Archiv für die Kategorie „Schwangerschaft“

Best of: Die Gnade des späten Gebärens

Michael Marti am Mittwoch den 13. August 2014

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Papablog von Michael Marti* erschien erstmals am 23. April 2014.


Späte Elternschaft ist ein Reizthema. Frauen und Männer, die sich in ihren Vierzigern, ja, in ihren Fünfzigern womöglich, für ein Kind entscheiden, gelten oft als Egoisten, die alles haben wollen im Leben: in der ersten Lebenshälfte Karriere und Ungebundenheit, in der zweiten Kinder und Familienbande.

Insbesondere alte Mütter trifft erbarmungslos Kritik, sie würden mit der Medizin als Komplizin die natürliche Ordnung der menschlichen Fortpflanzung pervertieren. So diskutierte die Boulevardzeitung «Blick» unlängst, ob es rechtens sei, wenn die Krankenkassen die Entbindung einer 66-Jährigen bezahle, die nach einer In-Vitro-Befruchtung mit Zwillingen schwanger war. Auch in einschlägigen Postings des Mamablogs («Alterslimite für Mütter?») derselbe Tenor, hier werden Schwangerschaften nach 45 als «unverantwortlich», als «selbstsüchtig» abgeurteilt.

Ein ganz anderes Bild allerdings zeichnen neuste Forschungsergebnisse. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» beleuchtet in seiner aktuellen Ausgabe mit einer Titelgeschichte den diesbezügliche Stand der Wissenschaft. So sei mittlerweile erwiesen, dass späte Eltern in der Regel nicht nur gute, sondern sogar die besseren Eltern seien. Denn diese würden sich meistens aus einer wirtschaftlich abgesicherten Position für Kinder entscheiden, sie lebten grösstenteils in einer stabilen Partnerschaft und seien überdurchschnittlich gut gebildet. Davon profitiere der Wunschnachwuchs in hohem Masse: «Kinder, deren Eltern ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, sind weniger belastet als jene, deren Eltern noch suchen.»

Offenbar wurden bislang auch die gesundheitlichen Risiken überschätzt. «Kinder, deren Mütter bei der Geburt 35 bis 44 Jahre alt waren, erleiden – anders als lange angenommen – auch langfristig keine gesundheitlichen Nachteile», heisst es im «Spiegel». Und weil sich die Töchter und Söhne besonders erwünscht fühlten, würden sie nachhaltig den so wichtigen Glauben an sich selbst und den eigenen Wert entwickeln.

Auch ein zweites Vorurteil gilt es zu revidieren: Die späte Elternschaft ist mitnichten die exotische Option weniger egozentrischer Frauen und Männer, die mithilfe skrupelloser Ärzte sich über alle ethischen Grenzen hinwegsetzen. Vielmehr handelt es sich um einen «sozialen Megatrend», wie ein Experte im erwähnten «Spiegel»-Artikel zitiert wird, um eine Entwicklung, deren Auswirkungen vollkommen unterschätzt würden. Tatsächlich gilt dies auch für die Schweiz, hierzulande nimmt die Anzahl der unter 30-jährigen Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, ebenfalls ab, während gleichzeitig die Zahl der 35-jährigen und älteren Frauen steigt.

Hauptgründe dafür sind immer längere Ausbildungszeiten für beide Geschlechter und der härtere Konkurrenzkampf um attraktive Jobs, auch dies gilt für Männer und Frauen.

Vergegenwärtig man sich also die neuesten Erkenntnisse und Fakten zum Phänomen späte Elternschaft, ergibt sich ein ganz anderes Bild, als es derzeit in der Öffentlichkeit vorherrscht. Es geht hier nicht um selbstsüchtige Ego-Eltern, sondern vielmehr darum, dass es heute jungen Erwachsenen kaum noch möglich ist, gleichzeitig eine Karriere und eine Familie aufzubauen. Hinlänglich bekannte Gründe dafür sind etwa die Defizite bei den Kinderbetreuungsangeboten (Stichwort Tagesschulen) oder das Fehlen von Teilzeitjobs auf Kaderstufe.

Es sind mithin gesellschaftliche Ursachen, die hinter der Entwicklung zur späten Elternschaft stehen – nicht die Egozentrik einzelner Frauen und Männer. Man mag diesen Wandel begrüssen oder nicht, gut zu wissen ist: dass die späte Elternschaft nicht auf Kosten der spät geborenen Kinder geht.

memyselfandi*Michael Marti (48) ist Leiter Digital und Mitglied der Chefredaktion des Tages-Anzeiger. Er wurde mit 40 erstmals Vater und lebt mit seinen beiden Töchtern und seiner Frau in Zürich.

Best of Mamablog: Job weg nach der Babypause

Gabriela Braun am Sonntag den 3. August 2014

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und ihre Familien. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag von Gabriela Braun erschien erstmals am 11. März 2014.

EU PARLAMENT, EUROPAEISCHES PARLAMENT, EUROZONE, GRIECHENLAND KRISE, GRIECHENLANDHILFE, SPARPAKET, SPARDRUCK, SPARMASSNAHMEN, STAATSSCHULDEN, STAATSSCHULDENKRISE, STAATSVERSCHULDUNG, SCHULDENKRISE,   EUROZONE, EUROKRISE,   FINANZKRISE, WIRTSCHAFTSKRISE

Doch, doch, auch Mütter können arbeiten! Nicht alle nehmen auch gleich ihr Kind mit an den Arbeitsplatz wie die italienische Abgeordnete Licia Ronzulli im Europaparlament in Strassbourg (15. Februar 2012). Foto: Keystone

Liebe Männer, haben Sie schon mal erlebt, dass Sie nach einem Militär-WK, einer Krankheit oder längeren Ferien Ihren Job nicht mehr hatten? Sie zurückkamen und erstaunt feststellten, dass ein anderer an ihrem Arbeitsplatz sass, Ihre Arbeiten erledigte – und keinerlei Anstalten machte, sie Ihnen wieder abzugeben?

Ich gehe davon aus, die allermeisten von Ihnen beantworten die Frage mit «Nein». Ganz im Gegensatz zu zahlreichen Frauen, respektive Müttern: Kommen sie nach vier, fünf oder sechs Monaten Babypause an ihre Arbeitsstelle zurück, erleben sie nicht selten ihr blaues Wunder.

Die Frauen erfahren etwa, dass sie in ihrer Funktion herabgestuft wurden und aus diesem Grund andere – also einfachere – Arbeiten zu erledigen haben. Wie jene langjährige Marketingleiterin, die am ersten Tag nach dem Mutterschaftsurlaub von ihrem Chef zu hören bekam, dass sie den Arbeitsplatz im Gang mit dem Praktikanten teilen werde. Sie bearbeite mit ihrem 80-Prozent-Pensum neu die Kunden-Adresskartei und Prospekte. Für die grossen Projekte sei sie nicht mehr vorgesehen. Ein Neuer habe ihren Posten übernommen.

Doch auch anderes erfahren Mütter in der ersten Woche nach dem Mutterschutz: Ihre Kündigung. Das geschieht per eingeschriebenem Brief oder mittels massivem persönlichen Druck: indem der Neo-Mutter – die schon mehrere Jahre Mitinhaberin einer Werbeagentur ist – von ihren Partnern nahegelegt wird, sich doch bitte baldmöglichst den eigenen Anteil auszahlen zu lassen und dann zu gehen. Sie als Mutter sei für die kleine Werbeagentur eine zu grosse Belastung. Denn jetzt – das verstehe sie wohl selbst am Besten – könne sie kaum mehr ihren Tätigkeiten als Mitinhaberin und Co-Geschäftsführerin nachgehen.

Diese Beispiele stammen alle aus meinem Bekanntenkreis. Ich kenne ungefähr ein Dutzend solcher Geschichten. So unterschiedlich die Jobs und die Bereiche sind, in welchen die Frauen bis zu ihrem ersten Kind gearbeitet haben, so ähnlich sind die Begründungen ihrer Vorgesetzten. Die Frau könne als Mutter wegen des kleineren Arbeitspensums die bisherigen Aufgaben nicht mehr erfüllen, heisst es zum einen. Mit Kindern sei man nicht mehr so flexibel und einsatzfähig, zum anderen. Was für die betroffenen Frauen so viel bedeutet wie: Das trauen wir dir nicht mehr zu, liebe Frau. Jetzt, da du nebst Sitzungen auch für die Sättigung und Säuberung eines kleinen Schreihalses zuständig bist, bist du garantiert nicht mehr so belastbar. Je mehr Kinder man hat, desto ausgeprägter bekämen sie dies zu spüren, versichern mir Freundinnen.

Wobei ich hier anfügen möchte, dass es auch für diese Mütter klar ist, dass sie bei einem Teilzeitpensum von 50 Prozent nicht davon ausgehen können, exakt dasselbe zu tun, wie mit einem Vollzeitjob. Sie rechnen damit, auf gewisse Kompetenzen verzichten zu müssen. Um das geht es also nicht. Was den Frauen vielmehr sauer aufstösst, ist, dass bis zu ihrem Wiedereinstieg nach der Babypause offensichtlich rumgemauschelt wurde. Das Unausgesprochene ist das Problem, und dass die Firmen ihre Arbeitsstelle während ihrer Abwesenheit klammheimlich neu organisieren – ohne mit ihnen geredet zu haben. So wird der berufliche Wiedereinstieg nach der Babypause für zahlreiche Mütter zu einer herben Enttäuschung und Demütigung.

Dies beobachtet auch Susy Stauber-Moser, Vorsitzende der Zürcher Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz. Gemäss ihr kommunizierten Firmen im Vorfeld des Mutterschaftsurlaubs zum Teil nicht ausreichend transparent: «Die Frauen werden lange im Ungewissen gelassen, ob und wie sie nach der Babypause wieder arbeiten können.» Wie das veränderte Jobprofil aussehen könnte, bleibe ungeklärt. Diskriminierung im Zusammenhang mit Mutterschaft sei denn auch oft Thema bei den Beratungen der Behörde, sagt die Juristin und Mediatorin. Wandten sich Frauen vor wenigen Jahren noch vorwiegend wegen Lohnungleichheit an die Behörde, seien es heute vielfach Anliegen, die den Wiedereinstieg nach dem Mutterschaftsurlaub betreffen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht beim Wiedereinstieg?

Alles testen lassen oder einfach vertrauen?

Jeanette Kuster am Sonntag den 27. Juli 2014
Mamablog

Was, wenn es behindert ist? Ultraschallbild eines Fötus in der 12. Schwangerschaftswoche.
Foto: Wikimedia

Vor kurzem hat die «Ostschweiz am Sonntag» vermeldet, dass sich die Trisomie-21-Geburten innert zehn Jahren verdoppelt hätten. Ein Anstieg, den so niemand erwartet habe. Zwar werden bekanntlich immer mehr Frauen spät Mutter, was das Risiko für Fehlbildungen beim Kind erhöht. Gleichzeitig treiben Schätzungen zufolge aber zwischen 75 und 95 Prozent der Frauen, die vorgeburtlich mit der Diagnose Trisomie 21 konfrontiert werden, das Kind ab. Wieso also dennoch diese extreme Zunahme? Stimmen die hohen Prozentzahlen so vielleicht nicht mehr?

Möglicherweise habe in den letzten Jahren ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, sagt Tina Fischer, leitende Ärztin am Kantonsspital St. Gallen gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag». Ein Umdenken, das es Paaren leichter mache, auch ein behindertes Kind zu bekommen. Und dazu führe, dass manche ganz bewusst auf die Pränataldiagnostik verzichteten.

Auch ich habe damals zumindest teilweise auf die mir angebotenen Untersuchungen verzichtet. Bei meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich nämlich die magische Grenze überschritten: Ich war über 35 Jahre alt und fiel somit in die Kategorie «alte Mutter». Die Folge: Mir wurde von der Gynäkologin gleich zu Beginn empfohlen, eine Fruchtwasserpunktion machen zu lassen, um mein Kind auf allfällige Fehlbildungen untersuchen zu lassen. Als ich das strikt ablehnte und sagte, mein Mann und ich wollten das nicht, schaute sie mich staunend an.

Ich hatte zwei Jahre zuvor ein gesundes Kind zur Welt gebracht, ich fühlte mich gut, und es gab bei den üblichen Untersuchungen keinen Hinweis auf irgendein Problem. Deshalb sah ich nicht ein, weshalb ich bloss aufgrund einer statistischen Grösse eine Fruchtwasserpunktion machen lassen sollte, die mit einem Abortrisiko verbunden ist. «Das Risiko beträgt bloss 0,5 bis 1 Prozent», mögen Sie nun einwenden. Aber «eins von hundert» erscheint mir schon ziemlich bedrohlich, wenn es um das Leben meines Kindes geht.

Dass man den Untersuch dennoch machen lässt, wenn man aufgrund der Statistiken völlig verunsichert ist oder absolut überzeugt, kein behindertes Kind grossziehen zu können, verstehe ich. Auf mich und meinen Mann traf beides nicht zu, weshalb wir es gar nicht so genau wissen wollten. Denn wie entscheidet man, wenn einem die Ärzte sagen, das Kind werde behindert zur Welt kommen? Behält man es trotzdem und mutet sich und dem Kind womöglich zu viel zu? Oder entscheidet man sich für einen Abbruch mitsamt den psychischen Folgen, die damit einhergehen? Kann man sich in dieser unglaublich schwierigen Frage mit dem Partner einigen? Und ist man fähig, auf Dauer mit seiner Entscheidung zu leben?

Noch schwieriger werden diese Fragen, wenn man sich vor Augen führt, dass die Pränataldiagnostik auch falsche oder ungenaue Diagnosen liefern kann. So wie bei einer Bekannten von mir, die gleichzeitig wie ich schwanger war. Sie und ihr Mann hatten von Beginn weg auf die gesamte Pränataldiagnostik verzichtet, also nicht einmal die Nackenfaltenmessung machen lassen. In der 13. Woche sah das Kind im Ultraschall seltsam aus, sodass nachträglich doch noch gemessen wurde. Die Diagnose der Ärzte: Das Kind würde entweder noch im Mutterleib sterben oder schwerstbehindert sein.

Das war 2009. Heute ist der Kleine fast fünf Jahre alt, völlig normal entwickelt und gesund. Seine Eltern haben damals entschieden, das Kind trotz dieser düsteren Prognose zu bekommen, und damit ganz offenbar den richtig Entscheid gefällt. Ob ich das an ihrer Stelle genauso durchgezogen hätte? Ich weiss es schlicht nicht und bin dankbar, musste ich mich selber nie einer solchen Entscheidung stellen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie alle medizinischen Möglichkeiten genutzt, um (so weit möglich) sicherzustellen, dass Sie ein gesundes Kind bekommen? Oder haben Sie auf gewisse Tests verzichtet im Vertrauen darauf, dass alles gut kommen wird? Und erhöht die Pränataldiagnostik Ihrer Meinung nach den Druck auf die Frauen, nur noch gesunde Kinder zu bekommen? Oder findet wirklich langsam ein Umdenken statt?

Der Sohn ist auch eine Comicfigur

Gabriela Braun am Mittwoch den 16. Juli 2014

Caspar spielt. Caspar schmollt. Caspar lacht. Er entdeckt, erschreckt, und er zerrt immer mal wieder an den Nerven seiner Eltern. Caspar ist eine Comicfigur, doch nicht nur: Caspar ist auch ein Junge von dreieinhalb, der in Zürich aufwächst. Er liefert die Inspirationen für Vaters Illustrationen. Täglich.

Seit seiner Geburt hat sein Papa, François Chalet, jeden einzelnen Tag in einem Bild festgehalten. So sind bisher 1400 Illustrationen entstanden. Ohne Worte, für sich selbst sprechend. Die Bilder zeigen den Alltag der Familie, ihre Abenteuer und Höhepunkte – aber auch die Schwierigkeiten und Hürden, die Eltern mit einem Kind durchleben. François Chalet nimmt den Betrachter dabei auf eine persönliche und berührende Reise. Man sieht die Eltern dem trotzenden Kind gegenüberstehen, beide kurz vor dem Verzweifeln. Wie sie Ängste durchstehen, ihr Bestes geben – und zu dritt die kleinen Momente geniessen.

Sind die Situationen und Gefühle noch so komplex, François Chalet schafft es, sie grafisch hervorragend umzusetzen und auf den Punkt zu bringen. Als Betrachter sieht man auf einen Blick, um was es geht. Man erkennt sich in den Illustrationen oft selbst wieder und lacht, ist gerührt, tankt auch Mut. Man merkt: Man ist nicht allein, andere Familien kämpfen genauso mit Alltäglichem.

Und genau darin liegt gemäss dem Illustrator unter anderem der Reiz, wie er mir bei einem Kaffee erzählte: «Das Leben erkennt man am Unperfekten. Dann, wenns nicht funktioniert. Das macht menschlich – und es entspannt.»

Vielleicht soll aus den Bildern mal ein Film entstehen, die ursprüngliche Idee sei es jedenfalls mal gewesen, sagt der 43-Jährige. Bis es so weit ist, führt der Illustrator, Animationsfilmer, Regisseur und visuelle Künstler weiter täglich sein Tagebuch in Bildern – also eine Art Papablog. Immer abends nach getaner Arbeit um etwa 18 Uhr setzt sich François Chalet eine halbe Stunde an den Computer, um ein weiteres Bild zu illustrieren. Eine Auswahl davon erschien kürzlich im Buch «Caspar».

Einen kleinen Film von Caspar gibt es bereits. Im Trickfilm geht es um die Liebe der beiden Eltern und die Entstehung Caspars – des realen Jungen wie auch der Comicfigur.

Le coup de foudre from François Chalet on Vimeo.

François Chalet: Caspar. 208 Seiten, durchgehend farbig illustriert. 27 Franken, www.echtzeit.ch

Verhütung als Glücksspiel

Gabriela Braun am Donnerstag den 19. Juni 2014

Was tut ein Paar, wenn es Lust auf Sex hat – aber nicht auf Pille, Spirale oder Gummi? Ein Diaphragma nehmen zum Beispiel (sogenanntes Kondom für die Frau). Oder nur dann Sex haben, wenn Frau nicht fruchtbar ist, logischerweise.

Letztere Methode heisst offiziell «Natürliche Empfängnisregelung». Sie beruht auf der Tatsache, dass im Zyklus der Frau die meisten Tage unfruchtbar sind. Doch was einfach klingt, braucht – um eine Schwangerschaft auch wirklich zu verhindern – ein paar Kenntnisse über die Regungen des Körpers rund um den Eisprung. Die Frau misst dazu meist die morgendliche Körpertemperatur, untersucht ihren Ausfluss und interpretiert diese Fakten. Das will gelernt sein. In einschlägigen Foren diskutieren deshalb zahlreiche Frauen ausgiebig über das Thema, und spezielle Kurse leiten sie dabei an. Ein Paar, das sich dem Thema Natürliche Verhütung verschrieben hat, bloggt seit drei Jahren ausschliesslich darüber.

Wem das zu kompliziert oder aufwendig ist, hat die Möglichkeit, die Auswertung an einen Verhütungscomputer zu delegieren. Der Computer hat einen eingebauten Temperaturstab, den sich die Frau jeden Morgen unter die Zunge legt. Er wertet die Daten aus und zeigt der Frau auf dem Display an, ob sie fruchtbar ist oder nicht. Grün bedeutet go, rot no. Eine meiner Freundinnen vertraut seit mehreren Jahren auf ein solches mehrere Hundert Franken teures Gerät.

Das funktioniere gut, sagte sie kürzlich unserer fröhlichen Frauenrunde. Sie und ihr Mann könnten sich zu hundert Prozent darauf verlassen – bloss... na ja, auf dem Display seien die meisten Tage rot markiert. Wohl deshalb, weil die Methode als ultrasicher angepriesen werde und der Hersteller keinerlei Risiken eingehen wolle. Das sei frustrierend und nicht gerade lustvoll, sagte sie. Weswegen sie und ihr Mann häufig auf Kondome zurückgreifen müssten, um wirklich sicher zu sein. Doch manchmal würden sie den Gummi auch einfach sein lassen. Und dann beginne das bange Warten. Vor allem, wenn ihre Mens mal wieder in Verzug sei.

Trotz möglichem Stress wegen einer ungewollten Schwangerschaft wenden einige Paare in meinem Bekanntenkreis diese Art der Geburtenkontrolle an. Die pillenmüden Enddreissigerinnen verhüten oft ziemlich fahrlässig. Sie befänden sich in einer Zwischenphase, erklärten mir zwei Freundinnen, die beide Familie haben. Sie wollten keine Kinder, aber auch keine Hormone mehr. Und ihre Männer seien noch nicht so weit, sich unterbinden zu lassen – «daran arbeiten wir noch».

Ein Youtube-Filmchen wie Comedy-Frau Martina Hill die Verhütungsfrage sieht: «Verhütung? Mach dir keine Gedanken», aus der Reihe «Knallerfrauen». Viel Spass!

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

Werbung

Tipps zu «Kinder und Geld»

Vom ersten Konto bis zur Handhabung der Prepaidkarte für Jugendliche.

Vergleichsdienst

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Vergleichsdienst

Günstiger in die Ferien!

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Werbung

Die neuen digitalen Abos

Unbeschränkten Zugriff auf den Tages-Anzeiger. Jetzt testen ab CHF 1.-.

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Werbung

Werbung

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Marktplatz