Damit Windelwechseln nicht in die Hosen geht

Mit etwas Übung gehts auch am Boden: Ein Vater beim Wickeln. Foto: iStock

Mit etwas Übung gehts auch am Boden: Ein Vater beim Wickeln eines Babys. Foto: iStock

Zwei gute Jahre berichte ich Ihnen nun schon von den Leiden des jungen Brechts. Wie er vom Sofa fiel oder für uns putzen musste. Erinnern Sie sich noch an die Geschichte, als ihm auf dem Töpfchen der Hintern einschlief?

Nein, Sie erinnern sich nicht. Weil es diese Geschichte nicht gibt. Der Brecht ist nun drei Jahre alt und steckt trotz ansehnlicher Blasen- und Darmkontrolle noch in Windeln. Weil er es kann. Remo Largo sagt: «Eltern sollten mit der Sauberkeitserziehung so lange warten, bis ihnen ihr Kind von sich aus signalisiert, dass es sauber und trocken werden will.» Wahrscheinlich signalisiert uns der Brecht vorher, dass er den Führerschein machen will. Natürlich führten wir ein paar Motivationsversuche durch, hatten extra braune und gelbe Stempel gekauft. Das Stempelheft fand der Brecht toll, das Töpfchen trotzdem nicht. Largo hat wohl recht, der Fuchs.

Wickeltische nur für Mutti

Themenwechsel – zumindest so halb. Wir bleiben im fäkalen Kontext. Kürzlich beteiligte mich die geschätzte Mamablog-Kollegin Meier auf Twitter an einer kurzen Diskussion: Es ging darum, dass mitunter selbst neu eröffnete Restaurants nur auf der Damentoilette einen Wickeltisch anböten. Wie schon damals bei Gotthelf, im Ochsen zu Lützelflüh.

Wahrlich nicht sehr fortschrittlich, aber fairerweise muss ich sagen: Ich kann die Behauptung aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.

Meine Intuition hat mich in drei Jahren nur einmal in ein Etablissement geführt, das den Windelwechsel nur den Müttern zugestand. Zum Glück war des Brechts ebensolche zugegen und ohnehin mit Wickeln dran. Klar gabs auch schon Orte ganz ohne Wickeltisch. Da ist dann halt Kreativität gefragt.

Kein Wickeltisch

Nicht an jedem Ort findet unser Papablogger eine zeitgemässe Wickelinfrastruktur. (Foto: Markus Tschannen)

Hier nur der Bogen zum Einstiegsthema: Die grösste Diskriminierung erleben ja nicht Väter, sondern die Eltern von Kindern mit einer 5+ am Hintern. Schon oft betrat ich die Wickelstube mit dem Gedanken: «Soll das ein Witz sein?» Da lag auf dem 40 Zentimeter tiefen Sims eine Unterlage in der Grösse «Frühchen mit angewinkelten Beinen». Oder das von der Wand abklappbare Plastikwännchen «Koala» biegt sich beim Auflegen des Brechts so sehr, dass selbiger ohne Unterschub des elterlichen Knies sanft zu Boden gleitet. Sofern die filigranen Scharnierchen nicht vorher bersten.

Wickeltische nur für schlaue Väter

Wickeln auf dem Sarg

Notfalls lässt es sich ja fast überall wickeln. (Foto: Markus Tschannen)

Solche Szenen setzen voraus, dass man den Wickeltisch überhaupt findet. Nach dem Motto «Dumm wickelt auf dem Boden» braucht es dazu mitunter einiges an Hirnaktivität. Erst letzte Woche weilte ich mit dem Brecht auf dem MS Stadt Thun, als die Natur rief. Ich stieg mit dem dampfenden Kind in den Rumpf, um im Herrenklo natürlich keinen Wickeltisch vorzufinden. Als ich auf dem schmalen Vorsprung oberhalb der Pissoirs die einschlägigen Manipulationen an Brechts Rückseite vornahm, betrat der Kapitän die Szene. Er lachte und erklärte mir während seines Geschäfts, wo ich den Wickeltisch hätte finden können: oben natürlich. Der sei ja im nachträglich eingebauten Behinderten-WC; ebenerdig erreichbar übers Aussendeck.

Später führte mich mein Weg zufällig an besagtem Outhouse vorbei, und was erblickte mein geschultes Auge durch die offene Tür? Einen riesigen, blitzblanken Heavy-Duty-Wickeltisch. Das Modell Babyfant 3000, für Milupa-gemästete Kleinkinder und Jugendliche bis 180 kg: überbreite Edelstahlwanne, gusseiserne Scharniere, unten armierte Betonstützen und oben Stahlseile aus den Restbeständen der Golden Gate Bridge. Dazu eine Wickelunterlage aus Kohlefaser und Kevlar in Hellbeige mit pastellgrünen Herzchen.

Aber gut möglich, dass ich halluziniere. Ich bin schliesslich seit drei Jahren täglich Pipidämpfen ausgesetzt.

76 Kommentare zu «Damit Windelwechseln nicht in die Hosen geht»

  • Reto Seiler sagt:

    Finde es auch schade, dass die Wickeltische oft an die Damenklos gebunden sind. Aber ich hatte nie Skrupel, trotzdem dort rein zu gehen. Bytheway: habe eine Tochter (diese hat zwar keine Windeln mehr, geht jedoch noch nicht alleine auf die Toilette) und ich gehe mit ihr immer auf die Damenklos – will ihr die verp… Klos auf den Herrentoiletten und die Männerblicke ersparen…

  • Stef "Wick" Naef sagt:

    2017 und dennoch in 80% der Fälle finde ich in Restaurants/Cafés den Wickeltisch im Männer-WC nicht. Sowas nennt man Emanzipation?!? Ich wickle notfalls mein Kind (das dritte nun…) im Damen-WC, wobei ich mir auch schon Kommentare wie „Was machen Sie da?“, „Sie sind ein Mann, Sie haben hier nichts verloren!“ anhören musste. Irgendwas läuft da gewaltig schief…

    • 13 sagt:

      Das orange M ist oftmals die Lösung. Die haben überall Wickeltische auch im Männerklo. Aber Sie haben natürlich recht. Ich lächle darum konsequent jeden Mann, der im Frauen-WC wickelt freundlich an!

  • SonnenW sagt:

    Super Text und Bilder, da kommen viele Erinnerungen an wildwest-Wickelmethoden hoch. Unsere Tochter haben wir durch lustiges Outdoor-Pinkeln entwöhnt, die Methode ist aber im urbanen Kontext wohl wenig akzeptiert (obwohl aus Nachbars Hund wahrscheinlich mehr rausläuft als aus einem kleinen Kind). Fürs WC hat die Bestechungsmethode bestens funktioniert. Pro Bisi/Gaggi ein Gummibärli. Sogar den Dreisatz hat sie dabei mit 2.5 schon gelernt („das isch aber es grosses Gaggi gsii, jetzt gitts 2 Gummibärli“). Nach 1 Woche war dann das mit den Gummibärli auch gegessen. Buchstäblich. (Die Methode gibts mit abgeschwächter Wirkung möglicherweise auch in gesund oder homöopathisch).

  • bcn sagt:

    muss lachen ohne ende!! danke danke danke für die immer lustigen texte
    … wir haben die wickelphasen etwa ähnlich erlebt.

  • Ottofant sagt:

    hihi, so lustig geschrieben… NICHT

  • Zufferey Marcel sagt:

    „Es ging darum, dass mitunter selbst neu eröffnete Restaurants nur auf der Damentoilette einen Wickeltisch anböten.“

    Da wäre doch ein shitstorm am naheliegensten- am besten so inszeniert, dass der Restaurantbesitzer gleich am nächsten Tag den Laden dicht machen muss..!

  • Elli sagt:

    meine Geschwister und ich wurden nach „Seeländer/Bea“ Methode trocken, wir haben kein Trauma. Meine Kinder genauso… wenn das Kind mitspielt, warum nicht?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Elli
      Sie wurden stundenlang in nasser Hose rumlaufen gelassen? Und haben „mitgespielt“?

    • Martin Frey sagt:

      Ob ein einzelnes Kind mitspielt, ist selten ein gutes Argument in solchen Fragen, Elli. Gilt ja für die meisten „hat noch keinem geschadet“ Themen…

      • mila sagt:

        MF, ein guter Literaturtipp wäre hilfreich. 😉

      • mila sagt:

        Übrigens, mein Kind ist kaum ein Jahr alt geworden, da kamen schon die ersten Hinweise zum ‚Töpfchentraining’… in einem Fall mit einer exakten Aufzählung, mit wieviel Monaten Kinder aus der eigenen Freundesumgebung trocken wurden (gestaffelt von 16-22 Monaten). Ja, da hab ich erst mal leer geschluckt.

      • Martin Frey sagt:

        Ich verstehe nicht ganz, mila. Literaturtipp fürs Töpfchentraining? Oder zu entwicklungspädiatrischen Fragen?
        Wir haben unseren Nachwuchs einfach immer nur motiviert, aufs Töpfchen zu gehen. Sowie die Abmachung getroffen, dass das Kind entscheidet, wenn wir es ohne Windeln probieren wollen.
        Nicht nur in dem Gebiet, sondern auch in anderen, haben wir auf eine eher spielerisch-motivierende-selbstverantwortliche Art mehr und teils auch schneller erreicht als Leute in unserem Umfeld mit Drill und Zwangmethoden. Teils zum Ärger derselben.

      • mila sagt:

        Ich mag nur schon das Wort Töpfchentraining nicht. Die Frage ist, ab wann Kinder reif für entsprechende ‚Motivationen‘ sind, und wie man das (ohne Wunschdenken) erkennt. Was mir schon (ungefragt) an mehr oder weniger subtilem Zwang ‚angetragen‘ wurde, auch in anderen Themenbereichen, finde ich erstaunlich. Bisher sind wir mit Vertrauen in unser Kind, respektive auf Reif-ung, bestens gefahren. Ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern. 😉

  • dres sagt:

    Wickeln können echte Kerle immer und überall, sogar mit einem Bier in der Hand. Schon nur deshalb, damit das Apéro nicht frühzeitig abgebrochen muss. Dito bei Bergtour, Strand, Zug, Auto, Fussballstadion oder wo auch immer.

  • Karl von Bruck sagt:

    Wenn man“n“ schon Mama ersetzen will, soll er sich auch entsprechend verkleiden (Rock und Langhaarperuecke). Dann kann er auf der Damentoilette wickeln. Eine andere Loesung waere, sanitaere Einrichtungen mit abschliessbaren Einzelkabinen fuer das WC und die Douchen endlich fuer alle Geschlechter freizugeben, statt weiterhin nach Geschlechtern zu segregieren….

    • Antje Solveigh sagt:

      @13: Also wenn ich als Frau nach dem Tampon-Wechsel aus der Kabine komme und mir die blutigen Finger am Waschbecken im Vorraum waschen muss, dann bin ich schon immer froh, wenn kein Mann neben mir dumm guckt.
      Genauso, wenn ich mir VOR dem Gang in die Kabine die Hände wasche – da haben auch schon Männer dumm geschaut. Beim Tampon-Wechsel habe ich aber nunmal gerne möglichst wenig Käfer an den Fingern.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Also ich bin beim stehend (!) Brünzeln amix auch froh, wenn keine Frau anwesend ist. Eine nach Geschlechtern getrennte, öffentliche WC-Anlage ist u. a. auch eine Art Intimsphäre, finde ich. Da sind Mann und Frau gerne unter sich. Das dürfte auch der wahre Grund für den Wiederstand gegen Unisex-Toiletten sein- und nicht etwa superpolitische, trans- oder sonstwie -phobe Gründe, wie immer wieder kolportiert wird.

      • 13 sagt:

        @ Z.M.
        Etwas geschlossenere Pissoirs sehe ich als eine Voraussetzung für unisex-Toiletten, keine Angst. Mir ist es ja grundsätzlich egal. Das einzig Mühsame empfinde ich es mit meinem Sohn unterwegs zu sein, der sich dann weigert auf die Damentoilette zu gehen und es nun mal auch Orte gibt, wo ich ungern einen sechsjährigen alleine gehen lassen würde (z. Bsp. italienische Autobahnraststätten).

      • Marcel Zufferey sagt:

        @13: Stimmt, das ist natürlich äusserst unangenehm mit dem Sohn. Bei mir müsste er einfach. Sonst würde ich ihn vor die Wahl stellen: Entweder nasse Hose und ganz sicher viele kichernde Mädchen- oder! Unisex-Toiletten sind auch für mich nicht gerade das vordringlichste Problem unserer Zivilisation. Wobei die Meinungen ganz speziell hier ja bekanntermassen weit auseinander gehen.

  • 13 sagt:

    Toller Text, wie immer haben Sie mir den Morgen versüsst. Wobei ich es nur in der Zeit mühsam fand, bis mein Kind stehen konnte, danach konnte es überall erledigt werden, wie Eva schreibt. Und es ist ja bald wieder Sommer, da wird es eh einfacher 😉

  • Walter Boshalter sagt:

    Das finde ich jetzt ja einen witzigen Zufall. Auch ich durfte meiner damals 2 Jahre alten Berta in Bodie die Windeln wechseln. Und zwar etwa 40 Meter von Brechts Wickelplatz entfernt.

  • Marc sagt:

    Ich war immer wieder erstaunt, wie lieblos und unpraktisch die Restaurant- und Hotelbesitzer die Wickelplätze eingerichtet hatten. Klar, man war froh, dass überhaupt eine Gelegenheit geboten wurde, aber sehr willkommen fühlt man sich nicht.
    Gleichzeitig jammern ebensolche, dass sie an den Nachmittagen kaum mehr Kundschaft hätten und geben dem Rauchverbot schuld.

  • Thomas Jordi sagt:

    Öhm, wir leben im 21. Jahrhundert, da geht Mann einfach mit Kind auf die Damentoilette und wickelt dort auf dem Wickeltisch. Wo ist das Problem?
    Wird ja auch nicht zwingend einfacher, wenn die Tochter zwar selbstständig auf’s WC geht/will, aber für gewisse Dinge noch Hilfe benötigt. Welche Toilette benutzt man(n) dann? Ich nehme einfach immer diejenige, die gerade frei ist. Gab jetzt eigentlich noch nie Probleme.

    • Marc sagt:

      Ich gehe auch auf die Damentoilette, wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist.
      Ich schaff es sogar, den Vorgang des Urinierens nicht zu Unterbrechen, wenn die Putzfrau emsig die Toilette betritt und links oder rechts mit Reinigungsarbeiten des Pissoirs startet.

      Allerdings finde ich es unpassend und ungemütlich. Für alle.

      • Mein Hauptproblem ist inzwischen wirklich, dass alle öffentlichen Wickeltische zu klein sind. Die sind doch alle für Neugeborene konzipiert.

      • Marc sagt:

        Herr Tschannen, DAS wäre doch eine gute Geschätsidee für uns zwei. Mit einem Wohnmobil, ausgestattet mit flotten Wickeltischen, von Restaurant zu Restaurant fahren. (Natürlich mit Chauffeur, welcher gelernter Monteur ist) Mit 2-3 Gläsern Wein die Zeit im Restaurant geniessen, um dann, mit Kind, die Wickeltischzone zu besuchen um kurz danach, händeringend, dem Chef zu erklären, dass sein Wickeltisch Scheisse ist. Zufälligerweise würde unser Chauffeur, welcher unauffällig am Nebentisch sitzt, aufstehen und dem Chef erzählen, dass er noch einen Restposten Wickeltische im Auto habe, er könnte ihn jetzt sofort, zu einem Freundschaftspreis, installieren.

        Und mit dem Gewinn machen wir uns einen schönen Entdeckungstag mit Kindern in einer neuen Stadt, und lassen uns nach hause fahren.

      • Mich fasziniert dieser feine Grat zwischen Genialität und Kriminalität. Ich kümmere mich ums Wohnmobil, du um den Monteur. Die Wickeltische schrauben wir bei den Thunersee-Schiffen ab.

      • alam sagt:

        Selten so gelacht!
        …aber so schlecht ist die Idee nicht…

    • Christoph Bögli sagt:

      Was ein weiterer Grund wäre, geschlechtsspezifische Toiletten abzuschaffen, zumindest wo es keinen naheliegenden Grund für solche gibt. Wenn etwa, wie in so manchen Restaurants oder Cafés, Einzelkabinen nach Geschlechtern getrennt werden (und der Wickeltisch dann in der Frauenkabine versteckt wird), ist das ja definitiv überflüssig, um nicht zu sagen absurd.

      • 13 sagt:

        @ Ch. Bögli
        Was ist denn für Sie ein naheliegender Grund für geschlechterspezifische Toiletten?
        (Ich habe noch keinen gefunden)

      • Martin Frey sagt:

        @13:
        „Was ist denn für Sie ein naheliegender Grund für geschlechterspezifische Toiletten?“

        Wie wäre es mit zB. Schutz der Privat- und Intimsphäre?

      • Antje Solveigh sagt:

        @13: Also wenn ich als Frau nach dem Tampon-Wechsel aus der Kabine komme und mir die blutigen Finger am Waschbecken im Vorraum waschen muss, dann bin ich schon immer froh, wenn kein Mann neben mir dumm guckt.
        Genauso, wenn ich mir VOR dem Gang in die Kabine die Hände wasche – da haben auch schon Männer dumm geschaut. Beim Tampon-Wechsel habe ich aber nunmal gerne möglichst wenig Käfer an den Fingern.

      • 13 sagt:

        @ Antje
        Ich sage nur Mooncup, da müssen Sie keinen Tamponwechsel im öffentlichen WC vornehmen. 😉 Uns ansonsten hat Frau hoffentlich eh eine Wasserflasche oder zumindest ein Feuchttüchlein in der Tasche. Ich würde wohl auch etwas komisch schauen im Hinterkopf den Gedanken, ob sie nun damit die Türe geöffnet hat. Ich glaube, ich gehe ab jetzt aufs Männer-WC. Das Händewaschen vor dem WC-Gang kann ich nachvollziehen, auch ohne Tamponwechsel. Dass das für jemanden ein Problem darstellt, kann ich mir kaum vorstellen.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Der Schutz der Privatsphäre gegenüber dem anderen Geschlecht ist grösser als gegenüber Geschlechtsgenossinnen? Bei Duschkabinen kann ich das noch nachvollziehen, aber bei der Toilette? Da wäre es ohnehin sinnvoll, die Planer würden diesen Aspekt einbeziehen und ganze Wände bauen. Wir haben übrigens im Büro eine Unisex-Toilette wie auch in den vier Büros, wo ich zuvor arbeitete. Ich hatte nie das Gefühl, meine Privatsphäre wäre damit verletzt. Nicht einmal als ich sie zum Milch abpumpen benutzen musste, da ansonsten kein Raum zur Verfügung stand.

      • Martin Frey sagt:

        @13: Wie oft bei solchen Themen bringt man einiges durcheinander.
        Denn es ist m. E. ein Unterschied, ob Sie im Büro zwei abschliessbare Toiletten haben die von allen Geschlechtern gleich benutzt werden können. Oder ob ihre 10 jährige Tochter in einer öffentlichen Toilette mit 40+ Pissoirs neben vielleicht doppelt so vielen Männern warten muss, bis irgendwo ein Kabinchen frei wird. Bei welchem dann vielleicht auch noch die Türverriegelung kaputt ist.
        Verstehen Sie, worauf ich hinaus will?
        By the way, wir Männer wollen mehrheitlich auf Pissoirs nicht verzichten. 😉

      • Ka sagt:

        @ Martin Frey: es ist planerisch doch überhaupt kein Problem zuhinterst im Raum etwas abgeschirmt noch ein paar Piossoirs zu montieren, die müssen ja nicht gleich im Eingangsbereich neben den Lavabos montiert sein. Wenn es nicht mehr zwei WC-Anlagen braucht, hat man dafür mehr Platz und kann kreativ optimal angeordnete WC Räume planen.

      • Sportpapi sagt:

        Womit das Hauptproblem ja angesprochen wäre. die praktischen und effizienten Pissoirs, die man in gemischten Toiletten wohl eher nicht hätte. Wobei man die auch etwas verstecken könnte, und schon geht es.

      • Sportpapi sagt:

        Andererseits wollen wir Männer ja auf ein sauberes Klo sitzen – also doch lieber Geschlechtergetrennt…

      • Martin Frey sagt:

        @ka:
        „es ist planerisch doch überhaupt kein Problem zuhinterst im Raum etwas abgeschirmt noch ein paar Piossoirs zu montieren, die müssen ja nicht gleich im Eingangsbereich neben den Lavabos montiert sein.“
        Einverstanden. Grundsätzlich geht das alles, es ist letztendlich eine Frage der Investitionen, sowie des Willens. Aber nicht zuletzt auch der Akzeptanz.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Ja, weiss ich. Wie oben geschrieben, müsste es baulich anders gelöst werden (nicht durch Aufhebung der Pissoirs, das habe ich selbstverständlich nicht gemeint 😉 . Ein wichtiges Thema ist es ja nicht. Ich finde es schlicht interessant, dass in einer Kultur, wo sich dahingehend entwickelt, dass alle Wege beiden Geschlechtern offen stehen soll und sogar Badis immer mehr gemischte Garderoben haben, an getrennten Toiletten festhält.

      • Susi sagt:

        Ich war heute Nachmittag grad auf einem Unisex-WC. Ein charmanter junger Mann war vor mir, hielt mir aber die Tür zum Klo auf und sagte mit einer leichten Verbeugung: „Ladies first!“ Wie galant! Ich trat lächelnd ein und sagte: „Was für ein Gentleman!“ Und er: „Immer!“
        Was einem nicht alles entgeht auf den getrennten Toiletten!

  • J.A. sagt:

    Ihr Text ist grossartig geschrieben, und was den letzten Abschnitt angeht: selten so gelacht!
    Warum nur gibt es (bis jetzt wenigstens) nur so bierernste Kommentare?

  • baldbaldistestrocken sagt:

    wird immer besser, die dritte Nacht, ohne nasse Unterhosen. Wir haben abgemacht nach Ostern und Ferien, nimmt der Osterhase auch gleich die Windeln mit. Es wird immer besser.

  • Eva sagt:

    Grössere Kinder könnte man auch im Stehen wickeln. Kooperatives Kind vorausgesetzt, klappt das mit etwas Übung (fast) überall.

    • Mit dieser Technik konnte ich mich nie so recht anfreunden. Vermutlich tu ich mich schwer, weil der Brecht so ein schmales Becken hat. Bei ner Pipiwindel geht’s vielleicht noch, aber die muss man ja eh nicht notfallmässig wechseln.

  • Seeländer sagt:

    Wenn mein Kind sprechen kann und immer noch in die Windeln macht, dann würd ich ihm dann keine mehr anziehen, und wer nicht frühzeitig Meldung gibt, der läuft dann halt ein paar Stunden mit nassen Hosen rum.
    Mal sehen wie oft dann noch genässt wird bis man es gelernt hat.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Seeländer

      sprechen Sie da aus tatsächlicher Erfahrung?
      Wär jedenfalls an Ihrer Stelle sehr vorsichtig mit derlei Absichten, die Entwicklungen können in Teilgebieten äusserst unabhängig verlaufen, ein frühes sprechenkönnen bedeutet eigentlich gar nichts.
      Wenn Sie es schon nass rumlaufen lassen, dann sorgen Sie wenigstens dafür dass entwürdigende Kommentare wegbleiben.
      Und behalten Sie im Hinterkopf dass möglicherweise später nächtliches Einnässen die Quittung für diesen Drill sein sein könnte.

    • The American sagt:

      Echt jetzt? Die Sprachentwicklung hat doch mit anderen Entwicklungen gar nichts zu tun. Ziehen Sie Ihrem Kind auch die Milchzähne sobald es gehen kann?

      • Angie sagt:

        Sie wollen ihr Kind absichtlich beschämen? Geht’s noch? Drill bringt absolut nichts, ihr Kind wird deshalb nicht früher trocken.

    • Leo Schmidli sagt:

      Wie einige hier schon geschrieben haben, sind die Entwicklungen nicht linear bzw. parallel. Es ist wie bei Erwachsenen: Nur, weil jemand schreiben kann und in der Lage ist Kommentare zu verfassen, bedeutet das nicht, dass auch Sinnvolles dabei rauskommt…

    • 13 sagt:

      @ Seeländerin
      Ich habe mal einen Jungen kennengelernt, der immer mit dem Gürtel geschlagen wurde, wenn morgens das Bett nass war. Die Konsequenz dieser Erziehung war, dass er mit 4,5 selber heimlich die Bettwäsche wechseln und die Waschmaschine bedienen konnte. Er nässte aber noch mit 10 ein.
      Durch Ihren Vorschlag lernt das Kind höchstens, dass es der Mutter sch***egal und sie es ok findet, wenn er gedemütigt wird. Damit wird irgendwann soweit sein, sich selber umziehen zu können oder rennt aus Angst alle 2 Minuten zum WC. Trocken wir es so eher nicht früher.
      Der hygienische Aspekt wenn ein Kind seinen Urin oder Schlimmeres überall verteilt, wenn es sich hinsetzt oder auch schon etwas anfasst, kommt dann noch dazu.

      • Bea sagt:

        ein zwei jähriges Kind wird doch nicht gedemütigt wenn es in die Hose macht, und man ihm dann gleich frische Hosen anzieht. Ist ja wohl ein Witz. Mein Sohn wurde so sehr schnell trocken und nein, ich habe ihn nicht mit dem Gürtel geschlagen, er hat nämlich praktisch nie ins Bett gemacht. Ein paar Tage machen die dann mal versehentlich in die Hosen und das wars. Hier gleich von Demütigung zu sprechen find ich jetzt sehr sehr deftig. Aber ja, man kann dem Kindchen ja auch noch im Kindergarten Windeln anziehen. Ich denke das ist die grössere Demütigung, als einem zweijährigen die Windel einfach wegzunehmen und ihn zu lernen oder immer wieder zu fragen ob er Pipi machen muss.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Super Idee: mein Grosser hat mit 18 Monaten schon Sätze gesprochen, der Kleine hat man mit 4 noch ksum verstanden. Nach Ihrer Logik hätte der Grosse mit 18 Mt und der Kleine bis 4 Windeln tragen dürfen.

        Ich hoffe doch, dass Sie keine Kinder haben.

        Beide waren übrigens mit ziemlich genau 4 Jahren windelfrei. Der Grosse war zu faul um aufs WC zu gehen und der Kleine fror am Popo ohne Windel und musste alle 7 Minuten Pipi machen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Bea

        warum fühlen Sie sich angesprochen?

        Es geht explizit um „der läuft dann halt ein paar Stunden mit nassen Hosen rum.“
        Finde ich ebenfalls sehr deftig wenn sowas nicht richtig gelesen wird, und man auf die Solidaritätsbarrikaden klettert.

      • 13 sagt:

        @ Bea
        Wie BS zurecht schreibt, besteht ein gewisser Unterschied zwischen:
        „der läuft dann halt ein paar Stunden mit nassen Hosen rum.“ (Seeländerin)
        und
        „und man ihm dann gleich frische Hosen anzieht.“ (Sie)
        Die „Demütigung“ bezieht sich ausschliesslich auf das Erste. Ihr Vorschlag ist nicht demütigend, im Gegenteil, es kann klappen, sofern die geistige Bereitschaft schon da ist, wann das der Fall ist, ist individuell, weshalb es auch da keine Garantie gibt, dass es klappt. Daher ist es nicht aussergewöhnlich, dass auch ein 4jähriges noch Kinder trägt. Dass aber die viel zu guten Windeln, die kein Nässegefühl zulassen, mit ein Grund sind, dass Kinder heute eher später trocken werden, bin ich auch der Meinung.

    • Dänu sagt:

      Verzichten Sie auf Kinder, entscheiden Sie sich für einen Hund.

    • Martin Frey sagt:

      @seeländer, bea:
      In keinem kindlichen Entwicklungsstadium gibt es mehr Kindsmisshandlungen, als im Rahmen des potty training.
      Lesen Sie vielleicht mal ein Buch über Entwicklungspädiatrie.

    • Wir haben das mal probiert. Also nicht „ein paar Stunden mit nassen Hosen“, aber einfach mal keine Windel anziehen. Dem Brecht war’s egal. Er hat sich gefreut, dass er danach baden durfte. Ich persönlich fand Pipi auf dem Sofa aber nur so mitteltoll.

      • Bea sagt:

        @ Martin Frey, vielleicht sollten sie einfach alle mal weniger Ratgeber lesen und auf den gesunden Menschenverstand hören, falls er noch vorhanden ist. Natürlich ist es Kindsmisshandlung dem Kind mit dem Gürtel zu geben, oder es Stunden lang in nassen Hosen rumlaufen zu lassen. Auch sollte man niemals schimpfen wenns passiert. Ich bin aber überzeugt, dass es für ein Kind weniger ein Problem ist mit zwei Jahren mal in die Hosen zu machen als mit 4 Jahren. Oder wurden wir nun alle misshandelt weil unsere Mütter uns früher einfach die Windeln entfernten obwohl wir vielleicht noch nicht selbst bereit waren. Kinder können das lernen, auch schon mit 2 Jahren, da bin ich überzeugt.

      • Martin Frey sagt:

        @Bea:
        Die Entwicklungspädiatrie sagt uns, dass derartige Dinge eben weitgehend Entwicklungsschritte sind, die mit den diversen Methoden des toilet/potty trainings nur bedingt beeinflussbar sind. Das Potential aber, mit derartigen Methoden Schaden anzurichten, ist sehr viel grösser. Auch in Hinblick aufs trocken sein, wie 13 mit ihrem Beispiel schön dargelegt hat.
        Darum ging es mir.

      • 13 sagt:

        @ Bea
        „Natürlich ist es Kindsmisshandlung dem Kind mit dem Gürtel zu geben, oder es Stunden lang in nassen Hosen rumlaufen zu lassen.“
        Sie kritisieren bei mir das Wort „Demütigung“ und benutzen selber das Wort „Kindesmisshandlung“?
        Lernen…ja, wenn es soweit ist. Ich kann auch ein 3-Monate altes Kind auf die Füsse stellen und ich verspreche Ihnen, es wird laufen lernen. Vermutlich so durchschnittlich nach ca. 9 Monaten, wann es das eh gelernt hätte. Aber warum der Aufwand?

  • Susi sagt:

    Bis zur Hälfte des Textes dachte ich: „Ha, ich gehörte halt zu den ganz Schlauen/Unkomplizierten, ich hatte einfach immer ein Tuch dabei und wickelte auf dem Boden, das rate ich MT dann in den Kommentaren! Und dann lese ich: „Nach dem Motto «Dumm wickelt auf dem Boden»“
    Hmmm. *zerknirscht-vor-mich-hinguck*

    • Haha, sorry. Aber als Trost: Ich bin sogar so dumm, ich habe nicht einmal zu Hause einen Wickeltisch sondern wickle auch da am Boden.

      • Susi sagt:

        Wir hatten zuhause auch keinen, wir benutzten einfach das Pult.
        B-)

      • tststs sagt:

        Spätestens wenn man die Windelinge ausser Haus gibt, MUSS mit dem Boden gerechnet werden… (hey, Gottis haben Spielzeug, nicht Wickeltische) 😉

      • Henriette sagt:

        Ich habe ein Boxspringbett, darauf wickelt es sich nicht schlecht.

Kommentar

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