Leben


Michèle Binswanger am Donnerstag den 11. März 2010

Die Gefahr als Gefährtin

MAMABLOG-GEFAHR

Sicherheit ist erstens relativ und Gefahren sind zweitens pädagogisch mindestens so wertvoll, wie Holzspielzeug: Nach oben strebende Buben.

Selbst nicht ohne Fehl und Tadel, werf ich jetzt trotzdem einfach mal einen Stein, in der Hoffnung, dass es ordentlich scheppert. Immer wieder sagen mir Leute von ausserhalb, wir lebten hier im Paradies. Ja. Und es wird geprägt von Sicherheitsneurosen, Regulierungszwängen und der Angst vor Kontrollverlust. Es ist erbärmlich. Wir fürchten uns zu Tode. Das betrifft auch und vor allem unsere Kinder. Auf jedem Made-in-China-Spielzeug, das in die Bucht des Kinderzimmers gespült wird, wird vor der tödlichen Gefahr gewarnt, die verschluckbare Kleinteile mit sich bringen können. Will ich mit meinen Kindern in ein Auto einsteigen, muss ich zwei Kindersitze bei mir führen – was auch für Big Bags eine unzumutbare Herausforderung ist. Natürlich möchten wir unsere Kinder beschützen. Aber Sicherheit ist erstens relativ und Gefahren sind zweitens pädagogisch mindestens so wertvoll, wie Holzspielzeug. Kinder müssen lernen, sie zu meistern und Vertrauen in ihre Umwelt zu entwickeln. Wenn wir die totale Sicherheit wollen, tragen wir bald alle solche Jacken, wie Helge Schneider sie in einem Sketch beschreibt: erst eine Schicht Schweinefamilie, dann Beton, dann 40 cm Amalgan, etwa ein Kubikmeter Daunen, dann apfelsinenfarbene Zellulose, Gehacktes drum herum und dann ein Zirkuszelt von Zirkus Krone mit zwei Löchern für die Beine. Wollen wir das?

Nein.

Deshalb hier vier gefährliche Dinge, die sie ihre Kinder tun lassen sollten.

1. Wege machen. Je älter die Kinder werden, desto mehr vergrössert sich ihr Mobilitäts- Radius. Das sollte man ihnen zutrauen und zugestehen. Also nicht, wie ich, sich als lebendes Sprungtuch unter seinen Dreikäsehoch werfen, nur damit er niemals den Asphalt küsst. Und sie später auch nicht überall herumkarren. Kinder müssen ihrem Alter entsprechend ihre Wege alleine machen lernen, sei das in die Schule, die Klavierstunde oder zur Grossmutter. Ein Schritt, der wohl vielen Eltern schwer fällt, aber notwendig ist, damit die Kinder ihren eigenen Weg finden. Mit jedem Schritt, den sie alleine tun, erobern sie die Welt, die dereinst ihnen gehören wird.

2. Mit einem Taschenmesser spielen. Messer und Kinderhände sind zwar eine gefährliche Allianz – meine sind heute noch gezeichnet von zahlreichen kindlichen Versuchen, mir eine Flöte zu schnitzen. Aber Messer sind auch toll. Man kann Stöcke zuschnitzen, Bäume ritzen, Dinge herstellen. Kinder begreifen unmittelbar, dass das archaische Werkzeug eine spezielle Handhabe erfordert, die wiederum durch ein paar simple Regeln vermittelt werden kann: schnitze von dir weg, mach das Messer nach Gebrauch zu, richte es nicht gegen andere.

3. Bäume besteigen. Bäume sind etwas Schönes. Sie zu besteigen macht Spass und erweitert den Horizont. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Grenzen. Hoch oben im Baumwipfel wird auch dem Verwegensten klar, dass das gefährlich ist. Dass er wissen muss, was er jetzt tut. Das zu schaffen, die Gefahr zu überwinden und heil wieder herunterzukommen – diese Erfahrung sollte jedem Kind vergönnt sein.

4. Grenzen überschreiten. Eine heikle Angelegenheit. Schliesslich fusst jegliche Erziehung auf dem Konzept, Grenzen zu setzen und den Nachwuchs dazu zu bringen, sie einzuhalten. Meistens haben die Grenzen einen Sinn und Zweck. Nun wachsen Kinder aber heran und überschreiten sie dabei notwendigerweise. Und wir Erzieher sollten das zulassen. Zusehen, dass die Vernunft nicht gleich über die Planke schreitet, das ja. Aber letztlich gehören gewisse Grenzüberschreitungen zu den lehrreichsten Erfahrungen überhaupt.

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228 Kommentare zu „Die Gefahr als Gefährtin“

  1. Marcel sagt:

    @Max:

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-44/artikel-2009-44-abgerechnet-wird-am-zahltag.html#commentsanker

    http://www.statistik.zh.ch/themenportal/themen/analyse_detail.php?id=488

    Bei zweitem Link ist die Studie interessanterweise nicht mehr abrufbar… Studien in gleicher Richtung vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)- Männer sind da offenbar gar nicht mehr vorgesehen (sollen schaffen gehen, verdammt nochmal!)- kommen übereinstimmend zu denselben Ergebnissen. Sogar im Sozialalmanach 2009 der Caritas spricht man nicht mehr von 20 Prozent Lohndifferenz- immerhin! In den Studien der erw. Stellen wird aber sowohl die Jahresarbeitszeit als auch die Anzahl Überstunden nicht berücksichtigt (s. Weltwocheartikel). Nun rechne: Offiziell sind es in der Schweiz z. Z. 19,7 Prozent Lohnungleichheit- minus die 60 Prozent erklärbarer Gründe, ergibt noch 7,8 Prozent Differenz. Und jetzt noch die Unterschiede zwischen Mann und Frau bei der Jahresarbeitszeit und die Anzahl Überstunden reinrechnen- fertig!

    Ergänzend sollte man auch einmal eine Studie darüber machen, wieviel Prozent Lohndifferenz es zwischen Männern gleichen Alters, gleicher Qualifikation, gleich langer Betriebzugehörigkeit, gleicher Stellung, gleichen Ausbildungsstandes, gleicher Lohnprozente etc. gibt. Da köme nmlich raus, dass es sogar unter Männern Lohndifferenzen gibt. Ungleichheiten gibt es zahlreiche in der Arbeitswelt, horizontale wie auch vertikale: Ausländer verdienen mitunter weniger als Ansässige, Älter mehr als Jüngere, Angelernte weniger als Gelernet etc.

    Lohndiskriminierung? Ein künstlich hochgehaltener Hokuspokus!

  2. Marcel sagt:

    Ihr Kommentar wartet auf Freischlatung

    Ist das Absicht? Was soll das?!

  3. Eni sagt:

    @ Lea

    Eine Mutter hat ihr Kind vor durch den Partner zu schützen, immer; und wenn sie es nicht tut ist sie eine Rabenmutter ebenso wie ein vater ein Rabenvater ist, der sein Kind nicht vor Gewalt schützt.

    Ein Kind ist immer hilflos, es ist Aufgabe der Eltern hilfe zu suchen wenn sie selber nicht imstande sind diese aus eigener Kraft zu gewährleisten.

    Man kann immer nach Ausreden suchen sein Kind nicht zu schützen oder nicht geschützt zu haben, aber schlussendlich ist es Gleichgültigkeit und Gefühlskälte und nicht anderes.

  4. heidi reiff sagt:

    @ Max

    Haben Sie schlechte Erfahrung mit Frauen gemacht, dass Sie so wettern über Emanzen ?

    Allgemeines

    Ich habe mich vorallem für Psychologie interessiert, hab mir die Freudsche Psychoanlyse angelesen, Euphorisch wurde ich eine Freudianerin, psychologisch hatte ich immer eine Antwort auf Lager . Irgendwann in der Mitte meines Lebens bin ich auf die Bücher von der Kindheitsforscherin Alice Miller gestossen, ihr erstes Buch, – Das Drama des begabten Kindes – die erste Auflage dieses Buches erschien 1983 – Der einzige Buchverlag, wo sie das Buch verlegen konnte war der Suhrkamp-Verlag, (Jüdischer Verlag) von allen anderen Verlagen wurde das Gut auf Druck abgelehnt. Ihr letztes Buch heisst “Dein gerettetes Leben” 1. Auflage 2007. Persönlich habe ich viel profitiert vom Gedankengut A. Miller. A. Miller hat sich weltweit eingesetzt für Kinder, hat auch Briefe an div. Päpste geschrieben wo sie das Schlagen der Kinder an den Pranger stellt, von Papstseite bekam sie nie eine Antwort. Wenige Menschen setzen sich ein für das Gedankengut von Alice Miller, hoffe es werden mehr. Es sind keine Prediger nach alter Väter Sitte, Moralin ist anscheinend der einfachste Weg, Spott und Häme. Fanatisch wird festgehalten “es war halt immer so.” Ich habe meine Kinder nie geschlagen, hab auch Fehler gemacht, perfekte Menschen gibt es nicht, zentral ist doch, dass wir alte Muster anschauen und nicht blindwütig weitergeben, als Erwachsene haben wir die Chance, andere Entscheidungen zu treffen. Mein eigenes Eltern-Ich habe ich gedanklich vor Jahren auf dem Mond entsorgt mit dieser Aktion habe ich mir eigenen Freiraum erschaffen. Ich bin nicht die Jungfrau Maria.

  5. Auguste sagt:

    hmm…, aber eine interessante kommentatorin.

  6. Marcel sagt:

    Nicht alle Männer, die eine kritische Haltung gegenüber Frauen allgemein- und eine noch Kritischere gegenüber dem Feminismus ganz im speziellen- pflegen, haben automatisch ein Problem mit Frauen, Frau Reiff. Auf so einen einfachen Nenner lassen sich kritische Geister nicht reduzieren- ausser mit ganz viel ideologischem Rückenwind. Ich zum Beispiel leide nicht gerade an einem Mangel an Aufmerksamkeit vom anderen Geschlecht- was mich trotzdem nicht davon entbindet, Frauen gegenüber ausgesprochen kritisch eingestellt zu sein. Abgesehen davon ist Ihr Vorwurf psychologisch nicht gerade fair, zielt er doch genau unter die Gürtellinie: Welcher Mann würde schon freiwillig zugeben, er habe Probleme mit Frauen? Wollen Sie mit dieser “Aussage” Kritiker mundtot machen?

  7. Marcel sagt:

    Das Eltern-Ich? Transaktionsanalyse, aha!

  8. Eni sagt:

    @ Heidi Reiff

    Bin ihrer Meinung. Nur weil man seit 10000 Jahren Kinder schlägt, ist es keine Entschuldigung es heute auch zu tun, sonst müsste man ja konsequenzerweise auch immer noch in Höhlen hausen.

  9. Lea sagt:

    max hat sich Luft verschafft, ohne direkt ad hominem…. Kompliment.
    Leider hat max auch recht, dass es in diesem Thread nicht um Missbrauch geht,
    ausser die Baumrinde wird mit dem Sackmesser malträtiert.
    Da ist es dann so, dass in einer Michael Ende – Szene der Baum dann sich umdreht und mit seinen Ästen nach dem Malträtierer greift, worauf die Horde Goofen schreiend aus dem Wald rennt.

  10. Pippi Langstrumpf sagt:

    @Marcel

    “Ich zum Beispiel leide nicht gerade an einem Mangel an Aufmerksamkeit vom anderen Geschlecht- was mich trotzdem nicht davon entbindet, Frauen gegenüber ausgesprochen kritisch eingestellt zu sein.”

    Eben, Sie haben ein echtes Problem!

  11. max sagt:

    Heieiei nochmals falsch.

    @mamablog, bitte löscht die zwei vorhergehenden Einwürfe von mir, der hier ist die gültige Version.

    @Heidi Reiff

    Die Antwort habe ich früher schon gegeben, verteilt vielleicht auf mehrere Einwürfe.

    a) In meinen persönlichen Leben bin ich ausschliesslich dann in Schwierigkeiten gekommen, wenn ich Frauen beim Wort nahm.

    b) Frauen, die sich wortreich mit Selbständigkeitesüberzeugungen über ihre Lebenspläne auslassen. Solche Frauen bewähren sich in der Not grundsätzlich nie. Sie behindern nur die richtigen Männer, die klar vorausschauend, strategisch auf Monate planen, Handlungsabläufe rational durchdenken, mit engen Ressourcen und Zeitnot taktisch richtig umgehen können, wenn man in der Not klar entscheiden und retten muss was zu retten ist.

    Dann kann ein richtiger Mann keinen demokratischen Powwow mit Ich-Bin-Auch-Gross-Frauen führen, sonst ist ein richtiger Mann schnell am Ende.

    c) Frauen wollen nur das eine, spätestens wenn sie Kinder haben: Ein gemachstes Nest. Sie lassen es sich mit Vorliebe von einem Mann machen oder sorgen dafür, dass es vom Staat gemacht wird. Fertig mit grossen Emazenworten also.

    d) Solches nervt. Wenn eine Frau nicht sagen darf, was sie wirklich sagen, fordern, wünschen will sondern andauernd überprüft, was sozial-feministisch akzeptiert ist, dann langt ein Mann grundsätzlich in die Sch…e egal, wie ernst er eine solche Frau nimmt.

    Wieder haben wir ein informationstheoretisches Problem. Der Emanzenspeak ist die Trägerwelle, was die Frau darauf moduliert, wären eigentlich ihre Wünsche. Nur leider bietet der Emanzenspeak keine Feinstrukturen, um solche individuellen Informationen sinnvoll abbilden zu können. Was bleibt, sind Fehlinformationen, sogenanntes Moirée.

    Und was hört der geneigte, sorgfältige Zuhörer am Schluss? “Du nimmst mich nicht ernst!” Und dann noch: “Gschpüüüürsch Du das eigetli nid sälber?”

  12. max sagt:

    @Marcel

    Die Lohnstudie auf dem von Ihnen angegebenen Link konnte ich problemlos herunterladen.
    “http://www.statistik.zh.ch/themenportal/themen/down.php?id=488&fn=2007_14.pdf”

    Das sind 28 Seiten und ich brauche wohl einen Moment damit.

    Im übrigen bin ich ziemlich kreativ im Moment.

    Das ***repetitive*** in den Emanzenargumentationen erlaubt sozialphilosopische Überlegungen über eine Analogie zum Nyqvist-Theorem. Sie könnte angewendet werden, um den Informationsfluss beim Ausfechten von Beziehungskonflikten zu untersuchen.

  13. Lea sagt:

    @max: Werden Sie Ihre Gedanken zum Nyquist-Shannon-Abtasttheorem hier schildern? Das würde mich ehrlich interessieren. Wirklich ehrlich gemeint, nicht als Trollerei.

    Was Sie als den repetitiven Aspekt in Emanzenargumentationen bezeichnen, kann eben als repetitiver Aspekt von Argumentationen als Versuch ideologischer Umsteuerungen gesehen werden. Interessiern würde mich dabei, ob mit dem Erkennen repetitiver Muster das von Ihnen vorher genannte Moirée-Phänomen umgangen werden kann.

    Repetitiv: erinnert auch an den Pavlov und seinen Hund. Ditto Werbung.
    In Umkehrung von steter Tropfen hölt den Stein
    Steter Stein trocknet den Tropfen

  14. max sagt:

    @Lea

    Na ja, es wird schon ein bisschen länger dauern und mit Sicherheit ein geistiges Abenteuer.

    Ich schreibe diese Antwort in den Blog zu Magie der Geschichten, weil er dort besser hineinpasst.

  15. Marcel sagt:

    Nö, kurz und knapp, Pipi: Keine Probleme mit Frauen- es gibt soviele…

  16. max sagt:

    @Marcel

    Habe mir soeben die von Ihnen zitierten “Frauenlöhne, Männerlöhne” vom statistischen Amt des Kantons Zürich zuleide getan. (statistik.info 14/2007, Bentz und Tschannen).

    1) Es sind nur Daten aus der Privatwirtschaft verfügbar. Wir leben in einer Zeit, wo Staatsangetellte nicht einfach Beamten- oder Lehrerkarrieren machen. Sehr viele wechseln zwischen öffentlichem und privatem Sektor hin- und her. Unklar ist zudem ob die Selbständigen mit Kleinbetrieben erfasst sind.

    1a) Wir müssen nämlich davon ausgehen, dass Löhne nicht nur vom Arbeitgeber sondern auch von der Biographie des Arbeitnehmers abhängen, wie auch von der Beziehung des Arbeitnehmers zum Arbeitgeber.

    1b) In jedem Fall ist in dieser Erhebung die Grundgesamtheit nicht genügend definiert.

    2) Falls man von Lohngleichheit reden will, muss zwingend auch die Erwerbsarbeit erhoben werden, für die keine Steuern und keine Sozialabgaben entrichtet werden, das heisst eigentliche “Schwarzarbeit”, Naturalwirtschaft etc.

    3) Rein ideologisch begründet sind Aussagen wie:
    “Mit 16 Prozent Hochqualifizierten weist die Altersklasse der 30-40-jährigen … am meisten gut ausgebildete Frauen auf. Vor 30 Jahren war der Entsheid für eine höhere Ausbildung oder Weiterqualifikation … schwieriger als heute. ***Das hat zur Folge, dass ältere Frauen insgesamt weniger gut ausgebildet sind .. und .. einen tieferen Lohen erhalten.***”

    Für eine solche weitgehende Interpretation fehlt schlicht das Zahlenmaterial in diesem Bericht.

    3a) Genausogut könnte ich interpretieren, dass die Frauen vor 30 Jahren insgesamt mehr Glück hatten bei der Suche nach gut verdienenden Männern. Insbesondere die gut ausgebildeten Frauen über 40 hätten es überhaupt nicht nötig, in der Geldwirtschaft ihren Lebensunterhalt zu verrdienen. Deswegen steigt mit dem Alter der Anteil der schlechter ausgebildeten Frauen.

    3b) Genausogut könnte ich interpretieren, dass Frauen über 40 wann immer möglich im Staatsdienst sind und deswegen viel weniger ausgebildete Frauen in der Privatwirtschaft vorgefunden werden.

    4) Die einzige Erfolgsmeldung in dem Bericht ist, dass zwischen 1991 und 2005 die Anzahl erwerbstätiger Mutterpersonen um 29′000 zugenommen hat. Dies wird wieder in rein ideologischer Interpretation und ohne es mit Zahlenmaterial zu stützen auf die bessere Integration der Mütter in den Arbeitsmarkt zurückgeführt. (Sorry, aber die verwenden im Zusammhang mit “Mutter” das Unwort “Person”).

    4a) Genausogut könnte ich behaupten, dass es im Kanton Zürich heutzutage wesentlich mehr Mutterpersonen aus dem Kosovo oder der Türkei gibt, die kaum Geld haben und deswegen arbeiten müssen in minderwertigen, unterqualifizierten und grossenteils sogar überflüssigen Berufen. (Wie zum Beispiel die Frauen, die im Coop 15 Sorten Mozarella, 20 Sorten Emmentaler 15 Sorten Raclettekäse, 140 Sorten Brot, 470 Sorten Schokolade und Schokoladenimitate, 200 Sorten Joghürtli ins Gestell hinein und wieder herausräumen).

    5) Das statistische Amt des Kantons Zürich hat keine eigenen Erhebungen gemacht, sondern einfach seine Zusammenfassung und politische Interpretation der Lohnstrukturerhebung des Bundes vorgelegt.

  17. max sagt:

    mamablog bitt um edit

    Der Abschnitt 3b) sollte korrekterweise heissen

    3b) dass Frauen über 40 wann immer möglich im Staatsdienst sind und deswegen viel weniger ***gut*** ausgebildete Frauen ***über 40*** in der Privatwirtschaft vorgefunden werden.

  18. Marcel sagt:

    Max, herzlichen Dank für Dein Feed-back! Dazu hätte ich auch noch einiges zu sagen. Wichtig scheint mir in gewissen Kreisen, dass man alte Behauptungen mit allen (rethorischen) Mitteln künstlich am Leben erhalten kann- wie das Beispiel Lohnungleichheit zeigt. Man spricht offiziell immer noch von 19,7 Prozent, um dann, sehr viel später- oder genauso spät, dass der oberflächliche Leser es gar nicht mehr erst liest- kleinlaut zuzugeben, dass von den ursprünglich angenommenen 19,7 Prozent (= 100 %) nur noch um 40- oder 7,8 Prozent- übrig bleiben. 40 Prozent “unerklärliche” Faktoren (natürlich immer noch DER Skandal [Hauptsache Skandal]) von ursprünglich 100 Prozent bleiben offiziell zurück- d. h. 60 Prozent haben sich plötzlich in Luft aufgelöst. Diese Differenz betrachte ich als wirklichen politischen Skandal- die Diskriminierungsquote hat sich damit innert allerkürzester Zeit nahezu halbiert! Man stelle sich eine solche Streubreite bei anderen wissenschaftlichen Untersuchungen vor: Da müssten eine ganze Reihe von Leuten augenblicklich den Hut nehmen! Und abgesehen davon: Die erwähnten “unerklärlichen” Faktoren sind erklärbarer, als vielen lieb ist, wie man u. a. dem WeWo-Artikel entnehmen kann. Doch das dürfte eine Art ideologischer Reserve sein: Wichtig ist, dass man weiterhin ungestraft von Lohnungleichheit sprechen kann- obwohl sie voraussichtlich kaum existiert.

  19. max sagt:

    @Marcel

    Es ist an sich immer zu erwarten, dass ein Teil der Unterschiede nicht erklärt werden können. Daraus auf “Diskriminierung” aufgrund des Geschlechtes zu schliessen ist absolut abenteuerlich.

    Die Lohnstrukturerhebung eignet sich nur sehr bedingt, weil die Biographien der Arbeitnehmer nicht berücksichtigt werden. Vielleicht haben einfach mehr Frauen als Männer einen beruflichen Lebenslauf, der zu weniger Lohn führt.

    Zum Beispiel: Es wandern augenscheinlich recht viele Lehrerinnen in die Privatwirtschaft ab (wobei der Bericht nicht angibt, wieviele Lehrerinnen das sind). Wenn Arbeitgeber den gängigen Vorurteilen gegen Lehrer folgen, so mögen sie diesen schlechtere Löhne anbieten. Die Lehrer hingegen sind unter dem Druck, endlich vom Schuldienst loszukommen. Sie haben die Schnauze voll davon wie unsere Schulen zu sozialpolitischen Schlachtferden verunstaltet werden. Also akzeptieren Lehrer beim Absprung die schlechteren Bedingungen in der Privatwirtschaft. Lehrer, unabhängig vom Geschlechte wären schlechter gestellt. Sind zufällig mehr Frauen als Männer solche Lehrer, dann taucht dieser Unterschied genauso zufällig unter “unerklärte Unterschiede” auf und wird in “Diskriminierung” umgemünzt.

    Kurzum: Solche Statistik ist Scharlatanerie. Entweder wird der Lohnunterschied aufgrund des Geschlechtes statistisch gültig erklärt oder der Lohnunterschied ist nicht erklärt und dann ist er nicht erklärt. Und das bedeutet genau und ausschliesslich “nicht erklärt”, auch nicht “Geschlechter-vielleicht-doch-erklärt”.

  20. Anastasia C. sagt:

    @Max: Sie sagen, das Frauen die auf Ihrer Selbständigkeit pochen oftmals in Krisensituationen nichts taugen. Können Sie mir da ein konkrettes Beispiel nennen,oder ist das wieder so ein Punch gegen selbständige oder emanzipierte Frauen???

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