Leben


Nicole Althaus am Donnerstag den 25. Februar 2010

Der Kuckucks-Vater

Zwei Väter und ein Baby: Wer hat für den Unterhalt aufzukommen?

Zwei Väter und ein Baby: Wer hat für den Unterhalt aufzukommen?

Max, der selbsterklärte richtige Mann im Mamablog, fragte sich im gestrigen Thread, ob der arabische Super-Daad wohl sämtliche seiner zahlreichen Kinder einem Gentest unterzogen habe, um seine Vaterschaft sicher zu klären. Er brachte mich damit auf die Idee, den interessanten Fall eines amerikanischen Kuckucks-Vaters hier zur Diskussion zu stellen:

Im Juli 2007 entschloss sich Mike L. seine Vaterschaft beim Zivilgericht im US-Staat Pennsylvania anzufechten. Vier Jahre zuvor hatte er erfahren, dass das heute 11-jährige Mädchen, dem  er jahrelang jeden Abend eine Gutnachtgeschichte erzählt hatte, nicht seine leibliche Tochter war. Das Ergebnis des DNA-Test, den er auf eine Vermutung hin heimlich machte, erschütterte ihn zutiefst und führte zur Trennung von seiner Frau, der Mutter des Kindes. Doch Vater wollte er bleiben. Mike L. liebte sein Mädchen, die Gene, die er nicht mit ihr teilte, so sagte er sich, vermögen das niemals  zu ändern. Er  befürchtete,  das Besuchsrecht im Falle einer erfolgreichen Klage zu verlieren. Also zahlte er Alimente und kümmerte sich weiterhin regelmässig um das Kind.  Erst als er erfuhr, dass seine Ex-Frau den Mann heiratete, der gleichzeitig biologischer Vater des Kindes war, fühlte er sich so gedemütigt, dass er die Vaterschaft anfocht: «Ich empfinde es als Zumutung, dass ich  für ein Kind bezahlen soll, das bei seinen leibliche Eltern aufwächst.» sagte er der «New York Times», die in einer äusserst lesenswerten Reportage vor gut zwei Monaten den Fall des Vaters darlegte.

Trotz der Vaterschafts-Anfechtung hielt er den Kontakt zu seiner Tochter aufrecht. Der Liebe  des Vaters zu seiner Tochter vermochte weder der DNA-Test, noch die Heirat der Mutter, noch die anschliessende Beichte über die wahren Elternverhätnisse etwas anhaben. Doch vor Gericht wurde dem Mann sein grosses Herz zum Verhängnis: Weil er dem Mädchen weiterhin sein wollte, was er seit seiner Geburt war, nämlich ein liebevoller Vater, verfügten die obersten Richter im vergangenen Juni, dass er auch weiterhin die volle Alimente zu bezahlen habe. Hätte er sich geweigert, das Kind weiterhin zu sehen, würde jetzt wohl der biologische Vater für den Unterhalt seiner Tochter aufkommen müssen. So aber wurden  die Kinderalimente  nicht einmal zwischen den Vätern geteilt, wie Mikes Anwalt vorschlug. Laut Gericht kann «eine Familie nicht aus einer Mutter und zwei Vätern bestehen.»

Da täuschen sich die  Richter  gewaltig: Heutige Patchworkfamilien bestehen fast immer aus einer Mutter und zwei manchmal noch mehr Vätern. Zugegeben, der Fall Mike L. ist selten. Doch er zeigt symptomatisch auf, worauf die heutige Gerichtspraxis Vaterschaft gern reduziert: auf pünktliche Unterhaltszahlungen. Der Veränderungsbedarf ist gross. Denn Vaterschaftsklagen häufen sich dies- und jenseits des Atlantiks. Die Kuckucksproblematik hat stark zugenommen. Auch in der Schweiz. Nicht unbedingt weil Frauen sich mehr Seitensprünge leisten, sondern weil es viel mehr Scheidungen und Patchworkfamilien gibt. Und Männer dank DNA-Tests heute die Frage, die sie seit Beginn der Menschheit umtreibt, einfach beantworten können: Bin ich wirklich der Vater?

Fachleute gehen davon aus, dass rund fünf Prozent der Kinder in der Schweiz Kuckuckskinder sind. Jährlich werden in den Schweizer Instituten für Rechtsmedizin gut 800 Vaterschaften abgeklärt. Dazu kommen, laut einer Recherche des «Beobachters», mehrere hundert Fälle, die in Privatlabors untersucht werden. Heimliche Tests sind vor Gericht nicht zugelassen und gelten seit Mitte 2006 sogar als Offizialdelikt. Kuckucksväter, die im Falle einer Trennung ungerechtfertigte Alimentenzahlungen vor Gericht anfechten wollen, müssen das innerhalb eines Jahres nach Kenntnis der Nichtvaterschaft tun, spätestens fünf Jahre nach Geburt des Kindes. Danach bleibt der Kuckucksvater rechtlich Vater, auch wenn er es biologisch nicht ist.

Zu Recht existiert ein gesellschaftlicher Imperativ, dass ein Mann für seine Kinder zu sorgen hat. Dass ein Mann, der eine Frau schwängert, zumindest zur finanziellen Vaterschaft gezwungen werden kann. Zu Recht auch wird bei Scheidungen das Kindswohl immer stärker gewichtet. Doch was ist zu tun, wenn der Mann, der jahrelang väterliche Pflichten erfüllt hat, nicht der biologische Vater ist? Soll er weiter Alimente bezahlen müssen, wenn er nicht rechtzeitig die Vaterschaft anfechten konnte? Soll er automatisch das Besuchsrecht verlieren, nur weil er keine Alimente mehr bezahlen will?  In Patchworkfamilien kann die Vaterrolle zudem auf verschiedene Männer verteilt sein. Sollte ein Mann (seltener eine Frau), der als Stiefvater für das Kind da war, nicht auch das Recht bekommen, das Kind bei einer Trennung weiterzusehen? Wäre das nicht auch im Sinne des Kindswohles?

696 Kommentare zu „Der Kuckucks-Vater“

  1. Brunhild Steiner sagt:

    @max: also in die Allegorie übersetzt, Bubis und kreischende Blondinen sollten schon mal nicht heiraten,
    und die richtigen Männer schaukeln das Ding dann locker, oder kriegen es zumindest rechtzeitig in Griff-
    ich hoffe den richtigen Männern und Frauen ist diese Verantwortung bewusst…;-)
    aber ein regelmässiger Tüv schadet wohl auch denen nicht…

  2. max sagt:

    @Brunhild Steiner

    Nein, das war nicht bildlich gesprochen sondern wörtlich auf Autos gemünzt. Moderne Autos haben fast alles automatisiert, Servolenkung, Servobremsen, Abstandsmelder beim Parkieren, neuerdings Abstandsmelder auf der Autobahn. Deswegen werden die geballte, rohe Kraft solcher Maschinen unterschätzt. Ein Fiat Punto hat dreimal soviel PS wie seinerzeit ein als Sportwagen gehandelter NSU Ro80 oder ein Triumph Spitfire.

    Eigentlich wollte ich sagen, Frauen gehören nicht ans Steuer. Aber da war ich dann doch nicht mutig genug. Wollte die schlafenden Hunde im Forum nicht wecken.

  3. max sagt:

    …oder ein Froschäuglein von Austin-Healey.

  4. max sagt:

    @Brunhilde Steiner

    Blaue Fiat Punto sind typische Frauenautos. Ich kenne einige blaue Fiat Punto und sie sind alle im Besitz von Frauen von 28 bis ca. 35 Jahren.

    Hier noch zur Anschauung, Autos für richtige Männer:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Triumph_Spitfire
    http://en.wikipedia.org/wiki/Austin-Healey_Sprite
    http://en.wikipedia.org/wiki/MG_T-type#TF_and_TF_1500

    Mein Traumauto:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Jaguar_D-type

    und was ich in letzter Zeit zum Fahren benutzte. (”Fahren” ist nicht dasselbe wie “motorisierte Fortbewegung”.)
    http://en.wikipedia.org/wiki/Lotus_Elise#2008_models

  5. Stefanie sagt:

    @ max:

    Geht’s noch!?!? Al schlafende Hündin möchte ich mich doch hier in das Thema einmischen, auch wenn der Beitrag am eigentlichen Thema vorbei zielt.

    Ich kenne genauso viele Männer, die beschissen Auto fahren, wie Frauen. Es gibt bloss einen Unterschied: Frauen verlieren eher die Kontrolle beim Einparken, verwechseln Bremse und Kupplung, fahren auf den Bordstein, geraten in Panik etc… Ich weiss nicht, ob Männer eher zu schnell fahren als Frauen, aber wenn, dann sind es meistens Männer, die wegen massiver Geschwindigkeitsübertretung den Schein abgeben müssen, oder wegen Alkohol.

    Und wenn ich auf deutschen Autobahnen unterwegs bin, sind es fast ausnahmslos Männer in ihren Audis oder andere “Protzer-Kisten”, die mit 220 km/h links an mir vorbeischiessen… und so auch mein Leben gefährden! Allein die Tatsache, das Autounfälle die häufigste (!) Todesursache junger Männer sind, sollte einen doch an der fahrtechnerischen Überlegenheit der Männer zweifeln lassen…

    Ansonsten ist Ihre Autoauswahl doch ganz hübsch und ich stimme Ihnen auch vollkommen zu, dass die Bezeichnung “motorisierte Fortbewegung” für gewisse Autos einfach… naja… ziemlich unpassend wäre.

    Gruss von Stefanie, die doch immer mal wieder eine Elise in die Schweizer Bergwelt ausführen darf und sich allein deswegen unheimlich auf den Frühling freut! ;-)

  6. F. Bresse sagt:

    Ich bin Erzeuger eines Kuckucks Kind. Ich wünsche mir nichts mehr als, dass die Wahrheit endlich zu Tage kommt. Und der Albtraum ein Ende hat. Was ist wohl schlimmer, Vater zu sein von einem frenden Kind oder nicht Vater sein zu dürfen von seinem eigenen Kind?

  7. Eni sagt:

    @ F. Bresse

    Warum sagen Sie nicht die Wahrheit? Sie haben’s doch in der Hand. Oder wollen Sie es Ihrem Kind nicht antun aus einer heilen Welt gerissen zu werden?

  8. max sagt:

    @Stefanie

    Dem Vernehmen nach sind die schlimmsten Raser auf deutschen Autobahnen die VW Passat mit Handelsreisenden an Bord.

    Die benklichsten Raserunfälle bauen die Blondinen in den Audi TT. Silberfarbene Audi TT sind das typische Auto von verhärmten Blondinen ab 40-jährig. Ich beschreibe die Sorte hübsche Frauen, die von ihrem Mann für eine jüngere Blondine eingetausch wurde. Das sind dann die Frauen, die mit 200 auf einen Stau losbrettern, die Bremse spät durchdrücken und ohne Heckspoiler zuwenig Haftung am Boden haben und damit in die Leitplanke knallen.

    Dass Raserunfälle die häufigste Todesursache von jungen Männern sind, das bestreite ich. Richtige Mànner bauen keine Raserunfälle. Also kann es höchstens sich um Bubi handeln.

  9. max sagt:

    @F. Bresse

    Haben Sie mit der Mutter des Kindes über dieses Thema schon gesprochen? Ich vermute, ja und vergebens.
    Wie alt ist das Kind? Mit ihm sollten Sie nur direkt Kontakt aufnehmen, wenn es schon erwachsen ist und auf eigenen Beinen steht.

    Haben Sie den Vater schon früher angesprochen und er war ablehnend?
    Dann wird alles ein wenig schwierig und sehr von der Situation abhängig. Die Eheleute können Ihr Auftreten als Einmischung in das Eheleben ablehnen. In der Schweiz können die Eheleute sogar eine solche Einmischung per Gerichtsurteil gegen Sie extra verbieten lassen.

    Oder weiss der Kuckucksvater von überhaupt gar nichts?
    Falls aber alles nur heimlich war, dann bleibt der Weg zum Vater offen. Der ist etwas unkonventionell und braucht ein paar Überlegungen zum voraus. Es kann sein, dass der Vater selber spürt, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht ist er verunsichert und will Klarheit haben über die Herkunft des Kindes.

    Zudem kann es auch sein, dass er mit der Mutter nicht klakommt, weil sie auch sonst schlechte Gewohnheiten im Umgang mit der Wahrheit hat. Frauen, die einmal lügen, machen sich das oft zur Gewohnheit.

    RICHTIGE MÄNNER
    In solchen Situationen kann ein ehrliches Gespräch unter richtigen Männern Wunder bewirken. Am besten ist es, wenn Sie einen kurzen Brief an den Vater schreiben. Der sollte in keinem Fall mehr als eine Seite lang sein. Sie sollten sich nicht für Ihr Anliegen rechtfertigen oder dafür, was früher einmal war. Beschreiben Sie einfach den Sachverhalt (Sie als Vater) und was Sie erreichen möchten (Gelegentlich das Kind kennenlernen). Überlegen Sie sich gut, welche Anliegen realistisch sind.

    GESCHICHTEN AUS DEM WAHREN LEBEN
    Ich habe mich vor vielen Jahren vergeblich um eine sehr nette Frau bemüht, die ich eigentlich schon recht lange kannte. Sie ist eine Person, die ich heute noch sehr schätze für ihre bodenständige und aufmerksame Art, die Dinge zu beobachten und trocken zu kommentieren.

    Damals fiel mir auf einmal auf, dass sie sich im persönlichen Gespräch auf einmal sehr anders verhielt und dass das unmöglich mit mir zu tun haben konnte. Ich schrieb ihrem Ex einen kurzen Brief und fragte, wie es komme, dass ich auf einmal meine mit dem Psychotherapeuten dieser Frau zu reden und nicht mit ihre selber. Auch fragte ich, warum ich das Gefühl habe, sie verstecke ihre soziale Umgebung. Er telefonierte mir dann, war sehr erstaunt, dass ich das in so kurzer Zeit durchschaut hatte und berichtete, dass sich diese Frau in eine komische Psychosekte verstrickte. Die Anführerin dieses Grüppleins hatten den Psychojargon voll drauf. Es war ein langes Gespräch unter Männern und zumindest mir gab es die Klarheit über meine eigene Wahrnehmung der Situation.

  10. Σαπφώ sagt:

    RICHTIGE FRAUEN… fahren richtige Autos, kein feuchten Phantasien von Jünglingen die in der Dinky-Toys Zeit steckengeblieben sind.

    RICHTIGERE FRAUEN…lassen fahren.

  11. André Zeiger sagt:

    Habt Ihr schon einmal einen Vaterschaftstest machen lassen? Privat oder übers Gericht? Seit Ihr euch wirklich sicher, dass das Gutachten stimmt? Keiner kann sicher sein!
    Wir haben schon mit einigen betroffenen Papas Kontakt. Es sind auch andere Bundesländer betroffen.
    Immer wieder laufen die Fäden im gleichen Institut zusammen.
    Wenn man sich mit dem Vorleben dieses Unternehmens beschäftigt, dann braucht man sich nicht mehr darüber zu wundern.
    Ich wurde zu einem Blutgruppengutachten von einem öffentlich bestellten und beeidigten Blutgruppengutachter eingeladen. Habe aber ein DNS-Gutachten bekommen mit DNS-Markern. Nicht einmal die Blutgruppe wurde mitbestimmt, zumindest nicht in “meiner Ausführung” des Gutachtens, welches ich als Kopie von meinem Rechtsanwalt bekommen habe.
    Bei einem Blutgruppengutachten werden Blutgruppensysteme bestimmt wie z.B. AB0, Rhesus usw. In meinem Gutachten stehen aber DNS-Marker wie z.B. CSF1PO, FGA, TPOX, Penta D, Penta E usw. Die Identitätsnachweise habe ich zu dem Gutachten nicht bekommen. Auf Anfrage habe ich diese über meinen Rechtsanwalt nachgereicht bekommen. In den Identitätsnachweisen verschwinden dann einige Dinge. Fingerabdruck vom Kind, Stempel vom Arzt, unterschrieben hat kein Arzt, sondern jemand nur im Auftrag, Untersuchungsgut kein Kreuz. Man müsste glauben, ein Gutachten übers Gericht ist perfekt. Weit gefehlt! Das war nur ein kurzer Auszug. Männer wacht auf! Meldet Euch bei mir oder werft Ihr euer Geld gerne zum Fenster raus und das 18 Jahre lang und dann kann es noch weitergehen: Studium, Erbfolge usw. André Zeiger, Wiesentheid (Bayern) Tel.09383/90840, 0172/8789884 oder 0172/3662960
     

  12. Es gibt schon einige Wiedersprüche in der Rechtsprechung, vor allem, dass doch die Verursacherin nicht im geringsten von den Gesetzen zur Verantwortung gezogen wird. Leider. in Frankreich und Österreich ist es ein Straftat. Ich rate allen, die auch nur einen leichten Zweifel haben, ob sie der Vater sind zum Test, denn es schafft Sicherheit – gleich wie es ausgeht. Die Wahrheit ist immer besser!

  13. für Menschen, denen es so wie mir erging, schreibe ich den Blog http://kuckucksvater.wordpress.com

  14. André Zeiger sagt:

    Mir wurde mit behördlicher Genehmigung ein Kuckuckskind untergeschoben.
    http://www.andre-zeiger.com

  15. André Zeiger, Wiesentheid, Landkreis Kitzingen, Bayern

    Ist das eine Bedrohung???

    http://www.andre-zeiger.info/bedrohung.html

  16. Morpheus sagt:

    Ist das eine Bedrohung?? -> Ja ist es!

    Lassen Sie doch einfach einen weiteren Vaterschaftstest in einem Institut Ihrer Wahl machen und fertig. Wenn Sie der Vater sind, dann nehmen sie das Kind an und belästigen nicht andere mit Ihren privaten Problemen. Ja, Rundstempel können unterschiedlich sein. Und die Zahlen auf Ihrem Gutachten wurde aufgeklept weil immer zwei von einem Bogen mit Zahlen heruntergelöst werden! Eine kommt auf die Probe und eine auf das Gutachten, dass muss keine laufende Nummer sein. Sie haben wohl zu viel Zeit!

    Akzeptieren sie einfach, dass Sie der Vater sind!

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