
Jede verlorene Stunde Schlaf hat einen Einfluss auf die Schulleistungen der Kinder.
Schlaf ist ein Dauerbrenner in Gesprächen unter Eltern: Am Anfang tut man alles dafür, dass das Baby oder Kleinkind endlich ein- und durchschläft. Dann muss man sich plötzlich anstrengen , um den Teenager morgens noch wach zu bekommen. Es gibt unzählige Untersuchungen zum Babyschlaf und längst weiss man auch, dass das Schlafbedürfnis von Teenagern sich ändert, dass sie morgens mehr Melatonin ausschütten als Kinder und Erwachsene und deshalb ein früher Schulbeginn, wie in der Schweiz, nicht leistungsfördernd ist. Eine brandneue Studie, die anfangs Jahr im Magazin «Sleep» veröffentlicht wurde, legt den Eltern nun ans Herz, dafür zu sorgen, dass der Nachwuchs um zehn spätestens im Bett liegt. Denn Jugendliche, die früher schlafen, sind leistungsfreudiger, ausgeglichener und weniger depressiv.
Wenig gekümmert haben sich Forschung und auch Eltern bisher um den Schlaf der ABC-Schützen. Zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr der Kinder fällt der Schlaf plötzlich von der elterlichen Prioritätenliste. Weil die gröbsten Einschlaf- und Durchschlafprobleme inzwischen bewältigt sind und die Kinder das elterliche Schlafensdiktat noch ohne grosses Murren akzeptieren. Doch offenbar schlafen auch viele Primarschulkinder zu wenig. Genauer: Rund eine Stunde weniger als noch vor 30 Jahren. Und das scheint einen dramatischen Effekt auf Intelligenz, Benehmen und sogar die Figur zu haben.
Avi Sadeh von der Tel Aviv Universität hat vor ein paar Jahren die Hirnleistungen von 77 Grundstufenschülerinnen (9- und 11-jährig) und Schülern untersucht. Die eine Gruppe hat über drei Tage rund eine Stunde mehr geschlafen als die andere. Nach der dritten Nacht wurden die Kinder neurobiologisch getestet. Der Leistungsunterschied, der eine Stunde Schlaf ausmachte, war grösser als der zwischen einem 11- und einem 9-jährigen Kind. In Sadehs Worten: «Der Verlust von einer Stunde Schlaf über mehrere Tage setzt die kognitive Kapazität des Gehirns um zwei Schuljahre zurück.»
Sadehs Ergebnisse wurden von jeder neuen Studie bestätigt. Paul Suratt von der University of Virginia zieht nach seinem Test von Schreibleistungen der Unterstufenschüler gar das Fazit: «Schlaf hat auf den IQ von Kindern genau so einen grossen Einfluss wie elterliche Frühförderung». Warum das so ist, erklärt Matthew Walker von der renommierten Berkeley Universität folgendermassen: Das kindliche Hirn speichere im Schlaf das Gelernte ab. Jede Fähigkeit werde in einer anderen Schlafphase bearbeitet: Das Vokabular einer Fremdsprache etwa werde vom Hypocampus in einer frühen, traumlosen Schlafphase abgespeichert, während die Hörerinnerungen in der REM-Phase memoriert werden. Das Problem sei, dass sich heute die Schlafdauer umgekehrt proportional zum Lernstoff verhalte. Das heisst, Kinder müssen immer mehr Stoff bewältigen, schlafen aber immer weniger. Nicht zuletzt, weil sie neben den Hausaufgaben auch noch Musik, Sport und andere Kurse bewältigen. Und die Eltern immer später von der Arbeit zurückkehren.
Doch nicht nur die Noten, auch das Gewicht hängt offenbar vom Schlaf ab: Sämtliche Studien über das Schlafverhalten von Kindern haben nämlich bestätigt, dass Kinder, die länger schlafen, weniger Übergewicht auf die Waage bringen, als Kinder, die weniger schlafen. Ab ins Bett, kann Mutter da nur noch sagen. Und zwar zeitig!
Wie sorgen Sie dafür, dass der Nachwuchs genug schläft? Wie strikt soll die Bettroutine sein? Und wann können/sollen Jugendliche selbst über ihre Schlafenszeiten entscheiden?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook




























































































@Walter
Und wann schlafen Sie? Und meinen Ihre Untergebenen, sie würden geführt?
@Roland Strasser
Der war gut von wegen im Ausland ist alles besser, weil man ja dort in den Ferien war.
Bei meinem ersten Aufenthalt in den USA stand ich einmal an der Böschung des träge durch die Felder fliessenden Connecticut, zwischen wilden Büschen, im dunkeln sinnend. Auf einmal war mir das eine klar: Ich werde nie, wirklich nie mehr sagen, die Schweizer seien bünzlig. Ich kenne kein Land, das so weltoffen, modern, vernetzt ist wie unseres hier.
Und ja, wir arbeiten hart dafür und können das nur, wenn wir ausgeschlafen sind. Leider sehe ich immer mehr 30 oder 35-jährige wie sie vier mal pro Woche die halbe Nacht im Ausgang sind. Was die tagsüber zu leisten imstand sind, weiss ich nicht.
Und leider gibt es die politische Linke, die uns weismacht, unser Wohlstand sei geschenkt, werde von anderen bezahlt und wo es Probleme gibt, müsse man sich nicht persönlich kümmern, weil ja Väterchen Staat alles mit genug Geld aus dem Weg schaffen kann.
Neuerdings wundere ich mich, wie das herauskommt, jetzt wo die bösen Banken nicht mehr Milliarden an Steuern zahlen, wo die Bankangestellten keine Boni zum Versteuern mehr haben.
Würden die Kinder wirklich mehr schlafen, wenn die Schule erst um 9 Uhr beginnen würde? Sie würden dafür ja später heimkommen so gegen 18.00/18.30 h. Müssten dann noch Aufgaben machen, essen, Freizeit, sich für den nächsten Tag vorbereiten und und…… Also ich denke das Ganze würde sich schlicht und einfach verschieben. Sehe ich übrigens hier, wenn die Lernenden die gleitende Arbeitszeit so toll finden, erst um 9 Uhr mit der Arbeit beginnen und irgendwann merken, dass sie dann eben auch länger bleiben müssen …….
hey max, langsam haben glaub ich alle hier gecheckt, dass die linke für sämtliche politischen und gesellschaftlichen missstände allein verantwortlich ist und du nach deinem erkenntnisstand zu urteilen die weisheit wohl jeden morgen schüsselweise zum frühstück löffelst.
@Auguste: Nein, bei mir fliesst kein Kosaken-Blut durch die Adern. Ich glaube nur ossetisches, wenn es den einen internationalen Unterschied zwischen den verschiedenen Blut-Typen gibt…
@Pipi: Bei mir fliesst auch kein Tataren-Blut durch die Äderchen. Ausserdem liegt Odessa nicht auf der Krim…
@Mäxchen: Ich arbeite, denke ich, hart und trotzdem darf zum Teil bis 12 Uhr mittags schlafen. Man muss sich nur einen passenden Beruf suchen, dann klappt`s auch mit dem Ausschlafen…
Spiessertum und Bünzligkeit gibt es überall auf der Welt, auch in der Schweiz.
Was, wenn die Kinder zu dritt oder gar zu viert in einem Zimmer schlafen müssen und sich notgedrungen bei Krankheit ec, gegenseitig wecken ec.? Da sind wir dann gleich beim Wohnproblem, ich denke eben nicht nur die Schule ist strenger und schwieriger geworden sondern auch das Wohnen! Ach ja, ich weiss schon, dann stellt man eben keine oder “nur” 2 Kinder auf, heisst es dann lapidar, als ob das die Lösung der Probleme wäre…
@manu: Ist die Schule wirklich strenger und schwieriger geworden? Vielleicht bin ich einfach dumm, aber eigentlich war es zu meiner Schulzeit “normal”, dass man täglich Schularbeiten machen musste, dass der grössere Teil der SchülerInnen um 21.00 h im Bett war, auch am Wochenende Schularbeiten machte und nicht in den “Ausgang” konnte. Unsere Freizeitaktivitäten waren in der Regel sehr beschränkt, weil die Schule an erster Stelle stand.
Als relativ frischgebackener Papa schau ich immer mal wieder in den Mama(!)-Blog und finde die Artikel in der Regel sehr interessant, gut geschrieben und überlegenswert. Danke an Frau Althaus und Frau Binswanger für die regelmässige Horizonterweiterung.
Die Kommentare allerdings, die kann man seit einiger Zeit glatt vergessen. Dass es in jedem Intenet-Forum ein paar Profilneurotiker gibt, die gerne auch mal an Verfolgungs- und anderen Wahnvorstellungen leiden, ist ja nichts neues. Am Rand der Gauss’schen Glockenkurve wächst viel buntes Kraut. Aber dass ein Grossteil der Diskutanten inzwischen nichts besseres zu tun hat, als sich dann Seitenlang mit diesen Trollen auseinanderzusetzen, wundert mich schon sehr.
Die Beiträge zur Sache muss man inzwischen fast mit der Lupe suchen. Stattdessen wird weiträumig und pauschal politisiert, persönlich verunglimpft und vor allem: ganz viel RECHT GEHABT! Ein ziemlich unglaublicher Kindergarten ist das hier geworden. Und Ihr wollt ernsthaft über Erziehung diskutieren? Na servus.
@Walter: “Untergebene”? sie kommen mir vor wie ein aristokratenarsch im feudalismus.
spricht doch bände, dass ihre “untergebenen” so unfroh nicht sind, dass Sie nicht anwesend sind…
@toby
Danke, genau es ist schade, dass hier kein Austausch mehr zu den eigentlichen Themen stattfindet. Inzwischen besuche ich genau aus diesem Grund den Blog nur noch selten.
@ toby
hmm…, ihr beitrag ist keine schlechte überleitung zum heutigen “helden-thema”. offenbar gibt es hier leute, die bereit sind, dem “bunten kraut” am rechten glockenrand zu leibe zu rücken und ihm nicht kampflos das feld überlassen. das “bunte kraut” mag es gar nicht, wenn man ihm etwas von seiner eigenen, bitteren medizin verpasst. das winseln nach redaktioneller hilfe zeigt es jeweils deutlich. rückzug ist keine option – kinder brauchen eltern, die hinstehen, auch wenn es zwischenzeitlich wie kindergarten anmutet. nebenbei, man weiss ja nie zum voraus, wann der interessanteste beitrag zum thema abgeschickt wird.
@ toby: yes
@ althaus: gut zu wissen und danke für die argumente! Ob sie dann aber nützen werden…
Nun gut, hier wird die Wirkung von „Schlafmangel“ beschrieben und die stimmt im großen und ganzen so. Warum lassen sich die Autoren nicht herab auch die bio-chemischen Ursachen zu benennen – den eigentlichen Wirkmechanismus? Melatonin – eigentlich das Hauptentgiftungssystem des Körpers – reguliert zusammen mit dem Glutathionsystem der Leber den Zell pH-Wert! Entgiftet, definitiv den Körper!! Fett macht halt nicht Fett! Im Gegenteil, es wird unter anderem zu Regeneration der Organellen benötigt! Die Ursache der „Bevölkerungsverfettung“ liegt im extremen Mineralienmangel! Säuren lagern sich im Bindegewebe ein, wenn es dem Körper an Entgiftungsleistung durch Melatonin oder Glutathion mangelt – Punkt! Säuren sind das stärkste bekannte Zellgift überhaupt. Aber wer will daß schon so genau wissen. Ganze Wertschöpfungsketten hängen an unseren falschen Ernährungstheorien. Nun wie gesagt Beweise für meine Behauptungen liegen schon lange vor. Ich kann euch den Weg zeigen, machen und denken muß jeder selbst für sich. Im Grunde verhält es sich auch hier , wie mit der CO² Lüge! Da hilft nur eines – lernt Denken nicht Gedachtes!
@Nicole Althaus:
sie und wohl auch die Studie machen typische statistische Fehlüberlegungen wie sie in medizinischen und sozialwissenschaftlichen Studien wie Sand am Meer zu finden sind, und Journalisten sich mit inbrunst auf solche Fehlüberlegungen Stürzen
der Grundsatz Nummer 1 in Statistik: Korrelation Kauslität !!!
Nur weil die Bettgehenzeit in irgendeiner Form mit Gefühlstzuständen korreliert, heisst das noch lange nicht das sie zwingend Gefühlstzustände beeinflusst:
Es könnte genau so gut sein, das Eltern, die ihre Kinder ein stabilieres umfeld bieten, Kinder tendentiell früher ins Bett schicken, oder das Kinder, die nicht zu depressionen Neigen tendentiell mehr schlafen, oder depressive menschen weniger schlafen können!!
gerade in Studien wo keine kontrollierten experimente möglich sind, wie in dieser Studie, ist kausalität praktisch nicht nachweisbar…
Ich behaupte nicht, das Schlaf keinen einfluss hat hat auf den Gefühlstzustand, ich behaupte aber der effekt ist minim, sprich der gefühlstzustand hat viel den grösseren einfluss auf den schlaf, und das stabile umfeld, das oft mit geregelten bettzeiten einhergeht, hat einen viel grösseren einfluss:
wenn sie also glauben, dass sie wirklich grossen einfluss auf den gefühlszustand ihres kindes haben, nur weil sie ceteris paribus das kind früher ins bett schicken, sind sie ziemlich sicher auf dem irrweg
@Mark Müller
Ja das kann bestimmt auch sein, also wäre hier die Frage was war erst das Huhn oder das Ei. Schlafmangel oder Depression.
Bei unserer dritten Tochter war es aber ganz klar so, dass sie sich gerne nach oben orientiert hat. Also wenn die grossen Schwestern spät vom Sport nach Hause kamen, wollte sie noch kurz warten und die beiden sehen. Dann wurde noch ein wenig erzählt, gelacht etc. normale Rituale halt in einer Familie. Bis sie dann im Bett lag und noch ihr Gutenachtgeschichtli und die fünf Minuten mit Mami oder Papi alleine hatte wurde es einfach zu spät. Es wurde dann meist 20.45Uhr oder mal 9.00Uhr.
Bemerkbar machte sich das ganz schleichend mit Spannungskopfweh, Konzentrationsproblemen und zu guter letzt mit Leistungsproblemen in der Schule. Beim Kopfweh versuchten wir erst die Ursachen zu erforschen und so bekam das Kind als erstes eine Brille (vom Augenarzt, also begründet), danach versuchten wir es mit noch mehr Aufmerksamkeit usw. (Sie ist das Mittlere von 5 Kindern). Ein Besuch beim Hausarzt brachte nach einem halben Jahr endlich die Lösung, er wollte, dass wir ihm schildern was das Kind alles so macht und wie der Tag ausschaut. Er riet uns dann zu einem Schlafprotokoll. Es waren bei ihr “nur” ca. eine halbe Stunde Schlaf die täglich fehlten, aber die Summe hatte langfristig wirklich negative Auswirkungen. Sie wirkte aber nie übermüdet oder abgeschlagen, deshalb suchten wir das “Problem” zuerst am falschen Ort. Heute schläft sie um 20.15 Uhr und es geht ihr wieder gut. Konzentration und Schule sind bereits wieder viel besser und Kopfweh hat sie längst keines mehr. Von daher finde ich, hat der Artikel von Nicole Althaus viel Fleisch am Knochen. Mein Kind ist zwar nur ein Kind und keine Studie aber meine Feldstudie.
@lisi: 10.39 schade, würde die Kommentare schon vermissen!
@Wilhelm the H.: “Die Ursache der „Bevölkerungsverfettung“ liegt im extremen Mineralienmangel!”
Genau, auf jeden Fall mit Sicherheit nicht an veränderten Ess- und Bewegungsgewohnheiten, schon gar nicht am zuwenig schlafen und sich in dieser Zeit vielleicht mit Junkfood zustopfen!
“Im Grunde verhält es sich auch hier , wie mit der CO² Lüge! Da hilft nur eines – lernt Denken nicht Gedachtes!”
Richtig, die CO 2 Lüge müsste noch grossgeschrieben und fettgedruckt werden, damit nun endlich auch dem Hinterletzten klar wird was wirklich los ist. Wie steht es eigentlich um Ihr Schlafprotokoll?
@Mark Müller: “wenn sie also glauben, dass sie wirklich grossen einfluss auf den gefühlszustand ihres kindes haben,
nur weil sie ceteris paribus das kind früher ins bett schicken, sind sie ziemlich sicher auf dem irrweg”
Woraus Sie diesen Glauben ableiten ist mir schleierhaft, womit sie aber garantiert nicht auf dem Irrweg ist,
ist die Überzeugung mit grosszügig ermöglichtem Schlaf für eine mehr oder weniger konstante gute Leistung
für die nächsten Jahren und mehr zu sorgen, eine bessere Investition in die Zukunft unserer Kinder kann ich mir nicht vorstellen! (Neben all dem anderen was hier schon ausführlichst diskutiert worden ist)
@Brunhild Steiner:
Mit sicherheit hat der schlaf einen positiven effekt, aber sie können wohl davon ausgehen, dass eine drogensüchtige mutter, die aus irgendeinem grund alles falsch macht, ausser ihre kinder rechtzeitig ins bett zu schicken, eher depressive kinder hat, als perfekte eltern, die per zufall den einzigen fehler machen, kinder nicht rechtzeitig ins bett zu schicken…
das mag ein konstruiertes beispiel sein, aber es verdeutlicht einfach, wie unnütz und schlichtweg irreführend diese studie ist. anstelle irgendwelche regeln zu befolgen wie kinder früh ins bett zu schicken, solltem an sich eher darauf konzentrieren grundsätzlich gute eltern zu sein….
diese studie bringt keine weiteren erkenntnisse als das sich genug schlaf, genau wie gesunde ernährung, zuneigung, sportliche aktivität und alles andere “gute” sind tendentiell positiv auswirkt, ich denke das wussten wir schon vorher. Das heisst aber noch lange nicht, das sie ein Kind, das wenig schlaf braucht, oder depressive veranlagungen hat a priori “gesünder” machen können, wenn sie es früher ins bett schicken… die korrelation ist wohl ziemlich sicher viel grösser als die kausalität, aus den schon genannten gründen…
es ist ja offensichtlich, das schlafmangel allerhand probleme mit sich bringt, dies ist aber offensichtlich unterschiedlich von kind zu kind, und zu glauben, man könne es noch besser machen, wenn man es einfach noch früher ins bett schickt, ist einfach nur falsch, vor allem statistisch gesehen…
ps: aus irgend einem grund zeigt es “ungleich” Zeichen nicht an, darum: statistik regel nummer 1: korrelation ungleich kausalität!
Ich stimme Mark Müller im letzten Punkt voll zu. Die Missachtung dieser Grundregel Korrelation nicht gleich Kausalität kann zu gefährlichen Trugschlüssen führen. Und gerade in der Pädagogik sind so viele Faktoren involviert, dass direkte Kausalität sowieso schwierig nachzuweisen ist. Tendenzen kann man ausmachen, wenn überhaupt.
Nicht zu vergessen in Sachen “mehr Schlaf, höhere Leistungsfähigkeit” ist die Gefahr, dass erzwungene Nachtruhe auch den gegenteiligen Effekt haben kann. Ein Kind, das zu früh zum Schlafen geschickt wird und den Schlaf deshalb nicht finden kann, kann ernsthafte Schlafstörungen entwickeln. Nicht nur Einschlaf-, auch Durchschlafstörungen. Es gibt keine Formel, die für alle passt, es gilt die richtige Formel für jedes Individuum zu finden.
Selber halten wir es so, dass unsere Kinder “früh” in ihr Zimmer gehen, bettfertig, und dann noch lesen dürfen, bis sie müde sind und schlafen wollen/können.
Ich bin mir ziemlich sicher dass von den Kindern, die in der Schule Mühe haben, die allerwenigsten zu früh ins Bett gezwungen werden. Und bei denen, wo das restliche Rundum stimmt, weisen vermutlich die mit dem optimaleren Schlafprotokoll auch die bessere Leistungsbereitschaft auf. Um das geht es hier.