
«Familiäre Notwehr gegen die permanente Zerstreuung»: «Zeit-Magazin» zu drängenden Erziehungsfragen.
Wie schlimm steht es um die heutigen Eltern? Haben wir Mamas und Papas womöglich alle den Verstand verloren? Sicher aber den Anstand? So, wie es zahlreiche Voten von Nichteltern in den hitzigen Blog-Diskussionen von letzter Woche behaupten?
Wie auch immer. Das Magazin der deutschen «Zeit» zumindest hält es in seiner neuesten Nummer für angebracht, mit einem 24-seitigen «Elternknigge» heutige Mamas und Papas zu lehren, was ihren Kindern guttut und was zu viel des Guten ist. Redaktionsleiter Christoph Amend meint zu diesem Dienst an den Erziehungsberechtigten: «Der Anspruch, den Kindern die bestmögliche Erziehung und Bildung zukommen zu lassen, ist heute riesig. Der Elternknigge ist kein verbindlicher Leitfaden, sondern soll den Eltern gleichzeitig Hilfestellung und Anregung sein.» Nicht immer ganz ernst gemeint, aber zumeist witzig, bietet der Elternknigge Antworten auf die 55 drängendsten Erziehungsfragen, die besten davon möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Hier sind sie, zitiert aus dem aktuellen «Zeit-Magazin», meist leicht gekürzt:
Dürfen Eltern beim Essen aufstehen und telefonieren? Nein. Nein. Nein. Telefonieren können wir auch noch später. Also Stecker rausziehen, Anrufbeantworter an, Handy aus stumm schalten. Und alle zu Tisch. Das ist kein moralischer Despotismus, sondern familiäre Notwehr gegen die permanente Zerstreuung.
Soll ich meinem Kind erzählen, wie viel ich verdiene? Unbedingt. Sobald das Kind ein Geheimnis für sich behalten kann.
Darf ich vor meinem Kind weinen? Tränen der Rührung sind erwünscht. Tränen der Wut erlaubt. Tränen der Trauer notwendig. Tränen des Kindes wegen sollte man möglichst nur weinen, wenn das Kind nicht dabei ist.
Darf ich meinem Kind Prinzessin Lillifee verbieten? Unbedingt. Kinder bekommen vieles in die Wiege gelegt, guten Geschmack nicht. Eltern können gar nicht früh damit anfangen, ihn ihren Kindern beizubringen.
Wann soll ich mit meinem Kind das erste Bier trinken? Wenn Sie selber kein Bier trinken: nie. Wenn Sie aber ab und an mal ein Bier trinken, müssen Sie ihrem Kind sogar irgendwann etwas davon abgeben. Das ist Teil der Erziehung. Im besten Fall lernen Kinder so einen kultivierten Umgang mit Alkohol – klingt fürchterlich, es gibt ihn aber.
Darf ich meinem Kind eine falsche Entschuldigung schreiben? Nein. Lügen ist falsch. Schriftliches Lügen erst recht. Und die Kinder auch noch zu Komplizen der eigenen Unfähigkeit zu machen, Verantwortung zu übernehmen, geht gar nicht. Klares Nein.
Soll ich meinen Kindern sagen, was ich wähle? Ja, aber seien Sie vorbereitet, mit Widersprüchen in Ihren eigenen politischen Vorstellungen konfrontiert zu werden.
Darf ich der Facebook-Freund meines Kindes sein? Gegen eine Facebook-Freundschaft von Eltern und Kindern ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch statt das Kind durch eine Anfrage in Verlegenheit zu bringen, wartet man lieber, ob es von sich aus den Kontakt sucht. Tut es das, haben sich die Eltern bewährt: Sie sind ihrem Kind offenbar nicht peinlich.
Muss ich meinem Kind vom Osterhasen vorschwindeln? Unbedingt. Kindern in sich schlüssigen Unsinn zu erzählen, zum Beispiel vom Osterhasen, ist eine wunderbare Vorbereitung fürs Leben. Wer eines Tages in seinem Bettchen aufwacht und feststellt, dass er von seinen wichtigsten Vertrauten jahrelang systematisch angelogen wurde, wird sich nie wieder so leicht etwas vormachen lassen.
Darf das Baby mit zur Party? Es gibt gute Orte für Babys und es gibt schlechte Orte für Babys. Eine Party ist kein guter Ort.
So viel zum Elternknigge unserer Kollegen vom deutschen «Zeit-Magazin» (Gehen Sie an den nächsten Kiosk und kaufen Sie sich die aktuelle Nummer, Sie unterstützen damit die Bezahlpresse).
Und zum Schluss erlauben Sie mir bitte eine Bemerkung in eigener Sache: Mit dem grossen Erfolg des Mamablogs sind unsere beiden Autorinnen Nicole Althaus und Michèle Binswanger seit einiger Zeit schon gefragte Fachfrauen für Interviews und Porträts in den verschiedensten Medien. Nun sogar über die Sprachgrenze hinaus – lesen Sie dazu den Beitrag der welschen Zeitung «Le Temps».
Michael Marti, 43, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook




























































































@max: das ist einfach falsch, was Sie da schreiben. Je nach Beruf sind 15 Jahre Abwesenheit das sichere Aus. Ein Haushalt ist heute ein Kinderspiel, deswegen braucht man nicht den ganzen Tag Zuhause zu sein. Und nicht jede Frau taugt zur Hausfrau, so wenig wie jeder Mann zum Metzger taugt.
Und Kinder zwischen 3 und 6 wollen hinaus, in die Welt. Da haben Sie schlicht keinen Dunst. Eine gute Krippe ist super für ein Kind. Aber natürlich nicht die ganze Woche hindurch und ganztags. Alles eine Frage des Masses.
Die Zeiten sind anders, max, gehen Sie raus aus dem Haus und schauen Sie sich um.
@Laura TI
Hab ich da was falsch in Erinnerung? Arbeitest du nicht seit jeher zu 100%, wo waren dann die Kinder in der Zeit. Oder hattest du Glück und die Scheidung kam erst als das letzte Kind aus dem Kindergarten raus war? Wo hättest du deine Kinder hingegeben wäre die Scheidung früher gekommen? Oder ist das alles Klischee, Superwoman, 100% ausser Haus arbeiten und 100% für die Kinder da sein und noch zu 100% eine perfekte Mutter sein? Fragen über Fragen, genau solche Frauen sind es die alle anderen Frauen immer sehr unter Druck setzen. Die vorgeben alles zu 200% perfekt machen zu können. Das geht nicht, punkt.
@Krippe
Obwohl meine Kinder nicht in der Krippe waren/sind. Krippen sind eine gute Sache für Frauen die diese benötigen. Alle Frauen die diese nicht in Anspruch nehmen wollen, sollen es einfach sein lassen. Wo ist das Problem, leben und leben lassen.
Ich persönlich kenne auch mehr Kinder die “nur” zu Hause betreut werden und die arme Kinder sind. Denn sie dürfen nichts dreckig machen, die teuren Kleider dürfen ja nie ein Loch kriegen oder schmutzig werden. Gebastelt wird nie, da Mutter keine Nerven für dies hat oder zu viel Aufwand oder was auch immer, etc. Ja und hier wurde schon 1000 Mal ewähnt, dass Kinder nicht vor dem TV parkiert werden sollten. Werden sie aber leider trotzdem sehr oft. In der Krippe geschieht wenigstens dies schon mal nicht.
Der Idealfall wäre ja tatsächlich es gäbe nur Eltern die top motiviert sind, alles richtig machen und auch noch genügend Geld zur Verfügung haben um alles richtig zu machen. Die Realität sieht aber eben anders aus. Es wird leider immer nicht motivierte Eltern geben und solche die ihre Kinder vielleicht tatsächlich abschieben. Diese Kinder sind ja aber bereits geboren, was also tun? Sie zu 100% bei den Eltern lassen. Es gibt auch Eltern die erkennen, dass sie überfordert sind, nicht klar kommen mit dieser Isolation zu Hause etc. Wenn sie 2 Tage arbeiten können und dadurch zufriedener sind und wieder genügend Nerven haben für ihre Kinder, nehmen weder die Kinder noch die Eltern und zu guter letzt weder die Gesellschaft schaden.
Es gibt nicht nur schwarz und weiss, genau so wenig wie nur das eine richtig oder falsch ist. Ein Kind das zu Hause nicht richtig wahrgenommen wird und nicht richtig geliebt wird, hat es immer schwieriger als ein geliebtes Kind welches optimal versorgt wird, unabhängig davon ob die Eltern die Kinder selber betreuen oder Fremdbetreuung mit im Spiel ist.
@ max
erst bemängeln sie, dass ich nicht im detail geschildert habe, in welchem alter meine tochter jeweils welche höhe und art von gehölz erklettert hat, und nun behaupten sie schon wieder, die krippe erlaube das grundsätzlich nicht?
natürlich sind auch die steine, auf denen die knirpse amigs herumgeklettert sind, keine 6c+-routen. aber abenteuer war es allemal. für einen richtigen mann ist das halt nichts, nicht zu vergleichen, mit den riesen, auf denen klein max und seine freunde herumtollten. aber die bäume sind jedes jahr grösser und die kinder mutiger und geschickter geworden, heute wird’s mir fast trümlig beim zusehen.
für viele kinder ist die krippe der einzige ort, wo sie so etwas wie nachvollziehbare konsequenzen ihres handeln erleben können. pauschal zu behaupten, in jeder krippe werde die entwicklung von kindern behindert, zeugt nicht gerade von willen zu differenzierter beobachtung.
@lisi
Ich bin in dem Blog nicht die einzige, die das auf die Reihe gekriegt hat, das ist heute nichts aussergewöhnliches mehr, dass man sich selber um die Kinder kümmert und einen guten Job hat. Ich seh das nicht als etwas Spezielles an, zudem habe ich nach dem 2. Kind vorübergehend nur 70% gearbeitet und mein Mann hat während meiner Abwesenheit zu den Kinder geschaut. Bei uns auf dem Land hat es eh keine Krippe gegeben, also hätte ich wohl, wenn es denn hätte sein müssen, meine Kinder einer Tagesmutter gegeben, was ich für die bessere Lösung halte, als eine Krippe. Ich habe nie den Anspruch gehabt alles perfekt zu machen, ich wollte einfach möglichst viel Zeit mit den Kinder haben und möglichst meinen Traumjob trotzdem ausüben können, was mir zum Glück auch vergönnt war, nicht zuletzt weil mich mein Mann immer tatkräftig unterstützt hat. Die Scheidung kam kurz vor dem Schulstart des Jüngsten und hier im Tessin ist es ab dem Zeitpunkt wirklich kein Problem mehr, dass eine Frau 100% berufstätig ist, die Kinder sind nämlich jeden Tag von 8-12 und von 13:30-16:30 in der Schule.
@max
also das mit dem Wiedereinstieg nach 15 Jahren, das klappt in den seltensten Fällen, ich kenne in meinem Umfeld ein halbes Dutzend Mütter, die gerne wieder arbeiten möchten, aber die haben auf dem Markt keine Chance, können aushilfsweise in einem Laden zu einem Hungerlohn jobben aber eine richtige Anstellung hat hier keine gefunden und das obwohl sie schon seit mehreren Jahren suchen.
@ Laura, ja immer tönte das nicht so rosig, mag mich noch erinnern wie du scheinbar nicht immer genügend Geld etc. hattest.
Ich kriege auch eine ganze Menge gebacken, es ist aber einfach so, dass wir eher starken Frauen nicht automatisch davon ausgehen können, dass alle Frauen und Männer so funktionieren. Jeder hat eine andere Belastungsgrenze. Man sollte das als Privileg ansehen und nicht davon ausgehen, dass andere auch so zu funktioneren haben. Man findet nämlich auch immer Menschen die noch mehr aushalten oder durchmachen als wir.
Nur weil man selber etwas nicht in Anspruch nimmt, weil man das Glück hat es nicht zu benötigen, heist es nicht das es eine schlechte Lösung für andere ist. Eine Tagesmutter kann eine gute Sache sein, muss sie aber nicht. Ich selber hatte das Glück mit meiner Nachbarin im Austausch auf die Kinder zu schauen und dies war während einiger Jahre eine gute Lösung. Inzwischen bin ich selber Tagesmutter von zwei Kindern, es gibt aber auch genügend negative Beispiele von Tagesmüttern. Und wer ein Baby abgeben muss, muss sehr viel Vertrauen in eine Tagesmutter haben, denn ein Baby kann dir abends nicht erzählen ob es gut behandelt wurde oder nicht. In der Krippe ist die gegenseitige Kontrolle vorhanden. Oder ältere Kinder können erzhälen, dass etwas nicht stimmt. Oder wie im Fall von Cara Mia (gefällt mir übrigens, der neue Nick) wo aufgrund der Berichte ihrer Töchter eine Untersuchung stattgefunden hat.
@Laura, war denn dein Mann damals Hausmann? Oder hat er Teilzeit gearbeitet? Oder hast du nachts gearbeitet. Es kommt nämlich auf so vieles an, wer, wann und wo die Betreuung der Kinder übernimmt. Wenn der Mann ca. 60-100% arbeitet und die Frau auch, entsteht eine Betreuungslücke, wenn beide tagsüber arbeiten. Was macht man dann?
@lisi
das mit dem wenig Geld, das kam nach der Scheidung, nachdem wir ins Tessin zogen und ganz bei Null wieder angefangen haben.
Mein Mann und ich haben früher beide Schicht gearbeitet und konnten die zum Teil auch selber einteilen, damit für uns keine Betreuungslücken entstanden, ging wunderbar, zwar hatten wir als Paar sehr wenig Zeit, aber das haben wir bewusst in Kauf genommen, weil wir wussten, das es nur für eine relativ kurze Zeit so ist.
Ich sehe das auch als Privileg, dass ich belastbarer bin als viele andere und ich schreibe nur meine Meinung auf, ich masse mir nicht an, für andere zu sprechen, jeder soll es sich doch so einrichten, das es für ihn stimmt. Mir ist wichtig, dass die Leser auch mal anderes lesen können als immer nur Loblieder auf alles. Ich hab halt meine Zeit mit den Kindern sehr genossen, ihnen die Welt , die Natur zu zeigen, das war für mich das Grösste und ich hätte für mein Leben wirklich viel verpasst, wenn ich das delegiert hätte.
@Laura
Ja mir geht es da genau so wie dir, ist für mich auch das Grösste und ich habe desshalb dann nach der Geburt der Zwillinge sogar den Job ausser Haus aufgegeben, weil es mit drei Kindern und zwei Babys nicht mehr zu organisieren gewesen wäre, ohne dass die Kinder gelitten hätten. Jetzt sind sie drei und ich kann wieder durchstarten, auch im Job. Aber trotzdem es war für mich immer ein Privileg, denn ich hatte immer die Wahlmöglichkeit und die haben bei weitem nicht alle Eltern. Trotzdem sollten Kinder nicht zu einem Luxusobjekt verkommen, welches sich nur gewisse Leute oder Kreise leisten können. Es hat jetzt schon genügend Elten die ein Kind als Trendartikel sehen, dass möglcihst all ihre Erwartungen erfüllt. Damit ist unserer Gesellschaft auch nicht gedient.
Ich selber lebe so wie es unser Max scheinbar für richtig hält. Auf dem Lande mit viel grün, Bäumen, Bächen, Wiesen und Wäldern etc. Mit fünf Kindern und zwei Tageskindern sind wir eine Grossfamilie. Trotzdem würde es mir nie in den Sinn kommen, zu erwarten, alle müssten so leben. Will ich auch gar nicht, wenn alle aus der Stadt zu uns aufs Land kämen, wäre es hier mit der Ruhe auch dahin
Will mich aber doch nicht in dieses Schema pressen lassen, glückliche Hausfrau am Herd. Denn all dies habe ich aus freien Stücken so gewählt und könnte es jeden Tag ändern, nur schon dieses Wissen alleine befreit ungemein. Bald werde auch ich wieder anfangen ausser Haus mehr zu arbeiten und meine persönlichen Bedürfnisse zu verwirklichen. Ich weiss aber, dass es viele gibt, die das nicht können. Es ist wichtig, dass irgendwann in einem so weit entwickelten Land wie der Schweiz alle ihr eigenes Familienmodell leben können und dies aus freien Stücken.
So und nun gehe ich mit den Kindern an die frische Luft und wir geniessen den schulfreien Tag
@lisi
genau so eine Tagesmutter wie du hätte ich mir gesucht, wenn ich eine gebraucht hätte, eine Frau, die selber Kinder hat, die aus Erfahrung handelt. Kompliment, dass du das machst.
@Laura TI
Wenn Frauen mit dem Wiedereinstieg nach 20 Jahren Mühe haben, dann sollen sie genau das tun, was jeder vernünftige Arbeitnehmer in jedem qualifizierten Beruf während denselben 20 Jahren auch gemacht hat: Sie soll sich weiterbilden und auf den aktuellen Stand der Technik und der Arbeitsverfahren bringen. Das muss in dieser schnelllebige Zeit jeder, der nicht zu einem Hungerlohn an der Kasse arbeiten will.
Von einer alleinerziehenden Mutter, die drei Jahre zum Hungerlohn in einer Migrosfiliale durchhielt erfuhr ich, dass die Migros firmenintern umfangreiche Schulungen in der Arbeitszeit und auf Kosten des Arbeitgebers durchführt. Die Biben, die dauernd klönen, dass sie fast nichts verdienen, keine einzige von denen nehmen diese Weiterbildungsangebote an. Weniger als 5% der Angestellten der Migros haben Bock auf Weiterbildung.
@cara mia
Ich schrieb von eine wirtschaftlich produktiven Haushalt, nicht davon, dass man alles mit der Mikrowelle aufwärmen und alles mit irgendeinem Automaten sauber machen kann.
@max
dass sich die Frauen weiterbilden oder auch zweit ausbilden ist logisch, trotzdem sind sie in dem Alter einfach zu teuer, Arbeitgeber stellen lieber Grenzgängerinnen an, die sind billiger und sofort austauschbar, wenn nötig. Zudem haben viele Arbeitgeber Angst, dass die Familie einen zu grossen Stellenwert einnehmt. Alles in allem nicht einfach für eine Wiedereinsteigerin. Ich kenne keine, die es geschafft hätte.
@max: wenn das jemand toll findet, den Hasen selber jagen zu gehen, und dann das Fell abziehen, den Braten machen, die Innereien verarbeiten, und aus den Knochen einen Fonds kochen, dann darf er das ja. Bloss kann sich das heute kaum mehr jemand leisten. Es ist wesentlich billiger, gute Ware fertig zu kaufen, als sie selber zu verarbeiten, wenn man nicht massenweise Land zur Verfügung hat und selber anbaut.
Und dann haben wir Waschmaschinen, Geschirrspühler und so weiter, das vereinfacht den Haushalt ebenfalls, und die Kleider zu flicken ist leider ebenfalls teuerer, als sie zu ersetzen – wenn flicken überhaupt möglich ist.
Natürlich kann man sich ganztags problemlos in einer Haushaltung beschäftigen, wenn man will, Fenster wöchentlich putzen, Unterhosen bügeln, Zierbeete anlegen… aber manchen liegt das nicht, denen fällt die Decke auf den Kopf, so wie Dir ja vielleicht auch, müsstest Du täglich acht Stunden an der Migros-Kasse sitzen. Die Menschen sind unterschiedlich, schon gemerkt, Maximilian der Grosse?
Aber auch hier, wie im Namensblock, Hausfrau versus Berufsfrau – was soll denn das? Wollten wir hier nicht einen Blog über heutiges Muttersein? Was haben diese frustrierten Singlemänner wie ein Max hier überhaupt zu suchen? Die pervertieren nur das Thema, reduzieren es auf ihre veralteten Lebenskenntnisse, träumen von der Zeit, als sie Bube und beim immerkochenden Mami waren. Dass der Max ledig ist, wundert hier ja keine.
@Cara Mia
Das Leben, das Sie als wesentlich einfacher bezeichnen funktioniert nur, solange wir unsere industrielle Basis in China aufrechterhalten können. Um diese Schweiz auf diese Art am Laufen zu halten müssen mindestens eine halbe Million chinesische Arbeitssklaven für ein Füfzgi pro Tag schuften.
Nachdem Sie offen dazustehen, dass Sie selber sich nicht zur Hausfrau eignen, sollten Sie auch nicht beurteilen wollen, was ein wirtschaftlich produktiver Haushalt ist. Im Unterschied zu Ihnen habe ich sehr viel wirtschaftlich produktive Hausarbeit geleistet und weiss wovon ich rede.
Nein, Sie haben Kleider noch nie geflickt und Sie wissen nicht, wie man das einfach und rationell macht und Sie wüssten nicht einmal, wie Sie beim Kauf einem Kleidungsstück ansehen, wie schnell es reparaturbedürftig wird und ob eine Reparatur durchgeführt werden kann. So etwas hat mit Planung, Vorausschauen und mit Lebenserfahrung zu tun.
Also liebe Cara Mia. Lassen Sie es bleiben. Schreiben Sie über Dinge, von denen Sie etwas verstehen.
@max: suchen Sie eine Stelle?
. Aber ich schaue Ihnen auf die Finger, denn ich kann flicken, bügeln, kochen, Materialkunde, planen, einteilen, rechnen, richtig einkaufen und Ramsch entlarven. Das hat meine Generation aus dem FF gelernt. Aber wenn ich kann, delegiere ich es, drum: suchen Sie eine Stelle, Superman?
@max: P.S.: ich schreibe dann für Sie, das kann ich besser, auch ohne Edifunktion.
Ich lese und staune, Freude herrscht!
@cara mia
Haha, danke jetzt konnte ich im Mamablog wieder einmal so richtig lachen. Aber daraus wird glaube ich nix. Schon vergessen, Max kann nicht zwei Dinge gleichzeitig tun, der lässt sogar die Bohnen anbrennen wenn er gleichzeitig noch was anderes tut
unsere lieben allesbesserwisser wir fallen wohl in die übliche kategorie: wer’s im realen leben nicht packt (keine frau, keine kinder, keinen job, der einem so ausfüllt), der legt sich eine virtuelle identität zu und lebt je länger je mehr nur noch im cyberspace… es gibt kein richtiges leben im valschen…
unsere lieben allesbesserwisser hier fallen… soll das natürlich heissen.