
Die Ausnahme, welche die Regel bestätigt? Laut Studien drücken sich 80 Prozent der Väter ums Vorlesen.
Ich liebe Bücher und weil das eine der wenigen persönlichen Eigenschaften ist, die ich wirklich bedenkenlos und uneingeschränkt meinen Kindern vererben möchte, stapeln sich in ihren Zimmern die Bilderbücher meterhoch. Ich habe das, was gebunden reinkam nie zensuriert und so stehen neben einigen Perlen auch sehr viele langweilige, moralinsaure ja eigentlich unaustehliche Botschaften in den Regalen. Das musste ich feststellen, als ich die «Literatur» kürzlich in einer leider sehr schnell sich wieder verflogenen Frühlingsputzlaune sortierte. Ausserdem fiel mir folgendes auf: Personal und Location in Bilderbüchern verhalten sich umgekehrt proportional zur Realität. Es wimmelt von Bauernhöfen und grossen Häusern mit Gärten, dafür kommen die Väter nur am Rande vor. Es ist als hätten sämtliche Kinderbuchautoren gemeinsam beschlossen auf dem Biohof die vaterlose Gesellschaft für immer festzuschreiben.
Natürlich ist der Bücherstapel bei uns zu Hause nicht repräsentativ, aber er zeigt die Tendenz: Das männliche Geschlecht wird gern auf die Rolle des Polizisten, Bauarbeiters oder Feuerwehrmanns reduziert. Und in Lesebüchern für die Grösseren sieht es laut Hans-Heino Ewers, Leiter des Instituts für Jugendbuchforschung an der Uni Frankfurt, noch schlimmer aus: «Väter sind meist traurige Wesen, arbeitslos, untreu, unzuverlässig, nicht selten gewalttätig oder alkoholsüchtig.» Vielleicht ist dieses arg eingeschränkte und keineswegs repräsentative Charakter- und Berufsspektrum mitschuldig an der Tatsache, dass Väter laut Umfragen selten und nur ungern vorlesen?
Kein Mann, nirgends. Jedenfalls nicht da, wo ich lebe. In der Schulbibliothek tummeln sich Mütter. An der Geschichtennacht, organisiert von der Schule meiner Kinder lasen Frauen. Auch das eine subjektive Momentaufnahme, sicherlich. Doch empirisch betrachtet wird die Sache nicht besser. Die jüngste Vorlesestudie der Deutschen Bahn und der Stiftung Lesen hielt den Notstand in Zahlen fest: In 42 Prozent aller Haushalte mit Kindern im klassischen Vorlesealter unter zehn Jahren wird nur unregelmässig oder gar nicht vorgelesen. Und: Nur einer von fünf Vätern übernimmt diese Aufgabe.
Stimmen die Daten, ist für die Gutenachtgeschichte entweder der TV oder Mama zuständig. Das macht nachdenklich. Hat die Pisa-Studie nicht schon vor zehn Jahren festgehalten, dass die «grössten und konsistentesten Geschlechterunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern im Bereich Lesen zu beobachten sind?» In allen Pisa-Teilnehmerstaaten erreichen die Mädchen im Lesen signifikant höhere Testwerte als die Jungen.
Darüber, warum das so ist, zerbrechen sich seither viele die Köpfe. Das deutsche Männer-Netzwerk MannDat etwa hat eine spezielle Jungenleseliste erarbeitet. Doch als grosse bildungspolitische Herausforderung scheint das Problem in der Pädagogik noch nicht angekommen zu sein. Projekte zur Jungenbildungsförderung, gerade im Bereich Lesen, existieren nicht. Dabei ist heute eines klar: Väter lesen anders als Mütter. Sie fordern ihren Nachwuchs stärker heraus. Das könnten Jungs gebrauchen.
Was glauben Sie? Geben lesefaule Väter für Jungs einfach ein schlechtes Beispiel ab? Schreiben die Autoren und häufiger Autorinnen schlicht an den Jungs vorbei? Oder setzen Mädchen einfach einen Lese-Masstab, den Jungs gar nicht erreichen wollen und müssen?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Das Lesen durch Vorlesen weiterzugeben, diese Rechnung geht nicht auf. Vielleicht eher wenn man. Ich lese so viel wie möglich, habe aber null Erinnerung daran, dass ich je Bücher vorgelesen gekriegt habe, weder von meiner Mutter noch von meinem Vater. Zu meiner Grossmutter bin ich jeweils morgens um 6 ins Bett gekrochen und habe sie genötigt, mir die immerselben Bibelgeschichten zu erzählen (was tatsächlich ein grosser Beitrag zu meiner Bildung war).
Ich selbst lese nicht gerne vor, sondern schaue mir lieber zusammen mit den Kindern Bilder an, woraus sich auch Geschichten ergeben können. Oder lese vor, wenn sie mich drum bitten. Ich gehe aber mit ihnen regelmässig in die Bibliothek, und sie schauen sich die Bücher gerne auch alleine oder zu zweit an. Und ich lese daneben in Ruhe etwas in meinem Buch.
Ich erinnere mich hingegen an das grosse Büchergestell meiner Eltern, bei dem ich mich immer frei bedienen durfte, wie meine Eltern sich und uns zu Weihnachten Bücher geschenkt haben, meine Eltern lesend im Sessel. Ich erinnere mich gut, wie mir meine Mutter das Alphabet erklärt und beigebracht hat als ich das selbst wollte, und wie ich von da an das Universum Bücher selbst entdeckt und täglich gelesen habe.
Das war gerade deshhalb so toll, weil es meine eigene Welt war, die ich nicht teilen musste, in meinem eigenen Tempo und in meiner eigenen Richtung entdecken konnte, nach meinen eigenen Regeln gestalten durfte. Und ich will es mit meinen Kindern genau so halten: Dass sie den Zugang zum Lesen aus ihrem eigenen inneren Bedürfnis heraus finden können und ich ihnen Hand und Stoff dazu bietet, sie aber darin nicht steure. Und wenn sie den Zugang zum Lesen nicht finden, auch ok. Dann werden sie sich das, was sie für ihr Leben brauchen, eben anders holen, sei es durch Musik, Bewegung, Filme, was auch immer.
Sehr nachvollziehbar, danke für den Beitrag.
Aber selber entdecken ist hier nicht so gefragt, wenn Mama/Papa entscheiden, Lesen ist gut, dann ist das so. Im Notfall wird ein Psychologe kontaktiert um diese Fehlbildung zu korrigieren. Kann ja nicht sein.
Da für mich Lesen zentral ist, finde ich es schön, dass sowohl unsere Tochter (12) als auch der Sohn (9,5) sehr gerne lesen.
Der Bub mag gerne lustige Fortsetzungsgeschichten, wie zum Beispiel die Sams-Geschichten von Paul Maar, aber auch Fantasy-Literatur. Ob das nicht auch mit den Lese- und Erzählvorlieben meines Mannes zu tun hat? Ich denke schon; den Einfluss eines lesenden Vaters bestätigen etliche Untersuchungen und Reportagen (vgl. auch Ein Land verlernt das Lesen, ein Zeit-Artikel vor einigen Monaten). Es ist wichtig, dass Buben und Mädchen ihre Väter nicht bloss vor dem PC erleben, sondern mit ihnen Geschichten, am schönsten natürlich selbsterfundene, erleben können.
Eintauchen in fremde, faszinierende Welten brauchen wir doch alle; uns als Familie hat es gerade in hektischen Zeiten geholfen: Ich erinnere mich gerne an etliche Abende, die wir lesend im Bett verbracht haben, dann waren wir auch meist wieder versöhnt.
Lesende Eltern, Bücher zuhause, Gespräche darüber erleichtern einfach den Einstieg; es bleibt genügend Möglichkeit, zum Selber-Entdecken, lieber Igor. Als ich so alt war wie meine Tochter jetzt, gab’s noch überhaupt keine Harry Potter-Bücher, ein ganzes Genre, das sie also vor mir kennengelernt hat.
Ja, ich fände es auch sehr schön, wenn die Kinder über unser eigenes Lesen den Zugang finden. Was gibt es schöneres als gemeinsam im Bett zu lesen! Auch mein Man liest viel, seine noch viel grössere Leidenschaft aber ist die Musik, unsere CD- und Plattensammlung ist riesig, und unsere Kinder kriegen nur über sein Musikhören eone ganze Menge mit, und das finde ich auch toll. Es würde mir nie in den Sinn kommen ihm nahezulegen er solle ihnen mehr vorlesen und das Lesen über eine andere Tätigkeit zu stellen.
Gerne ermögliche ich meinen Söhnen den Zugang zu dem, was ich selbst liebe. Ich will sie aber nicht in eine Richtung lenken weil ich mir davon einen Bildungsvorsprung erhoffe und ich finde auch dass mein Mann die mit ihnen Dinge tun soll, die ihm am nächsten liegen. Ich finde es wunderbar wenn mein 4jähriger weiss, dass aus der Blumenzwiebel im Herbst die Blume im Frühling entsteht, einfach weil er mit meinem Mann im Garten war. Auch das kann ja ein Eintauchen in eine andere Welt sein, die gerade so wertvoll ist wie die der Bücher.
“Das Lesen durch Vorlesen weiterzugeben, diese Rechnung geht nicht auf.” Das kann ich nur bestätigen.
Hallo allerseits,
ich habe meinem Sohn vorgelesen, als er praktisch noch in meinem Bauch war, weil schon damals immer mehr darauf aufmerksam gemacht wurde: Mehr vorlesen!! Tatsache ist, dass wir sämtliche Kinderliteratur wie Otfried Preußler, Astrid Lindgren, Michael Ende bereits mit 6 Jahren durch hatten, als er dann 7 war habe ich Märchenmond (Hohlbein) vorgelesen und mit 8 die Tintenwelt-Trilogie. Er hat immer alles verstanden und auch die Metaphern richtig gedeutet. Verstehen: kein Problem! Aber er liest einfach nicht selbst (bzw. nur wenn er muss). Sie hatten auch eine Lehrerin in den ersten 3 Jahren, die das nicht wirklich ernst genommen hat. Sie hatten eher einen verlängerten Kindergarten mit Schuleinlagen. Die Referendarin, die sie im 2. und 3. Schuljahr hatten, hat das Chaos jetzt leider noch perfekt gemacht. Jetzt ist er in der 4. Klasse und die neue Deutschlehrerin, die wirklich gut ist hat festgestellt, dass die ganze Klasse ein großes Defizit vor allem in der Rechtschreibung hat. Mein Sohn hatte möglicherweise die falsche Methode oder es lag daran, dass er das erste halbe Jahr nicht lesen musste, dass er da so viele Probleme hat. Meine Tochter wurde jetzt eingeschult und hat bereits 4 Wochen nach Schulbeginn Lesehausaufgaben auf. Das beschränkt sich zwar auf Mama, Mimi, Imi, Mia, Momo, am, im etc. aber sie liest!!!! Da ich meinem Sohn viel vorgelesen habe und meine Tochter auch immer dabei sein durfte aber nie wollte (sie ist lieber spielen gegangen, hat also quasi nie vorgelesen bekommen), fängt jetzt an und möchte auch in anderen Büchern lesen. Klar ist das auch Typsache, aber ich glaube, dass die Lehrerin, die ja einen sehr großen Einfluss auf das Lernverhalten von Kindern ab der 1. Klasse hat, es nicht schafft, die Kinder zum Lesen zu begeistern, der Zug eben abgefahren ist und man sich sehr anstrengen muss, noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen, falls man es überhaupt noch schafft. Ich selbst lese gerne und wenn es die Zeit erlaubt auch viel. Mein Mann ist selbständig und hat keine Zeit dazu, aber er liest die Zeitung und seine Fachliteratur. Sohn liest nicht, Tochter liest jetzt schon gerne und viel. Was soll man dazu sagen?
in unserer familie bin ich der vorleser – nicht, weil “man das machen sollte”, sondern, weil ich’s wirklich gerne mache. mit ein bisschen übung kann man der ganzen sache nämlich durchaus einen theatralischen dreh geben (verschiedene stimmen für verschiedene figuren, dramatische kunstpausen etc.) und wenn ich dann sehe, wie meine beiden kleinen wichte bei besonders spannenden szenen vor aufregung in die bettdecke beissen, so ist das eine schöne belohnung.
die grossen renner sind bei uns nach wie vor die klassiker: astrid lindgrens kleine anarchisten (v.a. pippi und michel), goscinnys kleiner nick, preussler (kleines gespenst, kleine hexe, hotzenplotz-trilogie, krabat), ende (jim knopf, unendliche geschichte, wunschpunsch), kästner, etc.
hin und wieder streue ich auch was nicht ganz altersgerechtes (beide sind noch im vorschulalter) dazwischen: stevensons schatzinsel, tolkiens kleiner hobbit, etc. die herausforderung dabei ist das direkte übersetzen in die mundart… unterdessen bin ich richtig gut darin…
ich verstehe schon, dass das nicht jedem liegt. wenn man allerdings ein wenig ein flair dafür hat, so ist das eine sehr erfüllende sache und generiert im idealfall höchst erwünschte nebeneffekte wie z.b. eine extreme beschleunigung des “pyjama-montieren / zähne-putzen / ins-bett-gehen” prozesses…
nachtrag: im allgemeinen habe ich die erfahrung gemacht, dass die bücher, die ich als kind mochte, auch meine kinder ansprechen.
Vielleicht weil Du sie mit mehr Inbrunst erzählst?
Diese Feststellung hatte ich auch gemacht. Ausserdem fiel mir auf, wie sehr Kinder es schätzen, wenn die Bilder und Zeichnungen in den Büchern sorgfältig ausgeführt sind, mit Liebe zum Detail. Moderne Kunst wird von den Kleinen hier nicht geschätzt. Ich habe ein altes Märchenbuch von Readers Digest, roter Einband, mit den geläufigsten Märchen von Grimm und Andersen. Die Zeichnungen sind so wunderschön, richtig abgestimmt auf das kindliche Gemüt, ich liebte sie und meine Kinder liebten sie, das Buch ist fast vierzig Jahre alt, wirkt aber überhaupt nicht verstaubt.
Meine Mutter kaufte mir damals alle Bilderbücher von Ernst Kreidolf, mit einigen konnte ich als Kind noch nicht so viel anfangen, andere berührten mich sofort, ich habe sie natürlich immer noch.
ich war ein bücherverschlingendes kind (2x die woche in die bibliothek und jeweils 3 neue bücher heimnehmen). ich denke darum, dass die bücher, die aus dieser masse herausstechen und in erinnerung bleiben ganz einfach gute (kinder)bücher sind…
schön so! wie wirkt krabat auf vorschulkinder? das würde ich mich nicht trauen. sonst ähnliche erfahrungen, bloss übersetze ich nicht mehr, sondern versuche mir den hochdeutsch-vorlese-komplex abzutrainieren
krabat hab’ ich noch nicht wirklich vorgelesen, sondern nur mal grob zusammengefasst erzählt… der grossen (6 jahre) würd’ ich das zutrauen, die ist recht gut im auseinanderhalten von fantasie und realität, mit dem kleinen (4) gäb’s vermutlich schlafprobleme, da bei ihm fantasie und realität doch oft überlappen…
ein wenig gruseln ist aber ein durchaus erwünschter effekt der ganzen vorleserei, hab ich gemerkt. meine tochter meinte mal zu einer stelle beim kleinen hobbit (auch nicht vorgelesen, aber ziemlich genau zusammengefasst): “es macht mir schon ein wenig angst, aber ich will auch wissen, wie’s weitergeht”.
kinder haben ein recht gutes gespür dafür, was sie sich zumuten wollen. wenn’s zu “gefährlich” (synonym meines sohnes für “gfürchig”) wird, dann stoppen sie einem…
Was ist denn schlecht daran, wenn Männer wenig vorlesen? Sie machen vielleicht andere Dinge mit den Kindern, z. B. ins Hallenbad gehen, Fussballspielen, Feuermachen. Was ist denn schlecht an dieser so genannt männlichen – weiblichen Rollenverteilung? Ich habe immer gern Geschichten erzählt und war jeweils froh, wenn die Kids mal mit dem Papi im Wald oder im Hallenbad waren.
Meinen 2 Kindern hab ich stundenlang Geschichten vorgelesen. Das Resultat: Die Tochter liest gern und viel. Der Sohn ungern und wenig.
Dann bin ich bei uns der Mann und er die Frau, den vorgelesen habe ich nie, er hingegen schon, die ganzen Harry Potters und 1001 Nacht, beispielsweise. Ich habe damals eine Figur erfunden, eine Tierfamilie, und die wohnten im Wald, und da passierte immer etwas, die Kinder liebten das. Wenn etwas belastendes im Alltag gewesen ist, habe ich das in die Geschichte eingebaut, um den Kindern Druck weg zu nehmen. Dem kleinen Häschen ging es dann beispielsweise in der Schule so ähnlich, wie dem betreffenden meiner Kinder, oder es hatte Halsweh, was auch immer.
P.S. und ich sang mit ihnen, ER nicht. Ich denke nicht, dass das geschlechtsspezifisch ist, der eine ist halt der Typ, der andere der andere.
Bei uns war es so; die Mutter hat viel, sehr viel (täglich 1-2 Std.) vorgelesen, der Vater kam unter der Woche auf weniger Vorlesestunden, aber im Urlaub hat er dies nachgeholt. Unser 20-jähriger Sohn ist ein absoluter Lesefreak; er verschlingt ein Buch nach dem anderen, liest morgens regelmässig die Zeitung, liest die abonnierten Zeitschriften usw. usw. Die absoluten Lieblingsbücher meines Sohnes; Charly und die Schokoladenfabrik (herrlich auch zum Vorlesen), Ronja Räubertochter, 5 Freunde, TKKG etc. etc. Also, ich denke schon, dass man mittels viel Vorlesen die Lust auf Bücher bei Kindern steigern kann.
Zentral ist doch, dass Kinder Ansprechspartner haben, die brauchen das doch für ihre Entwicklung, als normales kleines Kind bin ich meiner Mutter ständig nachgelaufen, da hat sie mir immer einen Strick daraus gedreht, sie mochte meine Nähe nicht. Eindeutig Projektion, ich war nie die Mutter meiner Mutter, ich war ein normales Kind. Meine erwachsene Tochter hat zum Glück Null Aehnlichkeiten mit meiner Mutter auch mit mir nicht, ich habe viel gelernt von Kindern, ihr Auesseres Aussehen ist anders als das Meine, Nasenform, Augenfarbe etc. Mit Bigotterie kann ich nichts anfangen, ich lebe noch.
Das kommt mir langsam aber sicher wie memetisches Engineering vor. Allerdings will dabei ein Meme nicht so richtig entstehen.
Das Meme wäre, dass auch der Mangel oder die Nichtexistenz von Lesen ein durch die Väter anerzogenes Muster sei.
Der Mangel oder die Nichtexistenz von Lesen wird als Faulheit gewertet.
Es wird postuliert, dass durch Bücher Social Engineering betrieben werde.
Es erfolgt dann wieder eine Wertung, indem einerseits von moralinsauer gesprochen wird, andererseits positiv wertend “Projekte zur Jungenbildungsförderung, gerade im Bereich Lesen” gefordert werden.
Die vorurteilende Wertung grenzt den männlichen Teil aus und fordert dann staatliche Maßnahmen zur Aufhebung dieser Ausgrenzung. ein rekursiver Trugschluss oder Reflexion der eigenen nach außen projizierten vorurteilenden Schematas.
Godwins Gesetz 2.0:
Sobald ein solcher Vergleich aufkommt, wird jemand eine Feministinnen-Diskussion in alt.censorship beginnen.
Wenn die Diskussion die Themen Lesbisch-Sein oder Heinlein berührt, werden Feministinnen binnen drei Tagen erwähnt.
Wenn das Thema Heinlein oder Lesbisch-Sein ist, wird die Wahrscheinlichkeit eines auftretenden Feministinnen-Vergleichs gleich Eins.
Weil die globale Vernetzung steigt, wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretends einer echten Feministin gleich Eins.
Während sich ein Netzwerk entwickelt, konvergiert die Zahl von Feministinnen-Vergleichen, denen nicht durch Zitat von Godwins Gesetz zuvorzukommen war, gegen Null.
die Linken sind an allem schuld.
Das ist öfters so, wenn Lea denkt nicht mitreden zu dürfen. Dann reiht sie möglichst wilde Wörter aneinander.
Maulwurf – Defibrillator – Hungerstreik!
Der Thread ist noch nicht drei Tage alt. Sie haben also weder von Meme noch Godwins Gesetz was verstanden.
Sie gehorchen demnach dem oben beschriebenen Meme.
Mein Meme ist nun, dass die meisten Schweizer dermassen borniert und humorlos sind, dass sie beim Offensichtlichsten blind bleiben. Muss wohl an der helvetischen Sozialisierung liegen.
Nach Geburt inneres Auge abzwacken, aber sofort!
Das Amiland muss ja langweillig sein, dass uns SIE mit solchen schönen Sachen unterhalten kann.
langweiliges Amiland… stimmt eigentlich schon ein bisschen. Allerdings hat die Schweiz dazu ja einen einschlaefernden Ruf.
Ja Lea, die Artikel sollen dazu auffordern, dass sich abwechselnd Mann und Frau hier ‘an die Gurgel fahren’. Jetzt sind wieder mal die Männer an der Reihe, sich aufzuregen, aber sie scheinen ziemlich gelassen und erregen sich nicht so stark wie Frau es mit ziemlicher Sicherheit tun würde. Godwins Gesetz hin oder her. Im Übrigen können Männer eine Golden Gate Bridge, die Freiheitsstatue etc. konstruieren und bauen, was hingegen Frauen kaum hinkriegen dürften. So what?
wies nicht. vergesst lady Ada nicht. eine sehr gute programmierpsrache.
ditto COBOL. auch von einer Frau. immerhin laeuft auch heute noch 70% der business software auf der schiene.
vielleicht koenne wir die nieten bei der golden gate bridge nicht sauber reinhaemmern. ne schone farbe hat das ding trotzdem.
Btw: Ich hoffe all die Rhetorik-, Publizistik- und Politologie-Onanisten die sich auf dem Mamablog austoben lesen ihren Kindern auch mal leicht verdauliche Kost vor und nicht nur Schrund von Adam Smith zu Marx via Freud, Engels und La Pomme-de-Terre… Ich erwarte schon lange ein paar gute Vorlese-Tipps und nicht nur wieder dieses peinliche elitäres Gestammel.
Ich werde mich heute mal über die Kindebibliothek hermachen und morgen hier ein paar Perlen deponieren.
Das stimmt nicht, dass es bisher keine Tips gab. Hier noch ein Klassiker für bereits etwas grössere Kinder: Tom Sawyer & Huckleberry Finn.
Für ganz Kleine:
“mutig, mutig” von Lorenz Pauli finde ich schön.
Die Wimmelbücher von Rotraut S. Berner liefern unendliche Geschichten über alle Jahreszeiten hinweg.
Die Cariget-Klassiker wie Schellenursli, Zottel, Zick und Zwerg, etc.
“Ich hoffe all die Rhetorik-, Publizistik- und Politologie-Onanisten ” Tia, Sie hingegen haben einen fap-ordner mit bildern der kinder aus der bibliothek, es fragt sich ob sie sich morgen ueber die kinder oder die bilder hermachen.
die buecher odrt sind wohl leider nicht unbefleckt.
Junge, junge Lea, was haben Sie denn für ein Problem?
onanisten und elitaeres gestammel. also please. ich soll ein problem haben?
keina angst, ich bin kein päderast! ich mache bloss blöde sprüche und trumpfe manchmal mit gefährlichem halbwissen auf weil ich hier intelektuell manchmal schon sehr gefordert bin wenn ich der diskussion etwas beisteuern möchte. ich nehme das mit den onanisten ja sofort zurück, ok?
Es gab doch schon einige gute Tipps auch meinerseits. Noch zu ergänzen; der kleine Eisbär, Heidi, , die kleine Hexe, die rote Zora, die drei ???, Harry Potter usw.
Apropos Tipps für Buben; bin den Link, den Nicole Althaus angegeben hat, durchgegangen; da sind wie zu erwarten die Klassiker wie Robin Hood, Tom Sawyer usw. aufgeführt, die kommen gut an, aber nicht erst ab 12, sondern die Kinder sollten vorher damit vertraut gemacht werden.
Dann empfiehlt sich generell die Reihe “Arena”, die Bücher sind gebunden, aber preiswert (14.- Fr.) und in einem schönen, aber nicht zu schwierigen Deutsch verfasst.
Dann auch die griechischen und germanischen Sagen (verfasst von Waldtraut Lewin oder Auguste Lechner) zum Vorlesen oder selber Lesen.
Auch Märchen von Hauff (Wirtshaus im Spessart, Das kalte Herz, Zwerg Nase)
Was ich interessant finde, während sich die Mädchen problemlos mit Helden identifizieren, haben Jungs wenig Lust, Bücher mit Mädchen in der Hauptrolle zu lesen; meine Kinder funktionier(t)en genau nach diesem Muster.
Der kleene Prinz natürlich.
sodeli, hier also mein Beitrag. ich muss noch vorausschicken, dass meine Tochter mit 5 Monaten noch zu Klein ist um selber zu lesen, und diese Bücher mehr aus meinem Fundus stammen und aus denen mir vorgelesen wurde. Ich sortiere sie mal nach “Alter”:
Ich bin das kleine Bärenkind
Country Mouse and City Mouse
Schnirkel das Schneckenkind
Frederick von Leo Leonni
Märchenbuch 1 – Ein unglaublich dicker Schunken mit einer Riesensammlung von Grimm, Perrault, Andersen
Guet Nacht mys Chind, zwöuf Märli für am Obe, Beat Jäggi
s müüsli Surimuri mit em Örgeli
Guten Morgen liebe Sonne (Erzählchen für Frühaufsteher)
Serafin und seine Wundermaschine (Philippe Fix) – ein hammerbuch!
Alice in Wonderland (in Neuseeland gefunden, uralt und psychedelisch illustriert…)
Bob fliegt um die Welt (Faltbuch, uralt und Superschön)
A.S. Neill – Die grüne Wolke (Den Kindern von Summerhill erzählt)
Papa Moll, so viele…
Kommissar Kugbelblitz – Die rote Socke (Mit Spezialbrille um die Auflösung lesen zu können – Superhit!)
Mein Name ist Eugen (!!!)
Die drei ??? – alle Bände
Oh ja, Frederick. Ist zwar (anti-)moralinsauer, aber die Kinder haben ihn geliebt. Die Erwachsenen fast noch mehr…
Für die ganz kleinen: Findusgeschichten und Mama Muh
Tja, stimmt halt. Soll ich Ihnen mal Ihren Text von 17:21 vorlesen?
Übrigens, erklären sie doch den anderen Kommentatoren was genau fap heisst.
Googeln Sie doch mal Godwin’s Law und die davon abgeleiteten Analogien, dann sollte es klar sein. Es geht um den Artikel selber und das darin wiederkehrende Meme. Dieses scheint ausserhalb dieses Bl0gs nicht ueberlebensfähig zu sein. Somit ein Reservat. Keinen Oscar für den Oskar.
Süss, wie sie sich rechtfertigen. Allerdings wurde der Onanisten-Vorwurf nicht recht entkräftigt. Und Elitär, na ja, hier im Blog ist man ihrer Meinung zu blöd um das zu verstehen.
Ich bin jetzt raus. Viel Spass beim lesen.
Und was genau war Ihre Kritik? trollendes A-hole.
Dass die “Männerwelt” so weit aus der Kinderwelt verdrängt wird, und dass sie im verbliebenen Rest nur auf ein paar wenige Stereotype und erst noch teilweise ausgesprochen negative reduziert wird, habe ich nicht gewusst. Echt äzend. Wir haben unseren Kindern ca.50% – 50% vorgelesen und Gutenachtgeschichten erzählt, das hatte sich gut bewährt. Unsere Tochter ist eine Leseratte mit ausgeprägtem sozialem Netzwerk, unser Sohn liesst Bücher nur, wenn sie ihm für irgend etwas, das er gerne machen oder hinkriegen möchte, nützlich sind. Er findet, dass seine Anwesenheit am Tisch, an dem alle reden, genug “soziale Interaktion” ist…. Er hat absolut keine Macho-Alüren, ausser wenn meine Frau irgend welche feministische “Weisheiten” über Männer “zum Besten” gibt. Beide Kinder sind völlig liebenswerte Charakter, aber völlig veschieden.
Lustig, ich habe vor einer ganzen Weile mal einen Artikel gelesen, dass die Mütter immer so furchtbar schlecht wegkämen in modernen Kinderbüchern… als Beispiel wurde da auch Petterson und Findus genannt, wo ja die Adoptivmutter fehlt.
Ich glaube, da wird mal wieder einiges übertrieben. Es gibt so viele Kinderbücher, da ist für jeden was dabei. Um die Voraussetzung zu schaffen, dass Kinder “ihre” Bücher auch entdecken, müssen sie irgendwie mit Büchern vertraut gemacht werden. Wer dabei das Interesse zum Buch herstellt, ist sicher egal. In meiner Familie hat ausschliesslich meine Mutter vorgelesen, und sowohl ich als auch mein Bruder haben später ausgesprochen gern und viel gelesen. Einen negativen Effekt durch das männliche Vorbild auf die Söhne könnte ich mir gut vorstellen, wenn ein Vater dem Sohn regelmässig mitteilt, dass er vom Lesen nichts halte, und es Mädchenzeugs wäre. Aber welcher Vater macht sowas? Wahrscheinlich keiner.
Benachteiligt sind doch nur die Kinder, wo in der Familie niemand vorliest, das einzige Buch im Haushalt ein Telefonbuch ist, und der Babysitter Fernseher heisst.
Meistens wollen/wollten meine Kinder gar nicht, dass ich ihnen vorlese.. Lieber wollen sie mit mir Bilder anschauen.
Mein Grosser hatte ziemlich Mühe mit lesen lernen und liest heute ganz gerne. Mein Kleiner hat ebenfalls mühe mit lesen lernen. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass der Vater meiner Kinder Legastheniker ist, beim Kleinen kommt noch eine Hirnverletzung hinzu.
Legasthenie und Dyslexia sind vererbbar.
Ja ich weiss, aber mein Grosser ist heute ein guter und fleissiger Leser, beim Kleinen gibt es auch Fortschritte, seit er wieder in die Logopädie geht. Habe eine Zeit lang fast jeden Abend mit ihm lesen geübt und es wieder aufgegeben, weil es jedesmal mit Tränen geendet hat. Heute überrascht mcih mein Sohn immer wieder, dass er plötzllich irgendwo einen kleinen Satz liest einfach so und freiwillig.
Das ist das gute an Logopädie. Mir geht es darum, dass die Kondition früh erkannt wird und die kognitiven Fähigkeiten durch gezieltes Training (z.b. Logopädie) geschult/korrigiert werden. Lernschwierigkeiten (learning disabilites) fallen auch in das Thema. Oft wirkt eben eine andere Art der Vermittlung Wunder.
Ich liebe Bücher, war immer so, mein erstes Buch war der Hase mit dem halben Ohr, aber schon bald habe ich alle Bücher im Haus gelesen, von Jules Verne über Lenz, Borchert sogar bei dem grauenhaft langweiligen Tolstoi habe ich mit neun noch durchgehalten, würde ich mir heute echt nicht mehr antun, Krieg und Frieden und Anne Karenina.
Ich mochte Kinderbücher zum grossen Teil bald nicht mehr, fühlt mich bald verarscht wegen der Babysprache, wie sie zum Beispiel der Spick hatte.
Was ich nie gemocht habe, ist, wenn mir jemand vorliest, da kann man nicht eintauchen und träumen.
Heute lese ich immer noch gerne, aber ob das immer soviel besser ist, als TV? Lesen ist auch mal verteufelt worden, danach die Comix, dann TV und heute PC- Games. Ich war sicher mal so Lesesüchtig wie andere Gameratten sind.
Kinderbüche rdie ich immer gemocht habe; Pluck mit dem Kranwagen, der 35. Mai (E. Kästner), und natürlich Karlson vom Dach
Dieser Blog wird immer männerfeindlicher. Dies ist das letzte Mal, dass ich hier lese und das erste und letzte Mal, dass ich kommentiere. Schade, ich habe durch die ursprünglich differenzierten Artikel dieseses Blogs zuerst einiges an Nähe zum Thema Kinder/Mütter gewonnen. Doch mittlerweile scheint es nur noch eine weitere Antipathie-schürende Plattform zu sein -gegen abwechslungsweise Mütter/Nicht-Mütter/Väter/Nicht-Väter und so weiter. Alles nur, um Aufmerksamkeit zu schinden. Die Argumentation dieses Artikels ist ausserdem so löchrig, dass es sich nicht einmal lohnt darauf inhaltlich einzugehen. Viel Spass weiterhin in Ihrer Sandkiste.
muss an der Gesellschaft liegen – im amerikanischen Heimatland meines Mannes lesen die Männer viel und gern vor (diejenigen, die ich kenne), und schmücken die Geschichten selber noch aus.
Natürlich liegt es an der Gesellschaft – es liegt aber immer an einem selbst es anders zu machen. Ich wurd von meinen Eltern immer positiv zum Lesen animiert und tu es zum Glück bis heute, auch wenn es nicht immer einfach ist sich die Zeit dazu zu nehmen. Ich kenne leider genügend Familien in meinem Umfeld, die sich nicht mehr die Zeit nehmen um die passenden Bücher zu suchen, Geschichten vorzulesen, Geschichten selber zu erfinden – Geschichten erlebbar zu machen. Die Kinder dazu zu bringen selber Geschichten zu erfinden – Kreativität zu entfalten. Leider wird viel zu oft nur der Fernseher eingeschalten und die Kinder werden stundenlang irgendwelchen ungefilterten Inhalten ausgesetzt und komplett überfordert.
Ja, auch wir haben einen Fernseher zu Hause & freu mich, wenn die Kids mal 2h davor sitzen und uns eine “Auszeit” gönnen – aber das darf nicht das Standardprogramm sein. Es geht ja nicht darum wer vorliest, sonder vielmeht dass heutzutage überhaupt noch vorgelesen wird.
Mein Mann liest unseren beiden Kindern jeden Abend eine 5-Minuten-Geschichte vor. Das gehört zum Einschlafritual dazu wie das Zähneputzen und das Sandmännli. Da mein Mann nur eine Stunde täglich Zeit für die Kinder hat, ist das Zubettgeh-Ritual ganz in seinen Händen. Auch schon mein Vater hat das Zubett-geh-Ritual mit uns Kinder gepflegt, hat mit uns das Sandmännli angeschaut, die Zähnchen geputzt, eine Gutenachtgeschichte vorgelesen und gesungen. Das gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Auch der Ehemann meiner SChwester ist für das Zubettgeh-Ritual meiner Nichten und Neffen verantwortlich. Fazit: Also gibt es mehr Papis welche den Kindern am Abend vorlesen. Somit ist das Vorurteil: Papis lesen nicht vor widerlegt.
“Geben lesefaule Väter für Jungs einfach ein schlechtes Beispiel ab?” Dieser Satz klingt wie “geben mathematikfaule Mütter für Töchter einfach ein schlechtes Bespiel ab?”
Es kann sehr gut sein, dass “Mädchen einfach einen Lese-Masstab [setzen], den Jungs gar nicht erreichen wollen und müssen”.
Ausser dem Lesen gibt es noch das Verstehen und z.B. die Logik und Vernunft, aber das ist in einer Ego-Gesellschaft nicht wirklich gefragt. Zum Glück entwickeln wir uns zu einer abhängigen Bananenrepublik und haben dann noch die Bücher welche von einer anderen Zeit berichten.