
«Ich dachte auch mal, der Beruf alleine würde mich erfüllen» - Mütter, sich selbst genügend. (Bild: Keystone)
Manchmal haben kleine Wörter eine ungeheure Wirkung. Zum Beispiel das Wörtchen «dann». Wenn eine frischgebackene Mutter ihrer kinderlosen Freundin sagt: «Wenn du dann mal selbst ein Kind hast . . .» Ganz so, wie man zu einem Knirps sagt: «Wenn du dann mal gross bist . . .», weil davon auszugehen ist, dass er das eines Tages werden wird. Da gerät die Freundin ins Sinnieren. Denn das Wörtchen «dann» suggeriert: Irgendwann hat eine Frau einfach Kinder zu bekommen.
Es ist ein kleines Wort, aber es ist ein sehr vielsagendes Wort. Es sagt etwas aus über das Denken von Müttern. Es zeigt ihre Arroganz auf, vor allem kinderlosen Frauen Mitte 30 gegenüber. Mütter werten nämlich. Sie gehen nicht nur davon aus, dass sie der Normalfall sind, der Standard. Sie gehen, und das ist die Arroganz darin, davon aus, dass sie es besser machen, dass sie das richtigere Leben führen. Dass das Leben vor dem Nachwuchs nur die Übungsanlage ist und Frauen ohne Kinder in einer Art Provisorium leben, unfertig sind.
Das erklärt auch, weshalb Mütter kinderlose Frauen ungeniert und bisweilen am ersten Arbeitstag in der Kaffeepause fragen, weshalb sie keine Kinder hätten. Sie denken in ihrer Arroganz nicht daran, dass diese Frage verdammt heikel ist. Zum einen weil sie äusserst persönlich ist und es die Höflichkeit verbietet, derart intime Fragen zu stellen. Und zum anderen weil die Gründe zahlreich sein können. Vielleicht hätte die Frau gerne Kinder, aber sie kann keine bekommen. Vielleicht hat sie gerade eines verloren. Vielleicht hat sie eine Trennung hinter sich, und die Kinderfrage hat sich für den Moment erledigt. Vielleicht hört sie sehr laut ihre biologische Uhr ticken, aber es ist kein tauglicher Vaterkandidat in Sicht. Vielleicht hat sie sich noch nicht entschieden. Und vielleicht möchte sie gar keine haben, weil sie sich durchaus ein erfülltes Leben ohne Kinder vorstellen kann. Auf jeden Fall möchte sie darüber keine Auskunft geben. Aber Mütter sehen die Dinge anders, sie sehen die Welt nur noch aus einem Blickwinkel: dem der Mutter.
So ab 30 fängt er sich langsam an zu bilden, der Graben zwischen den Frauen, und es ist ein Graben zwischen Kinderlosen und Müttern. Wobei die Kinderlosen einfach ihr Leben weiterleben. Die Mütter aber, die beginnen zu werten. Stellen kinderlose Frauen wahlweise als egoistisch oder verantwortungslos oder unreif hin. Das äussert sich in spitzen Bemerkungen wie: «Du gehst immer noch aus? Ach, das habe ich halt hinter mir.» Oder: «Ich kann es mir nicht mehr leisten, einfach so in den Tag hineinzuleben.» Oder: «Ich dachte auch mal, der Beruf alleine würde mich erfüllen.»
Da ist, neben der beiläufigen und mitunter gezielten Herabsetzung der Kinderlosen, wohl auch Neid herauszuhören auf deren Freiheit und Unabhängigkeit. Kinderlose Frauen aber werten Mütter nicht. Sie haben Respekt vor deren durchorganisiertem Alltag, wenn sie von der Sitzung in die Krippe und dann zum Einkaufen und zum Elternabend rennen, und hören sich geduldig die Geschichten über das Wickeln und Stillen und Rückbildungsturnen an und lächeln und nicken und langweilen sich dabei, ganz so, wie sich früher die Mütter, als sie noch kinderlos waren, ebenfalls gelangweilt haben bei solchen Geschichten.
Mütter werten auch insofern, als sie kinderlose Frauen suspekt finden. Mütter sind überzeugt, dass jede Frau Kinder möchte. Und dass die, die keine haben, entweder todunglücklich, weil nicht vollkommen, oder aber, wenn selbst gewählt, letzten Endes eben doch frustriert sind. Kein Mann würde es wagen, eine solche Aussage zu machen; Mütter stellen sie ungerührt in den Raum, und das ist doppelt irritierend, weil doch die Emanzipation einst mit dem Ziel angetreten war, dass Frauen die Wahl haben sollten, und eben niemand mehr über diese zu urteilen habe.
Aber Mütter fühlen sich moralisch überlegen, im Recht, und sie erwarten permanentes Verständnis für das Leben, das sie gewählt haben, weil es ja eben das richtigere ist. Zum Beispiel, dass sie Vorrang haben, wenn es im Büro um die Ferienplanung geht. Sie können schliesslich nur während der Schulferien, die Kinderlosen sollen sich da anpassen, denn die sind ja flexibel. Oder wenn sie mitsamt Kinderwagen am Samstagnachmittag im ohnehin engen und überfüllten H & M einkaufen gehen. Oder mit den sperrigen Wagen Bars und Cafés annektieren, wo Kinder eigentlich nichts zu suchen haben, und mit bösem Blick den Zigarettenrauch wegwedeln. Und wer sich dann anmasst, sich über herumrennende, brüllende, ja einfach nervende und schlecht erzogene Racker zu ärgern, der bekommt zu hören: Du hast wohl keine Kinder?
Dieses Mutterkreuz-Gehabe ist das Gegenteil dessen, was Mütter so gerne für sich in Anspruch nehmen: Es ist kleinherzig. Man wünschte sich hierzulande etwas entspanntere Mütter. Man wünschte sich Mütter, die französisch denken. In Frankreich nämlich, so erklärte unlängst die Feministin und Philosophin Élisabeth Badinter, dem Land also, das europaweit den höchsten Anteil Kind-pro-Frau sowie den höchsten Anteil an berufstätigen Müttern hat, bleibt auch eine mehrfache Mutter immer und in erster Linie: Frau.
Bettina Weber ist Gesellschaftsredaktorin des Tages-Anzeigers. Sie ist kinderlos und lebt in Zürich.
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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liebe frauen,
ihr habt einen sprung in der schüssel! sorry, man (sic!) muss es in dieser härte feststellen.
wie frau (sic!) sich wegen so einer lappalie gegenseitig zerfleischen kann und sich in die schützengräben verzieht, das ist mir absolut schleierhaft.
dass wir männer, quer durch schichten und politische spektren, das grossmehrheitlich nicht tun, das scheint mir aber ein ganz massiver evolutionsvorteil fürs patriarchat zu sein.
so wie ihr hier das hier bewerkstelligt, frauen, so wird das nichts mit dem sturz desselbigen…
@gargamel: überlesen Sie die paar Frauen nicht, denen das ebenso schleierhaft ist und die sich der Pauschalisierungsschlacht mannhaft verweigern,
und passen Sie auf, bestimmt kriegen Sie noch aufs Dach
@ brunhild steiner
hmm…, sagt ihnen die “emser depesche” etwas? was wir hier letzte woche erleben durften, hätte kein geschichtslehrer plastischer in szene setzen können, um die umstände, die zum ausbruch des deutsch-französischen kriegs 1870/71 führten, an einem praktischen, heutigen beispiel aufzuzeigen. bettina weber hatte offensichtlich keinen fensterplatz in geschichte. das war grossartiges blogging, wenn es denn so gewollt war. das einzige was offen geblieben ist, ist die frage: “welche seite hat denn die oberhand behalten?”. da hat der krieg von 1870/71 schon ein deutlicheres resultat gezeitigt.
es war wie immer: wenn die vernunft verliert, donnern die kanonen…..
@Auguste: grossartiges Blogging weil viele, (teilweise Schwer-) Verletzte animiert wurden sich in die Arena zu werfen? Mich nähme nun einfach noch wunder, ob diese Verletzten tatsächlich so zahlreich sind, oder eher wie vertreute Kleinmetallteile (entschuldigung) von einem riesen Magneten angezogen wurden.
Und noch mehr interessieren würde mich, ob nun einige davon den Mut fassen und bei der nächsten unangenehmen Begegnung, egal auf welcher Seite, freundlichen Klartext reden, ob in Zukunft sogenannte beste Freundinnen sich im Schwangerschaftsfall Gedanken zum wie etc. Weiterführen der Freundschaft machen usw. I
ch denke sehr vieles, was beschrieben wurde, war kein unabwendbares Naturgesetz. Nicht jeder Vulkanausbruch legt den ganzen Flugbetrieb lahm und nicht jedes Kind oder nicht-Kind muss die ganzen Beziehungen, ob die persönlichen oder unpersönlichen versauen, oder irgendwie so.
sollte natürlich verstreut und nicht vertreut heissen!
@ brunhild steiner
hmm…, ich könnte mir vorstellen, dass einige die die behandlung des themas hier verfolgt haben, sich ein paar gedanken machen werden und das dies dann auch zu gesprächstoff zwischen freundinnen führen wird. als mann erschliesst sich mir die brisanz dieses themas nicht richtig. aber wie nathalie burch heute treffend bemerkt – dieser nerv schmerzt nur bei frauen wirklich. aus meiner erfahrung müsste ich dieser aussage zustimmen.
@Auguste: dann hoffen wir doch dass die Tapferen bis hierhin durchhalten werden!…;-)
Mir kommt es hier manchmal wie bei einem Gladiatorenkampf im Circus Maximus vor.
Auch dort verlassen die Kämpfer den Ort sehr malträtiert.
Ich habe es eigentlich satt, zur Belustigung einiger Senatoren meine virtuellen Köpfe zu verlieren.
Mir kommt es hier manchmal wie bei einem Gladiatorenkampf.
Auch dort verlassen die Kämpfer den Ort sehr malträtiert.
Ich habe es eigentlich satt, zur Belustigung einiger Senatoren meine virtuellen Köpfe zu verlieren.
Da scheint etwas mit der Stichwortliste im Filter zu stottern. Lateinische Wörter vielleicht?
@gargamel
Meine Rede!
Die Diskussion hat mit zerfleischen und mit Patriarchat nichts zu tun. etc.
Habe dies auch schon festgehalten:
http://blog.bernerzeitung.ch/mamablog/index.php/9652/die-arroganz-der-mutter/comment-page-9/#comment-31575
Damit sind wir schon drei.
Aber letztlich sind wir Milliarden, denken wir nur daran, dass China und Indien und andere Giganto-Nationen, die noch dazu eine zu hohe Männerrate haben.
(Was werden wohl da Frauen durch Frauen ertragen müssen, die keine Kinder haben – wollen, können?)
Wie gesagt, westeuropäische Frauen wollen alles, immer, sofort.
Sie sind aber nicht bereit für Kompromisse, einen Preis dafür zu bezahlen oder sich einzuschränken.
Eine gewisse Ähnlichkeit mit Investment Bankern und ähnlichen Lebewesen ist nicht von der Hand zu weisen. (Auch in ihrem Verständnis gibts nur Vorteile für sie, Nachteile für die Anderen bzw. die Allgemeinheit.)
Der Artikel ist der Hammer!
Nur schade, dass viele die gewollte Provokation und Ironie nicht als diese wahrnehmen. 
Es gibt doch immer Ausnahmen. In meinem Umfeld habe ich zum Glück nur coole Mamis. Sie lieben ihre Kinder, haben sich selbst darüber aber nicht vergessen. Klar ist es schwieriger geworden, sich mit ihnen zu treffen. Diese raren Treffen brauchen halt etwas mehr Planung und Verständnis seitens der Kinderlosen. Aber wenn einem die Freundschaft etwas wert ist, dann nimmt man dies auch auf sich. Viele Mamis sind nämlich froh, dass sie noch eine Freundin haben, mit der sie nicht nur über Kinder diskutieren können.
Eigentlich schade, dass man sich oft für getroffene Entscheidungen (heiraten oder nicht, scheiden oder nicht, Kinder oder keine) rechtfertigen muss. Aber voilà, man gewöhnt sich an alles. Man darf einfach nicht auf den Mund gefallen sein, dann kommt’s gut.
Leben und leben lassen ist hier sicher die Devise.
Liebe Bettina Weber
Touché…
Ihr Artikel polarisiert und trifft einen nicht minder wunden Punkt in der weiblichen Gesellschaft. Weshalb sonst sollten sich viele Mütter darüber auslassen, dass sie soooo ganz und gar nicht arrogant sind.
Sind wir es nicht trotzdem, arrogant und überheblich? Ich bin eine zweifache und berufstätige Mutter. Habe ich in meinem Sinne nicht alles wirklich wichtige erreicht? Die Aufgabe einer Frau als Solche vollumfänglich erfüllt? Weshalb soll ich da nicht stolz und überheblich sein und all die Nicht-Mütter als Nicht-Vollkommen betrachten? Wofür steht das Weibliche den grundsätzlich, wenn nicht für das Kinderkriegen? Ist uns Müttern dann die Arroganz gegenüber den Nicht-Müttern nicht vorbehalten?
Der Artikel sollte uns alle mal wieder das Wesentliche im Leben fokusieren lassen. Weshalb muss die Menschheit immer über das Eine oder Andere werten, richten und verfügen? Ist es nicht möglich, einfach miteinander die Toleranz zu üben und ein bisschen nachzudenken bevor man sich über etwas auslässt. Und eben wertet!
Männer sind auch einfach Männer, Frauen sind Frauen, weil wir so sind wie wir sind und eben ein bisschen zickiger. Nicht-Mütter sind Frauen die aus irgendwelchen Gründen keine Kinder haben und Mütter sind Frauen mit Kindern.
Es ist berechtigt, dass Nicht-Mütter über die Mütter und deren Kinder klagen. Mütter klagen auch viel. Zum Teil mehr als die Nicht-Mütter, aber SIE haben sich dafür entschieden Kinder zu haben und haben sie dann auch. Man muss mit den Konsequenzen im Leben umgehen können, dazu gehört auch, dass es Nicht-Mütter und Nicht-Eltern gibt, die so überhaupt nichts mit Mütter und vorallem deren Kinder umgehen können und dies auch nicht wollen. Müssen sie denn? Wenn uns als Mütter die Arroganz doch bestimmt ist? Wir urteilen über Frauen die keine Kinder haben und halten uns für nicht wertend?
Gut gemacht Frau Weber. Sie haben einen Nerv getroffen, der NUR bei den Frauen wirklich schmerzt.
Hallo
Über was sprechen dann die “Kinderlosen”? Oft und viel über ihren Beruf, den Chef und die Arbeitskollegen. Meistens ist dies auch nicht so spannend. Aber wir können auch von einander lernen, an anderen Lebensweisen interessiert sein und nicht immer nur werten – ob mit oder ohne Kind.
Ich habe jedenfalls 2 Kinder – sind schon etwas älter – und Freundinnen mit und ohne Kinder. Ich geniesse die Verabredungen mit ihnen und schäme mich auch nicht, wenn ich etwas von meinen Kindern erzähle. Genauso höre ich interessiert zu, wenn sie von ihrem Arbeitsalltag erzählen!
…
Der grösste Frust für vermeintlich gewollt kinderlose Frauen stellt die Konfrontation mit der eigenen Unentschlossenheit dar, mit der Unfähigkeit, einen Entscheid zu fällen, der weitreichende und unwiderrufliche Folgen hat. Mit jeder Vertagung dieses Entscheids wächst die Frustration mit der Erkenntnis, dass einem niemand die Entscheidung abnehmen wird.
…
Den ganzen Artikel können Sie unter http://angelones.wordpress.com/2010/04/21/die-qual-der-nichtwahl/ lesen.
Wow, ueber siebenhundert Kommentare, und alle mehr oder weniger trotzig rechtfertigend in die eine oder andere Richtung! Projekt Kind versus Projekt kein Kind! Die Natur unterzieht Muetter einer ‘hormonale Hirnwaesche’ und Nichtmuetter eben nicht. Leider hinkt die Evolution wie immer hinterher; was bis vor ein paar Jahrzehnten noch kein Thema war – [fast] alle Frauen wurden irgentwann einmal Muetter – erreicht nun Konfliktebene. Die Dreistigkeit mit der viele der Blogger Frau Weber als ‘frustriert’ bezeichnen ist bodenlos, und gibt ihr [Frau W] doch ironischerweise recht.
@gargamel
so was ist einfach zu sagen, wenn man’n’ zum herrschenden geschlecht gehört und die gesellschaftlichen erwartungen ganz andere sind. mit evolution hat es auch nichts zu tun, sondern mit sozialisation und symbolischer gewalt, welche sie in ihrem beitrag exzellent zur schau stellen, in dem sie (und die auch ganze gesellschaft) männern nur auf grund ihres geschlechts, willkürlich gewisse (positive) eigenschaften zuschreiben oder eben nicht und diese dann noch als natürlich darstellen.
Der Artikel ist total daneben. Frau Weber schreit nach einer weiteren Zwei-Klassen-Gesellschaft. DAS ist mittelalterliches Denken…
Dieses Mami-Bashing ist doch unwürdig!
Jede Bevölkerungsgruppe die unter Minderwertigkeitsgefühlen leidet, versucht als Selbsttherapie ihre Schwächen in Stärken umzudeuten. Der Stolz auf die eigene Identität als Mittel gegen Depression…
Sich davon angegriffen zu fühlen zeugt lediglich von zu schwachem Selbstbewusstsein, Mitleid wäre die gerechte Reaktion.
Dieser Artikel ist überhaupt nicht übertrieben. Ich habe keine Kinder, habe jedoch schon Aussagen gehört wie, dass ich ein Schmarotzer der Gesellschaft bin, weil ich keine eigenen Kinder habe und im Alter doch eine AHV-Rente beziehen möchte, obwohl ich keine Kinder gezeugt hätte, welche mir dann diese AHV-Rente finanzieren würden.
Wenn ich müde bin, höre ich immer wieder – vor allem von verheirateten Männern mit Kindern – die Aussage, dass ich mich bloss nicht beklagen soll, da ich keine Ahnung hätte, was es heisst, Kinder zu haben.
Deshalb akzeptiere ich all die gegenteiligen Argumente nicht, und kann nur mehr als bestätigen, dass Frau Bettina Weber absolut Recht hat und dies leider der Alltag ist.
@ Ana
Und jetzt machen Sie es geanauso. Ich glaube nicht, dass es normalität ist, dass man Kinderlosen Sxhmarotzer nennt, ich kenne jedenfalls niemanden der so etwas behauptet.
Natürlich haben Sie keine Ahnung wie es ist Kinder zu haben, wie sollten Sie auch? Völliger Blödsinn: Sie haben keine Kinder, ob gewollt oder ungewollt, in erster Linie sind Sie ein Mensch wie auch die Bekinderten. Tut mir ehrllich leid, dass Sie so angegiftet werden.
In der heutigen kinder- und bindungslosen Gesellschaft finde ich, dass wir Frauen einander wieder mehr Mut zu beständigen Beziehungen und zu Kindern machen sollten.
Es ist eine riesen Herausforderung, aber man wächst daran und es macht mich zumindest zutiefst zufieden.
Wer allerdings arrogant über andere herfährt, hat nichts begriffen.
Die Bemerkung, dass Bettina Weber, die Autorin von „Die Arroganz der Mütter, kinderlos ist, wäre nicht nötig gewesen. Man merkt es auch so… Sie scheint (momentan) ziemlich frustiert zu sein. Ich verstehe dieses Diskussion „Mütter gegen Kinderlose“ überhaupt nicht! Es soll doch jede/jeder das Leben leben dürfen, was ihm/ihr am besten behagt – und fertig. Wo liegt das Problem?
Ja, ich bin Mami zweier Kleinkinder im Alter von 3 und 1,5 Jahren und stolz, glücklich und dankbar darüber. Ja, ich stehe zu diesen Gefühlen, zeige sie und rede auch gerne darüber. Mich und andere Mütter deswegen als arrogant zu bezeichnen ist eine Frechheit – und arrogant! Die Kinder gehören nun mal zu meinem Alltag, zu meinem Leben – ja sie bestimmen es und bilden eigentlich den Mittelpunkt! Das ist nun einmal so und wird noch lange so bleiben. Was bitte soll daran nun so schlecht sein?! Die Kinder lassen sich nun mal nicht einfach so wegzappen, nur weil sie jemanden nicht in den Kram passen.
Zum Glück ist mein Umfeld, bestehend aus Kinderlosen und Eltern, sehr kinderfreundlich. Zusammen mit den Kindern bin ich gerne gesehen. Meine Freunde, Bekannten und Kollegen interessieren und fragen gerne nach dem Nachwuchs. Dementsprechend darf ich ohne Hemmungen über die Kleinen und die damit verbundenen Freuden und Sorgen sprechen. Und so wie mir zugehört wird, so interessiere ich mich andererseits für die Belange und die Nöten der Kinderlosen, wenn sie mir ihre Probleme mit dem Job, Stress mit dem Chef etc erzählen. Es ist mir wichtig, auch die Kontakte zu Kinderlosen aufrecht zu erhalten. Schliesslich waren ihre Sorgen einst auch meine. Es ist zwar nicht mehr möglich sich so spontan und regelmässig zu treffen. Hauptsache ist doch, dass man sich noch sieht und die Kontakte nicht abbrechen lässt! Man muss halt ein wenig flexibel sein
Obwohl die Kids mein Leben bestimmen, sind sie nicht das einzige. Auch ich geniesse mal einen Abend ohne Kids, freue mich jede Woche auf den einen Arbeitstag. Auch mir tuts gut, ab und zu über anderes zu sprechen als Windel, Schoppen, Kinderkrankheiten etc.
Als vielseitig Interessierte kommen bei mir auch Themen zu Politik, Sport etc nicht zu kurz.
So ist mein Motto dann auch: Leben und leben lassen – mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander! Mit ein wenig mehr Toleranz, ein bisschen mehr Rücksicht, etwas mehr Respekt, einer Handvoll mehr gesundem Menschenverstand, einer Prise mehr Gelassenheit und einer Portion mehr Lockerheit auf Seiten der Eltern UND der Kinderlosen – und das Leben mit und ohne Kinder kann friedlich, spannend und erfüllend sein
!!
wow! Hut ab Frau Weber! Ob es immer Arroganz ist, glaub ich zu bezweifeln, aber es ist schon eine Art unausgesprochenes Gesetz, dass Mütter superior sind. Eine unausgesprochene Aufforderung an alle Frauen, eine Form von urzeitlicher Existenzrechtfertigung des weiblichen Geschlechts.
Auf die Gefahr hin hier gesteinigt zu werden: Mir scheint, dass Mütter aus dem asiatischen Raum (Indien bspw.) einiges gelassener sind als europäische, bei gleichem workload (ob Haus- oder Berufsfrau). Es ist vielleicht auch eine Kulturfrage.
@ james
Natürlich ist es eine Kulturfrage: Im asiatischen Kulturraum gibt es keine Kinderfeindlichkeit. Nieman stört sich an einem Kind nirgends. Kinder gehören einfach dazu und sind kein Störfaktor wie hier in den Städten.
Eni, keine Kinderfeindlichkeit im asiatischen Raum? Wie naiv kann man sein, ohne dass es weh tut?
@ Pippi
Ich meine damit nicht die Abtreibungen und Kindstötungen von unerwünschten Kindern sondern das die Kinder zum Alltag gehören.
Es ist schwierig, sich schriflich auszudrücken ohne dass nachgefragt werden kann, abe man muss ja nicht ständig immer alles so verdrehen, dass der Andere dumm und naiv hingestellt wird. Muss mich von Ihnen sicher nicht beleidigen lassen
Wenn du solche Sachen erzählst, frage ich dich halt, wie naiv du bist. Wenn du deswegen gleich beleidigt sein willst, bist du selber schuld. Hier geht es darum, was du schreibst, nicht was du eigentlich gemeint hättest, verstehst du? Ich kann nicht Gedanken lesen….
@ Pippi Langstrumpf
Ich habe ja gesagt, dass sich niemand an einem Kind stört und damit meine ich die lebenden und nicht die abgetriebenen und getöteten. sowieso werden ja auch bei uns unerwünschte Kinder abgetrieben in Holland sogar bis zur Woche 36 oder 37, dafür muss man nicht bis Asien reisen.
War selber nie in Asien, aber habe Bekannte, die Asien bereist haben und mir das so schildern.
Wenn Sie nicht wissen wie ich es meine, dann fragen Sie doch einfach nach.
Eni, bis zur 37. Woche soll in Holland abgetrieben werden? Wie kommst du dazu, solche Schauermärchen zu verbreiten? Allerspätestens nach der 24. Woche ist Schluss, es gibt auch in Holland gesetzliche Fristen!
Bei Lebensgefahr für die Frau kann auch in der Schweiz noch länger ein Abbruch vorgenommen werden, aber das sind die absoluten Ausnahmen. Ich finde es unredlich, nein bösartig, wenn du hier solche Lügen verbreitest.
Keine Schauermärchen, Tatsachen!!!
Woher weisst du das? Blick, Hörensagen….
Wenn ich in Holland mit meinen holländischen Verwandten über Abtreibung diskutiere, dann weiss ich das aus zuverlässiger Quelle, nicht vom Hören sagen und auch nicht aus dem Blick. Hören Sie auf damit, mich als beschränkt hinzustellen, ok?
Man darf so lange abtreiben, ohne dass die Mutter in Lebensgefahr ist oder das Kind behindert.
Nein, das darf man nicht! Das kannst du lange behaupten, du weisst das vom Hörensagen, es ist keine zuverlässige Quelle, die Leute erzählen viel, wenn der Tag lang ist. In Holland gibt es eine gesetzliche Frist bis zur 24 Woche, dann ist Schluss. Das heisst nicht, dass es nicht Leute geben könnte, die das länger machen, Kriminelle gibt es überall.
Naja, ich denke schon, dass sich meine verwandten damit auskennen, was für Gesetze gelten in ihrenm Land.
Möchte Ihne Ihre giestige Ueberlegenheit mir gegenüber nicht absprechen, aber auch dort gibt es Leute die lesen und schreiben können und studiert haben.
@ Pippi
Also, habe noch einmal nachgefragt, weil mir das Ganze keine Ruhe lässt.
Muss folgendes richtig stellen: In Holland kann man abtreiben bis Woche 37. Alles was man dazu braucht ist ein Attest vom HAUSARZT, dass man psychisch nicht in der Lage ist, das Kind zu bekommen. Das Kind wird im Mutterleib mittels Medikamenten getötet, die Geburt eingeleitet.
Beweisen kann ich das schlecht, die Information kommt von privater Seite aus Holland per E-Mail. Habe mir noch die Mühe gemacht im Internet zu schauen, aber da sind die Informationen sehr unterschiedlich.
Kann Ihnen vesichern, dass ich nicht einfach solche Behauptungen ausspreche einfach aus Spass, dafür ist mir das Thema zu ernst.
Wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, dazu gehört auch der drohende Suizid, kann man das in der Schweiz auch, Spätabtreibungen sind sehr selten, aber sie kommen vor.
Genügt in der Schweiz auch ein Attest vom Hausarzt?
Zu den Niederländischen Gesetzen gibt es einen englischen Wiki Eintrag : “http://en.wikipedia.org/wiki/Abortion_in_the_Netherlands” , leider habe ich nichts auf deutsch gefunden.
dort steht:
In the Netherlands, abortion performed by a certified clinic or hospital is effectually allowed at any point between conception and viability, subject to a five-day waiting period. After the first trimester, the procedure becomes stricter as two doctors must consent to treatment. In practice, abortions are performed until approximately 24 weeks into pregnancy, although this limit is the topic of ongoing discussion among physicians in the Netherlands, since, due to recent medical advancements, a fetus may sometimes considered viable prior to 24 weeks. As a result of this debate, abortions are only rarely performed after 22 weeks of pregnancy. Abortions after the first trimester must be performed in a hospital.
nach dem ersten Trimester müssen zwei Ärzte zum Vorgang das Einverständniss erklären. Der Vorgang darf nur von dazu speziell lizenzierten Kliniken durchgeführt werden. Wenn nicht, ist es nach Holländischem Recht eine Straftat.
Was für eine komische Diskussion hier. Ich finde die meisten Mütter (und Väter übrigens auch) stinklangweilig. Mal ganz ehrlich: auch ein Kleinkind ist doch eher eine langweilige Angelegenheit oder? Kann nicht sprechen und wenn, dann nur Unsinn, macht in die Hose… Ich persönlich bin froh hab ich keins. Keine Ahnung wie eine Mutter auf die Idee kommt gegenüber andern arrogant zu werden. Arrogant inwiefern? Gibt es irgend etwas Gewöhnlicheres als Mutter zu sein? Was soll denn daran speziell oder beneidenswert sein? Komische Diskussion…
Naja, so langweilig kann es ja nicht sein bei Mama, wenn Sie soviel Zeit aufwenden um die Kommentare zu lesen
bei mama?
habe die kommentare nicht gelesen, nur den artikel überflogen. das reicht.
Und doch nicht zu langweilig um mir noch eine Antwort zu posten
Bettina Weber beschreibt ein Phänomen, das auch ich leider regelmässig erfahre. Kinderlose Frauen scheinen oft (zumindest unterschwellig) den Neid der Mütter auf sich zu ziehen. Es gibt viele kleinmütige Mütter hier zu Lande. Leider.
Nur Frauen können Kinder bekommen?
Weit gefehlt…Kinder bekommen Männer wie Frauen, wenn sie vernünftiger Weise in dieser Gesellschaft nämlich nur dann für Nachwuchs sich entscheiden, wenn die Voraussetzungen, demselben ein erfülltes Leben ermöglichen zu können, und sich darüber dann gemeinsamm zu freuen, einigermassen zuverlässig einschätzbar sind.
Aber Nachwuchs gebären können tatsächlich nur Frauen. Und wenn es eine sogenannte, mehr oder weniger systemimmanente “Verpflichtung” zum Gebären geben sollte, nur weil man dafür biologisch geeignet ist, dann gibt es auch analog dazu das gleiche Phänomen in der Männerwelt als “Zeugungsverpflichtung”. Und in beiden Welten wäre dann die entsprechende Frustration vorprogrammiert, wenn der “biologischen Bestimmung” aus irgendeinem Grund nicht entsprochen wird.
Diese Frustration ist verständlich…bei der Mehrheit der Menschheit, die nach wie vor unterschwellig und archaisch ihren eigentlichen Daseinszweck nur im Beitrag zuir Fortpflanzung der eigenen Art sieht.
Aber glücklicherweise gibt es auch einige Menschen, welche die ebenso naturgegebene Fähigkeit, im Unterschied zu anderen Lebewesen auch über sich selbst nachdenken zu können, auch tatsächlich nutzen.
Und unter Denen überlegen nun einmal Einige, ob es wirklich sinnvoll ist, zur Aufrechterhaltung der Spezies Mensch unbedingt einen eigenen Beitrag zu leisten.
In Ansehung der Mehrheit der eigenen Art und der Kommentare zu diesem gelungenen Artikel lautet meine persönliche Antwort:
“Nein, das muss nciht sein…”
Ich persönlich freue mich darüber, dass ich mit dieser Erkenntnis nicht völlig allein dastehe.
Denn Kinder sollte man nur in die Welt setzen, wenn sie als Inkarnation einer wirklich schönen und erfüllten Beziehung sozusagen die Krone aufsetzen und eine gute Chance haben sich selbst und den Eltern zur Freude zu gereichen.
Alles andere ist nur einfach Trieb. egal, wie subtil verbrämt er daherkommt.
Aber dazu wäre es nicht notwendig, als “Mensch” in diese Welt gesetzt worden zu sein….
Diesem Artikel kann ich nicht zustimmen! Es gibt in meinem Umfeld viele Leute (mit und ohne Kinder), die nicht ein solch “einseitiges” Empfinden haben.
Bis vor 3 Jahren war ich Vollzeit-Hausfrau (2 Söhne im Teenageralter), nun arbeite ich 20 – 30 %. Ich finde, weder Väter noch Mütter sollen in der Arbeitswelt in irgendeiner Form bevorzugt werden, schliesslich erbringen sie aufgrund der Tatsache, dass sie Kinder haben, nicht automatisch die besseren Leistungen als die “Kinderlosen”. Ausserdem habe ich grossen Respekt gegenüber den “bewusst” kinderlosen Frauen und Männer, finanzieren Sie doch zu einem grossen Teil unser Bildungswesen und nicht zu vergessen die laufend zunehmenden Betreuungsangebote. Im Gegenzug zahlen unsere Kinder dann mal für dessen Kosten wie Alterspflege usw.
Ich kann Sprüche wie “Kinder sind unsere Zukunft” nicht mehr hören. Diese sollen wohl alle Staatsausgaben für die laufend zunehmenden Fremdbetreuungsangebote und “nötigen” Sozialarbeiter in den Schulen rechtfertigen. Wenn Kindern schlecht erzogen sind und Probleme machen, muss wieder der Staat (mit Steuergeldern, auch von “Kinderlosen” mitgetragen) eingreifen…
Und übrigens störe auch ich mich an lärmenden und herumspringenden Kindern in Restaurants! Dafür gibt es Spielplätze und Restaurants mit Spielecken, oder man beschäftigt sich halt auch mit den Kindern während des Restaurants-Besuchs!
Na, da zeigt sich wieder mal “wenn einer über die anderen erzählt, sagt er am meisten über sich selbts aus”. Denn was die anderen wircklich denken, was sie fühlen und urteilen, können wir nur aufgrund eigener Einstellung beurteilen und nie so genau wissen. Wenn frau mit eigener Entscheidung Kinderlos zu leben, glücklich und zufrieden ist, wird sie das mütterliche herumstolzieren nicht als “so ätzend” finden. Und wenn frau sich bewusst ist, dass, wenn sie schon für kein Nachkommen sorgt, und da ist um Gottes Willen die Menschheit daruaf angewiesen, die Kinder nicht in “Aufziehlager” verbannt werden können, damit die Kinderlosen ihre Friedhofsruhe haben können. Die Kinder sind nervende, blärende, sabernde, sorgenmachende Nervensägen, sie sind aber die Freude pur für die Menschen die ein Herz haben. Die sich einfach über das neue, unfertige Leben freuen können. Das die Mütter hier der Versuchung erliegen auf das Geschenk, das sie erhalten haben “allzustolz” zu sein, soll ihnen verziehen werden. Aber das sie nicht vergessen sollen, dass sie in erster Linie Frau sind, das finde ich auch gut.
Guten Abend
Finde den Artikel interessant und teilweise zutreffend, weil ich manches auch schon erlebt habe. Im übrigen finde ich es auch gut, dass nicht nur brave Artikel in diesem Blog erscheinen, sondern auch so böse und provokante wie dieser hier. Jedenfalls kann ich mir bildlich vorstellen, wie ein Mob mit Fackeln und Mistgabeln vor Bettina Webers virtueller Haustüre steht…
sehr amüsant.
Im übrigen bin ich zwar kinderlos, aber nicht humorlos, und lese diesen Blog sehr gerne – als vorsorgliches Survival-Training sozusagen… man weiss ja nie.
Herzliche Grüsse
Gabrielle