
Melanie Winiger im Film «Love made easy», 2006. Die Schauspielerin mimt eine alleinerziehende Mutter und Stripperin.
Meine beste Freundin hat alles, was Frauen sich normalerweise so wünschen. Sie ist attraktiv. Sie hat ein Kind. Und sie ist single, wobei sie sich mit dem Kindesvater das Sorgerecht teilt. Drei Tage die Woche wohnt die Tochter bei ihr, zwei Tage beim Vater, die Wochenenden alternieren. Das lässt meiner Freundin viele Freiheiten. Perfekt, finde ich. Paradiesisch. Aber weil der Vertrag mit der Welt, gemeinhin Leben genannt, vornehmlich aus klein Gedrucktem besteht, hat meine Freundin auch ein Problem.
Nicht etwa, weil sie kurzsichtig wäre – denn dafür gibt es Brillen und auch Brillen stehen meiner wirklich bezaubernden Freundin ausgezeichnet – ganz im Gegenteil. Sie sieht fast schon zu klar, was ihre Situation betrifft. Aber lassen Sie mich kurz ausholen.
Abends treffen wir uns oft auf einen Tee. Dann sitzen wir in ihrer oder meiner Küche, und reden über unsere Arbeit, das Leben. Und weil die Männer meine Freundin mögen (die, wie erwähnt, rasend gut aussieht), und sie Männern auch nicht grundsätzlich abgeneigt ist, reden wir natürlich auch darüber.
Obschon jede Situation ihre Tücken hat, erscheint mir die ihrige nahezu ideal. Meine Freundin aber sieht klar genug, um Idealen zu misstrauen. Ihre Abenteuergeschichten bestehen zu einem grossen Teil aus Strategien zur Geheimhaltung selbiger. Wenn der Vorhang fällt, ich begeistert applaudiere und Zugabe verlange, schüttelt sie, statt sich zu verbeugen, oft wehmütig den Kopf und legt ihre wirklich hübsche Stirn in Sorgenfalten.
«Ach komm», sage ich dann jeweils. «Du kannst tun, was du willst, das geht niemanden etwas an.» Aber sie sagt: «Hast du eine Ahnung. Als Single-Mutter landest du so schneller in der Schlampen-Falle, als du das Wort denken kannst.»
Lange blieb mir ihr Problem schleierhaft, vielleicht, weil ich es immer nur aus dem Zuschauerraum betrachte. Denn wohl ist es immer noch so, dass sexuell aktive Frauen generell verdächtiger sind als Männer. Aber mit zunehmendem Alter und Selbstbewusstsein verliert dieses Problem an Schärfe. Und warum sollten Mütter mit anderen moralischen Ellen gemessen werden, als Frauen ohne Kinder? Und sowieso: Gilt das eigentlich auch für Väter?
Als ich dann jüngst mit meiner umwerfend schönen Freundin durchs Quartier spazierte, ging mir plötzlich auf, was sie meinte. Mütter von Schulkameraden unserer Kinder winkten uns auf der Strasse zu und plötzlich wurde mir klar, wo der Haken liegt. Als Single-Frau ohne Kinder bewegt man sich in dem sozialen Umfeld, das man frei wählt und man ist vornehmlich sich selbst gegenüber verpflichtet. Als Mutter überschneidet sich das soziale Umfeld notgedrungen mit dem des Kindes, dem man nichtsdestotrotz verpflichtet ist. Man wohnt gewissermassen im Dorf der Mutterschaft und unterliegt wohl oder übel seiner strengen Sozialkontrolle. Nun könnte einem das egal sein, wäre das Kind nicht auch betroffen.
Dennoch beklagt sich die Freundin nicht. Vielleicht gibt es einfach kein Paradies ohne Schlampenfalle. Aber wer würde es deswegen missen wollen?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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@ Jens
Was hat fremdgehen mit dem Sorgerecht zu tun?
Hallo Single Mutter !!!!
Ja – leider gibt einige von uns die in eine trügerische Falle gelaufen sind und nun allein dastehen. Aber, das soll uns ja nicht den Unternehmergeist rauben.
Ich finde es toll mit meinem Sohn unterwegs zu sein, etwas zu erleben und es würde irgendwie noch mehr Spass machen mit einer “Gleichgesinnten” mit Kind. Leider sind die Mütter die ich kenne, entweder zuhause “angebunden” oder finanziell nicht in der Lage etwas zu erleben.
Habe einen bald 3 jährigen Sohn und suche eigentlich Kontakte mit Single Müttern die flexibel sind und auch finanziell die Möglichkeit haben etwas zu unternehmen, z. Bsp. zu reisen. Dez./Jan für ein paar Wochen nach Mauritius oder Thailand (mit Kind) oder sonst irgendwelche Ideen?
Ich freue mich auf Deine Kontaktaufnahme!
Natalie
halloo Natalie…. wir sollten uns kennenlernen:-). hab ein sohn, er ist zweieinhalb, bin singel, und ich möcht nach thailand, gibt sicher noch mehr gemeinsamkeiten!!! liebe grüsse sulaya
Was wollt ihr denn in Thailand? Da hat es schon genug Single-Frauen mit mehreren Kindern… es braucht euch nicht auch noch. Bleibt doch zuhause, das schont das Portemonnaie der Zahlväter. Zudem ist Thailand zurzeit nicht gerade die ideale Feriendestination für Frau mit Kind… es wird scharf geschossen, auch auf Single-Frauen, die sich für ihre Rechte wehren.
@ Nathalie
Finde ich toll, dass es alleinerziehende Mütter gibt, die nicht jeden Fünfer umdrehen müssen. Wünsche Ihnen schöne Ferien
@ ENI
ja, was hat Fremdgehen mit Sorgerecht zu tun?
Was hat die Absicht “Etwas” in die Welt zu “setzen” mit Verantwortung zu tun? Mit Verantwortung gegenüber dem Kind als Eltern?
Das zur Entwicklung eines Kindes Mutter UND Vater notwendig sind! Ausser man mag die Bücher der Therapeuten mit Terminen füllen, weil die Kinder “Persönlichkeitsstörungen” haben. Zu direkt?
Heute werden zum Führen von Hunden vom Besitzer Nachweisstunden beim Trainer verlangt. Gut für den Hund! Ich plädiere dafür, dass vor dem “in die Welt setzen” eines Kindes ein solcher Kurs von den Eltern abverlangt werden sollte. Gut fürs Kind! Zu direkt?
@Natalie
Trügerische Falle.. Kann dies bitte näher erläutert werden?
@ Jens
Habe mich aus diesem Blog verabschiedet, aber bin Ihnen wohl noch eine Antwort schuldig.
Wie halten Sie es denn, wenn der Ehemann fremdgeht? Dass er dann zur Zwangsarbeit verurteilt wird um die gehörnte Familie 100% zu finanzieren als Strafe. Und dass er kein Besuchsrecht hat?
Oder ist Ihre Devise: Er darf und sie darf nicht.
@Eni
wenn dies helfen würde als abschreckendes Beispiel Schule zu machen, dann ja !
Dann bitte genau so im umgekehrten Sinn…!
Aber löst dies die Probleme um die gegenseitige Verantwortung?
Wissen Sie was mich am meisten betroffen gemacht hatte? Als mir eine Frau, ohne mit der Wimper zu zucken oder sich irgend einer Schuld bewusst gewesen zu sein sagte: “Ich lass mir mal >Eins< ansetzen, bezahlen muss er sowieso, ob er will oder nicht, oder meinst du ich will den ewig am Hals haben?"… Ein "bedauerlicher Einzelfall"?
Bekanntlich haben sich in dieser traurigen Angelegenheit in letzter Zeit Weiblein und Männlein absolut nicht mit Ruhm bekleckert!!
Nur sollten die eigenen Eitelkeiten beim Heranwachsen eines Kindes nicht zurückgestellt werden, oder passt diese "verstaubte" Ansicht nicht mehr ins heutige Bild des "Individualismus"? Man(n) und Frau könnte ja etwas verpassen, wenn nicht in erster Linie an sich selbst gedacht werden würde….
Zur Ergänzung:
Ich selbst durfte vor 10Jahren "NUR" Samenspender spielen.. ohne Kindergeldzahlung,ohne Umgangsrecht, ohne Nennung als Vater.. hochschwanger war Sie zu Ihren vorherigen Freund zurückgekehrt.. (Ihr wurde vorher 10 Jahre erzählt, der unerfüllte Kinderwunsch läge an Ihrer Unfruchtbarkeit), wenn ich lieb, nett und brav bin, bekomme ich 1mal im Jahr ein Foto zugesandt.
@ Jens
Was ich meineist, dass verantwortung gegenüber dem Kind nicht unbedingt mit Treue und Zusammenbleiben zu tun haben muss. Muss jetzt leider ein bisschen ausholen.
Eine gute freundin von mir ist sehr lebensfroh, immer muss was laufen nie kann sie stillsitzen. Sie war zusammen mit einem eifersüchtigen Mann der sie total kontrollieren wollte und alles vervbieten.
Ich war mal mit ihr 2 Stunden spazieren und in dieser Zeit hat er mindestens 25 mal angerufen. Ein ander mal holte sie mich vom Spitl ab. Natürlcih hatte sie im spital das Mobile aus und in den 15 minuten waren bereits 5 oder 6 Anrufe angezeigt, auf der knapp 30 Minütigen Heimfah^rt waren es dann noch mal ca 7 anrufe. Zuhause habe ich sie dann noch zu kaffee eingeladen wo sie dann nach 15 Minuten resigniert aufgag und nach hause ging, es waren 5 Anrufe.
Ständig hat er ihr unterstellt fremd zu gehen und es kam wie es kommen musste. Sie brach aus ihrem Käfig aus. Sie erzählte mir, dass sie sich verliebt habe, aber dass sie dem Sohn zuliebe die Familie erhalten wolle. Irgendwie stellte sie sich dann beim Fremdgehen so blöd an( treffen im Wohnort), dass er es rausfinden musste. Es gab einen Knall, es wurde getrennt. der Sohn lebt heute Wochenweise abwechselnd bei vater und Mutter und es geht im sehr gut. Die Eltern miteinander hetzen nicht über das kind und besuchen zusammen Elternabende usw und beide leben in guten Partnerschaften.
Eine gute bekannte von mir lebt in “intakter” Familie. Will heissen: Der Ehemann lebt über die Verhältnisse, sie hat eine 50% Arbeit und trägt 6 mal wöchentlich um 5 Uhr früh Zeitungen aus und schmeisst den 5- Personen- haushalt alleine. Wenn sie dann um 7 Uhr vom Zeitungsaustragen nach hause kommt, macht er ihr dann schon maldie Hölle heiss, dass sie fremdgeganen ist.
Der 11 Jährige hat massives Uebergewicht, leidet an verstopfung und benötigt regelmässig einläufe, wenn er vor Bauchschmerzen fast “verreckt”. Der 9 Jährige macht jede Nacht in die Hose ( trägt Windeln) und beginnt zu schreien wenn der vater am Abend für Ausgang das Haus verlässt, da er immer wieder droht, die familie zu verlassen und nach Italien abhaut zu Mama. Der 4 Jährige hat ebenfalls schon Uebergewicht und braucht Einläufe. Die Mutte ist schon mehrmals zusammen gebrochen und leidet an nervösen Muskelzuckungen. Sie trennt sich nicht, weil sie gefangen ist in einer Pseudomoral. Das einzige was ich für sie tun kann, ist für sie da sein.
Ich kann Ihnen versichern dass sie absolut nicht fremdgeht, da sie Sex als eklig empfindet.
Jetzt frage ich Sie , wo die verantwortun gegenüber dem Kind wahrgenommen wird: bei der geschiedenen oder in der “intakten” Familie.
Ich weiss, dass diese Beispiele sehr krass sind, aber deswegen nicht weniger wahr und absolut traurig.
Das was die Mutter von Ihrem Kind mit Ihnen macht, ist absolut unter jeder Sau. Ich kann Ihnen nur raten: beenden Sie Ihr Schweigen, es macht Sie kapputt!
Ich habe selber eine schlimme Ehe hinter mir und würde NIEMALS den Kindern ihren Vater vorenthalten, NIEMALS!!!!
Ich, Mutter eines Kindes habe auch viele Freundinnen, die alleinerziehend sind. Meistens ist die Situation aufgrund der Unverlässligkeit oder starker Eifersucht der Partner entstanden.
Die Netzwerke die dann nach der Trennung enstehen, sind sehr intensiv, weil man einfach Leute braucht auf die man sich verlassen kann. Was Frau jedoch in ihrer Freizeit als Fau macht, ist ihr überlassen. Wichtig ist nur dass bei oberflächlichen Beziehungen die Kinder außen vor bleiben.