Archiv für die Kategorie „Schwangerschaft“

Ich hätte besser auf die Tests verzichtet

Mamablog-Redaktion am Dienstag den 7. April 2015

Ein Gastbeitrag von Karin Hofmann*

Mamablog

Nicht jede Befürchtung wird wahr: Kontrolluntersuchung an einer Schwangeren. Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

«Seit Wochen habe ich das Gefühl, ich lebe in einem Alptraum, der nicht enden will», schreibt die werdende Mutter im Forum. «Nach dem Ersttrimestertest hiess es, dass mein Kind eine genetische Fehlbildung haben könnte. Meine Welt brach zusammen, es ist der Horror. Ich esse nicht mehr, weine nur noch und verzweifle fast ab dieser Ungewissheit.»

Zwei Monate dauern die weiteren Abklärungen, die eine Plazentabiopise, Fruchtwasserpunktion, Blutuntersuchungen beider Eltern und mehrere Gespräche bei Genetikern beinhalten. Es wird vermutet, dass das Kind «mittel bis schwer behindert» sein könnte. Und dann der nächste Forumseintrag: «Die letzten acht Wochen haben mir so viel Kraft geraubt, dass ich keine Hoffnung mehr hatte. Dann kam der Anruf, dass das Unglaubliche eingetroffen und das Kind mit über 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit kerngesund sei

Eine grosse Wut überfiel mich beim Lesen, denn die Geschichte erinnerte mich stark an meine eigene. Die werdende Mutter war nun im sechsten Monat der Schwangerschaft. Zwei davon hatte sie mit unvorstellbaren Ängsten verbracht. Mehrmals drehte sich das Thema im Forum um die Frage, ob sie ein behindertes Kind zur Welt bringen und grossziehen wollte, respektive konnte, oder nicht. Diese Frage war in dieser Situation sicherlich legitim.

Auch bei meinem Kind diagnostizierten die Ärzte in der 20. Woche einen Herzfehler. Natürlich wollte ich als erstes wissen, was dies bedeutete. «Vielleicht nichts», war die Antwort, «es könnte aber auch ein Hinweis auf eine genetische Fehlbildung mit schwerer Behinderung sein.» Ich schluckte leer, bevor der Arzt anhängte: «Aber machen Sie sich keine Sorgen.»

Dafür war es aber bereits zu spät. Mein Kind durfte sein wie es wollte und ich akzeptierte es, wie es war, aber natürlich machte ich mir trotzdem Sorgen. Man legte uns nahe, im Unispital zu gebären, da das Kind nach der Geburt eventuell Intensivbehandlung benötige.

Nach der Geburt informierte uns der Arzt, dass nichts Aussergewöhnliches am Herz mehr festgestellt werden konnte. Ich war erleichtert, aber auch verärgert. Die Hälfte der Schwangerschaft hatte ich mich gesorgt, hatte geweint, gebettelt, gehofft. Alles ohne Grund.

Als Rechtfertigung sagte man mir: «Vielleicht sind wir manchmal etwas zu voreilig mit der Diagnosestellung. Aber besser einmal zu viel als das Risiko einzugehen, dass Sie uns verklagen, weil wir nicht sahen, dass Ihr Kind eine Behinderung hat

Unbestritten, vorgeburtliche Untersuchungen können helfen, Leben zu retten, man sieht es am Rückgang der Totgeburten. Aber das Überdiagnostizieren in der Schwangerschaft sehe ich als fatal an. Wie viele gesunde Kinder werden wohl heutzutage auf Grund einer Fehldiagnose abgetrieben? Und welchen Einfluss haben monatelange Sorgen und Ängste auf ein ungeborenes Kind?

Könnte ich das Rad der Zeit zurückdrehen, würde ich heute wohl auf einige der Untersuchungen in der Schwangerschaft verzichten. Die Frage für mich lautet nicht mehr «Will ich wissen, ob mein Kind gesund ist?» sondern «Akzeptiere ich mein Kind, wie es ist, oder nicht?»

Die Antwort auf die zweite Frage war immer ja, weshalb sich die ganzen Tests eigentlich erübrigt hätten und ich die neun Monate guter Hoffnung einfach ohne Panik hätte geniessen können. Aber im Nachhinein ist man immer klüger.

karin_hofmann*Karin Hofmann ist im humanitären Bereich tätig und Mutter einer dreijährigen Tochter.

Wann sind wir bereit für ein Kind?

Mamablog-Redaktion am Dienstag den 31. März 2015

Ein Gastbeitrag von Anicia Kohler*

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Rein ins Abenteuer: Kathrin Heigl wird in «Knocked Up» gänzlich ungeplant schwanger. Foto: Universal Pictures

Es gibt Menschen, die wissen, seit sie selbstständig denken können: Ich werde eine Familie gründen, eine fantastische Anzahl Kinder (drei oder mehr) haben, dazu vierzehn Hühner, zwei Hunde und vier Schildkröten. Bei anderen reift der Wunsch nach einer Familie erst später, wieder andere möchten kinderlos bleiben. Es gibt verschiedenste Lebensentwürfe, und grundsätzlich wird ihnen heute zum Glück allen Respekt gezollt.

Für uns Thirtysomethings bedeutet das nebst Chancen auch Probleme: Wir sind mit Entscheidungs- und Wahlmöglichkeiten aufgewachsen, wir sind Individualisten, Hedonisten, Superopportunisten – und wie die Etiketten nicht alle so lauten. Daran gewöhnt, dass wichtige Entscheidungen sorgfältig abgewogen, Zeitpunkte geplant und Rückzugsmöglichkeiten einberechnet werden können (und müssen), widmen wir uns dem Thema Familiengründung wie einem Businessplan. Sollen wir oder nicht? Basierend auf welchen Fakten? In zwei Jahren vielleicht? Sind wir wirklich total, zu hundert Prozent, bereit dafür?

Daran gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen – ein Kind zu bekommen, ist ja tatsächlich eine ziemlich folgenschwere Entscheidung. Das Problem ist nur, dass langes Nachdenken über das richtige Timing verschiedenen Realitäten zuwiderläuft. Zum einen ist da der Faktor Zeit: Im Idealfall beträgt die Wartezeit für das Projekt Familie vielleicht ein bis zwei Jahre – in dieser Zeit kommen Frisuren in und wieder aus der Mode, Finanzkrisen werden ausgestanden und Weltmeister gekürt. Kein Mensch kann eine absolute Bereitschaft ohne jegliche Zweifel über Jahre aufrechterhalten (schon gar nicht eine Schwangere, die eine Treppe erklimmen muss). Zum anderen der Faktor Biologie: Es gibt keine Garantie. Fast nichts am Fortpflanzungsprozess ist in unserer Hand, und es gibt keinen Wegpunkt, an dem nicht alles oder nichts schiefgehen kann.

Wenn sich zwei also grundsätzlich einig sind, dass sie irgendwann eine Familie gründen möchten, sollten sie die Phase des Brütens nach einem kurzen Überschlagen der Lebensumstände deshalb besser (noch) überspringen. Die wirkliche Frage ist nicht, ab wann man erwachsen genug sein wird, für den Rest des Lebens auf Schlaf zu verzichten. Sondern die, ob man sich genug gern hat, sich gemeinsam und kopfüber in ein völlig unfassbares Abenteuer zu stürzen. Mit der Einstellung komme, was da wolle – ob und wann und in welcher Ausführung es wolle. Sich aneinander festhaltend, sich tief in die Augen schauend und mit erwartungsvollem Lächeln. Live long and maybe prosper!

Mamablog Anica Kohler*Anicia Kohler ist Musikerin, Fachmitarbeiterin Prävention und Mutter eines fast fünfmonatigen Babys.

Tipps für schwangere Männer

Mamablog-Redaktion am Mittwoch den 25. März 2015

Ein Papablog von Manuel Weingartner*

Es gibts nichts schöneres als eine glückliche Frau: Schwangerer Mann bei einer Werbeaktion für eine App in Antwerpen, 2011. Foto: Henry Scott (Flickr)

Es gibt nichts Schöneres als eine glückliche Frau: Schwangerer Mann bei einer Werbeaktion für eine App in Antwerpen, 2011. Foto: Henry Scott (Flickr)

Ich sage es gleich vorweg. Wir Männer können uns nicht im Geringsten vorstellen, wie es ist, schwanger zu sein. Wie es sich anfühlt, dass ein Kind im eigenen Körper heranwächst. Wie es ist, einen solch enormen Hormonwechsel durchzumachen. Wie sich die Ängste, Lüste und die Vorfreude auf die Geburt anfühlen. Klar, wir könnten es zumindest versuchen. Wir könnten mit einer umgebundenen Bowlingkugel und in Kompressionsstrümpfe gequetscht im Hochsommer einen Berg hochlaufen, um es vielleicht körperlich nachzuempfinden. Aber es wäre trotzdem nicht das Gleiche.

Was wir aber können: die Frau während dieser 40 Wochen als Partner unterstützen – auf ganz viele verschiedene Arten. Nachfolgend vier Tipps aus eigener Erfahrung.

Tipp Nummer eins im Schwangere-Männer-Club: Informiere dich.
Der Mann soll sich gerade bei der ersten Schwangerschaft informieren. Bücher lesen. Zu den Arzt- oder Hebammenterminen mitgehen. Dazu gehören auch die Planung und die Organisation der Geburt. Ist alles bereit? Muss noch etwas abgeklärt werden? Die Frau fühlt sich wohler, wenn der Mann auch Interesse zeigt und mithilft. Die Frau soll nicht allein schwanger sein.

Tipp Nummer zwei: Koch deiner Frau immer, was sie will und wann sie es will.
Ich war noch nie so viel nachts in der Küche wie während der Schwangerschaft meiner Frau. Wenn sie zur normalen Bettgehzeit Lust auf Spaghetti mit Tomatensauce hat, dann hast du keine Wahl. Du machst ihr Spaghetti mit Tomatensauce. Nein, nicht Bolognese. Nicht Pesto alla siciliana. Sondern Tomatensauce. Und nein, nicht Fusilli, nicht Penne, nicht Farfalle, nicht Fettuccine. Spaghetti müssen es sein. Und wenn keine Spaghetti im Haus sind, gehst du zur Tankstelle. Auch bei Regen, Schneesturm und während des Champions-League-Finals.

Tipp Nummer drei: Sei zu Hause und verwöhne sie.
Mein Ausgehverhalten hat sich bei der ersten Schwangerschaft meiner Frau anpassen müssen. Das Dilemma zwischen «Bald kann ich sowieso nur noch selten raus, darum muss ich es jetzt noch ausnützen» und «Ich kann auch nicht weg und mich betrinken, dann bleib wenigstens auch zu Hause» war ein Dauerthema. Ich kann nur dies weitergeben: Liebe Männer, bleibt so viel wie möglich zu Hause und verwöhnt eure Frau. Massieren, Rücken kraulen, Rüebli mit Nutella streichen, den Bauch (im Uhrzeigersinn!) streicheln oder mit ihr «Germany’s Next Topmodel» schauen. Es lohnt sich. Es gibt nichts Schöneres in dieser Zeit, als eine glückliche schwangere Frau zu haben. Denn für das Argument «Aber ich bin schwanger» gibt es kein Gegenargument.

Tipp Nummer vier: Vermeide Militärvergleiche.
Das Schlimmste, was man zum Thema Schwangerschaft aus dem Volksmund hört, ist dieser Schwangerschafts-Militär-Vergleich. Die Frauen werden schwanger, dafür müssen die Männer in die Armee. Dieser Vergleich hinkt noch mehr als der pazifistische Kiffer aus dem Arztzimmer bei der Aushebung. Mit diesem Vergleich sagt man, dass sich die Frau allein durch die Schwangerschaft kämpfen muss, wie der Mann durch die Dienstzeit, und das ist einfach nur kompletter Blödsinn.

Gerne würde ich noch mehr Tipps auflisten, aber ich muss los. Es ist jetzt doch schon 23.30 Uhr, und meine Frau hat Lust auf Spaghetti mit Tomatensauce.

manuel weingartner*Manuel Weingartner, 27 Jahre, lebt mit Frau und Kind (15 Monate) in der Zentralschweiz, arbeitet als IT-Projektleiter und verdient als Pointenschreiber für «Giacobbo/Müller» nebenbei zusätzliches Familiengeld.

Mein geplantes vaterloses Kind

Mamablog-Redaktion am Dienstag den 17. März 2015

Ein anonymer* Gastbeitrag

stttijn

Wer sagt, dass ein geplant vaterloses Kind unglücklich ist? Foto: Symbolbild, Flickr stttijn.

Ich habe mein Kind geplant. Zugegeben, nicht von langer Hand und nicht in Absprache mit meinem damaligen Partner. Es war ein Spontanentscheid, auf der Hinfahrt zu einem romantischen Abendessen.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren eigene Kinder in meiner Lebensplanung nie wirklich vorgekommen, und ich brauchte keine, um glücklich zu sein. Zwischen zwanzig und vierzig war ich die Karriereleiter kontinuierlich emporgestiegen, bis ich oben angelangt war als eine der wenigen Frauen im Topkader meiner Firma. Ich war zwar single und kinderlos, aber führte ein ausgefülltes Leben.

Und dann stand ich im Stau zum Abendessen mit meinem damaligen Lebensabschnittspartner und hatte ein bisschen Zeit, um mich zu wundern, ob ich in diesem Leben noch Kinder wollte oder nicht. Es war auch jetzt nicht der richtige Zeitpunkt oder die richtige Beziehung dazu, und die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, war in meinem Alter ungefähr so hoch wie ein Sechser im Lotto für den, der das erste Mal spielt.

Doch in diesem einen Moment im Stau war der Traum des eigenen Kindes plötzlich da und blieb hartnäckig in meinem Kopf hängen.

Drei Wochen später wusste ich, dass ich ein Kind erwartete. Und dann brach ich in Panik aus. Wie ging das überhaupt mit einem Kind? Und wie konnte man da überhaupt weiterarbeiten? Kurz: Wie liess sich das Kind in mein bisheriges Leben integrieren? Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt rund 60 bis 70 Stunden pro Woche und konnte mir nicht vorstellen, etwas daran zu ändern. Aber zuerst einmal stand die Frage im Raum: «Und wie sage ich es dem Kindsvater?»

Und natürlich sagte ich, was alle Frauen in diesem Moment sagen: «Es tut mir leid, es war ein Versehen.»

Zugegeben, stolz darauf, den Entscheid zum Kind ohne Einverständnis des Kindsvaters gefällt zu haben, war ich nie. Auch ich hätte lieber die romantische Version gehabt. «Schatz, wollen wir nicht ein Kind?» «Schatz, ich bin schwanger!» Und danach Tränen der Freude, ein weiteres romantisches Nachtessen, die Hand des zukünftigen Vaters auf dem wachsenden Bauch, den Stolz in seinen Augen und die Aufregung in den Tagen vor und nach der Geburt. Doch in meinem Alter wusste ich, dass es diese Version mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben würde.

Die frohe Botschaft an den Vater meines Kindes verursachte alles andere als eine frohe Reaktion. Ich konnte ihn verstehen und hätte vermutlich genauso reagiert. Aus Gründen der Fairness war es für mich klar, vollumfänglich für das Kind aufzukommen. Ich bestand aber darauf, dass er das Kind anerkannte und den Kontakt zu ihm aufrechterhalten würde.

Heute weiss mein Kind, wer sein Papa ist, und spricht regelmässig mit ihm per Skype. Den unilateralen Entscheid zum Kind habe ich nie bereut, obwohl er mein Leben vollständig auf den Kopf gestellt hat. Natürlich liess sich das Kind nicht in mein damaliges Leben integrieren. Einige Monate nach der Geburt habe ich (gerade noch rechtzeitig) realisiert, dass ich meine Zeit lieber in mein Kind als in 150 Mitarbeitende investiere, und habe meinen Führungsjob an den Nagel gehängt. Und nein, ich bin nicht sozialhilfeabhängig. Ich komme vollumfänglich für unseren Lebensunterhalt auf. Ich bin eine glückliche, unabhängige, alleinerziehende Mutter mit einem zufriedenen Kind.

Und dennoch frage ich mich manchmal, ob mein Kind durch den vaterlosen Zustand substanzielle Nachteile erleiden könnte. Doch dann erinnere ich mich blitzartig an die aktuelle Scheidungsquote und lehne mich zurück. Mein Kind wächst vielleicht ohne Vater auf, aber zumindest kann ich ihm die Qualen von Beziehungskrisen, Trennung und Scheidung und damit verbundenen Verlustgefühlen und -ängsten ersparen. Im Endeffekt bin ich davon überzeugt, dass nicht die Konstellation von Vater und Mutter eine gute Familie ausmacht, sondern die Beziehungsqualität, in der ein Kind aufwächst.

*Name der Redaktion bekannt

Warum Kevin keine Karriere macht

Mamablog-Redaktion am Mittwoch den 4. März 2015

Ein Papablog von Tobias Schubnell*

Prinz George bei seiner Taufe: Bei Königskindern ist die Namenswahl einfach. Foto: Keystone

Prinz George bei seiner Taufe: Bei Königskindern ist die Namenswahl einfach. Foto: Keystone

Sehen Sie, es gibt Paare, die wissen, wie ihr Kind heissen soll, noch bevor sie mit dem Kinderkriegen begonnen haben. Es gibt Paare, die wissen schon vor der Geburt den Namen ihres zukünftigen Kindes, und es gibt uns, meine Frau und mich, die den Namen zwei Wochen nach der Geburt einreichen.

Meine Mutter stand kopf, als wir nach einer Woche noch immer keinen Namen für unseren Sohn hatten. Alles eine Frage der Einstellung, finde ich. Meine Frau und ich sind die ganze Sache ziemlich entspannt angegangen, der Name muss wohlüberlegt sein, wird er doch das Leben des Kindes prägen. Nur: Wie wählt man den Namen am besten aus?

Kaum gefällt dem einen Partner ein Name, fangen die Probleme an: Wir assoziieren Namen mit Menschen, die wir in unserem Leben getroffen haben. Oder man wird vom familiären Umfeld beeinflusst, wie zum Beispiel, dass jener Name wie derjenige des Hundes unseres verstorbenen Nachbarn lautet. Schön. Das macht es nicht einfacher. Man fängt an, sich durch Studien zu wühlen, welcher Name für eine erfolgreiche Karriere steht und welcher am meisten auf Abneigung stösst.

Kevinismus nennt man das Ganze. Es beschreibt die sich wie ein Flächenbrand verbreitende Form von Kindernamen, die aus dem Ikea-Katalog entnommen wurden. Den ahnungslosen Kindern werden exotische Namen – von fragwürdigen Doppelnamen bis hin zu Städtenamen – mit auf den Lebensweg gegeben, ohne dass sich die Kinder dagegen wehren können.


(«…wer aber Philipp, Alexander, Marie oder Sophie heisst, ist Oberschicht und klug.» Kabarettist Robert Griess. Quelle Youtube)

Stellen Sie sich vor, wohin das führen wird, wenn in der Vorschule nur Cheyenne-Chantals und Justin-Kevin-Enrikes in den Reihen sitzen. Es sind nicht nur Kleider, die Leute machen, sondern auch die Namen. Es scheint, als würde Kindern mit «ausgeprägten» Namen im weiteren Leben eher ein gesellschaftlicher Nachteil entstehen. Daher ist es vonnöten, dass man sich nicht zu sehr von der Gegenwart beeinflussen lässt, sondern auch ein bisschen weitsichtiger und geschickter denkt. Der Name sollte daher zu einem Vorschulkind sowie auch zu einem Erwachsenen passen.

Meine Frau und ich haben jedenfalls den perfekten Namen gefunden. Ich bin sicher, dass sich mein Sohn nicht beschweren wird, auch wenn er zwei Wochen ein namenloses Geschöpf war.

subnell_AUTOR*Tobias Schubnell ist 25 Jahre jung und seit 5 Monaten stolzer Vater eines Sohnes. Er lebt mit seiner Frau derzeit arbeitsbedingt in Mostar, Bosnien. Er arbeitet als Inventory Controller in einer bosnischen Firma, welche medizinische Geräte verkauft.

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