
Anschauungsmaterial: Die Pussycat Dolls – und die Bratzdolls.
Die britische Boulevard-Zeitung «The Sun» zeigt sich Anfangs Woche alarmiert über eine neue Studie, die wieder einmal bestätigt, wie sehr Pornografie zum Alltag der heutigen Teenager gehört: Gemäss dieser haben neun von zehn Jugendlichen zwischen 14 und 17 bereits Pornos konsumiert, jeder fünfte tut es regelmässig und 25 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler haben Hardcore-Bilder ungefragt aufs Mail oder Natel zugeschickt bekommen. Eine ganze Generation von Teenagern, so das Fazit der am Montagabend auf Channel 4 präsentierten Umfrage, werde statt von den Eltern von pornografischen Inhalten aufgeklärt.
Das sind in der Tat drastische Zahlen. Aber sie kommen, wenn wir ehrlich sind, nicht unerwartet. Alarmiert sein, sollte man deshalb zuallererst über die heuchlerische Art und Weise, wie einschlägige Medien, allen voran die Sun, auf solche Fakten reagieren: Sie bebildern die Studie mit einer anzüglichen jungen Dame, bestaunen die Pornifizierung der Jugend scheinbar fassungslos und fordern mit erhobenem Zeigefinger bessere Aufklärung. Diese Bigotterie ist geradezu symptomatisch für die ganze Debatte um «Sexting» (Verschicken von anzüglichen SMS und MMS), Pornografisierung und Jugendgewalt in unserer Gesellschaft.
Ja was haben wir denn erwartet? Dass die Teens beschämt wegschauen, wenn die laszive Teeniegirlband Pussycat Dolls auf MTV und die Nacktfotos von Disney-Filmsternchen Miley Cyrus im Netz um die Welt gehen? Dass die Schülerinnen und Schüler im Rollkragenpulli durch die Gassen ziehen, wenn sie schon ab dem 9. Lebensjahr mit kleingeschnittenen Kittenkleidern beworben werden? Dass die Girls, um ihre Weiblichkeit auszuprobieren, im Bademantel posieren, wenn sie im Spielzeugladen schon als Kleinkinder auf Bratzdolls treffen, in der ersten Klasse Strings in ihrer Grösse finden und mit 10 die ersten Push-up-BH’s? Dass ganze Klassen im Keller miteinander den Spaghetti-Tanz üben, wenn sie im Kinderzimmer mit drei Klicks Hardcore konsumieren können?
Niemand, der einigermassen aufgeklärt ist, darf überrascht sein, dass die Jugend abgeklärt genug ist, das Material auch zu nutzen, das ihr zur Verfügung steht: kostenloser Hardcoreporno, billige Technologie und das Internet als bequeme Plattform der Selbstdarstellung.
Warum also geht jedesmal ein Sturm der Entrüstung durch die Gesellschaft, wenn Teenager so handeln wie sie konditioniert werden? Warum zerrt Amerika Teenager, die Bilder vom eigenen nackten Körper auf dem Natel gespeichert haben, als Kinderpornografen vor Gericht? Warum denken Schweizer immer wieder, dass die jugendkulturellen Phänomene Amerikas oder Englands sie nichts angehen, wenn sie doch die Erfahrung gemacht haben, dass Happy-Slapping & CO vor der Grenze nicht halt machen?
Vielleicht weil Eltern, Schulen, Politik, Justiz, ja die ganze Gesellschaft von den neuen Medien und der damit einhergehenden Neudefinition von Öffentlichkeit und Privatsphäre ebenso überfordert sind wie die Jungendlichen. Vielleicht weil es unendlich viel einfacher ist, von der Polizei und Zensurbehörden zu fordern, doch endlich «etwas gegen den pornografischen Kontent» zu unternehmen, als die eigenen Teenager richtig aufzuklären: Darüber nämlich, dass sie in einer Gesellschaft leben, die bis ins nachmittägliche TV-Programm hinein zelebriert, was sie gleichzeitig verbietet: Gefährlichen Exhibitionismus. (na)


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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Ich war selbst Pornographiesüchtig und habe versucht aufzuhören, weil ich im innern fühlte dass das ganze nicht richtig ist und doch immer wieder wenn ich mich schlecht fühle wollte ich den rush der Gefühle. Oft war es gar nicht ein Genuss sondern die Hoffung irgendwo Befriedigung zu finden. Erst als ich Jesus um Hilfe bat und das Problem bekannt kam ich frei. Es folgte eine Zeit die nicht leicht war, in der ich viele Vorstellungen in meinem innern überdenken musste und die falschen Denkweisen die Ich mir eingefangen habe ablegen musste und finden was denn Wirklichkeit ist.
Mittlerweile sind es schon 6 Jahre vergangen, in denen ich nie mehr absichtlich Pornografie konsumiert hatte und ich sehe wie dumm ich war und mich vom ausserlichen Schein habe betrügen lassen. Ich hoffe dass alle Kinder und Jugendliche diese Erfahrungen nicht durchmachen müssen, sondern eindecken wie schön reine Sexualität ist.
Ich bin mit Corona einverstanden, dass Pornosucht die sexuelle Beziehung mit der Frau zerstört. Weil man nicht viele Frauen auf einmal lieben kann. Wenn man Bilder und Pantasien mit andern Frau in Kopf hat, kann man seine Frau nicht wirklich lieben. Ich Jesus mich von dieser Sucht freigemacht hatte, weil ich weiss dass ich auf meinen Egotrip fast mein zukünftiges Familienglück zerstört hatte und ich möchte nie mehr zurück zu der Sucht und geniesse die Sex mit meiner Frau viel mehr ohne Porno.
Wir müssen wirklich offen sein und mit den Kindern und Jugendlichen mehr darüber sprechen. Wenn ich damals reif und unverklemmt mit meiner Sexualiät, ich hatte gar nicht angefangen Pornografie zu konsumieren.
@marc: keine angst, mein faktenwissen ist auf dem neuesten stand… ihres aber offensichtlich nicht. “gewaltporno” ist ein begriff der sich ziemlich etabliert hat für folterfilme à la “saw” oder “hostel”.
aber wenn ihnen “folterfilm” besser gefällt für dieses nette genre… bitte, von mir aus.
@Elfriede:
Eigentlich wollte ich gar nichts zu diesem Artikel schreiben, aber nachdem ich deinen Kommentar gelesen habe, konnte ich mich nicht mehr halten vor lachen
Erst etwa in der hälfte hab ich gemerkt, dass du ernst meinst, was du schreibst. Ab da war eher Mitleid das vorherrschende Gefühl. Für mich bist du der Stereotyp der unwissenden MedienkonsumentInnen, welche nichts hinterfragen und alles böse finden, was auf Anhieb schlecht tönt.
Lass mich raten: Du stehst Politisch eher links, bist gegen die bösen Killerspiele, findest die USA böse, Deutschland sowieso (die haben ja den Peer) und denkst, das grösste Problem der heutigen Gesellschaft sei die Jugend.
Ach ja: Chinas Internetzensur richtet sich hauptsächlich gegen Regimegegner. Aber das Modell ist super und sollte unbedingt auch hier eingeführt werden! Entsprechende Vorstösse gibts ja schon, schliesslich muss man all die bösen Pädophilen davon abhalten sich Bilder herunterzuladen. Standardverfahren der Politiker: Man nehme ein Thema, das emotional brisant ist und boxt unter diesem Vorwand irgend eine Überwachungsmassnahme durch. Dass 80% der KiPo Server in Deutschland stehen (gemäss CCC) und dass man stattdessen gegen eben diese vorgehen müsste, davon redet niemand.
Hey Rambo, wie gehts?
John Rambo schrieb:
sorry, aber pornografie ist nicht schädlich. genausowenig, wie killerspiele schädlich sind. genausowenig wie death-metal schädlich ist. genausowenig wie markenkleider schädlich sind. genausowenig wie alkohol schädlich ist. genausowenig wie laute musik schädlich ist. genausowenig wie karotten schädlich sind. oder erbsen. oder sauberes wasser. es ist immer die menge die das gift macht.
Recht hast Du. Die Menge und der Umgang, die Verarbeitung.
Nicht jeder kommt mit der gleichen Art oder Menge von Alkohol gleich gut weg. Was dem einen ein Genuss ist, wird für einen anderen zur Sucht und andere wiederum finden es eklig oder kriegen körperliche Probleme.
Für manche (gerade auch junge Paare) ist Pornokonsum eine Bereicherung. Für einige ist es die Eintrittskarte in eine Welt aus Illusionen und Selbsttäuschung.
@Nicole Althaus:
Super Beitrag! Finde ich gut wie die “Falsche” Entrüstung entlarvt wird.
Von nichts kommt nichts. “Die Jugend” ist nicht von sich aus so wie sie ist (schlimm war sie ja schon in den Zeiten von Sokrates), sie wurden so von der Welt mit der sie Kontakt haben geformt, insbesondere auch aktiv und passiv von den Eltern (und der Schule, und den Medien, und den anderen Kindern, und und und).
@Elfriede:
Die meisten Pornos sind in den USA gemacht, zumindest das was in den “westlichen” Ländern so konsumiert wird…es gibt zwar einige die auf Asiaten stehen, aber so viele sind das nun auch wieder nicht. (bös gesagt)
Heinrich schrieb
“Dass 80% der KiPo Server in Deutschland stehen (gemäss CCC) und dass man stattdessen gegen eben diese vorgehen müsste, davon redet niemand.”
Link zur Quelle?
80% der KiPo in Deutschland? Kann ich fast nicht glauben.. wäre bisschen sehr viel.
Wobei Porno und Kinderporno gleich mal 2 ganz verschiedene Sachen sind die auf keinen Fall vermischt werden sollen.
Es gibt zumindest Server mit Kinderpornografischen Material gegen welche die Deutschen Behörden scheinbar nichts unternehmen, das ist Fakt.
Hier ein Artikel einer Kinderschutzorganisation
Ich mache momentan die Erfahrung, dass 13 – 16 jährige Mitschüler meiner Tochter extrem unter (Gruppen-) Druck stehen dass sie schon mal ein MädcheN “gef**ckt” haben sollten – nur schon dass ausschliesslich dieser unschöne Ausdruck für Sex miteinader haben benutzt wird zeigt schon woher dieser Druck kommt – ich finde es oft sehr traurig, wenn solche Buben, die oft noch aussehen als würden sie lieber zuhause Lego oder Seifenkisten bauen sich solchem Stress aussetzen müssen immer mega cool rüberzukommen und (meist chancenlos, weil den Mädchen in diesem Alter körperlich schon sehr unterlegen) unbedingt “eine geile Chick aufreissen” müssen – und ich finde es auch traurig, dass die Teenies oft auch meinen die Pornografischen Vorlagen müssten dann möglichst “nachgespielt” werden weil das die Norm von Sexualität sei, abgesehen von körperlichen Komlexen bei beiden Geschlechtern die solche “Vorbilder” auslösen können.
Meiner Tochter und ihren Freunden sage ich das immer wieder, dass Porno eine Spielart von Sex ist, das meiner Meinung nach abgestumpfte Erwachsene vielleicht brauchen, die selber keine Fantasie haben – dass Porno überhaupt nicht der Norm entspricht und dass Sex sehr schön, liebevoll und behutsam sein soll, vor allem am Anfang der sexuellen Erfahrungen.
Leider sind halt viele Eltern auch sehr verklemmt und doppelmoralig (nur weil man ab und zu mit Mutti einen Porno reinzieht ist man ja noch lange nicht kommunikationfähig oder aufgeschlossen in Sachen Sex) – die Pubertät ihrer Kinder wäre hier wirklich mal eine Chance die eingene Einstellung zu überdenken! Viele Eltern wollen sich überhaupt nicht mit der Sexualität ihrer pubertären Kinder auseinandersetzen – da gibt es z.B. die Mutter, die überhaupt nicht reagiert, als hätte sie nichts gehört, wenn ihre Tochter sie fragt, ob sie das 1. Mal bei ihrem Freund übernachten dürfe oder die andere Mutter, die ihrer Tochter verbietet die Pille zu nehmen, andere Eltern spielen Gefängniswärter und sperren ihre 15/16 jährigen Töchter zu lächerlichen Zeiten ein.
und – ja es stimmt, dass viele, nicht nur Jugendliche, keine Ahnung von den anatomischen / physischen und psychischen Gegebenheiten ihrer eigenen, geschweige der gegen-geschlechtlichen Organe und Vorgänge im Körper haben – lustiges Beispiel aus der letzten Prüfung in Sexualkunde der 3. Sek: Hier wird der Schwellkörper im Penis z.B. als Penisknochen oder Eileiter bezeichnet
Vielleicht sollten wir den Kleinen mal erklären, dass Pornos auch nichts anderes sind als Reizwäsche, Chilies und Massageöl – reines Hilfsmittel halt, welche, wenn die Beziehung nicht stimmt, genausoviel nutzen wie eine Autozeitschrift um von A nach B zu gelangen.
Was vor allem fehlt, ist eine Aufklärung, was richtige Liebe und darin integrierter Sex ist. Fehlt dieses Wissen, glauben die Kleinen, wider besserem Wissen, halt immer noch, dass ihr FastFood AnfängerSex immer noch das Gelbe vom Ei sei.
Wenn sich ein Teenager diesem Druck entziehen möchte, müsste er ja eigentlich nur sagen, dass er dem Kinderkram bereits entwachsen sei, und er nun, da die primitivsten Bedürfniss im Ueberfluss gestillt wären, nur noch eine echte Beziehung eingehen wolle. Dies als Erkenntnis aus vielen vorangegangen, unbefriedigenden LowLevel-Ficks welche die Kollegen – so erbärmlich sie auch sind – halt immer noch als unterstes Etappenziel vor Augen haben.
Es ist es ja nicht zwingend, dass man sich zuerst mal durch Unmengen von FastFood fressen muss, um sich richtig und gut ernähren zu können.
Ich würde den leuten, die sich hier für zensur aussprechen empfehlen sich mit ihren kindern über dieses thema zu unterhalten. den staat zensurieren zu lassen bedeutet, sich aus der verantwortung zu stehlen.
vielleicht sollten diese “porno ist schlecht” leute auch mal mit dem partner zusammensetzen und sich einen guten porno gemeinsam ansehen. vielleicht belebt es sogar das schlafzimmer neu. den porno zu verteufeln passt aber in die immer konservativere und feindbildsuchende gesellschaft. überall wird nach zensur und verboten geschrien. die meisten dieser Schreier ziehen es aber selten in erwägung ihren “feind” zu kennen. es wird das wiedergegeben was man hörte oder las.
was mich bei den zensuristen am meisten stört, ist die parallele zwischen porno und kinderporno zu ziehen. dass sich 80% der kinderpornos auf deutschen servern befindet ist absolut idiotisch und diese statistik würde ich echt gerne mal sehen.
ich habe als jugendlicher selbst oft pornos konsumiert als man diese noch nicht vom netz ziehen konnte. es war nicht schwieriger als heute an diesen stoff zu kommen. wenn man sich aber im internet normal bewegt wird man mit pornographie auch nicht in kontakt geraten. allein google hat einen suchfilter der pornographie und gewalt von hause auf ausschliesst. falls man es wünscht eine Miley Cyrus nackt zu sehen, muss man die bildersuchbestimmungen in google explizit ändern.
@heinrich: was bitte hat das mit links zu tun? so ziemlich jeden punkt den sie aufgeführt haben beanspruchen die rechten schon für sich
als anregung: versetzt euch in eure kinder die in ein paar jahren volljährig sind und einem staat gegenüberstehen der alles und jeden zensuriert. glaubt mir, diese kinder werden euch dafür nicht dankbar sein. verbote führen eher dazu die grenzen noch weiter auszuschöpfen. sodomie und sm in seiner harten form sind heute schon verboten und doch geschieht es weiterhin. warum? weil menschen nicht einfach durch zensur umerzogen werden können.
fakten:
die USA sind die top 1 was pornographie anbelangt. pro tag entstehen ca. 3 neue pornos. gedreht von amerikanern, mit amerikanern, für amerikaner. die usa ist marktführend genau aus dem grund, weil sex in den usa als teufelswerk gilt. man sehe sich nur mal aktuelle streifen aus hollywood an. köpfe explodieren, glieder werden abgetrennt in high definition und blut kann es ohnehin nie genug haben. diese filme sind dann bei uns FSK 16, wenn überhaupt. sieht man aber nur eine nackte brust in diesen filmen, wird das FSK auf 18 gesetzt. DAS! ist pervers.
China/Japan ist statistisch gesehen sicherlich das am perversesten funktionierende volk was sexualität anbelangt. vom schulmädchenschlüpfer aus dem automaten bis zu hard bondage… dies bekommt man hauptsächlich aus dem asiatischen markt. die zensur in china ist grundsätzlich nur für regierungskritische stimmen gedacht. aber wenn wir dies auch in der schweiz wollen, dann bitte fangt an das internet zu zensurieren und fresst was euch die politik vorwirft. denn einmal angefangen wird es einen rattenschwanz mit sich ziehen.
zum thema kinderpornographie:
das internet hat der polizei erst richtig ermöglicht, kinderschänder ausfindig zu machen. was früher über die post ging, wird heute “öfffentlich” konsumiert. und jeder der kinderpornos braucht hinterlässt seine spuren im www. es gibt immer zwei seiten. und jede seite hat seinen negativen wie positiven faktor.