
Drei Mal WEF: Marion A. Witzel-Pennekamp rührt im Fondue; WEF-Besucherin im Schnee; Joe Ackermann, das Gesicht der Hochfinanz.
Kraft meines Amtes als Gesellschaftsreporterin verbrachte ich diese Woche in Davos, besuchte Veranstaltungen, Events und Galadiners, studierte die kräftigen Kiefer der Wirtschaftskapitäne, lauschte ihren Sorgen und guten Hoffnungen und ernährte mich an üppigen Buffets. Und weil mich an solchen Veranstaltungen meist das Abseitige, Skurrile interessiert, besuchte ich ein WEF- Schlittenfahrt mit anschliessendem WEF-Fondue-Crashkurs im Landgasthof Lengmetta. Ich stellte mir vor, auf einen Haufen gelangweilte Wives and Girlfriends zu treffen, die ihre reichen Männer begleiten und das WEF sonst Käse finden. Die Realität hatte mit dem Klischee aber mal wieder gar nichts zu tun.
Im rustikalen Landgasthof versammelten sich sieben Frauen und ein Mann um drei Fondue-Caquelons, niemand von ihnen ein blosses Anhängsel eines Wirtschaftsbosses, sondern alle selber Player. Es war eine muntere Runde von Journalistinnen, Professorinnen und Unternehmerinnen aus aller Herren Länder: Chile, Slowakei, Frankreich, USA und England. Gemeinsam war ihnen, dass sie alle in ihrem Leben weit gereist sind, in verschiedenen Ländern gelebt und international gearbeitet haben. Und dass alle Kinder hatten. Warum ich das erwähne?
Weil ich glaube, dass Mütter einen Sinn für die basalen Bedürfnisse des Lebens haben und deren Wert schätzen. Es mag simpel scheinen, vor dem Hintergrund eines WEF mit all seinem hochwichtigen Brimborium, seinen Vorträgen und Diskussionsrunden, einen Fonduekurs zu besuchen, wo man sich weder profilieren noch networken kann. Aber es zeigte sich, dass die Gespräche in der Fondueküche genauso gehaltvoll waren wie an irgendeinem anderen WEF-Meeting.
Die Damen lauschten interessiert den Ausführungen über die Geheimnisse des Fonduekochens und machten sich Notizen. Während die Frauen im Fondue rührten, den Kirsch probierten und das Caquelon studierten, unterhielten sie sich über ihre Unternehmen, diskutierten die Veranstaltungen am WEF und sprachen von ihren Kindern. Und immer wieder über den Unterschied zwischen Männern und Frauen.
Eine Professorin erzählte von einem Entwicklungsprojekt in Afrika, das von einer Studie begleitet wurde. Dabei habe sich ergeben – und ich zitiere jetzt nur die genannte Professorin – dass Entwicklungsgelder, die in Mädchen «investiert» werden, einen nachhaltigeren Effekt hätten als Gelder, die Jungen zugute kommen.
Sensibilisiert von den Diskussionen hier im Mamablog erkundigte ich mich, wie das zu erklären sei. Weil Frauen Kinder kriegten und meistens weitergeben würden, was sie selber bekommen hätten. Gebildete Mütter würden also eher gebildete Kinder hervorbringen, Mädchen und Jungs, derweil die Jungs ihre Erziehung meist nicht an den Nachwuchs weitergeben, sondern anderswo investieren würden. Ein interessanter Gedanke, fand ich. Vor dem Hintergrund des WEF, an dem die Finanz- und Bankenkrise das Hauptthema ist, wird deutlich, dass damit auch Risiken einhergehen.
Vielleicht hat diese Studie recht, wenn man voraussetzt, dass eine sozialere Welt wünschenswert wäre, in der eben nicht nur der kurzfristige Gewinn, sondern auch dessen Nachhaltigkeit berücksichtigt wird. Vielleicht haben Frauen hier den Männern tatsächlich etwas voraus. Und vielleicht hätte auch so mancher Wirtschaftskapitän beim Fondueplausch Sinnvolleres gelernt als am WEF.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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“Kraft meines Amtes als Gesellschaftsreporterin ” Gesellschaftsreporterin_> zu ersetzen mit Sorority Twitter.
Die Teilnehmer des tote Hosen Klubs WEF als Gesellschaft zu bezeichnen, ist Blasphemie.
Episches Versagen.
jaja, Katharina, Eternity Inc. und andere, scho guet!
hmm…, also wenn sie es nicht erwähnt hätten, wäre mir das wort “intelligent” bei ihrem beitrag nicht in den sinn gekommen. ich glaube, ausser dem reichs-propagandaminister hat nie jemand aus diesem fast unlesbaren machwerk eines eingelochten, böhmischen gefreiten zitiert – und der musste es, weil’s sein job war. wie weit es karrieremässig führte, ist ja wohl auch hinlänglich bekannt. am schluss wurde er ge.. nein, verfeuert. auch wenn es ihnen möglicherweise nicht leicht fällt, denken sie das nächste mal doch noch einmal darüber nach, auf was sie sich beziehen.
@Auguste: Sie meinen wohl den Matthias, nicht mich….
hmm…, bei ihnen hatte ich noch nie den eindruck, dass es mit dem denken hapert.
So viele bittere Menschen hier. (Nicht in Davos, hier.)
Wenn sich Journalistinnen / Journalisten zu den Playern à la Wirtschaftsbosse zählen, dann gnade uns Gott!!!
Und JAAAAA!!!! Investiert in die Frauen! Das ist ja (anscheinend) nachhaltiger und somit mehr Wert als Investitionen in Männer!
@Michele: Sorry, aber das ganze was von Dir als WEF-Gesellschaftsreporterin zu mir durchdringt… no comment!
Schuster bleib bei deinen Leisten…
Chris von Rohr, danke Dir für Deinen Beitrag. Du bringst das alles in wenigen Zeilen auf den Punkt. Es ist nun mal so: Die Mama ist das Zentrum der Familie, verkörpert die Nestwärme, der Ort wo sich das Kind jederzeit zurückziehen kann und sich willkommen und aufgehoben fühlt. Seht Euch die Wölfin an, die Löwin, die Amsel oder die Gazelle: Es ist überall das gleiche Prinzip in der Natur. In dieser entscheidenden Lebensrolle hat Papa keine Chance, er ist höchstens der Notnagel. Ich hoffe, dass die heranwachsenden jungen Frauen das wieder checken. Für die Generation der 30 bis 50 jährigen ist der Zug wohl abgefahren. Denen ist lediglich zu wünschen, dass sie nicht enttäuscht sind, wenn ihre ach so interessante Lohnarbeit ihnen die erwartete Befriedigung nicht gebracht hat. Als Hausfrauen hätten sie es in der Hand gehabt, dank ihres erlernten Berufes freie und unabhängige Unternehmerinnen zu sein.
Was ich finde kommt heutzutage ebenfalls in Vergessenheit: Eltern sind für die Kinder Vorbilder, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht. Eltern sind dazu da, ihren Kindern die Welt zu zeigen, und sie zu führen in ihrer permanenten Entdeckungsreise. Es ist so eindeutig: Kinder machen ihren Eltern alles nach. Wenn am Sonntagmorgen Papi und Mami pennen bis 12 Uhr, dann werden es über kurz oder lang auch die Kinder tun. Wenn die Eltern jedoch etwas unternehmen, machen es auch die Kinder früher oder später. Das gleiche gilt bezüglich Ernährung, soziales Engagement (z.B. Vereinswesen), Anstand und Umgang mit anderen Menschen, etc.
Ich denke, es ist Zeit, dass unsere Gesellschaft nach dem monströsen Frauen-Selbstvewirklichungs-Hype der letzten Jahre zurückkehrt in rationalere Bahnen. Es gibt alte Wahrheiten und Grundsätze im menschlichen Dasein, die sich nicht negieren lassen. Dazu gehört, dass Kînder in ihren ersten Lebensjahren primär von der eigenen Mutter bzw. einer Ersatzperson liebevoll und unter grossem Zeiteinsatz betreut werden. Letzthin vernahm ich die Geschichte eines dreijährigen Mädchens, das gefragt wurde, was es sich zu Weihnachten wünsche. Sein grösster Wunsch sei, sagte das Mädchen, keinen weiteren Tag in die Kinderkrippe gehen zu müssen. Alles klar?
was hält ihr von der bill&melinda gates stiftung. da ist ja die melinda gates eine sehr treibende kraft. und es klingt alles so selbstlos, bescheiden, gross herzig. http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/leute/Die-ehrgeizigste-Frau-der-Welt/story/16583794
aber dann kommt doch ein widerspurch in mir hoch, wenn ich die entwicklungshilfe genauer anschaue. wie weit da durch gentechnik land von den bauern kaputt gemacht wird oder welcher pharmakonzern da profitiert und probiert? wer profitiert da wirklich? http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_&_Melinda_Gates_Foundation
hmm…, da nach juli nun mal august kommt…
zu frau gates: es macht im täglichen leben der familie gates wohl kaum einen unterschied, ober man 50 oder nur noch 20 milliarden dollar schwer ist und wenn man darüber hinaus den abstieg auf der forbes liste der reichsten mental verkrafen kann….,dann bleibt wohl unter dem strich tatsächlich ein sehr grosszügiger versuch, die welt ein bisschen zu verändern.
zu den profiteuren: alle zu nennen würden den rahmen des blogs sprengen, aber wenn sie sich monsanto und syngenta merken können und lustige pulswärmer besitzen, steht einer teilnahme am nächsten holunderblüten-umtrunk der örtlichen grün-träumenden-blauäugig-handelnden sektion nichts entgegen.
hmm…, die hitze des hochsommers scheint der syntax und rechtschreibung offensichtlich nicht gut zu bekommen – sorry.
dank an spätsommer auguste! zur zeit grad kein holunderblüten-umtrunk, aber wird saison gerecht zirka in 4 monaten geerntet. wegen mangelnder sommhitze zwiebelsirup angesetzt;) und pulswärmer angezogen. habe diverse reissorten im tiefkühlfach gelagert. man weiss ja nie-> gibt es nur noch einen reis und der ist dann auch von einem killerfungi befallen .. ja dann-> hol ich meine dirverse reissorten und geh damit an die börse. nein, sorry, eigentlich vom thema abgekommen …
Ich verstehe nicht, weshalb heute so viele Kommentare haerter mit der Autorin umgehen, als wenn sie sonst ueber seltsame biologische Erklaerungen von menschlichen Unarten blogt. Ist das ein genereller linker Unmut gegen das WEF?
Ich stimme mit Mira ueberein, dass man bei der Aussage der Professorin nicht Entwicklungslaender mit unserer Kultur vergleichen darf. In Afrika fuehrt bessere Erziehung der Frauen zu besserer Familienplanung und gesuenderen Kindern, auch zu weniger Kindern, das heisst, bessere Ernaehrung des einzelnen und eventuell bezahlbare Schulkosten. Ich habe das persoenlich erlebt, aber ich glaube auch, dass es zur Aussage der Professorin genug Studien gibt, die man zitieren koennte.
Was mich ein bisschen traurig machte, war das Verhaeltnis Maennlein zu Weiblein von 1 zu 7 an dem Fondue-Kurs. Fast gleichzeitig habe ich vom Fondue-Essen von Frau Leuthard gelesen, zu dem sie die Macher unserer Wirtschaft eingeladen hat. Ausser ihr scheint da noch eine einzige Frau (Diplomatin vom Seco) und sonst nur Maenner gewesen zu sein… also koennte man bei uns in der Schweiz vielleicht auch noch ein bisschen mehr in Frauen investieren, dass sie ab und zu in die Chefetage gelangen??
Und all diese ach so coolen Business Mamas haben allesamt Angestellte die zu ihren Babys schauen. KEINE dieser Frauen ist es gewohnt 24/7 zu ihren Kindern zu schauen. Ansonsten sie ihre Karriere gar nicht machen könnten.
Frau Michèle Binswanger , sie machen sich in ihrem Blog über all die Mütter lustig, die nicht das Prvileg haben, sich Angestellte zu leisten, sonder täglich 24h mit den Kindern verbringen. Aber ich habe lieber, wenn die Kinder von der eigenen Mutter oder Vater erzogen werden. Die Kinder werden es danken wenn sie erwachsen sind.
“Aber es zeigte sich, dass die Gespräche in der Fondueküche genauso gehaltvoll waren wie an irgendeinem anderen WEF-Meeting” Wie wollen sie denn wissen, Frau Binswanger, ob all die Gespräche am WEF gehaltvoll sind?
Wenn sie wollen, dürfen sie ruhig mal einen ganzen Tag an einem Meeting mit drei Buben 3 – 4,5 und 6 Jährig teilnehmen. Ohne Kinderbetreuerin versteht sich!
@Marco Lardi
Logisch, dass wer sich 24/7 den Kindern widmet, sich keine Angestellte leisten kann. Sie machen ja keine Erwerbsarbeit. Und abgesehen davon: was sollten denn diese Angestellten tun? Es braucht sie ja gar nicht, da Mama da ist!
Haben sie schon mal überlegt, dass es auch Frauen gibt, die einen Hausmann zu hause haben der auf die Kinder aufpasst? Sie sind zwar selten, aber ich denke grad in solchen Positionen sind solche Frauen am ehesten zu finden…
@marco lardi: Im Gegensatz zu all diesen ach so coolen Business Papas vielleicht? Ich bin vermutlich eine ach so coole Business Mama mit drei Töchtern – und siehe da, ohne Angestellte; ausser, Sie würden meinen Mann als meinen Angestellten bezeichnen, womit alle ach so coolen Business Papas ihre Frauen als ihre Angestellten bezeichen müssten. Oder wie Steinegger es ausdrückt: Als freie und unabhängige (!) Unternehmerinnen. Selten so viel Mist gelesen auf so wenigen Zeilen. Gebt dieses Blog den Mamas zurück! Klärt das Zeilpublikum und deren Interessen ab – oder dann: Gute Nacht – alles hat ein Ende. Es gab schon bessere Zeiten hier.
elena… ein mysteriöser Name und leider kein makabrer Zufall.
elena… ein mysteriöser Name und leider kein makabrer Zufall. Das ist Absicht und mit genauem Timing.
natürlich ist ihr mann nicht ihr angestellter, er ist einfach und billig ihr sklave,so sind leider die heutigen weicheier was früher mal richtige männer waren.
@Annymous und Lea: was soll das jetzt denn? Diese Elena schreibt schon länger hier, zwar selten, aber ihre Beiträge sind im Gegensatz zu Ihren jetzigen beiden Einzeilern gehaltvoll und spannend. Für Verschwörungstherien gibts unendlich viele Sites in den wilden www’s, hoffe Sie hatten eine erholsame Nacht… .
Habe selten einen grösseren Blödsinn gelesen. Da ist ja der BLICK noch besser…