Erziehen nach Instinkt

 

  • Liebevoll: Eine Seelöwin mit ihrem zwei Monate alten Baby. Foto: Fabrizio Bensch (Reuters)

  • Ja, ja, schrei du ruhig: Fünf Monate alter Borneo-Orang-Utan mit Mutter. Jon Nazca (Reuters)

  • Teilen: Ein Rhinozeros mit drei Monate altem Baby. Foto: Yves Herman (Reuters)

  • Quality Time: Familie Strauss beim gemütlichen Spaziergang. Thomas Mukoya (Reuters)

  • Tapir-Mami mit sechs Tage altem Sohn. Foto: Rebecca Naden (Reuters)

  • Frisch geborenes Seelöwen-Baby und Mama im Zoo von Wuppertal. Foto: Ina Fassbender (Reuters)

  • Familienkuscheln: Kleines Seelöwchen mit einer Gruppe Älteren. Foto: Michael Fiala (Reuters)

  • Schwimmkurs: Babydelfin, 56 Tage alt, und Mama Delfin. Wolfgang Rattay (Reuters)

  • Süsses Knäuel: Ein viermonatiger Babyeisbär und seine Mutter. Foto: Eric Gaillard (Reuters)

  • Patchwork-Familie: Babyaffe, Babylöwe und Babytiger. Foto: Reuters

  • Hopp, das schaffst du! Eine Panda-Mama mit ihrem einjährigen Jungen. Foto: Reuters

  • Jetzt hör doch mal zu! Ein Borneo-Orang-Utan-Weibchen mit Neugeborenem. Foto: David W Cerny (Reuters)

  • Stopp! Eine asiatische Löwin und ihr Junges zwei Monate nach der Geburt. Foto: Yves Herman (Reuters)

  • Du bist so stark! Ein Kapuzinerhäffchen hängt an seiner Mutter – im wahrsten Sinne des Wortes. Foto: Reuters

  • Ein halbes Jahr alt, und noch so klein: Das Koala-Baby wird nach sechs Monaten gewogen. Ina Fassbender (Reuters)

  • Fürsorglich: Zwei Mantelaffen halten ein frisch geborenes Baby. David W Cerny (Reuters)

  • Beschützend: Babyelefant mit Eltern. Foto: Pedja Stanisic (Reuters)

Vegan essen oder doch lieber fünf Jahre stillen? Am besten gar in Kombination? Dazu aber dann doch impfen und Hightech-Schuhe für die wachsenden Füsse kaufen… irgendwie beruhigt sich die Diskussion darum, wie man gute Eltern sein soll, einfach nicht. Im Gegenteil: In den 16 Jahren, in denen ich mich mit dem Thema beschäftige, dünken mich die Eltern immer verunsicherter zu werden, wie man das «Projekt Kind» möglichst richtig angehen soll.

Bei der verzweifelten Suche nach dem Rezept zum perfekten Bemuttern und Bevatern kommen immer abstrusere Konstrukte aus Studien zu Ernährung, Hirnentwicklung, Naturvölkern und Erziehungslehren auf den Markt. Gespickt mit Debatten rund um Frühförderung und die Aufgabenteilung zwischen Eltern, Kita und Schule.

Projekt Kind

Traurigerweise scheinen all die gut gemeinten Versuche oft genau das zu zementieren, was sie eigentlich beheben wollen: den Verlust des Vertrauens in die natürlichen Fähigkeiten, schon das Richtige zu tun. Es kommt vielen Eltern abhanden. Und damit auch der Glaube daran, dass wir die natürlichste Sache der Welt gut machen, wenn wir darauf bauen, dass dieses Wissen in uns angelegt ist.

Immer wieder beobachte ich Eltern, die beinahe Angst vor ihren Kindern zu haben scheinen. Als wären diese eine Art unbekannte Wesen, die zu bändigen und formen man möglichst perfekt hinkriegen muss. Ein Projekt eben.

Tiere als Erzieher

Da kommt das erfrischende und unterhaltsame neue Buch der Verhaltensforscherin Dr. Jennifer Verdolin gerade recht. Es heisst «Raised by Animals»* (Leider erst auf Englisch erhältlich) und befasst sich mit der Elternschaft im Tierreich. Keine Angst, es handelt sich dabei nicht um den neuesten Schrei auf dem wild wachsenden Markt der Erziehungsratgeber, sondern um das differenzierte Werk einer Wissenschaftlerin – ohne dogmatische Ansprüche.

Verdolin untersucht darin anhand oft verblüffender Beispiele, wie Tiere mit den Situationen umgehen, mit denen wir Menschen uns täglich herumschlagen. Entspannt, neugierig und auf der Suche nach Verstehen und Inspiration.

Besonders herausstreichen möchte ich hier ihre Beobachtungen zum Trotzen, bekanntlich eine der grössten Herausforderungen für Mütter und Väter. Präriehundeweibchen beispielsweise lassen sich offenbar in keinster Weise von einem tobenden Klein-Präriehund beeindrucken – selbst dann nicht, wenn er sich ihr in seiner Rage ans Bein hängt. Gleiches zeigt Verdolin auch anhand von Makaken auf, einer Affenart. Stimmt: Vermutlich können diese Tiere Gott danken, dass sie die Trotzanfälle nicht in der Migros an der Kasse durchstehen müssen – und sich die Blicke all jener gefallen lassen müssen, die meinen, zu wissen, wie man es besser macht. Auch diesen selbst ernannten Supernannys empfehle ich übrigens die Lektüre dieses Buches.

Geduld als tierische Tugend

Ebenfalls spannend: Wie geduldig und wenig aggressiv Tiere im Generellen mit ihren Kids umgehen. Das wollen ja auch Menscheneltern in der Regel tun. Aber gerade die grassierende Verunsicherung und der Druck durch Aussenstehende stresst sie dabei. Und Stress und Unsicherheit gehören zu den verlässlichsten Garanten für Überforderung  – und folglich Aggression.

Fortpflanzung wird im Tier- und Pflanzenreich und selbst bei Einzellern und Co. sehr gross geschrieben. Rein biologisch gesehen, ist es bei uns Menschen nicht anders. Wer aber jetzt darauf wartet, dass ich gegen Kinderlose oder arbeitende Mütter vom Leder ziehe, wartet vergebens. Es geht ja nicht darum, uns wieder zu Tieren zu erklären. Sind wir auch nicht mehr. Unser tierisches Erbe werden wir jedoch noch lange mit uns herumtragen.

Die perfekt Familie gibt es nicht

Deshalb will Verdolin mit ihrem Buch wieder vor Augen führen, welches Wissen in uns angelegt ist. So plädiert sie auch nicht dafür, irgendetwas Kompliziertes oder Kopflastiges zu tun, um unsere Kinder aufzuziehen, sondern schlicht dafür, so zu handeln, wie es uns natürlich erscheint. Dabei betont sie: Es gibt keine einzig richtige Art zu erziehen und keine perfekten Familien.

Das Fazit ihrer Beobachtungen lässt sich auch noch mit einem weiteren Satz zusammenfassen, den man auch auf der Website der Autorin findet: «Denke wie ein Mensch, handle wie ein Tier.»

Natürlich sollen und können wir uns nicht eins zu eins mit Tieren vergleichen – immerhin verlassen zum Beispiel Haie ihre Jungen noch vor dem Schlüpfen oder Löwen töten die Babys einer Angebeteten, um sich erfolgreich mit ihr zu paaren. Doch die Seitenblicke in dem Buch machen Mut, Kinder wieder einfach als Kinder zu sehen und nicht als Projekte, die gelingen müssen. Dazu bietet es viele frische Denkanstösse.

Und hier gleich noch einer: Der Muttertag am Sonntag könnte doch eine kleine Hommage an diese Fähigkeiten in uns Frauen und Müttern sein. Mit oder ohne Blumenstrauss als Sahnehäubchen dazu. Mit ist einfach schöner.

Jeniffer L. Verdolin: «Raised by Animals: How Dolphins Bond, Why Meerkats Babysit, and Other Lessons from Families in the Wild«, Experiment Verlag, 304 Seiten, ca. 22 Fr.

95 Kommentare zu «Erziehen nach Instinkt»

  • Virtual Private Servers sagt:

    Viele Autoren halten es jedoch fur erzieherisch bedenklich, Kindern auch nach dem neunten Lebensmonat noch standig am Korper der Mutter zu halten, weil dies mit den naturlichen Autonomiebestrebungen eines Kindes nicht zu vereinbaren sei; im deutschsprachigen Raum haben sich in diesem Sinne u.a. Sears und Sears erklaren, dass jedes Schlafarrangement, das fur eine individuelle Familie funktioniert, in Ordnung sei, empfehlen Muttern aber, nah beim Kind zu schlafen.

  • Patrick sagt:

    An die Autorin:
    Viele Haiarten sind aber lebendgebährend. Haie sind deshalb nicht das beste Beispiel, auch weil über die Geburt vieler Arten wenig bis nichts bekannt ist ( zB weisser Hai).
    Bei manchen Tieren bringen sich zudem die „Kinder“ gegenseitig um, was bei uns eher selten ist. In etlichen dieser Fälle bedeutet das: Einzel“kind“ statt mehrere Geschwister. Was wiederum die Erziehung dramatisch beeinflusst.

  • Kriss Gass sagt:

    Ein wirklich interessanter Beitrag. Ich werde mir das Buch kaufen, obwohl ich keine Erziehungsaufgaben zu stemmen habe.
    Kompliment auch für die schönen Fotos!

  • Kate sagt:

    Wunderschöner Artikel. Herzlichen Dank Frau Fischer. Ihre Worte sprechen mir aus dem Herzen und ich nehme ihre Gedanken gerne mit in meinen Familienalltag.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    „Es geht ja nicht darum, uns wieder zu Tieren zu erklären. Sind wir auch nicht mehr. Unser tierisches Erbe werden wir jedoch noch lange mit uns herumtragen.“ Und siehe da, in einem einzigen Satz kommt das Grundproblem des Homo sapiens zum Vorschein: sein Überlegenheitswahn, gepaart mit seiner Fähigkeit, sich von seinen Gefühlen und seinem Grundwesen abzuspalten. Frau Fischer, der Mensch ist und bleibt ein Säugetier, leider eines mit der „Begabung“ zur Geistesspaltung, der Grund für seine ewige Suche nach sich selbst und einem natürlichen Selbstwertgefühl, das nicht auf allerlei abstruse und dekadente Kompensations-Strategien angewiesen ist.

  • Lori Ott sagt:

    „Das Fazit ihrer Beobachtungen lässt sich auch noch mit einem weiteren Satz zusammenfassen, den man auch auf der Website der Autorin findet: «Denke wie ein Mensch, handle wie ein Tier.»“
    Na dann prost, das haben wir ja tatsächlich schon auf auf internationaler geopolitischer Ebene. Saloppe Sprüche machen noch lange keinen guten Leitfaden fürs wirkliche Leben!

  • Muttis Liebling sagt:

    Kriege gibt es erst seit 4500 Jahren.

  • Laura Fehlmann sagt:

    Beim Beobachten von Mutterschafen, Katzen- und Hundemüttern stellte ich etwas Interessantes fest: Diese Tiere sind zwar hingebungsvolle, geduldige Mütter, aber sie nehmen sich immer ihre Zeit zum Fressen, für die Körperpflege. Die Tierkinder verstehen sehr schnell, dass Mama auch Bedürfnisse hat.

  • 13 sagt:

    Schön von Ihnen hier zu lesen. Sie wurden vermisst.
    Das Problem am Instinkt ist halt das Folgende: Wir sind das Produkt unserer Erfahrungen und eigener Erziehung. Würden wir uns einfach vom Bauch leiten lassen, wäre die Idee sinnvoll. Wir machen aber ohne nachzudenken „instinktiv“ (oder eher automatisch) dann einfach das, was unsere Eltern gemacht haben, obwohl wir es eigentlich wissen, dass es nicht das Richtige war.

    • Martin Frey sagt:

      Kann man nicht mehr treffender formulieren, 13. 🙂

      • kathrin sagt:

        Das ist nicht zwingend so, meine Eltern haben sehr vieles richtig gemacht, insbesondere die respektvolle Grundhaltung.
        Ich denke, wenn die Grundhaltung stimmt, ist der Rest zweitrangig.

  • Angie sagt:

    Ich finde es falsch, sich am Tierreich zu orientieren. Man vergleicht Kartoffeln auch nicht mit Erdbeeren. Besser: Betrachtung der phylogenetischen Entwicklung. Babys verhalten sich gleich wie vor über 1000 Jahren. Toll und gut lesbar beschrieben in „Born to be wild“ von Renz-Polster, mit vielen Erklärungen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Babys verhalten sich wie seit 2 Mio. Jahren. Das wird auch in Zukunft nicht anders. Es gibt nichts Neues zum Thema, seit Tausenden von Jahren. Aber davon kann man keine Blogs oder Bücher schreiben.

      Adelheid von Burgund, die zweite Frau des ersten deutschen Kaisers, Otto 1., wusste genau so viel über Kindererziehung wie Frau Fischer oder irgend ein Erziehungs- Ratgeber- Schreiber. Adelheids Kinder sind aussergewöhnlich gut gelungen. Meine übrigens auch. Völlig ohne Ratgeber.

      • Michael sagt:

        Kommen Sie noch normal durch die Tür ? Und wann hat der Papst bei Ihnen einen Termin bekommen ? Ich mein, wer sich in der Erziehung mit Adelheit von Burgund misst, dem ist doch schon ein gerüttelt Mass an Respekt entgegenzubringen. Ich kenne diese Dame zwar nicht, aber meine Kinder sind auch aussergewöhnlich. Sie sind nicht gelungen, weil sie keine Werkstücke sind im übrigen, aber sie sind aussergewöhnlich. Was wohl auch zwei von drei Eltern über ihre – also nicht Ihre – Kinder sagen würden.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ihre Kinder sind mit 99.9% Wahrscheinlichkeit nicht aussergewöhnlich. Praktisch alle Kinder sind es nicht. Aber wenn es mal Aussergewöhnlichkeit in einer Familie gibt, dann vererbt sich das. Deswegen gibt es Adelsdynastien, wie die von Weizsäckers. Bürgerlich gibt es das natürlich auch, nur kurzlebiger.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        wenn die auserwählten Ausgewählten ihre Dynastievereinten Kräfte in Dienst zum Wohl der Allgemeinheit stellten, hätt ich nicht mal ein Problem damit, mich und meinesgleichen zu den Nicht-Aussergewöhnlichen zählen zu müssen, es sei Ihnen und denen also von Herzen gegönnt 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        ja, wirklich nicht besonders ausgewählt,
        die auserwählten Aussergewöhnlichen natürlich…

  • Michael sagt:

    Was wollen Sie von den Tieren lernen ? Das bei manchen Spinnenarten das Weibchen das Männchen nach dem Begattungsakt auffrisst ? Das Löwen, die neu ein Rudel übernehmen, die Jungen des Vorgängers totbeissen ? Das ein Weisshaupt mehrere Weibchen haben kann ? Sich Seeelefanten bis auf’s Blut bekämpfen, wenn es um die Weibchen geht ?
    Ich brauche keine Tiere als Vorbild, wenn ich meine Kinder erziehen will. Ich brauche Geduld, Rücksichtsnahme, Verständnis – und vorallem meine Erinnerungen an meine Kinderzeit, was ich gut oder schlecht empfunden habe.

    • Muttis Liebling sagt:

      Man braucht vor allem keine Detail Beispiele. Ausser Löwen und Spinnen gibt es noch ein paar mehr Arten.

  • H.Trickler sagt:

    Verdammt – Jetzt kommt wieder der tief in meinem Innern liegende Gedanke hoch, dass eine Watsche in gewissen seltenen Situationen die beste Lösung sei?

    • Daniel sagt:

      Wieso? Sind auch Sie übrerfordert? Im Text steht doch vollkommen richtig: „Ebenfalls spannend: Wie geduldig und wenig aggressiv Tiere im Generellen mit ihren Kids umgehen. Das wollen ja auch Menscheneltern in der Regel tun. Aber gerade die grassierende Verunsicherung und der Druck durch Aussenstehende stresst sie dabei. Und Stress und Unsicherheit gehören zu den verlässlichsten Garanten für Überforderung – und folglich Aggression.“

      • Christoph sagt:

        Das ist schon wahr, Daniel. Nur haben Tiere nicht das Problem von herumliegenden Messern, heissen Herdplatten, umkippenden Stühlen und ähnlichem. Das bringt Stress, den die Tiere eben so nicht kennen. Trotzdem, eine Ohrfeige ist kein pädagogisches Mittel, da stimme ich voll und ganz zu.

      • 13 sagt:

        @ Christoph
        Ich würde eher sagen, dass die allermeisten Tiere noch viel grössere Gefahren kennen, als eine heisse Herdplatte. Allerdings leben sie bis zu einem gewissen Grad einfach mit dem Gedanken, dass auch mal etwas passieren kann und haben nicht unser Sicherheitsdenken.

  • Jan Holler sagt:

    Da braucht man nicht ins Tierreich, als kleine Provokation: Macht es wie die Väter und nicht wie die Mütter. Lest weniger Blogs, kümmert Euch weniger um die Meinungen anderer, lasst das Perfektionsstreben weg, die Konkurrenz zu anderen und hört auf, Euch durch Eure Kinder zu verwirklichen.

    • 13 sagt:

      Witzig. Eines der häufigste Problematiken, die in etwas alternativen Mütterforen behandelt werden ist jeweils….mein Mann lässt sich nicht darauf ein, er findet, wir müssen es so machen, wie alle anderen und hat Angst, dass wir ansonsten komisch angeschaut werden…aber gell, jedem seine Sichtweise.

      • Jan Holler sagt:

        Mann oder Memme ist manchmal halt nah beieinander. Mütterforen haben sicher auch eine Ablästerecke, wo man sich gegenseitig gerne recht gibt.

    • Coco sagt:

      Und warum lesen Sie diesen Blog?

  • Susi sagt:

    Andrea Fischer! Schön, etwas von Ihnen zu lesen!

  • Barbara Meier sagt:

    Sehr schön, mal wieder etwas von Ihnen zu lesen, Frau Fischer Schulthess! Vor 24 Jahren bekam ich meine Tochter, das erste Baby, mit dem ich je näher zu tun hatte. Ich war weit weg von zuhause, kannte am neuen Wohnort niemanden, meine Mutter lebte nicht mehr, im Freundeskreis waren auch keine Kinder. Ich war recht aufgeschmissen und nervös damals mit meinem Schreibaby. Da sagte mir mein Vater: „Kümmere dich nicht darum, was du in Büchern liest und was du angeblich tun musst. Hör auf dein Gefühl und vertrau auf deinen gesunden Menschenverstand.“ Das klappte hervorragend und ich kann es nur jedem raten. Aber eben, dazu gehört natürlich auch, dass man eine entsprechende Grundlage durch die eigene Erziehung in sich trägt.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Tja, das mache ich ungefähr. Ich tu einfach das, was mir richtig erscheint. Und wenn es mir plötzlich nicht mehr richtig erscheint, mach ich es anders und versuche es zu korrigieren.
    Von Tieren kann man lernen, aber eben auch nicht. Man kann auch von verschiedenen Theorien etwas lernen, aber eben auch nicht.
    Egal was wir beobachten, die Frage ist immer, wie wir es interpretieren und was wir daraus für uns hinausnehmen. Zwei Menschen sehen das gleiche, der eine zieht daraus gute Schlüsse, der andere völlig irrige.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Darauf bauen dass das „Wissen in uns angelegt“ ist?
    Weil das bei den Tieren ebenso funktioniert und sich diese nicht „beeindrucken“ lassen?

    Dass Mensch sich „beeindrucken lassen kann“ hat sehr viel mit gemachten Erfahrungen und wie man diese in die Biographie einbaut, plus Persönlichkeitsstruktur etc zu tun. Ist man sich dessen bewusst, steht einem ein breiterer Handlungsspielraum zur Verfügung als in-uns-angelegte-Automatismen unreflektiert spielen zu lassen.
    Daher plädiere ich eher für „denke wie ein Mensch und handle danach!“.
    Das gäbe schon genug „Denkanstösse“….

    • Brunhild Steiner sagt:

      Zudem, dieser „Perfektionswahn“, ist es nicht eher so dass dieser von aussen in die Familien reingeschwemmt worden ist? Oder zumindest nicht gerade Entspannung vorherrscht was bspw berufliche Entwicklung usw betrifft, wie sollte man sich gelassen sagen können sollen „wird schon klappen, muss nur auf mein Innerstes hören“ wenn es überall sonst so gerade nicht klappen wird?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Also es ist doch so: von dem „Perfektionswahn“ profitieren doch alle, die etwas dagegen schreiben. Gäbe es ihn nicht, dann hätten sie nichts zu schreiben. Ob es ihn also in der realen Welt tatsächlich gibt oder nicht, ob er tatsächlich so relevant ist oder nicht: sie brauchen ihn unbedingt, um als „vernünftige Stimme“ etwas gegen ihn schreiben zu können.
        Denn seien wir ehrlich, es ist ungefähr der 500. gefühlte Beitrag gegen den „Perfektionswahn“. Und wie immer ist auch jeder Kommentarschreiber GEGEN den Perfektionswahn. Alle grenzen sich von ihm ab, ALLE sind dagegen. Und dennoch hören wir immer wieder, alle seien ihm verfallen.
        Wenn das so ist, dann nützen all die GEGEN-Beiträge nichts. Denn sie erzeugen nur Zustimmung, ohne dass sie je einer betroffen fühlt.

    • mila sagt:

      Sie sprechen mE den Pudelskern an, Brunhild… Ein ,Instinkt‘ ist nur so gut, wie die dahinter liegenden (erlernten) Automatismen. Und die Sache mit den Automatismen ist in aller Regel die, dass man sich ihrer nicht per se bewusst ist. Gerade in Stresssituationen spielen sich, unreflektiert, zahlreiche selbstlaufende Mechanismen ab. Der ‚Instinkt‘ kann einen dann durchaus fehl-leiten, und man ertappt sich dabei, wie man auf eine Art und Weise re-agiert, wie man es nicht wollte (‚genau wie die Mutter/der Vater‘). Entsprechend würde ich mich Ihrem Plädoyer für Bewusst-werdung anschliessen, sei es durch Eigenreflexion, sei es durch zugezogene Hilfe(n). Nebenbei bemerkt: das Thema ‚Instinkt‘ ist vielschichtig und nicht so einfach, wie es der Artikel suggeriert.

    • mila sagt:

      Eine 1:1 Übernahme oder Herleitung des Begriffs aus der Tierwelt verbietet sich im Grunde, eben weil der Mensch ein Tier+ ist. Unsere ‚Instinkte‘ sind teils zwar durchaus gegeben, viele sind jedoch auch geschult (was allerdings auch bei Tieren durchaus der Fall ist, wie man zB aus Studien zur Brutpflege weiss). Auch ein Tier, dass bei einer Mutter aufwächst, die selbst wenig Brutpflege ausgeübt hat, wird eine tendenziell ’schlechte‘ Brutpflegerin. Daraus ziehe man eigene Schlüsse.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Eventuell handelt es sich beim hier verwendeten Wort ‚Instinkt‘ aber auch nur um den Teaser für den Artikel- das würde die Klärung des Sachverhaltes doch erheblich vereinfachen:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Teaser

        Wir müssen ja nicht gleich in die Tiefen der Zoologie, bzw. der Verhaltenspsychologie oder gar der Veterinärpathologie eintauchen, mila 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila

        volle Unterstützung 😀

        @Marcel
        naja, die Bücherschreiberin zwingt uns ja uns der Zoologie zuzuwenden…

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Brunhild: Ja natürlich, das will sie ja auch- unter Verwendung der üblichen Techniken 😉

        P.S. Muss immer noch- immer noch!- schauen, ob man jetzt Brunhild mit einem e am Schluss schreibt oder nicht. Sonst würde es ja Brunhilde heissen, was nachweislich falsch ist, denn Sie heissen ja Brunhild und nicht Brunhilde: Shame on me 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel Zufferey

        also das „shame on me“ darfst Du sehr gerne fürs immer-wieder-mal-ins-Sie-abrutschen“ in Anspruch nehmen, das andere wird Dich glaub ein B logleben lang begleiten, scheint irgendwie traumatisch verankert zu sein 😉

        Aber erinnert mich dran, dass wir schon länger nichts vom Herrn der „Anne with an E“ gehört haben…

      • Zufferey Marcel sagt:

        Uinei, Brunhilde, äh, Brunhild: Wir sind ja perdu, nein, per Du natürlich..!

        P.S. Anne with an E..?

      • Brunhild Steiner sagt:

        Ja, er hat uns doch immer diese Lektüre empfohlen!
        Oder einleitende Sätze wie „was wissen Sie über Astrophysik, gehen Sie auf youtube und schauen sich xy‘ Vorlesungen darüber an, Sie werden staunen und den Horizont erweitern (hoffentlich nicht grad sprengen) und ähnliches, war manchmal wirklich bereichernd der Herr Christian Doerig oder so ähnlich, vermutlich im Seniorenalter, besonders die „Anne with an E“ ist ihm am Herzen gelegen.

      • mila sagt:

        MZ, die Zoologie liegt mir eigentlich gar nicht. Aber Semi-Information noch weniger. 😉

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Brunhild: Ich weiss beim besten Willen nicht, wen du da meinst, Muss am Alter liegen.
        @mila: Das war eine vollwertige Information eines Ex-Schreibenden imfall!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel
        hat mir nur keine Ruhe gelassen und ich hab recherchiert ;-), ist doch zu schade dass Du ihn verpasst hast, hier ein paar Müsterchen:
        „Christian Duerig
        10. Juli 2015 um 22:46
        Brunhild Steiner, hoffentlich haben Sie
        greengables.tripod.com
        unterdessen kennen gelernt. Lucy Maud Montgomery ist mit Anne unsterblich geworden. Google Earth hilft Ihnen mehr über Prince Edward Island zu erfahren. Sie entdecken, wo Avonlea liegt, wo sich die Universität in Charlottetown befindet, uam.
        Sie können sich mit Lucy Maud Montgomery ein besseres Englisch zulegen. Anne war so quick-witted. Viel Spass mit Anne.“

      • Brunhild Steiner sagt:

        und aus einem Sp iegel-Fo rum
        „Das Phänomen Fisherman’s Friend Strongman Run können Sie miterleben, wenn Sie an einem Run teilnehmen. Es wird für Sie ein aussergewöhnliches Erlebnis werden. Bereiten Sie sich sich geistig und körperlich vor, damit Sie einen solchen Anlass geniessen können. Die Power der Jugendlichen kann Ihnen viel aufdecken. Sie werden bescheidener.
        Die Zukunft gehört den vorwärtsstrebenden, den lebensfreudigen, den teilnehmenden Menschen. Depressionen haben keine Platz. Bewegen Sie sich !“

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        „Die Probleme der Gegenwart können Sie nicht mit Philosophie, Geschichte, Literatur lösen. Sie müssen sich für die Naturwissenschaften und Medizin interessieren. Ferner ist es hilfreich zu wissen, wie man mit Geld umzugehen hat.
        Gegenwärtig gibt es noch Lehrer, die Sprachen vermitteln. Diese Lehrer werden auch wegdigitalisiert wie die Bücher und Zeitungen. Sie sind für die Gesellschaft zu kostspielig geworden.
        Lernen Sie Englisch, damit Sie im Internet voll zur Geltung kommen.“

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/
        „Mit 40 verlieren die Sehnen ihre natürliche Elastizität. Die Belastung der Gelenke wird durch die Schläge beim Gehen grösser. Schmerzen melden: Halt, nicht so schnell. Hightech-Laufschuhe verhelfen diese Schmerzen auszublenden, indem sie durch Polsterung der Sohlen verlorene Elastizität ersetzen können. Mit dem Transcend von Brooks werde ich mit 71 erneut am Fishermen’s Friend Strongman Run in Engelberg teilnehmen. Letztes Jahr war ich das erste mal dabei. Ich war ein VIP ! Ich verfolge mit grossem Interesse, wie die Hightech sich weiter entwickelt. In Australien konnte ich 3 Jahre lang die wunderbaren Kängurus bestaunen. So elegant, so leicht, … als könnten sie fliegen.“

      • Brunhild Steiner sagt:

        4/
        das erste aus dem mb, alles andere aus
        ht tp://ww w.spie gel.de /for um/m ember-175 121.ht ml
        war einfacher per goo gle auf seine „gesammelten Werke“ zu stossen als im Ar chiv einzelne Beiträge zu suchen, lesenswert allemal, doch nun genug der Nostalgie, wunderschönes Wochenende!

      • Brunhild Steiner sagt:

        fehlender dritter Teil handelt von Sehnen im Alter, Fussbelastung und hightech-Turnschuhen um dieser entgegenzuwirken, sowie einem, von einem Atemerfrischungspastillenhersteller-gesponserten, erfolgreich absolvierten Sportereignis 😀

        Immer erfrischend unverblümt und eine ganz eigene Marke, aber nun wirklich genug!

      • mila sagt:

        Semi-Information bezog sich auf den Artikel, MZ… wenn schon Zoologie, dann nicht nur ein-seitig passend für die eigene Argumentation. 😉

      • Marcel Zufferey sagt:

        Hm, Brunhild, vielen Dank, dass du dir so viel Mühe gemacht hast, diesen komischen Kauz über mehrere Online-Platformen hinweg zu suchen, um aufzuzeigen, wer er ist, aber ich mag mich partout nicht mehr an ihn erinnern. Wen ich heute öpedie vermisse, ist Eduardo, der politisch zwar ganz woanders zu finden ist, als ich (und den ich anderswo schon gefunden habe, bei fufi, wie mila und Katharina übrigens auch), aber einen prächtigen Humor hatte und überdies ein brillanter Rhetoriker war. Wir beide standen ja auch schon per Mail miteinander im Kontakt, remember? Dieser Nick, Brunhild: wie kann man nur, ehrlich 😉

      • Marcel Zufferey sagt:

        Brunhild, ein Antwort wartet…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel Zufferey

        ohjeh, hast Du irgendwelche, vom System als rauszukatalpultieren bewertete Buchstabenfolgen erwischt, manchmal fragt man sich ja schon…, wenigstens denke ich meist rechtzeitig dran die Haus aufgaben zu trennen damit mich das versteckte Sc hwein drin nicht nirvanisiert. Werd später nachschauen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel
        klar erinnere ich mich, das ist in der Ablage „Elefantengedächtnis“ bis ans Ende aller Tage aufbewahrt… .
        Eduardo vermisse ich nicht unbedingt, aber BlitzBlank bspw sehr obwohl auch nicht auf einer Linie, aber in der Regel immer sehr herausfordernd ohne dabei den Ton in Schieflage geraten zu lassen.
        Oder Marcel Mertz, war zwar selten hier, hat mehr im damaligen Se ktenb log geschrieben.

        Naja, immerhin ist seit einer Weile das Archiv wieder aufgeschaltet, so könnte man in die Erinnerungen abtauchen gehen wenn man möchte; schönen Sonntag!

      • mila sagt:

        Eduardo? Ich denke, Sie
        meinen Orlando… oder kurz O.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila

        ich hab eigentlich immer gehofft dass E&O nicht diesselben seien…, und ja, hiermit oute ich mich als Lounge-mitleserin 😉

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Brunhild: Wir hatten hier eine ganze Reihe von schrägen Vögeln, nicht selten auch weiblichen Geschlechts. Dass Orlando bei Frauen nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung stösst, kann ich mir vorstellen.
        @mila: Genau, den Orlando meine ich. Sie beide schienen sich ja einmal recht nahe zu stehen. Oder täusche ich mich da?

      • Brunhild Steiner sagt:

        … beim drüber nachsinnen wen ich sonst noch so vermisse…, da darf Auguste mit seinen Clips natürlich nicht unerwähnt bleiben!!! 😀

      • mila sagt:

        Eduardo kenne ich nicht (gerade nicht aus der Lounge…), darum war ich kurz verwirrt. War vielleicht jemand vor meiner Zeit. Aber O. ist (nach wie vor) ein guter Freund.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @mila: Sind Sie sicher, dass O. und Eduardo nicht ein und dieselbe Person sind? Zu ähnlich, das Sprachbild der Beiden! Auch die Denke, die Art, sich zu artikulieren, hm…

      • mila sagt:

        Mir sagt der Nick wirklich nichts, ist es ein alter oder neuer? Ich gestehe, ich überlese in den letzten Monaten sehr viele Kommentare – aus reiner Zeitknappheit. Aber mit Sprachanalysen wäre ich (gebranntes Kind) eher vorsichtig.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @mila: Stimmt, Asche auf mein Haupt..! Mea very culpa!

    • mila sagt:

      Respektive: der Mensch hat – bewusst(werdend) – die Möglichkeit, sich für ein anderes Verhalten als das erlernte zu entscheiden. Deswegen das Tier+.

      • Lichtblau sagt:

        @Frau Steiner: Herr Doerig aka „Criggs“ oder so ähnlich, stimmt. Aber wir haben schon von so einigen lange nichts mehr gehört – u. a. von der Person, welche Sie stets ungerührt „Brunhilde“ nannte und den Sportpapi „Sportler“. Bin an einem Regensonntag ins Archiv getaucht, der Mamablog hat schon eine bewegte und teils sehr lesenswerte Vergangenheit.

      • mila sagt:

        Haha! Lesenswert indeed *duck-und-weg*

      • mila sagt:

        SP ist ziemlich sicher in den Ferien. Und kommt bald wieder…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Lichtblau

        stimmt, und zur Brunhilde mit „e“, ich vermiss die aufrührerischen Einwürfe der genannten Unbequemen, auch wenn es zeitweise heftig zu und her ging.
        Bloss bei Ihnen, Sie haben mal anklingen lassen dass Sie früher schon aktiv waren, hab ich keine Ahnung wem ich zuordnen kann, tja, ein weiteres Rätsel in der virtuellen Halbwelt mit dem ich leben muss 😉

  • Zufferey Marcel sagt:

    Hätte es Freud nie gegeben, dann würden wir die Kindheit nicht als das betrachten (und manchmal auch überbewerten), was sie heute ist: Sie wäre einfach ein Lebensabschnitt, wie jeder andere auch, ein Stück Existenz also, mehr nicht. Rousseau müsste man dann konsequenterweise auch infrage stellen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      ich denke eher dann hätte sich irgendwann jemand anderes dieses Thema angenommen, es ist doch gerade die Fähigkeit des Menschen zu beobachten, aufnehmen, reflektieren und Schlussfolgerungen daraus abzuleiten- welche Jahrzehnte oder auch schon früher vom Nächsten kritisch hinterfragt und neu definiert werden, aber zumindest ist so immer genug Futter für die grauen Zellen vorhanden 😀

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ja, Brunhild, das stimmt schon. Aber: Neulich, bei einem Gespräch, sagte mir jemand, dass es nicht nur eine gesunde Reflektion gibt, sondern auch so etwas wie eine Überreflektion. Ich denke, damit hat er recht. Das trifft heute sowohl auf das einzelne Individuum zu, als auch auf ganze Gesellschaften. Das ist vielleicht mit ein Grund dafür, dass sich wieder eher vergangen geglaubte, archaische Verhaltens- und Denkmuster in den hochzivilisierten Gesellschaften des Westens einzunisten versuchen. Wir brauchen gar nicht erst auf die Barbaren zu warten, das Wilde lauert auch in uns selber und versucht sich Bahn zu brechen. Seit der Wahl Trumps scheint mir das jedenfalls so zu sein.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja, man kann zuviel reflektieren Zuffy.
        Aber entscheidender ist immer, ob wir die richtigen Schlüsse ziehen.
        Man kann die richtigen Schlüsse ziehen, mit wenig Reflektion, mit mehr oder mit viel Reflektion. Oder eben man zieht die falschen Schlüsse.

        Die richtigen Schlüsse ziehen, bedeutet Weisheit.
        Ob nun mit viel oder wenig Reflektion spielt keine Rolle.

      • Susi sagt:

        Habe ich da „Freud“ gelesen? Achtung, hier kommt die Freudizei!
        Zuffi, mir erscheinen diese Aussagen wie eine klare Abwehrhaltung Ihrerseits: Verleugnung, Intellektualisierung, Verdrängung.
        (Erzählen Sie mir von Ihrer Mutter!)

      • Zufferey Marcel sagt:

        Haha, Susi: Ich sublimiere doch nur ein bisschen 😉

        Film und Psychoanalyse- da war doch mal etwas bei Ihnen: Nein, auf diesem Gebiet werde ich mich nicht mit Ihnen anlegen! Filme zwar schon, aber.

        P.S. Ich kann stehend pinkeln. Nichts hat mich stärker geprägt, als die frühkindliche Erkenntnis, dass ich das kann!

      • Susi sagt:

        @M.Z.: Wie auch immer man „stehend“ interpretieren soll?

      • Susi sagt:

        Im Ernst jetzt: Natürlich gibt es ein sowas wie eine „Überreflektion“, diese passiert einem Psychoanalytiker aber eher nicht, sondern kann als Teil der Störung interpretiert werden. Oder anders gesagt: Wenn jemand überreflektiert, dann müsste man mal genauer hinschauen, warum er das tut.

        😀

      • Susi sagt:

        Wenn ich es mir genauer überlege: Vielleicht passiert eine Überrekflektion manchmal auch, weil man für etwas ein Erklärungssystem sucht und dann ins Pathologisieren oder Schubladisieren abrutscht. Dieses Verhalten gehört letztlich jedoch auch in den Bereich der Abwehrmechanismen. (Bin ich jetzt gerade am Überreflektieren? Interessant.)

      • Zufferey Marcel sagt:

        Hm, also ich reflektiere mich selber praktisch gar nicht mehr, also nicht überhaupt nicht mehr, aber ich versuche zumindest nicht mehr, krampfhaft das Motiv hinter dem Motiv zu suchen, wie Günther Grass das vor über einem Jahrzehnt einmal an einer Lesung formuliert hat.

        Stehend heisst einfach aufrecht, denke ich. Liegend habe ich das noch nie versucht. Was gibt es denn sonst für Variationen von stehend?

      • Susi sagt:

        @M.Z.: Ich schon, phasenweise immer wieder, vor allem, wenn ich merke, dass ich wieder in alte Muster gefallen bin. Zudem komme ich schlecht an solchen Gedanken/Gesprächen vorbei, mein bester Freund ist Psychoanalytiker, meine beste Freundin Psychotherapeutin. (Aber ich kannte die beiden schon vorher, die Freundin seit bald 40 Jahren und den Freund seit 20, anscheinend waren da halt schon immer ähnliche Interessen.)

        Das mit dem „stehend“ war nur ein anzüglicher Spruch meinerseits. Sie kennen mich ja. Tscha.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        wollte Sie schon länger mal fragen, ob Sie den Artikel über eine Verwandte Freud’s (glaub auf Nichtenstufe oder so), die sich sehr kritisch über das hochzelebrierte Familienmitglied geäussert hat, gelesen haben.
        War, falls mich die Erinnerung nicht trügt, ein Interview im Magazin.
        Jedenfalls stellte Sie sehr in Frage dass sich viele Überzeugungssätze/Grundannahmen von ihm jahrzehntelang und mehr so hartnäckig halten, sie
        hat Einiges sehr in Frage gestellt.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Brunhild

        Freud war schon ein skurriler Typ. Aber gelesen sollte man den schon haben, wenn man mitreden will.

        Freud hatte eine Tochter, Anna, die war wieder mit der glamourösen Lou Salomé befreundet, die wieder mit Rilke und Nietzsche. So läuft sich das fort. Da gehen ganze Kulturlinien gegen- und miteinander.

        Ich lese sehr gerne Freud, aus der Sicht des 21. Jahrhunderts. Man muss nicht Freudianer sein, um Freud zu verstehen. Aber es dauert…

      • Zufferey Marcel sagt:

        @RoXY: „Die richtigen Schlüsse ziehen, bedeutet Weisheit. Ob nun mit viel oder wenig Reflektion spielt keine Rolle.“

        Komisch, ich sehe Ihren Kommentar erst jetzt! Die richtigen Schlüsse ziehen zu können, hat aber auch sehr viel mit der eigenen Person (Reflektion) und wie man die Welt sieht (Weltbild, Weltanschauung) zu tun. Beides ist meiner Ansicht nach aufs Engste verwoben.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @susi: Also gut, stehend geht nicht: Erwischt 😉

        P.S. Ich finde die Art und Weise, wie Sie hier drinnen frisch fröhlich kommentieren, einfach herrlich, wirklich! Mich gibt’s auch auf Facebook, wenn auch in mehrfacher Ausführung. Darunter ist aber nur ein Original. Schreiben Sie mir doch mal eine Nachricht, wenn Sie wollen. Codewort: Die Pizzeria in Züri mit den falsch beschrifteten Originalen, Sie erinnern sich vielleicht. Nein, hier handelt es sich nicht um a) eine Liebeserklärung oder b) eine billige Anmache- sonst hätte ich Sie um Feuer gebeten 😉

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ja, ich erinnere mich, habe es aber nicht mehr so präsent.
        Ich denke, Freud kann einfach nicht 1:1 in die heutige Zeit transportiert werden, vieles ist tatsächlich nicht mehr zeitgemäss. Klassische Analysen nach Freud werden ja auch nur noch als „Selbsterfahrung“ angeboten. Aber als theoretisches Modell finde ich sein Konstrukt noch immer hochinteressant!

        @ML: Genau, von Anna Freud stammt „Das Ich und die Abwehrmechanismen“, tolles Werk!

      • Susi sagt:

        @MZ: Ich habe Sie schon mal nachgeschaut, Cyberstalkerin, die ich bin. 🙂
        Ich schaue nochmals, Moment.

    • Susi sagt:

      Done. Ich bin so erledigt, wenn ichs an den falschen MZ geschickt habe…

  • Stefan W. sagt:

    Ich denke, die wichtigste Botschaft ist sowieso: In all den Jahren menschlicher Existenz, bei all den verschiedenen Erziehungsstilen, die einander abwechseln und jeweils einige Zeit lang als alleinseligmachend propagiert wurden, kamen doch immer die weitaus meisten Kinder am Ende gut raus. Der Einfluss der Erziehung wird wohl überschätzt. Sowohl im Guten, wie auch im Schlechten. Vermutlich genügt es, den Kindern ein verlässliches Umfeld zu bieten.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Ein verlässliches Umfeld bieten ist Grundlage, oder Teilbereich von „Erziehung“.

      • Stefan W. sagt:

        Genau. Und der Rest ist wohl nicht so wichtig bzw, wird in seiner Bedeutung überschätzt. Oder wie sonst könnte man die Beobachtung erklären, dass der Prozentsatz derer, die leider nicht gut rauskommen, durch die verschiedenen Generationen mit ihren zum Teil völlig verschiedenen Vorstellungen von „richtiger“ Erziehung doch immer auf recht ähnlichem, niedrigen Niveau bleibt?

      • 13 sagt:

        Oh, Brunhild, wie schön von Ihnen zu lesen, dass Sie „Erziehung“ in Anführungs- und Schlusszeichen setzen. Ansonsten völlig einverstanden. Die zweite Grundlage neben des verlässlichen Umfelds ist die Beziehung, welche wir zum Kind aufbauen. Mit diesen zwei Dingen ist schon viel getan.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13

        ehm nein, es sollte Sie nicht allzu sehr freuen, die Anführungszeichen habe ich für mich eingeführt wenn ich vermute, dass der Gesprächspartner unter Erziehung eher etwas der destruktiveren, im besseren Fall „überschätzt“ sieht ;-);

        Ihr „aus dem Bauch wär nicht mal so schlecht“ weiter oben; da würde ich mich sogar für alle Fälle, in denen dieser Bauch eine tolle-konstruktiv-gesunde Erziehung genossen hat, anschliessen, mit der Ergänzung dass zu beachten ist dass es für den nachfolgenden Bauch evtl leichte Modifizierungen benötigt 😀

      • 13 sagt:

        Ich bleibe bei meiner Freude, denn immerhin bedeutet es die Akzeptanz, dass das Wort ziemlich missverstanden werden kann. Vielleicht kommt dann doch noch das Gefühl, dass es unglücklich gewählt ist? Wer weiss? Lassen Sie mir die Hoffnung 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        😀
        Sie haben Recht, die Hoffnung sollte man wirklich als aller-aller-allerletztes sterben lassen, geniessen Sie also die Freude in vollen Zügen! Und ein schönes Wochenende mit dazu.

    • Reincarnation of XY sagt:

      10000 Jahre Gewalt und Unterdrückung und stetige Kriege. Nein, ich denke nicht, dass die meisten Kinder „gut“ rauskamen. Sonst wäre die Geschichte der Menschheit eine ganz andere.
      Nur weil wir vielleicht die einzige Generation sind, die ein ganzes Leben in Wohlstand und Frieden verbracht hat, kommen wir auf solch irrige Ideen, Stefan W.

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