
Auch als Eltern möchte man sich gegenseitig begehren können, wie dieses Paar auf einem Bild von Brassaï
Mein Jahr begann mit einem Weckruf. Er erscholl in Form eines jämmerlichen Schluchzens aus dem Kinderzimmer. Dort sass meine Tochter auf dem Bett und fasste sich ans Herz, wo sie ein Stechen verspürt und aus dem Schlaf gerissen hatte. Und weil sie die Geschichte meines Vaters kennt, der auf einer Reise in Indien an einem Herzfehler gestorben ist, glaubte sie sich nun ebenfalls dem Ende nahe. Nach einer Weile beruhigte sich zwar ihr Herz, nur um einer Attacke von Hypochondrie Platz zu machen. Ängstlich lauscht sie seither auf potenzielle Krankheitssymptome, vermutet hinter jedem Grollen in der Bauchgegend einen Brechdurchfall und pflastert sich mit Verbänden zu, sobald sie irgendwo im Körper ein Zwicken verspürt.
Es war dann zum Glück nichts. Abgesehen von meinem schlechten Gewissen, das mich mit Haut und Haaren als Katerfrühstück zum Neujahr verspeiste. Um meinen guten Ruf zu schonen, kann ich Ihnen jetzt leider nicht den genauen Verlauf meines Silvesterabends erörtern, der sehr, sehr spät wurde. Sagen wir einfach, es war ein Tanz auf dem Vulkan, aufregend und vielfältig und entsprach kaum der konventionellen Art für Eltern, das neue Jahr begrüssen.
Schon während der Festtage hatte ich im kontemplativen Rückblick auf das Jahr Bilanz gezogen und musste dabei feststellen, dass mein Mann und ich uns dieses Jahr so ziemlich um die Ohren gehauen haben. Im Jahr 2009 haben wir unsere Beziehung neu zusammengesetzt, wie mein Sohn den Lego-Drachen, den er seit Weihnachten zu immer neuen Monstern und Robotern umbaut. Dergestalt, um den Vintage-Ausdruck wieder mal in Umlauf zu bringen, dass kein Stein auf dem andern bleibt. Für uns ist das schön. Andere Paare trennen sich. Meine Tochter aber kann der erstarkten Bande zwischen uns nicht viel Positives abgewinnen. Für sie scheint es eine Bedrohung zu sein, und es macht ihr Angst.
Fürwahr, eine Partnerschaft und eine Familie auf die Reihe zu kriegen, ist schwer genug. Und ich verstehe, dass Kinder, deren Eltern an einer Scheidung herummachen, sich verunsichert fühlen. Nie aber hätte ich mir träumen lassen, dass das Gegenteil eine ähnliche Wirkung haben könnte. Aber Kinder mögen es nunmal nicht, wenn Eltern auf dem Vulkan tanzen. Auf der andern Seite sollte eine Paarbeziehung meines Erachtens lebendig bleiben und deshalb verändert sie sich notwendigerweise. Aber die Frage bleibt: Was ist gut und was ist richtig? Bleibt einem als Paar mit Kindern, sofern man Probleme vermeiden möchte, nur betonharte Stabilität und somit eine Beziehung, die sozusagen im Koma liegt? Sind Eltern ihren Kindern zuliebe dazu verpflichtet? Oder sollen die Kinder halt einfach zurückstecken, damit die Eltern eine lebendige Beziehung leben und geniessen können?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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naja, wenn sie nicht möchten, dass sich jemand in eine diskussion einmischt, so ist ein blog vielleicht nicht ganz der richtige ort um diese zu führen, oder?
und wenn’s ums “ganz grosse kino” geht, umso schlimmer: wenn ihr mann das so hinnimmt, dass er quasi zweite geige spielen darf und v.a. für den alltag zuständig ist, so haben sie ihm die eier ziemlich gründlich abgeschnitten.
@Lina: danke für die Antwort! 10 Jahre klingt gut, bei mir sinds bald 19, dann kann ich also mitreden;-) Die Treue mit Vergnügen betreiben… herausfordernder Gedanke. Bin ich treu weils mir Vergnügen bereitet, und gibt mir dieses Gefühl genug Kraft “den Versuchungen zu widerstehen”? Oder bin ich treu weil ich mich dazu entschieden habe, immer wieder neu dazu entscheide? Wirkt sich mein “ausserpartnerschaftliches Glück” wirklich langfristig aufbauend/stärkend auf meine Familie aus? Wirkt es sich im “Antwort ist Ja-Fall” nur negativ aus, weil ich das Ganze halt mit der falschen Haltung angehe, mir die Monogamie habe einreden lassen, an den momentan gesellschaftlichen Vorgaben Reibungskraft verliere weil ich das nicht offen (”logistikarm”) leben kann? Und dann zu guter Letzt noch Schuldgefühle bekomme?
Wie kann ich feststellen, ob ich alles mir mögliche unternommen habe inklusive Wüstenzeiten durchhalten, und trotz den besten Zutaten (Schokobsp) nicht zum Erfolg komme? Und die “Auslagerung” somit also nichts als legitim wäre?
Die zärtlichen Gefühle sind sicher auch ein Geschenk des Himmels, sie lassen sich nicht auf Knopfdruck produzieren. Aber sind meine Gedanken in dem ganzen Prozess (ich meine jetzt ausschliesslich langjährige Beziehung) wirklich so ganz unbeteiligt, haben keinen Einfluss auf meinen Gefühlskurs?
Haben Sie Beispiele von alten Kulturen mit sehr offenen Vorstellungen, die wirklich über Jahrhunderte hinweg gut funktioniert haben? Mir scheint dass es mit dem offenen Modell mehr Verlierer gibt (aber das ist, zugegeben, natürlich auch mein Wunschdenken, vielleicht wär die Menschheit wirklich glücklicher damit?…)
Bei mir (werde dieses Jahr 40, ein gefährliches Alter, oder?) sinds 18 Jahre, Frau Steiner, 18 Jahre, während denen ich vollkommen treu war – ich habe mir jeden abweichenden Gedanken stets sofort verboten und mich “Gefahren” – ich hatte einige Verehrer – nicht ausgesetzt, behielt mich “im Griff”. Da ich ein sehr disziplinierter Mensch bin (habe lange Leistungssport betrieben), war mir das möglich. Ausserdem: Ich liebe meinen Mann und unsere vier Kinder von Herzen. Die Familie ist für mich das höchste Gut. Also nix von Selbstverwirklichungs-Tussi oder “Verliebtheis-Junkie”, wie Gargamel meint.
Und, ja, wir haben alles getan. Nach einer Krise, wie sie Frau Binswanger beschreibt, haben wir auch (nach zahlreichen Gesprächen, Therapie, Tantra etc.) einen zweiten Frühling erlebt (in jeder Hinsicht), Aufbruchstimmung, Hoffnung, alles. Wunderbar. Um dann wieder die alte, gute, tragfähige und tiefe Freundschaft miteinander zu pflegen. Für meinen Mann reicht das, für mich nicht. Ich habe mich im letzten Jahr heftigst verliebt, es auch sofort gebeichtet und angeboten, die Beziehung zu beenden, falls mein Mann darunter zu stark leidet. Er war/ist dagegen, findet, ich müsse das leben. Ich bin sehr dankbar.
Aufmerksamer gehe ich jetzt durchs Leben, nehme mir noch viel mehr Zeit für die Anliegen meines Mannes, den ich mehr schätze denn je, und für die Anliegen meiner Kinder. Mit mir ist jetzt gut Kirschen essen, ich bin gelöst und locker, konnte meine Pflichtethik etwas anreichern, wie Sie gelesen haben…
Propagiere dieses Modell nicht für alle, um Gottes Willen!, und verstehe sogar Kopfschütteln – habe es selber lange praktiziert, aus Selbstschutz und weil ich wusste, dass ich verführbar bin.
@Lina
Um auf die Ursprungsfrage zurück zu kommen: Wie reagieren denn Ihre Kinder auf die veränderte Situation? Vermittelt die Dreiecksbeziehung (oder vielmehr Schenkelbeziehung) den Kindern nun mehr Sicherheit als vorher oder löst das Ungewohnte Verunsicherung aus?
Unter uns: Ich würde gerne in 10 Jahren die Fortsetzung Ihrer Geschichte lesen. DAS fände ich dann wirklich interessant. Das Heute kann man sich ja irgendwie vorstellen, bloss wohin das führt, wie die Paarbeziehung Übergänge übersteht, das ist fraglich. Für mich riecht das sehr nach heraus gezögerter Trennung in aller Freundschaft bis zu dem Zeitpunkt, an dem alle Kinder ausgeflogen sind und die gemeinsame Aufgabe erfüllt. In dem Sinn weder neu und noch besonders aufregend, obwohl ich da wohl getrennte Haushalte in nachbarschaftlicher Nähe vorziehen würde. Ich würde mich aber gern in 10 Jahren eines Besseren belehren lassen.
ich, ich , ich, ich
und damals beim heiraten oder kinder zeugen WIR…….denn ICH alleine konnte nicht, nun aber schon
@Lina: danke für die Ehrlichkeit. Was Sie beschreiben liegt ziemlich ausserhalb meiner Vorstellungen
von “gut und böse” (aber das wird Sie nicht überraschen!)
Ich denke, Sie haben da wirklich im Garten gearbeitet…, und es tut mir echt leid dass kein Zustand,
der für beide reichen würde, gehalten werden konnte.
Die Reaktion Ihres Mannes macht mich ein bisschen nachdenklich, ist es für ihn möglicherweise der einfachere Weg? Er kann das, was Ihnen fehlt, “bequem” an einen zweiten Mann abdelegieren und kommt um die eigenen (vielleicht anstrengenden)Veränderungen herum? Jedenfalls wünsche ich Ihnen viel Glück (auch wenn ich Ihnen eine andere Lösung gewünscht hätte) und vorallem, keine Sorge, 40 ist kein gefährliches, sondern ein ganz tolles Alter!!!
Zuletzt muss ich mich Amélie anschliessen, das würd mich auch wundernehmen, aber nun: guten Tag!!!
@lina – nix von [...] “Verliebtheis-Junkie”, wie Gargamel meint.
na, dann war das
Wer Intensität zum Lebensprinzip erhebt, sucht weiter…
[...]
wir werden nie wieder verliebt sein in ihn, verwirrt von grossen Gefühlen, ihn zitternd berühren, mit schlotternden Knien vor ihm stehen, nicht wissen, was wir sagen sollen, uns unendlich jung fühlen (14, 16?)…Viele können gut damit (bzw. ohne) leben. Ich nicht.
aber etwas unglücklich formuliert, oder?
was machen sie denn, wenn ihr “grosses kino” auch zum “gemeinsamen fernsehabend” wurde? sich einfach den nächsten film suchen?
@Lina
ich hab genau das erlebt, was du sagst, dass es nur mit einer neuen Liebe geht, ich habe bei meinem nun leider verstorbenen Mann auch nach über 20 Ehejahren dieses Prickeln im Bauch gehabt, wenn er zur Tür herein gekommen ist, ich habe dieses Zittern gespürt, wenn er ganz nonchalant seine Finger über meinen Nacken fahren liess, ich hatte diese weichen Knie, wenn er mir zärtlich ins Ohr geflüstert hat, dass er mich über alles liebt und er stolz ist, mein Mann zu sein. Alles an ihm war so aufregend und gleichzeitig so vertraut, er brauchte mich bloss anzusehen mit diesem schelmischen Lachen in den Augen und ich habe sofort verstanden, schwebte auf Wolke 7. Wir haben diesen Schatz des sich immer wieder neu zu entdecken und sich immer wieder neu zu verlieben all die Jahre über erhalten, es hat uns in schwierigen Zeiten geholfen, in Zeiten der Krankheit und im Angesicht des Todes.
Meine Kinder haben mich in der letzten Zeit oft ermutigt, dass ich mich nach einem neuen Partner umsehen soll, weil sie das Lachen in meinen Augen vermissen, aber ganz ehrlich gesagt, alle Mäönner die ich kenne scheinen im besten Fall eine billige Kopie von meiner grossen Liebe zu sein.
Nur schnell, muss gleich wieder weg. Danke, @Lina, für Deine Offenbarung. Schön, dass das für Dich so funktioniert. Bin selber (bzw. die Kids) noch etwas jünger und kann das für mich persönlich (noch nicht) so sehen. Zwei Punkte würden finde ich erörternswert:
- Wird (Ehe-)Mann das wirklich weiterhin so unterstützen? Bin eher skeptisch.
- Was kommt, wenn auch die zweite, grosse Liebe sich institutionalisiert (auch Gargamels Punkt)?
Vielleicht denken wir zuviel. Wäre wohl interessant, uns in 5 Jahren wieder darüber auszutauschen.
@lina Bei mir (werde dieses Jahr 40, ein gefährliches Alter, oder?) sinds 18 Jahre
sie haben also mit 22 geheiratet (und, ich pokere jetzt mal: auch gleich noch die jugendliebe, mit der sie seit sie 16 sind, zusammen sind?). könnte ihre jetzige situation nicht auch damit zusammenhängen, dass sie das gefühl haben, etwas verpasst zu haben?
Ich denke, gargamel hat recht.
ich glaube einfach nicht, dass solche konstellationen auf dauer funktionieren können, ohne dass jemand (der in der schwächsten position, in linas fall also ihr mann) gezwungen ist, konzessionen zu machen, die er eigentlich nicht will, weil ihm nur die wahl des kleineren übels bleibt. anfänglich mag das akzeptieren der ausserhäuslichen aktivitäten der gattin als die weniger schmerzliche variante erscheinen, irgendwann wird sich aber wohl die erkenntnis durchsetzen, dass ein ende mit schrecken dem schrecken ohne ende vorzuziehen ist… just my 2 cents…
@ Amélie, danke, dass Sie mich auf die Ursprungsfrage – sie ist tatsächlich zentral – zurückführen: Wie geht es den Kindern dabei? Den Kindern (die sind ja nicht mehr so klein…) geht es sehr gut. Sie wissen nichts von den Veränderungen. Mein Mann und ich sind der Meinung, dass die Situation ausschliesslich uns als Paar betreffe. Wir gehen regelmässig miteinander aus und treiben jeden Tag zusammen Sport, sooft wir es uns erlauben können, verbringen wir auch ein Wochenende alleine, d.h. wir besprechen alles auswärts. Da unsere Situation geklärt ist (v.a. weil ich einen sehr reifen, souveränen Ehemann habe), gibt es keine Konflikte, die schwelen oder unter den Teppich gekehrt werden. – Auch als wir diese Hochphase, den zweiten Frühling als Ehepaar erlebten, war das ganz unsere Sache. Die Kinder sind ja bekanntlich auf der Durchreise. Und: Scheidung ist bei uns kein Thema. Deshalb würde nicht nur Sie interessieren, was in zehn Jahren sein wird (inhaltlich, denn formal wird es bleiben wie es ist), nein, mich auch.
@ Gargamel. Einen Widerspruch kann ich nicht erkennen. Intensiv gelebt habe ich schon immer, sehr sogar. Ich neige zum Exzessiven. Auch in der Ehe, die wir belebt haben so gut wir konnten nach den vielen Jahren und Aufgaben und durchaus auch mit grossem Erfolg (immerhin haben wir vier Kinder, und es geht lustig zu bei uns)- Mein erstes grosses Kino (mein Ehemann, der meine Jugendliebe ist, ja) ist ja auch nicht einfach zum kleinbürgerlichen Kuschelzirkus verkommen. Ich fühle mich von Mief und Enge nicht besonders angezogen. Da ich nicht permanent auf der Jagd bin, sondern ziemlich sesshaft, mache ich mir darüber keine Sorgen. Aber die Sehnsüchte in mir, die waren halt immer wieder da, klopften an, störten. Nun haben sie ihren Platz, und Sie sehen mich vergnügt – mit einem Schuss Schuldgefühl, natürlich und hoffentlich auch.
@ Mara. Gönne Ihnen Ihre Erinnerungen herzlich. Schön, dass Sie das schreiben!
@ Tamara: keine Ahnung (bzw. Vermutung oben)! Gute Fragen! Mein Mann ist eine ruhige, souveräne Persönlichkeit, sehr abgeklärt und erfahren, viel klüger als ich. Wenn es ihm zuviel wäre, er würde es sagen, davon bin ich überzeugt.
@lina: der widerspruch ist für mich, dass sie anscheinend immer wieder dieses verliebtheits/schmetterlinge-im-bauch-gefühl erleben wollen, sich aber dagegen verwahren, als “verliebtheits-süchtige” bezeichnet zu werden… (ich hab den junkie ersetzt durch etwas weniger offensives…).
und glauben sie wirklich, dass sich so etwas auf dauer vor den kindern verstecken lässt? die sind doch nicht blöd und haben ein äusserst feines gespür für solche dinge…
und noch eine letzte frage: wären sie auch so souverän wie ihr mann, wenn er dereinst gegenrecht üben möchte? wenn er sein grosses kino mit einer vielleicht gleich noch 15 jahre jüngeren frau entdeckt?
wenn die ursprungsfrage in
“Den Kindern (die sind ja nicht mehr so klein…) geht es sehr gut. Sie wissen nichts von den Veränderungen. ”
einer Zeile beantwortet ist und anschliessend eine gehörige ausführung zu den getroffenen entscheidungen folgt, dann passt’s ganz sicher auch mit einer pol.korr. prise schuldgefühle…..wenn’s weiter nicht mehr ist.
die erwähnten 10 jahre, würde ich gerne erhöhen ins rentenalter; stichwort altersheim………
meine gedanken gelten ihren “doch nicht mehr so kleinen…” kindern
@lina: ach, etwas noch: sie gehen regelmässig mit ihrem mann aus, treiben jeden tag mit ihm sport, verbringen wochenenden mit ihm allein… wann läuft denn überhaupt der andere film?
will heissen: wie organisieren sie ihr heimliches filmfestival überhaupt unbemerkt an ihren kindern vorbei?
Gargamel, wie gesagt: Es geht die Kinder (2×18, 16 und 15 Jahre) nichts an. Ich bin den Kindern keine Auskunft schuldig über mein Intim-/Privatleben. Ich respektiere schliesslich auch die intime Privatsphäre meiner Kinder, die übrigens alle schon Freundinnen haben. Sie fragen weiter, wie das wäre, wenn mein Mann eine Geliebte hätte. Ich sagte bereits oben: Es besteht seit letztem Jahr Gegenrecht. Das ist doch selbstverständlich. Dann Ihre dritte Frage, die Organisation: Meine beruflichen Projekte verlangen es, dass ich regelmässig für zwei, drei Tage verreise (heute habe ich mir frei genommen und mache nichts Schlaueres, als hier zu schreiben und mich mit Kaffee volllaufen zu lassen
). So kann ich meine Abwesenheiten plausibel machen. Die restliche Zeit verbringe ich umso intensiver mit meinem Mann und mit meinen Kindern. Denn: Die ältesten Kinder werden dieses Jahr die Matura machen und ein Studium an der ETH anpacken, also ausfliegen.
@gargamel
was meinen sie generell zum verlauf dieses blogthemas?
starttag 4.1. = null einträge
folgetag 5.1. = zwischen ~10:00 und (Marcel sagt: 5. Januar 2010 um) 18:39
war das grundsätzliche zum inhalt von der geschätzten autorin gesagt, hinterfragt….
seit lina, aus meiner sicht, die identische idee des themas weiterspinnt, läuft dieser blog auf touren……..
die positionen von lina sind ja nicht gerade in der mitte der gausschen glocke zu finden, daher meine allmählichen zweifel…..
@lina: ich frage nur so penetrant nach, weil in einer befreundeten familie das letzte jahr etwas ähnliches ablief. sie leistete sich eine eskapade (kein grosses kino, wirklich eskapade), er akzeptierte das ziemlich souverän. sie drängte ihn zu gegenrecht (meine interpretation: aus schuldgefühlen heraus), als gegenrecht tatsächlich eintrat (grosses kino und 15 jahre jünger) klappte sie zusammen…
jetzt sind sie getrennt.
ich will damit nicht sagen, dass ihnen dasselbe blüht, glaube aber halt einfach, dass ein solcher zustand sich nicht beliebig lange aufrechterhalten lässt und irgendwann irgendwohin kippen wird…
Ja, Gargamel, niemand kann ausschliessen, dass es kippt. Aber es kann auch niemand ausschliessen, dass ich mit meiner Kaffeetasse vom Stuhl kippe und mir das Genick breche. Versuche halt, so umsichtig wie möglich zu handeln, so sensibel und ehrlich, wie es die Sache erlaubt. Auch wenn es einmal arg knallen sollte, was auch immer geschieht: Ich kann nicht anders.