Leben


Nicole Althaus am Montag den 22. Februar 2010

Die 5 Dating-Fehler von Frauen

MAMABLOG-NOTTING-HILL

Gehen sie zu ihm - oder zu ihr? Hugh Grant und Julia Roberts in «Notting Hill» (1999).

Einer der am meisten gelesenen und am kontroversesten diskutierten Einträge im Mamablog trug den Titel «Einsam an der Spitze» und ging der Frage nach, warum gutausgebildete Frauen überdurchschnittlich häufig allein und kinderlos bleiben. Mittlerweilen beschäftigen sich auch Partnerschaftsbörsen und Soziologen mit dem Fakt, dass Frauen ihren Erfolg im Beruf und an den Unis offenbar mit dem Misserfolg in der Liebe bezahlen. Und alle paar Wochen sinniert eine schöne und kluge Frau in einer Frauenzeitschrift über ihre erfolglose Suche nach dem  Traummann nach.

Kein Wunder ist das neue Buch von Lori Gottlieb mit dem Titel «Marry Him. The Case for Settling for Mr. Good Enough» seit Wochen Gesprächsthema Nummer eins: An Weiberabenden, in Blogs und auch auf Partnerschaftsforen. Denn die amerikanische Autorin stimmt nicht in  das altbekannte feministische Klagelied ein, dass die Welt einfach ungerecht sei und den Männer der weibliche Hintern wichtiger als das Hirn. Sie sagt schlicht «selber schuld!» und behauptet, Frauen müssten sich vom Traumprinzen verabschieden und nach dem Herrn Gutgenug Ausschau halten.

Nein, liebe Single-Frauen, Lori Gottlieb verrät damit die Emanzipation nicht. Das wird zwar von vielen Kritikerinnen behauptet. Aber Gottlieb schreibt nirgends, dass Frauen heiraten und Kinder kriegen müssen, um glücklich zu werden. Sie stellt bloss fest, dass a) Frauen, die sich Kinder wünschen, stärker unter Zeitdruck stehen als Männer. Dass b) sie deshalb unter Handlungsdruck stehen, weil Männer auch mit der nächsten Generation von gebärwilligen Frauen noch eine Familie gründen können und c) die Traumprinz-Sucherinnen meist auch nur eine Frau Gutgenug seien. Das zu lesen mag weh tun, aber es ist wahr.

Und weil auch in meinem Freundeskreis einigen Töchtern der Emanzipation die biologische Uhr so laut in den Ohren tickt, als litten sie an einem Tinitus, habe ich mir das Buch angeschafft und möchte hier die 5 Dating-Fehler, die Lori Gottlieb bei Frauen in den Dreissigern diagnostiziert, zur Diskussion stellen:

  1. Frauen glauben, sie verdienen mehr: Frauen bestärken einander gegenseitig darin, dass sie eine Super-Partie sind und deshalb wie geschaffen für Mr. Perfect. Sie vergessen dabei, dass auch sie Seiten haben,  die ein zukünftiger Mann grosszügig übersehen muss, um sich zu verlieben.
  2. Frauen halten ihre Optionen für  unlimitiert: Dating funktioniert ein bisschen wie Shopping – Jede Frau hat natürlich das Recht, ewig nach der Jeans zu suchen, die den Bauch kaschiert, den Hintern in Szene setzt und nicht zu viel kostet. Aber man muss damit rechnen, dass man dieses Exemplar nicht findet.  Und dass während der Suche die Jeans, die nur sehr gut, aber nicht perfekt gesessen ist, ausverkauft wird.
  3. Frauen setzen die falschen Prioritäten: Nicht jedes Attribut, das auf weiblichen Checklisten erscheint, ist für eine Partnerschaft überlebenswichtig. Grösse, Haarqualität, und Muskelkraft sagen nichts über die Qualität eines Mannes als Liebhaber oder Vater oder Partner aus. Nur weil der Kandidat auf der Onlineplattform geschrieben hat, er sei ein Fan von Madonna, sollte man ihn nicht ausmustern, bevor man ihn getroffen hat.  Man könnte sich vielleicht in ihn verlieben.
  4. Frauen überschätzen die Romantik: Rosen, Candle-Light-Dinners, Sonnenuntergänge sind schön. Aber davon hat man weder gegessen noch sind deswegen die Kinder gewickelt.
  5. Frauen wollen alles teilen: Sie interessieren sich nicht für Fussball und halten sich trotzdem für attraktiv? Sie liegen goldrichtig, aber gewähren Sie dasselbe Recht auch den Männern. Man teilt in einer Partnerschaft weder jede Sekunde noch jedes Interesse. Und das ist gut so.

Hat Lori Gottlieb recht? Müssen Frauen, die Mütter werden wollen,  lernen, das Zweitbeste zu lieben?  Sind Männer in der Liebe tatsächlich weniger wählerisch? Und: Bestehen funktionierende Partnerschaften vielleicht generell aus Herr und Frau Gutgenug?

610 Kommentare zu „Die 5 Dating-Fehler von Frauen“

  1. Eni sagt:

    @ Werni

    Das der Männer erst recht, aber in Asien hat man wenigstens die 5 Jahres Garantie

  2. xorxe sagt:

    Leider suchen Frauen wie in der Steinzeit immer noch Jaeger, Nomaden, statt Sesshafte. Die Jaeger aber bleiben Jaeger ihr Leben lang, und Nomaden bleiben sie auch. Und die Frauen finden sich besonders attraktiv, wenn sie gejagt (oder wie sie meinen begehrt) werden. Doch die Jaeger haben nur ihre Jagdpfeile durch suelzige Worte vertauscht. Wer darauf hereinfaellt, ist selber schuld. Nur wenn sich dann eine Frau damit abfindet, nur einen GUTGENUG-Mann zu ehelichen, dann soll sie ihm wenigstens nicht ein Leben lang das Gefuehl geben. er sei gerade gut genug und koenne froh sein, so eine Traumfrau gefunden zu haben, dabei haette sie doch viel Besseres haben koennen. Wer auf einen Jaeger hereinfaellt, muss sich damit abfinden, das Jagdwild zu sein.

  3. pem sagt:

    Die Zeit wird ihr Urteil fällen. Diese Zeiten sind dann aber vorbei.

  4. Adriano sagt:

    Das Gerede um ‘Powerfrauen’, ‘Traumprinzen’ und ‘Traumprinzessinnen’ nimmt kein Ende. Dabei ist es doch so einfach: JEDE Frau möchte den Einflussreichsten, Vermögendsten, Stärksten, Klügsten, Liebsten, Schönsten (man beachte die Reihenfolge!) – Mr. Perfect eben. Und JEDER Mann möchte die Schönste, Herzlichste, Liebste, Umsorgendste, Klügste – Miss Perfect eben. Und bitte auch da wiederum die Reihenfolge der Attribute beachten!

    Doch wie Frau und Mann weiss, ist der Partnermarkt genau so hart und gnadenlos wie der Immobilienmarkt oder der Gemüsemarkt: Perfektes ist von Natur aus rar, und was rar ist, hat bekanntlich einen exorbitanten Preis. Und da wir Normalmenschen uns solches nicht leisten können, geben wir uns notgedrungen mit dem zufrieden, was unserer Kaufkraft entspricht: statt der paradiesischen Villa mit dem Reihenhäuschen oder der Etagenwohnung am Schattenhang zum Beispiel. Oder mit dem Kopfsalat aus dem Supermarkt statt mit dem Edelgemüse aus dem Luxus-Laden.

    Doch wir haben selbstverständlich auch die Möglichkeit, ein Leben lang unseren unerfüllbaren Wünschen nachzuhängen und auf die Probe aufs Exempel zu verzichten. Das ist dann etwa so, als ob wir in einem einfachen Zelt lebten und uns von der ewigen Illusion nährten, dass uns eigentlich die Traumvilla zustehen würde. Wie sagte mir vor längerer Zeit mal eine Frau, die sich partout davor scheut, mit einem Mann eine Partnerschaft einzugehen: “Weisst du, mir ist die Sehnsucht wichtiger als deren Erfüllung!”.

    Würde sich allerdings die überwiegende Mehrheit der Frauen und Männer dieser Welt nicht mit dem zufrieden geben, was jede und jeder für das, was sie / er selbst zu bieten hat, bekommt – die Menschheit würde im Chaos versinken und wäre in kürzester Zeit ausgestorben.

    Schöne Worte und ein übertriebenes Selbstwertgefühl mögen zwar der subjektiven Psychohygiene dienen und über das eigene Unvermögen hinweg trösten. Letzlich lässt sich aber das wahre Glück nicht in den Wolken, sondern nur auf dem harten Boden der Realität und der Bescheidenheit finden. Sich für Mr. oder Miss ‘Good Enough’ zu entscheiden heisst unter diesem Aspekt schliesslich nichts anderes, als dass wir uns in genau dem Masse mit den Unzulänglichkeiten eines Menschen abfinden, als wir selbst unzulänglich sind…

  5. Cara Mia sagt:

    Von den zwei Tragödien des Lebens, den unerfüllten und den erfüllten Träumen, ist letztere die schmerzhaftere.

  6. GionSaram sagt:

    @ Adriano, Danke besser hätte man das nicht formulieren können. Das Zitat deiner Bekannten: “Weisst du, mir ist die Sehnsucht wichtiger als deren Erfüllung!” tönt für mich nach einem grossen Kind oder einer begnadeten Schriftstellerin die dereinst den grossen Liebesroman über die unerfüllte Liebe schreiben wird. So oder so, sicher eine Frau von der man sich als Mann besser fernhalten sollte, wenn man glücklich leben möchte.

  7. hans muster sagt:

    zum thema anspruchshaltung der frauen:
    wer sagt denn, dass männer ihren (potentiellen) partnerinnen jeden wunsch von den lippen ablesen muss? vor allem aber: wer sagt denn, dass frau mann sofort ins salz und pfefferland schickt wenn er sich gegen ihre (”grenzenlose”) anspruchshaltung abgrenzt? nach meiner erfahrung ist nämlich eher das gegenteil der fall. ein mann der alles für seine partnerin tut, und sei es noch so vermessen, wird von den frauen sehr schnell als “waschlappen” wahrgenommen. und waschlappen sind wenig begehrt. ein ganz bestimmter charakterzug ist nämlich ebenfalls weit vorne bei den wunscheigenschaften des “mr. perfect”: rückgrat. wie kann man rückgrat testen? mit grenzenloser anspruchshaltung. wie kann man rückgrat beweisen? indem man sich charmant davor abgrenzt.
    das problem grenzenloser anspruchshaltung der frauen hat mindestens soviel mit den männern zu tun, die sich solches bieten lassen, wie mit den frauen. wenn man sich – wider den eigenen bedürfnissen – auf alles einlässt, soll man sich über das resultat nicht wundern. man kann anspruchshaltungen im partner auch heranzüchten.

  8. adlerauge sagt:

    @Werni: man könnte das genauso gut umdrehen. bestimmte männer hier können nicht damit umgehen, dass die frauen hier auch (berechtigterweise) ansprüche stellen. da ist es natürlich einfacher, im neukolonialistischen stil sich eine asiatische (oder südamerikanische) frau zu holen, mit welcher nicht lange diskutiert werden muss wegen haus- und bettarbeit. mann bietet ihr ja daür dann ein leben im “goldenen” westen.

    oder so rum: die frauen dort haben gesellschaftlich noch nicht den stellenwert erreicht, wie die frauen hier, deshalb kommen sie nicht auf die idee, forderunge zu stellen.

  9. Eni sagt:

    @ Adlerauge

    Aber diese frauen lassen sich das auch nur 5 Jahre lang gefallen und danach werden solche Wernis wieder entsorgt. So einfach ist das.

  10. Hotel Papa sagt:

    @Eni: Jetzt stell Dir mal einen Mann vor, der einen ähnlich abwertenden Kommentar über eine Frau machen würde, und wie Du den schubladisieren würdest. Nur mal so zum Wachwerden.

  11. Eni sagt:

    @ Hotel Papa

    Sage nur, wie die Realität aussieht.

    Kenne viele Männer, die eine Ehefrau importiert haben, teiweise schon mehrfach und alle Ehen wurden nach ziemlich genau 5 Jahren von den Frauen beendet, bis auf eine. Diese Frauen haben auch Verwandte und Freundinnen in ihrer Heimat und erzählen denen vom Paradies. Und dann kommen sie hierher und werden behandelt wie einen Eirichtungsgegenstand. Haben Sie schon mal gesehen wie diese einst schönen Frauen nach fünf Jahren “Paradies” aussehen?? Wie verwelkte Pflanzen. Nein, ich bin nicht abwertend, ich behandle keine Menschen wie mein Eigentum. Aber Männer wie Werni sind abwertend und ja, es gibt auch Frauen von dieser Sorte, aber dazu gehöre ich bestimmt nicht.

    • Tomas sagt:

      Wahrscheinlich kennen sie den Artikel von Beatrice Schlag nicht, in dem sie über das Problem der Ausländerinnenehen schreibt.
      Offensichtlich ist die Chance ein glückliches Ehe zu führen mit einer Frau aus einem Kulturkreis mit traditionellen Falilienrollen viel grösser, als mit einer durch die Wirren der Emanzipation geprägten Schweizerin. Sie hat sich die Mühe gemacht und die Daten des Statistikamtes untersucht… demnach werden immer mehr Frauen importiert, und die Ehen halten nicht nur besser, sondern sind auch viel stabiler und glücklicher, weil die Frauen genau in der traditionellen Rolle zufrieden sind.
      Offensichtlich gilt das aber nur für das Model “Schweizer heiratet eine Frau mit triditionellem Rollenmodell” und nicht für “Schweizerin heiratet einen Ausländer” Solche Ehen gehen überdurchschnittlich häufig kaputt.

      Sie kommt zum Schluss, dass den Schweizerinnen schliesslich die unerfüllte Rolle als Liegengelassene übrigbleibt …

      http://www.4gerst.info/Kein_Salz_auf_unserer_Haut.rtf

  12. Hotel Papa sagt:

    Das habe ich ja auch nicht gemeint. Aber es hätte sch ein Mann eine Bemerkung wie “Frau nach fünf Jahren entsorgen” leisten sollen. Er wäre gesteinigt worden, und das mit Recht. Hier herrscht heute eine Doppelmoral, die mir sauer aufstösst. Kannst Du Dir den Migros Flachen-Entsorgungs-Spot mit umgekehrten Vorzeichen vorstellen? Undenkbar, die Werbeagentur wäre tot.

    Mit allem übrigen hast Du recht.

  13. Eni sagt:

    @ Hotel Papa

    Ja ich sollte manchmal etwas in sanfterer Version schreiben. Aber das mit dem Ensorgen habe ich übrigens von männern. Wenn ich sage, dass ich geschieden bin, sagen viele: Aah du hast deinen Mann entsorgt!!

    Und ja, es gab mal einen Werbespot, wo “die Alte” entsorgt werden konnte, weiss nur nicht mehr ,was für eine Werbung das war.

  14. Luc sagt:

    Ist ja mahl schoen zu sehen, dass es auch noch Emanzen gibt die nicht selbst zu den groessten Sexisten gehoert. Emanzipation ist ja schoen und gut, aber als Mann wird man andauernd als Arsch eingeschaetzt egal wie man sich die ganze Zeit verhaelt

  15. Lui sagt:

    Meiner Meinung nach wird viel zuviel darüber nachgedacht und gesprochen. Die Liebe sollte auf keinen Fall militärisch geplant werden. Denn wie kannst du deinen Traumpartner/in beschreiben (z.B. in einem Inserat), solange du Ihn noch nie gesehen und erlebt hast. Mein Motto: Wer nicht sucht, der findet! Übrigens, ich habe meine Liebe nicht suchend gefunden :-)

  16. Eni sagt:

    @ Luc

    Vielleicht halten Sie sich an den falschen Orten auf? ;-)

  17. Rudi sagt:

    Altes Haus, was nun?

  18. Claudia sagt:

    die fünf punkte treffen genau ins schwarze. bin ich froh, hab ich meine perfekt sitztende hose gekauft und sie solang nun getragen dass sie ausgeleiert und zerschlissen ist. WAS NUN? für leggings bin ich zu alt, für blickdichte strümpfe zu jung.
    und warum interessieren sich immer noch frauen für diese ausgeleierte hose????????? weil sie nach geld aussieht? weil sie erfolgreich wirkt? weil sie mir gehört ?

  19. Stefan sagt:

    Ist ja schon interessant, dass jetzt wo eo eine Frau sich der Thematik angenommen hat, alle in die gleiche Richtung sehen oder denken. Genau diese 5 Punkte und wahrscheinlich weitere habe ich schon mit 20 erkannt. Ist auch schon einige Jahre her. Geändert aber hat sich nichts. Wahrscheinlich wird sich auch nie was ändern. Weil der grossteil der Menschen nicht in der Lage ist, die zweit oder drittbeste Wahl als für sich das beste zu entscheiden.

  20. Sebu sagt:

    @Adriano dem kann ich nur zustimmen wirklich gut geschrieben an einer Partnerschaft sind eben 2 beteiligt, am einfachsten ist es wohl sich selbst und die eigenen Fehler gar nicht in Betracht zu ziehen . Ohne Kompromisse muss man wohl alleine bleiben oder stetig Partner wechseln , kann unter Umständen einsam und kalt werden.

Kommentieren

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.