
Christine Maier, 44, ist Mutter von Naomi, 14, und Robin, 13. Seit 2001 moderiert die Zürcherin die Diskussionssendung «Club» auf SF 1. Vor drei Jahren übernahm sie auch die «Club»-Redaktionsleitung. Christine Maier ist mit David Dimitri verheiratet.
Morgen schreibt an dieser Stelle Chris von Rohr. Lesen Sie auch die bereits erschienen Beiträge: «Das dreckige Dutzend» von Mona Vetsch und «Kränkung bei Kerzenschimmer» von Bänz Friedli.
«Es git numme öppis ganz Chlises, wenn überhaupt», hab ich meinen Teenagern vor drei Wochen vollmundig verkündet, mit Blick auf Weihnachten und die Päcklischlachten der früheren Jahre. Unvergessen das Tohuwabohu, wenn alle Geschenke aufgerissen waren. Überall Papier, Bändeli, Gebrauchsanleitungen. Auf dem Sofa matte, satte Gäste mit einem Glas Wein in der Hand. Die Hausfrau – also ich – mit einem Abfallsack bewaffnet in den High Heels auf den Knien um den Baum rutschend, um Papier einzusammeln und Karton zu falten. Begleitet von meinen Kindern, die mitrutschen mussten. Was sie für einmal mit höchster Aufmerksamkeit taten. Schliesslich waren auch schon Playmobil-Monster und Gutscheine meiner weihnächtlichen Ordnungswut zum Opfer gefallen. Da mussten sie natürlich auf Nummer sicher gehen.
Jedenfalls sollten diese Zeiten vorbei sein. Nie, nie, nie mehr so, haben wir uns geschworen, mein Mann und ich. Schliesslich, und das erklärten wir unserem Nachwuchs mit Nachdruck, waren die Kinder schon das ganze Jahr über reich beschenkt worden, einfach so. Die Handys, der Laptop, das Tauchbrevet und und und. Die Kinder waren erstaunlich nachsichtig mit uns und fanden, dass das ganz o.k. sei und wir uns keine Sorgen machen sollten. Weihnachten würde sicher auch so ganz schön werden. Ich war ganz gerührt über das Verständnis der beiden. Und stolz darauf, dass unsere Erziehung doch noch Früchte zu tragen schien. Unsere Kinder waren nicht dem Konsumrausch verfallen, sie würden Weihnachten auch so geniessen. Wie wunderbar.
Die beiden zogen sich fröhlich in ihre Zimmer zurück, die sie bis auf Weiteres zur verbotenen Zone erklärt hatten. Geschenkpapier, Klebband verschwanden. Am Tisch flüsterten sie geheimnisvoll miteinander. Es weihnachtete. Ihre Eltern zerbrachen sich derweil den Kopf, was den «öppis Chlises» sein könnte. Ich wusste schon, was unsere Tochter sich von Herzen wünschte. Das sei hier nicht verraten. Und unser Sohn, klar, der würde so grosse Freude haben, an… Um es kurz zu machen: Ich habe es besorgt. Habe mich in den Weihnachtsrummel gestürzt und zu Hause eine geheimnisvolle Miene aufgesetzt.
Ja, ich war inkonsequent. Und ja, es hat mir Spass gemacht. Ich konnte einfach nicht anders. Meinem Mann hab ich nichts gesagt. Aber für ihn hab ich auch noch was gefunden, obwohl wir fest ausgemacht hatten, dass wir uns nichts mehr schenken würden. Er selber kam übrigens mit einem ganzen Sack voller «öppis Chlisem» von seiner Tour aus Frankreich zurück. Ohne es mir vorher gebeichtet zu haben. Wir mussten lachen. «Es ist ja nur einmal Weihnachten», meinte er. Und die Kids? Die waren nicht sonderlich überrascht über die Geschenke und erklärten ihren verdutzten Eltern: Sie hätten keinen Moment im Ernst daran geglaubt, dass wir unser Vorhaben durchziehen würden.
«Schliesslich sagt ihr das jede Weihnachten», meinten sie gleichmütig.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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@Thomas: Warum ist Weihnachten Scheisse? Wenn es so scheisse ist, sollte man es vielleicht abschaffen, und arbeiten gehen. wäre das nicht noch mehr Scheisse?
Und ja, heute gibt’s nichts wertvolleres, als Zeit, die man mit einem vereinsamten Menschen verbringt. Als wir uns um die demenzkranken Schwiegereltern an weihnachten kümmerten, habe ich erkannt, dass sie uns nicht dankbar ansahen, weil wir ihnen viele Geschenke mitgebracht hatten, sondern ganz einfach, weil wir da, für sie da waren und uns um sie kümmerten. Und warum mus es immer der 24. Dezember sein, an dem man sich etwas schenkt? Wir halten es so, dass wir nicht an Weihnachten schenken, sondern wenn wir Lust haben, dem anderen unsere Liebe zu zeigen, oder wenn wir wissen, dass er/sie etwas “kleines” gebrauchen kann: ein neues Schlüsseletui, ein Portemonnaie, usw.
@ Thomas
Weihnachten ist nur dann Scheisse, wenn man sie alleine verbringt!
Komplimänt zu dem soo härzig gschriebne Biitrag – so schöön zum schmunzle!
Weihnachten ist nur ein Geschäft für den Umsatz zusteigern. In der Welt gibt es genügend Völker die Hunger haben. Wir werfen das vorige Essen in den Abfall. Wir brauchen eigentlich zum Leben wenig, Daher verzichte ich auf die Weihnachtsfeier, und Spende das Geld meinem Pate in TIBET. Er freut sich wenn er dieses Geld erhält.
Weihnachten – Schenken und beschenkt werden – Rituale
In den alten Kulturen hatten sie Rituale für alles. Eingebildete Götter würden zuhören und Sachen regeln. Wirklich!? ” He Viracocha… Hier ist die Angelegenheit ….. ”
Sogar heute geben Leute ihre Energie zu etwas, das sie nicht beschreiben können, aber ich nehme an, dass es Hoffnung bringt und etwas für sie bedeutet. Nehmt zum Beispiel ein Ereignis am Times Square Montags. “Good Riddance Day”. Bringt Eure schlechten Erinnerungen zu Papier und zerreißt dieses. Möchtet Ihr nochmals darüber nachdenken, … tut es bei der Arbeit oder zuhause. Notiert Eure schlechten Erinnerungen. Einige Leute mögen das Papier verbrennen, andere zerfetzen, um Zorn und Frustration freizugeben.
Denken außerhalb des Kastens… alles was Ihr tut, ist, zu versuchen, Euer Rasterfeld zu verschieben, um anzuziehen, was Ihr wünscht. Wenn machbar dann wird es geschehen, wenn nicht, wird es nie geschehen. Alles geht so vorwärts, wie Ihr programmiert wurdet, Euer Leben hier zu durchspielen, bis wir uns von der körperlichen Krücke loslösen und zum Licht zurückkommen.
Rituale scheinen mir dumm und überholt zu sein; es sei denn zum Spaß oder um etwas emotionales freizugeben, das Euch unten hält. Könnte Euch helfen, einen Geliebten loszulassen, der Euch angepinkelt hat. ” F” Wort erlaubt….
Das Nachdenken über Euer Leben der vergangenen 10 Jahre ist eine andere gute Weise, zu erforschen, wer Ihr wart und wer Ihr geworden seid. Fragen über…. Damals und jetzt:
Position des Hauses
Job-… Karriere-… Geschäft
Finanzsituation
Ausbildung
Partner
Familienstand
Nahe Freundschaften
Reisen
Emotionale Gesundheit
Körperliche Gesundheit
Geistige Gesundheit
Lieblingsfilme, Bücher, Fernseherscheinen
Ziele im Leben – was war mir wichtig?
Ansicht der Wirklichkeit und Ihres Schicksals.
…für esoterik ist unsere katharina zuständig, lea.
@Lea: immerhin haben Sie uns mit einer Nachdenkliste beschenkt, sind also ganz profan auf so ein altes Ritual reingefallen?
Aber jetzt mal im Ernst wegen dummen und überholten Ritualen, haben Sie selber Kinder? Und da gibts Rituale höchstens aus Spass oder um die nachuntenziehenden Emotionen loszuwerden?
Ich denk auch ohne Rasterfeldverschiebung lässt sich das Thema Rituale/Geschenke entspannt angehen… .
Viracocha ist der Schöpfungsgott in der Prae-Inca und Inca Mythologie.
Entsprechend dem Mythos, der durch Juande Betanzos überliefert wurde, stieg Viracocha vom See Titicaca (oder manchmal von der Höhle von Pacaritambo) während der Zeit der Dunkelheit auf, um Licht hervorzubringen. Er machte die Sonne, Mond und die Sterne. Er machte die Menschheit, indem er in Steine atmete, aber seine erste Kreation waren hirnlose Riesen, die ihm missfielen. So zerstörte er sie mit einer Flut und bildete ein neue, bessere (Menschen) von kleineren Steinen. Viracocha verschwand schließlich über den Pazifischen Ozean (durch das Gehen auf dem Wasser) und kam nie zurück. Er wanderte auf der Erde umher, als Bettler verkleidet, unterrichtete seine neuen Kreationen in den Grundlagen der Zivilisation, und vollbrachte zahlreiche Wunder. Er weinte, als er die Lage der Geschöpfe sah, die er hergestellt hatte. Es wurde gedacht, dass Viracocha zu mühsamen Zeiten wieder erscheinen würde. Pedro Sarmiento de Gamboa bemerkte, dass Viracocha als „ein Mann mittlerer Höhe, weiß und in einer weißen Robe wie ein Alb angekleidet“ beschrieben wurde, „sicher ringsum die Taille, und dass „er einen Stab und ein Buch in seinem Händen trug.“
Übersetzt vom englischen Wikipedia-Eintrag: http://en.wikipedia.org/wiki/Viracocha
Ich finde den Mythos sehr humorvoll.
,,,danke katharina für deine weisheiten. du behältst sie besser für dich. wikipedia kennen wir schon. viel spass mit ranger,
diesmla war es ausnahmsweise keine weisheit, sondern wiki und babelfisch und dann redigiert.
was ist dein problem mit den rangers?
…ranger (einzahl), von mir auch hombre, aber von dem wollen wir noch den zaster.
mich aergern deine karl may links. ich sag dir auch weshalb: die richtigen native amercians die ich in gila bend kenne, sind ausserordentlich liebe menschen. und kultur haben die. weit mehr als viele andere leute.
…jaja, der edle wilde, wusste schon immer, dass du heimlich auf winnetouch stehst.
trollpost.
…nix winnetouch, ich steh eher auf cowboys.
@laura etc.: nein, ich finde es nicht arrogant, für jemanden Zeit zu haben, sich Zeit zu nehmen. Ich finde es arrogant, Zeit zu SCHENKEN. Das ist ein Unterschied. Diese netten, an Weihnachten überreichten Briefchen, in denen ein Gutschein steckt im Stil von “Omi abholen im Altersheim und in die Stadt zum Käffelen”, “Gutschein für gemeinsames Shopping” und so weiter. Das finde ich sogar elend arrogant.
Deine Wünsche sind ja nett, aber es wird immer Zeiten geben, da wir alleine sind und uns einsam fühlen. Damit müssen wir alle rechnen.
Vielleicht hat sich da auch ein Missverständnis aufgebaut? Die einen reden von “Zeit schenken anstelle Materielles”
und meinen damit über die Festtage gemeinschaftliche Anlässe organisieren,
bewusst/geplant zusammensein ohne dass jeder noch ein Geschenkpäckli mitbringt.
Aber ein “Zeitgeschenk” kann eben auch anstelle eines Päckli ein Kuvert mit von Mia genannten Zeilen, “Zeitverbringverordnung” sein. Und ist dann einfach kein materielles Geschenk zum auspacken,
sondern eines wo man, je nach Einstellung und vorheriger Absprache, mit jemandem irgendwohin muss oder darf.
Und immer noch Geschenk und kein “edler Alternativgang” dazu.
Beides muss sich eigentlich nicht ausschliessen. Wir haben diese Ferien fast täglich Besuch und ich geniesse das total.
Mitgebrachte Päckli der lieben Besucher trüben meine Freude darüber keinen Milimeter
@Mia
das kenne ich nicht, dass man sich gegenseitig per Brief Zeit schenkt, wobei, meine Tochter hat auch eine Reise geschenkt gekriegt von ihrem Gotti, das war auch Zeit zusammen eine neue Welt zu entdecken, sich Zeit nehmen um einander zu entdecken, ich kann da eigentlich nichts arrogantes feststellen, solange es von Herzen kommt und nicht gönnerhaft gemeint ist.