Leben


Nicole Althaus am Montag den 15. März 2010

Der Niedergang der Sekundarstufe

SCHWEIZ HORGEN SEKUNDARSCHULE

Zum sozialen Zündstoff kommt nun noch der Lehrkräftemangel hinzu: Blick in eine Zürcher Sekundarstufe. (Bild: Keystone)

Man wird ja in der Schweiz gern angeschossen, wenn man Kritik an der Sekundarstufe übt. Nicht weil die  Oberstufe ohne Fehl und Tadel wäre, sondern weil das duale Bildungssystem mit der Berufslehre neben der universitären Ausbildung  in diesem Land fast ebenso identitätsstiftend ist wie Willhelm Tell. Ja, das Modell Sekundarschule und Berufslehre gilt als einer der Erfolgsfaktoren der Schweizer Wirtschaft. Und das wohl nicht zu unrecht.

Umso tragischer, dass die  Sekundarschule in den Augen vieler Eltern heute nicht mehr als Wunsch-Bildungsziel für den Nachwuchs gilt. Der soll, wenn irgend möglich, ins Gymi.  Man erklärt dieses Phänomen gern mit der übertriebenen Bildungsangst der Eltern in Zeiten der Globalisierung. Oder aber mit dem erzieherischen Optimierungstrend, der die ersten Karriereschritte ins Kinderzimmer vorverlegt hat. Beides mag durchaus seinen Teil zur Konjunktur der Gymnasien beigetragen haben. Allein aber erklären sie nicht, weshalb der Bildungswert der  Sekundarschule innerhalb einer einzigen Generation so massiv hat einbrechen können.

Seit mein eigener Nachwuchs eingeschult ist und ich mich zwangsläufig vemehrt mit unserer Volksschule beschäftige, glaube ich nicht mehr, dass diffuse,  theoretische Ängste die Eltern in die Arme von Lernstudios oder privaten Oberstufen treiben, sondern vielmehr ganz konkrete Einblicke in eine Bildungsstufe, die fast nur noch negative Schlagzeilen generiert: Der Schlägertrupp, der im vergangenen Dezember in Luzern die Polizei auf Trab hielt, bestand aus Sekundarschülern aus Luzerner Agglomerationsgemeinden. Die Jugendlichen, die sich in Wädenswil im Sommer letztes Jahr an einem Mädchen vergriffen, besuchten die Oberstufe in der Seegemeinde. Die brutalen Schläger von der Goldküste hatten vor kurzem  die dortige Oberstufe abgeschlossen. Man könnte diese Liste beliebig verlängern.

Die Sekundarschulhäuser, einst Ausgangspunkt einer typischen Schweizer Berufskarriere, sind zu Problemschulen geworden. Zum sozialen Zündstoff kommt nun noch ein personeller Notstand dazu: Der Schweiz fehlt es an Oberstufenlehrkräften. Um die Auflösung von Sek-Klassen zu verhindern, stellen die Behörden aller Kantone vermehrt Primarlehrerinnen ein, die für diese Aufgabe nicht ausgebildet sind. Laut «NZZ am Sonntag» besitzt in den Kantonen Luzern und Solothurn ein Drittel der Oberstufenlehrkräfte kein Sekundarlehrerpatent. Im Kanton Zürich steht jeder achte Lehrer oder Lehrerin ohne entsprechende Ausbildung vor einer Sekklasse. Mit fatalen Konsequenzen: Die Lehrer sind stofflich überfordert, sie kämpfen häufig mit massiven Disziplinarproblemen – gerade weil die unerfahrenen Einsteigerinnen und Einsteiger gern in die unbeliebten Niveau B und C-Klassen gesetzt werden, welche die erfahrenen Lehrer nicht übernehmen wollen. Und sie hängen ihren Beruf bald wieder an den Nagel. «Eine Primarlehrkraft in der Sekundarschule», lässt sich Anton Strittmatter vom Schweizer Lehrerverband zitieren,  «das kann im Einzelfall gutgehen.» Im heutigen Ausmass sei das aber hochproblematisch. «Es droht ein massiver Einbruch der Schulqualität.» Entspannung ist nicht absehbar. Im soeben erschienen Bildungsbericht jedenfalls ist zu lesen, dass «sämtliche pädagogischen Hochschulen zusammen nicht genügend neue Lehrkräfte ausbilden, um den Bedarf längerfristig zu decken.»

Das sind keine Worte, die Eltern ermuntern, stoisch an die Oberstufe zu glauben, den Kern des dualen Bildungssystems.  Und ehrlich: Wer kann bei solchen Voten von Seiten der Schulbehörden, Eltern nicht verstehen, die alles daran setzten, ihr Kind erfolgreich durch die Gymiprüfung zu lotsen?

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703 Kommentare zu „Der Niedergang der Sekundarstufe“

  1. max sagt:

    @Pippi Langstrumpf

    Sie finden die Kinder sollten lernen, was ihnen Spass macht. Das stimmt sicher für KINDER. Dort genügt es, wenn die Grundfertigkeiten in Lesen, Schreiben, Rechnen, Hauswirtschaft und Handwerken für alle verbindlich eingeübt werden.

    Von mir aus gesehen bilden wir viel zu viele überflüssige Germanistinnen, Philosophinnen, Psychologinnen, Soziologinnen, Pädagogikwissenschafterinnen, Theologinnen, Anglizistinnen, Medienwissenschafterinnen, Politologinnen aus. Sie bleiben nachher arbeitslos oder man muss sie als Gleichstellungsbeautragte beim Kanton oder der Gemeinde anstellen, damit man der Quote zuliebe eine Frau mehr beschäftigen kann.

    Bei den Erwachsenen sehe ich das anders. Uni-Lehrgänge sollten von den Studenten kostendeckend bezahlt werden. Sie können meinetwegen auf Kredit in die Uni, aber sie müssten es hinterher abstottern. Das würde vielen von diesen schöngeistigen Geisteswissenschafter lehren, ob sie etwas nützliches mit ihrem Erwachsenenleben anfangen wollen!

  2. Eni sagt:

    @ Suha

    Bei uns auf dem Land ist die Situation auch noch nicht so prekär, aber wie heisst es so schön: wehret den Anfängen.

    Dem, dassLehrer überbezahlt sein sollen muss ich wiedersprechen. Warum hat es überall Lehrermangel?

  3. lisi sagt:

    @suha
    Vielen Dank für diesen Bericht. Spannend zu lesen und macht auch Mut, dass es nicht ganz verkehrt ist, die Kinder erst einmal in die Sek zu schicken.

    Erst war ich etwas unsicher als ich die jungen Lehrer sah an unserer Sek, die sind aber alle wirklich motiviert und haben auch die entsprechende Ausbildung. Vom Alter her sind sie bestimmt auch nicht von der Sorte Alteingesessen…

  4. Eni sagt:

    @ Monato Roddenberry

    Ist aber nicht genau das das Problem? Das es ein teufelskreis ist?

    Je mehr Sozialhilfeempfänger desto weniger Kaufkraft, weniger Kaufkraft, weniger Arbeitsplätzte, mehr Arbeitslose, weniger Kaufkraft………………..

    Man muss doch die Menschen motivieren können, etwas aus sich zu machen, auch für das Selbstwertgefühl, dann müssten sie auch nicht mehr Leute verpügeln nur um sich Gross zu fühlen. Sind denn diese Schläger etwas anderes als feige, kleine Würstchen?

  5. Cara Mia sagt:

    @Lea: Du hast Recht, die Schweiz hat enorm abgegeben. Wir haben auch in der Politik nur noch Mittelmass, keiner hat Visionen, keiner Ziele, ausser dem, die nächste Wahl zu gewinnen.

    Das Hauptproblem ist dieses Thema hier: die Schule. Die Bidlung wird krass vernachlässigt, wir bilden zuwenig Leute in allen Bereichen aus, die guten “behindern” wir, damit der Abstand nicht zu gross ist, und die fehlen dann. Dafür wird in den Strassenbau investiert….

    So, ich muss weg, einen schönen Abend!

  6. Monato Roddenberry sagt:

    @Eni: Ich glaube nicht, dass es in der Wirtschaft darum geht der Allgemeinheit Kaufkraft zu stiften, da sitzen sie einem Irrtum auf. Leute werde angestellt, wenn mit ihnen ein Gewinn gemacht werden kann, der Wettbewerb um Produktivität setzt immer grössere Massen von Menschen ausser Arbeit, da der gesellschaftliche Reichtum mit immer weniger Arbeitsaufwand hergestellt wird. Diese Menschen muss man überhaupt nicht motivieren etwas zu machen, die muss man nur lassen. Aber ohne Geld gibt es nichts zu machen und ohne Arbeit gibt es kein Geld. Tatsächlich werden sie nicht gelassen, weil sich nicht rentieren, es schon genügend Angebote an Arbeit gibt für die Stellen, die offen sind. Feigheit würde ich einem Schläger nicht unbedingt vorwerfen, die machen das ja gerade als Mutprobe und Demonstration ihre Selbstwertes.

  7. Hansli sagt:

    Ich kann keinen “Niedergang der Sekundarstufe” betreffend Fähigkeiten der Schüler erkennen. Nur eine Entwertung des Abschlusses für die heutige Wirtschaft. Im Prinzip ist müsste das höchste Oberstufenniveau eigentlich das Standardniveau für sicher 80% der Oberstufenschüler sein. Eigentlich sind alle Berufe mit geringerer Qualifikation verschwunden und in vielen Berufen sind die Anforderungen technologisch bedingt gestiegen. Und von einem Schmalspurgymnasium ist auch nichts vorhanden. Besonders die heutigen Leistungsfächer sind deutlich über dem Niveau von früher! Verpasst haben wir, alle mindestens auf Sek-A (oder wie das auch immer heisst) zu bringen. Dumm ist in unserem System nur, das Leistung zu oft relativ ist. Bsp. Eine Schule mit drei Stufen wird immer drei Klassenzüge führen, egal wie gut oder schlecht die Schüler sind. In jedem Jahrgang wird Leistung neu definiert! Dass schulische Leistung nicht gefragt ist, beweist ebenfalls die Gymi-Aufnahmeprüfung immer wieder. Eintritt erhält nicht wer gut genug ist, sondern die Anzahl richtet sich nach den Plätzen. Während meiner Gimizeit wollten sie die Lehrer zu mehr Pflichtstunden verpflichten. Da haben sie vorsorglich zufälligerweise eine Klasse mehr bestehen lassen, um niemand zu entlassen. Als die Reform abgesagt wurde, mussten sie Überstunden schieben. Dann haben sie innert zwei Semester so viele rausgeworfen, damit sie die Klassen zusammenlegen konnten. Wir haben ein System das nicht nach der eigentlichen Leistung sortiert, sondern nach der relativen Leistung innerhalb der Klasse /Jahrgang. Das haben viele Eltern bemerkt und schicken ihre Kinder in die Nachhilfe. Da Leistung immer relativ bewertet wird, müssen die anderen Eltern nachrüsten. Einmal abgesehen davon ist Nachhilfe nicht schlecht. Ich hatte auch einige Male einen Knopf im Kopf. Alle Versuche der Eltern mir das beizubringen waren Erfolglos. Aber nach zwei bis drei Lektionen einer pädagogisch geschulten Person waren die Probleme gelöst.
    Wie man bei den heutigen Schülern von geringer Leistungsbereitschaft reden kann, kann ich nicht verstehen. Die Bereitschaft ist da, wohin sie gelenkt oder wie sie gefördert wird, ist ein anderes Thema. Irgendjemand hat geschrieben, dass jemand nur die Lehre erhält, wen der Lehrling auf die BMS verzichtet. Da wird jegliche Leistungsbereitschaft abgewürgt. Ist ja sicher ein linker Arbeitgeber :) Das Problem ist doch, dass wir die ehemaligen Handlanger, die wird nicht mehr brauchen, auf ein höheres schulisches Niveau bringen müssen. bei diesen Familien funktioniert die Selbstverantwortung nicht! Da muss der Staat eingreifen und diese Kinder intensiver Schulen.

  8. Roland Strasser sagt:

    Marxisten, die sich um Leerfloskeln aus der “Politischen Ökonomie” streiten haben immer etwas von alten, orthodoxen Rabbis an einer Jeshiwe oder zwei pensionierten Bundesrichtern, die sich über ein Detail des Sachenrechts streiten.
    Metaphysik, Psychoanalyse, Marxismus – die letzten Theoogien des Menschen. Herzig.

  9. Roland Strasser sagt:

    @Pipi: “Hattest etwas wenig Schlaf letzte Nacht, nicht wahr?” (an Eni um 17.39).

    Pfui Teufel!
    Sie wissen haargenau um ihren Zustand und schreiben dann sowas, weil ihnen die Meinung missfällt. Sie sollten sich was schämen!!!

  10. Monato Roddenberry sagt:

    @RS: Nur dass sie das gewisse “etwas” nicht zu benennen vermögen. Sie können ja den Marxismus-Selbsttest machen: Können sie erklären was der Wert einer Ware ist? Oder warum der Preis etwas anderes ist als der Wert? Marxismus mit Psychoanalyse und Metaphysik gleichzusetzen ist schon ein starkes Stück, der dreht sich ja bloss um Ökonomie und hat mit Metaphysik nicht das Geringste zu tun, nur mit Physik. Theologie und Psychoanalyse allerdings schon, sie überraschen mich, dass sie das überhaupt auf die Reihe bekommen haben. Thumbs up!

  11. max sagt:

    @Cara Mia

    Falsch, die Schweiz hat nachgelassen, weil wir uns mit der Lösung selbst geschaffener Probleme befassen.

    Statt Maschineningenieure und Chemiker bilden wir Sozialarbeiter, Psychologinnen, Sozialpädagogen, Heilpädagogen aus und betreuen und integrieren die Problemfälle aus aller Herren Länder. Mit solchem stürzen wir uns in enorme Kosten und binden Personal und Intelligenz an volkswirtschaftlich unproduktive Tätigkeiten.

    Falsch, niemand will mehr herausragendes leisten und Verantwortung übernehmen, weil jeder erfolgreiche von den Gewerkschaften schlecht gemacht, von den SP niedergekeult und von den Grünen durch den Dreck gezogen wird.

  12. Roland Strasser sagt:

    @Argos

    okay, ich gebe zu, dass sich seit Bologna vieles verbessert hat. Evviva Bologna!

    Wenn sie hier der Experte sind: was kostet so ein 5-jähriges geisteswissenschaftliches Masterstudium pro Studierenden?
    Ja, ich bin für eine drastische Erhöhung der Studiengebühren. Was nichts kostet, hat keinen Wert, ganz einfach! Das Betreuungsverhältnis und die Qualität der universitären Ausbldung muss wieder steigen, wir müssen wieder überdurchschnittliche Wissenschafter produzieren. Niemand braucht Fliessbandware.

    Noch immer ist das Studium gerade für viele junge Frauen eine Lifestyle-Übung und auch etwas arbeitsscheue Standesdünkelei: Man versteckt sich vor dem Ernst des Lebens an der Uni auf Kosten der dumben Gleichaltrigen, die hart schuften gehen, und macht einen schöngeistigen Abschluss, den am Arbeitsmarkt aber niemand braucht.
    Also gleich doppelter volkswirtschaftlicher Schaden!

    Gegen Eltern, die ihren Kindern das Studium finanzieren kann ich aus Prinzip gar nichts haben. Ich habe es einfach zu oft erlebt, dass sich solche Eltern regelrecht ausnehmen liessen um das klassische Studileben zu alimentieren, das auch noch möglichst lange währen sollte.
    Am besten fand ich, machte es der Vater eines Kommilitonen. er sagte dem Sohn, hier, da hast du 75′000.- auf einem Konto. Damit studierst du jetzt, was du willst. In fünf Jahren hast du den Abschluss. Mit ist egal, wie lange und wie und wo und wofür du das Geld ausgibst. Aber mehr gibts nicht.
    Der Junge hat ohne Not in Rekordzeit studiert und ist heute ein sehr erfolgreicher Augenarzt.

  13. mapa sagt:

    @ max

    Sollten sie nicht besser Leserbriefe an die Weltwoche schreiben? Argumentativ passt ihre schreibe dort viel besser als hier bzw. sie erreichen dort sicher mehr Zielpublikum.
    Ach wie ist diese Welt doch verkommen und wie viel besser war es doch früher…….
    Ich bin ja sowas von einverstanden mit dem Kern ihrer Aussage.

  14. Auguste sagt:

    hmm…, wenn das zutrifft, max, dann sehe ich durchaus raum für heilpädagogen, psychologinnen und auch den einen oder andern sozialarbeiter. die sozialpädagogen schicken wir dann halt einfach an svp-anlässe als kanonenfutter. der innovative einsatz von chemikern und maschineningenieuren gegen problemfälle aus allen herren ländern – wurde schon mal durchgespielt – das resultat war vernichtend.

  15. Hansli sagt:

    @Roland Strasser Zumindest im ZH-Kantonsrat sind die bürgerlichen fleissig am sparen. Da ist ein besseres Betreuungsverhältnis Wunschdenken. Auch höhere Studiengebühren würden nichts bringen, da ebendiese bürgerlichen jegliche Mehreinnahmen durch Kürzungen kompensieren würden. Das ist gelebte bürgerliche Politik. Darum fühlen sich so viele Wähler heimatlos. Nebenbei bemerkt leben diese Lifestyle-Frauen (eine kleine Minderheit) das konservative Familienideal, ein bisschen studieren und heiraten! Sie und max traunern doch immer diesen Frauen nach!

  16. Eni sagt:

    @ Monato Rodenberry

    Was sind sie dann, wenn keine Feiglinge? Wie mutig ist es denn, zu mehrern auf einen 6 Jährigen loszugehen, oder zu mehreren einen Menschen tot zu prügeln? Mutprobe???????????????

  17. Hansli sagt:

    @max Wir erhalten mit unseren Subventionen zig tausend Bauern und mit ihnen die ländlichen Regionen am leben. Da passt ihr Satz “Mit solchem stürzen wir uns in enorme Kosten und binden Personal und Intelligenz an volkswirtschaftlich unproduktive Tätigkeiten.”
    Im Gegensatz zum Sozialarbeiter, Psychologinnen, Sozialpädagogen und Heilpädagogen musste sich der Bauer nie auf einen Job bewerben. Er hat einen geburtsrecht auf Subventionen, sei er noch so untauglich. Ob eine Stelle sinnvoll ist oder nicht, will ich nicht beurteilen. Aber die Stelle wird ausgeschrieben und im Konkurrenzverfahren besetzt. Leider sind die was weiss ich Pädagogen unersetzlich, weil zu viele ihre Erziehungsaufgaben nicht übernehmen. Das widerspricht zwar meinem Weltbild des selbstverantwortlichen frei denken Menschen. Aber jeder Sozialfall auf Lebzeiten kostet mehr als die frühe Intervention.

  18. Auguste sagt:

    @ hansli

    hmm…, bitte keine kritik an einem publizistischen wunder. ich staune jedesmal, wie eine praktisch werbefrei publikation so lange am leben bleiben kann. der spiegel wäre längst in scherben.

  19. Daniel Sulzberger sagt:

    © Marc
    Ich finde nicht das meine Aussage völliger Unsinn ist, sonst hätt ich sie kaum gemacht; und mein Deutsch ist so gut, das es, ausser dir noch nie jemandem aufgefallen wäre.
    Ich habe einen Sohn in der Sek und sehe in meinem Umfeld, wie sich alle Eltern krampfhaft bemühen ihre Sprösslinge ins Gymi zu schleusen, wie auch immer. Dieser Selektionsdruck ist mir völlig unverständlich und ich finde die Schulen haben den Auftrag, jedes Kind best-möglich zu fördern. Es gibt langsame Kinder und schnelle. Warum sollen die Langsamen auf der Strecke bleiben? Das Leistungsprinzip hat für mich total versagt und wir müssen lernen zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig zu helfen, anstatt uns fertig zu machen.
    © Cara Mia
    Selektion kann ich auch positiv besetzen, in dem Sinn, das jeder seinen Platz findet, um persönlich weiter zu kommen. Meine Vision ist eine solidarische Gesellschaft, wo jeder die gleichen Chancen hat, egal wie fett das Portemonnaie seiner Eltern ist. Dazu gehört, das es nur noch eine Schule gibt, angefangen im Kindergarten bis zur Oberstufe. Studieren soll jedermann können, ohne Zulassungsbeschränkung oder Eintrittstest. In unserem System gehen ganz viele Menschen unter, weil sie nicht die optimalsten Voraussetzungen haben.

  20. Monato Roddenberry sagt:

    @Daniel Sulzberger: Nur weil die Leute besser ausgebildet sind, gibt es auf dem Arbeitsmarkt keine besseren Jobs. Ob die Leute vor oder nach der Ausbildung “untergehen”, macht also keinen Unterschied. Umgekehrt ist eine zu gute Ausbildung oft ein Hindernis für eine schlecht bezahlte Stelle: Das Phänomen der Überqualifikation. Das merken diese Jahre auch die Studenten, dass eine gute Ausbildung noch lange keinen guten Lohn garantiert.

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