
Sicherheit ist erstens relativ und Gefahren sind zweitens pädagogisch mindestens so wertvoll, wie Holzspielzeug: Nach oben strebende Buben.
Selbst nicht ohne Fehl und Tadel, werf ich jetzt trotzdem einfach mal einen Stein, in der Hoffnung, dass es ordentlich scheppert. Immer wieder sagen mir Leute von ausserhalb, wir lebten hier im Paradies. Ja. Und es wird geprägt von Sicherheitsneurosen, Regulierungszwängen und der Angst vor Kontrollverlust. Es ist erbärmlich. Wir fürchten uns zu Tode. Das betrifft auch und vor allem unsere Kinder. Auf jedem Made-in-China-Spielzeug, das in die Bucht des Kinderzimmers gespült wird, wird vor der tödlichen Gefahr gewarnt, die verschluckbare Kleinteile mit sich bringen können. Will ich mit meinen Kindern in ein Auto einsteigen, muss ich zwei Kindersitze bei mir führen – was auch für Big Bags eine unzumutbare Herausforderung ist. Natürlich möchten wir unsere Kinder beschützen. Aber Sicherheit ist erstens relativ und Gefahren sind zweitens pädagogisch mindestens so wertvoll, wie Holzspielzeug. Kinder müssen lernen, sie zu meistern und Vertrauen in ihre Umwelt zu entwickeln. Wenn wir die totale Sicherheit wollen, tragen wir bald alle solche Jacken, wie Helge Schneider sie in einem Sketch beschreibt: erst eine Schicht Schweinefamilie, dann Beton, dann 40 cm Amalgan, etwa ein Kubikmeter Daunen, dann apfelsinenfarbene Zellulose, Gehacktes drum herum und dann ein Zirkuszelt von Zirkus Krone mit zwei Löchern für die Beine. Wollen wir das?
Nein.
Deshalb hier vier gefährliche Dinge, die sie ihre Kinder tun lassen sollten.
1. Wege machen. Je älter die Kinder werden, desto mehr vergrössert sich ihr Mobilitäts- Radius. Das sollte man ihnen zutrauen und zugestehen. Also nicht, wie ich, sich als lebendes Sprungtuch unter seinen Dreikäsehoch werfen, nur damit er niemals den Asphalt küsst. Und sie später auch nicht überall herumkarren. Kinder müssen ihrem Alter entsprechend ihre Wege alleine machen lernen, sei das in die Schule, die Klavierstunde oder zur Grossmutter. Ein Schritt, der wohl vielen Eltern schwer fällt, aber notwendig ist, damit die Kinder ihren eigenen Weg finden. Mit jedem Schritt, den sie alleine tun, erobern sie die Welt, die dereinst ihnen gehören wird.
2. Mit einem Taschenmesser spielen. Messer und Kinderhände sind zwar eine gefährliche Allianz – meine sind heute noch gezeichnet von zahlreichen kindlichen Versuchen, mir eine Flöte zu schnitzen. Aber Messer sind auch toll. Man kann Stöcke zuschnitzen, Bäume ritzen, Dinge herstellen. Kinder begreifen unmittelbar, dass das archaische Werkzeug eine spezielle Handhabe erfordert, die wiederum durch ein paar simple Regeln vermittelt werden kann: schnitze von dir weg, mach das Messer nach Gebrauch zu, richte es nicht gegen andere.
3. Bäume besteigen. Bäume sind etwas Schönes. Sie zu besteigen macht Spass und erweitert den Horizont. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Grenzen. Hoch oben im Baumwipfel wird auch dem Verwegensten klar, dass das gefährlich ist. Dass er wissen muss, was er jetzt tut. Das zu schaffen, die Gefahr zu überwinden und heil wieder herunterzukommen – diese Erfahrung sollte jedem Kind vergönnt sein.
4. Grenzen überschreiten. Eine heikle Angelegenheit. Schliesslich fusst jegliche Erziehung auf dem Konzept, Grenzen zu setzen und den Nachwuchs dazu zu bringen, sie einzuhalten. Meistens haben die Grenzen einen Sinn und Zweck. Nun wachsen Kinder aber heran und überschreiten sie dabei notwendigerweise. Und wir Erzieher sollten das zulassen. Zusehen, dass die Vernunft nicht gleich über die Planke schreitet, das ja. Aber letztlich gehören gewisse Grenzüberschreitungen zu den lehrreichsten Erfahrungen überhaupt.
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook




























































































…oder lesen sie bei gelegenheit…..
und
….unglückliche gegebenheiten….
@ pippi
hmm…, ich finde die posts von milica ratnitskij interessant. ihre ansprache an ihre tochter vor ein paar wochen war ein besonders guter denkanstoss. er führte zu einem kleinen experiment bei mir – darüber ein ander mal. “superwoman” ist allerdings etwas humorlos und das lässt sie leider ziemlich wenig charmant daher kommen – im gegensatz zu ihnen.
einen recht amüsanten weg auszudrücken, wie wir “kerle” (”macho” is for whimps) im grunde funktionieren hat der da gefunden: youtube – brad paisley – i’m still a guy. wählen sie einen clip mit text/lyrics, wenn sie mal 4 minuten zeit haben und wieder von leichten zweifeln am andern geschlecht beschlichen werden.
@Auguste
Brad Paisley, werde ich tun, merci – und danke für die Blumen, Sie schmeicheln mir…..
@Pippi Langstrumpf: dann wären Sie vielleicht gerade ausreichend beschwingt für eine Antwort auf meinen 00:46post im Kinderdramathread von gestern?… schönes Wochenende!
Brunhild, schauen Sie, eigentlich habe ich schon alles gesagt, wenn Sie meine Argumente nicht zu überzeugen vermögen – was den Missbrauch des Missbrauchs angeht, um auch noch diese Baustelle aufzureissen, möchte ich Ihnen gern die Relationen aufzeigen (in Deutschland, Sie sprachen auch von Deutschland): In gerade einmal 3 % aller Scheidungen ist der Missbrauch überhaupt ein Thema – Sie sehen, das Problem ist überschaubar. Wie oft dann von falschen Anschuldigungen gesprochen werden kann und wann diese zutreffen, ist noch nie in einer seriösen, representativen Studie erhoben worden. Das solche Geschichten fast nur verbrannte Erde zurücklassen, immer, ist eine Tragik, bedenken Sie aber auch, wieviele Kinder ihre Missbrauchsgeschichte NIE aufarbeiten konnten, aus den verschiedensten Gründen, die Dunkelziffer ist in diesem Gebiet erschreckend hoch. Der gerade laufende Skandal um Kirchen und Schulen zu diesem Thema, weitet sich in Deutschland und Oesterreich immer mehr aus.
Ich möchte mich hier nicht mehr weiter auslassen, ich kenne die andere Seite zu gut.
Ich wünsche Ihnen auch ein schönes Wochenende!
@ Pipi Lagstrumpf
3% Prozent dünkt mich aber eine sehr hohe Zahl. Glaube nicht, dass es überschaubar ist mit so vielen Fällen
@Eni
Alles ist zu hoch in diesem Bereich, das dürfte es überhaupt nicht geben, aber ich sprach von den Relationen. In Deutschland berichtet zum Beispiel jede 4.! Frau, dass sie als Kind in der einen oder andern Form sexuell ausgebeutet wurde, das kann von Berührungen bis zu Vergewaltigungen jeglicher Form gehen, das ist der Skandal! Bei Männern ist es immer noch jeder 10. der entsprechende Erfahrungen in seiner Kindheit oder Jugend machen musste. Nur ein Bruchteil dieser Delikte oder Verbrechen wurde aufgedeckt und von der Justiz verfolgt.
Wir hatten z.B. in unserem Dorf einen Uhrmacher, von dem war bekannt, dass er immer wieder Mädchen belästigte, wie weit er ging, wusste niemand so genau. Er musste dann hin und wieder einige Zeit “höckle”, so nannte man das verniedlichend, wenn er im Gefängnis des Bezirksgerichtes eine Strafe absitzen musste. Seinem Geschäft hat das nicht wesentlich geschadet, die Leute gingen trotzdem dorthin. Dann gab es noch einen Bäcker, er hatte eine äusserst attraktive Tochter, es war bekannt, dass er sie missbrauchte, sie bekam dann im Teenageralter ein Kind, die Gerüchte, dass es das Kind des Vaters sei, wollten nie verstummen. Ich spreche hier von einem in jeder Hinsicht durchschnittlichen Dorf, in dem es hingenommen wurde, dass Kinder in ihrer Integrität verletzt wurden. Das Tabu war nicht die Tat, sondern das darüber sprechen.
Es gab noch viele andere Fälle, wie ich später von Direktbetroffenen erfahren habe, ich habe hier nur die allgemein bekannten aufgelistet.
@Eni
Wenn man also weiss, wie hoch die Dunkelziffer in diesem Gebiet ist, ist es umso wichtiger, dass man genau hinschaut. Wenn nun eine Frau in einer Scheidungssituation ihrer Anwältin gegenüber solche Vermutungen und Bedenken äussert, kann die gar nicht anders, als dem nachgehen. Damit ist noch nichts bewiesen, es ist eben dann Sache des Gerichts, herauszufinden, was wahr ist, ob das Kind verletzt wird oder nicht. Bei einem unschuldigen Vater ist so etwas traumatisierend, aber wie willst dieses Problem lösen? Ueber Missbrauch oder möglichen Missbrauch zu sprechen, darf nicht wieder zu einem Tabu werden, damit werden die Falschen geschützt.
Ich stimme Ihnen voll zu, Pippi Langstrumpf, dass JEDER Fall einer zuviel ist, was sexueller Missbrauch an Kindern – speziell sind es vorallem Mädchen – angeht. Es war zulange ein Tabu und es wurde nur darüber getuschelt – die Gerüchteküche in Dörfern angekurbelt und mit roten Ohren darüber phantasiert – aber die Täter unbehellligt ihren Alltag leben lassen. Das ist fast so schlimm wie die Taten selber – wenn nicht noch schlimmer! Was jetzt in den heiligen Reihen der Kirche an die Oberfläche gespühlt wird – und hier alles Knaben! – ist hanebüchen! Aber es dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein…
Aber unschuldige Väter zu stigmatisieren und dies als Scheidungsgründe von Frauen als Waffe anzuwenden geht in Richtung Sadismus! No go!
@Pippi Langstrumpf
1) Die Dunkelziffer ist das was man nicht weiss, nicht das was man weiss. Ihr Satz widerspricht sich logisch. Zudem gibt es noch ein epistemologisches Problem. Wenn man von einer Dunkelziffer redet, dann projiziert man das Bekannte in einen Bereich des Unbekannten und tut so als wäre im Unbekannten das gleiche aufzufinden wie im Bekannten
2) Tabu ist, worüber man nicht redet. Riesiges Mediengeschwätz jedenfalls kein Zeichen Hinweis auf ein Tabu, sondern höchstens ein Hinweis, dass man von der individuellen Wahrnehmung, der komplexen Realität ablenken und die Leute aus ihrer persönlichen Verantwortung herausnehmen will.
3) Dunkelziffer und Tabu sind Modewörter von wichtigtuerischen universitären Gleichstellungsforscherinnen, die sich ihrer Arbeit beraub sähen, würde man anerkennen, dass das wesentliche längst gesagt wurde und die Probleme entweder gelöst oder nicht existent sind.
Autsch, edit
@Pippi Langstrumpf
1) Die Dunkelziffer ist das was man nicht weiss, nicht das was man weiss. Ihr Satz widerspricht sich logisch. Zudem gibt es noch ein epistemologisches Problem. Wenn man von einer Dunkelziffer redet, dann projiziert man das Bekannte in einen Bereich des Unbekannten und tut so, als wäre im unbekannten das gleiche aufzufinden wie im bekannten
2) Tabu ist worüber man nicht redet. Riesiges Mediengeschwätz jedenfalls ist kein Hinweis auf ein Tabu, sondern höchstens ein Anzeichen, dass man von der individuellen Wahrnehmung, der komplexen Realität ablenken und die Leute aus ihrer persönlichen Verantwortung herausnehmen will.
3) Dunkelziffer und Tabu sind Modewörter von wichtigtuerischen universitären Gleichstellungsforscherinnen, die sich ihrer Arbeit beraubt sähen, würde man anerkennen, dass das wesentliche längst gesagt wurde und die Probleme entweder gelöst oder nicht existent sind.
Bist du vor 1978 geboren? Dann lesen:
Wenn du nach 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun? Aber du solltest trotzdem weiterlesen, um zu verstehen, warum die Pampers-Generation, zu der du ja auch gehörst, keine Helden hervorbringen wird!
Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!
Wir sind Helden!
Warum?
Wir saßen im Auto:
- ohne Kindersitz,
- ohne Sicherheitsgurt
- ohne Airbag!
Unser Bett war mit Farbe voller Blei und Cadmium angestrichen! Auch die bunten Holzbauklötze, die wir uns begeistert in den Mund steckten …
Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.
Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen!
Wenn wir zu faul zum Laufen waren, setzten wir uns hinten auf das Fahrrad unseres Freundes – natürlich ohne Helm! Der strampelte sich ab und wir versuchten, uns an den Stahlfedern des Velosattels festzuhalten!
Unsere Schuhe waren immer schon eingelaufen durch Bruder, Schwester, Neffe, Freunde der Eltern oder so. Auch das Fahrrad (nicht Mountain-Bike!!) war meistens entweder zu gross oder zu klein!
Überhaupt hatte ein Fahrrad keine Gangschaltung. Und wenn doch, dann nur eine mit 3 Stufen! Und wenn du einen Platten hattest, lerntest du vom Vater, wie man das selber flicken konnte! (Am Samstagnachmittag – mit Wassereimer, Schlauchwerkzeug, Schmirgelpapier und Gummilösung …)
Wasser tranken wir vom Wasserhahn und nicht aus Flaschen!
Einen Kaugummi legte man am Abend auf den Nachttisch und am nächsten Morgen steckte man ihn einfach wieder in den Mund!
Wir aßen ungesundes Zeug (Schmalzbrote, Schweinsbraten,…), keiner scherte sich um Kalorien und wir wurden trotzdem nicht dick!
Wir tranken Alkohol und wurden nicht alkoholsüchtig!
Wir tranken aus der gleichen Flasche wie unsere Freunde und keiner machte deswegen ein Theater oder wurde gleich krank!
Wir verließen frühmorgens das Haus und kamen erst wieder heim, wenn die Strassenbeleuchtung bereits eingeschaltet war. In der Zwischenzeit wusste meistens niemand, wo wir waren … und keiner von uns hatte ein Handy dabei!
Wir haben uns geschnitten, die Knochen gebrochen, Zähne raus geschlagen und niemand wurde deswegen verklagt. Niemand hatte Schuld – außer wir selbst. Das waren ganz normale, tägliche Unfälle und manchmal bekamst du hinterher sogar (als erzieherische Zugabe) noch eins auf den Po!
Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.
Wir hatten nicht: Playstation, Nintendos, X-box, 200 Fernsehsender, Videos, DVDs, Dolby-Surround-Sound, iPods, eigene Fernseher, PCs und Internet, Jahreskarten im Fitness-Club, Handys … Wir hatten Freunde!
Wir gingen einfach raus und trafen uns auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu denen nach Hause und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer Eltern!
Keiner brachte uns und keiner holte uns!!
Das Fernsehprogramm begann erst um 18 Uhr ! Die Eltern bestimmten, was und wie lange „TV-geglotzt“ wurde!
Wir bauten Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar!
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir uns auch nicht besonders viele Augen aus!
Wir spielten Strassenfussball, und nur wer gut war, durfte mitspielen. Wer nicht gut genug war, musste zuschauen und lernen, mit der Enttäuschung umzugehen! Da half nur Training! Und das ging auch ohne Kinderpsychiater und Rorschach-Test!
Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbeurteilung!
Wir machten unsere Pausenbrote selber, nahmen am Morgen einen Apfel mit, und wenn wir das vergassen, konnte man in der Schule nichts kaufen! McDonalds? Burger-King? Döner-Bude? Snack-Bar? Imbiss-Stand? Pizza-Ecke? M-Take-Away? Selecta-Automat? FEHLANZEIGE!
Zur Schule gingen wir (auch im Winter) zu Fuss! Schulbusse?? Gab´s nicht!
Wir bumsten quer durch den Gemüsegarten, hatten jede Menge Sex. Wir wussten nicht immer, wer gerade mit wem, aber das war egal! Wir mussten uns die Pornos nicht aus dem Internet laden, wir machten sie selber!
Wenn deine Mutter zum Abschied in der Türe stand oder Dir aus dem Fenster nachwinkte, warst du eine Memme … Und kam sie sogar als Begleitschutz mit, na dann Gute Nacht!
Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstieß, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel herausboxten. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung.
Mit alldem mussten wir umgehen und wussten wir umzugehen!
Geboren vor 1978!
Gehörst D U auch dazu ?
Gratuliere!
Wir sind HELDEN!
Geboren nach 1978 ?
So, jetzt wisst ihr Warmduscher und Weicheier das auch!
@Marcel
Ich oute mich, geboren vor 1978 (warum eigentlich diese Jahrzahl?)
Da wären noch: Bubelen mit Feuer im Wald, verbrannte Fingerkuppen, spielen im kalten Wasser, bis Zehen und Lippen blau waren ohne nachher mit Vicks eingeschmiert zu werden.
Die Lehrer riefen zuhause an, wenn mir Mist bauten und die Eltern diskutierten nicht mit dem Lehrer herum, sondern verpassten dem Buben eine Ohrfeige und wir sind doch nicht beim Psychiater.
Fuhr einer von uns mit dem Velo auf dem Trottoir in die Schule, dann war am nächsten Tag der Dorfpolitzist im Klassenzimmer und erteilte eine halbe Stunde Verkehrsunterricht. Die Nachbarn hatten den Tarif durchgeben. Das gleiche galt, wenn wir einfach so über die dicht befahrene Hauptstrasse rannten statt die Unterführung zu nehmen.
Dafür gab es kaum ein Velo ohne Achti in den Rädern und man brauchte kein vollgefedertes Mountainbikes, um über die Trottoirränder zu hopsen.
Liess im Pfadilager einer das Konfibrot verkehrt herum auf den Waldboden fallen, dann war das Waldbodenmischung und wurde als Delikatesse angeboten. Keiner musste schwer krank mit Brechmitteln gefüttert zum Arzt gefahren werden deswegen.
Die Mami einen von uns in die Schule zu bringen, das wäre unseren Mami nicht in den Sinn gekommen. Sie waren Hausfrauen in produktiven Haushalten und hatten Arbeit zu erledigen.
@Marcel: hurrah, ich lebe noch!
Auch wenn ich bereits im zarten Alter von 3 Jahren – aus Trotz! – meine Stirn gegen einen Granithauseingang gerammt habe, weil ich die Waschkelle nicht in der Waschküche holen wollte. ‘Nein, nein, die Kelle hole ich nicht!’ habe ich mit dem Kopf wie wild hin und her geschüttelt und – wumm! – landete dieser in der Hauswand. Mami brachte mich wütend und verzweifelt glaube ich zugleich (’dieser freche Goof’) zu Fuss, Papie war am Arbeiten, zu einem – achtung jetzt kommt’s – Tierarzt! der die klaffende Wunde mit groben Stichen an der Stirm vernähte. Es gab keinen Arzt sonst in der Nähe und sie tat das Nächstmögliche für sie auf dem Land. Noch heute sieht man diese Trotzwunde und die Narben. Ein Denkzettel eben. Dann mit dem Dreirad unterwegs und eine Klingel gebastelt – vom grossen Bruder – und beim Herumrasseln ist die Nadel, welche das Provisorium einer Klingel zusammen hielt, zu Boden gefallen und ich barfuss mitten hinein. Autsch! Blutend musste meine Mutter mich in den 4. Stock inauf tragen und auf jeder Stufe ein Blutstropfen…Mit etwas Kirsch auf die Stichwunde und Pflaster wurde eine Blutvergiftung verhindert.
Dann bin ich von einer Leiter gestürzt – die Eltern waren beim ‘Chriesilesen im Heimetli’ – direkt auf den Rücken und hat mir den Atem verschlagen. Noch wochenlang hatte ich Atembeschwerden und eine Beklemmung in der Brustgegend. Beim ‘Räuber und Poli-Spielen’ zünftig das Knie im Kies aufgeschlagen, dass die darin versteckten Kieselsteine nur mit Honig-Umschlägen (Vater war leidenschaftlicher Imker) als Zugsalbe wie durch ein Wunder nach einigen Tagen wieder zum Vorschein kamen. Vorher wieder ein ‘Gutsch’ Kirsch drauf ( vom Grossvater selber gebraut!) zur Desinfektion, was höllisch brannte aber nützte. Arztbesuch wegen so einer ‘Kleinigkeit’ war kein Thema. Die Wunde heilte irgendwie und ich wurde nebst obligatem Geschimpfe meiner Mutter über meine Wildheit mit Hausarrest abgestraft.
Auch Stelzenlaufen war so ein Abenteuer und so weiter und so fort…:-))
@Widerspenstige: “Aber unschuldige Väter zu stigmatisieren und dies als Scheidungsgründe von Frauen als Waffe anzuwenden geht in Richtung Sadismus! No go!”
Klar, da brauchen wir gar nicht zu diskutieren, falsche Anschuldigungen sind immer verwerflich. Ich denke, in den meisten Fällen sind es nicht bewusst falsche Anschuldigungen, die gemacht werden, sondern Befürchtungen, Ahnungen, die geäussert werden, und dann nehmen die Dinge ihren Lauf. Und dagegen, muss ich sagen, weiss ich kein Rezept. Der “Missbrauch des Missbrauchs” wurde von bestimmten Kreisen ganz bewusst und aus höchsteigenen Interessen aufgebauscht, das ist genau so verwerflich wie das Gegenteil. In diesem Zusammenhang möchte ich nur noch darauf hinweisen, dass auch Kritikern des Leiters der Odenwaldschule, der seit 1999! immer wieder beschuldigt wurde, mit dieser Keule entgegnet wurde, Missbrauch des Missbrauchs, schön wär’s, dann gäbe es keine traumatisierten Kinder. Die Päderasten sind eben nicht zwangsläufig primitive Prolls, sie kommen auch aus der intellektuellen Elite, und die wissen sich sehr gut und absolut skrupellos zu schützen und ihre Interessen zu verteidigen. Sogar der allseits angesehene Hartmut von Hentig hat gern auch die sogenannte Knabenliebe in der Antike verklärt. Auch wenn der sich nie etwas zu Schulden kommen liess, ist das für Päderasten wie ein Freibrief.
@ Marcel
Gut geschrieben. Vieles trifft zu, vieles nicht. Nehme auch nicht an, dass alles todernst gemeint ist.
Meine Kinder sind 7 und 11. Sie sind angeschnallt im Auto,tragen auf Skiern und Velo Helm und bekommen auch gutes Schuhwerk. Dass sie dadurch zu Weicheiern werden glaube ich nicht. bin einfach der Meinung, dass es vermeidbare Unfälle ( bei Autounfall an der fronscheibe kleben, beim Velofahren am Trotttoirrand den Schädel spalten usw) und unvermeidbare ( Kleetergerüst, mit Messer schneiden, kleine Brandwunde usw) Unfälle gibt.
Es gibt leider viele Eltern die sehr veranwortungslos gegenüber ihren Kindern sind, dazu zähle ich durchaus jene die ihre kinder ohne Sitz tranportieren oder ihre Kinder in Wassernähe nicht beaufsichtigen.
Ja, auch ich lebe noch, aber es gibt auch solche die noch Leben könnten wenn………..
@ PipinLangstrumpf
Also, wenn eine Mutter erst bei der Scheidung diesbezüglilch Verdächtigungen äussert gibt mir das schon ein mulmiges Gefühl. Haben denn diese Mütter vorher das einfach geduldet und gedeckt oder wollen sie einfach ihren alten eins reinbrennen. Möchte das nicht entscheiden müssen. Diese psychologischen Abklärungen dauer ja dann auch bis zu 2 Jahren und wenn der Vater dann unschuldig ist, hat sich das Kind trotzdem schon entfremdet. In meinem Wohnort gab es einen Turnlehrer der immer kontrolliert hat, ob ja die Mädchen alle Duschen und hat auch mal eien Klaps auf den nackten Po gegeben. Weiss nicht wie lange 30 Jahre vielleicht. Etr hat bis zur Pensionierung gearbeitet und wurde nie zur Rechenschaft gezogen. War selber nicht betroffen aber kann nicht verstehen, dass die Eltern nie was gesagt haben.
@Eni
Das irritiert mich auch, dass es offenbar Mütter gibt, die so wenig eigenständig sind, dass sie Ahnungen, die sie wohl meistens haben, wenn etwas ist, einfach verdrängen. Wenn es dann zur Scheidung kommt, werden diese Vermutungen der Anwältin gegenüber halt geäussert, man geht ja nicht hin und sagt, ich will die Scheidung, Punkt. Da gibt es viele Gespräche, vieles kommt an die Oberfläche, das sonst nie ein Thema war, weil es die Hoffnung gab, dass sich etwas bessert, wenn man nicht am fragilen Gleichgewicht rüttelt. Die Verdrängung geht bis zur Selbstverleugnung. Wenn diese Hoffnung weg ist, nehmen die Dinge ihren Lauf.
Ich kenne einige Fälle, wo sich die inzwischen erwachsenen Kinder gewundert haben, dass die Mütter nichts bemerkten/bemerken wollten oder konnten, wie auch immer. Dazu muss man wissen, dass in diesen Familien oft ein Klima der Kontrolle herrscht, die von dominanten Ehemännern ausgeübt wird. Nicht nur die Kinder fürchten den Vater, sondern auch die Frauen ihren Ehemann. Vor einigen Wochen war im TagiMagi ein erschütternder Bericht einer solch gestörten Familie, da hat die Mutter nicht nur weggeschaut, sondern den Missbrauch bewusst geschehen lassen, sie war unfähig, etwas dagegen zu unternehmen, eine unglaubliche Ohnmacht.
@max: P->((Q->R)&(~S v R))
@Pippi Langstrumpf
‘…Missbrauch des Missbrauchs, schön wär’s, dann gäbe es keine traumatisierten Kinder. Die Päderasten sind eben nicht zwangsläufig primitive Prolls, sie kommen auch aus der intellektuellen Elite, und die wissen sich sehr gut und absolut skrupellos zu schützen und ihre Interessen zu verteidigen.’
Genau das ist die Perversion des Ganzen, dass sie sich sehr gut zu schützen wissen und es gar als ‘Hysterie’ und ‘Mädchenphantasien’ abtun und sich taub stellen.
Dazu wird zur Zeit in 3sat in der Sendung ‘in treatment’ dieses brisante Thema aus Sicht der Psychoanalyse in Form einer wirklich für einmal interessanten Serie wöchentlich am Mittwoch um 22.25h gezeigt. Hier geht es u.a. auch um ‘das vorsichtige Herantasten’ und im besten Fall um ‘Aufklärung’ von sexuellen Übergriffen auf Mädchen und Frauen, welche als PatientInnen durch einen Therapeuten namens Paul Watson (brillant gespielt von Gabriel Byrne!) darüber in den Therapiesitzungen berichten oder eben nicht darüber reden können, da immer noch traumatisiert.
Wieso ich das hier erwähne?
Weil speziell der Blog (das Blog?) zu ‘in treatment’ zeigt, wie Laien und Therapeuten mit diesem Thema umgehen und sich manipulieren lassen durch gewievte Dogmen innerhalb der Psychoanalyse bzw. der Psychiatrie. Und jetzt komme ich zu den intellektuellen Eliten: gerade der hochgejubelte Psychoanalytiker schlechthin – Sigmund Freud – hat die These vehement vertreten, dass bei solchen Übergriffen das weibliche Geschlecht ‘hysterisch’ reagiere und die Eltern ja nicht mit solchen mädchenhaften sexuellen Phantasien ‘belästigen’ sollen!! Speziell ein Psychologe regt sich bei jedem seiner Blogeinträge darüber auf und hat es ziemlich provokativ zum Thema schlechthin im Blog gemacht. Es stehen einem Laien bereits die Haare zu Berge, wenn man davon erstmals hört! Stossend ist aber noch mehr, dass diese These von Freud munter weiterhin in der Psychoanalyse vertreten und den PatientInnen unterstellt wird. Das ist so unglaublich, dass es mich immer weniger wundert, dass Frauen noch Jahre danach – wenn nicht jahrzehnte! – nicht darüber sprechen KÖNNEN! Hier ist Aufklärung dringend nötig und die Medien müssten mehr Klarheit darüber schaffen. Es geht mir nicht um Verteufelung der Psychiatrie und deren Machenschafften, aber sachliches und differenziertes Hinterfragen von Thesen, die mehr als fragwürdig sind.
Mütter schweigen nur dann, wenn sie sich in einer Patt-Situation wähnen und nicht von heute auf morgen die Scheidung einreichen können – aus rein finanziellen Gründen und auch aus Angst vor ihrem herrischen Mann denke ich mal. Und dann sind wir wieder beim Punkt angelangt, wieso Frauen immer ein Bein in der Arbeitswelt behalten sollten!
@Widerspenstige: Meines Wissens ist Sigmund Freud in der Psychoanalyse auf dem Büchergestell für alte Antiquitäten. Grundsätzlich sehe ich nicht, wie ein durch Übergriffe traumatisiertes Mädchen bei einem männlichen Therapeuten soviel Vertrauen finden kann, dass es überhaupt zum Vorfall sprechen kann.
Leider ist es eine Tatsache, dass die Missbrauchskarte bei einer Trennung/Scheidung oft gespielt wird und automatisch der Mann der Verdächtige und Vorverurteilte ist.
Sie können das Thema Missbrauch des Missbrauchsvorwurfs nicht einfach mit der Perversion von Pädophilen und dem Trauma der Übergriffe ad acta legen.
Zu den Übergriffen selber: die meisten sind innerhalb der direkten Familie. Sie haben somit relativ wenig mit der Krankheit Pädophilie zu tun.