Leben


Michael Marti am Mittwoch den 24. Februar 2010

Super-Daad

MAMABLOG-Daad-Mohammed-02

«Im Jahr 2015 werde ich 68 Jahre alt sein und 100 Kinder haben»: Daad Mohammed Murad Abdul Rahman, Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate, mit einem Teil seiner Familie.

Moderne Männer wie unsereins fragen sich bereits bei ihrem ersten Kind ganz bange, werde ich denn ein guter Papa sein? Werde ich genug Zeit finden, mir genug Zeit nehmen für meinen Nachwuchs? Werde ich mein Kind in einem Mass lieben, wie man Kinder lieben muss?

Oft genug – wir wissen es – geraten moderne Männer angesichts dieser Fragen dermassen ins Grübeln, dass ihnen das  Kindermachen ganz verleidet und sie ihren Samen ein Leben lang nur der schnöden Lust willen strömen lassen.

Anders, so ganz anders Daad Mohammed Murad Abdul Rahman, Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate. Der 63 Jahre zählende Mann, über den mittlerweile Weltmedien wie CNN oder die New York Times berichten, ist Vater von unglaublichen 84 Nachkommen. Womöglich sind es schon 85, die Zahl wächst ja ständig. Man kann nur hoffen, dass wenigstens Daad Mohammed selbst sie exakt kennt. Der arabische Rekordvater, der dem Wort Familienplanung eine ganz neue Dimension verleiht, hegt übrigens noch grosse Ambitionen. Gegenüber der Zeitung «Emirates Today» sagte er: «Im Jahr 2015 werde ich 68 Jahre alt sein und 100 Kinder haben.» Man muss wissen, Abdul Ramen, der mit 24 erstmals Vater wurde, strebt einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde an.

Und die Mütter? Abdul Rahman war bereits 17 Mal verheiratet, immer wieder lässt er sich von seinen  Gattinnen scheiden, da ihm seine Religion, der Islam, lediglich vier Ehefrauen aufs Mal erlaubt. Man darf aber auch als Nichtmuslim zweifeln, ob Allah das Treiben seines zeugungssüchtigen Sohnes nur mit Wohlgefallen verfolgt.

Die wahrscheinlich weltgrösste Familie lebt auf fünfzehn Häuser verteilt, auch das berichtete CNN. Stammhalter Abdul Rahman lebt von einer Militärpension und erhält grosszügige Unterstützung des Emirats Ajman. Dies reicht, um seine Ex-Gattinen – die Gebärerinnen stammen aus Indien, Pakistan, Bangladesch, dem Iran und dem Oman – und die Früchte seiner Baby-Farm durchzubringen. Auch was die Potenz staatlicher Familienförderung anbelangt, kann man hier nur sagen: andere Länder, andere Sitten.

Es gibt selbstverständlich Fragen, die offen bleiben. Fragen, welche die Weltmedien leider nicht stellten. Mich beispielsweise würde interessieren, ob  Super-Daad Mohammed Murad Abdul Rahman jedes seiner 84, womöglich bereits 85, Kinder beim Namen kennt. Und was er seinen Söhnen und Töchtern jeweils zum Geburtstag schenkt. Was denken Sie?

Lesen Sie auch: Les Miserables II


MICHAEL-MARTI_100Michael Marti, 43, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

54 Kommentare zu „Super-Daad“

  1. Bionic Hobbit sagt:

    @Tanya: in den Emiraten leben alle vom Staat! Jeder Emirati kriegt Geld vom Oel. Drum arbeitet auch kein Emirati. Und Steuern zahlen tut dort auch keiner!!!
    Also was soll man da anderes tun als Kinder machen?

  2. Pipi Langstrumpf sagt:

    @Lehrzeit

    “Zudem heiratet er offensichtlich gerne Frauen aus armen Ländern, nicht gleichwertige Partnerinnen”??????

    Frauen gleichwertig? In Arabien?

  3. Auguste sagt:

    @ motztüte

    hmm…, immer wieder schön zu lesen, wenn dinge ins richtige licht gerückt werden. danke.

    wenn sie mal eine rote cyber-aufstecknase brauchen – post genügt.

  4. Robert sagt:

    Natürlich ist das in den UAE “anders”. Aber interessant ist doch, sich das einfach mal so vorzustellen.
    Ausgehend davon, dass kein finanzielles Problem dabei auftaucht…

    Immerhin würden die nicht gezeugten Kinder ja einfach nicht existieren, was sie wahrscheinlich aus der jetzigen Perspektive auch nicht einfach toll fänden. Auch wenn sie davon ausgehen müssen, dass der Papa nicht nur ihren Namen nicht kennt, sondern sie ganz grundsätzlich “auf der Strasse” teilweise nicht wiedererkennen würde. Haben diese Kinder es nicht ganz einfach auch nicht schlechter, als wenn der Vater tot wäre oder abgehauen? Vielleicht finden es die Kids ja sogar cool: Die können sogar mit zwei Mannschaften gegeneinander Fussball spielen, ohne Freunde einladen zu müssen. Mit Reservespieler.

    Wenn es einer hierzulande darauf anlegen würde, könnte er das theoretisch auch machen. Heiraten muss man dazu ja nicht, ist eh etwas ausser Mode geraten. Es liegt ja also dann eher an den Frauen, die dabei mitmachen (wollen?). Sehr viel abwegiger als 100 Autos zu sammeln find ich das gar nicht – wenigstens etwas Lebendiges, oder?

    Ja und wenn dann erst mal die EnkelInnen zu Besuch kommen!!!

  5. Lehrzeit sagt:

    @Pipi: Gleichwertig ist eine Partnerin dann, wenn sie nicht aus Gründen des Überlebens oder Komforts auf den Mann angewiesen ist. Das ist eine Frau aus den Emiraten eben nicht. Deren Vater und Brüder hätten keine Freude an dieser Zuchtgeschichte, sie selber logischerweise auch nicht. Also würde sie ihn gar nicht heiraten. Die Frauen, welche ich in Abu Dhabi kennengelernt habe, waren Geschäftsfrauen, welche in der Romandie aufs Internat gingen und in Amerika studierten. Sie strahlten ziemlich viel Selbstvertrauen aus. Das arme arabische Hascherl entspricht nicht so ganz der Realität. Es ist auch nicht wahr, dass dort keiner arbeitet und alle vom Staat leben, wenn auch der Oelreichtum hilft. Es gibt viele sehr reiche Einheimische, welche das Sozialwesen mittragen.

  6. Lea sagt:

    Tia….. Das hört sich dann so an wie am Freitagabend nach Sonnenuntergang, wenn zur Feier des Sabbat die Zeugungslitanei heruntergelesen wird:

    Moses1,25:
    Dann nahm sich Abraham erneut ein Weib. ihr Name war Keturah
    und sie gebar ihm Zimran, und Jokshan, und Medan, und Midian, und Ishbak, und Shuah.
    und Jokshan begattete Sheba, and Dedan. Und die Soehne Dedans waren Asshurim, und Letushim, und Leummim.

    Und die Soehne Midians; Ephah, und Epher, und Hanoch, und Abidah, und Eldaah. Alle diese waren Kinder von Keturah.
    …..
    und x begattete y und sie gebar ihm……
    und xy und yz…

    irgendwann nach Mitternacht sind dann alle eingeschlafen.

  7. Auguste sagt:

    hmm…, wie lange es wohl dauert, bis kevin das erste mal erwähnt wird?

  8. Lea sagt:

    Kevin -> Caoimhghín. Ein anderer Ursprung ein paar tausend Jahre später. Somit etwa um 23 Uhr.

  9. Auguste sagt:

    hmm…, manchmal sind sie ein ganz brauchbarer ersatz für die “herrin der gedankengewitter”.

  10. Pipi Langstrumpf sagt:

    @Auguste

    Aber sie formuliert doch noch etwas klarer.

  11. Rafael sagt:

    Ich bin ja nur Deutscher aber ich finde die Schweizerinnen können ruhig mehr Kinder bekommen. Denn die sind so schon viel zu vorlaut.

  12. Auguste sagt:

    @ pipi

    hmm…, das ist es ja, was mich so irritiert.

    ist ihnen aufgefallen? – da haben wir in letzter zeit soviele gute threads zerschossen im kleinkrieg mit den propaganda-schleudern und dieser “dog of a blog” hier kommt ungeschoren durch. was für ein zirkus.

  13. Auguste sagt:

    hmm…, wenn sie deutscher sind, wieso bereitet ihnen ihre muttersprache so viel mühe. ihre syntax würde man nicht mal in niederbayern richtig verstehen. provokant ist man nur, wenn man auch verstanden wird. kommen sie wieder, wenn sie die hausaufgaben gemacht haben, junger mann.

  14. Pipi Langstrumpf sagt:

    @Auguste

    Ja, ist mir auch schon aufgefallen, weiss nicht so recht, was ich davon halten soll.

    Apropos Zirkus; da sind Sie doch in Ihrem Element….

  15. Pipi Langstrumpf sagt:

    @Auguste

    Sie haben aber nicht etwa ein grundsätzliches Problem mit den Deutschen….?

  16. Rafael sagt:

    @pipi,

    mit Argusaugen schauen wir Deutschen auf die Schweiz. Wie da sich die deutschen ;Miitarbeiter für Euch zum Deppen machen.

    Okay, frei nach Shakespeare, Was ihr wollt ..” dann zerschiessen wir Euch gleich mal das Bankgeheimnis

    Viele Grüsse aus Germanien

  17. Auguste sagt:

    hmm…, das wären schlechte neuigkeiten für meine beiden deutschen patenkinder.

  18. Eni sagt:

    @ Auguste

    Da können sie noch lange warten. Habe den lieben Rafael schon mehrmals darum gebeten seine Kommentare, seiner vielbeschriebenen Intelligenz anzupassen aber kommt immer noch nur Stuss.

  19. Rafael sagt:

    @Auguste entschuldigung dass ich Ihre Gefühle verletzt habe. Sie zartes Frauenwesen.

  20. Auguste sagt:

    @ rafael

    hmm…, das “da” im zweiten satz steht an der falschen stelle – syntax, junger mann, glauben sie es mir einfach. ich kann das.

Kommentieren

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.