
Mit der Elternzeit lässt sich Politik machen – aber keine neuen Väter: Cem Özdemir, der Parteivorsitzende der deutschen Grünen, nimmt einen Strampler öffentlich entgegen. Das ist gut fürs Image.
Der Artikel «Vater Morgana», in dem das «Zeit-Magazin» Fazit zieht über die ersten Erfahrungen mit der Elternzeit, erschien am 30. 12., am zweitletzten Tag des Jahres 2009 also, und das ist durchaus programmatisch zu verstehen: Denn die neuen Väter waren die Stars der letzten Saison. In der Schweiz, in Amerika, vorab aber in Deutschland, wo Ministerin von der Leyen die modernen Papas seit zwei Jahren in den Wickeldienst befördert. Überall konnte man sie antreffen, die neuen Papas, die trösten, Brei kochen und sich kümmern. Auf den Strassen, auf den Spielplätzen, vor allem aber in den Medien. Auch zwischen Buchdeckeln verkauften sich die Wickelfront-Papas bestens. Ja sogar in der Politik hat man entdeckt, dass mit dem Papa-Image gepunktet werden kann, wie der Parteichef der deutschen Grünen Cem Özdemir beweist, der über seine Elternzeit («ich will das ernsthaft machen») öffentlich Fazit zieht: «Es war eine spannende Zeit, die ich nicht missen möchte». Schön, das glauben wir ihm gerne. Schade nur, dass die «spannende Zeit» bereits nach 6 Wochen wieder vorüber war. Und Vater Özdemir längst wieder in seinen «Politik ist ein Fulltime-Job» verschwunden ist. Wie 90 Prozent der neuen Väter in Deutschland. Da wird man irgendwie den Verdacht nicht los, dass Spannung für Väter ein Verfallsdatum von ein paar Wochen hat, und es danach mit Kindern vorab eines ist: anstrengend.

Ein Hoffnungsträger auch im Geschlechter-Match? Neo-Papa Roger Federer mit Familie.
Doch Polemik beiseite. Das Fazit, welches Jana Hensel im «Zeit-Magazin» über die ersten zwei Jahre Elternzeit zieht, ist zappenduster. Und muss uns trotzdem interessieren, denn ein Vaterschaftsurlaub hat man doch hierzulande auch schon diskutiert, um im trauten Heim die Ordnung der Geschlechter etwas zu verändern: «Die Elternzeit-Utopie ist abgestürzt wie eine Aktie, die an der Börse zu hoch gehandelt wurde. Die ehemalige Familienministerin und jetzige Arbeitsministerin Urula von der Leyen hat sich verspekuliert.» Denn: Rund 60 Prozent der Väter blieben bloss zwei Monate zu Hause, die Mindestzeit also, um das volle Elterngeld zu kassieren, und gern parallel zu ihren Partnerinnen. 90 Prozent kehrten danach zu 100 Prozent in ihren Job zurück. Vor der Elternzeit ist nach der Elternzeit: Papa bringt das Geld nach Hause und Mama verdient zu und kümmert sich um den Nachwuchs.
Zwar hätten die Väter durchaus einen grossen Schritt gemacht, analysiert Hensel, sie seien nämlich von abwesenden Vätern zu symbolisch anwesenden Vätern geworden, die wissen wo das Waschpulver steht und der Putzlappen. Die sogar mit anpacken, wenn es der Job zulässt. Zweimal pro Woche vielleicht, abends nach Büroschluss. Immerhin. Doch genügt das?
Natürlich ist die Realität des «Superernährers» nicht ein 8-to-5-Honiglecken. Natürlich gibt es gesellschaftliche Zwänge (ungleiche Löhne, Frauen in schlecht bezahlten weiblichen Branchen etc. etc. ) Natürlich tragen Frauen auch zur Traditionalisierung der Geschlechterverhältnisse bei, in dem sie lieber 40 Prozent arbeiten, und die ernsthafte Verantwortung für das Familieneinkommen an den Liebsten delegieren. Indem sie sich noch immer in den Haupternährer verlieben und nur einen Mann mit Status heiraten wollen. Das haben wir alles in diesem Blog schon diskutiert.
Trotzdem: Der Entwurf vom neuen Vater sah anders aus.
Und ja, mit ihrer Schlussbemerkung hat die Autorin recht: Auch in meinem Bekanntenkreis zerbrechen viele Beziehungen, weil die Kluft zwischen erträumter und wirklicher Realität sich allzu stark öffnete. Auch in meinem Bekanntenkreis werden viele Väter erst nach der Trennung oder Scheidung zu wirklich neuen Vätern. Zu Papas, die in der Krippe oder Schule auftauchen, um die Kinder abzuholen, ihnen zu Hause das Abendessen zu kochen, ihre Wäsche zu waschen und sie ins Bett zu bringen. Regelmässig. Jahrein, jahraus. Auch in meinem Bekanntenkreis bringen viele Mütter erst nach der Trennung ein Einkommen nach Hause und nicht bloss ein Zuverdienst. Nach der Trennung gibt es manchmal so etwas wie Gleichberechtigung der Geschlechter und Mann und Frau bringen die gleichen Opfer für die Kinder: In Sachen Lohn, Beförderungen, Freizeit.
Entsteht Gleichberechtigung in der Familie nur durch finanzielle Not und richterlichen Zwang? Sind wir gesellschaftspolitisch gesehen mit dem Latein am Ende, jetzt wo sich der Vaterschaftsurlaub bloss als kurzer Urlaub vom traditionellen Modell herausstellt? Oder wollen am Ende beide Geschlechter sich gar nicht aus den angestammten Mutter- und Vaterrollen verabschieden?
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Das Federer-Experiment
Die abgetakelten Superernährer
Feminisierte Väter


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@kathrin 19. Januar 2010 um 16:01
Habe ganz vergessen, auf Deinen ersten Teil zu antworten.
Schön, wenn das bei Dir funktioniert – bin etwas neidisch.
Ich lebe im Modell “beide arbeiten” – und unsere Wohnung ist knapp soso lala, manchmal nicht mal das.
Und damit keine Missverständnisse aufkommen: sie sieht den Staub weniger gut als ich, dh. ich nehme den Staubsauger eher in die Hand als sie.
Habe jetzt einen Staubsauger-Roboter gekauft, bin guter Hoffnung.
Zur Aussage: Beziehungen zerbrechen “weil die Kluft zwischen erträumter und wirklicher Realität sich allzu stark öffnete. Auch in meinem Bekanntenkreis werden viele Väter erst nach der Trennung oder Scheidung zu wirklich neuen Vätern” kann mit einem gegen-Beispiel aus eigener Erfahrung widerlegen.
Ich habe meiner Ehe beendet, weil meine Exfrau nach der Babypause nicht mehr mit der Arbeitswelt auseinander setzen möchte, und einen Vater der neben sein gut bezahlten Teilzeitjob kocht, putzt, badet, wickelt Gutenachtgeschichten vorliest, das Kind in die Krippe nimmt und auf dem Spielplatz mit ihm austobt nicht ertragen könnte.
Ich habe den Tuch noch nicht geworfen und werde ich es auch nicht machen, werde aber in die Zahlvaterrolle gedrängt und zwar von Richterinnen, die „keinen Bezug mehr zu unseren Welt haben“ oder böse unterstellt „eine Racheakt gegen den männlichen Geschlecht ausüben“.
Ich stelle folgende einfache Frage an die Frauen: Seid ihr wirklich bereit solche Väter zu sehen? Oder fühlen sich die Mehrheit neben solche Väter überflüssig?
@alle: Kurz was zu Lohnungleichheit:
Ich arbeite in einer grossen Firma die mich trotz 2 1/2 Jahren Auszeit von dem Beruf angestellt hat. Ebenso einen weiteren Arbeitskollegen. Ich hab BMS, er nicht. Er hat trotzdem ca 300.- mehr monatlich. Soll ich jetzt weinen und auf die Barrikaden gehen weil ich eine Frau bin? Oh wartet, ich bin ein Mann.
Meine Güte.
Zur Aussage: Beziehungen zerbrechen „weil die Kluft zwischen erträumter und wirklicher Realität sich allzu stark öffnete. Auch in meinem Bekanntenkreis werden viele Väter erst nach der Trennung oder Scheidung zu wirklich neuen Vätern“ kann ich aus mein eigener Erfahrung widerlegen. Ich habe meiner Ehe beendet weil meine Exfrau nach der Babypause nicht mehr mit der Arbeitswelt auseinander setzen möchte, und einen Vater der neben sein gut bezahlten Teilzeitjob kocht, putzt, badet, wickelt Gutenachtgeschichten vorliest, das Kind in die Krippe nimmt und auf mit ihm auf dem Spielplatz austobt,. nicht ertragen könnte. Ich habe den Tuch noch nicht geworfen und werde ich auch nicht machen, wird aber in die Zahlvaterrolle gedrängt und zwar von Richterinnen, die „keinen Bezug mehr zu unseren Welt haben“ oder böse unterstellt „eine Racheakt gegen den männlichen Geschlecht ausüben“.
Ich stelle folgende einfache Frage an die Frauen: Seid ihr bereit solche Väter öfter zu sehen? Oder fühlt sich die Mehrheit von euch wahrscheinlich neben solche Väter überflüssig?
@Nicole Althaus. Erst spät, sorry. Zu Ihrem Beispiel aus den USA. es stimmt, dass z. Z. mehr Männer die Stelle verlieren, als Frauen- das lässt sich praktisch in sämtlichen Industrienationen beobachten. Allerdings handelt es sich hier um eine ganz neue Entwicklung- in den letzten 40 jahren war es in der Regel nämlich genau umgekehrt: Frauen waren immer stärker von Arbeitslosigkeit betroffen, als Männer. In der aktuellen entwicklung eine Trendwende zu sehen, wie das Männerkreise tun, halte ich für einigermassen gewagt. Das ist wie bei einer Aktie, die plötzlich einknickt- Trendumkehr? Andrerseits sind Frauen mittlerweile ganz anders in die Berufswelt integriert, als noch vor 50 Jahren- ergo werden sie in Zukunft auch stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen sein.
Ich bin da mal gespannt. unumkehrbar dürfte allerdings die fortschreitende Fragmenatrisierung der Arbeitswelt richtung atypischer Beschäftigungsverhältnisse sein- und dieses Problem dürfte uns noch eine ganze Weile lang beschäftigen.
Wie Henri schreibt: 150 Stellenprozent werden in absehbarer Zeit nicht mehr ausreichen, eine Familie zu ernähren.
@Marcel: Am Ende ist es wie bei der Abfalltrennung: Freiwillig taten es ein paar wenige, en masse wurde es erst praktiziert, als die Abfallsäcke gebührenpflichtig wurden. Insofern ja: dass wohl bald einmal 150 Prozent nicht mehr reichen werden, um eine Familie zu ernähren, wird das Verhalten der Geschlechter schneller und stärker ändern, als es der Feminismus in den letzten 40 Jahren gemacht hat. Ich sehe in Amerika nicht eine bewusste Trendwende sondern eine Strukturbereinigung (männliche Sektoren, die stärker krisengebeutelt sind), die momentan doch etliche Haushalte zwingen, das Ernährermodell zu kippen. Zumindest kurzfristig. Ob das – wie nach dem 2. Weltkrieg – mir nichts dir nichts wieder verschwindet, bleibt abzuwarten.
@Tarek: Oder fühlt sich die Mehrheit der Frauen neben neuen Vätern überflüssig? —gute Frage: Die Mehrheit? Bin ich mir nicht sicher. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung: Mit Konkurrenz auch im eigenen Haushalt muss man tatsächlich umgehen lernen. Am schwierigsten ist allerdings das Umdenken in Sachen Einkommen: Ich kann den Job nicht schmeissen, wenn er mich grad nicht mehr so dolle ausfüllt, weil die Familie das Einkommen braucht. DAS müssen wir Frauen lernen!
@Frau Althaus
Ihre Zuversicht über die Formbarkeit des Menschen der grossen Göttin ins Geschlecht!
Warum wohl ist die Metapher “Männer, die Abfalltrennen” bei schreibenden Frauen (Sybille Berg und Beatrice Schlag) ein Synonym für “Adiletten” und “Birkenstock”: unsexy.
Warum wird in der Betriebswirtschaft immer weiter rationalisiert und in der Hauswirtschaft geht man von einem Modell aus, das keinen CEO mehr kennt, und eine Rotation zwischen Personalbüro, Kantine, Portierloge verlangt?
Ich kann verstehen, wenn Sie hier die Vorgabe haben dem Tamedia-Mainstream entlang scheiben zu müssen (Noch zwei Generationen und dann ist der neugegenderte Mensch da), das machen Sie ja ganz toll, nur würde ich mich überlegen ob Ihre “Marke” unter dieser Arbeit als “Pufmutter” die den “Gender-Cancan” tanzt nicht längerfristig leidet.
@ Girardet: Was für ein Problem haben Sie eigentlich mit der Tamedia? Hausverbot?
@Althaus
“Hausverbot” wäre ein grosses Wort. Ich bin ja nicht der Meienberg, der diesen Status länger als ein Jahrzehnt hatte. Aber der Ressortleiter, den ich in der Kolumne zitiere ist tatsächlich ein Tag-Mitarbeiter: “Herr Girardet, ich möchte Sie davor bewahren, dass diese These unter ihrem Namen gedruckt wird”. Für das unzensierte Schreiben im Mamablog küsse ich Ihre Fingerspitzen, Frau Althaus! Ich hoffe Sie haben bei der Tamedia keine Probleme deswegen.
Ich sehe nur eins, in meinem Umfeld ist der neue Mann geboren, falls Jobmässig möglich. D.h. beide zusammen arbeiten 150-170%, so 1 Tag Frau zuhause, 1 Tag Mann, Rest Krippe. Nur eine Familie hat bewusst das traditionelle Modell gewählt, aber auch er machte am Abend und am Wochenende den Haushalt. bei den Ansichten einiger Männer hier drin wird mir übel. Ihr wollt keine Ehefrau zuhause, ihr wollt eine Putzfrau. Drecksarbeiten wie putzen wird geteilt und Kinder wollen auch einen Vater. Und wer dafür keine Zeit hat, d.h. meist Managementposition, der kann seiner Frau wenigstens eine Putzfrau bezahlen und sie nicht als Hausklavin betrachten.
“…sie nicht als Hausklavin betrachten” ausser es geht da um ein Rollenspiel.
Mmh…ich betrachte meine Frau nicht als “Sklavin” und insbesondere Hausarbeit auch nicht als “Drecksarbeit”. Ich bin aber der Meinung, dass es in 3 “Arbeitstagen” möglich sein sollte, die “normalen” Haushaltsarbeiten zu erledigen (1x wöchentlich Böden reinigen und Abstauben, Waschen&Bügeln, Einkaufen & an den 3 Tagen Kochen) auch neben der gleichzeitigen Betreuung von zwei dem Babyalter entwachsenen Kindern. Es kann meines Erachtens nicht sein, dass die “Hausfrau” ihre Zeit unter der Woche zwischen Muki-Turnen, Kinder-Bespassung und Kaffeekränzchen aufteilt um dann Abends und am Wochenende vom Göttergatten Hilfe bei der Hausarbeit zu beanspruchen und sich zu beschweren, wenn dieser auch einmal seine Sozialen Kontakte pflegen will. Bei weitem nicht bei jedem stimmen nämlich Freundeskreis und Arbeits”Kollegen” überein.
Die wirklichen “Drecksarbeiten” (bspw. Abflüsse entstopfen/bzw. reinigen, Toiletten & Sanitärbereiche, Garten & allg. handwerkliches) mache bei uns zudem ich und wahrscheinlich auch in vielen anderen “arbeitsteiligen” Beziehungen eher die Männer (zugegeben vielleicht nicht immer in der Häufigkeit, in der es meine Frau gern sähe). An den Wochenenden bin meist ich für die Mahlzeiten zuständig und die Kinderbetreuung teilen wir uns.
Wo ich mich bewusst zurück halte, ist in der “Organisation”. D.h. zum Beispiel, wenn wir als Familie einen Ausflug machen, verlasse ich mich auf meine Frau was das Packen angeht und um an all die Kleinigkeiten von der Sonnencreme bis zum Plaster zu denken. Frauen können das einfach besser und ich bin der Meinung, es ist gerade dabei wichtig, das einer den “Gesamtüberblick” hat.
Eine Formulierung hat mich schon im ZEIT-Artikel masslos aufgeregt, und hier wurde sie übernommen: Dass Familienväter, die die klassische Rolle übernehmen und voll arbeiten, pauschal als “symbolische Väter” bezeichnet werden. Das ist beleidigend.
Welche Rolle der Vater für die Kinder spielt, wie viel Einfluss er auf die Kinder hat, wie wichtig er für sie ist, das alles hat nur mässig mit der Anzahl der Stunden zu tun, die er mit ihnen verbringt. Ein Vater, der voll arbeitet, kann sich abends faul vor dem Fernseher oder im Internet lümmeln und die Kinder links liegen lassen, oder er kann abends oder an den Wochenenden die freie Zeit ganz besonders den Kindern widmen, und diese Zeit so im Erleben der Kinder zu etwas Besonderem machen, was sie nachhaltig beeinflusst. Und dazwischen gibt es natürlich alle möglichen Varianten. Aber nur weil ein Vater die “Ernährerrolle” übernimmt (was, wie zumindest eingestanden wird, auch kein Zuckerschlecken ist, und der Druck, lieber einen gut bezahlten Job zu behalten als voll und ganz sich selbst zu verwirklichen und Risiken einzugehen, weil andere davon abhängig sind, auch nicht zu unterschätzen ist), heisst es noch lange nicht, dass er plötzlich nur noch symbolhaft Teil der Familie ist. Das ist einfach unfair und herabsetzend. Eine Mutter, deren Kinder ganztags in eine Krippe gehen, ist deshalb ja auch keine symbolische Mutter.
Beispiel: Matthias Vogelsanger „Und Emanzipation bedeutet nicht, dass Papi jetzt plötzlich für die Mami den Abwasch machen soll. Es ist Zeit sich von solchem Humbug zu emanzipieren.“ Danebensitzen und zusehen ist ganz einfach schlechte Erziehung.
Mit der Rollenteilung haben anscheinend die Skandinavier kein Problem und auch in Deutschland gibt es einen Elternurlaub. Warum wir das nicht auf die Reihe kriegen ist mir unbegreiflich. Und eben wie bereits vorher geschrieben, in meinem Umfeld ist die Gleichberechtigung verwirklicht. Auch der Fall Sie 100% er 50% existiert. Das bedeutet halt ein Umdenken vom Mann, aber auch von der Frau. Das Rollenverständnis ist bei beiden Geschlechtern recht tief eingraviert. Kinder erziehen gilt immer noch als unmännlich. Und auch die Frau muss loslassen können, denn biologisch gesehen braucht das Baby sie nur während der Stillzeit. Aber langsam ändern sich die Verhaltensweisen. Wir sind wie immer nur langsamer als andere.
Betreffend Chancengleichheit zwei Geschichten: Zwei Personen mit identischen Voraussetzungen, ein winziger Unterschied das Geschlecht, bewerben sich um eine Stelle. Er wird zu Gespräch eingeladen. Sie erhält eine Standardabsage. Soviel zur Chancengleichheit. Natürlich waren seine Mittbewerber alle Männer und alle Angestellt dort ebenfalls.
Zwei mir bekannte Unternehmen in der gleichen Branche haben angestellt: Das eine Geschäft nur Männer ausser der Sekretärin, das hat ein andere 50:50 Geschlechtsverhältnis inklusive Frauen in leitenden Positionen.
Träumt nur weiter von Chancengleichheit! Ich hätte noch mehr so Beispiele.
Nachtrag: Zum Glück gibt es Krippen (zwar nicht genug, aber das ist ein anderes Thema). So viel Aufmerksamkeit haben Kinder noch nie erhalten wie in den letzten Jahrzehnten. Aber besser erzogen sind sie deswegen nicht. Kinder lernen und entwickeln auch in der Gruppe, ich behaupte sogar besser, weil spielend mit Gleichaltrigen.
Als Amerika-Schweizerin moechte ich Folgendes sagen: Als die Schweizerinnen, alle meine Studiengenossinen in CH, immer noch schoen zuhause blieben, habe ich mein ganzes Leben gearbeitet, nicht nur zum Plausch, sondern weil es notwendig war. Alle meine CH-Freundinnen blieben schoen daheim, waehrenddem ich mit zwei Kindern und relativ grossem Haus immer berufstaetig war. Oefters war ich neidisch auf meine Schweizer-Genossinen. Spaeter konnten sie auch noch genau soviel AHV einziehen wie ich, nachdem ich DOPPELT IN DIE AHV einzahlen durfte, da ich mein eigenes Geschaeft hatte. Zusaetzlich musste ich noch fuer das Recht kaempfen, dass meine Kinder Schweizerbuerger werden durften, da ich als SchweizerIN das Recht nicht hatte, mein Buergerrecht an meine Kinder weiterzugeben. Ich koennte ein Buch schreiben ueber die Schweizer. Aber heute kann ich nur noch beten fuer die Schweiz.
@dickey-schmid
sie wurden natürlich in ihre situation gedrängt, mein beileid und danke für den abfall im garten, den können sie natürlich nicht auch selber entsorgen