
Unorthodoxe Empfängnis 2007 n.Chr: Der Oregoner Transsexuelle Thomas Beatie mit seiner Frau und dem Baby, das er selbst zur Welt brachte.
Weihnachten ist ja traditionell die Zeit, in der das christliche Abendland eine unorthodoxe Empfängnis und eine ungeklärte Vaterschaft feiert. Die Geschichte von «Brigitte», die das Oberlandesgericht Köln vor Wochenfrist per Urteil zum Vater gemacht hat, passt deshalb durchaus zum vierten Advent: Sie begab sich zu einer Zeit, in der die Geschlechtergrenzen überwunden werden konnten und unbefleckte Empfängnisse an der Tagesordung waren. «Brigitte», die als «Bernd» zur Welt kam, hat sich 1998 einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und zuvor ein Spermiendepot anlegen lassen. Damit liess sich ihre Freundin «Irene» künstlich befruchten. Der gemeinsame Sohn kam 2007 zur Welt, ein Jahr später liessen «Irene» und «Brigitte» ihre gleichgeschlechtliche Partnerschaft registrieren. Als «Brigitte» Anfang dieses Jahres vor dem Jugendamt die Vaterschaft für den Jungen anerkennen wollte, brachte sie die Kölner Behörden in Verlegenheit: Kann sich eine Frau offiziell als Vater eintragen lassen?
Ja, entschieden die obersten Kölner Richter. Das Verhältnis zum Kind soll von einer Geschlechtsumwandlung unberührt bleiben und die Abstammung urkundlich festgehalten werden. Allerdings musste sich «Brigitte» mit «Bernd» im Register eintragen lassen. Im Interesse des Kindes. Was bisher gelebte Praxis in zahlreichen homosexuellen Partnerschaften war, ist in Deutschland nun ganz offiziell möglich.
Wie sieht eine richtige Familie aus? Diese Frage wurde nach der Veröffentlichung des Urteils in diversen Online-Foren hitzig diskutiert. Sie ist nicht nur zur Weihnachtszeit brandaktuell: Seit nämlich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2007 befand, eine adoptionswillige Person dürfe nicht wegen ihrer sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden, wird in einigen europäischen Ländern das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare gefordert. So auch in der Schweiz: Lesben und Schwule formierten sich im vergangenen Juni zum Komitee «Familienchance» und reichten eine Petition ein, welche die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit Ehepaaren in Bezug auf Elternrechte und Adoption fordert. Christliche Parteien, etwa die EVP, distanzierten sich sofort vom Begehren mit dem Argument, Kinder hätten «das Recht auf eine Mutter und einen Vater».
«Brigitte» und «Irene», das kann niemand abstreiten, sind biologisch gesehen ein ganz normales Elternpaar. Ihr Sohn hat also einen Vater und eine Mutter, wie das konservative Familienpolitiker fordern. Sie leben aber als homosexuelles Paar mit Kind. Und ihr Sohn wächst demnach mit zwei Müttern auf. Eine verzwickte Ausgangslage: Bilden sie, als Vater, Mutter und Kind, nun eine richtige Familie? Oder unterwandern sie durch ihre Lebensform als Mutter, Mutter, Kind die Institution Familie, wie das Gegner der homosexuellen Elternschaft befürchten? Und was bedeutet das Gerichtsurteil für alle anderen homosexuellen Paare, die auf das Elternrecht pochen?



Nicole Althaus ist Autorin und freie Journalistin in Zürich. Seit beinahe zehn Jahren betreibt Nicole Althaus Feldforschung in der eigenen Familie: Die Autorin ist verheiratet und Mutter zweier Mädchen im Alter von 10 und 6 Jahren.
Michèle Binswanger hat Philosophie und Germanistik studiert, war als Künstlerin und Kletterin tätig und ist heute Redakteurin bei Tagesanzeiger/Newsnetz. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter (8) und ihrem Sohn (5) in Basel. 



































































@gargamel: Küdde Rechsteiner + Giorgio Girardet, Release 2010
@rené: die beiden sind zwar rechthaberisch bis zur arroganz, beweg(t)en sich aber imho nie in den geistigen und intellektuellen untiefen unseres freundes hier… insofern tun sie den beiden meiner meinung nach sehr unrecht, wenn sie sie in denselben topf schmeissen…
Natürlich kann jeder und jede über einen Proxy surfen. Aber ich gehe davon aus, dass das nur die Allerwenigsten machen. Vor allem die, die etwas zu verstecken haben.
Aber eben: Hier in dieser Form undenkbar.
@lisa: “also um ihren allerwertesten möchte ich eben nicht unbedingt wetten lol!”
Es lohnt sich aber!
Oh, Herr Rauchfleisch, grosser Meister der verwirrenden Worte…vielleicht wollte ich eine persönliche Erklärung, die ich armes, blondes Dummchen auch begreife…habe auch erst letzte Woche lesen gelernt, ich bitte um Nachsicht.
P.S, Es ist ja so schön einfach, beleidigend zu werden, wenn man sich anders nicht mehr zu helfen weiss..klasse, werd ich in Zukunft auch anwenden, vielen lieben Dank für diese Unterrichtsstunde, werter Herr Rauchfleisch.
@Juliet
Sie haben behauptet “wie immer übergehen Sie solche Fragen”, was nicht zutraf. Offenbar wussten Sie sich also da schon nicht mehr anders zu helfen und mussten beleidigend werden. Und ihre Beiträge sind bisher mehr als dürftig. Für Dumme hab ich aber ohnehin nichts übrig. Auch nicht, wenn sie blond sind.
Na, beleidigt hab ich Sie aber nicht, eine Beleidigung wäre “Sie sind ein Arsch” gewesen, aber da kann man sich drüber streiten, wenn man Zeit und Lust hat. Ich fand’s nicht nett, mich einfach an eine andere Stelle zu verweisen, anstatt mir eine persönliche Antwort zu geben. Es war auch nie mein Bestreben, möglichst intellektuelle Beiträge zu verfassen…und traurig ist auch, dass Sie die Ironie offensichtlich nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten…
Ich geh dann mal wieder mit Diana und Sarah spielen, das ist eh viel lustiger.
@Marcel: “Da würden mich vor allem IP-Adressen aus den USA interessieren. Und dann rückblickend festhalten, welcher Nick unter welcher Adresse jeweils wann was gepostet hat hier drinnen.”
Ich frage mich, weshalb Sie ein besonderes Interesse an Adressen aus Übersee haben. genausogut kann man in die Tatsache, dass einige Kommentare zu sehr früher Morgenstunde geschrieben werden, hineininterpretieren, dass diese Personen in Asien leben.
Man kann auch in die Tatsache, dass einige einsilbigen Kommentare sehr stilverwandt sind und thematisch verwandte Links im Namen haben, herauslesen, dass es sich um die gleiche Person handelt.
Da fragt sich einfach, was mit Ihrer Überlegung Frage angedeuted werden soll.