
Die natürlichste Sache der Welt? Die achtjährige Bettany an Mamas Brust. Still aus dem Dokumentarfilm «Extraordinary Breastfeeding»
Das Bild eines Babys an der Brust seiner Mutter ist längst zum Sinnbild von Mutterschaft schlechthin geworden. Das Bild eines Schulkindes am Mutterbusen hingegen ist ein Garant für hitzige Diskussionen. Nicht umsonst hat der Dokumentarfilm «Extraordinary Breastfeeding», der eine Mutter begleitet, deren achtjährige Tochter noch regelmässig an der Brust nuckelt, das Langzeitstillen vor zwei Jahren über Nacht zum Smalltalkstoff in jedem Pub Grossbritanniens gemacht. Letztes Wochenende nun sorgte ein Artikel über das Buch «Breastfeeding Older Children» der Autorin Ann Sinnott für eine Neuauflage der Debatte im angelsächsischen Raum. Man könnte gar von einer Offensive des Still-Kulturkampfes sprechen, den wir auch hier im Mamablog thematisiert haben. Die Fronten sind klar: Sie lassen sich auf die Quintessenzen «total natürlich» auf der einen und «total pervers» auf der anderen Seite reduzieren.
Aber zurück zur Quelle, zum Busen also. Autorin Ann Sinnott umkreist ihn dialektisch. Sie stellt in ihrem Buch durchaus interessante Fragen: Stillen Mütter aus eigenem Bedürfnis nicht ab? Oder lassen sie den Nachwuchs zur Brust, weil es diesem gut tut? Profitieren Kinder, die Beisserchen haben und normal essen können, gesundheitlich überhaupt noch von der Muttermilch? Was richtet Langzeitstillen in der Partnerschaft an? Sind Männer zurecht irritiert, wenn Schulkinder noch an Mamas Busen hängen? Nur um darauf allerdings die in ihren Augen einzig gültige Antwort zu geben: Langzeitstillen sei wichtig und richtig. Die natürlichste Sache der Welt, die in vielen Ländern auch heute noch ganz selbstverständlich gepflegt werde. Die Stigmatisierung von stillfreudigen Müttern sei nichts weniger als ein «kulturelles Vorurteil» und eine «Missachtung eines natürlichen weiblichen Bedürfnisses».
Prompt wird die Autorin von Stilllobbys wie die La Leche Lega und auf diversen Stillseiten und Momblogs als «Göttin des Stillens» bezeichnet, als Verfasserin der neuen Stillbibel, ja sie wird zur feministischen Ikone hochgeschrieben, die sich sozusagen für die Urbedürfnisse einer jeder Mutter stark macht und ein gesellschaftliches Paradigma umstösst.
Ist das tatsächlich so? Würden wir Mütter am liebsten unsere Kinder bis zur Volljährigkeit stillen, wenn man uns nur liesse? Entschuldigen Sie meinen Zynismus, liebe Leserschaft, aber die süsse Muttermilch stösst mir mittlerweile etwas sauer auf. Vor allem wenn sie gar nicht mehr versiegen will und mit dem obligaten Argument «das-machen-die-Ureinwohner-von-Papuaneuguinea-auch-so» verabreicht wird.
Ich bin ja durchaus eine Freundin von Autoren, die kulturelle Paradigmen hinterfragen und umstossen. Und ich zeige auch nicht mit dem Finger auf Mütter, die ihre Kinder ein Jahr und länger stillen. Aber ich bin skeptisch, wenn gut ausgebildete und gut genährte Frauen, die alle Vorzüge der industrialisierten westlichen Welt geniessen, total selektiv und meist in Mutterbelangen die weiblichen Sitten in Entwicklungsländern zum Vorbild erheben. Auch wenn laut WHO Kinder weltweit gesehen durchschnittlich erst im Alter von vier Jahren abgestillt werden: Ein vierjähriges Nintendo-DS-spielendes Kind in London hat wenig gemeinsam mit einem vierjährigen Kind in einem ländlichen Gebiet, in dem das Trinkwasser womöglich verschmutzt ist.
Darüber hinaus finde ich es geradezu dumm, um nicht zu sagen fahrlässig, wenn man Emanzipation neuerdings auf prall gefüllte Brüste und die weibliche Aufzuchtslust reduziert. Eine Autorin, die wie Sinnott, allen Ernstes Sätze schreibt wie: «Durch die Mutterschaft mit einer funktionierenden Brust im Zentrum kann eine Frau besser zu sich finden.», hat für meinen Geschmack ein etwas zu Oberweite-fixiertes Frauenbild, um als neue feministische Ikone gefeiert zu werden.
Ich glaube nämlich nicht, dass Sinnots bewegte Geschlechtsgenossinnen einst Büstenhalter verbrannt haben, damit sich die nachfolgenden Generationen nun lebenslänglich den Still-BH umschnallen. Und Sie?
Lesen Sie auch: Die Schreckensherrschaft stillender Brüste
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Nein Herr Strasser, das hat mann nicht, aber dafür hat mann die rechte Hand, wenn’s nur um die schnelle Entspannung geht. Sex zu zweit ist ein Happening, es sollte ein gegenseitiges Bedürfnis sein, sich aneinander und miteinander zu freuen, und manche brauchen halt etwas länger. Aber ich sehe schon, wenn das hier so weitergeht mit Ihnen, mutiere ich noch zu der “Lieben Eliane. Ich werde mich also bemühen, Ihre diesbezüglichen Fragen zufrieden stellend zu beantworten, schon Freud fragte sich ja “was will das Weib”.
@*sigh* 16:58
Unterschreibe ich, mit einer Ausnahme: Ich halte “Sticks and stones will break my bones but words can never hurt me!” für den grössten Schrott, der je gedichtet wurde. So gesehen möchte ich Leib & Leben schon etwas erweitert sehen. Aber eine abschliessende Antwort darauf (ob gefahr fürs Seelenheil besteht) kann beim aktuellen Thema wohl niemand geben.
@Hotel Papa: got me! aber über das “Davor”, das “Währenddem” und das “Dazwischen” wollen wir jetzt hier nicht allzu grosse Worte verlieren, oder?
@yves
klar, es ist ihre entscheidung. ich kann es einfach nicht nachvollziehen. leider verstehen das – wie man hier drin gesehen hat – einig damen falsch. nicht nachvollziehen = nicht verstehn. was nicht bedeutet, dass ich missionieren will… auf keinen fall. ich kann es einfach nicht nachvollziehen. punkt.
ob es für das kind eine rolle spielt weiss ich nicht. ich denke eher nicht. genauso wenig wie es eine rolle spielt, ob das kind per kaiserschnitt oder auf normalem weg geboren wurde. für das kind spielt wohl vorallem die emotionale bindung zu mutter und vater eine rolle. wie es aufwächst, wie es behandelt wird, wie es geliebt wird, wie es erzogen wird, etc.
Hotel Papa, der Strasser ist halt etwas ungeduldig und steht sich dann selbst im Weg…..
@cornelia schneider: Gut. Dann verstand ich dich ja richtig. Ich denke, wenn die Bequemen unter den Unwilligen wüssten, dass Stillen einfach super ist zum abnehmen… aber lassen wir das
Stillen bis 7-8Jahren? Glaube irgendwelche Schäden wird das Kind schon mitnehmen…
@Yves
Ich habe erst richtig abgenommen, als ich abgestillt habe. Weil ich mich dann wieder mehr bewegt habe. Aber das ist bestimmt von Frau zu Frau verschieden!
@yves
ja, ist wohl besser ;o)
@Pippi: nein, aber es ist schon so, dass heute als “guter Liebhaber” das Qualitätskriterium darin besteht, wie lange er und “er” können. Daneben allenfalls anatomische Masse und Gegebenheiten (was die Frauen ja immer leugnen, wieso eigentlich?).
Sie müssen zugeben, dass in all den Tausend Jahren brutaler Unterdrückung der armen Frauen, nie Männer die “Qualität” von Fraeun auf den Sexaspekt (wie eng ist sie, wie gut bläst sie, wie laut stöhnt sie, wie schnell wird sie feucht) oder auf anatomischen Faktoren reduziert haben. Im Gegenteil, die Kerle haben ihre Schönheit besungen, ihr Wesen und ihr Mysterium gefeiert. Und Länder erobert aus Liebe.
Und von uns, den Nachfaren der Krieger und Poeten, wird verlangt, dass wir Eiertänze veranstalten und einen ganzen Fussballmatch lang am richtigen Ort und der richtigen Stelle…sie verstehen.
Und ich rede durchwegs von Schweizer Frauen. Und muss zugeben, dass meine Auslanderfahrungen ein etwas anderes Bild ergeben: erregter, schneller, freizügiger, unkomplizierter.
Und ohne danach ein Vis-à-Vis mit Frank A. Meyer zum Thema zu veranstalten.
@roland strasser
lol…. ich könnte noch lange ihre kommentare lesen… aber jetzt muss ich meinen mütterlichen und hausfrautechnischen pflichten nachkommen.
Ach Strasser, was kennen Sie bloss für Frauen?
Man weiss aus der Forschung, und viele Frauen wissen es auch ohne Forschung, dass in der richtigen Atmosphäre, wenn alles stimmt, auch Frauen innerhalb von wenigen Minuten manchmal nur Sekunden, zum Orgasmus kommen können.
@ strasser
also du kannst einem wirklich leid tun. was bist du bloss für ein gebranntes kind, dass du dich von den frauen so unter druck gesetzt fühlst. nimms doch einfach mal etwas easy junge. du musst gar niemandem was beweisen, nimms einfach so wies kommt, wenns kommt, egal wos kommt, oder wie lang das es dauert bis es kommt.
zum beitrag:
mutter kann ihr kind durch exzessives stillen durchaus zur eigenen bedürfnis- bzw. lustbefriedigung missbrauchen. in solchen fällen soll und muss meiner meinung interveniert werden – wie bei anderen formen von missbrauch auch. entscheidend hierfür dürfte sein, ob das stillen einem bedürfnis des jeweiligen kindes entspricht oder nicht. dass saugen an der mutterbrust dem bedürfnis eines gesunden kindes im schulalter entspricht fällt schwer zu glauben. es bleibt der verdacht krankhafter bedürfnisse der mutter. aber selbst wenn das kind die mutterbrust aus freien stücken aufsuchen sollte, ich kann mir kaum vorstellen, dass stillen bis ins schulalter (!) gut sein soll, für die autonomieentwicklung eines kindes. werden kinder durch zu langes oder zuviel stillen tatsächlich und erheblich geschädigt, ist dies auch keine simple privatangelegenheit mehr.
@ strasser
jetzt habe ich aus mitgefühl einige deiner posts nochmals gelesen und ich muss dir gleich noch einmal mein bedauern aussprechen, dass da scheinbar ein so grosser druck auf dir lastet. dass du solch schlechte erfahrungen mit frauen gemacht hast. aber bitte schliess doch nicht von deinem eigenen ängsten auf andere. du muss dich den frauen doch nicht derart unterordnen, dass am schluss der blog und die art wie du hier über frauen sprichst, zu einer karikatur von dir selber werden! du hast das doch besser verdient!
Ist doch völlig klar. Wenn eine Mama einen 8jährigen säugt, dann kompensiert sie ihre verlorene Sexualität mit dem Kind. Aber sie hat keine Schuld, natürlich treiben sie pöse Männer aus der Vergangenheit zu diesem Verhalten. Oder Dämonen.
Treffend und wahrheitsgetreu dargestellt.
Strasser, jede Zeile wird Sie weiter ins Dilemma befördern.
Das Wasserloch verhält sich zu einem Elephanten genau so wie dieses Forum zu einem Neurosen-Sucher.
Das Paradies.
@vietcong
der strasser hat heute tief blicken lassen – seine Nöte, sein 25maliges erleben, dass Frauen offenbar durch Machosprüche allein nicht zum Orgasmus kommen und damit dann nicht mehr zufrieden sind… nun verstehe ich auch besser, warum er von Politikern begeistert ist, welche sich frustierte Alkibräute aus dem Osten zukommen lassen. Die sind dann (wenigstens fürs Erste) auch zufrieden und dienstbar, wenn man kein guter Liebhaber ist, Hauptsache man schlägt sie im Suff nicht, wie es in ihrer Heimat der Fall ist….
So anspruchslos müssten eben auch schweizer Frauen sein, denkt er sich.
@ Laura
Manchmal vergesse sogar ich meine gute erziehung, aber Sie haben Recht: Wozu sich aufregen?
@ Roland Strasser
Also, wie viele es waren bei mir wissen nur 2 menschen und dabei wird es auch bleiben. Sex ist für mich etwas besonderes, nicht wie Kaffee trinken, da mag ich nicht über zahlen reden.
Das mit den 25 Orgasmen in 25 Jahren will ich ja nicht hoffen für Ihr Frau.
Dass sich eine Frau den Orgasmus bei Ihnen verdienen muss mit Geburtsschmerzen ist ja allerhand ,ist das wirklich Ihr Ernst? Sie mussten ja auch keine Geburtschmerzen erleiden, missgönnt Ihnen Ihre Frau deswegen den Orgasmus? Welchen Op’s haben Sie sich bis jetzt unterziehen müssen und wie viel davon haben Sie ohne Narkose machen lassen?
Habe meinen Grossen spontan geboren und es war ein Alptraum, so dass ich nie mehr freiwillig schwanger geworden wäre. Mein Kleiner war ein Notkaiserschnitt und ab dem Zeitpunkt als die Anästhesie gewirkt hat war es ein Sonntagsspaziergang. Wenn ich je wieder schwanger werden würde (was nicht möglich ist) und mir der Arzt ein Wunschkaiserschnitt verweigern würde, ich würde einen Keuschheitsgürtel anziehen, Schlüssel ins Maisfeld werfen und mir die Beine mit Sekundenkleber zusammenleimen, wenn die 1. Wehe kommen würde.