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	<title>Mamablog &#187; Schule</title>
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		<title>Schule 2012: Die Vermessung der Bildung</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 01:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Carte Blanche von Beat W. Zemp*.
Zwei Entwicklungen im Schweizer Bildungswesen sind für das kommende Schuljahr und die weitere Zukunft der Volksschule bedeutsam: Zum ersten Mal haben sich die kantonalen Bildungsdirektionen auf Grundkompetenzen geeinigt, die an allen Volksschulen zu vermitteln sind. Auf dieser Basis wird momentan der Lehrplan 21 ausgearbeitet, der im kommenden Schuljahr 2012/13 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine <a href="../index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von </em><em>Beat W. Zemp</em><em>*.</em></p>
<div id="attachment_21350" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21350 " title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/schüler-wandtafel.JPG" alt="130905LAN106" width="640" height="428" /><p class="wp-caption-text">Ja zu Leistungsmessungen, aber kein Wettbewerbszirkus: Ein Schüler an der Tafel.  (Keystone)</p></div>
<p style="text-align: left;">Zwei Entwicklungen im Schweizer Bildungswesen sind für das kommende Schuljahr und die weitere Zukunft der Volksschule bedeutsam: Zum ersten Mal haben sich die kantonalen Bildungsdirektionen auf Grundkompetenzen geeinigt, die an allen Volksschulen zu vermitteln sind. Auf dieser Basis wird momentan der Lehrplan 21 ausgearbeitet, der im kommenden Schuljahr 2012/13 in eine breite Vernehmlassung geschickt wird. Zudem <strong>liegt nun erstmals auch ein Konzept zur schulischen Leistungsmessung vor</strong>, mit dem die Erreichung dieser Bildungsziele überprüft werden soll. Die Kantone setzen damit einen Auftrag um, der in der Bundesverfassung im Artikel 62 Absatz 4 verankert ist (Harmonisierung der Ziele der Bildungsstufen).</p>
<p style="text-align: left;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: left;">PISA und andere Langzeituntersuchungen über Schulleistungen arbeiten mit Stichproben. Und das ist gut so, denn die Resultate dieser Leistungsmessungen können wichtige Impulse für die Entwicklung des Bildungswesens ergeben. Testet man hingegen alle Schüler zum gleichen Zeitpunktmit mit dem gleichen Test, kann man auch Ranglisten von Schulen herstellen, die dann aber zu einem sinnlosen Wettbewerb führen: <strong>Was können Schulen dafür, wenn sie in benachteiligten Stadtteilen oder ökonomisch schwachen Landesgegenden liegen?</strong> Wie sollen Lehrpersonen zur Integration von lernschwachen oder behinderten Schülerinnen und Schülern motiviert werden, wenn sie nachher mit durchschnittlich schlechteren Klassenleistungen öffentlich abgestraft werden?</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>«Die Hauptaufgabe von Lehrerinnen und Lehrern ist das Unterrichten.» So beginnt das neue Berufsleitbild des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH). Hinter dem banal tönenden Satz steht eine Abkehr von der Verzettelung des Berufsauftrags durch die ständige Delegation von Nacherziehungsaufgaben an die Schule. <strong>Lehrerinnen und Lehrer wollen vor allem einen wirksamen Unterricht machen</strong>, der Schwächeren und Leistungsstarken zu bestmöglichen Bildungserfolgen verhilft. Leistungsmessungen, Schulreformen und Schulverwaltungen sind zwar nötig, müssen sich aber ganz in den Dienst des Kernauftrags Unterrichten stellen. Bei ungenügenden zeitlichen, räumlichen oder personellen Unterrichtsbedingungen muss die Lehrerschaft die drohenden Nachteile für die Schülerinnen und Schüler kommunizieren. Das hat mit Jammern nichts zu tun, sondern zeugt von einer professionellen pädagogischen Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler!</p>
<p><em>*<img class="alignleft size-full wp-image-21347" title="zemp" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/zemp.jpg" alt="zemp" width="135" height="138" />Beat W. Zemp ist </em><em>Zentralpräsident</em><em><em> d</em>es </em><em>Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer<em>. (LHC)</em></em></p>
<div style="position:absolute"><script type="text/javascript">// <![CDATA[
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		<title>Die Swarovski-Frage</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/21119/die-swarovski-frage/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 01:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Schuld ist immer der Bote, der Überbringer. Oder in diesem Fall der Drüberbringer. Also der Fussgängerstreifen. Darum dreht sich die hitzige Debatte im Moment interessanterweise nicht zentral um die Aufmerksamkeit von Autofahrern und darum, wie diese einzufordern wäre. Sie konzentriert sich auch nicht auf die Vorsicht der Fussgänger, sondern eben auf die Fussgängerstreifen. Gibt wahrscheinlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_21176" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21176" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/Mamablog.jpg" alt="" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Können Swarovski-Kristalle helfen, den Fussgängerstreifen besser sichtbar zu machen? – Kinder überqueren in Bern gemeinsam die Strasse. (Bild: Keystone)</p></div>
<p style="text-align: left;">Schuld ist immer der Bote, der Überbringer. Oder in diesem Fall der Drüberbringer. Also der Fussgängerstreifen. Darum dreht sich die hitzige Debatte im Moment interessanterweise nicht zentral um die <strong>Aufmerksamkeit von Autofahrern</strong> und darum, wie diese einzufordern wäre. Sie konzentriert sich auch nicht auf die Vorsicht der Fussgänger, sondern eben auf die Fussgängerstreifen. Gibt wahrscheinlich weniger böses Blut. So wird fleissig von Experten gewerweisst, ob die gelben Streifen entweder mit Swarovski-Kristallen gepimpt werden sollen oder ob sie einen Richtungswechsel von Quer zu Längs brauchen oder gar einfach weg müssen.</p>
<p>Im Alltag liegt der Fokus etwas anders. Nämlich auf den Kindern. Es gibt kaum mehr eine Mutter in meinem Umfeld, von mir ganz zu schweigen, die ihre Kinder noch in aller Gemütsruhe zur Schule schickt. Vor allem, wenn es noch dämmerig ist und nass und <strong>die Leute entnervt sind</strong>, sei es, weil es grad vor oder nach Weihnachten oder Silvester war oder weil das Jahr grad fertig ist oder neu angefangen hat oder weil was immer grad für ein Grund da ist, der leider die Sache mit dem Aufpassen im Strassenverkehr erschwert.</p>
<p>So schicken wir unsere Kinder denn jeden Morgen mit einem Rucksack endloser Ermahnungen los, behängt <strong>mit reflektierenden Bändern und Anhängerchen</strong>, gespeist mit Infos zu Bremswegstatistiken und Beispielen dazu, was mit Leuten passiert, die nicht alles richtig machen. Struwwelpeter kann dagegen als Mahnwerk glatt abdanken. Kurz: Die Fussgängerstreifen-Debatte, so sinnvoll sie auch sei, hat uns und ihnen die Unbeschwertheit des Schulwegs gründlich verhagelt.</p>
<p>Um diesen übersteigerten Sorgen, die uns auszureden viele versuchen aber kaum einer schafft, (wer den kennt, bitte melden), Herr oder eben Mutter zu werden, gibt es viele Versuche.</p>
<ol>
<li>Das Modell «Statistik-Gläubigkeit»: Sich vor Augen führen, dass drei von einer Million Schweizer zwar auf einem Fussgängerstreifen überfahren werden, neunhundertneunundneunzigtausendneunhundertsiebenundneunzig jedoch nicht. Dumm bloss, haben Mütter die Angewohnheit, ihre Kinder für auserwählt zu halten. Das ist ja okay, wenn es um Intelligenz, Persönlichkeit und Jöh-Faktor geht. Aber bei der Angst um das eigene Kind ist die Erwählten-Mentalität höchst belastend.</li>
<li>Das Modell «Think positive»: Sich darüber freuen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle stagniert, obwohl es viel mehr Autos und auch Fussgänger gibt. Gelingt leider nur bei entsprechender persönlicher Veranlagung.</li>
<li>Das Modell «Das Elend ist immer anderswo»: Die Studien zu den gefährlichsten Fussgängerstreifen lesen und erleichtert sein, dass der Schulweg der eigenen Kinder immerhin keinen dieser mit einschliesst. Na ja.</li>
<li>Das Modell «Flucht in die Fantasie»: Von Brücken träumen, über welche die Kinder dieser Welt sicher und unbeschwert durch die Welt streifen. Scheitert meist daran, dass sich die Fantasie nicht einfach wieder abschalten lässt. Brücken könnten einstürzen. Oder vom Blitz getroffen werden. Oder ein irrer Kinderhasser schubst die Kids da runter. Fazit: Das Problem ist höchstens verschoben, nicht behoben.</li>
<li>Das Modell «Mantra»: Stetes wiederholen des Satzes: «Mein ängstliches Getue schadet den Kindern mehr als die effektive Bedrohung. Also bewahre Ruhe. Om.» Super Ansatz. Dauert leider nur gefühlte hundert Jahre, bis er auch wirklich greift. (Siehe Modell 2)</li>
</ol>
<p>Wie auch immer, ich bin durchaus dafür, dass die Fussgängerstreifen sicherer werden, entweder indem sie sich vermehren, ihre Richtung ändern und kristallisiert werden oder sich abschaffen lassen. Hauptsache es nützt. Von mir aus darf auch jeder Autofahrer und Fussgänger, der keinen Unfall baut, einen <strong>Danke-Fürs-Aufpassen-Anhänger</strong> kriegen. Von Swarovski natürlich.</p>
<div style="position:absolute"><script type="text/javascript">// <![CDATA[
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		<title>Best of Mamablog: Die Absurdität der Bildungsideologie</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 01:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Best of Mamablog]]></category>
		<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Festtage pausieren unsere Bloggerinnen und Blogger. Deshalb publizieren wir bis Ende Jahr fünf Lieblingsbeiträge unserer Autorinnen – wir hoffen, das Wiederlesen macht auch Ihnen Spass! Der fünfte Beitrag unserer Best-of-Serie ist eine Carte Blanche von Mathias Binswanger.
Bildung wird heute generell als etwas Grossartiges betrachtet. Kein Wunder deshalb, dass Tonnenideologien im Bildungswesen besonders populär [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Über die Festtage pausieren unsere Bloggerinnen und Blogger. Deshalb publizieren wir bis Ende Jahr fünf Lieblingsbeiträge unserer Autorinnen – wir hoffen, das Wiederlesen macht auch Ihnen Spass! Der fünfte Beitrag unserer Best-of-Serie ist eine <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von Mathias Binswanger.</p></blockquote>
<div id="attachment_15836" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><img class="size-full wp-image-15836" title="MAMABLOG-GYMNASIUM" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/03/MAMABLOG-GYMNASIUM.jpg" alt="MAMABLOG-GYMNASIUM" width="630" height="349" /><p class="wp-caption-text">Der Nachwuchs muss auf die Wissensgesellschaft vorbereitet werden, heisst es: Gymnasium in Payerne. (Bild: Keystone)</p></div>
<p>Bildung wird heute generell als etwas Grossartiges betrachtet. Kein Wunder deshalb, dass <strong>Tonnenideologien im Bildungswesen</strong> besonders populär sind. Je früher Kinder eingeschult werden, umso besser, je mehr Jugendliche Matura machen umso besser, je mehr junge Menschen studieren, umso besser. Und weil man das glaubt, ist der Staat auch ständig damit beschäftigt, dass möglichst viele Kinder möglichst früh und möglichst lange durch die Bildungsmaschinerie hindurchgeschleust werden.</p>
<p>Bereits in frühem Alter werden die Kinder heute mit Bildung konfrontiert. Der ideale Kindergarten ist mehrsprachig und sorgt dafür, dass kein Spiel und keine Aktivität stattfindet, mit der nicht auch eine Kompetenz (z. B. Wissenskompetenz, Gestaltungskompetenz oder soziale Kompetenz) gefördert wird. Denn der Nachwuchs muss auf die <strong>Wissensgesellschaft</strong> vorbereitet werden und da darf man keine Zeit verlieren. Damit man auch weiss, wie erfolgreich die schulische Bildung in den einzelnen Ländern abläuft, hat man seit etwa zehn Jahren die sogenannten PISA-Tests eingeführt, welche es erlauben, das «Bildungsniveau» von Schülern in verschiedenen Ländern, Regionen und Schulen miteinander zu vergleichen. Folgerichtig hat sich sofort auch ein Wettbewerb um ein möglichst gutes Abschneiden bei diesen Vergleichen etabliert. Die «intelligentesten» Kinder finden sich dabei regelmässig in Finnland, wo 95 Prozent der Jugendlichen Matura machen. Da möchte man doch gerne wissen, wie die Finnen das anstellen.</p>
<p>Ein Report der UNICEF aus dem Jahre 2007 liefert, von den Autoren des Reports selbst unbemerkt, überraschende Erklärungen. Der Report zeigt, wodurch finnische Jugendliche nebst ihrem ausgezeichneten PISA-Abschneiden sonst noch auffallen. Finnische Kinder kommen am wenigsten häufig aus<strong> intakten Familienverhältnissen</strong> und gemeinsames Essen mit den Eltern ist eine Seltenheit. Doch auch die Essens- und Trinkgewohnheiten lassen aufhorchen. Finnische Jugendliche essen weniger Früchte als in allen andern europäischen Ländern aber dafür trinken sie mehr Alkohol und rauchen auch noch häufig. Und schliesslich die grösste Überraschung: Nirgendwo sonst ist die Schule mehr verhasst als in Finnland, denn dort gehen die Kinder weniger gern als in allen andern Ländern zur Schule. Sind das die Erfolgsfaktoren für eine schulisch intelligente Jugend?</p>
<p>Würden wir die eben erwähnten Resultate ernst nehmen, dann müssten wir zu folgenden Schlussfolgerungen kommen: Intakte Familien schaden dem <strong>Bildungsniveau</strong> unserer Kinder. Ausserdem sollten wir schleunigst damit aufhören, auf gesunde Ernährung zu achten und uns am Alkoholkonsum und dem Rauchen unserer Jugendlichen freuen. Und schliesslich ginge es darum, Kindern und Jugendlichen die Schule mit entsprechenden Massnahmen zu verleiden, denn nur wer die Schule hasst, so lehren uns die Finnen, schneidet bei den PISA-Tests gut ab.</p>
<p>Natürlich würde es niemand wagen, solche Schlussfolgerungen zu ziehen, da sie die Grenze des politisch Korrekten bei weitem überschreiten. Doch die Resultate sollten uns trotzdem zu denken geben. Sie zeigen die Absurdität unserer heutigen Bildungstonnenideologie, die nur darauf ausgerichtet ist, bei irgendwelchen messbaren Kriterien, wie etwa den PISA-Tests, oder dem <strong>Prozentsatz der Maturanden,</strong> möglichst gut abzuschneiden. Mit dem Wohlergehen von Kindern hat das genau so wenig zu tun wie mit echter Bildung.</p>
<p>Lassen wir uns also nichts vormachen. Statt unsere Kinder schon im Kindergarten auf angeblich wichtige Kompetenzen abzurichten, sollten wir sie vor allem Kinder sein lassen. Denn nur wer sein <strong>Kindsein</strong> ausleben konnte, wird später als Erwachsener die Kompetenzen aufweisen, auf die es tatsächlich ankommt.</p>
<p>Die Mamablog-Redaktion dankt Mathias Binswanger für diese Carte Blanche.</p>
<p><strong><em>Mathias Binswanger</em></strong><em> ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Autor des Buches «Sinnlose Wettbewerbe &#8211; Warum wir immer mehr Unsinn produzieren» erschienen 2010 beim Herder Verlag.</em></p>
<p>Erstpublikation: 18. März 2011.</p>
<div style="position:absolute"> <script language="JavaScript" type="text/javascript"> document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Mamablog-Best-of-Mamablog-Die-Absurditaet-der-Bildungsideologie/story/28304785/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");  </script> <noscript> <img style="display:none;" src="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Mamablog-Best-of-Mamablog-Die-Absurditaet-der-Bildungsideologie/story/28304785/pixel.gif?nocache=1325154102" width="1" height="1"/> </noscript> </div>
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		</item>
		<item>
		<title>Schulpflege + Lehrer + Eltern = Stress</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/20312/schulpflege-lehrer-eltern-stress/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 01:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Carte Blanche von Rico Brazerol.
«Stressprogramm – wegen der Lehrer», titelte der «Tages-Anzeiger». In der Seegemeinde Horgen seien viele Eltern unzufrieden, weil die Unterstufenkinder (1. bis 3. Klasse) nur einen Nachmittag pro Woche frei hätten – und schuld daran seien die Lehrer.
Schulpräsidentin Elisabeth Oberholzer erklärt im besagten Artikel etwas unbeholfen, dass die Schulpflege die Pflicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von Rico Brazerol.</em></p>
<div id="attachment_20321" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-20321" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/11/Mamablog3.jpg" alt="SCHWEIZ SCHULBEGINN" width="640" height="388" /><p class="wp-caption-text">Wie viele freie Nachmittage braucht es? Ein Junge an seinem ersten Schultag in St. Gallen.</p></div>
<p style="text-align: left;">«Stressprogramm – wegen der Lehrer», titelte der «Tages-Anzeiger». In der Seegemeinde Horgen seien viele Eltern unzufrieden, weil die Unterstufenkinder (1. bis 3. Klasse) nur einen Nachmittag pro Woche frei hätten – und schuld daran seien die Lehrer.</p>
<p style="text-align: left;">Schulpräsidentin Elisabeth Oberholzer erklärt im besagten Artikel etwas unbeholfen, dass die Schulpflege die Pflicht habe, den Lehrern optimale Arbeitsbedingungen zu bieten. Und ich dachte immer, die Schule hätte in erster Linie die Pflicht, den Kindern optimale Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten…</p>
<p>Aber betrachten wir das Ganze einmal nüchtern: Der Kanton schreibt die Anzahl Schulstunden vor, die Gestaltung der Unterrichtspläne ist Sache der Gemeinden. In Horgen werden zum Beispiel die 22 Lektionen der Erstklässler so auf die Woche verteilt, dass nur der <strong>Mittwoch als freier Nachmittag bleibt.</strong> Die Horgner Eltern fordern mehr Freizeit für ihre Kinder und machen Druck. Zumal Kinder in Nachbarsgemeinden auch zwei Nachmittage frei haben. So weit, so gut.</p>
<p><strong>Schul-Bashing gehört heute zum guten Ton</strong></p>
<p>Dann reagiert die Schulpflege. Sie bildet Arbeitsgruppen und bestellt in der Pädagogischen Hochschule Zürich eine schriftliche Umfrage bei Eltern, Lehrern, Schulleitern und Betreuungspersonen – <strong>um die Ergebnisse dann nicht zu beachten.</strong> Obwohl sich eine Mehrheit der befragten Eltern für einen zusätzlichen freien Nachmittag ausgesprochen hat, wurde anders entschieden. Weil die Lehrerschaft und die Behörden einer Änderung «eher skeptisch bis negativ» gegenüberstanden. <strong>Diese Erkenntnis soll übrigens rund 15’000 (Steuer-)Franken gekostet haben.</strong></p>
<p>Dumme Frage: Wurde nie in Betracht gezogen, die Kinder zu befragen? Ich habe es getan – und wurde überrascht. Die Kleinsten scheinen gerne in die Schule zu gehen. Meine – zugegebenerweise – nicht ganz repräsentative Umfrage bei fünf Kindern ergab nämlich <strong>keine</strong> <strong>Mehrheit</strong> für einen zweiten freien Nachmittag. Das wäre zu meiner Zeit garantiert anders gewesen&#8230;</p>
<p>Klar ist, dass die Behörde in diesem Fall keine gute Figur gemacht hat. <strong>Das Vorgehen der Verantwortlichen war entweder unglaublich dumm – oder beispiellos arrogant.</strong> Die Reaktionen waren dementsprechend heftig. Von Entmündigung war die Rede, von skandalösen Zuständen. Der Puls einiger betroffener Eltern stieg in gefährliche Höhen.</p>
<p>Liebe Eltern, lassen Sie uns den Ball flach halten. Ich gehe davon aus, dass es der Mehrheit wirklich um das Wohl der Kinder geht, weil sie zum Beispiel der Meinung sind, dass die Kleinen trotz Einschulung noch viel Zeit zum Spielen haben sollten. Ob dies pädagogisch wirklich wertvoll ist, müssen Experten entscheiden. Bei einigen Eltern habe ich aber mittlerweile das Gefühl, dass das Bashing von Schule und Lehrern schon fast zum guten Ton gehört.</p>
<p><strong>Ein schulfreier Nachmittag ist der richtige Weg</strong></p>
<p>Noch schlimmer sind eigentlich nur noch die Erziehungsberechtigten, die einfach sicherstellen wollen, dass ihr «Projekt Kind» möglichst erfolgreich vorankommt. <strong>Die Grundschule ist dabei eigentlich eher hinderlich.</strong> Für sie ist ein zweiter freier Nachmittag zwingend nötig, damit der Nachwuchs neben dem lebenswichtigen Früh-Früh-Englisch und der prestigeträchtigen Reitstunde doch noch Zeit für die Musikschule, den privaten Kunstturn- oder Golfunterricht sowie die Ballett-Stunde hat. Nur so besteht später die Chance auf ein ROI (Return on Invest).</p>
<p>Und am liebsten hätte der CHO (Chief Home Officer, früher Hausfrau) sowieso einen zusätzlichen dritten Nachmittag frei, damit er (sie) und die gestressten Kinder bei Fitness-Balance, Meditation und (Fussreflexzonen-)Massage doch noch ein wenig entspannen und entschleunigen können. Sie lachen? Glauben Sie mir, diese Gattung ist in Seegemeinden nicht selten anzutreffen.</p>
<p>Aber was denn jetzt? Ein Nachmittag? Zwei Nachmittage? Ich habe mit <strong>Stefan Hunger</strong>, unserem Bildungs-Experten in der BDP-Fraktion, darüber gesprochen. Er ist der Meinung, dass der Halbklassen-Unterricht, der an den vier Schul-Nachmittagen umgesetzt wird, <strong>für die Entwicklung der Kinder eine wertvolle und gute Sache ist und den Nachteil eines zusätzlichen Schulnachmittags aufhebt. </strong>Zudem sei es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich das Modell «Ganztages-Schule» durchsetzen werde. Spätestens dann erübrigen sich solche Diskussionen. Und das «Projekt Kind» dürfte einen empfindlichen Dämpfer bekommen.</p>
<p>Lange Rede, kurzer Sinn: Die Gemeinde Horgen ist mit nur einem schulfreien Nachmittag für die Unterstufenkinder tendenziell auf dem richtigen Weg. Die Schulpflege und ihre Schulpräsidentin müssten bezüglich Vorgehen und Kommunikation aber mehr als einen Nachmittag nachsitzen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-20314" title="brazerol150x150" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/11/brazerol150x150.jpg" alt="brazerol150x150" width="150" height="150" /><em>* Rico Brazerol ist Zürcher BDP-Kantonsrat und Vize-Präsident der Fraktion. Der zweifache Familienvater lebt in Horgen. </em></p>
<div style="position:absolute"> <script language="JavaScript" type="text/javascript"> document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Schulpflege--Lehrer--Eltern--Stress/story/20534636/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");  </script> <noscript> <img style="display:none;" src="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Schulpflege--Lehrer--Eltern--Stress/story/20534636/pixel.gif?nocache=1321530388" width="1" height="1"/> </noscript> </div>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Sexualisierungs-Hysterie</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/20227/die-sexualisierungs-hysterie/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 01:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michèle Binswanger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Sex/Partnerschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Debatte um die «Sexualisierung der Volksschule» geht mit dem Fall des Gymilehrers, der im Oktober vor dem Richter antraben musste, weil er im Literaturunterricht anhand klassischer Werke die Themen Pubertät und jugendliche Sexualität behandelte, in eine neue Runde. Die Geschichte ins Rollen gebracht hatte eine besorgte Mutter im Jahr 2009. Sie zeigte den Lehrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_20237" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-20237" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/11/Mamablog1.jpg" alt="Mamablog" width="640" height="423" /><p class="wp-caption-text">Darf Sexualität in der Schule nicht thematisiert werden? Szene aus dem Broadway-Musical «Spring Awakening», eine Adaptation von Wedekinds «Frühlings Erwachen». Im Bild: Lea Michele («Glee») als Wendla und Jonathan Groff als Melchior, 2006. (Foto: AP)</p></div>
<p>Die Debatte um die «Sexualisierung der Volksschule» geht mit dem Fall des Gymilehrers, der im Oktober vor dem Richter antraben musste, weil er im Literaturunterricht anhand klassischer Werke die Themen Pubertät und jugendliche Sexualität behandelte, in eine neue Runde. Die Geschichte ins Rollen gebracht hatte eine besorgte Mutter im Jahr 2009. Sie zeigte den Lehrer des Literaturgymnasiums Rämibüel an, weil er seine 14- bis 15-jährigen Schüler im Literaturunterricht mit <strong>«pornographischen Werken»</strong> konfrontierte. Stein des Anstosses waren Romane wie Frank Wedekinds «Frühlings Erwachen» oder «Warum das Kind in der Polenta kocht» von Aglaja Veteranyi, in denen es um das sexuelle Erwachen in der Pubertät geht – mit allen Abgründen und wo entsprechend auch sexuelle Handlungen beschrieben werden.</p>
<p>Der Lehrer wurde Anfang Oktober vom Vorwurf der Pornographie freigesprochen, doch das Thema bleibt brisant. Die Diskussion und die Fronten dürften Ihnen bekannt sein. Über die Frage, wie und ab welchem Alter das Thema  Aufklärung in der Schule stattfinden soll und darf, wird inzwischen auch auf politischer Ebene gestritten. Die SVP erkannte das soziale Erregungspotenzial dieses Themas und benutzte es im Wahlkampf als Speerspitze für ihren Kampf gegen den Lehrplan 21. Mit einem <strong>Komitee gegen die «Sexualisierung der Volksschule»</strong> agitierte die Partei im Verbund mit fundamentalen Christen und Freikirchen gegen Pädagogen und Sexualtherapeuten und gegen die Pläne des Bundes, Sexualunterricht in den Lehrplänen der Volksschule zu verankern. Und so gab man sich auch nach dem Freispruch des Lehrers nicht mit einer Niederlage zufrieden. Vergangene Woche haben Kantonsparlamentarier aus der SVP einen Vorstoss eingereicht mit der Frage, wie künftig bei der Schul-Literatur die «Grenzen zum Zumutbaren» zu definieren seien.</p>
<p>Nun ist es zu begrüssen, wenn Eltern sich darum kümmern, was ihre Kinder in der Schule lernen. Naheliegend ist auch, dass beim Thema Sexualität Ängste ausgelöst werden und Eltern sich eine breitere Diskussion über den Umgang mit den entsprechenden Inhalten in unserem Bildungssystem wünschen. Der Fall des Zürcher Lehrers zeigt aber auch, <strong>wie viel Hysterie dahintersteckt</strong> und dass bei den Grabenkämpfen zwischen dem liberalen und dem konservativen Lager das Kind leicht mit dem Bad ausgeschüttet werden kann. Bei den zur Diskussion stehenden literarischen Szenen handelte es sich laut der «NZZ am Sonntag» etwa um folgende Passage aus «Frühlings Erwachen»:<br />
<em><br />
(. . .) Wendla: Nun geh&#8217; ich erst recht nicht. Warum kommst du nicht mit auf die Matte hinaus, Melchior? – Hier ist es schwül und düster. Werden wir auch naß bis auf die Haut, was macht uns das!</em></p>
<p><em>Melchior: Das Heu duftet so herrlich. – Der Himmel draußen muß schwarz wie ein Bahrtuch sein. – Ich sehe nur noch den leuchtenden Mohn an deiner Brust – und dein Herz hör&#8217; ich schlagen.</em></p>
<p><em>Wendla: Nicht küssen, Melchior! – Nicht küssen!</em></p>
<p><em>Melchior: – Dein Herz – hör&#8217; ich schlagen –</em></p>
<p><em>Wendla: – Man liebt sich – wenn man küßt – – – – – – – Nicht, nicht! – – –</em></p>
<p><em>Melchior: O glaub mir, es gibt keine Liebe! Alles Eigennutz, alles Egoismus! – Ich liebe dich so wenig, wie du mich liebst.</em></p>
<p><em>Wendla: – Nicht! – – – Nicht, Melchior! – –</em></p>
<p><em>Melchior: – – – Wendla!</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Wendla: O Melchior! – – – – – – – – – nicht – – nicht – – </em></p>
<p>Aufschlussreich sind diesbezüglich zwei Leserbriefe im «Tages-Anzeiger» vom Samstag. Im einen Brief mäandert Corina Elmer von der Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung um die Frage, von wem die Inititatve ausgegangen sein mochte, gerade diese Werke zu lesen und sie stellt die Frage, «ob der Deutschunterricht der geeignete Rahmen für ein Gespräch über jugendliche Sexualität» sei. Aber ging es dem Lehrer tatsächlich um die beanstandeten Themen oder rückten diese nicht viel mehr von einer anderen Frage her in den Fokus, nämlich wie Schriftsteller <strong>mit literarischen Verfahren das Leben und die Welt erfassen</strong>? Und gehört zum Menschen und zur Welt, gerade auch aus der Perspektive des Heranwachsenden, nicht auch das Thema Sexualität? Heute sogar mehr denn je? Und bietet nicht gerade die Literatur eine Chance, Jugendlichen zu zeigen, wie tief diese Themen mit unserem Menschsein verbunden sind, zumal sie ja heute ohnehin und in äusserst abstrakter Weise damit konfrontiert sind? Könnte nicht die Literatur einen Weg bieten, über die tiefere Bedeutung unserer Pornographisierungsdiskussion nachzudenken?</p>
<p>In diese Richtung geht der andere Leserbrief im «Tages-Anzeiger» vom Samstag. Darin melden sich vier Schülerinnen des angeklagten Lehrers zur Sache selber zu Wort. Sie seien, sagen sie, während des ganzen Verfahrens um diesen Lehrer als Direktbetroffene nie zur Sache befragt worden. «Wir hätten der Staatsanwältin gerne Auskunft gegeben und auch jetzt den Herren und Damen im Kantonsrat den Wind aus den Segeln genommen, welche zum Angriff auf die freie Lektürewahl, auf die Literatur und damit auf die Freiheit selbst blasen», heisst es darin. Vielleicht ist es an der Zeit, die in politischen Gremien und in den Zeitungsspalten geführte Meta-Diskussion über die Sexualisierung der Gesellschaft und der Schule in die Lebenswelt zurückzuholen – zumal es im vorliegenden Fall ja gar nicht um Aufklärung im engeren Sinne ging, sondern um die Frage, mit welchen literarischen Verfahren sich diese Grundthemen darstellen lassen. Und <strong>sollten im Zweifelsfall nicht die direkt Betroffenen dazu befragt werden</strong>, die Schülerinnen und Schüler – zumindest, wenn der Unterricht auf einer Altersstufe stattfindet, auf der das Thema ohnehin an die Schülerinnen und Schüler herangetragen wird?</p>
<p>Was meinen Sie?</p>
<p><em>Korrigendum: Es war nicht wie ursprünglich behauotet die «Sonntagszeitung», die die beanstandete Szene aus Wedekinds «Frühlingserwachen abdruckte, sondern die «NZZ am Sonntag». Für diesen Fehler möchten wir uns entschuldigen.</em></p>
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		<title>4000 Franken Busse für einen Tag Schwänzen</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 18:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jeanette Kuster</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[

Wenn die Schnäppchen-Ferien das Budget plötzlich mit zusätzlichen 4000 Franken belasten, ist daran nicht unbedingt der Reiseanbieter schuld. Das musste eine Mutter aus der Zürcher Gemeinde Waltalingen erfahren. Sie hatte für sich und ihre schulpflichtige Tochter eine Reise ans Rote Meer gebucht. Abflug: ein Tag vor dem offiziellen Ferienbeginn. Das ist heutzutage ja bekanntermassen kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19557" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-19557 " title="ferien" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/10/ferien.jpg" alt="ferien" width="640" height="460" /><p class="wp-caption-text">Hoffentlich erwischt uns keiner: Wer ohne Bewilligung einen Tag vor dem offiziellen Schulschluss in die Ferien fliegt, muss mit einer happigen Busse rechnen. (Bild: Keystone, 2001)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p>Wenn die Schnäppchen-Ferien das Budget plötzlich mit zusätzlichen 4000 Franken belasten, ist daran nicht unbedingt der Reiseanbieter schuld. Das musste eine Mutter aus der Zürcher Gemeinde Waltalingen erfahren. Sie hatte für sich und ihre schulpflichtige Tochter eine Reise ans Rote Meer gebucht. <strong>Abflug: ein Tag vor dem offiziellen Ferienbeginn</strong>. Das ist heutzutage ja bekanntermassen kein Problem mehr, für solche Fälle gibt es schliesslich die Jokertage. Dumm nur, wenn man den Überblick über die bereits bezogenen Freitage angeblich verloren und gar keine mehr übrig hat. So beschieden Schulleitung und Schulpflege der Familie, dass sie den zusätzlichen Ferientag nicht bewilligen würden. Mutter und Tochter reisten trotzdem wie geplant nach Ägypten. Sie habe sich gedacht, eine allfällige Busse würde sie bestimmt weniger teuer zu stehen kommen als eine Verschiebung der Flüge, begründet die Mutter gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten» ihren Entscheid.</p>
<p>Doch da hat die Dame die Rechnung ohne den Statthalter gemacht. Diese brummte ihr und dem von ihr getrennt lebenden Vater des Mädchens nämlich je eine Busse von 1500 Franken plus je 500 Franken Verfahrenskosten auf. 4000 Franken für einen Tag Schwänzen. Eine saftige Busse, die eine abschreckende Wirkung auf andere Ferien-Schnäppchenjäger haben soll. Man wolle der Unsitte einen Riegel schieben, dass Eltern mit ihren Kindern auf günstigere Vorferien-Flüge ausweichen, so der Andelfinger Statthalter Peter Weih: «Die Busse sollte mindestens so hoch sein, dass der <strong>finanzielle Vorteil dahinfällt</strong>.»</p>
<p>Während sich der stellvertretende Volksschulamtchef Urs Meier in den Medien überrascht über die Höhe der Busse zeigt, scheint sein Vorgesetzter Martin Wendelspiess die harte Vorgehensweise durchaus zu begrüssen. «Kindererziehung ist mit <strong>Pflichten</strong> verbunden, Pflichten die wichtig sind», sagte Wendelspiess gegenüber Radio DRS. «Wenn Eltern diese nicht erfüllen, können sie nun mal gebüsst werden.»</p>
<p>Ist es folglich Aufgabe der Schule, die <strong>Eltern mittels solcher Bussen mitzuerziehen</strong>, ihnen beizubringen, sich an Regeln zu halten und ihren Pflichten nachzukommen? Die Frage könnte man leicht mit Nein beantworten, sollte die Schule doch primär die Kinder, nicht die Eltern ausbilden und erziehen. Bloss: Setzen sich die Eltern so selbstverständlich über <strong>grundlegende Richtlinien</strong> wie den Ferien- oder Schulbeginn hinweg, leben sie ihren Kindern vor, dass man sich nicht an Gesetze zu halten braucht – was wiederum die Schule dazu zwingt, zu reagieren, ja vielleicht sogar etwas heftig zu reagieren. Denn nur so kann sie dem Kind klarmachen, dass ein solches Verhalten nicht ohne Konsequenzen bleibt &#8211; und erfüllt somit ihren <strong>Bildungsauftrag</strong>.</p>
<p>Die betroffene Familie sieht das freilich etwas anders. Die Eltern haben den Fall ans Bezirksgericht weitergezogen und die Mutter liess verlauten, eher werde sie ins Gefängnis gehen, als diese horrende Busse zu bezahlen.</p>
<p>Was halten Sie von der Geschichte? Ist die hohe Busse für Schwänzen – welche laut Gesetz übrigens maximal 5000 Franken betragen dürfte und je nach finanzieller Situation der Eltern gesprochen wird – <strong>gerechtfertigt oder völlig übertrieben?</strong> Hätte man es der Mutter positiv anrechnen sollen, dass sie ihr Vorhaben ganz offiziell angekündigt hat, anstatt die Tochter am Tag des Abflugs einfach krank zu melden? Oder war das ein dummer Anfängerfehler, über den echte Schwänz-Profis nur lachen können? Halten Sie als Mutter oder Vater sich besonders gewissenhaft an Regeln und Gesetze, um ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein? Oder bringen Sie ihnen lieber bei, dass kleine <strong>Notlügen</strong> zum eigenen Schutz oder Vorteil im wahren Leben nun mal unumgänglich sind?</p>
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		<title>Der erste Tag im Leben B</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/18551/der-erste-tag-im-leben-b/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 00:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michèle Binswanger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Montag war Schulbeginn, mein Jüngster mit am Start. Ein grosser Schritt, vielleicht nicht für die Menschheit, sicher aber für den kleinen Mann, für den nun der Ernst des Lebens beginnt, wie man so schön sagt. Und ich, die Mama, stehe da unter vielen anderen Mamas und Papas und freue aber frage mich zugleich auch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18565" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-18565" title="SCHWEIZ SCHULBEGINN" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/08/Mamablog_Erstklässlerin.jpg" alt="SCHWEIZ SCHULBEGINN" width="640" height="437" /><p class="wp-caption-text">Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens: Eine Erstklässlerin verfolgt aufmerksam und kritisch den Unterricht.</p></div>
<p style="text-align: left;">Am Montag war Schulbeginn, mein Jüngster mit am Start. Ein grosser Schritt, vielleicht nicht für die Menschheit, sicher aber für den kleinen Mann, für den nun der Ernst des Lebens beginnt, wie man so schön sagt. Und ich, die Mama, stehe da unter vielen anderen Mamas und Papas und freue aber frage mich zugleich auch, ob wohl alles gut kommt.</p>
<p style="text-align: left;">«Ein grosser Schritt auch für Sie?» fragt mich eine andere Mutter. Eigentlich nicht, aber irgendwie schon. Denn es ist tatsächlich ein grosser Schritt, zumindest ein schritt Weg von der Unbeschwertheit der frühen Jahre. Schule das bedeutet, sich in einen <strong>sozialen Verband</strong> eingliedern, lernen und leisten zu müssen. Es gelten andere Gesetze, als in der Familie, es spielen andere Dynamiken. Eigentlich sollte die Schule ja so etwas wie der Anfang der Existenz als Zoon Politikon sein, als ein auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaft bildendes Lebewesen. Als Mutter mache ich mir aber eher Gedanken darum, wie ein Kleiner die zahlreichen am Wegrand lauernden Fährnisse wird meistern können: Fiese Mitschüler, schlechte Lehrer, die eigene Unlust, sich einzugliedern. Man fürchtet ja immer um die Einzigartigkeit seines Kindes.</p>
<p style="text-align: left;">Das ist natürlich nur die beschränkte Gefühlslage eines besorgten Mutterherzens. Denn eigentlich geht es ja um etwas viel Umfassenderes. In den Ferien las ich meiner Tochter aus «Sophies Welt» vor. Es geht darin um ein Mädchen, das von <strong>philosophischen Fragen</strong> umgetrieben wird und von einem anonymen Briefeschreiber in die Geheimnisse der Philosophie eingeweiht wird. Philosophie sei die Fähigkeit, die Welt wahrzunehmen, wie ein Baby sie wahrnimmt: Voller Erstaunen über all die grossen und kleinen Wunder, voller Bemühen, sie in ein <strong>Interpretationsmuster</strong> einzupassen, welches uns ermöglicht, ihre Geheimnisse zu begreifen. Man stelle sich beispielsweise vor, eine Familie sitzt am Frühstückstisch und der Vater schwebt plötzlich zur Decke. Das Baby würde sich darüber freuen, wäre aber nicht sonderlich erstaunt, oder nicht mehr, als es ohnehin erstaunt ist über die Welt. Die Mutter hingegen würde aus den Sandalen kippen, denn sie hat gelernt, dass Menschen nicht fliegen können und Ehemänner ganz besonders nicht. Die Pointe: Heranwachsen bedeutet, sich an die Welt zu gewöhnen, sie für alltäglich und letztlich bar jeder Wunder zu halten. Philosophen aber bewahren sich die Fähigkeit, die Welt für ein Wunder zu halten.</p>
<p style="text-align: left;">Ich erzähle das, weil die Schule eben nicht nur das soziale und Bildungstechnische Trainingsfeld ist, als das sie immer diskutiert  wird. Philosophisch gesehen ist sie Gewöhnungsmaschinerie par excellence. Hier sollen die Kinder lernen, die Welt durch eine bestimmte Brille zu sehen. Kognitiv wird der Zauber durch <strong>Selbstverständnis</strong>, das Abenteuer durch Routine ersetzt. Und der geschützte Rahmen der Familie bricht auf, hin zur Gesellschaft, in die die Kinder sich werden eingliedern müssen. Es ist wohl das, was man den Ernst des Lebens nennt.</p>
<p style="text-align: left;">Hat die Tochter also recht, die behauptet, Schule sei vollkommen überflüssig, verwandelt sie uns philosophische Wesen in langweilige Heuchler?</p>
<p>Vielleicht liegt es daran, dass mein Sohn der Kleine ist. Aber wie ich da stolz mit ihm an der Hand auf dem Pausenhof stand und gerührt den Willkommensliedern, die zur Begrüssung der Neulinge schmettern lauschte, fiel mir eine Text-Bild-Schere ins Auge: «Egal, ob du aus dem <strong>Senegal</strong> oder der Türkei kommst, wir ziehen am selben Strick», sangen die Zweitklässler. Aber meine Augen schweiften über lauter blonde Locken, es wurde englisch und deutsch und Dialekt gesprochen. Senegalesisch oder türkisch war nicht zu vernehmen. Und ich fragte mich, warum sie gerade dieses Lied an dieser Schule singen und ich sagte mir, das müsse am Schulsystem liegen. Und in mir keimte der Verdacht, dass dieses System erschreckend schlecht an die Wirklichkeit adaptiert sein dürfte.<br />
Aber das spielt wohl keine Rolle. Der Sohn wird sich schon daran gewöhnen und wenn er Glück hat vergisst er dabei nicht, dass es immer einen Grund gibt, sich zu wundern. Und wenn es nur der ist, warum die Lehrer so toll sind. Oder so blöd. Ich hoffe  bloss, dass ihm der  Ernst des Lebens auch etwas Spass machen wird.</p>
<div style="position:absolute"><script type="text/javascript">// <![CDATA[
 document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Schulanfang-Fertig-lustig/story/21138007/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");  
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		<title>Das Stigma der Alleinerziehenden</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/18198/das-stigma-der-alleinerziehenden/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 00:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michèle Binswanger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Als berufstätige Mutter kann ich ein Lied davon singen, wie viel Stress es bedeutet, den Job am Familienleben vorbei zu organisieren &#8211; und ich gebe zu, ich singe dieses Lied gerne und mit Inbrunst. Nur: Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit der Mutter eines Schulkollegen meiner Kinder, die mir ein bisschen aus ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18200" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/07/62119355.jpg" alt="Alleinerziehende sind besser als ihr Ruf." title="USA FINANZKRISE" width="640" height="406" class="size-full wp-image-18200" /><p class="wp-caption-text">Alleinerziehende sind besser als ihr Ruf.</p></div>
<p>Als berufstätige Mutter kann ich ein Lied davon singen, wie viel Stress es bedeutet, den Job am Familienleben vorbei zu organisieren &#8211; und ich gebe zu, ich singe dieses Lied gerne und mit Inbrunst. Nur: Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit der Mutter eines <strong>Schulkollegen</strong> meiner Kinder, die mir ein bisschen aus ihrem Leben erzählte. Sie hat zwei Kinder im Schulalter und arbeitet 100 Prozent in Zürich. Typisch Karrieremutter, denken Sie? Nein: Alleinerziehende. Seit ihr Mann sie verlassen hat, bleibt ihr schlicht keine andere Wahl. Wie sie das denn alles schaffe, wollte ich wissen. «Ich würde es meinem ärgsten Feind nicht wünschen», antwortete sie.</p>
<p>Dass es immer mehr allein erziehende Mütter gibt, ist bekannt, ebenso, dass dieses Los alles andere als einfach zu bewältigen ist. Neben einer immensen Arbeitsbelastung bei sehr geringer Freizeit, treffen sie auf zahlreiche Vorurteile, die auch in den <strong>Kommentarspalten</strong> dieses Blogs die üppigsten Blüten treiben: Vom Verdacht, diese Frauen hätten sich des Kindsvaters aus Egoismus entledigt bis zur Sorge um das Wohlergehen der Kinder, ist kein Verdacht zu abstrus, um nicht gegen die Alleinerziehenden gerichtet zu werden.</p>
<p>Zumindest in letztem Punkt gibt eine <a href="http://www.presse.bayer.de/baynews/baynews.nsf/id/Alleinerziehende-besser-als-ihr-Ruf?Open&#038;ccm=001">Studie</a> der Universität Bielefeld jetzt aber Entwarnung. Alleinerziehende, so heisst es da, seien besser als ihr Ruf. Entgegen des weit verbreiteten <strong>Vorurteils </strong>leiden Kinder nämlich nicht per se darunter, wenn sie nur einen Elternteil um sich haben. Zwar stünden Alleinerziehende unter grosser Belastung, gäben diese aber nur in seltenen Fällen an die Kinder weiter. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Eltern antiautoritär oder eher streng sind in der Erziehung &#8211; wichtig für die Kinder sei, dass jemand da ist, der sich um sie kümmert und ihnen zuhört. Dafür schüfen sich Alleinerziehende im Gegensatz zu «normalen» Eltern auch oft ein besseres Netzwerk, auf das sie zurückgreifen können.</p>
<p>Entscheidend für das <strong>Wohlergehen </strong>der Kinder ist viel mehr der soziale Faktor. Alleinerziehende haben bekanntlich ein grosses Armutsrisiko &#8211; und die soziale Stellung wirkt sich entscheidend auf die Entwicklung des Kindes aus. Dabei geht es nicht einmal nur direkt um Geld: Auch ob das Kind ein eigenes Zimmer hat, kann eine entscheidende Rolle spielen. Nicht nur die Alleinerziehenden selbst haben mit Problemen zu kämpfen, auch ihre Kinder sind benachteiligt. Sie trauen sich weniger zu und haben schlechtere Noten, und sie werden in der Schule häufiger gehänselt und stigmatisiert &#8211; nicht nur von Klassenkameraden, sondern auch von Lehrern, so heisst es. </p>
<p>Und noch ein Vorurteil bringt die Studie ins Wanken: Alleinerziehende lassen nicht automatisch die Erziehung schleifen, weil sie dafür keine <strong>Zeit</strong> haben, im Gegenteil. Zwar fühlen sich die Kinder allein erziehender Eltern genau so gut wenn nicht besser aufgehoben, als jene aus intakten Familien, ihre Eltern aber empfinden sie aber nicht als lascher, sondern tendenziell als strenger, als die ihrer Kollegen.</p>
<p>Aus welchen Gründen man auch immer sich als Alleinerziehende(r) wiederfindet: Wichtig ist, dass man weder die Kinder, noch die Eltern stigmatisiert. Sie haben es schliesslich schon schwer genug.</p>
<div style="position:absolute"> <script language="JavaScript" type="text/javascript"> document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Mamablog-Das-Stigma-der-Alleinerziehenden/story/27816612/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");  </script> <noscript> <img style="display:none;" src="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Mamablog-Das-Stigma-der-Alleinerziehenden/story/27816612/pixel.gif?nocache=1311166845" width="1" height="1"/> </noscript> </div>
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		</item>
		<item>
		<title>Elternkrieg gegen die Schulen</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/17674/der-elternkrieg-gegen-die-schulen/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 00:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michèle Binswanger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede zweite Woche klagt meine Tochter am Frühstückstisch über Bauchschmerzen. Bislang hielt ich das für ein Problem, das sich auf der Toilette erledigen lässt, doch neulich nannte die Tochter mir den wahren Grund für ihre montäglichen Unpässlichkeit: der Schwimmunterricht. Genauer der Schwimmlehrer. Ziemlich fies sei der, wenn man beispielsweise tauchen sollte und zu früh nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_17677" class="wp-caption aligncenter" style="width: 328px"><img class="size-full wp-image-17677" title="MI-064-0266" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/06/crazy-teacher.jpg" alt="Feindbild Lehrer: Wie viel sollen Eltern sich in die Belange der Schule einmischen dürfen?" width="318" height="480" /><p class="wp-caption-text">Wie viel sollen Eltern sich in die Belange der Schule einmischen dürfen? – Feindbild Lehrerschaft. </p></div>
<p>Jede zweite Woche klagt meine Tochter am Frühstückstisch über Bauchschmerzen. Bislang hielt ich das für ein Problem, das sich auf der Toilette erledigen lässt, doch neulich nannte die Tochter mir den wahren Grund für ihre montäglichen Unpässlichkeit: der Schwimmunterricht. Genauer der <strong>Schwimmlehrer</strong>. Ziemlich fies sei der, wenn man beispielsweise tauchen sollte und zu früh nach oben komme,  drücke er einen wieder unter Wasser. Es hätten auch schon einige Eltern zusammen einen Beschwerdebrief eingereicht, erläuterte sie mir.</p>
<p>Es gehört zu den prototypischen und frustrierndsten Erfahrungen eines Heranwachsenden, auf unfähige Lehrer zu stossen. Solche, die von den Schülern, ihrem Beruf und wohl auch ihrem Leben überfordert sind, die sich mit schlechten Noten und <strong>Erniedrigungen</strong> an ihren Schülern rächen &#8211; und das während der Pubertät, da man ohnehin an allen Fronten kämpfen muss, mit den Eltern, der Welt, sich selbst. Bis heute verfolgen mich einige dieser Lehrer bis in meine Albträume.</p>
<p>Allerdings war ich als Pubertierende alles andere als der Engel vom Dienst. Weshalb auch meine Eltern sich auf meine Beschwerden hin wohlweislich zurückhielten und meistens den Standpunkt vertraten, dass die Lehrer wohl gerechtfertigte Gründe für ihr Verhalten hätten, was in einigen Fällen zutraf, in anderen nicht. Damals hielt ich es für einen <strong>Skandal</strong>, dass sie sich nicht mehr für mich ins Gefecht warfen. </p>
<p>In dieser Hinsicht waren sie ganz alte Schule. Heute sind viele Eltern nicht mehr bereit, solche Probleme der Schule &#8211; beziehungsweise ihren Kindern &#8211; zu überlassen. Sie haben kennen das Schulsystem und scheuen sich nicht, sich einzumischen. Sehr zum Leidwesen der Lehrer, die sich neben der ganzen Bürokratisierung ihres Berufs nun auch noch mit den Partikularinteressen einzelner Eltern auseinandersetzen müssen. Eltern, die überall mitreden wollen, sind in den letzten Jahren für die Lehrer zunehmend zur Belastung geworden.</p>
<p>Exemplarisch steht dafür ein Fall eines Vaters, der mich neulich anrief wegen eines Vorfalls an seiner Schule. Es ging darum, dass Schüler gezwungen worden seien, im Haushaltsunterricht halb rohes Hühnerfleisch zu verzehren. Da er mit seinen Beschwerden bei der Schulleitung abgeblitzt sei, habe er das Projekt <a href="http://www.hilfe2.ch/forum/showthread.php?744">«Faire Schulen»</a> initiiert. Man wolle sich endlich bei der Schule Gehör verschaffen, notfalls auch mit Kampfmassnahmen, worunter er den Gang an die Öffentlichkeit mittels der Medien verstand.</p>
<div id="attachment_17687" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-17687" title="böse_lehrerin" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/06/böse_lehrerin1-300x153.jpg" alt="böse_lehrerin" width="300" height="153" /><p class="wp-caption-text">Gewisse Lehrer verfolgen einen jahrelang in den Albträumen: Böser Blick.</p></div>
<p>Ohne Zweifel gibt es in der Lehrerschaft auch heute noch einige Nieten &#8211; aber macht es Sinn, deswegen den Aufstand gegen die Schule zu proben? Und wenn die Probleme tatsächlich so gravierend scheinen, dass man aktiv werden muss, wie soll das geschehen? Expertin Maya Mulle von der <a href="http://www.elternmitwirkung.ch/">Fachstelle Eltern­ Mitwirkung</a> stellt klar, dass es nicht Sache der Eltern ist, sich in Lehrpläne einzumischen und dass die Schule auch nicht einzelne Lehrer und deren Methodik diskutieren kann. Auch «Kampfmassnahmen» wie der Einbezug der Öffentlichkeit über die Medien wirken natürlich für <strong>Konfliktlösungen</strong> nicht sehr förderlich. Auf der anderen Seite versäumten es die Schulen oft, besorgte Eltern angemessen über allfällige Massnahmen zu informieren. Dies aber sei nötig, damit die Eltern sehen, dass ihre Anliegen ernstgenommen werden.</p>
<p>Aus <strong>Elternsicht</strong> ist es zu begrüssen, wenn die Schulen Anlaufstellen für besorgte Eltern schaffen und ihre Kommunikation bezüglich bestehender Probleme professionalisieren. Andererseits kann man sich fragen, ob hier nicht wieder mal aus Mücken Elefanten gemacht werden und dies ein weiterer Schritt in die vollkommene Bürokratisierung des Schulbetriebs ist. Denn gehört es nicht einfach dazu, dass in der Schule Konflikte mit Vorgesetzten auftauchen &#8211; wie im späteren Leben schliesslich auch?</p>
<p>Was meinen Sie?</p>
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		<title>Schulische Informationsneurose</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 07:11:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michèle Binswanger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Wann ist eigentlich alles so kompliziert geworden? Zum Beispiel die Hausaufgaben, welche meine neunjährige Tochter drei Mal die Woche mit nach Hause bringt. Mehrmals bin ich schon daran gescheitert, und zwar nicht etwa an den einfachen Additionen und Subtraktionen, die dort verlangt werden. Sondern an der kreativ bis zur Unverständlichkeit formulierten Aufgabenstellung, sofern sie überhaupt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_16165" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-16165" title="schueler-cartoon3" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/04/schueler-cartoon3.jpg" alt="Schüler schleppen Tonnen von Informationen aus der Schule nach Hause. Wahrscheinlich vor allem, um die Eltern zu nerven." width="500" height="540" /><p class="wp-caption-text">Schüler schleppen Tonnen von Informationen aus der Schule nach Hause. Wahrscheinlich vor allem, um die Eltern zu nerven.</p></div>
<p>Wann ist eigentlich alles so kompliziert geworden? Zum Beispiel die Hausaufgaben, welche meine neunjährige Tochter drei Mal die Woche mit nach Hause bringt. Mehrmals bin ich schon daran gescheitert, und zwar nicht etwa an den einfachen Additionen und Subtraktionen, die dort verlangt werden. Sondern an der kreativ bis zur Unverständlichkeit formulierten Aufgabenstellung, sofern sie überhaupt zu finden ist zwischen all den lustigen Zeichnungen. Mit dem Resultat, dass weder meine Tochter noch ich verstehen, was  eigentlich verlangt wird. «Hast du denn nicht gefragt?» frage ich dann jeweils die Tochter. «Doch, aber die Lehrerin hat gesagt, ich würde das schon verstehen.»</p>
<p>Nun gut. Naiv wie man ist, denkt man nie an so etwas, wenn man sich sagt: ein Kind, ja, warum eigentlich nicht? Auch sonst denkt man in diesen Situationen nicht besonders gründlich, weil der Verstand durch Gefühle vernebelt wird. Dafür denkt man nachher umso ausgeprägter, wenn die Skala der Absurditäten im Zusammenhang mit den Kindern sich als nach oben offen erweist. Ich denke zum Beispiel manchmal: Spinnen die eigentlich?</p>
<div id="attachment_16180" class="wp-caption alignright" style="width: 205px"><a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/wp-admin/Manchmal scheitert man an kreativ formulierten, aber unverständlichen Formulierung der Aufgaben."><img class="size-medium wp-image-16180" title="SCHWEIZ SCHULE GRUNDSTUFE" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/04/mb3-195x300.jpg" alt="SCHWEIZ SCHULE GRUNDSTUFE" width="195" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Manchmal scheitert man auch an den bis zur Unverständlichkeit kreativ formulierten Aufgaben.</p></div>
<p>War das schon immer so? An Hausaufgaben in der Primarschule kann ich mich aus meiner eigenen Kindheit nur noch schemenhaft erinnern. Nicht dass ich grundsätzlich gegen Hausaufgaben bin, das gehört dazu und lässt sich bewältigen. Was mich mehr beunruhigt, ist die Informationsneurose, unter der die Schule zu leiden scheint. Dauernd schleppen meine Kinder <strong>Informationsblätter</strong> über geplante Ausflüge, Angebote, Veranstaltungen, «Fit for Activity»-Days, Einladungen zu Gesprächen oder Elternveranstaltungen oder zu erwartenden Ausfällen von Schulstunden. Wenn das so weiter geht, muss ich eine Sekretärin anstellen, die mir hilft, die Termine zu bewältigen. Jüngst streckte mir die Tochter ein Blatt unter die Nase, in der die Nebenfach-Lehrerin ankündigte, dass sie an einem bestimmten Datum ihre Lehrerpflichten nicht wahrnehmen könne und von uns wissen wollte, ob wir es vorzögen, dass sie eine Aushilfe organisieren würde oder ob sie die Stunde lieber nachholen soll. Beigefügt war eine Liste von Daten, an denen sie die Stunde würde nachholen können – mit der Bitte, die Daten anzukreuzen, die der Tochter passen würden.</p>
<p>Ich bin kein Organisationgenie, weshalb ich auch von Anfang an darauf verzichtet habe, die Weltherrschaft oder etwas Ähnliches anzustreben. Meine kleines Leben aber liess sich ganz gut meistern. Und sogar das mit der Familie habe ich bis jetzt einigermassen hin gekriegt. Und natürlich kann ich einer Lehrerein bei der Entscheidung behilflich sein, wie sie ihre Stundenausfälle organisieren soll. Aber ehrlich gesagt geht mir die Frage am Arsch vorbei. Eltern in den schulischen Prozess einbeziehen mag in gewissen Fällen angezeigt sein. Aber eine Schule, die nicht einmal solche Detailfragen entscheiden kann, macht auf mich einen einigermassen kastrierten Eindruck.</p>
<p>Wann ist denn das alles so kompliziert geworden? Wir hatten früher eine Lehrerin für zwei Schulstufen und das wars. Heute hat meine Tochter bereits in der dritten Klasse nicht nur eine Vielzahl verschiedener Lehrerinnen, sondern diese behelligen mich auch noch dauernd mit ihren zweifellos gut gemeinten und im Sinn der modernen <strong>Pädagogik</strong> ausgeklügelten Informationsblättern. Es ist wie mit den Noten: Wir brachten damals ganz einfach ein Zeugnis ins Haus und meine Eltern wussten in etwa, wo wir schulisch stehen. Ich muss bei beiden Kindern heute einen Termin wahrnehmen und ein einstündiges Gespräch führen, wo mir einfühlsam mitgeteilt wird, wo die schulischen, psychologischen und sozialen Stärken und Schwächen meiner Kinder liegen. Als ob ich das nicht ohnehin wüsste.</p>
<p>Dem Schuleintritt meines Sohnes schaue ich deswegen einigermassen pessimistisch entgegen. Wenn ab Herbst die doppelte Menge von Flug-, Informations- und Organisationsblättern ins Haus flattert, werde ich den Überblick wohl vollends verlieren.</p>
<p>Kürzlich fragte ich meine Mutter, wie sie das eigentlich mit vier Kindern geschafft hat (obschon ich ihr das ohne weiteres zutrauen würde, denn im Gegensatz zu mir ist meine Mutter ein <strong>Organisationsgenie</strong> ohnegleichen). Sie zuckte nur die Schultern und erwiderte knapp: «Das gab es damals noch nicht. Ich habe vier Kinder durchs Primarschulsystem geschleust, aber ich war wohl nicht öfter als zwei Mal in der Schule für irgendwelche Gespräche.»</p>
<p>Ach, welch glückliche Zeiten das gewesen sein mussten.</p>
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