
Auf freier Wildbahn: Cougar Demi Moore, 47, mit Beutestück Ashton Kutcher, 32. (Bild: Reuters)
Haben Sie auch eine MILF zuhause, lieber Leser? Eine Frau oder Freundin, die so gut aussieht, dass sie trotz Kindern noch begehrenswert ist? Gratuliere – dann sind sie auf der Höhe der Zeit! Das Wort ist in aller Munde, viele Mamablogs führen eine MILF-Abteilung und obwohl die Abkürzung aus der Pornoindustrie stammt und für «Mothers I’d like to fuck» steht, sind nicht wenige Mütter stolz, in die MILF-Schublade gesteckt zu werden. Viele Frauen finden es auch unglaublich sexy, dass die 40+-Frauen sich nun endlich in der Jugendabteilung bedienen, wenn ihnen nach einem männlichen Gespielen ist. Solche Frauen nennt man «Cougar», Berglöwin. ROAR!
Nun kann man es natürlich durchaus als Fortschritt empfinden, dass man Frauen auch postpartum als sexuelle Wesen wahrzunehmen beginnt. Doch persönlich finde ich weder die Analogie Wildkatze noch das Konzept der MILF schmeichelhaft. Ich mag Berglöwinnen durchaus und habe auch nichts gegen attraktive Mütter. Aber ich habe etwas dagegen, wenn man Frauen linguistisch markiert und kategorisiert, nur weil sie sexuell aktiv sind. Und das auch noch als weiblichen Befreiungsakt verkauft.
«Botox war gestern, heute gibts Boytox» – feierte die SonntagsZeitung kürzlich den Cougar-Trend , der hautpsächlich aus Demi Moore und Madonna zu bestehen scheint. Jedenfalls sind es immer die beiden Damen, die zum Beweis herangezogen werden. Tatsächlich hat die Karriere des Labels «Cougar» 2005 begonnen, als Demi Moore, damals 42, den 27-jährigen Ashton Kutcher ehelichte. Vier Jahre später, nämlich im April letzten Jahres, war die Sex-Raubkatze, die gern Frischfleisch verzehrt, in den USA bereits Hauptfigur einer Reality-Show und zum Konzept der ABC-Sitcom «Cougar Town» geworden. Darin spielt Courtney Cox eine frisch geschiedene 40-jährige Mama, die neben ihrem Fulltime-Job namens «Erhaltung der Schönheit» noch ein bisschen Sex hat. Mit jüngeren Männern.
Ich muss zugeben, dass ich eine Zehntelssekunde lang auch glaubte, dieser neue Cougar-Trend - für den neuerdings auch ausserhalb der Vereinigten Staaten eigene Dating-Plattformen eingerichtet und Kreuzfahrten organisiert werden sollen - befreie die mittelalterliche Frau und Mutter endlich aus dem von Simone de Beauvoir im letzten Jahrhundert diagnostizierten «unsichtbaren Alter». Doch man muss wirklich nicht lange nachdenken, um den Trend bloss als Labelerweiterung des traditionellen Frauenbildes zu entlarven: Schön und sexy hat Frau zu sein. Und möglichst jung auszuschauen. Punkt. Neuerdings auch nach der Menopause. Viel hat sich also nicht geändert. Nicht mal die verbale Annäherung an die weibliche Sexualität. Auch im neuen Jahrtausend muss man sie offenbar noch immer ins Katzengehege sperren. Die Cougar ist, wenn wir ehrlich sind, nichts weiter als eine Pussycat mit etwas schärferen Krallen. Was für ein emanzipatorischer Befreiungsakt. MIAU!
Ganz abgesehen von der Theorie ist mir auch schleierhaft, was an der Praxis von mittelalterlichen Frauen, die sich mit Jünglingen vergnügen, so heiss, so selbstermächtigend, so befreiend sein soll, dass aufgeklärte Frauen die neue Katzenschublade plötzlich mitfeiern. Weil reiche, mächtige, schöne Frauen nun tun, was reiche, mächtige Männer schon lange tun? Erinnern wir uns doch kurz: Was genau denken wir Frauen jeweils, wenn ein mittelalterlicher Mann eine halb so alte dafür doppelt so attraktive Frau abschleppt? Eben.
Traurig, wenn das Resultat von 40 Jahren Emanzipation darauf hinausläuft, dass Frauen den Männern alles nachmachen können, dürfen, sollen, solange sie dabei knackig und sexy aussehen. Finden Sie nicht?
Der Mamablog jetzt auf Facebook
Verfolgen Sie die Themen im Mamablog nun auch im grössten sozialen Netzwerk – und werden Sie ein Fan des beliebten Blogs. Die Autorinnen Nicole Althaus und Michèle Binswanger veröffentlichen im Mamablog-Profil Links zu neuen Einträgen im Blog. So finden Sie den Mamablog: Tippen Sie im Suchfeld auf Facebook das Stichwort «Mamablog» ein und die Blog-Page erscheint. So werden Sie ein Fan des Mamablogs: Klicken Sie oberhalb der Seite auf «Fan werden». Fortan werden Sie in Ihrem Facebook-Profil automatisch über alle neuen Einträge und Neuerungen im Blog informiert. Sie können die Links kommentieren und anderen Faceboook-Freunden verschicken. Viel Spass!


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
auf Facebook























Und wieviel kostet der Stephan nun pro Stunde?
an edgar:
danke fuer dein statement!
habe mich naemlich fuerchterlich ueber den bericht aufgeregt, arme frau, sie scheint selbst gefangen in den bildern der gesellschaft zu sein und was noch schlimmer ist, wenn sie dies ernsthaft glaubt, hilft das der menschheit nicht weiter, wenn man immer weiter dieses alte rollendenkende bild damit foerdert und wenn wahrscheinlich auch unbewusst, sich damit noch gegen das eigene geschlecht stellt und damit ein neues denken und leben in aller freundschaft zwischen maennern und frauen behindert!
ich (38) selbst bin leider damit auch immer wieder durch das durch jahrhundertelange konditionierte bild der gesellschaft konfrontiert, denn ich ich lebe zusammen mit meinem freund (23) und meinem sohn (18), du kannst dir also vostellen, was dabei in den koepfen des umfelds, sogar in den eigenen familienreihen abgeht…dabei sind wir so normal, wie jedes andere paar auch!
@michael und @edgar: das frage ich mich immer mehr, ob wir Frauen uns selber in eine Zwangsjacke manövriert haben oder haben manövrieren lassen und nach dem Patriarchat entweder durch ‘Oberlehrer’ oder ‘Stutenbissigkeit’ manipulieren lassen. Es braucht auf jeden Fall eine ziemlich starke Persönlichkeit und Selbstvertrauen, um hier seinen eigenen Weg zu gehen. Es tut auf jeden Fall gut, Männer mit Ihrer offenen und differenzierten Einstellung dieses heiklen Themas gegenüber hier anzutreffen. Go on!
@ sunny
Da bleibe Ihnen nichts andres übrig, als dass Sie sich ein dickes Fell zulegen. Nörgler gibt es immer und die warten nur darauf, dass es auseinander geht damit sie sagen können: Ich hab’s ja immer gesagt, das kann nicht gut enden. Die sagen dann das auch, wenn Sie nach 40 Jahren auseienander gehen würden.
@ Eni: warum schliessen Sie auf Grund meines Beitrages auf sich selbst? Vielleicht mögen Sie trotz, oder gerade wegen Ihrer Aussage, mit dem Gedanken gespielt haben, mir eine Email zukommen zu lassen…
@ Lea: weswegen stellen Sie mir diese Frage?
@ Stephan
Ach mein Lieber. Habe schon gesagt, dass ich einen Mann für mich alleine beanspruche und nicht nur für 14 Tage. Wie Sie sehen: No way
@ Eni: die 14 Tage stammen von Ihrer Feder. Manche dieser Beziehungen dauern nun schon über 4 Jahre (das glaube ich manchmal selbst fast nicht):-) Wobei in Zeiten, in denen ich eine Freundin habe, die Aktivität mit meinen Kolleginnen selbstverständlich auf den geistigen Kontakt reduziert wird…
Gerne melde ich mich nach Ostern wieder hier.
Tschühüsss.
PS: danach freue ich mich auf weitere Emails an: forallcougars@gmail.com
i am SO sick of the the utter lack of creativity on the part of swiss journalism to latch onto whatever “in the media” american phenomenon that was interesting 1 year ago and make it seem cool and creative. start your own sensations and catchphrases! not that i confuse such tripe as mamablog or this article as professional journalism as opposed to more in the line of that big swiss hit “blick am abend” . start trends! don’t just repackage them at a later date.
haha, aus den usa kommt diesbezüglich wirklich viel mist. aber ob professioneller ist, wer den mist zuerst fabriziert? trends und catchphrases starten = guter journalismus? ich zweifle und sage, nein danke. ab und zu über die us-amerikanischen geschichten lachen reicht mir.
@ Stephan
Schöne Ferien
Als ich jung war, hat mich diese Mrs. Robinson auch fasziniert.
Die Verbindung attraktiv/erfahren untermahlt mit den Kult-Songs von Simon & Garfunkel
war wirklich sehr verfuehrerisch.
Jetzt, in fortgeschrittenem Alter muesste ich einer Theorie nach, auf viel Juengere stehen.
Tue ich aber nicht – ich schaue sie mir zwar gerne an, aber eine Beziehung koennte ich
mir nicht vorstellen.
Meine Freundin ist ein paar Jahre juenger und ich bin sehr zufrieden …
Wieder mal eine Frau, die den Grundgedanken und die Bedeutung der “Emanzipation” nicht verstanden und stattdessen mit “Egalisation”, oder “Gleichmachung” verwechselt. Liebe Frau Althaus, die Geschlechter waren, sind und werden immer verschieden bleiben ! Wir haben andere Instinkte, Bedürfnisse, Sicht- und Verhaltensweisen, Gefühle, Neigungen und Triebe. Im Grunde kontrollieren Frauen sogar die Männer oft über deren ausgeprägten Sexualtrieb. Wollens Sie den Frauen dieses “Werkzeug der Macht” wirklich nehmen ? Das wäre wohl kontraproduktiv.Es wird wohl immer so sein, dass Männer die Frauen mit dem ersten Blick als Sexobjekt sehen und erst mit dem zweiten als Partner, während es bei den Frauen eher umgekehrt ist. So wie auch umgekehrt die geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen nie aussterben werden. Warum sollen wir das als gleichgestellte, sich aber der spezifischen Unterschiede bewussten Gesellschaft nicht einfach auch so akzeptieren und leben ? Ehrlich, ich wollte auf gar keinen Fall, dass meine Partnerin sich ihre ganz weiblichen Eigenheiten abtrainiert, so wie sie nicht will, dass ich “weibisch” werde. Trotzdem leben wir in einer gleichberechtigten Beziehung und gestalten unser Leben gemeinsam. Haben sie den Unterschied nun verstanden ???
ist ja toll, wie SIe das mit den Geschlechtern und Vorurteilen draufhaben…tsss
Also mal ganz ehrlich. ich finde es ein witz dass man wieder über frauen von welt wie auch immer herziet. wenn sie gut aussieht und einen jüngeren hat dann soll sie dass geniessen dürfen, es hat ihn ja keiner dazu gezwungen. dann kommt hinzu dass wenn männer heutzutage mehrerere frauen hat ein “geiler hengst” ist, frauen aber dasslebe mit männer machen eine “schlampe, hure etc” ist. also hört auf mit diesem scheuchklappen denken weil sonst ist die heutige ach soooo moderne welt nichts als heisse luft und reines wunschdenken… Lasst diesen frauen ihren spass ich wünsche mir in diesem alter noch so gut auszusehen. Demut und freude gegenüber andern ist eine tugend, leider regiert der neid…
Männer werden doch alle zuerst in die Sex-Schublade gesteckt. Wir beschweren uns auch nicht…
Leider sehen die meisten weder mit 20 und schon gar nicht mit 47 aus wie Demi Moore. Welcher 30-jaehrige interessiert sich denn schon fuer eine durchschnittliche 40-jaehrige?? Das ist ja wohl ein Witz. Das Konzept der alternden Wildkatze funktioniert leider fuer die allerwenigstens cougars. Deswegen ist dieser Artikel und die anschliessende hitzige DIskussion hier ziemlich ueberfluessig.
Da ja auch die meisten 30 Jährigen Männer auch nur durchschnitt sind, gleicht es sich ja wieder aus
40 Jahre alt ist nicht alternd.
30 jährige Männlein von denjenigen Unis,
die nur Studenten promovieren lassen, welche den politischen Kanon ‚codex marxisti’ da capo singen, morgens um 3:10, wartend auf den Zug nach Yuma.
Beschleunigen ihren Alterungsprozess, so dass sie vom Jünglingslook direkt in den post distinguished Look wechseln und 70 Jahre alt aus sehen.
Sabernd und quengelnd.
Die Institutionen sind also Zeitmaschinen. Vom Baby Alter direkt ins Greisen Alter.
Nicht Beutematerial.
Wildkatze ist kein Konzept, sondern ein Lebensstil.
Ein angenehmerer als derjenige des High Maintenance Hookers, den so viele trophy Wifes wählen.
Das hast du wieder ganz schön gesagt, Lea! High Maintenance Hookers, genau der richtige Ausdruck, werde ich mir merken.
… eine HiMaHo [haɪ'mʌ:həʊ], sozusagen.
Stellina13 bravo!!
seh ich genauso!! Es gibt doch einige 40 oder 45 jährige, die durchaus sehr gut ausehen. Und das ist toll. Herzlich Glückwunsch!! Männer haben fast immer jüngere Frauen, warum sollen Frauen nicht jüngere Männer haben.
Und die bezeichnung milf hat eine sehr despektierliche note.
Ich finde den Begriff der Raubkatze durchaus zutreffend. Immerhin wurde ich wie Ashton Kutcher ebenfalls von einer 40jährigen erlegt. Sie will weder Kinder noch mich frei lassen. Bzw. habe ich mich emotional verstrickt. Sie will auch keine Kinder. Damit sind mir vorerst die Wege eines üblichen Mannes verbaut. – Aus gewisser Verbundenheit mit Ashton Kutcher hab ich mir auch zahlreiche Interviews von ihm angeschaut – er erscheint mir ähnlich wie ich zwischen Glück und Unglück gefangen zu sein.
@ Maus
Sie will Sie nicht freilassen? Sind Sie denn ein Kanarienvogel?
Sie können doch nicht nach dem Vorbild von Ashton Kutcher leben, wenn Sie unglücklich sind damit.
Seien Sie ein Adler, machen Sie sich frei und fliegen Sie!!
Hoi zäme
Nein.
Ich lebe mit einer 45 jährigen Frau, welche keine Idealmasse hat, aber die beste Frau ist, die ich in meinen 48 Jahren je hatte.
Sie ist vom Westen (dort wo das Meer mehr Hub macht als unser Haus hoch ist).
Ich glaube, dass unterschiedliche Kulturen und Sprachen sehr verbindend wirken.
Es ist so vieles nicht selbstverständlich, so interessant dadurch und vor Allem die verschiedenen Sprachen sind eine Bereicherung.
Ich kann tief im Herzen und im Bewusstsein die Müllhalden der Gefühlserinnerungen und Verletzungen meiner zwei gescheiterten Ehen mit (hübschen) Deutschschweizerinnen auf Distanz halten, weil ich mit meiner Partnerin in einer anderen Sprache kommuniziere, welche wie ein Reset meiner inneren Welt ermöglicht haben.
Neu zu beginnen, ohne die Bugs und Loops der alten Programme durchlaufen zu müssen. Das ist vielleicht der Erfolgsgrund solcher Beziehungen.
Übrigens: MILF tönt irgenwie hässlich, grässlich, abgestanden und blöd.
Warum nur müssen wir immer und immer wieder die doofsten Ausdrücke aus dem Amerikanischen übernehmen? Warum spricht man plötzlich von “Littering-Sünder”, wenn man seit Herrn Ochsner von Abfall gesprochen hatte und niemand damit Probleme hatte?
Seid ihr euch eigentlich bewusst (ihr Journalisten und Trendaufdrängler), dass all die Trendworte in der eigenen englischen Sprache ziemlich banal daher kommen können? Beispiele:
Für einen Amerikaner/Engländer tönt (löst das folgendes Gefühl aus):
das wie für uns das
—————————————–
Workshop Arbeitsladen
Trendy tendenziös
chillen (sich) abkühlen
airborn gestartet (luftgeboren)
…
Jessesgott… was hat die Autorin für ein Problem? Will sie sexuell attraktiv sein, passt ihr nicht dass sie als sexuell attraktiv angesehen wird. Will sie sich gehen lassen und als fette Mamma in Birkenstock und Schlabbertrainer herumhängen, stört sie dass sie als Frau für Männer unsichtbar bleibt. Tja. Aber irgendwie hat sie da unbewusst genau den Kern des heutigen Frauendaseins erfasst: am liebsten würden doch die Damen nicht als “Sexobjekte” wahrgenommen werden, sondern nur durch die innere Schönheit die Männerwelt bezirzen und das auch nur dann, wenn sie es wollen. So kann man sich viel Geld und Schweiss für ein Fitnessabo sparen und erst noch viele Minderwertigkeitskomplexe beim Badibesuch loswerden.
Nur die Männer, primitive unterentwickelte Wesen, dummerweise, haben das noch nicht geschnallt…
Cougars, Milfs, alte Schrullen….alles einerlei. Wer auf betagte Damen steht, soll diese nennen, wie er will. Ich persönlich finde Frauen über ca. 35 eh nicht mehr interessant (schon gar nicht, wenn sie geworfen haben)……
Bei mir fangen die grad an, interessant zu werden.
Eigentlich sollte die Abkürzung nicht MILF heissen, sondern MLTBF (Mothers like to be fucked). Hat vermutlich etwas mit Eigen/Fremdwahrnehmung zu tun. Hauptsache Frau kann stolz sein auf ihr Ego. Aber wehe ein Typ spricht sie deswegen an! Ist Ist das schon Schizophrenie?