich gehe davon aus, dass in Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Niederlande… wieder mit einer Währungsreform die “alten” Währungen eingeführt werden. Die € werden dann auf einem Konto zerfallen. In die neue Währung können vielleicht € 1000.- oder wenn es gut geht 5 – 10 % gewechselt werden. Die CH wird dann mit den in Aussicht gestellten neuen Banknoten die Währungsreform einläuten. In der Folge kann es mehrere Währungsreformen geben. Wenn der Staat im Fiat-Money-System verbleibt, kann es sein, dass die Bevölkerung eine neue Währung nur akzeptiert, wenn sie mit Edelmetallen und anderen Sachwerten wie Getreide hinterlegt ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Vollgeldrevision oder Monetative wenn möglich ohne das Zinssystem folgen wird. Die Macht das Geld zu schöpfen soll dem Staat und nicht den zum Teil privaten Zentralbanken (die FED ist zu 100 % im privaten Besitz) besitzen!

        • Rene Wetter sagt:

          @Moser: DIe Staatsschulden sind nicht dermassen krass, in vielen ländern sind sie nicht schlimmer als in den 90ern, Sie haben die Übersicht verloren. Nach dem WWII hatten die USA einen Schuldenstand von 160%! und Deutschland 700% (das gab dann eine Währungsreform).
          Wir müssen die Balance wiederfinden. Firmen und Banken müssen die Stützungsgelder zurückzahlen und Firmen und Reiche müssen wieder Steuern bezahlen wie in den 80er, also die ständigen Forderungen nach Steuererleichterungen müssen aufhören. Gewiss werden hier viele den Zusammenhang zwischen den tieferen Steuern und der Verschuldung abstreiten. Aber mal eine Frage: Wie kann es sein dass trotz grossen Ersparnissen in der Verteidigung nach Ende des Kalten Krieges solche Schulden aufgetürmt wurden, grossartiges wurde nicht gebau, im Gegenteil an vielen Orten vergammelt die Infrastruktur. Die Beispielsländer für mich sind die USA und GB, an beiden Orten ist der Schuldenstand hoch die Steuern tief, die Infrastruktur vergammelt. Kurz: Die Theorie dass man durch Steuersenkungen die Wirtschaft ankurbeln könne und dadurch die Steuerausfälle kompensieren könne ist definitiv gescheitert, Es mag sich für kleine Staaten lohnen aber wie lange wird sich zeigen. Man sieht es auch in der Schweiz, wo sich dieses System nur für kleine Kantone rechnet, die den anderen das Steuersubstrat abzügeln. Aber es ist ein “Race to the bottom” am Schluss gibt es nur Verlierer, ausser dem obersten %. Und es bleibt zu hoffen, dass hier sich niemand der Illusion hingibt jemal zu dieser kleinen Elite zu gehören. Unsere Nachfahren können dann als Stallknechte, Reitlehrer, Raumpfleger und Gärtner für diese Eliten arbeiten

    • Marcel Senn sagt:

      Moser: Dann geben Sie doch mal Goldverbote in Wikipedia ein. Da gab es im letzten Jahrhundert doch einige: USA 1933-1974, Frankreich 1936-37, Deutschland 1923-55, UK 1966-71, Indien 1963-90 und auch in den Jahrhunderten. vorher schon einige…
      Sollten wir wieder mal vom FIAT Money zu Währungen auf Goldbasis zurückkehren, dann werden Goldverbote wohl unumgänglich sein, denn soviel von dem Zeugs hat es nicht (ca 170’000t oder rund 9 Bio USD).
      Fragt sich dann nur, was all die Goldfans mit ihrem Gold noch anfangen sollen, wenn es als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel unter den Privaten wieder verboten würde…Daran denken wohl die wenigsten, wenn sie zu den Goldverkäufern in Kirchberg und Zürich pilgern und sich mit dem Gelbmetall eindecken. Machen dagegen kann man eh nix, wenn sie sich mit ihren Minibarren und Krügerrands in falscher Sicherheit wiegen wollen (das (falsche) Sicherheitsgefühl kann man als Rendite des Goldes betrachten :-))

      • Andreas Moser sagt:

        @ Marcel Senn, 15:36 h
        Ob sie bei einem möglichen Goldverbot (ich rechne nicht damit), das Gold zurückgeben, ist “freiwillig” – sie können es doch ausgegeben haben. Vielfach wollen die Menschen das haben, was verboten ist.
        Uebrigens, ein Silberverbot gab es noch nie in der Geschichte! Gemäss Theodor Beutler gibt es rund 23 gr. Gold und nur 4.65 gr. Silber pro Nase auf der Welt. Pro Jahr wird mehr Silber in der Industrie gebraucht, als gefördert wird. Das Silber ist noch zu billig, so dass es mit dem Elektkroschrott auf der Müllkippe landet. Silber wird gegenüber Gold noch vier bis fünf Mal an Wert zunehmen. So wird das historische Verhältnis 1:10 – 1:15 wieder hergestellt werden. Dies entspricht auch dem Verhältnis, wie die Metalle in der Erde vorkommen.
        Es hat nicht zu wenig Edelmetalle für die Zentralbanken auf der Welt – die Preise der Metalle werden einfach steigen, so dass das Verhältnis stimmt.

        • Anh Toan sagt:

          @Andreas Moser: “Dies entspricht auch dem Verhältnis, wie die Metalle in der Erde vorkommen.”

          Sie beziehen sich dabei auf 1:10 – 1:15, wenn jedoch das Verhältnis von Gold bzw Silber pro Nase 23:4.65 ist, wie Sie behaupten, reicht meine Mathe nicht, um zu verstehen, wie sich diese Verhältnisse entsprechen.

          • Elektron sagt:

            Woher das historische Verhältnis von Gold zu Silber von Andreas Moser stammt ist mir ebenfalls fraglich….Historischen funden zufolge fand man im Reich Babylonien (3000 v.Chr.) ein festgesetztes Wertverhältnis von Gold zu Silber, im Verhältnis 1:13 1/3. Dieses Verhältnis entspricht der Mond und Sonnenumlaufbahnen. Zu dieser Zeit waren Gold und Silber Repräsentanten für Sonne und Mond.

      • Gion Saram sagt:

        @Marcel Senn ist wohl einfacher vor einer staatlichen Zwangskonfiszierung zu verstecken? Aktien, Obligationen, Immobilien, Pensionsguthaben oder Goldmünzen und Barren? Auch wenn Gold als Zahlungsmittel verboten würde, müssen ja noch lange nicht alle Transaktionen vor dem Staat öffentlich gemacht werden. Ausserdem haben sie in ihrer Aufzählung der Goldverbote die Schweiz vergessen, vielleicht einfach aus dem Grund das es bei uns noch nie so ein Goldverbot gab? Es mir herzlich egal wenn die Amis oder die Franzosen ihren Bürgern den Besitz von Gold verbieten, solange ich als Schweizer Bürger mich vor ähnlichen Gesetzen hierzulande schützen kann.

  5. will williamson sagt:

    Wenn seinerzeit die Währungsabwertungen die Kriegsursachen gewesen sein sollten, ist das doch enorm beruhigend, weil zumindest im Euroraum, D eingeschlossen, nicht abgewertet werden kann. Die durch den Euro bewirkten Ungleichheiten werden eher in einzelnen Ländern Bürgerkriege auslösen. Dass – wie von Herrn Sarközy angekündigt – Kriege zwischen Staaten zu befürchten sind, ist weniger wahrscheinlich, aber nicht mit 100%-iger Sicherheit auszuschliessen.

    • ast sagt:

      Gemäss des”Ökonomen-Politker” Krugman von der NewYorkTimes hat den USA der Krieg “mit den Waffen der Demokratie” (Roosevelt) geholfen die Wirtschaftsflaute zu überwinden. Es gibt auch solche Ökonomen die sich sicher sind dass der zweite Weltkrieg die Initialzündung zur nachfolgenden Hochkonjunktur gelegt hat. Dann habe ich kürzlich von einem Herrn gelesen der deshalb vorschlägt anstelle des Wirtschaftkrieges der zum heissen Krieg führen könnte einen Marsflug anzugehen, um erstens einen Innovationsschub auszulösen und zweitens für Beschäftigung zu sorgen -und Wachstum.

      Ich halte den Vorschlag für gar nicht so abwegig -allerdings gäbe es auch noch andere Möglickeiten um die Wirtschaft anzukurbeln. Bei allen diesen Vorhaben war und ist aber charakteristisch -dass die Menschen besser zusammen arbeiten müssen und das Einkommen aus dem Unterfangen gerechter verteilt wird. Nicht nut Krieg oder ein Vorhaben im Weltraum kann die Menschen zusammen führen -das vielleicht interessantestes Musterbeispiel stellt der Pyramidenbau in Ägypten dar. Im Verlauf der daruch ausgelösten Wirtschaftskraft gelang es den Ägyptern ein das Tausend Jahre überdauernde Weltreich zu gründen.

  6. Martin Holzherr sagt:

    Wenn eine Abwertung der Währung in gewissen Situationen ein oder der entscheidende Faktor ist, um das industrielle/ökonomische Wachstum anzukurblen, dann wäre die Unfähigkeit abzuwerten dementsprechend eine ernsthafte Einschränkung oder gar Bedrohung für die Zukunft.
    Spanien, Griechenland, Portugal und die anderen Euro-Krisenstaaten können nun genau nicht abwerten, weil sie ja Teil des Euro-Wärhungsraums sind. Also müsste in ihrem Interesse der Euro insgesamt stark abwerten. Da die Haupthandelspartner der Euro-Krisenländer aber andere Euroländer sind, würde eine Abwertung des Euro viel weniger bringen als ein relative Abwertung im Vergleich zu den Handelspartnern wie er bei einer eigenen Währung möglich wäre.
    Im Prinzip müssen diese Überlegungen aber auch für bestehende grosse Wärhungsräume wie den Dollarraum innerhalb der USA gelten. Tatsächlich gab es in den USA immer wieder Phasen, wo einzelne Bundesstaaten sich wirtschaftlich schlecht entwickelt haben und wo als Reaktion darauf eine starke Arbeitskräftemigration innerhalb der USA einsetzte. In Europa gibt es aber allein schon die sprachlichen Hürden, die eine solche Arbeitskräftemigration erschweren. Europa scheint auf einen gemeinsamen Währungsraum sehr schlecht vorbereitet gewesen zu sein und es fehlen mehrere Voraussetzungen für eine erfolgreiche gemeinsame Währung.

    • Anh Toan sagt:

      @Martin Holzherr:Die europäische Arbeitskräftemigration findet statt, gehen Sie mal über die Bahnhofstrasse!

      Das Problem der Eurokrisenstaaten ist also, dass sie keinen Exportmarkt (im Sinne von ausserhalb der EU) haben, weil ihre Produkte bzw. die Kosten um diese herzustellen, nicht weltmarktfähig sind. Die Produkte aus Deutschland und Co sind weltmarktfähig, weil sie nicht direkt miit der asiatischen Billigproduktion konkurrenzieren, sondern primär mit der US und JPY Wirtschaft. (Auch wenn die Löhne in Deutschland bescheiden sind, sind sie nicht tiefer als in Italien oder Spanien, die Lohnstückkosten mögen allenfalls tiefer sein.) Die Wirtschaft im Süden Europas wird von der asiatischen (und osteuropäischen) Billigproduktion direkt konkurrenziert. Die Länder müssen entweder raus aus dem Euro (“absteigen” in die 2. Liga) oder sich Gedanken machen, in welchen Bereichen sie das Potential haben, weltmarktfähige Produkte herzustellen, denn dauerhaft können sie nicht Öl und I-Phones importieren, ohne etwas zu exportieren. Den Griechen, den Italiern oder den Spaniern zu unterstellen, sie wären zu faul oder zu doof, weltmarktfähige Produkte herzustellen, halte ich für Unsinn, aber klar erscheint der Weg über Währungsabwertung auf kurze Frist als weniger schmerzhaft. Die Schmerzen des Abstiegs würden so gemildert. Mir erscheint der Kampf um den Klassenerhalt die deutlich nachhaltigere Strategie, zumal die notwendige Finanzierung eines entsprechenden „Businessplanes“ durchaus mit den starken europäischen Partnern verhandelbar wäre.

      • Alois Krieger sagt:

        Ein “Businessplan” für die Südländer? Träumen Sie weiter. Die Länder sind nicht konkurrenzfähig, weil ihre politischen Systeme nicht gut funktionieren und die Leute sich nur um Politik kümmern, wenn es um Geld geht, das der Staat verteilt bzw. nicht mehr verteilen kann. Das kann man mit einem Businessplan nicht ändern, nicht mal mit einer Diktatur durch die EU-Bürokraten (obwohl das wohl erst ein Stück weit versucht wird…).

        Diese Länder konnten jetzt 10 Jahre lang die Ersparnisse der Deutschen verprassen, ohne dass diese das gemerkt haben. Jetzt wird die Rechnung präsentiert und die Politiker wollen es nicht wahrhaben. Das ändert aber nichts an der Situation. Man kann den Kollaps nur herausschieben.

        • Anh Toan sagt:

          @Alois Krieger: Mag sein, ich träume, jedoch erschliesst sich mir nicht, warum sich die Italiener oder Griechen “nur um Politik kümmern, wenn es um Geld geht”, sie nicht in der Lage seien, ein funktionierendes politisches System zu entwickeln, und eigentlich nur fähig seien, die Ersparnisse Anderer zu verprassen.

          Woran liegt es? Brennnt die Sonne Löcher ins Gehirn der Spanier? Sind die Griechen einfacht faul, weil es so heiss ist in Griechenland? Liegt es am Katholizismus? An den Genen kann es kaum liegen, zählten doch in der Geschichte die Spanier, die Italiener, die Griechen und auch die Portugiesen jeweils über hunderte von Jahren zu den erfolgsreichsten, innovativsten und mächtigsten Völkern der Welt.

          Dass diese Länder nicht konkurrenzfähig sind, können wir sehen, Sie begründen jedoch in keiner Weise, warum dies nicht geändert werden könnte.

          • Alois Krieger sagt:

            Na ja, klar ist das etwas pauschalisierend. Aber wieso wählen Italiener einen Berlusconi – jeder weiss, dass er ein Gauner ist. Die Religion hat bestimmt etwas damit zu tun. Obwohl heute kaum jemand mehr gläubig ist, hat diese doch noch lange Einfluss auf die Mentalität der Leute. Die Protestantischen Länder waren wirtschaftlich erfolgreicher. Das hat wohl nichts mit den religiösen Bräuchen zu tun, wohl mehr damit, dass in den protestantischen Ländern die Bürger (vor allem die Handwerker und Händler in den Städten) immer mehr Macht hatten. Die Bürger sehen dort den Staat eher als etwas, was ihnen gehört und ihnen dient.

            In Süditalien ist der Staat verhasst, ihnen wurde die Union mit Norditalien aufgezwungen. Der Staat hat aber nie funktioniert. Auch in Italien hat die gemeinsame Währung den Süden verarmen lassen.

            In Griechenland war der Staat lange Zeit eine fremde Besatzungsmacht. Niemand identifiziert sich mit dem Staat. Erst jetzt, wo die staatlichen Löhne nicht mehr da sind, demonstrieren die Griechen.

            Das lässt sich mit einem Businessplan nicht ändern. Es braucht ein Erwachen bei den Bürgern dort. Wenn es jedoch als Diktat von Deutschland daherkommt, dann funktionieren die besten Reformpläne nicht.

            Griechenland muss sich selbst überlassen werden und aus dem Euro ausscheiden. Momentan finanzieren die Nordländer die Kapitalflucht der reichen Griechen.

            Spanien, Portugal usw. müssen selbst entscheiden, welche Reformen sie wollen. Wenn die Transferzahlungen für den Norden verkraftbar sind, werden sie wohl weiter unterstützt. Das wird wohl die Deutschen einen schönen Teil ihrer Ersparnisse und Renten kosten.

            Aber wenn diese Staaten in 5 oder 10 Jahren noch im Euro sein wollen, dann sollte sich etwas an der Mentalität ändern. Diese Bürger sollten sich ihre Politiker besser aussuchen. Vielleicht passiert das ja, wäre schön. Aber verordnen lässt sich das nicht.

          • smart sagt:

            Meine Theorie ist relativ einfach: Die Südländer sind so wie sie sind weil es Ihrer Umgebung angepasst ist. Traditionell waren die Südländer nicht oder deutlich weniger gezwungen auf Vorrat zu arbeiten um Winter oder unwirtliche Jahreszeiten zu überstehen. Wenn sie Hunger hatten gingen sie fischen oder pflückten etwas vom Baum. Im heutigen westlichen Raffgiersystem welches auf dem Anhäufen von Vorräten für “schlechte” Zeiten basiert, sehen die Südländer keinen Sinn, schon gar nicht wenn ihnen die Nordländer ihre zusammen gerafften Kapitalien zum Nulltarif zur Verfügung stellen. Lustig ist ja noch, dass nur wir Nordländer es als Problem betrachten wenn die Südländer das scheinbar Geliehene als Geschenk betrachten und es uns nicht mehr retour geben können. Für die Südländer ist dies absolut kein Problem weil sie ja nach wie vor das Gefühl haben ihnen gehe es schlechter als uns und es daher als illegitim betrachten wenn wir ihnen Vorschriften machen wollen wie sie zu leben haben sollten. Ändern kann man die Südländermentalität kaum, ist auch nicht nötig, die schlagen sich schon durch. Ändern müssen wir nur uns, wir müssen einfach nicht meinen alle anderen sollten die Arbeit auch als das Leben betrachten. Und vielleicht sollten wir uns mal fragen ob es wirklich nötig ist und Sinn macht, dermassen Kapitalien anzuhäufen für das Alter und das Gesundheitsystem so auszurichten dass bald jede und jeder 100-jährig wird aber dafür keine oder nur noch eine fragwürdige Lebensqualität während der Arbeitsphase und im Alter geniessen kann.

  7. Linus Huber sagt:

    Der Beitrag scheint anzuerkennen, dass der Waehrungskrieg nicht das eigentliche Uebel darstellt, was natuerlich korrekt ist. Wie frueher schon erklaert, sind Waehrungskrieg und Geldpolitik die beiden Seiten der gleichen Muenze.

    Die Bedeutung einer Waehrung (unseres Geldes) wird heute zunehmend darauf reduziert, als Manipuliermasse fuer die Entscheidungstraeger zu dienen. Die nicht direkt erkennbaren und messbaren Konsequenzen solcher teilweise willkuerlicher Einflussnahme auf dieses Medium Geld, welches gerade heute eine enorme Stellung in Bezug auf die Funktion einer Gesellschaft einnimmt, werden dabei nicht erkannt. Vertrauen in dieses Medium Geld ist eine Grundlage des Vertrauens fuer wirtschaftliche Aktivitaeten zwischen den verschiedenen Vertragspartnern. Wird das Vertrauen in Geld durch entsprechende Manipulationen reduziert, erodiert dies ebenfalls das Vertrauen der verschiedenen Akteure in der Gesellschaft und Misstrauen macht sich breit. Wir erkennen diese Tendenz indem sich Bewegungen wie die 99% gegen die 1%, Jung gegen Alt, Griechenland gegen Deutschland, Katalonien gegen die Zentralregierung Spaniens oder in den USA 47% (welche den Anteil der Netbezueger darstellt) gegen die Steuerzahler etc. bilden. Der einzelne Mensch erkennt nicht genau, warum seine Kaufkraft sich senkt wodurch sich eine Art Verteilungskampf entwickelt. Die Massnahmen der Entscheidungstraeger vernebelt die Problematik und entscheidet ueber Gewinner und Verlierer. Die Marktwirtschaft wird schrittweise durch Planwirtschaft und Vetternwirtschaft ersetzt. Die laengerfristigen gesellschaftlichen Veraenderungen aufgrund des Vertrauensschwundes werden die kurzfristigen und teilweise scheinbar erfolgreichen Manipulationen, welche nicht nachhaltige Angelegenheiten zu bereinigen verhindern, das Problem verschaerfen und sind keinesfalls als wirkliche Loesung einzustufen.

    Der Waehrungskrieg ist einzig eine Komponente dieses bedeutend wichtigeren Problems.

    • ast sagt:

      “Die Marktwirtschaft wird schrittweise durch Planwirtschaft und Vetternwirtschaft ersetzt.”

      Zwei Dinge Herr Huber, die ich hierzu anmerken will. Es ist eine Illusion (die sich vorwiegend libertäre Ökonomen machen) dass Marktwirtschaft ohne Regulierung ein menschenwürdiges und gerechtes Geldverteilungssystem ermögliche. Der Markt muss reguliert werden, ansonsten kommt es zu einer pyramidalen Vermögensstruktur in der Gesellschaft welche die Demokratie gefährdet. Das negativ dotierte Wort “Planwirtschaft” entstammt dem kalten Krieg, aber ohne Wirtschaftsplan kommt keine Firma aus -auch meine nicht. Es ist durchaus möglich dass unsere Politik bei der Lösungsstrategie der Finankrise deshalb versagt -weil sie ihrem eigenen Repertoire aus dem kalten Krieg auf den Leim geraten ist. Die Weigerung der Politik sich in den Markt einzumischen kann ich nur als Tragik-Kömödie bezeichnen.

      Ihre zweite Befürchtung -also die Vetternwirtschaft -die entsteht wenn die Politik sich der Zukunftspläne verweigert und glaubt die Notenbanken könnten im Alleingang für Regulierung sorgen. Der Markt kennt keine Moral, ein “befreiter” Markt ohne ethische Strukturierung durch die Politik fürhrt zu einer Finanzkrisengesellschaft. Gerade weil der Markt mit Papierwerten handelt, kann Betrug und Illusion um sich greifen, so dass dem Markt die Notwendigkeit entzogen wird sich an ethischen Marken zu orientieren.

      Nur ein Beispiel für ein Betrugssystem dass sich ohne Widerstand durch die Politik weltweit etablieren konnte. Wussten Sie dass über 90% des im Markt gehandelten Goldes gar nicht existiert? Es ist nicht einmal klar ob das Gold das man den USA zur Aufbewahrung anvertraut hat noch physisch dort befindet wo es sich angeblich befinden sollte. Gold wurde und wird zur Hebelung von Kreditgeschäften eingesetzt, aus einer Unze entstand in der Vergangenheit zuerst das Doppelte in Papierunzen, und nun hat der Markt UND die Politik sogar völlig den Überblick verloren wo was real noch vorhanden ist.

      • Linus Huber sagt:

        @ ast

        Danke fuer den Kommentar. Sie sprechen einige interessante Aspekte an, welche allgemein die Erkennung des Problems behindern.

        Wie Sie erlaeutern, muss der Markt reguliert werden. Ich gebe Ihnen recht, dass klare und moeglichst einfache und unkomplizierte Regeln fuer das Funktionieren des Marktes bestehen muessen. Die Frage liegt nicht darin, sondern inwiefern das Ausmass der Regulierung und die Schaffung immer neuer Regeln um die Nebenwirkungen vergangener schlechter Regeln auszumaerzen sinnvoll ist oder ob man sich nicht ueberlegt, dass schlechte Regeln hinterfragt werden und man eher Richtung weniger jedoch griffigeren Regeln tendiert. Andererseits werden heute fast schon willkuerlich Regeln je nach Bedarf von Entscheidungstraegern umgangen oder direkt gebrochen um das System zu retten.

        Der Verletzung grundsaetzlicher Regeln begann ja nicht in 2008 sondern in den 80iger Jahren, als unter Greenspan die Idee geboren wurde, dass Banken nicht den allgemein gueltigen Regeln des Marktes unterworfen werden sondern durch Zentralbanken und Regierungen eben gerettet werden. Hauptsaechlich diese Verletzung grundlegender marktwirtschaftlicher Regeln durch diese implizierte Staatsgarantie erlaubte es dem Finanzbereich, dieses risikoreiche Operationsmodell einzufuehren, ansonsten der Markt schlechte Akteure diszipliniert haette.

        Die Demokratie wird in erster Linie durch die fragwuerdige Geldpolitik gefaehrdet, da das Vertrauen zwischen den verschiedenen Akteuren auf dem Vertrauen des wohl wichtigsten Mediums (Geld) in der heutigen Gesellschaft basiert. Verliert man einmal das Vertrauen in dieses die Gesellschaft zusammenschweissendes Medium, werden saemtliche anderen Regeln des Zusammenlebens in einer zunehmend staerkeren negativen Spirale beeintraechtigt.

        Das Thema ist schierig in ein paar Zeilen richtig zu erklaeren, weshalb ich oft nur die Schlussfolgerung darstelle.

  8. Michael Schwarz sagt:

    Der Währungskrieg ist ein Ausdruck der schlechten Geldpolitik, bzw. nicht fertig gedachter Konzepte. Der Globalisierungsgrad in 30er ist nicht mit heutiger Vernetzung zu vergleichen, vor allem der Welthandel weiterhin mit Dollar abgewickelt wird, deshalb ist die Abwertung des Dollars für den globalen Handel ein Hindnis. Der Globalshandel kann nur stabil sein, wenn die Leitwährung stabil ist, aber der Dollar ist weiter entfernt von Stabilität. Der Fed misbraucht seine Position um eigne Verschuldung auf andere Länder zu überwälzen. Dieses geldpolitische Konzept, welches nach Zweiten Weltkrieg permanent praktisiert wurde, hat ein Ende. Nämlich die Staatsverschuldung explodiert, und die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten ist in Gefahr.. Das ist der Grund warum das Land so gespalten ist, dass die Partein keinen Konsens finden können und die Demokratie zu Fragen des Glaubens stillisiert wird.

    In US-Politik fehlen Menschen, die fähig sind, die Problem objektiv zu analyisieren, und die härtere Massnahme umzusetzen. Weil sie eigne Reputation nicht auf Spiel setzen wollen. Obama ist ein typisches Beispiel – angst vor dem Verlust von Reputation und Wählerstimme, anstatt das Richtig zu tun – ein akademischer Niete. Das trifft auch Ben Bernanke zu. Die USA habe das Respekt und wirtschafltiche Macht in letzten vier Jahren massiv eingebüsst. Dies hängt auch mit der Geldpolitik des Fed zusammen und Wirtschafts- und Aussenpolitik Obamas zusammen.

  9. ast sagt:

    also bevor ich behaupten würde, dass in der betreffenden Zeitperiode kein Währungskrieg stattfand, müsste ich das Buch des Ökonomen Liaquat Ahamed *”Lords of Finance” und dessen Assagen darin für unzutreffend erklären.

    Falls man mich fragt was denn das Kernproblem ist -und war- dann würde ich eher die durch politische Stagnation ausgelöste ungleiche Einkommensverteilung als Quelle allen Übels bezeichnen.

  10. Michael Schwarz sagt:

    Der Umfang des Währungskriegs in 30er können wir heute schwer nachvollziehen, weil die wirtschaftliche Bedingungen, Technologie und Ausmasse sich grundlegend verändert haben. Deshalb ist der Vergleich mit 30er nur bedingt anwendbar. Der Auslöser eines Währungskriegs ist die falsche Geld- und Wirtschaftspolitik – ein Währungskrieg ist auch ein Glaubenskrieg, nichts wissenschafftliches. Die Abwertung des Dollars ist weder gut für die USA noch für Europa. Die Schwellenländer und der US-Staat profitieren von der Abwertung des Dollars, es schadet der Privatwirtschaft und Investition. Die empirische Daten zeigen, dass das Keynes Modell falsch ist.

    • Thomas ernst sagt:

      Wichtiges Stichwort: “Glaubenskrieg”

      Alle Fiat-Währungen sind reine Glaubensartikel. CHF-Eigentümer sind eine Gemeinschaft von Glaeubigen. Alle Glauben nämlich, dass sie für ein Stück kunstvoll bedruckter Baumwolle – oder sogar für ein paar Zahlen auf einem Computer – echte Arbeit leisten und echte Waren hergeben…

  11. Ferdinand Vondruska sagt:

    Ich habe dem EU-Geld NIE nur einen Cent anvertraut. Es konnte gar nie funktionieren! Man kann doch nicht 25 Familien unter einem Dach zusammenarbeiten lassen und jeder arbeitet aus dem Gemeninschaftskonto. Irrsinn! Die Unterschiede sind und waren viel zu gross. Jetzt heisst es, das ganze Konstruktum auseinandernehmen, sodass die Griechen zuerst einmal abwerten koennen. Dann kommt ihre Wirtschaft in Fahrt. Es kann doch nicht sein, dass man Menschen auf die Strasse schickt (entlaesst) nur, dass die Waehrung intakt bleibt. Das gibt Revolution. Und so wird man einen Staat nach dem anderen aus der EU-Entlassen muessen (sonst zerfaellt alles in einem riesigen Chaos). Wer Augen hat, der sehe. In Griechenland oder in Spanien sind bereits millionen Arbeitslose, weil diese Laender nicht abwerten koennen. Aus Strassburg wird gefordert, dass die Schulden reduziert werden. Und diese Reduzierung wird mit Entlassungen beglichen. Totale Idiotie. Es werden damit die Reichen NOCH REICHER. Aber bei der nun folgenden Revolution werden die Wohlhabenden abgeschlachtet. Es ist doch klar, das ganze Gerangel geht darum, dass die Reichen nichts verlieren wollen. Es muessen also gerade diese Leute einmal einsehen, dass ihr Modell nicht funktioniert sonst kommt das neue Blutbad mit Wucht. Im Jahr 2025 werden wir dann sagen muessen: es sei der Euro gewesen, der die Eurolaender nicht abwerten liess.. Entwerder arbeiten alle (an der Aufloesung dieses bloedsinningen Eurokonstruktums) zusammen oder wir verlieren unsere Kinder resp. die Zukunft.

  12. Stan Lomecky sagt:

    Die Behauptung das der grösste Fehler der Dreissigerjahre war nicht der Abwertungswettlauf, sondern das Festhalten am Goldstandard ist eine krasse Verdrehung der Tatsachen, von einem Goldstandard war 1929 keine Spur mehr, zu der Zeit waren die Banknoten in den USA nur noch zu 4.2% mit Gold gedeckt. Es ist also genau umgekehrt, das Sabotieren des Goldstandards und Manipulation der Zinsen durch die Zentralbanken gepaart mit ungebremster Multiplikation der Schulden durch unkontrollierte Kreditvergabe der Kommerzbanken Anfangs der 20 Jahre, sind die wahren Ursachen der Krise, gleich wie heute.

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