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	<title>Mamablog &#187; Politik/Gesellschaft</title>
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		<title>Sex lass nach!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 01:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nina Merli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sex/Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Teenager]]></category>

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		<description><![CDATA[Renata liebt Ervin und Ervin liebt Renata. Und darüber regt man sich bis weit über die Grenzen Österreichs auf. Denn Renata Juras ist 43 und Ervin Unterlechner gerade mal 16 Jahre alt. Als das ungleiche Paar zum ersten Mal Sex miteinander hatte, war Ervin 13. Der Stiefvater des Teenagers zeigte die Frau an, worauf diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_22036" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-22036" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/02/Mamablog1.jpg" alt="Mamablog" width="640" height="346" /><p class="wp-caption-text">Sex zwischen Teenagern ist in den USA nicht immer problemlos: Ellen Page und Michael Cera scheren sich im Film «Juno» nicht um Konventionen.</p></div>
<p>Renata liebt Ervin und Ervin liebt Renata. Und darüber regt man sich bis weit über die Grenzen Österreichs auf. Denn Renata Juras ist 43 und Ervin Unterlechner gerade mal 16 Jahre alt. Als das ungleiche Paar zum ersten Mal Sex miteinander hatte, war Ervin 13. Der Stiefvater des Teenagers zeigte die Frau an, worauf diese zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Doch das Paar begann sich schon bald wieder zu sehen und hatte auch keine rechtlichen Schritte mehr zu befürchten, denn in Österreich liegt das Schutzalter bei 14 Jahren &#8211; <strong>diesen Sommer erwarten die beiden ihr erstes gemeinsames Kind</strong>, weshalb Renata und Ervin aktuell wieder für <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article13637175/Die-verbotene-Liebe-einer-Frau-ueber-40.html">Schlagzeilen </a>sorgen.</p>
<p>In den USA hätte die Liebesgeschichte von Renata und Ervin wohl ein anderes Ende genommen. Denn wenn es um Sex mit Teenagern geht, kennt die US-Justiz kein Pardon. Dabei spielt es keine Rolle, wie gross der Altersunterschied zwischen dem Paar ist: Unterliegt man dem Schutzalter &#8211; was von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden geregelt wird &#8211; <strong>ist sogar der Sex zwischen Gleichaltrigen verboten.</strong> Wie weit dieses Verbot gehen kann, musste Ken Thornsberry (mittlerweile 26 Jahre alt) aus Royal Oak, Michigan, am eigenen Leib erfahren.</p>
<p>Seine Geschichte ist dermassen absurd, dass sie kürzlich sogar dem Nachrichtenmagazin «Newsweek» eine mehrseitige <a href="http://newsweek.tumblr.com/post/16470025656/sex-with-a-freshman-6-years-in-jail">Reportage </a>wert war. Ken ist 18, als er sich in die 14-jährige Lester verliebt. Die beiden wissen, dass sie gegen das Gesetz verstossen würden, wenn sie zusammen schliefen. Sie tun es trotzdem. Lesters Vater beschliesst eine sofortige Trennung des Paars und zeigt Ken an, als sich dieser gegen seinen Willen weiterhin mit seiner Tochter trifft.</p>
<p>Der ungehorsame Teenager wandert für ein Jahr ins Gefängnis. Und wird anschliessend drei Jahre auf Bewährung gesetzt. Drei Jahre, in denen er &#8211; als offiziell registrierter Sexualstraftäter &#8211; keinen Kontakt zu Minderjährigen haben kann, schon gar nicht zu seiner Freundin Lester. Doch nach seiner Entlassung beginnt das Paar sich wieder zu sehen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Nur weiss man auch aus eigener Erfahrung, dass vor allem für Teenager, <strong>das Verbotene eine noch viel stärkere Anziehungskraft ausübt</strong>.</p>
<p>Lester und vor allem Ken verbrennen sich jedoch ganz gehörig die Finger, wobei er jetzt nicht mehr so «glimpflich» davonkommt: Ken verbringt über sechs Jahre hinter Gittern. Letzters Jahr im August wird er aus dem Gefängnis entlassen und ist jetzt zwei Jahre auf Bewährung. Er trägt eine elektronische Fussfessel und als verurteilter Sexualtäter darf er sich nicht in die Nähe von Kindern begeben, muss zweimal wöchentlich einen Verhaltenskurs besuchen, darf kein Mobiltelefon mit integrierter Kamera benutzen (er könnte ja heimlich Fotos von Kindern und Jugendlichen machen!) und die Nutzung von Facebook oder anderen Social-Media-Foren ist ihm auch verboten. Zu gross ist die Gefahr, dass er sich unter einem falschen Profil an Minderjährige ranmachen würde.</p>
<p>Seine Freundin, die stets beteuert hat, einvernehmlichen Sex mit ihm gehabt zu haben, unterliegt inzwischen nicht mehr dem Schutzalter. Doch eine Wiederaufleben ihrer Romanze &#8211; wie im Fall des österreichischen «Skandalpaares» Renate und Ervin – ist ausgeschlossen: Ein Richter hat Lester offiziell zum Opfer ernannt &#8211; Ken darf während der Bewährung keinen Kontakt zu ihr haben.</p>
<p><strong>So unglaublich dieser Fall auch tönt, ist er kein Einzelfall.</strong> Allein im Staat Michigan gibt es 1341 registrierte jugendliche Sexualstraftäter. Wieviele von ihnen tatsächlich ein Verbrechen begangen haben oder einfach nur Sex mit ihrem Freund oder ihrer Freundin hatten, weiss man nicht. Kens Mutter kämpft seit der ersten Verurteilung ihres Sohnes für eine Lockerung dieser Gesetze. Denn laut der Staatsanwaltschaft ist sie indirekt mitschuldig am ganzen Dilemma. «Kinder müssen das Gesetz berücksichtigen und Eltern müssen ihre Kinder unter Kontrolle halten», so die lapidare Bemerkung des Staatsanwaltes auf ihre Frage, ob die Regelung nicht zu streng sei.</p>
<p>Dass es nicht ganz einfach ist, Teenager «unter Kontrolle» zu halten, wissen wohl auch andere amerikanischen Eltern. In den letzten Jahren haben sich in allen 50 Bundesstaaten <strong>Eltern-Organisationen formiert, um ihre Kinder zu schützen:</strong> Vor einer unverhältnismässig strengen Gesetzgebung.</p>
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		<title>Jeanne d’Arc statt Tiger Mom</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 01:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Carte Blanche von Clack-Autor Ralph Pöhner*.
 Waren Sie schon mal mit einem Kind in Paris? Dann fiel Ihnen vielleicht ein Phänomen auf, das in Schweizer Städten längst verschwunden ist: In den Parks gibts diskrete Schildchen, die das Betreten des Rasens verbieten. Wer also dort sein Kind, wie bei uns üblich, über die Wiese rennen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine <a href="../index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> </em><em>von <a href="http://www.clack.ch" target="_blank">Clack</a>-Autor Ralph Pöhner*.</em></p>
<div id="attachment_21888" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21888" title="LAETITIA-CASTA-01" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/02/LAETITIA-CASTA-01.jpg" alt="LAETITIA-CASTA-01" width="640" height="427" /><p class="wp-caption-text">Eine sehr französische Mutter: Model und Schauspielerin Laetitia Casta, mittlerweile dreifache Mama (unser Bild zeigt sie 2009 in Cannes, als sie mit ihrer zweiten Tochter schwanger war). </p></div>
<p><em> </em>Waren Sie schon mal mit einem Kind in Paris? Dann fiel Ihnen vielleicht ein Phänomen auf, das in Schweizer Städten längst verschwunden ist: In den Parks gibts diskrete Schildchen, die das Betreten des Rasens verbieten. Wer also dort sein Kind, wie bei uns üblich, über die Wiese rennen lässt, gibt ihm besser den Rat mit, weit entfernt von gewissen Herren mit blauer Uniform und Képi herumzutoben.</p>
<p>Was fällt sonst noch auf in Paris? Zum Beispiel, dass<strong> Spielplätze dort Raritäten</strong> sind. Und wenn vorhanden, muss man dort manchmal allen Ernstes Eintritt bezahlen.</p>
<p>Und weiter? Statt auf dem Spielplatz findet man Kinder im Museum. Oder im Restaurant (nein, damit ist nicht McDonald&#8217;s gemeint).</p>
<p>Kurz: Wer mit Kindern nach Frankreich reist, stösst auf ganz leicht verschobene Zustände. Und in diesen Verschiebungen wiederum spiegelt sich offenbar etwas Grundsätzliches: <strong>Die Franzosen erziehen ihre Kinder anders als wir</strong>. Denn sie sehen sie anders an.</p>
<p>Gut möglich, dass sich daraus bald eine neue Debatte entwickelt darüber, wie wir mit unserem Nachwuchs umgehen, umgehen sollten – und was dies über unsere Gesellschaft besagt. Auch bei uns. Denn nach den letztjährigen Wortgefechten über die chinesischen Tigermütter (Lesen Sie auch: <strong><a href="http://www.clack.ch/ressort/artikel/Leben/1627/fuenf_fragen_zur_tigermutter" target="_self">«5 Fragen zur Tigermutter»</a></strong>) findet nun ein Buch in der angelsächsischen Welt grosse Beachtung, welches die französischen Eltern zum grossen Vorbild stilisiert: Es stammt von der US-Journalistin Pamela Druckerman und heisst<em> «French Children Don&#8217;t Throw Food» </em>(in der britischen Ausgabe) respektive<em> «Bringing Up Bébé» </em>(in der US-Version).</p>
<p>Der Amerikanerin, die jahrelang in Paris lebte, war aufgefallen, dass die Kinder dort verblüffend gut erzogen schienen – während die Eltern keineswegs strenger mit ihnen umgingen als Eltern in ihrer US-Heimat. Die Kleinen kamen ins Restaurant und widmeten sich dort zivilisiert dem<em> «Sauté de boeuf et légumes»</em>, zugleich schien es undenkbar, <strong>dass eine Französin ein Telefongespräch unterbrechen musste</strong>, weil es hintendran quäkte. Und auf den Spielplätzen konnte Druckerman bald erkennen, wer von wo war. Die Französinnen tranken entspannt ihren Kaffee beim <em>kiosque</em> nebendran, die Ausländerinnen wetzten ihren Kleinen hinterher, um Katastrophen und grössere Flurschäden zu verhindern.</p>
<p>Und ja: Sogar die Säuglinge schliefen, wenn sie Französinnen und Franzosen waren, in der Nacht eher durch.</p>
<p>Woran liegt das? Druckermanns Ergebnisse führten zurück zur grundsätzlichen Haltung, welche eine Gesellschaft gegenüber ihren Kindern einnimmt. In einem Satz: In Frankreich muss sich das Kind der Erwachsenenwelt unterordnen – während sich das Verhältnis im englischen Sprachraum (und ja, auch in der Deutschschweiz) umgekehrt hat. Bei uns setzte sich ein Selbstverständnis durch, in dem <strong>das Kind zum König</strong> wurde – was wiederum die ganze familieninterne Dynamik verändert hat: <em>«La famille, c&#8217;est moi». </em></p>
<p>Dass sich Erwachsene von gelangweilten Kindern im Gespräch unterbrechen lassen, käme den Franzosen nicht in den Sinn. Im Elternbett haben die Kleinen nichts verloren. (Lesen Sie auch: <strong><a href="http://www.clack.ch/ressort/artikel/Liebe/3808/sex_schlecht_ehe_schlecht" target="_blank">«Sex schlecht? Ehe schlecht?»</a></strong>) Und die Idee, dass es <strong>e</strong>inerseits Menus und andererseits Kindermenus gibt, erscheint den Franzosen ebenfalls skurril. Die Unterschiede gehen bis hinein in den <em>Sound</em> («Ça suffit!!!» statt «Könntest du <em>bissoguet </em>endlich&#8230;»), aber gerade weil sich in Frankreich nicht alles ständig um die Kinder dreht, waren die Erwachsenen viel entspannter – so der Eindruck der Amerikanerin.</p>
<p>«Die Französinnen leiden sicherlich nicht unter denselben ständigen Schuldgefühlen», folgert Druckerman. Das führt im Alltag dazu, dass Maman nicht im Renault-Alpine-GT-Tempo losrennt, wenn das Baby in der Nacht schreit, sondern erst mal schaut, ob sich das Problem von selber löst. Mit dem Nebeneffekt, dass französische Babys nach einer gewissen Zeit offenbar tatsächlich besser durchschlafen.</p>
<p>Und es schlägt sich schliesslich in zahlreichen Konventionen nieder – <strong>mit gewaltigen Folgen für die gesellschaftliche Rolle der Frau</strong>. Die kleinen Unterschiede werden am Ende sehr, sehr grundsätzlich.</p>
<p>Stillen? Finden die Ärzte und Geburtskliniken in Frankreich nicht so wichtig. Mutterschaftsurlaub? Krippen? Schulsystem? Klar, das wird so organisiert, dass man das Arbeitsleben leicht daneben durchbringt: Erwachsenenwelt vor Kinderwelt – auch hier. (Lesen Sie auch: <strong><a href="http://www.clack.ch/ressort/artikel/Leben/145/wie_eltern_das_arbeitsleben_vermiest_wird" target="_blank">«Wie Eltern das Arbeitsleben vermiest wird»</a></strong>)<strong><br />
</strong></p>
<p>Dass die Kinder in Frankreich unerschütterlich Spinat-Quiche verspeisen – dies ist also das eine. Das andere: Frankreich ist das Land mit der höchsten Geburtenrate in Europa; und zugleich liegt die Frauenerwerbsquote dort weit über dem Durchschnitt der EU. Nimmt man die Altersgruppe zwischen 25 und 55 – also die der Mütter –, so ist es das einzige Land ausserhalb Skandinaviens, in dem skandinavische Verhältnisse herrschen.</p>
<p>Kein Wunder, wird<em> «Bringing Up Bébé»</em> in den Ländern, wo es bereits veröffentlicht ist, weit herum beachtet.<a href="http://www.economist.com/node/21543122?fsrc=scn/tw/te/ar/nonnonandnon" target="_blank"> </a>Der «Economist» gab dabei zu bedenken, dass sich hier nur eine bourgeoise Schicht spiegle, ein Blick in die <em>banlieues</em> hätte Druckermans schöne Bilder rasch zerstört. Und die Autorin, so der Kritiker, hätte auch mal darauf hinweisen können, dass <strong>der Wettbewerbsgedanke</strong> in Frankreich vielleicht ein bisschen zu kurz kommt.</p>
<p>Tatsächlich, so betont Druckerman, seien französische Eltern keineswegs streng, ehrgeizig, drakonisch – nichts da von Tigermüttern: «Sie geben den Kindern einfach einen klaren Rahmen, in dem sie lernen und sich entwickeln müssen.»</p>
<p>Völlig überzeugt zeigte sich dagegen die «Huffington Post», wo Debra Olliver das Buch aufnahm – eine Autorin, die nach langen Frankreichjahren selber mehrere Bestseller über die französische Kultur veröffentlicht hatte. Olliver fühlte sich prompt an eigene Erfahrungen und Fehler erinnert. So  geschehen, als ihre Kinder bei einem Primarschul-Ausflug mit der zweisprachigen Schule von Paris nach England reisen sollten. Sie, die besorgte Amerikanerin, verbot es. Worauf die Rektorin antwortete: <strong>«Madame, einen unabhängigen Geist kann man nicht kultivieren, wenn man ein Kind zurückhält» </strong>– und dann nachsetzte: «Wir haben dieses Problem nur mit angelsächsischen Müttern.»</p>
<p>Am Ende, so Olliver, reisten die französische Kinder nach England, und die englischsprachigen Kinder blieben in Frankreich. Die ausländischen Eltern froren auf dem Spielplatz, die französischen Eltern genossen drei kinderfreie Tage.</p>
<p>Erwachsenenwelt, Kinderwelt: Freiheit zu geben heisst, Freiheit zu gewinnen. Dass Frankreichs Nationalheldin ein Mädchen war, ein Kind, das die Heere des Königs in die Schlacht gegen England führte – das ist dabei noch das kleine symbolische <em>aperçu</em>.</p>
<p>Lesen Sie mehr zum <strong>Thema Erziehung </strong>auch <a href="http://www.clack.ch/index.php/blog/tags/tag/Erziehung" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><strong>Weiter Links</strong><br />
Buch von <a href="http://www.pameladruckerman.com/" target="_blank">Pamela Druckerman</a>: <em> <a href="http://www.pameladruckerman.com/books/" target="_blank">«French Children Don&#8217;t Throw Food»</a></em><a href="http://www.botschaft-frankreich.de/spip.php?article159" target="_blank"><br />
Frauenerwerbsquote</a> in der EU<br />
Artikel der <a href="http://www.huffingtonpost.com/debra-ollivier/bringing-up-bebe_b_1224589.html" target="_blank">«Huffington Post»</a><br />
Beitrag im <a href="http://www.economist.com/node/21543122?fsrc=scn/tw/te/ar/nonnonandnon" target="_blank">«Economist»</a></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-21905" title="ralphpöhner" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/02/ralphpöhner.jpg" alt="ralphpöhner" width="150" height="150" />*Ralph Pöhner ist Mitgründer des Online-Magazins <a href="http://www.clack.ch/" target="_blank">Clack.ch</a> und  der Wirtschafts-Site <a href="http://www.finews.ch">finews.ch</a> sowie regelmässiger Autor von «Die Zeit».</p>
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		</item>
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		<title>Ich krieg die Krippen-Krise</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/21853/die-krippen-krise/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 01:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nina Merli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es scheint, als habe sich Otto Ineichen in ein Wespennest gesetzt: Der Luzerner FDP-Nationalrat möchte (mit der von ihm initiierten Stiftung Speranza) in den nächsten zwei Jahren 100 bezahlbare Krippen realisieren. Nach ersten Anpassungen – die Kinder sollen laut aktuellem Stand ausschliesslich von einheimischen Fachkräften betreut werden, was vom Verband Kindertagesstätten der Schweiz (KiTaS) sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_21875" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21875" title="Kinderhort" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/02/mb.jpg" alt="Otto's Kinderposten: FDP-Nationalrat Ineichen will 100 Billig-Krippen eröffnen. (Archivbild: Keystone)" width="640" height="460" /><p class="wp-caption-text">Otto's Kinderposten: FDP-Nationalrat Ineichen will 100 Billig-Krippen eröffnen. (Archivbild: Keystone)</p></div>
<p>Es scheint, als habe sich Otto Ineichen in ein Wespennest gesetzt: Der Luzerner FDP-Nationalrat möchte (mit der von ihm initiierten Stiftung Speranza) in den nächsten zwei Jahren 100 bezahlbare Krippen realisieren. Nach ersten Anpassungen – die Kinder sollen laut aktuellem Stand ausschliesslich von einheimischen Fachkräften betreut werden, was vom Verband Kindertagesstätten der Schweiz (KiTaS) sehr begrüsst wurde – soll im April dieses Jahres die erste Ineichen-Krippe in Beromünster LU ihren Betrieb aufnehmen.</p>
<p>Doch statt Wohlwollen löste die Meldung diese Woche heftige Kritik aus. Auch die Kommentar-Schreiber von <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ottos-Kinderkrippen/story/14418689#kommentar" target="_blank">Newsnet</a> liessen sich nicht zweimal bitten und machten ihrem Unmut und ihren Sorgen Luft: Von «Discount-Krippen» war da die Rede, die nur mit Billigpersonal und somit erheblichen Qualitätseinbussen auf Kosten der armen Kinder geführt werden können. Ineichen habe keine Ahnung; eine seriöse Krippe zu realisieren, die weniger koste als bisher, sei gar nicht möglich. Und schon werden sie heraufbeschworen, <strong>die Horrorszenarien von vernachlässigten, achtlos in einer Ecke stehen gelassenen Kindern</strong> mit vollen Windeln und laufenden Nasen, neben denen die völlig überforderten und ungenügend ausgebildeten Betreuerinnen verzweifeln.</p>
<p>Zugegeben, gewisse Einwände sind berechtigt. Und es ist mit Sicherheit sinnvoll, ein sehr wachsames Auge auf dieses Projekt zu werfen, schliesslich geht es um das Wohl der Kinder – und dieses gilt es auf jeden Fall zu gewährleisten. Die Vorstellung, sein Kind in falsche Hände zu geben, bereitet ein sehr ungutes Gefühl. Aber muss man deshalb eine neue und angesichts der grossen Nachfrage sinnvolle Idee von Anfang an zunichte machen? Nein.</p>
<p><strong>Denn Krippenplätze sind absolute Mangelware und dringend nötig.</strong> Wer im Augenblick, wie die Schreibende etwa, in der Stadt Zürich einen Krippenplatz sucht, muss sich mit einem Platz auf der Warteliste zufrieden geben. Vor allem Babyplätze sind rar und die Chance, sein Kind termingerecht per Ende Mutterschaftsurlaub unterzubringen, sind äusserst gering. Man hätte sich halt schon vor zwei Jahren anmelden müssen, heisst es nicht selten von Seiten der Kitas. Tja, aber vor zwei Jahren sah das eigene Leben vielleicht noch ganz anders aus und das Projekt «Kinder haben» war noch nicht komplett durchdacht, berechnet und voll durchorganisiert. Wie kopflos!</p>
<p>Ginge es nach einem Grossteil des Motz-Chores, dann gäbe es gar keinen Grund zum Jammern, denn die Lösung liegt auf der Hand: <strong>Die Mutter bleibt zuhause und kümmert sich um die Kinder.</strong> Was bei den aktuellen Betreuungspreisen, rein rechnerisch, durchaus Sinn machen würde. Denn oft geht ein Grossteil des Lohnes für die Krippenrechnung drauf. Aus welchem Grund sollte die Mutter überhaupt weiterhin arbeiten gehen? Vielleicht weil sie ihre Arbeit mag? Weil sie sich teilweise auch über ihre Arbeit definiert und es ihr Bestätigung und Befriedigung gibt? Weil es vielleicht auch für eine gute Balance in der Partnerschaft sorgt? Oder weil sie vielleicht einfach keine Lust hat, «nur noch» Vollzeit-Mutter zu sein.</p>
<p>Achtung, wer mit diesen egoistischen Argumenten kommt, stösst auf kein Verständnis und wird mindestens genauso heftig gebasht wie Otto Ineichen. Der hat es ja sogar noch gewagt, zu erwähnen, dass er mit seinem Krippenprojekt Müttern den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern möchte – <strong>eine doppelte Provokation</strong> für alle Traditionalisten, Schwarzmaler und Dauernörgler.</p>
<p>Ich meinerseits hoffe, dass Ineichens Krippen-Projekt erfolgreich starten kann und entgegen aller Unkenrufe den Ansprüchen von Kindern, Eltern und Betreuern gerecht werden wird. Nur so schöpfen vielleicht andere innovative Köpfe <strong>den nötigen Mut, um bestehende Modelle mit neuen Ideen zu bereichern</strong>. Dies natürlich in der Hoffnung, dass in der Stadt Zürich möglichst schnell ein paar neue Krippen eröffnet werden und ich nicht zwei Jahre auf der Warteliste versauern muss.</p>
<div style="position:absolute"> <script language="JavaScript" type="text/javascript"> document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Die-KrippenKrise/story/24379102/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");  </script> <noscript> <img style="display:none;" src="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Die-KrippenKrise/story/24379102/pixel.gif?nocache=1328102827" width="1" height="1"/> </noscript> </div>
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		<title>Ledig mit Kindern</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/21746/ledig-mit-kindern/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 19:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jeanette Kuster</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Geht es nach Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne), wird es in der Schweiz bald keine Geschiedenen mehr geben: Er hat einen Vorstoss eingereicht, in dem er fordert, dass der Zivilstand «geschieden» künftig durch «ledig» ersetzt wird. Auf die Idee kam Hodgers durch einen Freund, dessen Ehe gescheitert ist. «Er liess sich im Alter von 30 scheiden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_21765" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21765 " title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/mb11.jpg" alt="Hin und her: Salma Hayek wurde im September 2007 Mutter, löste im Jahr darauf die Verlobung mit dem Kindsvater François-Henri Pinault – den sie im Februar 2009 dann doch heiratete. (Bild: AFP)" width="640" height="460" /><p class="wp-caption-text">Hin und her: Salma Hayek wurde im September 2007 Mutter, löste im Jahr darauf die Verlobung mit dem Kindsvater François-Henri Pinault – den sie im Februar 2009 dann doch heiratete. (Bild: AFP)</p></div>
<p>Geht es nach Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne), wird es in der Schweiz bald keine Geschiedenen mehr geben: Er hat einen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wer-sich-scheiden-laesst-soll-wieder-ledig-werden/story/10350056">Vorstoss eingereicht</a>, in dem er fordert, dass der Zivilstand «geschieden» künftig durch «ledig» ersetzt wird. Auf die Idee kam Hodgers durch einen Freund, dessen Ehe gescheitert ist. «Er liess sich im Alter von 30 scheiden und hatte immer mit einem <strong>Makel</strong> zu kämpfen», so der Politiker gegenüber <a href="http://www.blick.ch/news/politik/geschiedene-sollen-wieder-als-ledig-gelten-192557" target="_blank">Blick.ch</a>.</p>
<p>Es mag ja sein, dass manch einer seine zerbrochene Ehe und die hässliche  Scheidung lieber aus seinem Gedächtnis und folglich auch aus allen  juristischen Formularen streichen würde. Aber dass jemand im Jahr 2012  in der Schweiz geächtet wird, bloss weil er den Titel «geschieden»  trägt, wage ich doch stark zu bezweifeln. Ganz im Gegenteil hätten wohl  eher diejenigen Paare Grund zur Klage, die im Konkubinat zusammenleben  und auf offiziellen Formularen meist nur das Kästchen <strong>«ledig»</strong> ankreuzen können, da sie nun mal weder verheiratet, noch verwitwet, noch geschieden sind. <strong>«In fester Partnerschaft»</strong> ist auf juristischen Formularen keine Option, auch wenn sie im wahren Leben längst zur Realität geworden ist.</p>
<div id="attachment_21766" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-21766 " title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/mb2.jpg" alt="War eineinhalb Jahre lang Mutter und ledig: Salma Hayek mit Tochter Valentina." width="300" height="450" /><p class="wp-caption-text">War eineinhalb Jahre lang Mutter und ledig: Salma Hayek mit Tochter Valentina.</p></div>
<p>Ich gehöre selber in diese Kategorie und habe schon einige Male schräge Blicke ernten dürfen, wenn ich – schwanger und/oder mit Kind – «ledig» als Zivilstand angeben musste. Natürlich sollte man das ignorieren, und doch macht es einen zuweilen wütend. Nicht, weil man als Alleinerziehende abgestempelt wird, denn schliesslich sind Single-Mütter und -Väter genau gleich viel wert wie verheiratete Eltern. Nein, mich ärgert vielmehr die Tatsache, dass in vielen Köpfen immer noch die Meinung vorherrscht, <strong>es habe zu heiraten, wer eine Familie gründe</strong> – was sich in genau diesen Situationen und auf eben diesen Formularen stets aufs Neue manifestiert.</p>
<p>Ausserdem fühlt es sich falsch an, nicht die ganze Wahrheit auf das Stück Papier bringen zu können. Meinen Mann – denn ja, so nenne ich ihn trotzdem, schliesslich ist er weder mein Partner (zu geschäftlich), noch mein Freund (zu unverbindlich), sondern eben der Mann, der zu mir gehört – ausschliessen zu müssen, mich auf dem Formular <strong>als Einzelperson zu deklarieren</strong>, obwohl wir doch gemeinsam durchs Leben gehen.</p>
<p>Natürlich könnten wir letzteres Problem mit einer Heirat sofort lösen. Und wer weiss, vielleicht werden wir eines Tages tatsächlich noch vor den Altar treten. Aber ganz sicher nicht aus der <strong>Motivation </strong>heraus, auf juristischen Formularen künftig eine passendere Zivilstandsbezeichnung vorfinden zu dürfen oder damit irgendwelche gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen.</p>
<p>Also gilt für uns weiterhin: «Ledig» ankreuzen und <strong>sich glücklich schätzen</strong>, dass man es als vollzählige Familie sein darf. Und die fragenden Blicke je nach Laune ignorieren, oder das Gegenüber über die eigentlich doch gar nicht so unübliche Lebensform des Konkubinats aufklären. Und wer weiss, vielleicht schafft es «in fester Partnerschaft» irgendwann einmal doch noch in die Gruppe der offiziellen Zivilstandsbezeichnungen. Schön wärs, wenn auch nicht lebensnotwendig. Wie das auch die Ausmerzung von «geschieden» nicht ist.</p>
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		<title>Gebt uns ein Zeichen!</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 01:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nina Merli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es kommt der Moment in der Schwangerschaft, in dem die werdende Mutter dem Nesttrieb verfällt und unter anderem das Babyzimmer hergerichtet haben möchte. Dazu gehört nebst Wäsche fürs Bettchen auch die erste Kleidergarnitur. Die Auswahl an schönem und weniger schönem «Babykram» ist immens, doch wer nach fair produzierter Ware Ausschau hält, stösst bald an seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_21727" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21727 " title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/baby-kleidung.jpg" alt="BRAZIL HAVAIANAS" width="640" height="456" /><p class="wp-caption-text">Süss - aber auch fair und nachhaltig produziert? Babykleider. (Bild: Reuters)</p></div>
<p>Es kommt der Moment in der Schwangerschaft, in dem die werdende Mutter dem Nesttrieb verfällt und unter anderem das Babyzimmer hergerichtet haben möchte. Dazu gehört nebst Wäsche fürs Bettchen auch die erste Kleidergarnitur. Die Auswahl an schönem und weniger schönem «Babykram» ist immens, doch wer nach fair produzierter Ware Ausschau hält, stösst bald an seine Grenzen. Denn fair bedeutet nicht nur aus Bio-Baumwolle sowie einer nachhaltigen und umweltgerechten Textilproduktion, es bedeutet auch unter sozialen Bedingungen hergestellt. Keine Zwangsarbeit, dafür existenzsichernde Löhne,<strong> faire Arbeitszeiten und vor allem auch: keine Kinderarbeit.</strong> Und genau dieser Punkt ist in vielen Ländern immer noch nicht gewährleistet.</p>
<p>Nehmen wir das Beispiel Usbekistan. Der zentralasiatische Binnenstaat ist der drittgrösste Baumwollexporteur der Welt. Die Baumwolle bringt dem Land jährlich über eine Milliarde US-Dollar ein, wobei der Grossteil davon in die Staatskasse fliesst. Geerntet wird diese Baumwolle zu einem grossen Teil von Kindern – wobei die Ernte staatlich kontrolliert ist. Das heiss im Klartext: Jeden Herbst werden hunderttausende Kinder (die jüngsten sind knapp fünfjährig) von den Behörden <strong>statt in die Schule auf die Baumwollfelder geschickt,</strong> wo sie während drei Monaten bis zu elf Stunden am Stück schuften müssen – sieben Tage die Woche, und das oftmals ohne Entgelt.</p>
<p>Und woher weiss ich Endverbraucherin, dass keine usbekische Baumwolle für den süssen Babystrampler verwendet worden ist, den ich gerade aus dem Gestell gezückt habe? Denn obwohl sich letztes Jahr rund 60 Mode- und Textilkonzerne (darunter auch Puma, Adidas und Levi&#8217;s) entschieden haben, <strong>usbekische Baumwolle zu boykottieren,</strong> gelangt sie über verschiedene Zwischenhändler trotzdem auf den Markt.</p>
<p>Anfang Woche diskutierten in der ARD-Politsendung <a href="http://www.wdr.de/tv/hartaberfair" target="_self">«Hart aber fair»</a> (Thema: «Mein Kleid, dein Leid – wer zahlt den Preis für billige Mode?») verschiedene Experten über das Thema «Fair Fahsion». Schon bald kristallisierte sich aus dem Gespräch und vor allem aus den Zuschauerreaktionen heraus, dass viele Konsumenten durchaus bereit wären, mehr Geld für ihre Ware zu bezahlen – aber im Label-Dickicht <strong>keine klare Auskunft über das Produkt bekämen.</strong> So informiert mich zum Beispiel das Label «Organic Cotton» (etwa bei H&amp;M), dass das Kleidungsstück aus Bio-Baumwolle hergestellt wurde. Doch erfahre ich auch, ob die in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1KKtVCrYF54" target="_blank">Bangladesh produzierte Ware</a> auch umweltgerecht bearbeitet und eingefärbt wurde? Und ob die Näherin einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit erhalten hat? Nein.</p>
<p>Informationen kann man sich zum Beispiel auf der Homepage der «Erklärung von Bern» holen, wo eine <a href="http://www.evb.ch/p17957.html" target="_blank">Firmenliste</a> aufzeigt, wer in welchem Mass fair herstellt. Und auch über andere <a href="http://www.fairwear.org/" target="_blank">Internet-Quellen</a> kann man sich informieren, denn es gibt durchaus Marken, die sich bezüglich Fairness sehr stark engagieren. Doch wäre es nicht viel einfacher, wenn ein <strong>einheitliches Label Auskunft über die Textilien</strong> geben würde? Damit mit einem Blick auf die Etikette klar wäre, was man da in der Hand hält und ob man diese Art von Herstellung mit all ihren Konsequenzen unterstützen möchte oder nicht? Gebt uns doch bitte ein Zeichen!</p>
<p>Vorerst liegt es aber an uns Konsumenten, ein Zeichen zu geben, eine klare Durchsage zu machen. Wer will, kann dies auch tun. Rund fünfzig Schweizer Organisationen haben sich zusammengetan und letzten November die Kampagne «Recht ohne Grenzen» ins Leben gerufen. Diese Woche wurde eine an den Bundesrat gerichtete <a href="http://www.rechtohnegrenzen.ch/de/" target="_self">Petition</a> lanciert, die klare geseztliche Grundlagen (Menschenrechte und Umwelt sollen weltweit respektiert werden) für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz fordet, <strong>denn im Augenblick tragen die Firmen noch keine Verantwortung</strong> für ihre Filialen oder Zulieferer im Ausland – womit wir wieder bei der Kinderarbeit-Baumwolle aus Usbekistan wären. Wenn sich Unternehmen darum kümmern, dann nur aus Goodwill. Doch wie sagt man doch so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.</p>
<p><em>PS: Liebe Blog-Leser, wenn Sie gute Adressen für nachhaltig und fair produzierte Babykleider kennen, bitte melden! Zumindest eine Schwangere mit akutem Nesttrieb freut sich über jeden brauchbaren Tipp.</em></p>
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		<title>Danke, dass Du mich als Frau geschaffen hast</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 01:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Eine Carte Blanche von Yael Wyler*.
Natürlich verfolge ich die Berichte über das Schulmädchen, das in Beit Schmesch, in der Nähe von Jerusalem, von religiösen ultraorthodoxen jüdischen Extremisten auf ihrem Schulweg angespuckt wurde, weil sie in deren Augen nicht anständig genug gekleidet war. Und im Fernsehen sehe ich die aufbrausende Menge von säkularen Israelis, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em> </em></p>
<p class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: left;"><em>Eine <a href="../index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von Yael Wyler*.</em></p>
<div id="attachment_21208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-21208" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/Mamablog_wp.jpg" alt="" width="640" height="383" /><p class="wp-caption-text">Ein verunstaltetes Plakat einer Facebook-Kampagne in Israel, die sich gegen die Verbannung von Frauen aus dem öffentlichen Raum richtet. (Bild: Reuters)</p></div>
<p class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: left;">Natürlich verfolge ich die Berichte über das Schulmädchen, das in Beit Schmesch, in der Nähe von Jerusalem, von religiösen ultraorthodoxen jüdischen Extremisten auf ihrem Schulweg angespuckt wurde, weil sie in deren Augen nicht anständig genug gekleidet war. Und im Fernsehen sehe ich die aufbrausende Menge von säkularen Israelis, die zur Demonstration gegen solch menschenverachtenden Diskriminierungen aufruft. Zudem gefiel mir die liebliche Karikatur in der Tageszeitung «Haaretz», welche Tiere einträchtig aufgeteilt in Paare, ein Weibchen mit einem Männchen, auf ihrem Weg zur Arche Noah aufzeigt, mit dem Kommentar, «so war es doch auch mal gut.»</p>
<p>Ich lebe jedoch glücklicherweise in Tel Aviv <strong>und kann im Bus sitzen, wo ich will</strong>. Ganz im Gegensatz zu den Frauen dieser religiösen Eiferer, die nicht nur auf der Strasse, sondern auch im öffentlichen Bus ihren biblischen Kampf ausfechten: Männer vorne – und wenn es noch Platz hat, sollen Frauen strikt separiert in den hinteren Regionen Platz nehmen. Ich dränge mich auch an der Supermarktkasse unisex nach vorne, so wie es fast alle Israelis tun. Ist doch völlig normal. Die jungen Frauen dieser Stadt sind so attraktiv und leicht bekleidet wie sonst nirgends, <strong>parat für den Aufriss von anständigen und auch weniger anständigen Männern,</strong> die sich über die weiblichen Besucher der hiesigen Clubs und Bars eher sehr freuen als aufregen.</p>
<p>Die israelische Frau ist meist Mutter von durchschnittlich drei Kindern und balanciert souverän ihre Arbeit mit dem Muttersein. Das Mütterchen am Herd ist keine Option: dies, weil ein Einkommen alleine hier im heiligen Land niemals eine Familie ernähren kann. Fakt ist, was momentan in Beit Shemesh und in den ultrareligiösen Quartieren Jerusalems abläuft, hat überhaupt keinen Einfluss auf das restliche Land.<strong> Die meisten israelischen Frauen können also ihre von der Natur geschenkte Weiblichkeit grenzenlos ausleben</strong> und sind von morgens bis abends dermassen beschäftigt, dass sie von irgendwelchen weiblichen Diskriminierungen, ausgenommen derjenigen, welche die leider immer noch vorherrschende globale Situation der Frauen im allgemeinen darstellt, nicht viel mitbekommen.</p>
<p>Ich habe mich schon in Hosen gekleidet, (ultraorthodoxe Frauen dürfen nur lange Röcke tragen), mit Rabbinern unterhalten und fühlte mich als Frau in meinen Begegnungen mit frommen Juden niemals benachteiligt, nicht willkommen oder nicht akzeptiert. Wenn ich im Voraus weiss, dass ich eine Synagoge besuche oder bei einer frommen Familie zum Shabbat eingeladen bin, dann kleide ich mich jeweils passend zum Event, das macht man einfach so, <strong>schliesslich geht man ja auch nicht im Mini oder oben fast ohne in die Kirche</strong>. Angepasste Kleidung zeugt von Respekt und Achtung.</p>
<p>Auch die Kinder und deren Eltern werden schon früh mit den verschiedenen religiösen oder säkularen Prägungen und Auffassungen dieses Landes konfrontiert. Montags ist beispielsweise Spieltag in unserer Quartierssynagoge, welche ich am Shabbat und an den Feiertagen jedoch recht selten besuche, schliesslich bin ich ja säkular. Ich wähle diesen Ort also nicht etwa, weil ich Religion auch im Alltagsleben aktiv praktizieren will, nein, es ist viel einfacher. Meine Kinder möchten nach dem Kindergarten einfach noch etwas spielen und basteln, zudem regnet es hier oft im Winter und man kann nicht auf den Spielplatz, deshalb ist dies eine gute Lösung. Viele nicht-fromme Eltern sitzen dort zusammen mit den frommen Eltern an einem Ort, und bewundern ihren Nachwuchs und freuen sich gemeinsam über die spielenden Kinder, ob mit Kopfbedeckung oder auch ohne.</p>
<p>Wenn die Kinder drei Jahre alt sind, müssen die Eltern jedoch beginnen, sich zu entscheiden. Beim Einschreiben für den staatlichen Kindergarten wählt man zwischen einer rein staatlichen oder staatlich-religiösen Institution. Wir mussten überhaupt nicht wählen, weil es für uns völlig klar war, <strong>dass wir unsere Tochter bestimmt nicht in einen religiösen Kindergarten schicken. </strong>Vielleicht hätten wir es doch tun sollen. Die staatlichen Kindergärten sind nämlich relativ lieblos, und die Kindergärtnerinnen sind innerlich bereits pensioniert. Sie betreuen 31 Kinder in einer Klasse und sind oft sogar zu faul, die kleinen Knirpse zumindest ab und zu auf die Toilette zu begleiten.</p>
<p>Nach dieser Enttäuschung wollte ich meine Tochter sofort in den staatlich-religiösen Kindergarten transferieren, der ist erstens näher von unserem Zuhause und zweitens waschen sich die Kinder dort vorschriftsmässig die Hände vor dem Essen, schliesslich ist dies ein religiöses Ritual. Was mir letzlich egal ist. Hauptsache die Kinderhände sind sauber. Der staatlich-religiöse Kindergarten zeigt sich auch optisch viel einladender, und die frommen Kindergärtnerinnen sind auch noch nicht uralt. Logisch, der Staat pulvert viel mehr Geld in die religiösen Einrichtungen als in die staatlich-säkularen, denn ohne den politischen Segen der Frommen im Land, kann Premier Netanjahu ja auch nicht regieren. Sie verfügen über Macht. Sie sind das Zünglein an der Waage der derzeitigen Regierungskoalition. Und die Regierung muss sich diesen Segen aus der Staatskasse teuer erkaufen.</p>
<p>Nach langen Diskussionen bleibt unsere Tochter jetzt doch in ihrem bisherigen rein staatlichen Kindergarten. Wer weiss, was die Kindergärtnerin im religiösen Kindergarten gesagt hätte, wenn die Tochter ständig davon redet, dass sie <strong>doch viel lieber ein Junge wäre und ihre Eltern sogar arabische, muslimische Freunde haben.</strong> Das hätte vermutlich nicht wirklich in eine religiöse  jüdische Institution gepasst und im säkularen Kindergarten sind die älteren Damen leider viel zu sehr mit den 31 Kinder überfordert, als dass sie Zeit hätten, meiner Tochter Mut zu machen, dass man doch auch als Mädchen unheimlich viel Spass haben kann, zumindest in Tel Aviv und ausserhalb der Hochburgen einiger Gruppen sektiererischer religiöser Fanatiker.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-21213" title="wyler" src="/mamablog/wp-content/uploads/2012/01/wyler.jpg" alt="wyler" width="135" height="145" /><em>*Yael Wyler ist Regisseurin.</em><span lang="de-ch"><span style="font-family: Arial; font-size: x-small;"> </span></span><em> Sie wurde in der Schweiz geboren und studierte in Zürich Germanistik und Philosophie. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Tel Aviv (Israel).</em></p>
<div style="position:absolute"><script type="text/javascript">// <![CDATA[
 document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Mamablog-Danke-dass-Du-mich-als-Frau-geschaffen-hast/story/26933597/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");
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		</item>
		<item>
		<title>«Mutti» ist in Führung gegangen&#8230;</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/20753/%c2%abmutti%c2%bb-ist-in-fuhrung-gegangen/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 01:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Gastblogger]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Carte Blanche von Mamablog-Leser Auguste.
Vor zwei Wochen ereignete sich Historisches. In Brüssel scharten sich 25 EU-Staaten hinter die Führung einer Frau, die ihnen Gewichtiges abverlangte und wahrscheinlich noch abverlangen wird. Nur ein grosses Inselreich widersetzt sich weiterhin tapfer&#8230;
Was bringt alle diese Regierungschefs dazu, ihr Schicksal und auch weitgehend das ihrer Länder zu einem beträchtlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von Mamablog-Leser Auguste.</em></p>
<div id="attachment_20760" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-20760" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/12/mamablog3.jpg" alt="Germany Europe Financial Crisis" width="640" height="412" /><p class="wp-caption-text">Eine mächtigere Frau hat die Welt der Moderne noch nicht gesehen: Angela Merkel am 13. Dezember 2011.</p></div>
<p style="text-align: left;">Vor zwei Wochen ereignete sich Historisches. In Brüssel scharten sich 25 EU-Staaten hinter die Führung einer Frau, die ihnen Gewichtiges abverlangte und wahrscheinlich noch abverlangen wird. Nur ein grosses <strong>Inselreich </strong>widersetzt sich weiterhin tapfer&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Was bringt alle diese Regierungschefs dazu, ihr Schicksal und auch weitgehend das ihrer Länder zu einem beträchtlichen Teil in die Hände der deutschen Kanzlerin zu legen, im <strong>Vertrauen </strong>darauf, dass diese Frau  brauchbare Lösungsansätze finden wird in chaotischen Zeiten?</p>
<p>Zweifellos ist ein wichtiger Grund die relative Stärke Deutschlands. Das wissen wir alle. Aber braucht es nicht sehr viel mehr, dass man grosse Stücke der eigenen Souveränität aufgibt und den Vorgaben eines andern folgt, der sich vor noch nicht allzu langer Zeit als barbarischer Todfeind gebärdet hatte? Wäre man auch einem <strong>deutschen Kanzler</strong> so geschlossen   gefolgt?</p>
<p>Schwer zu sagen. Tatsache bleibt aber, dass man in fast ganz Europa bereit war, einer Frau zu folgen und dies, deutet man den ausbleibenden Aufschrei richtig,  weit herum als akzeptabel, ja  sogar notwendig angesehen hat. Machen wir uns nichts vor, solch eine Gefolgschaft gibt es nicht gratis. Die Frau hat mutmasslich den grössten Geldbeutel von allen und kommt aus einer der reichsten Gegenden. Aber es ist viel mehr die Art und Weise, wie sie sich auf europäischem Parkett bewegt hat in diesen krisenhaften Zeiten, die ihr zu dieser Position verholfen hat. Rational, beharrlich und mit einem ausgeprägten Sinn für das Machbare hat sie und neben ihr der quirlige, leicht hyperaktive französische Präsident nach Lösungen gerungen, die in einem aufgescheuchten EU-Hühnerstall endlich ein klein wenig für Beruhigung sorgten.</p>
<p>Die Klarheit im Denken, die Stärke im Verteidigen von unpopulären  Positionen und ein unprätentiöser Auftritt in langweiligen, mehr schlecht als recht sitzenden Hosenanzügen haben in den letzten Monaten ein neues Bild der modernen Frau geschaffen, welches ganz ohne Ideologie auskommt und von einem unverstellten Blick auf herrschende Realitäten geprägt ist. Im Vordergrund steht immer die Lösungssuche – ohne politische und ideologische Scheuklappen. Genderdispute würde die <strong>«beharrliche Kanzlerin»</strong> wohl als weitestgehend unnütz und gestrig mit einem Streich von der Tischplatte fegen. Es gibt viel Wichtigeres in unserem Leben.</p>
<p>Erstaunlicherweise hört man aus feministischen Kreisen nur wenig über Angela Merkel. Eine mächtigere Frau hat die Welt  in der Moderne noch nicht gesehen – obwohl Frau Thatcher nicht weit dahinter liegt. Aber die Pragmatik dieser höchst demokratischen und mit allen politischen Wassern gewaschenen <strong>Regierungschefin </strong>verhindert es, sie ideologisch vereinnahmen zu können. Sie ist vielleicht die modernste Frau der Welt im Moment: Eigenständig, intelligent, verantwortungsvoll, mit klarem Kopf Probleme anpackend und doch so einfühlsam, dass sie die Bodenhaftung nie verliert. Darüber hinaus eine Landesmutter, die zwar nicht fehlerlos ist, aber eben öfter das Richtige tut als das Falsche.</p>
<p>Genderfragen werden uns wohl nie ganz loslassen, aber Persönlichkeiten wie die deutsche Kanzlerin oder unsere eigenen Magistratinnen sorgen dafür, dass wir von der Gleichberechtigung der Geschlechter viel weniger weit weg sind, als viele in Rock und Hose glauben. Oder bin ich vielleicht etwas geblendet?</p>
<p><em>Wie danken Auguste für diesen Beitrag.</em></p>
<div style="position:absolute"><script type="text/javascript">// <![CDATA[
 document.write("<img style= display:none;  src= http://www.tagesanzeiger.ch/leben/blogs/Mamablog-Mutti-ist-in-Fhrung-gegangen/story/16935781/pixel.gif?nocache="+(Math.random()*100000)+"  width= 1  height= 1  />");  
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		</item>
		<item>
		<title>Sorgerecht verpflichtet</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/20636/sorgerecht-verpflichtet/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 01:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Carte Blanche von Leila Straumann.
In letzter Zeit werden Männer immer öfter als grosse Verlierer der Frauenemanzipation dargestellt. Aus einer Bewegung, die eigentlich beiden Geschlechtern zugute kommt, wird ein Geschlechterkampf konstruiert. Ein Paradebeispiel sind Scheidungen: Gewisse Medien und einige Väterorganisationen zitieren Männer, denen die Ex-Frau nach einer Kampfscheidung die Kinder vorenthält. Als Lösung wird das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von Leila Straumann.</em></p>
<div id="attachment_20644" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-20644" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/12/Mamablog1.jpg" alt="" width="640" height="425" /><p class="wp-caption-text">Die einseitige Fokussierung auf das Sorgerecht blendet die Pflicht  beider Eltern aus, auch die finanziellen Bedürfnisse des Kindes zu  erfüllen: Vater mit Tochter.</p></div>
<p style="text-align: left;">In letzter Zeit werden Männer immer öfter als grosse <strong>Verlierer der Frauenemanzipation</strong> dargestellt. Aus einer Bewegung, die eigentlich beiden Geschlechtern zugute kommt, wird ein Geschlechterkampf konstruiert. Ein Paradebeispiel sind Scheidungen: Gewisse Medien und einige Väterorganisationen zitieren Männer, denen die Ex-Frau nach einer Kampfscheidung die Kinder vorenthält. Als Lösung wird das gemeinsame Sorgerecht propagiert, das nun vom Bundesrat tatsächlich als Regelfall vorgesehen wird.</p>
<p style="text-align: left;">Ich behaupte nicht, dass es diese besonders drastischen Einzelschicksale nicht gibt. Sie sind aber nicht repräsentativ: Scheidungen verlaufen in den allermeisten Fällen einvernehmlich und fast die Hälfte der geschiedenen Eltern beantragt <strong>schon heute das gemeinsame Sorgerecht</strong>. Vergessen geht auch, dass Väter, die ihr Besuchsrecht nicht oder nur unzuverlässig wahrnehmen, mindestens ebenso häufig sind wie Mütter, die den Kontakt der Väter zu ihren Kindern erschweren.</p>
<p style="text-align: left;">Es geht bei diesem Thema nicht in erster Linie um die Rechte der Eltern, sondern um ihre <strong>Verpflichtungen gegenüber den Kindern</strong>: Diese brauchen Obhut, Liebe und Zuwendung. Aber sie brauchen auch finanzielle Sicherheit. Die einseitige Fokussierung auf das Sorgerecht blendet die Pflicht beider Eltern aus, auch die finanziellen Bedürfnisse des Kindes zu erfüllen. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung wird diese Verantwortung grösstenteils von den Müttern übernommen: In Bern erhalten 60 Prozent der alleinerziehenden Frauen Alimente, diese machen jedoch bei einem Kind nur gerade ein Fünftel des Haushaltseinkommen aus. Einelternfamilien sind deshalb einem überdurchschnittlichen Armutsrisiko ausgesetzt, ein Viertel von ihnen bezieht Sozialhilfe. Der Revision des Sorgerechts muss deshalb zwingend eine Neuregelung von Unterhaltsfragen folgen.</p>
<p>Manchmal frage ich mich, was sich die Väter vom gemeinsamen Sorgerecht erhoffen, das sie im Februar lautstark mit einer Pflastersteinaktion von Bundesrätin Sommaruga gefordert hatten: Wollen sie tatsächlich Familien- und Erwerbsarbeit <strong>partnerschaftlich teilen</strong> und im Alltag der Kinder präsent sein? Wollen sie vielleicht sogar Hauptbetreuungsperson ihrer Kinder sein? Oder möchten sie ihre Kinder weiterhin jederzeit sehen können, ohne auf die Kinderbetreuung durch ihre Ex-Partnerin zu verzichten?</p>
<p>Auch in den zahlreichen Scheidungsfamilien mit gemeinsamem Sorgerecht wohnen die Kinder nämlich grösstenteils bei der Mutter (71 Prozent), eine effektive gemeinsame Sorge (im Sinne einer geteilten Betreuung) wird nur von 16 Prozent gelebt. In der Realität haben wir es also <strong>nach wie vor mit einer traditionellen Rollenverteilung</strong> zu tun: Die Mutter verzichtet zugunsten der Kinderbetreuung auf einen Teil ihres Lohns und Karrierechancen, der Vater widmet sich den Kindern in seiner Freizeit. Ich bezweifle, dass sich dies ändert, wenn das gemeinsame Sorgerecht zum Regelfall wird.</p>
<p>Trotzdem begrüsse ich die Revision des Sorgerechts, denn sie nimmt auch diejenigen <strong>Männer in die Pflicht</strong>, die die Familienarbeit bisher in die Hände der Frauen legten. Väter sollen nicht nur mitbestimmen, sondern sich auch mitkümmern. So müssen sie künftig, ebenso wie die Mütter, einen Wohnortswechsel mit dem anderen Elternteil absprechen, wenn er die Ausübung von Sorgerecht und -pflicht beeinträchtigt. Wer die Kinder betreut, darf alltägliche Entscheidungen selbständig treffen und bleibt so autonom in der Organisation des Familienalltags. Und nicht zuletzt steht das Wohl des Kindes und der hauptbetreuenden Person über dem gemeinsamen Sorgerecht, das in Fällen von häuslicher Gewalt, Suchtkrankheiten oder Abwesenheit eines Elternteils verwehrt wird.</p>
<p>In erster Line erhoffe ich mir durch die Gesetzesrevision einen Impuls für die Gesellschaft, der durch eine Neuregelung der Unterhaltsfragen verstärkt wird. Meine Vision sieht so aus: Väter nehmen schon während dem Zusammenleben ihre Sorgepflicht wahr und <strong>teilen bezahlte und unbezahlte Arbeit</strong> mit ihrer Partnerin oder Ex-Partnerin. Wirtschaft und Politik schaffen Rahmenbedingungen, damit Männer für ihre Kinder da sein und Frauen ihre ökonomische Unabhängigkeit bewahren können: flexible Arbeitsbedingungen und Teilzeitarbeit, Elternurlaub, Lohngleichheit und genügend zahlbare Krippenplätzen sind selbstverständlich.</p>
<p>Wenn wir das erreichen, sind wir einen grossen Schritt weitergekommen auf dem Weg zur Gleichstellung.</p>
<p><em> Leila Straumann ist Leiterin der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt.</em></p>
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		<title>Kindermachen ohne Grenzen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 01:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Carte Blache]]></category>
		<category><![CDATA[Gastblogger]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Carte Blanche von Rahel Leupin.
Ich muss etwas ausholen. Seit Februar 2011 lebe ich in San Francisco. Genau, das ist die freizügige Insel der USA. Very liberal, wie die Amerikaner zu sagen pflegen. Noch nie wurde meine Aufgeschlossenheit so oft auf den Prüfstand gestellt wie in den letzten Monaten. Zum Beispiel am Hunky-Jesus-Wettbewerb zu Ostern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/category/carte-blache/" target="_blank">Carte Blanche</a> von Rahel Leupin.</em></p>
<div id="attachment_20538" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img class="size-full wp-image-20538" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/12/mamablog1.jpg" alt="mamablog" width="600" height="390" /><p class="wp-caption-text">Samenbanken preisen Homedelivery an und bewerben die «Befruchtung Zuhause»: Mütter mit ihrem Baby.</p></div>
<p style="text-align: left;">Ich muss etwas ausholen. Seit Februar 2011 lebe ich in San Francisco. Genau, das ist die freizügige Insel der USA. Very liberal, wie die Amerikaner zu sagen pflegen. Noch nie wurde meine Aufgeschlossenheit so oft auf den Prüfstand gestellt wie in den letzten Monaten. Zum Beispiel am Hunky-Jesus-Wettbewerb zu Ostern im Dolores Park. Da verkleiden sich Männer als Jesus und wetteifern um den best aussehendsten und most sexy Heiland. Natürlich ist das lustig, wenn das Preiskommitee jedem noch das Schürzchen von den Lenden rupft. Und natürlich ist es cool, dass der ganze Anlass von den Sisters of Perpetual Indulgence organisiert wird, ein Orden schwuler Nonnen.  <strong>Aber ist es nicht einfach auch total daneben?</strong> Ein Andermal stehe ich an einer Bar und nippe an einem alkoholfreien Drink als ein splitternackter Mann neben mir einen Whisky Sour bestellt und sich lässig auf einen Barhocker hievt. Es überrascht mich dann nicht zu erfahren, dass San Francisco Nacktsein in der Öffentlichkeit offiziell erlaubt.</p>
<p style="text-align: left;">Nun, als unsere Tochter im Mai zur Welt kam und ich mich den obligaten Müttergruppen stellte, war ich darauf vorbereitet, über Stillprobleme und Schlafentzug zu plaudern. Zugegeben das war die Regel.  Aber schnell fiel mir auf, wieviele Mütter hier von ihrer «wife», also ihrer Gattin sprachen. Und schnell musste ich lernen, dass wenn eine Mutter ihren «Partner» erwähnte, sie dabei selten ihren Mann meinte, sondern viel öfter ihre weibliche Lebenspartnerin oder ihren schwulen Freund, der auch der Vater des Kindes ist. Diese Familienkonstellationen verlangten für mich ganz nach neuen Diskussionsthemen. So zum Beispiel warum bei einem lesbischen Paar die Familie der nicht-biologischen Partnerin Schwierigkeiten hat, das Baby zu akzeptieren. Oft muss ich dabei über mich selbst schmunzeln und <strong>über die konservativen Familienwertvorstellungen, die tief drin in mir schlummern</strong>. Erstaunlich finde ich aber vor allem mit welcher Selbstverständlichkeit über künstliche Befruchtung gesprochen wird, respektive mit welcher Natürlichkeit Frauen, ob heterosexuell, alleinstehend oder lesbisch, ihren Kinderwunsch verfolgen und dabei keine Methoden scheuen.</p>
<p>Da spüre ich sie wieder, die Grenze meiner persönlichen Toleranz. Samenbanken preisen Homedelivery an und bewerben die «Befruchtung Zuhause».  Unsere lesbische Vermieterin erzählte wie sie einen <strong>Samenspender-Katalog durchblätterte</strong> und überfordert war, Ethnie und Beruf ihres potenziellen Spenders zu bestimmen. Die zu jedem Spender dazugehörige Hörprobe fand sie dann doch auch etwas too much. Auf einer Halloween-Babyparty unterhielt ich mich mit einer Mom, die erwähnte, dass sie alleinerziehend war. Automatisch gab ich ein paar mitfühlende Wortfetzen von mir. «Oh no», erwiderte die Mutter, «das habe ich selbst so gewählt. It’s good!» Das zweite Mal, als mir eine single Mom begegnete, gab ich mir keine Blösse und fühlte nicht mehr mit. Sie fuhr fort, dass sie co-parenting mache. Was war das denn schon wieder? «Nun», erklärte sie, «ich bin eine single Frau und wollte unbedingt ein Kind. Ein schwuler  Freund von mir, der in einer langjährigen Beziehung lebt, hatte  denselben Wunsch. Wir sind alle drei zusammengezogen und haben nach der  Truthahn-Pipetten-Methode (hier bekannt als ‹turkey baster method›) ein  Kind gezeugt.» «That is so San Francisco!», war alles was mir dazu einfiel.</p>
<p><em>Rahel Leupin war zehn Jahre in Zürich im Kulturbereich tätig und lebt heute mit ihrem Mann in San Francisco. Sie ist seit sechs Monaten Mutter einer Tochter.</em></p>
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		<title>Eins ist eins zu wenig</title>
		<link>http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/20493/eins-ist-eins-zu-wenig/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 01:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mamablog-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Papablog]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Papablog von Daniel Kaufmann.
Ich muss hier etwas beichten: Unsere Familie, also wir, wie soll ich das sagen, wir sind insgesamt weniger als vier, aber doch mehr als zwei, also eigentlich sind wir drei, genau genommen, ich will sagen, wir haben nur ein Kind. Wir wussten nicht, dass das verboten ist. Ganz ehrlich. Wir dachten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/category/papablog/">Papablog</a> von Daniel Kaufmann.</em></p>
<div id="attachment_20502" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-20502" title="Mamablog" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/11/Mamablog11.jpg" alt="SCHWEIZ FAMILIE ALLTAG" width="640" height="364" /><p class="wp-caption-text">Die Zauberformel für die Schweizer Idealfamilie lautet 1+1+2: Vater, Mutter und zwei Kinder. (Bild: Keystone)</p></div>
<p>Ich muss hier etwas beichten: Unsere Familie, also wir, wie soll ich das sagen, wir sind insgesamt weniger als vier, aber doch mehr als zwei, also eigentlich sind wir drei, genau genommen, ich will sagen, wir haben nur ein Kind. Wir wussten nicht, dass das verboten ist. Ganz ehrlich. Wir dachten, dass in Sachen Kinder jede Anzahl erlaubt sei. Als zum Beispiel bei uns die Zahl noch Null war, schien alles in Ordnung. Keiner kam und sagte, <strong>jetzt muss aber ein Kind her.</strong> Trotzdem kam dann eines. Und damit fingen die Probleme an. Wenn auch nicht sofort. Wenn so ein Kind zur Welt kommt, hat man erst mal Ruhe. Also nicht von Seiten des Kindes her natürlich – das kann ziemlich Radau machen –, aber die Umgebung, Freunde, Verwandte, Bekannte geben sich damit erst mal zufrieden. So nach zwei Jahren dann gibt es die ersten versteckten Hinweise. Sie kommen nonverbal, per Augenzwinkern, Schulterklopfen, Rippenstösse, und wenn das nichts hilft, wirds ausgesprochen: «Das Kind braucht ein Geschwisterchen. Hopp!»</p>
<p>Seither verlaufen die Gespräche mit Menschen, die wir vorher gemocht haben, etwas eintönig. Sie landen immer bei Kind Nr. 2. Dabei gäbe es so schöne Themen: Philosophie, die Bundesratswahlen, Lys Assias Eurovisions-Comeback. Ich meine, bei anderen Entscheidungen wie der Wahl unserer Möbel haben uns unsere Freunde freie Hand gelassen. Aber bei der Familienplanung fordern nun alle ein Mitspracherecht. Wir haben nun begonnen, uns gesellschaftlich etwas zurückzuziehen.</p>
<p>Wir sind ja immerhin drei zu Hause, da haben wir schon mehr an sozialen Kontakten als damals Adam und Eva. Das muss reichen. Eine gewisse Zeit haben unsere Ex-Freunde noch versucht, uns telefonisch zu erreichen. Doch Telefone kann man abstellen. Manchmal läutet es an der Türe. Aber wir öffnen nicht. Wir halten auch die Fensterläden geschlossen, wenn wir daheim sind. Unser Haus hat sich zu einer Ein-Kind-Trutzburg entwickelt. Wir verfügen über Lebensmittelvorräte für zwei Monate und eine autonome Stromversorgung. Das macht uns unverwundbar.</p>
<div id="attachment_20509" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-20509" title="CLACK-GESCHWISTER" src="/mamablog/wp-content/uploads/2011/11/CLACK-GESCHWISTER-150x150.jpg" alt="CLACK-GESCHWISTER" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">In der Tat, das sieht hübsch aus: Geschwister.</p></div>
<p>Niemand mag uns. Und deshalb muss man als Drei-Personen-Haushalt die eine oder andere Einschränkung in Kauf nehmen. Auf der Strasse treffen uns missbilligende Blicke. Vierkopf-Familien gehen kopfschüttelnd an uns vorüber. Sie schütteln <strong>sämtliche vier Köpfe</strong>, über die sie verfügen. Als wir nach Italien in die Ferien fuhren, wurden wir an der Grenze von misstrauischen Zöllnern kontrolliert. Was? Nur ein Kind? Dann schauten sie im Kofferraum und in den Radkästen nach, ob nicht noch ein zweites versteckt sei. Nicht mal Betty Bossi mag uns. Alle ihre Rezepte sind für vier Personen berechnet. Sogar die chinesischen Rezepte. Dabei frage ich mich, ob man überhaupt von chinesischem Essen sprechen kann, wenn es für vier Personen vorgesehen ist.</p>
<p>Gerade fühle ich mich den Chinesen mit ihrer Ein-Kind-Kultur sehr verbunden. Ich möchte mich jetzt auch nach einem chinesischen Fahrzeug umsehen. Von der mächtigen europäischen Autolobby werden wir diskriminiert. Die bieten nur Sportwagen mit zwei Sitzen oder <strong>Familienautos</strong> mit vier- oder fünf Sitzen an. Für uns ist da immer ein Platz zu wenig oder einer zu viel. Und das, wo alle Effizienz im Strassenverkehr fordern.</p>
<p>Aber so schnell lassen wir uns nicht unterkriegen. Im Gegenteil. Ich rufe hiermit alle 1-Kind-Familien zum Widerstand auf. Lasst uns Rezeptbücher für drei Personen veröffentlichen. Lasst uns Autos bauen. Und <strong>Dreizimmer-Wohnungen. </strong>Lasst uns ein Spiel entwickeln, dass «Drei gewinnt» heisst. In drei Teufels Namen.</p>
<p><em>Daniel Kaufmann ist Produzent bei «Giacobbo/Müller» und gehört zum Autorenteam der Radiosatire «Zweierleier» mit Birgit Steinegger und Walter Andreas Müller auf DRS 1.</em></p>
<div style="position:absolute"><script type="text/javascript">// <![CDATA[
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