Leben


Michèle Binswanger am Freitag den 5. März 2010

Mama, was ist ein Junkie?

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Hey Baby, take a walk on the wild side! Der vermeintlich coole Junkie in der Form von Pete Doherty.

Kinder wollen es immer ganz genau wissen. Selbst wenn man es nicht so genau wissen kann. Zum Beispiel Sucht. Was es ist und wie wir sie davor bewahren sollen. Und ob man das überhaupt kann. Und so kam ich jüngst, als meine Kinder beim Anblick hohläugiger Junkies und rotgesichtiger Alkis am Bahnhof von mir wissen wollten, was Sucht ist, in Verlegenheit.

Das Thema übte auch auf mich immer schon eine gruselige Faszination aus und so warf ich mich beherzt in den Ring, um meinen Kindern die Sache zu erklären: «Sucht heisst, von etwas abhängig zu sein.» sagte ich.
«Was ist abhängig?» fragte die Tochter.
«Das ist, wenn man etwas unbedingt braucht und immer daran denkt, wenn man es nicht hat. Wie die Leute, die Heroin nehmen.»
«Warum nehmen sie es dann?»
«Zunächst sind sie vielleicht neugierig und finden es schön. Dann nehmen sie es wieder und wieder. Und bald schon brauchen sie es. Und wenn sie es nicht kriegen, sind sie ganz verzweifelt und kriegen Entzugserscheinungen.»
«Dann bin ich süchtig nach essen und trinken.» stellte der Sohn fest.
«Aber nein!» korrigierte ihn die Tochter. «Essen, trinken und atmen muss man. Das sind die einzigen Dinge, nach denen man nicht süchtig sein kann.»
«Man kann fast von allem süchtig werden, auch nach essen. Süchtig wird man, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.»
«Ah, ich weiss!» triumphierte der Sohn. «Du bist süchtig nach klettern.»
«Nein!» sagte die Tochter. «Das ist doch nicht Sucht!»

Schwieriger Fall.
«Ja, vielleicht ist das eine Art Sucht.», sagte ich. «Aber meistens geht es bei Abhängigkeit um Stoffe, die man zu sich nimmt. Alkohol ist ein gutes Beispiel. Ich trinke gerne Wein zum Essen und bin trotzdem nicht süchtig nach Alkohol. Aber wenn man viel trinkt und immer wieder, kann man abhängig werden.»
«Aber warum?» fragte die Tochter.
«Sucht ist eben nicht einfach Sucht. Es kommt ganz auf den Menschen an. Manche haben keine Probleme mit Konsum, andere konsumieren, weil sie Probleme haben. Manchmal ist es schwierig aufzuhören, manchmal weniger. Kommt ganz darauf an.»

Die beiden musterten mich, als hätte ich ihnen gerade die Heisenbergsche Unschärferelation zu erläutern versucht. Und so ungefähr fühlte ich mich auch. Oder um es mit Heisenberg zu sagen: «Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern eine von uns gestaltete Wirklichkeit.»

Meine Kinder werden also erst wissen, was Sucht ist, wenn sie es in der einen oder andern Form erfahren. Und gleichzeitig möchte man sie natürlich davor bewahren. Am besten traf es wohl Freund McQueen: «Wenn du mit ihnen über Sucht sprichst, musst du auch über Genuss sprechen», riet er mir. Recht hat er, denn in unserer Multioptionsgesellschaft geht es wohl weniger um Junkies als um den Umgang mit Verführung und den verantwortungsvollen Umgang damit.

Als Service hier noch die sieben Regeln, um Kinder gegen Suchterkrankungen zu wappnen:
1. Kinder brauchen seelische Sicherheit, aktive Liebe und Zuneigung von Erwachsenen. Weisen Sie Ihr Kind nicht zurück, wenn es in Ihre Arme will, versöhnen Sie sich, wenn es einlenken will.
2. Kinder brauchen Lob und Bestätigung. Sie brauchen das Gefühl, dass die Eltern ihre Persönlichkeit vorbehaltlos akzeptieren und ihnen etwas zutrauen.
3. Kinder brauchen Freiraum, um eigene Erfahrungen machen zu können.
4. Kinder brauchen realistische Vorbilder und Ehrlichkeit: Man muss auch zu den eigenen Süchten stehen können.
5. Kinder brauchen Bewegung und gute Ernährung.
6. Kinder brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umgebung.
7. Kinder brauchen Träume und Lebensziele.

Lesen Sie auch: Mama, das Cüpli und der Feierabend-Joint
http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/3684/sind-beschwipste-mutter-bessere-mutter/

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279 Kommentare zu „Mama, was ist ein Junkie?“

  1. Cara Mia sagt:

    @Eni: das ist bei uns zum Glück nicht so. Die Bonzenfrauen – Typ 20 Jahre jünger als der reiche Vater der Kinder – schicken ihre Kids in die internäschänäl Skuuul….

  2. Cara Mia sagt:

    @max: auch die Bürgerlichen lügen wie gedruckt. Merz, Kopp, um nur mal gerade die Spektakuärsten zu nennen.

  3. Eni sagt:

    @ Cara Mia

    Ja, die gibt es bei uns auch und die Kinder werden sogar noch aus den Nachbarkantonen von den Müttern in diese Schule gekarrt. Neben unserem Haus kommt jeden tag der Schulbus dieser Schule und 8/9 Jährige Kinder werden von ihren müttern die Strasse heruntergelitet. Frage mich, wie da die Kinder selbständig werden sollen, wenn sie nicht mal 300 meter ohne Mami zum Bus gehen können.

  4. Cara Mia sagt:

    @max: machen wir es doch wie richtige Männer, fokussieren wir uns auf das Wesentliche und lassen wir die Emotionen beiseite. Fakten: die Männer haben mehr Muskeln und sind stärker. Sieht man bei jeder Sportart. Es machen mehr Mädchen die Matura, als Jungen. Die meisten Fakultäten weisen mehr weibliche Studierende auf, als männliche. Unter den Personen mit den höchsten IQs finden sich mehr Frauen, als Männer.

    Was schliessen wir daraus: in einer Dienstleistungsgesellschaft, wie wir sie mehrheitlich sind, müssen diejenigen mit mehr Hirn und weniger Muskeln an den Bildschirm und den Schreibtisch sitzen, diejenigen mit den Muskeln hingegen die körperlich anstrengene Arbeit machen wie Wäschekörbe schleppen, Rasen mähen, Teig rühren, Pfannen rumwuchten, auf Fenstersimse klettern und Fensterscheiben reinigen. Und natürlich Babies stundenlang rumtragen, wenn sie schreien. Oder den Dreijährigen huckepack nehmen, wenn er vom Spielplatz nicht mehr nach Hause laufen mag.

    Liegt doch total auf der Hand. Ein richtger Mann zieht die richtigen Schlussfolgerungen.

  5. Lehrzeit sagt:

    Wo leben denn Max und Cara Mia eigentlich? An den Tagesschulen und in den Horten die ich kenne, werden nicht die Kinder von Medizinerinnen oder sonstigen Akademikerinnen betreut, sondern die Kinder von Putzfrauen, Bauarbeitern, Wäschereiangestellten, Küchenhilfen etc, die allesamt arbeiten müssen, weil ein Lohn nicht zum Leben für die Familie reicht, und weil das Sozialamt entgegen anderslautender Gerüchte auch alleinstehenden Müttern mit kleinen Kindern die Erwerbsarbeit nahelegt und nicht Familienzeit subventioniert.
    Abgesehen davon stimme ich nicht für die SP, und etliche andere mir bekannte Lehr- und Sozialarbeitende Personen auch nicht. Wieso sollten die Lehrkräfte für die SP stimmen? Die Praktiker sind sehr wohl in der Lage die durch die Politik der letzten Jahre angerichtete Misere im Schulwesen zu durchschauen. Wenn in der Stadt Zürich die Mehrzahl der Stimmenden der Meinung ist, es werde funktionieren mehr Kinder mit gleich viel Mitteln und schlechter ausgebildetem Personal länger und ab jünger besser zu betreuen und fördern – ja dann ist es nicht in erster Linie die SP, sondern eine breit herrschende Ideologie, die das Stimmvolk verblendet hat. Die Politiker knirschen dann mit den Zähnen, verordnen und wundern sich auch nicht wirklich, dass es nicht funktioniert.

  6. Cara Mia sagt:

    @Lehrzeit: bei uns ist es gemischt, es sind die Kinder von Eltern, die beide arbeiten. Ich bin halt grundsätzlich der Meinung, dass das derzeitige Schuldmodell zu wenig Regelmässigkeiten vermittelt. Mal fängt die Schule früher an, mal später, mal fallen Stunden aus, ich finde dies eine Katastrophe. Deshalb bin ich grundsätzlich für Tagesschulen, für Regelmässigkeit und Stabilität. “Tages”schule heisst ja nicht, dass sie den ganzen Tag geht, das sollte altersmässig gestuft sein. Aber eine gewisse Ruhe sollte sein. Unterrichtsstunden von 45 Minuten sind zu kurz. Ich habe bei meiner einen Tochter, die wir gezwungenermassen eine Zeitlang in eine Privatschule schicken mussten, gesehen, wie viel besser Regelmässigkeit ist, wie die Kinder besser zur Ruhe kommen und ihren Rythmus finden. Kommen dann noch Lehrerzimmer statt Klassenzimmer dazu und die Kinder müssen aller 45 Minuten mit Mäntel, Schul- und Turnsäcken die Zimmer wechseln, ist das Chaos perfekt und die Kinder sind nur noch nervös.

    Das ist kein Emanzen-Zeug, sondern hier geht es um die Kinder und wie man sie optimaler schulen könnte.

  7. max sagt:

    @Lehrzeit

    Danke für den Beitrag aus der Praxis.

    Was die Mütter aus einfachen Berufen, Kassiererinnen, Putzfrauen, Tellerwäschern etc. angeht, so ist die Rechnung einfach: Ein Kind einen Tag lang betreuen kostet die Stedt Fr. 130. Soviel Steuern pro Tag bezahlen höchstens ein paar Wirtschaftsanwältinnen. Aus der Sicht des Steuerzahlers wäre es billiger, die Mütter für die Kinderbetreuung direkt zu bezahlen. Man könnte sie zu einer Art Nachbarschaftshilfe animieren, damit sie einander gegenseitig aushelfen mit dem Kinderhüten. Eine Mutter kann ab und zu auch vier Kinder betreuen.

    Warum also müssen die Kinder von Putzfrauen, Küchenangestellten etc. von Staates wegen gehütet werden?
    Damit Frauen wie Pipi Langstrumpf und Cara Mia zu billigem Haushaltspersonal kommen, dem sie einen mikrigen Lohn zahlen.
    Damit Coop und Migros billiges Personal bekommt, das 15 Sorten Mozarella, 50 Sorten Emmentaler und Greyerzer, 100 Sorten Schokolade, 200 Sorten Brote, 500 Sorten Joghürtli in die Gestelle räumt.

    Mit unserer Sozialfürsorge, mit Kindertagesstätten, Tageschulen subventionieren wir den Konsumisumus unserer Emanzen. Sie bereichern sich auf Kosten aller anderer.

    Verwarhloste Kinder hängen am Schluss an der Spritze und an der Flasche und am Glimmstengel.

  8. Hansli sagt:

    @max Ich kenne (hab das bereits geschrieben) persönlich drei ehemalige Drogenfälle. Alle stammen aus einen bürgerlichen Familienidyll. So etwas sollte es in ihrer Welt gar nicht geben.
    Und wir haben mit ganz wenigen Ausnahmen bürgerliche Mehrheiten in den Kantonen und in einer Demokratie bestimmt immer noch die Mehrheit. Und diese Mehrheit ist auch verantwortlich. Wen linke Lehrer im Parlament ihre Ideen Vertreten, dann ist das von unserem poltischen System gewollt. Anscheinend sind sie gegen unsere Milizsystem und wollen Berufspolitiker. Solange wir Milizpolitiker haben wird jeder Bauer, Bauunternehmer, Lehrer, Anwalt, Arzt, Hebamme, Informatiker, usw… seine beruflichen Interessen in den Parlamenten einbringen.

  9. Hansli sagt:

    @max Wen diese Mütter zuhause bleiben, dann kann der Staat Sozialhilfe zahlen.

  10. max sagt:

    @Cara Mia

    Frau Alt-Bundesrat Elisabeth Kopp haben wir ein vorbildliches und sehr wirkungsvolles Gesetz gegen die Geldwäscherei zu verdanken. Wir waren nach den USA das erste Land, dass ein solches Gesetz erliess. Dieses ist heute noch modern und hat uns viele Probleme erspart. Meines Wissens hat der grosse Kanton im Norden bis heute kein Gesetz gegen Geldwäsche.

    Dass Frau Kopp wegen ihres Telefons mit ihrem Mann gelogen hatte, das hatte nichts mit ihrer Arbeit als Amtsperson zu tun. Sie hat sehr pflichtbewusst und lösungsorientiert gearbeitet.

    Im Unterschied dazu haben wir Frau Alt-Bundesrat Ruth Dreifuss ausser all ihren Lügen nur noch das Desaster bei Pensionskassen und bei der Finanzierung der übrigen Sozialwerke zu verdanken.

    Das Bundesrat Rudolf Merz nur noch ein Schatten seiner selbst ist, das haben glaube ich alle gemerkt.

  11. max sagt:

    @Cara Mia, das ist eigentlich für den Blog zu den Emanzen:

    Die Behauptung, Frauen seien besser geeignet für geistige Arbeit als Männer, das geht als Witz des Tages durch. Er entlockt mir genau EIN müdes Lächeln.

    In der Schule brillieren ist nicht das gleiche wie geistig leistungsfähig sein. Das Gymi machen und die Matura bestehen, hat leidlich wenig mit geistiger Arbeit zu tun. Da muss man brav sitzen, gut auswendig lernen und diszipliniert die Prüfungen bestehen. Neuerdings studiert man an den Unis nicht mehr, sondern man geht auch dort zur Schule. So kommt man auf die gleiche einfältige Weise zu Universtitätsabschlüssen. Es ist dasselbe, brav sein, sich durchmogeln, gute Noten in den Prüfungen.

    Wenn aber geistige Arbeit gefragt ist, man wendig und kreativ Probleme lösen muss, in der Krise die Nerven behalten, Zeitabläufe im Auge halten, strategisch Prioritäten setzen, sich Handlungsspielraum verschaffen, dann kommen nur ganz wenige Frauen mit.

    Darum, zu recht, machen all die braven, ordentlichen, gut organisierten, properen Mädchen hinterher keine Karriere in Führungspositionen.

  12. max sagt:

    @hansli

    Diese Sozialhilfe ist für den Steuerzahler billiger als die 130 Franken pro Tag für das Hüten jedes Kindes. So einfach ist das. Dann ist es ehrlicher und wir rechnen noch einmal durch, wieviele und welche Ausländer wir wirklich in die Schweiz kommen lassen. Heutzutage werden die Kosten der Einwanderung systematisch kaschiert.

    Interessiert in diesem Schwindel ist der SP-wählende Mittelstand. Dieser versucht sich auf Kosten aller anderen zu bereichern und lässt keinen faulen Trick dazu aus.

  13. max sagt:

    @Hansli

    Die Bildungsreformen werden in den meisten Kantonen am Parlament vorbei auf dem Verwaltungsweg durchgezogen. Die gesamten Bolognareformen konnten so ohne parlamentarische Diskussion, ohne Referenden ohne irgendetwas eingeführt werden.

    Der Kanton Bern bildet keine Hebammen mehr aus, keine Anästhesiepfleger, keine Operastionstechniker mehr aus. Es gibt nur noch den Bachelor in Pflegewissenschaften und den können nur Gymnasiasten mit Matura machen. Die gesamten Kantone der Innerschweiz, Lurzern, Zug, auch Solothurn und Wallis und so viel ich weiss auch Freiburg bekommen das dringed benötigte Fachpersonal für ihre Spitäler nicht mehr. Sie liessen das bisher vom Kanton Bern ausbilden, gegen Vergütung.

    Kein einziges Parlament durfte jemals irgendetwas dazu sagen. Das wurde selbstherrlich von einer sozialistisch-marxistischen Kantonsregierung verfügt.

  14. Schneekönigin sagt:

    @max

    Wer nie eine Uni von innen gesehen hat, sollte sich nicht so aufplustern, als wüsste er genau, was dort abgeht. Sie haben keine Ahnung! Querulanten wie Sie sind an den höheren Bildungsanstalten auch fehl am Platz, weil destruktive Kritik noch nie Ziel führend war.

  15. Cara Mia sagt:

    @max: und die Antwort, wie schlau das denn ist, wenn wir Unsummen in die Ausbildung von Akademikerinnen zahlen, und die dann nicht arbeiten, die bleiben Sie natürlich schuldig.

    Aber die kann ich mir auch selber geben, wenn ich mich in so einen richtigen Mann einfühle: die Frauen gehören nicht ins Gymnasium. Primarschule und dann Rüebli RS, das reicht vollkommen.

    Bis morgen, Ihr Lieben, ich tauche ab!

  16. max sagt:

    @Cara Mia

    Die Antwort, wie schlau es ist Unsummen in die überflüssige Ausbildung von überzähligen Germanstinnen, Historikerinnen, Soziologinnen, Politologinnen, Medienwissenschafterinnen zu stecken, die Antwort hat bisher noch keiner geben können.

    Ich vermute, die Frauen werden in diesen Studienrichtungen ausgebildet, in der Hoffnung, dass sie andernorts keinen Schaden anrichten werden.

  17. max sagt:

    @Schneekönigin

    Ehemm. Ich habe bewusst meinen gesamten Freundeskreis ausserhalb der Uni und ausserhalb von Akademikerkreisen aufgebaut. Die Fräuleins damals, die studierten mit dem einzigen Ziel, sich an der Uni den richtigen Ehepartner aufzugabeln, von denen habe ich mehr als genug gesehen.

    Irgendeine ad hoc gegründete Universität in Pflegewissenschaften zähle ich nicht als Uni. Und nein, heute wird an den Unis nicht mehr studiert sondern Schülerlis à la Bologna gespielt. Was die für einen Master leisten müssen, das galt zu unsere Zeit noch als Seminararbeit.

  18. Roland Strasser sagt:

    @Cara Mia: Schöne Dinge sind immer einfach. Das gilt auch für “Weltbilder”. Wenn man einen Sinn für Ästethik hat, dann kann, ja darf man sich nicht an der Realität orientieren! Doe Wirklichkit ist komplex und nicht schwarzweiss. Umso mehr muss man eben klare Überzeugungen haben, denn wir gestalten diese Wirklichkeit jeden Tag neu. Wer mit dem Kompromiss beginnt hat schon verloren.

    Darf ich raten; Grünliberale?
    Das Argument, es mache keinen Sinn, Geld in Akademikerinnen zu investieren, wenn diese ja dann doch nur Zuhause Rüebli züchten und ihre Kinder von den Drogen fernhalten, das ist diskriminierend in zweierlei Hinsicht (muss ich nicht erklären, das wissen sie selber).

    @Schneeflocke: “Querulanten” haben es an höheren Bildngseinrichtungen tatsächlich schwer, weil eine enorm grosse Zahl von Akademikern zusehends nicht mehr an Diskurs und Skeptizismus orientiert ist, sondern sich lieber im Elfenbeinturm hinter Dogmen versteckt und sich gegen Irritationen (von Aussen und Innen) schützt (Climategate lässt grüssen!). Ihre Worte kehren sich gegen Sie selbst, galls Sie – wie ich – dieser Gemeinschaft angehören. Die Wissenschaft lebt gerade vom Widerspruch!

    @Max: der Unterschied von Kopp zu Dreifuss? Ganz einfach, Dreifuss hatte keinen bösen, “antikommunistischen”, bürgerlichen Armeeheini als Mann und war in ihrer Politik nicht so stramm bürgerlich, sondern Dreifuss war eine Romande, eine stramme Sozialistin, eine Lesbe und eine von der Frauenbewegung ins Amt gehievte Frau. Das Mediensestablishment hat die Selfmade-Woman und stramme Bürgerliche Elisabeth Kopp verachtet vom ersten Tag an. Merksch dr Pögg?

  19. steffen martens sagt:

    Da sich dieser Blog wahrscheinlich nur an Eltern richtet, kann ich euch nur raten die Wahrheit über Drogen zu sagen: nämlich, dass sie unglaubliche Reaktionen und Glücksgefühle auslösen, dadurch aber für nicht gefestigte Menschen(und Kinder im besonderen) extreme Gefahren bürgen. Sie können, nach dem Konsum, schlicht als unentbehrlich gehalten werden. Jede andere Behauptung, wie die pauschale: Drogen sind schlecht für dich – werden nach erstem Konsum über Bord geworfen, und eure Glaubwürdigkeit in den Komödienstand gestellt. Bei mir und meinen Eltern war das genau so.
    Ausserdem stellen die genannten sieben Vorraussetzungen bzw. Vorkehrungen die genannt werden überhaupt kein Hindernis oder eine Barriere dar, sich für den Konsum zu entscheiden. Ich hatte alle diese Sicherheiten und habe trotzdem meine Drogenzeit durchgezogen. Bei mir(und vielen meinen Freunden), war es der Willen alles kennenzulernen und nichts auszulassen.
    Wenn Ihr bemerkt, dass eure Kinder Drogen nehmen solltet Ihr nicht versuchen sie davon abzuhalten, sie werden nicht auf euch hören. Ihr könnt ihnen lediglich die Nachteile aufzeigen und sie weiter so lieben wie sie sind und die Interessen(neben den Drogen) zu fördern – das hilft ihnen am meisten(wer keine Hobbys wie Musik hat und pflegt, kommt schwerer wieder raus, bzw. hat keinen Anker nach der Suchtzeit).
    Die meisten Leute die ich kennengelernt habe, verloren das Interesse mit der Zeit, auch wenn sie so früh wie ich(mit 12) begonnen hatten. Also, nicht all zu viele Sorgen machen, vertraut auf die Intelligenz eurer Kinder.

  20. Shlomo Grünbaum sagt:

    @ max + Roli Strasser: für die meisten ist Bildung gratis, bei euch war sie umsonst.

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