Neulich stiess ich im Internet auf den neuesten Youtube-Running-Gag. Es handelt sich um eine Aufnahme des russischen Sängers Eduard Kiehl, der eine Vocal-Version seines Lieds «Ich bin froh, endlich daheim zu sein» («Я очень рад, ведь я, наконец, возвращаюсь домой») zum Besten gibt. Ich fand das ziemlich lustig und kicherte vor dem Computer in mich hinein, als meine Tochter daherschlenderte. Sie sah sich den Typen an. Normalerweise siedeln Erwachsene und Kinder, was den Humor anbelangt, in einigermassen weitentfernten Gefilden. Aber beim Anblick Eduard Kiehls brach sie, zum grossen Erstaunen ihres jüngeren Bruders, in spontanes Gelächter aus.
Viele glauben, Kinder hätten keinen Humor und seien nicht lustig. Marion Bönsch-Kauke, eine über Kinderhumor forschende Psychologin, ist sogar überzeugt, dass jedes Kind Humor hat, der sich sehr vielfältig äussert, von Spitznamen und Sprachspielen bis zur Situationskomik. Nur verstehen die Erwachsenen das oft nicht, tun es als Unsinn ab, kindisches Geblödel. Tatsächlich trainieren Kinder, auch wenn sie episch die Ausscheidungsvorgänge des menschlichen Körpers deklinieren, ihren Sinn für Witz.
Marion Bönsch-Kauke erklärt es so: Humor ist eine Kategorie des sozialen Verhaltens und Erlebens, wodurch Unvereinbarkeiten (Konflikte, Ambivalenzen, Unsicherheiten, Ängste und Widersprüche) im Zusammenleben spielerisch kreiert, erheiternd verstanden und zunehmend witzig aufgelöst werden.» Aha. Man könnte es auch so sehen: Humor ist ein gewinnender Charakterzug. Beziehungen, Karrieren, ja ganze Imperien lassen sich darauf gründen. Vor allem kann man damit auch das andere Geschlecht beeindrucken. Humor macht attraktiv, wofür Woody Allen oder Victor Giaccobo bezeugen.
Wie man lustig ist, bleibt ein Mysterium. Humor ist eine Gabe, ein Aspekt der Persönlichkeit und individuell ziemlich verschieden. Es ist ein Spiel, das man durch jahrelange Übung perfektioniert, eine Sprache, mit der man lernen muss, umzugehen. Schon nur, bis man einen öden Witz hinkriegt, dauert es lange. Man muss üben und seine Eltern immer weiter mit Unlustigem quälen, um es hinzukriegen.
Womit wir bei der Pointe wären. Meine Kinder sogar einen geradezu heiligen Ernst, wenn es darum geht, herauszufinden, warum ein Witz Spass macht. Sie erfinden selber Geschichten, die sie für lustig halten, aber im Nichts enden, und dann schauen sie erwartungsvoll. Sie müssen noch lernen, dass nichts weniger lustig ist, als ein misslungener Witz. Und ist ihnen mal einer gelungen, wollen sie ihn immer wieder erzählen. Es nützt nichts, ihnen zu erklären, dass Pointen durch Überraschung funktionieren, also nach einem Mal verbraucht sind.
Jüngst erzählte mir meine Tochter folgendes: Kommt ein Mann in ein Fundbüro und sieht da ein Schild: Hier haben sie nichts verloren. Ist das jetzt ein Witz? fragte sie mich. Well, du hast eine Pointe, sagte ich und dachte: fehlt nur noch der Witz. Aber das braucht es ja auch nicht immer. Und so wandten wir uns wieder Eduard Kiehl zu und kicherten uns gegenseitig unter den Tisch.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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@ pippi
hmm…, ich bezweifle zwar, ob: “…auch du gummi-maid!” so berühmt werden wird, wie das original-zitat – aber wer weiss?
übrigens, heute war ich es, der sich ziemlich geschmeichelt fühlte.
Na ja, hinter dem Film steckt wohl eher die Sehnsucht, die Welt möge doch einfacher sein, als sie ist.
In dem Sinne sind die Frauen schon “schuld” daran. Männer sind typischerweise was Liebesbeziehungen angeht ja schon einfacher gestrickt. (Siehe Ehemänner/ -Frauenladen gestern.)
@Widerspenstige: eher umgekehrt, ihr seid langsam verzweifelt, dass so viele Männer lieber mit einer Ausländerin oder einer Gumipuppe Vorlieb nehmen, als sich mit euch abzugeben…
@Roland Strasser: echt?! Dann findet die Vorsortierung bereits automatisch statt und den selbstbewussten Frauen bleiben dann die Männer, denen der ‘Nahkampf-auf-Augenhöhe’ noch immer riesig Spass macht und es sogar spannend finden, nicht sofort ans Ziel zu gelangen. That’s the real adventure, man!
Findet ihr das nicht peinlich euch auf diesem Niveau auszutauschen?
Selbstbewusste Frauen sind interessant. Frauen, die Prinzessinengehabe mit Selbstbewusstsein verwechseln, weniger.
(Bevor sich wieder die halbe Welt betupft fühlt: Ich rede nicht von Anwesenden.)
@Hotel Papa: das hast Du richtig erkannt. Leider kennen noch zu wenig Frauen den Unterschied davon. Das ist die eigentliche Tragik des weiblichen Geschlechts heutzutage.
@Widerspenstige: euch bleiben dann die Softies, die Bettler und die Schwulen. Tönt abenteuerlich, hmja.
@Pippi: je, die alte Version war böser, gemeiner. Das Remake ist eher eine Komödie. aber dort verwandelt sich eine zynische, verbiesterte Emanze in eine adrette, sexy Ehefrau. Sehenswert!
hmm…, es mag höhere ziele geben als jene leicht unterhalb der taille, aber kaum süssere….
@Strasser, bitten Sie doch Auguste, Ihnen mal ein paar Nachhilfestunden zu geben, damit Sie ihr Glück auch bei Schweizer Frauen finden und nicht nur bei Ausländerinnen, die nicht verstehen, was Sie sagen. Als Anfang lassen Sie sich mal den letzten Eintrag von Auguste durch den Kopf gehen, verstehen Sie, was das bei Frauen auslösen kann? Möchten Sie das auch können? Üben Sie!
@Widerspenstige
“Augenhöhe” ist gut. Soll zuerst eine Frau gleich gross sein wie ich.
@Pippi Langstrumpf
Es gibt Männer die mehrere Sprachen lesen, schreiben, sprechen ausser nur emanzisch. Bei mir sind es z.B. vier Fremdsprachen.
@Laura TI
Das hat der alte Archimedes schon festgestellt. Man nennt das ein kommunizierends Gefäss. Die Bschütti läuft von selber aus dem Schorgraben in das Bschüttloch. Aber wehe das Loch ist auch schon voll!
@Vietcong: Horinka ist ein Pflaumen-Schnapps aus der Karpaten-Region. Danke für den Tip, aber metal-Fan werde ich trotzdemn nicht… Ja, die Gesundheit von Arsen lag mir deshalb am Herzen,weil er schlimmeres Temprament als “Koba” himself hat.
@Pippi: Snoop Dogg mit 14 zu hören ist schon een bisschen krass, aber ich finde es SUPER, das Sie sich damit auseinandergesetzt haben und nicht verboten haben. Sie wissen ja schon, DEr Reiz des Verbotenen.
@R. Strasser: Woher wissen, wie viel Sex ich habe??? Im übrigen zwinge ich Sie ja nicht diesen Blog und meine Kommentare zu lesen.
@Pippi: “bitten Sie doch Auguste, Ihnen mal ein paar Nachhilfestunden zu geben”
Die eine Persönlichkeitshälfte von Auguste kann er schon: Das Andersdenkenden unter der Gürtellinie an den Karren fahren. Zugegeben nicht so geschliffen, aber mit der gleichen Verve und Rücksichtslosigkeit.
Da kann sich bei mir dann lang die Grundline Decken: Bei solchen Menschen bleibe ich misstrauisch.
¦Max: Was für Sprachen sprechen Sie denn??? Bärner-Dütsch,Französsisch,Englisch und Hoch-Deutsch???
@Nastia:Buenos dias hermana….. hast du noch die schönen Kommentare unseres kollegen Strasser gelesen gestern… ?
@Tobi: Yep, musste ich quasi…
@Pipi…ahem, August hat eine Griechin zuhause, nur so. Vielleicht muss er deshalb sein zärtliches Geflirt hier ablassen, weil die Mama zuhause es nicht versteht
Wer hat gesagt ich hätte kein Glück bei Schweizer Frauen? Ich sagte nur, dass diese im Verhältnis zu ihren ausländischen Kolleginnen tendenziell zu viel über sich nachdenken und das Einfache verkomplizieren und von der Emanzipation überfordert, weil sie meinen, wenn sie zum Mann biestig sind und ihn verhöhnen und als Trottel hinstellen, diene das ihrem eigenen Fortkommen. Aber selber etwas bieten (attraktives, gepflegtes, feminines Äusseres) – Fehlanzeige. Prinzessin ist gut so wie sie ist, das reicht.
@Roland Strasser: Was haben Sie denn so zu bieten??? Das Sie sich erlauben über andere auszulassen…
hmm…, wie erfreulich, dass es china-rubber gelungen ist, mit dem modell “prinzessin” den hiesigen geschmack so vorzüglich zu treffen.