Leben


Archiv für die Kategorie „Teenager“

Was Sie schon immer über Aufklärung wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

Jeanette Kuster am Dienstag den 5. Juli 2011
aufklärung

Wie sag ichs meinem Kind? Abigail Breslin und Ryan Reynolds im Film «Definitely, Maybe» (2008).

Der Mamablog widmet dem Thema Sexualität einen Schwerpunkt. Gestern konnte Sie im Beitrag von Michèle Binswanger lesen, wie der Terminus Sexsucht zu einer Art Modediagnose geworden ist – und was dies über unser Verhältnis zur Lust sagt.

Das Bild der frühreifen Jugendlichen, die heute alle schon mit elf Jahren mit wechselnden Partnern ungeschützten Sex haben, hält sich hartnäckig. Zu Unrecht. Tatsächlich kommen Jugendliche zwar immer früher in die Pubertät. Hatten Mädchen in den 20er-Jahren mit durchschnittlich 14,6 Jahren ihre erste Periode, sind sie heute laut Sexualforschern bereits mit knapp zehn Jahren soweit. Und bei den Jungs sieht es nicht viel anders aus: Deren sogenanntes Ejakularchealter, also der Zeitpunkt des ersten Samenergusses, ist im Laufe der Zeit ebenfalls stetig gesunken: Bei immer mehr Knaben beginnt die Pubertät heute bereits vor dem zwölften Geburtstag.

Für ihr erstes Mal lassen sich die Teenager aber trotzdem noch etwas länger Zeit: Mit 17 Jahren haben zwei Drittel der Schweizer Jugendlichen das erste Mal hinter sich. Und die meisten von ihnen verhalten sich dabei verantwortungsbewusst und benutzen Verhütungsmittel, wie eine Studie der Uni Basel zeigt. Dieselbe Studie belegt allerdings auch, dass viele Jugendliche ihr Wissen über Verhütung und Fortpflanzung gnadenlos überschätzen. So bejahten etwa 76 Prozent die Frage, ob sie wüssten, wann das Risiko schwanger zu werden am grössten sei. Knapp die Hälfte davon gab dann aber eine falsche Antwort.

Das eigentliche Problem unserer Jugend ist also nicht zu früher und zu viel Sex, sondern zu wenig und zu schlechte Aufklärung. Denn ja, aufgeklärt wurde der Grossteil dieser Jugendlichen laut eigener Aussage. Die meisten von ihnen in der Schule, viele auch von der Mutter oder von Gleichaltrigen. Die Väter bleiben bei dem Thema Nebendarsteller, geben doch bloss 1 Prozent der Mädchen und 5 Prozent der Jungs an, vom Papa aufgeklärt worden zu sein.

Egal ob Lehrer, Mutter oder Vater den Aufklärungsjob übernehmen, oft hindert ihr eigenes Schamgefühl sie daran, diesen erfolgreich zu meistern. Unsere Expertentipps sollen Ihnen eine Stütze sein fürs Aufklärungsgespräch. Beziehungsweise für die Aufklärungsgespräche, denn die ersten Fragen zur Sexualität stellt Ihnen Ihr Kind garantiert schon mit zwei, drei Jahren – und wenn Sie das Thema offen behandeln, wird es bis ins Erwachsenenalter nicht mehr damit aufhören.

Wenn die Kinder nicht von selbst fragen: In welchem Alter soll man mit dem Aufklärungsbuch auf sie zukommen?

«Kinder sind von Geburt an, ja sogar schon vor der Geburt Sexualwesen, das beschreibt die psychologische und medizinische Forschung seit Jahrzehnten», sagt Marina Costa, Fachärztin für Kinder und Jugendliche, Schulärztin und Co-Leiterin der Fachstelle für Sexualpädagogik LustundFrust. Wichtig bei der Aufklärung sei, dass diese dem Entwicklungsstand des Kindes entspreche. «Jedes Kind verfügt über einen eigenen «Aufklärungskompass». Die Eltern sollten auf Äusserungen des Kindes achten – Fragen, Zeichnungen oder andere Geschehnisse – und daran erkennen, wann die Themen der Sexualaufklärung anzugehen sind», sagt Costa. Zudem sei es wichtig, über Sexualität ebenso normal und unaufgeregt zu reden, wie man das Kind zum Beispiel auch über gesunde Ernährung, Bewegung oder gegenseitigen Respekt aufkläre.

Gabriela Jegge vom Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz ergänzt, dass gerade Eltern stiller Kinder im Bereich der Sexualerziehung eine besondere Verantwortung zu tragen hätten: «Sie sollten Anregungen für Gespräche schaffen und sich auch im Umgang mit Körperlichkeit nicht verschliessen.» Wichtig sei es jedoch, auf die Grenzen des Kindes zu achten, also behutsam vorzugehen und Rücksicht auf die kindlichen Bedürfnisse und Signale zu nehmen. «Unterstützend für ein Gespräch sind sicherlich altersentsprechende Bilderbücher. Das gemeinsame Bücherlesen ist eine gute Möglichkeit der Aufklärung.» Eine Liste empfehlenswerter Aufklärungsbücher finden sich auf www.amorix.ch.

Wie sehr soll man bei der Aufklärung ins Detail gehen?

«Je kleiner die Kinder sind, desto weniger Details sind gefragt. Und desto eher sind «erlebte» Körpererfahrungen und Vorbilder wichtig», so Gabriela Jegge. Was die Eltern vorleben, prägt das Kind. Es ist darum nicht nur erlaubt, sondern sogar ratsam, als Elternpaar auch vor den Augen der Kinder zärtlich miteinander zu sein, sich zu küssen oder zu umarmen. «Eine sexualfreundliche Erziehung ist mehr als Aufklärung und Informationsvermittlung. Sie findet nicht punktuell oder einmalig statt, sondern ist eher eine Haltung der Eltern», sagt Jegge.

Wie soll man die Geschlechtsteile nennen, wenn das Kleinkind danach fragt?

«Die einzelnen Körperteile sollten unbedingt richtig benennt werden», sagt Marina Costa. So müssten keine lustigen Bezeichnungen wie «Müscheli» oder «Schnäggli» erfunden werden und man könne die Kinder davor schützen, gewisse Worte als «Schmutzworte» zu empfinden. «Zudem ist es wichtig, dem Kind gleichzeitig beizubringen, welche Körperteile als privat gelten und von anderen nicht angefasst werden dürfen, und wie es diesen Anspruch auf Privatsphäre durchsetzen kann. Auf diese Weise agiert man präventiv gegen Kindsmissbrauch», sagt Costa.

Soll man im Aufklärungsgespräch persönliche Erfahrungen einbringen?

Annette Bischof-Campbell von der Beratungsplattform lilli bejaht die Frage klar: «Es ist besser, wenn man nicht versucht, alles ganz neutral zu erklären, denn ein grosser Teil des Sexualitäts-Wissens ist nun mal sehr stark gefärbt von persönlichen Erfahrungen. Und statt zu sagen «Das ist so», hilft die Aussage «Das habe ich so erlebt, es kann aber sein, dass du das ganz anders erlebst, denn jeder Mensch erlebt die Sexualität anders» dem Kind meist mehr.» Gerade um nicht nur die eine, persönliche gefärbte Sicht auf die Dinge zu erfahren, ist es gut, wenn die Kinder auch Zugang zu anderen Aufklärungs-Quellen haben – zum Beispiel Bücher, den Aufklärungsunterricht in der Schule oder Aufklärungswebsites.

Wie soll man reagieren, wenn die Tochter oder der Sohn etwas fragt, über das man selber nicht genau Bescheid weiss?

«Eltern müssen nicht allwissend sein», beruhigt Gabriela Jegge, «wichtiger ist es, ehrlich zu sein und sich einzugestehen, dass man nicht in allen Lebensbereichen Fachexperte ist.» Jugend-Ratgeber, Lexikas (zum Beispiel «Schülerduden Sexualität») oder Internetseiten können fast immer die entsprechenden Antworten liefern.

Dürfen Kinder etwas vom Sexleben der Eltern mitbekommen oder schadet ihnen das?

«Warum sollten Kinder nicht wissen, dass ihre Eltern eine Sexualität haben? Sie haben ja selbst eine – schon Babys empfinden bewiesenermassen sexuelle Erregung», sagt Annette Bischof-Campbell von lilli. Man müsse das Thema Sexualität sicher nicht künstlich von Kindern fernhalten. Im Gegenteil: «Wenn die Sexualität tabuisiert wird, entstehen übermässige Scham, Hemmungen und Sprachlosigkeit um sie herum.» Gleichzeitig ist es allerdings auch wichtig für Kinder zu lernen, dass ihre Eltern gerne ungestört sind, wenn sie sich lieben. Denn die sexuelle Beziehung des Elternpaares soll umgekehrt schliesslich auch keinen Schaden nehmen. Es besteht also ein klarer Unterschied zwischen Privatsphäre beim Sex einhalten und Sex verheimlichen: «Eltern als Rollenvorbilder können Kindern einerseits zeigen, dass Sexualität nicht tabuisiert werden muss. Andererseits sollen sie ihnen auch beibringen, dass Menschen beim Sex ein Anrecht auf eine Privatsphäre haben.»

Der Teenager hat zum ersten Mal eine feste Beziehung. Soll man als Elternteil das Thema Verhütungsmittel direkt ansprechen, oder besser nur  Gesprächsbereitschaft signalisieren?

Laut Gabriela Jegge sollen Eltern ihre Kinder durchaus auf dieses Thema ansprechen, doch es sei auch in Ordnung, nur Gesprächsbereitschaft und Offenheit zu signalisieren. «Wenn Mutter und Vater ein Gespräch über Sexualität peinlich ist und diese bis anhin nie ein Thema war, wird es unter Umständen schwierig werden, just in dem Moment, da das Kind erstmals eine Partnerschaft eingegangen ist, das Thema Verhütung offen auf den Tisch zu bringen.» Also empfiehlt es sich eher, dem Kind ganz nebenbei ein Gespräch über die noch frische Beziehung anzubieten, ohne aber darauf zu drängen oder gleich Detailfragen zu stellen. Welcher Weg der richtige ist, spüren Eltern selber. «Grundsätzlich gilt jedoch: Schweigen ist Silber, Reden ist Gold – aber von Anfang an!»

Vorausgesetzt der Teenager informiert die Eltern darüber: Soll das erste Mal der Tochter oder des Sohnes im Elternhaus stattfinden, oder soll man das junge Paar den Ort selber wählen lassen?

Es ist wichtig für die heranwachsenden Töchter und Söhne, dass sie eine Privatsphäre haben. Dazu gehören private Orte, die sie selber auswählen dürfen. Und die Eltern können dem jungen Paar beim ersten Mal sowieso nicht über die Schultern schauen oder es kontrollieren. «Umso wichtiger ist der gute Einfluss der Eltern vor dem ersten Mal. Eltern sollten sich vergewissern, dass und wie für Verhütung gesorgt wird», sagt Annette Bischof-Campbell (siehe vorherige Frage). Jugendliche haben meist viele Fragen bezüglich dem ersten Mal. Wenn im Elternhaus ein Klima der offenen Kommunikation und Toleranz herrscht, dann wird der Nachwuchs eher mit seinen Anliegen zu den Eltern kommen – und auch eher zum Gespräch bereit sein, wenn die Eltern das Thema von sich aus ansprechen. «Helfen kann auch, wenn die Eltern den Jugendlichen informative Bücher und Links bereitstellen», so Bischof-Campbell.

Wie bereitet man die Tochter auf den ersten Frauenarzt-Termin vor und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

DEN richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. «Jede Jugendliche sollte in der Lage sein (dürfen), selber darüber zu entscheiden, ob sie zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt möchte. Dieser Entscheid ist zu respektieren – ebenso ob die Jugendliche mit oder ohne Eltern oder andere Begleitung dorthin gehen möchte», sagt Marina Costa. Auch bedeutet einen Frauenarztbesuch nicht automatisch, dass eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt wird. Je nach Fragestellung und Situation kann auch nur eine ausführliche Beratung stattfinden.

Wie soll man reagieren, wenn das pubertierende Kind ein Problem mit dem eigenen Körper hat und dies äussert, man es selber aber nicht nachvollziehen kann?

Gerade in der Pubertät sind Probleme mit dem eigenen Körper an der Tagesordnung. Das Kind wächst in einen Frauen- oder Männerkörper hinein und muss erst lernen, sich dort zuhause zu fühlen. Jungs und Mädchen vergleichen sich mit anderen und sind dabei sehr unsicher und selbstkritisch. «Man sollte ihre Probleme auf jeden Fall ernst nehmen und nicht herunterspielen, also erst mal Verständnis zeigen», sagt Bischof-Campbell, «die meisten Eltern können sich ja selber noch an diverse Unsicherheiten in der Kindheit und Jugend zurückerinnern. Gleichzeitig ist es wichtig, dem Kind möglichst viel Bestätigung und positives Feedback zu seinem Körper und natürlich auch zu seiner Person zu geben.» Viele Körperprobleme entstehen laut der Expertin, weil die Kinder oder Jugendlichen ihr Äusseres mit Darstellungen in den Medien vergleichen. Darum sollte man ihnen auch die Fakten aufzeigen: Wie breit das «Norm-Spektrum» bezüglich Körperbau tatsächlich ist, wie sich der Körper in der Pubertät verändert und entwickelt. Ein hervorragender Gegenpol zu einem unsicheren Körperbild sei schliesslich auch ein gutes Körpergefühl, sagt Bischof-Campbell: «Eltern sollten ihre Kinder dazu ermutigen, körperorientierte Dinge zu tun, die ihnen Spass machen und sich gut anfühlen. So zum Beispiel Sport, Tanzen oder auch Körperpflege.»

Die emanzipierten Mütter und der sexuelle Backlash

Michèle Binswanger am Dienstag den 22. Februar 2011
Jugendliche reagieren auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, die ihnen von den Erwachsenen vorgelebt werden.

Jugendliche reagieren auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, die ihnen von den Erwachsenen vorgelebt werden: Szene aus dem Kinostück «Bully» des Skandalfilmers Larry Clark.

Vergangene Woche waren Männer, Väter und ihre Probleme auf allen Kanälen: Scheidungsväter versammelten sich auf dem Bundesplatz und waren darauf nicht nur in der Weltwoche Thema, sondern auf im Input auf DRS3. Die Sonntagszeitung begab sich auf die «Suche nach der Männlichkeit» und den Ritualen, die Männer in ihrem Selbstgefühl stärken sollen. Und im Magazin des «Tagesanzeigers» stellte ein Autor sich die Frage, ob der Konsum von Internet-Pornographie moderne Männer beziehungsunfähig macht. Beinahe anachronistisch mutete vor diesem Hintergrund ein Artikel im «Tagi» von gestern an. Unter dem Titel «Sind wir Frauen nur Sexobjekte für diese Jungen?» berichtete die Zeitung von zwei neunzehnjährigen Frauen, die von einer Horde minderjähriger Jungs sexuell belästigt worden war. Und stellte die Frage, warum solche Belästigungen oder auch Übergriffe durch jugendliche Männer zunehmen.

Auf den ersten Blick mögen die Artikel nichts miteinander zu tun haben. Die Väter-Artikel benennen die Probleme der Elterngeneration, in der viele Väter als Opfer von Trennungsstreitigkeiten den Kontakt zu ihren Kindern verlieren. Der Belästigungs-Artikel zeigt, dass Themen wie sexuelle Grenzüberschreitungen und Geschlechterrollen trotz Emanzipation nicht verschwunden sind, sondern gar an Brisanz gewonnen haben. Vielleicht hat das also doch miteinander zu tun.

Männliche Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen sind natürlich nicht neu. Wohl jede Frau wird im Laufe ihres Lebens irgendwann Opfer einer sexuellen Grenzüberschreitung der Art, wie im «Tagi» beschrieben: Man wird betatscht, bedrängt oder verbal belästigt. Die zentrale Empfindung dabei ist tatsächlich die, zu einem Objekt degradiert, seiner Würde beraubt zu werden. Neu und alarmierend ist hingegen, dass solche Überschreitungen vermehrt Jugendliche, ja Kinder betrifft. Dies bestätigte auch eine Studie der Uni Zürich, die besagt, dass die sexuelle Gewalt unter Minderjährigen seit 1990 stark zugenommen hat. Heute, so wird vermutet, werden rund ein Drittel aller Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Jugendlichen unter 19 Jahren verübt. Und die Zahl der minderjährigen Sexualstraftäter ist von 1999-2007 von 1,8 auf 2,4 Prozent gestiegen.

Auffallend ist also, dass die sexuellen Vergehen gegen Frauen genau zu dem Zeitpunkt zuzunehmen beginnen, da diese dank Emanzipation gesellschaftlich aufzuholen begannen. Man könnte nun natürlich interpretieren, dass es gar nicht mehr Übergriffe gibt, sondern die Frauen im Gegensatz zu früher eher bereit sind, sich zu wehren und sich trauen, die Grenzüberschreitungen zu thematisieren. Das mag ein Faktor sein, doch ich denke nicht, dass er das Phänomen zu erklären vermag.

Die vom «Tagi» befragten Experten sehen das Problem im Pornokonsum der Jugendlichen und den dort vermittelten Bildern von Männern, Frauen und Sexualität. Was den erwähnten Artikel im «Magazin» ins Spiel bringt, wo berichtet wird, wie Internet-Porno real gelebte Sexualität ersetzen kann und zwar aufgrund neurochemischer Vorgänge, die den Männern vorgaukeln, sie lebten mit den Pornostars echte Beziehungen – mit allen Implikationen, also auch dem in Pornos verbreiteten Machtgefälle, mitunter der Erniedrigung von Frauen.

Doch ist diese Erklärung nicht ein bisschen allzu simpel? Ich denke schon. Ich glaube es geht eher in die Richtung, dass die Aufweichung und Verschiebung der Gender-Rollen in unserer Generation zu einer allgemeinen Verunsicherung geführt haben, welche bei manchen Jugendlichen dazu führt, dass sie sich gerade in sexuellen Dingen in die klassischen Rollenmuster flüchten.

Ähnlich sieht es auch der Sexualpädagoge Bruno Wermuth. Das Problem sei nicht der Pornokonsum, zu dem die meisten Jugendlichen ein differenziertes Verhältnis hätten. Viel mehr seien solche Grenzüberschreitungen Ausdruck einer allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz. «Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Macht und Erfolg zu den wichtigsten Eigenschaften gehören und der Stärkere sich notfalls mittels Grenzüberschreitungen durchsetzt», so Wermuth. Emanzipierte Mütter mögen ihren Söhnen Sensibilität im Umgang mit dem anderen Geschlecht beibringen und sie lehren, Grenzen einzuhalten. In der Peer-Group erlebten diese dann aber oft, dass sie mit ihrem Softie-Getue weniger erfolgreich seien, als die Machos aus patriarchalen Familienverhältnissen – auch was den Erfolg bei Mädchen anbelangt. Das führt zu einer gewissen Frustration.

Vor allem wenn man bedenkt, dass es sexuelle Grenzüberschreitungen ja auch bei Mädchen gibt, wie Wermuth sagt. Diese äussere sich zwar anders, etwa dass Mädchen ihre körperlichen Reize einsetzten, um sich Vorteile zu verschaffen. Leidtragende sind die braven Jungs, die von allen Seiten überflügelt werden.

Was es also braucht, sind taugliche männliche Rollenvorbilder, Väter, die solche Probleme benennen und Alternativen aufzeigen können. Womit wir wieder beim Thema Scheidungsväter wären. Frauen sollten sich bewusst sein, was es für ihre Söhne und Töchter bedeutet, wenn sie die Väter einfach aus der Erziehung ausgrenzen. Frauen sind auch angehalten, ihren Töchtern die weibliche Seite des Problems aufzuzeigen und ihnen bewusst zu machen, dass sie ebenfalls keinen sexuellen Freipass haben. Die Männer wiederum müssen ihre Verantwortung in der Erziehung ebenfalls wahrnehmen und versuchen, ihren Kindern positive Männerbilder zu vermitteln. Das ist bestimmt nicht einfach, aber sicher bereichernder, als eine Beziehung zu einem virtuellen Pornostar zu unterhalten.

Warum Pingu asexuell ist

Mamablog-Redaktion am Freitag den 26. November 2010
Pingu, Barbapapa und Co. werden als asexuelle, unerotische Wesen dargestellt, sie dürfen weder küssen noch Doktorspiele spielen.

Pingu, Barbapapa und Co. werden als asexuelle, unerotische Wesen dargestellt, sie dürfen weder küssen noch Doktorspiele spielen: Pingu im Schnee.

Eine Carte Blanche von Bruno Wermuth. Er ist Sexualpädagoge und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und «Doktor Sex» bei «20 Minuten».

Kinder wollen keinen Sex. Sie wissen nicht einmal, was das ist. Dennoch sind sie mit einem vorgeburtlich angelegten Erregungsreflex ausgestattet. Kaum können sie die eigenen Bewegungen einigermassen koordinieren, beginnen sie, sich mit ihrem Körper zu vergnügen. Neugierig und mit allen Sinnen folgen sie spontan dem wachsenden Lustempfinden. Was sich gut anfühlt, wird ausprobiert – später auch in Doktorspielen mit anderen Kindern. Ohne Rücksicht auf die Moral der Erwachsenen, werden Scheiden erkundet und Penisse untersucht, wird experimentiert, stimuliert, fieberhaft gerieben oder massiert – nicht selten bis zum Punkt, an dem sich die aufgebaute körperliche Spannung in einem Orgasmus entlädt.

Durch solche Erfahrungen entwickelt sich ein Bewusstsein für die eigene Geschlechtszugehörigkeit und die Geschlechterdifferenz. In Rollen-, Regel- und Initiationsspielen wird die sexuelle Erregung dann mit dem gesamten Sozialisationsprozess des Kindes, mit kommunikativen Fähigkeiten und emotionalen Intensitäten verbunden. Sexuelle Handlungen von Erwachsenen werden imitiert, Schwangerschaft, Geburt und Elternsein wird gespielt, Geschlechterrollen werden variiert und sexualisierte Sprache wird ausprobiert. All das geschieht ungeachtet der aktuellsten Gender-Theorie oder von Political Correctness. Das so Gelernte bildet eine Grundlage für die weitere Sexualentwicklung. Diese dauert lebenslang, ist sehr individuell und beinhaltet eine Vielzahl von persönlichen Lernschritten. Die biologische Reifung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Auseinandersetzung mit der Umwelt.

Keine menschliche Fähigkeit wird in ihrer Entwicklung von den Eltern und der Gesellschaft so wenig unterstützt, begleitet und verstanden wie die der Sexualität. Erste Worte werden freudig begrüsst, erste Gehversuche gelobt und digital dokumentiert. Aber auf das Erkunden der Geschlechtsorgane oder die lustvolle Selbstbefriedigung reagieren Eltern mit Verunsicherung oder Ablehnung. Für jeden Lernbereich gibt es pädagogisch wertvolles Spielzeug und zu allen wichtigen Themen existieren Bücher und DVDs. Sexualität aber wird den Kindern vorenthalten. Pingu, Barbapapa und Co. werden als asexuelle, unerotische Wesen dargestellt, sie dürfen weder küssen noch Doktorspiele spielen.

Trotz der Tabuisierung des Sexuellen: Der Erziehungsalltag ist voll von Herausforderungen im Bereich der sexuellen Entwicklung. Entsprechend gross auch die Verunsicherung der Eltern. Was tun, wenn die einjährige Tochter unter heftigem Stöhnen und sichtlich erregt ihren Körper rhythmisch an- und entspannt? Wie reagieren, wenn der vierjährige Sohn mit dem gleichaltrigen Nachbarsjungen Doktorspiele spielt? Was antworten, wenn die fünfjährige Tochter fragt: «Mami, wie geht ficken?» Keine Mutter käme auf die Idee, ihrem Sohn Informationen über gesunde Ernährung vorzuenthalten, nur weil er noch nicht selber kocht. Und kein Vater würde seiner Tochter verbieten, ein Formel-1-Rennen im TV zu schauen, weil er denkt, dass sie sich danach mit seinem Auto aus dem Staub machen könnte. Aber wenn es um Sexualität geht, wird verschwiegen, vermieden und unterdrückt, was das Zeug hält. Irrationale Ängste, Moral, Scham, Mythen, Unwissen, Unsicherheit, Sprachlosigkeit und eigene, oft negative Erlebnisse, diktieren das Geschehen. Leidtragende sind die Kinder.

Dabei wäre alles ganz einfach. Eltern müssten sich nur mit der sexuellen Entwicklung in gleicher Weise auseinandersetzen, wie sie dies mit der sprachlichen oder motorischen Entwicklung tun. Sie müssten akzeptieren, dass auch Sexualität gelernt wird und dass dieser Lernprozess – genauso wie andere auch – freundliche und liebevolle Begleitung braucht. Was sexuell ist, liegt im Auge des Betrachters oder der Betrachterin. Wichtig wäre daher auch, dass Eltern ein differenziertes Bewusstsein für die eigene Scham, die eigenen Wünsche und Ängste bezüglich Sexualität entwickeln würden. Dies könnte ihnen helfen, die eigenen Sicht- und Denkweisen von denen der Kinder zu unterscheiden und die Eigenständigkeit der kindlichen Sexualität gegenüber derjenigen der Erwachsenen zu erkennen. Das alles würde Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ungehindert zu ihrer ganz persönlichen Form einer selbstbestimmten und lustvollen Sexualität zu finden.

Wir danken Bruno Wermuth für diesen Text.

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Der Prinz und die Tänzerin

Michèle Binswanger am Donnerstag den 28. Oktober 2010
Ein beliebtes Sujet im Märchen: die böse Stiefmutter.

Ein beliebtes Sujet im Märchen: Die böse Stiefmutter.

In jüngster Zeit kriege ich fast täglich Heiratsanträge. Nicht von meinem Partner und auch nicht von andern Männern, sondern von meinem Sohn. Ich sei die schönste Frau der Welt, sagt er mir und er werde mich zur Frau nehmen. Und Papa müsse sich dann eine andere Wohnung suchen. Das ist insofern bemerkenswert, als mein Sohn ansonsten mit dem weiblichen Geschlecht noch nicht so richtig warm geworden ist. Wenn die versammelte Mädchenschar mit adretten Zöpfchen und Röckchen im Kindergarten zu Ehren seins Geburtstags spontan und aus vollem Herzen Happy Birthday singt, verdreht er die Augen und bleibt ansonsten stoisch. Und meinem Mann hat er schon als Vierjähriger anvertraut, dass er Frauen doof findet. «Also nicht wie sie sind, sondern was sie tun.» Nur Tänzerinnen finde er gut.

Ich weiss nicht, wie er zu diesen chauvinistischen Ansichten kommt, die sich für mein emanzipiertes Herz wie Stiche anfühlen. Andererseits: Wer darf die einsame Sonne in diesem öden, weil noch nicht entflammten Universum meines Sohnes sein? Jawohl ich. Die Mama. Vielleicht wird die Frau, die er sich mal anlachen wird, ja tatsächlich eine Tänzerin sein. Aber ich weiss, dass es auch von mir abhängen wird, wie sehr sie sich zwischen mich und meinen Prinz Ödipus drängen kann.

Ödipus ist mein Schulbeispiel für Tragik – wenn die Handlungen, mit denen man ein drohendes Unglück abzuwenden versucht, die Katastrophe herbeiführen. Trotzdem werde ich tunlichst zu vermeiden versuchen, meinem Sohn in Liebesdingen dreinzureden – selbst wenn ich glaube, ich wüsste es besser. Ich werde nie eine jener Mütter sein, die die Freundin des Sohnes beim Essen en famille mit Giftblicken attackieren. Und ich werde mein Essen nie mit der abgestandenen Hoffnung würzen, der Sohn möge vor allem Sohn und ich die Liebe seines Lebens bleiben.

Aber eigentlich muss ich mir eingestehen, dass ich von der ganzen Sache keine Ahnung habe. Meine Mutter hatte keinen Sohn, dient in dieser Frage also nicht als Vorbild und ich hatte keinen Bruder, konnte die ödipale Dynamik nie in Aktion erleben. Wie so oft mit Kindern, kann ich mir vielleicht schlicht nicht vorstellen, welche narzisstischen Kränkungen mir in dieser Hinsicht noch bevorstehen. Was werde ich empfinden, wenn mein Sohn mit seiner attraktiven jungen Tänzerin die ganze Nacht das Kamasutra durchdekliniert? Und vor allem: Wie werde ich darauf reagieren? Und wird es anders sein, wenn es stattdessen die Tochter mit ihrem Freund ist?

Ich weiss es nicht. Aber ich weiss, dass Frauen dazu neigen, anderen Frauen wenig Geduld entgegenzubringen. Wahrscheinlich, weil sie sich gegenseitig eher durchschauen. Und ich glaube, dass Frauen es im Allgemeinen nicht sehr schätzen, wenn ihre verflossene Jugend in Form einer anderen Frau am Arm ihres Sohnes davonspaziert. Deshalb auch das schlechte Image der Schwiegermütter.

Immerhin, eine neuere wissenschaftliche Untersuchung ergab, dass die zeitgenössischen Frauen in der Regel mit ihren Schwiegermüttern zufrieden sind. Dabei werden vier verschiedene Schwiegermutter-Typen unterschieden: Typ eins ist die liebe, fürsorgliche und aufmerksame, Typ zwei die böse, hinterhältige und sich einmischende Schwiegermutter. Die beiden Zwischen-Typen drei und vier sind die nervige, aber nützliche sowie die defensive und desinteressierte Schwiegermutter.

Ja, ich werde mich bemühen, Typ eins anzustreben – aber mit Fehler ist zu rechnen. Und was haben Sie, Mütter und Söhne, da draussen für Erfahrungen mit Schwiegermüttern gemacht?

Die Ego-Taktiker und die Schamhaarfrage

Michèle Binswanger am Dienstag den 19. Oktober 2010
Katharina Weiss, die 16-jährige Autorin ds Buchs Generation Geil.

Katharina Weiss, die 16-jährige Autorin des Buchs «Generation Geil».

Hallo und herzlich willkommen zur Show. Wahrscheinlich haben Sie sich zugeschaltet, weil im Titel ein Reizwort steht. Und ich muss Sie gleich vorwarnen, dass der folgende Text sich eigentlich kaum um Schamhaare dreht, sondern um die Jungen. Darum, wie sie tatsächlich sind und wie sie dargestellt werden und warum sie so dargestellt werden. Wobei mir natürlich klar ist, dass es DIE Jungen genau so wenig gibt wie DEN Mann oder DIE Frau. Aber immerhin in einer Frage, so sagt eine, die es wissen muss, seien die Jungen heutzutage sich einig. Nämlich eben, dass Schamhaare total out sind.

Dies sind die Worte der 16-jährigen Gymnasiastin Katharina Weiss. Sie hat ein Buch über ihre Generation geschrieben mit dem Titel «Generation Geil». Genervt von der negativen Berichterstattung über ihre Altersgenossen als frühreife Flatrate-Säufer, Schläger und krankhafte Narzissten, interviewte sie Freunde und Bekannte ihres Alters zu ihrer Befindlichkeit. Sie liess sie aus ihrem Leben erzählen, was sie beschäftigt und wie sie über die Welt denken, von der Liebe über Party, Karriere, ihre Eltern und ihre Ängste.

Weiss ist eine typische Vertreterin ihrer Generation. Sie redet so abgeklärt, wie man es in ihrem Alter sein kann, wechselt mit atemberaubendem Tempo von Trivialem zu Tiefgründigem und steht auch für den neuen Ehrgeiz der jungen Frauen heute. Ihre Generation stehe unter Leistungsdruck, sagt sie, habe hohe Erwartungen und sei leistungsbereit. Vor allem aber lasse sie sich nicht über einen Leisten schlagen – ausser eben, was Schamhaare betrifft. Frau Weiss dürfte sich darüber hinaus aber auch bewusst sein, dass Titel wie «Generation Geil» oder Aussagen über Schamhaarfrisuren gegenüber der Bild-Zeitung für ordentlich Publicity sorgen. Oder hätten Sie zugeschaltet, wenn der Titel «Die pragmatische Generation» gelautet hätte?

Tatsächlich aber haben wir es mit einer Vertreterin eben dieser pragmatischen Generation zu tun, so ergab die neue Shell Jugendstudie 2010. Sie zeichnet ein differenzierteres Bild vom Zustand der Jugend. Für diese, so die Kernergebnisse, seien Familie, Ausbildung und Leistung das Wichtigste. Die heutigen Jugendlichen sind so leistungs- und sicherheitsorientiert wie ihre Eltern, stehen aber auch der Spassgesellschaft nahe und interessieren sich kaum für Politik. Klaus Hurrelmann, der wissenschaftliche Leiter der Studie, nennt sie deshalb «Ego-Taktiker», die typischerweise skeptisch und flexibel sind und deren typische Frage lautet: «Was bringt mir das?»

Interessant wird es allerdings, wenn man sich die Voraussetzungen für diesen Befund ansieht. Die Jugendphase, gemessen vom Anfang der durchschnittlichen Geschlechtsreife mit zwölf bis zur abgeschlossenen Ausbildung, dauert heute rund 13 Jahre, so lange wie noch nie zuvor seit Menschengedenken. Und auch wenn die ältere Generation die Jungen darum beneiden mag, ist das für die Jungen vielleicht gar nicht besonders positiv, erläutert Hurrelmann im Zeit-Interview. «Viele fragen sich, ob sie je wieder rauskommen aus der schier endlosen Jugend-Phase. Wann ist man endlich ein vollwertiger Gesellschaftsbürger?», so Hurrelmann. Auf der anderen Seite sei nichts sicher: Auch beste Schulnoten garantieren keinen Studienplatz, auch ein Studium garantiert heute keinen festen Job, geschweige denn ein gutes Gehalt. Soziologisch sei bei den Jungen eine lang anhaltende, tief sitzende strukturelle Unsicherheit festzustellen.

Diesbezüglich zeige die heutige Generation Ähnlichkeiten mit der Jugend der Fünfzigerjahre. Auf diese folgte dann die 68er-Generation, welche die bekannten Umbrüche einleitete. Und tatsächlich sieht Hurrelmann bereits Anzeichen dafür, dass in den nächsten Jahren eine deutlich politischere Generation heranwachsen könnte. In Deutschland und Frankreich scheinen sich neue Gegenbewegungen mit einer eigenen Protestkultur zu etablieren. In Deutschland etwa kam es vergangenes Wintersemester zu Hochschul-Streiks, im Sommer zeigten die Anti-AKW- und Friedens-Demos grossen Zulauf. Auch in den französischen Gymnasien formiert sich Widerstand gegen die unpopuläre Rentenreform von Nicolas Sarkozy, der sich in Demos samt den zugehörigen Strassenschlachten mit der Republikanischen Garde artikuliert.

Noch ist es natürlich alles andere als klar, ob diese Proteste mehr politische Sprengkraft entwickeln werden als die Anti-Globalisierungsbewegung, die ja letztlich gerade an der fehlenden gemeinsamen Vision der sich dort versammelnden Ego-Taktiker scheiterte. Aber der Druck wächst. Jetzt schon ist laut Hurrelmann das «abgespaltene untere Fünftel der Generation» aggressiver als früher, sucht Sündenböcke, verarbeitet den Druck nach aussen. Andere wichen vor dem Druck aus in den Drogenkonsum oder Computerspiele.

Entscheidend für die neue Generation wird sein, wann und zu welchen Konditionen die Macht habende ältere Generation die jüngere am gesellschaftlichen Leben teilhaben lässt. Und damit sind nun wieder wir gemeint. Wir, die wir uns an den kolportierten Abstürzen der Jugendlichen ebenso ergötzen, wie an ihren modischen Vorlieben samt Schamhaarfrisur, die wir am liebsten auch gleich noch kopieren.

Womit wir wieder am Anfang der Diskussion stehen. Wir sollten langsam beginnen, die Jugendlichen nicht auf ihren Stil oder ihre Probleme zu reduzieren, auch nicht unsere Ängste und Lüste auf sie zu projizieren. Vielmehr sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir sie in die Gesellschaft integrieren können, ihre Stärken, ihr Selbstbewusstsein, ihre Leistungsbreitschaft ernst nehmen. Und sie nicht bloss als billige Arbeitskräfte ausnutzen, sondern ihnen echte Verantwortung übergeben. Die Gesellschaft als Ganzes könnte davon nur profitieren.