Life-Hack: 8 Plug-ins für Eltern

Und, welchen Life-Hack möchten Sie hier anwenden? Foto: Getty Images

Ach, könnte man sich doch einige dieser Extra-Features, die das Elternleben wesentlich leichter machen, einfach im Internet kaufen – andererseits, ihr wisst ja, «best things in life are free!» Und manchmal kann man sich selbst ein kostenloses Update verschaffen. Eins, das einen echten Life-Hack darstellt. Hier meine 8 Lieblings-Features:

Mittagsschlaf trotz Kindern

Wie lange kann er schlafen? Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Herrliche Erholung für Mama/Papa. Alles gleich viel schöner und entspannter. Systemvoraussetzungen: Müdes Kind oder eines, das Rhythmus mit Mittagsschlaf gewohnt ist. Alternativ ein Kind, das gross und brav genug ist, sich alleine zu beschäftigen.
Kosten: Eventuell muss hinterher das komplette Kinderzimmer aufgeräumt werden. Und die Wände sind bemalt.
Bugs: Extrem fehleranfällig. Schon kleinste Irritationen können den Mittagsschlaf unterbrechen.

Tisch decken/abdecken mit Kinderhilfe

Hält das Geschirr? Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Teller, Besteck, Nahrung wird transportiert. Verringert Laufwege und spart Zeit.
Systemvoraussetzungen: Kind muss sicher (!) laufen können.
Kosten: Gut möglich, dass Geschirr nachgekauft werden muss. Und Nahrungsmittel anstatt auf dem Tisch auf dem Boden landen.
Bugs: Zeitersparnis zweifelhaft und stark von Unfallquote bei Transport abhängig. Kann zu Tränen führen.

Auf Geschwister aufpassen

Kein Kindersitter weit und breit? Geschwisterstreit! Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Bietet die Chance, ohne Kinder einkaufen / zum Sport / zum Elternabend zu gehen, und spart Geld, das ansonsten für einen Kindersitter draufginge.
Systemvoraussetzungen: Mindestens 12 Jahre altes Kind als älteres Geschwister, besser sind 14–16 Jahre.
Kosten: Möglicherweise sind Bestechungsgeschenke (Schokolade, DVD gucken) nötig.
Bugs: Erfolg bei plötzlich einsetzendem Geschwisterstreit jederzeit zunichte.

Kind kann 1–2 Stunden alleine bleiben

Ruft er bald einen Elternteil an? Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Siehe Plug-in «Auf Geschwister aufpassen», nur ohne Geschwister.
Systemvoraussetzungen: Kind ist im Schulalter, traut sich Alleinebleiben zu, und es sind Nachbarn vorhanden, bei denen es klingeln kann, falls es Probleme gibt. Elternteil sollte über Handy erreichbar sein und innerhalb von 5 bis 10 Minuten wieder zu Hause sein können.
Kosten: Vergleichbar mit denen von «Mittagsschlaf mit Kindern», eventuell sind auch Bestechungsmitbringsel erforderlich.
Bugs: Anfänglich meist grosse Nervosität bei der abwesenden Mutter / dem Vater. Von Kinderseite aus normalerweise kein Problem.

Richtig lange durchschlafen

Daran könnte man sich gewöhnen: Die Nächte durchschlafen. Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Erholung pur, Augenringe verschwinden, stark verbesserte Laune und Lebensqualität. Kann sogar zur Rückkehr der Libido führen!
Systemvoraussetzungen: Entweder ein Wunder oder Grosseltern vor Ort. Alternativ das Erreichen des Grundschulalters und das damit verbundene gesteigerte Interesse am Aus- und Durchschlafen.
Kosten: Keine bei Wundern, Dankbarkeit gegenüber Grosseltern. Kann zu vermehrtem Aufkommen von Erziehungstipps und gut gemeinten Ratschlägen seitens der Grosseltern führen.
Bugs: Es tritt ein rascher Gewöhnungseffekt ein. Wer einmal durchschläft, will das wieder. Und wieder.

Im Hof spielen ohne Aufsicht

Erhöhter Kreidebedarf: Ein Knabe zeichnet. Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Fröhlich spielende Kinder, gute Laune bei Eltern und Kind, Gewinn an Freiraum.
Systemvoraussetzungen: Hof. Bei Kleinkindern einer mit Mauern/Zaun, bei Schulkindern kann es sich auch um offenes Gelände handeln. Ausserdem sind weitere Kinder förderlich.
Kosten: Kurzfristig ist erhöhter Pflasterverbrauch möglich und ein hoher Verbrauch an Strassenmalkreide wahrscheinlich.
Bugs: Grosse Abbruchquote – bei Streit unter den spielenden Kindern ist die Ruhe schnell dahin. Dieser kann jederzeit eintreten.

Alleine Bus und Velo fahren

Reif für den Bus. Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Grosse Erleichterung im Alltag, da Kind nun selbst mobil ist und zu Verabredungen / Sport / in die Schule fahren kann.
Systemvoraussetzungen: Einige Übungseinheiten nötig, für die ein Elternteil gebraucht wird. Und eine gewisse Reife beim Kind.
Kosten: Kostet vor allem Nerven, weil Eltern sich speziell anfangs viele Sorgen machen. Und mitfiebern…  Nicht selten gehen auch Fahrradschlösser, Schlüssel oder Fahrkarten verloren.
Bugs: Fahrradstürze, verpasste Busse oder Haltestellen können den sofortigen Einsatz der Eltern als Abholservice und Tröster erfordern.

Seepferdchenabzeichen

Ihm steht der Schwimmkurs noch bevor. Foto: Getty Images

Funktionsumfang: Entspannung beim Schwimmbadbesuch und Einstellen der ständigen Rettungsschwimmeraufsicht durch Eltern.
Systemvoraussetzungen: Kind muss Schwimmkurs erfolgreich absolviert haben. Meist eher zwei als einen. Normalerweise ab frühestens 6 Jahren durchführbar.
Kosten: Je nach Wohnort zwischen 50 und 200 Franken (mancherorts via Schwimmvereinsmitgliedschaft).
Bugs: Durch viele verpasste Schwimmkurstermine im Winter bei Grippe/Erkältung kann sich die Sache über 1 bis 2 Jahre hinziehen. Und echte Entspannung setzt erst mit dem Erwerb des Bronze-Schwimmabzeichens ein, was den Besuch weiterer Schwimmkurse erfordert. Gut Ding will Weile haben…

57 Kommentare zu «Life-Hack: 8 Plug-ins für Eltern»

  • Clinus sagt:

    Zum Thema Schwimmkurs gibts hier sehr gute und sachliche Kommentare! Wer es selbst beibringen konnte: prima. Wir habens per Schwimmkurs gemacht. Das ist als betreuende Mutter mit kleinerem Kind (das noch nicht alt genug ist) stressig, zeitaufwändig, man macht es sich damit nicht leichter. Aber ich genoss dann auch die Zeit im Bad mit dem Jüngeren, während die Grosse im Kurs war. Was micht gestört hat: die Kursstruktur wurde geändert in der Zeit. Die Grosse lernte mit der „alten“ Struktur im ersten Schwimmkurs schwimmen und in den weiteren Kursen dann Brust- und Rückenschwimmen. Der Kleine hatte erst einen Kurs Wassergewöhnung und quasi nach dem dritten Kurs konnte er halbwegs schwimmen. Mir erschien das reine Geldmacherei. Habt ihr auch diese Erfahrung gemacht?

  • Jänu sagt:

    Unsere Kinder sind in keinen Schwimmkurs, die Eltern aber mit ihnen ins Schwimmbad, seit dem Babyalter. Und nun, 10 Jahre später: Beide können gut schwimmen, auch ohne Abzeichen. Und ihre Gleichaltrigen, von denen viele Kurse besucht haben? Die können auch schwimmen, aber darunter hat es einige, die können es trotz vieler Schwimmkurse immer noch nicht gut. Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem Können, auch bei Kindern, die nur einen kleinen Anfängerkurs besucht hatten.
    Fazit: Im Gegensatz zu vielen anderen Eltern hatten wir nie Terminstress, immer entspannte Sommerferien und, man hätte es auch bezahlt, keine Kosten. Von denen, die das alles mit gemacht haben, würden heute einige keine mehrstufigen Abzeichenkurse mehr besuchen: Diese Plugin kann man weg lassen.

  • Sisifee sagt:

    Wir haben einen Frühaufsteher in der Familie, der sich gut und gerne morgens 1-2 Stunden selbst beschäftigt, vorausgesetzt, es stehen Frühstücksflocken auf dem Tisch. Mittlerweile hat sich unsere 3jährige ihm angeschlossen, das klappt wunderbar. Zwar versinkt das Wohnzimmer im Chaos wenn wir aufstehen – dafür dürfen wir bis 8 oder sogar 9 Uhr ausschlafen am Wochenende.

    • mila sagt:

      Wir durften sonntags ab ca. sechs, sieben Jahren oder so (Zeichentrickfilm-)fernsehen à discretion, was wir unter der Woche nie durften… Resultat: die Eltern hatten bis 10 Uhr ihre Ruhe. Echt eine Überlegung wert für später… 😉

      • tststs sagt:

        Hihi, bei uns herrschte das genau gleiche Regime! Kann ich nur empfehlen! Vor allem hatten wir Kids das Gefühl, dass wir etwas „Spezielles“ tun durften. Erst Jahre später hat uns unsere Mutter verraten, dass sie (damals alleinerziehend) das nur erlaubt hatte, damit sie länger im Bett bleiben konnte 😉

  • Jürg. sagt:

    Ultimate plug in:
    1. Behandeln sie die Kinder als eigenständige Persönlichkeiten, kleine Erwachsene.
    2. Scheren sie sich einen Deut um die Meinung anderer.
    3. Halten sie sich an Murphy’s law und verringern sie die sinnlose Risikominimierung.

    Vorsicht: langes Ausschlafen verkürzt das Wochenende ungemein

  • Susi sagt:

    Mir gefällt der heutige Artikel. Vielleicht macht er ängstlicheren Eltern Mut, es zu wagen, die Kinder auch mal sich selbst zu überlassen. Ich habe mich selbst auch schon gefragt, ob es legitim ist, wenn ich eine Stunde weg bin und unsere 7jährige sich selbst überlasse, (natürlich mit der Möglichkeit, dass sie mich anrufen konnte und ich schnell zuhause wäre, weil ich nur im Quartier einkaufen ging. Sie rief mich sogar an, um zu fragen, ob sie etwas aus der Süssigkeitenschublade nehmen darf.) Item, wenn es im Mamablog steht, dann kann es ja nicht 100% falsch sein, oder?

  • Alpöhi sagt:

    „Mittagsschlaf trotz Kindern“ ist Gold wert. Das zogen wir durch. „Mama und/oder Papa haben jetzt Mittagsruhe, also machst du auch eine Ruhezeit, irgendwie“, und fertig. 🙂

    „Im Hof spielen ohne Aufsicht“ kann auch für Ferien gepimpt werden: „Ums Ferienhaus herum (nicht Ferienwohnung) spielen ohne Aufsicht“

  • Mary-Anne Renée sagt:

    Schwimmkurs – ist wohl ein Witz. Als meine Mutter sah, dass grössere Kinder kleinere ins Schwimmbecken stiessen, nahmen meine Eltern mich kurzerhand ins tiefe Schwimmbecken und lehrten mich Schwimmen an einem Tag. Ich habe zeitlebens keinen Schwimmkurs besucht und schwimme ausgezeichnet, seit ich laufen kann. Auch Skifahren haben uns unsere Eltern beigebracht.

    • Susi sagt:

      „Ich habe zeitlebens keinen Schwimmkurs besucht und schwimme ausgezeichnet“, sagt es und schwimmt mit Scherenbeinschlag und Kopf über Wasser in den Sonnenuntergang…
      😀

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Was ist denn gegen Schwimm- und Skikurse einzuwenden? Für die Autoreparatur leistet man sich einen Mech, für die Haare einen Friseur, aber beim Kind will man immer sparen.

        Eltern haben es meistens einfach nicht drauf, ihren Sprösslingen die richtigen Techniken beim Schwimmen und Skifahren beizubringen, von der Geduld ganz zu schweigen.

      • maia sagt:

        @Tamar von Siebenthal: Für mich gehört schwimmen – ich wohne am See – sozusagen zu den Grundfertigkeiten wie: stehen, sitzen, gehen, sprechen, zeichnen usw. usf. und dafür gehen die Kinder in der Regel auch nicht in einen Kurs – obwohl es manchmal auch gut wäre. Erst wenn es über mehr als die Grundlage geht z.B. Laufen als Sport oder so ist m.M. nach ein Kurs notwendig.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Es kann sein, dass Sie zu jenen gehören, welche das dem Kind gut beibringen kann, aber in der Regel lernen die Eltern mit falschen Tevhniken und sind zu ungeduldig.

        Wenn ich beobachtet habe, wie Eltern ihren Kindern „Schwimmunterricht“ gaben, sa das immer so aus: der Elternteil stützt die mittlere Körperregion des Kindes mit einer Hand auf der Wasseroberfläche. Das Kind muss den Kopf bis zum Nackenansvhlag heben, damit es das Gesicht nicht im Wasser hat und der ungeduldige Elterteil gibt Anweisungen, wie das Kind Arme und Beine zu bewegen hat, was in dieser Lage gar nicht möglich.

        Ausserdem macht es in der Gruppe mehr Spass, aber eben; Für das Auto nur das Beste und das Kind darf nichts kosten.

      • maia sagt:

        @TvS: „Für das Auto nur das Beste und das Kind darf nichts kosten.“ – was soll dieser Rundumschlag?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Kein Rundumschlag, sondern meine Beobachtungen welche ich über Jahre gemacht habe. Gilt nicht nur bei Sportkursen, sondern auch bei gesunder Nahrung, Kinderschuhen, Sicherheitsausrüstung usw Bei weit über der Hälfte vin Familien.

      • maia sagt:

        Hat jetzt einfach nichts mit dem Thema zu tun – mindestens nicht mit dem, was ich geschrieben habe. Oder habe Sie tatsächlich ihrer Kinder in einen Kurs geschickt um sitzten, stehen, gehen usw. zu lernen?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Es ist wohl klar ersichtlich, dass sich mein Post auf das Grundthema von Schwimmkursen oder Skikursen bon Kindern bezieht und nicht auf sitzen lernen…

        Haben Sie nichts Besseres zu tun, als sich an mir festzubeissen? Warum fühlen Sie sich überhaupt von meinen Aussagen betroffen? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ivh Sie in irgend einer Aussage persönlich angeklagt habe. Also?

      • maia sagt:

        Bitte entschuldigen Sie vielmals. Ich habe ihren Komentar von 19.55 h als Antwort auf mein Post verstanden. Es tut mir wirklich sehr leid, dass Sie sich so aufregen mussten.

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Sind schon die ersten Kommentare „verloren“ gegangen?

    • Blog-Redaktion sagt:

      @Sportpapi und an alle anderen: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren oder zu löschen. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare.

      • 13 sagt:

        Das ist auch verständlich, dass das aber auch Kommentare mit Kritik zu der Titel- oder Autorenwahl trifft, ist tatsächlich etwas befremdlich.

      • Susi sagt:

        Ich habe mich auch über den Titel gewundert 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Ich schätze die liberale Grosszügigkeit, mit der das hier üblicherweise gehandhabt wird. Umso mehr erstaunt der Eingriff heute.

      • Tomas Maier sagt:

        Nun ja, es ist das Recht der Redaktion dies zu tun. Wobei sachliche Kritik hier angebracht war. Die Gründe erspare ich mir aus genannten Gründen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich kritisiere ja nur, dass jemand, der öffentlich den Vater seiner Kinder – also eine reale Person ! – diffamiert, eine Plattform bekommt

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        fühlen Sie sich zumindest insoweit geehrt, als Ihr Hinweis plus darauf folgendem Verlauf zZt noch steht, das ging auch schon anders… 🙂

        @Roxy
        mindestens wurde ihr eine lange Pause zugestanden, ist doch ne Weile her seit letztem Beitrag

    • Clinus sagt:

      @Reincarnation of XY
      Ich lese ziemlich viel von der Autorin und eine ernsthafte Diffamierung ist mir bisher nicht aufgefallen. Da hält sie sich gut zurück. Dass wir durch ihre Beiträge wissen, dass sie eine lächerliche Ferienwoche von zwei Kindern beim Erzeuger einklagen musste, weil der sich weigert, finde ich keine Diffamierung. Das ist schlicht eine Tatsache. Warum sie ihn verliess, lässt sich nur vermuten. Es war ein sehr guter Grund, sonst tut man das nicht. Also keine Diffarmierung.

      • Lichtblau sagt:

        @Clinus: Nachdem die Wogen beim letzten Beitrag der Autorin dermassen hoch gingen – auch mir tat der arme Papi mit seinem Einhorn bitter leid! – hab ich mal in Frau Finkes Blog geschaut. Und da finden sich nicht nur die Hintergründe der ganzen Trennungsgeschichte, sondern auch der eine oder andere Eintrag, der sich gut als Mamablog-Diskussionsgrundlage eignen würde. Anspieltipp: „Sex nach der Ehe: das zweite 1. Mal“.

  • 13 sagt:

    Den Gedanken hatte ich zuerst auch. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass sie die „bösen Väter“ hier mit keinem Wort erwähnt.

  • 13 sagt:

    Das Geschwisterhüten funktioniert auch schon früher, bei uns ab ca. 8 Jahren. Einfach klein beginnen, zuerst wenn man anwesend ist, dann 10 Min zum Beck etc. Und das ermöglicht auch gleich das Ausschlafen. Wir bezahlen ca. einmal im Monat das älteste Kind, dass es die anderen beschäftigt und uns bis mind. 9.00 Uhr schlafen lässt. Funktioniert prima, das letzte Mal wachte ich auf und es war 10.30 Uhr. Das ist mir seit Jahren nicht mehr passiert.

    • Leo Schmidli sagt:

      Das eigene Kind für das Geschwisterhüten zu bezahlen empfinde ich als äusserst befremdlich…

      • 13 sagt:

        Das ist Ansichtssache, für uns stimmt es so. Wir handhaben es grundsätzlich so, dass es ein Taschengeld gibt, welches bedingungslos ist. Zudem gibt es kleinere Ämtli, die einfach erledigt werden müssen und für die es keine Belohnung gibt. Und dann gibt es grössere Arbeiten, mit denen man sich etwas dazuverdienen kann. Kurz zur kleinen Schwester schauen, während Mami/Papi kocht, wird logischerweise nicht bezahlt. Das gehört dazu. Sie zwei Stunden hüten geht hingegen darüber hinaus. Ich fände es auch etwas unfair, dass das Älteste ständig mehr Arbeit hat, als das Jüngste, welches ja nie jüngere Geschwister hüten muss, nur weil sie das Pech hat, die Älteste zu sein. Schliesslich steht sie in dem Fall extra dafür auf, sie könnte ja sonst auch ausschlafen.

      • Susi sagt:

        @13: Das finde ich eine sehr Vernünftige und gut begründete Handhabung!

      • 13 sagt:

        Danke, Susi. Das war jetzt wirklich so eine Sache, die wir nicht aus dem Bauch heraus entschieden, sondern uns gut überlegt haben. Letztlich fand ich es die beste Lösung. Und das schöne daran ist, dass unsere Älteste es wirklich schätzt und sieht, dass es nicht selbstverständlich ist. So meinte sie nach dem letzten Mutter-Tochter-Tag von sich aus, ich solle am Samstag ausschlafen, sie werde sich kümmern und ich müsste nichts bezahlen, schliesslich hätte ich ja jetzt Geld für sie ausgegeben.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ 13

        Wie alt ist denn das Älteste?

      • Susi sagt:

        @13: „So meinte sie nach dem letzten Mutter-Tochter-Tag von sich aus, ich solle am Samstag ausschlafen, sie werde sich kümmern und ich müsste nichts bezahlen, schliesslich hätte ich ja jetzt Geld für sie ausgegeben.“

        Also, das hat mich jetzt grad gerührt. Sehr herzig, wirklich.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        8,5.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ok, das ist sehr jung. Was meinen Sie denn mit hüten? In Anwesenheit der Eltern, oder gehen Sie auch ausser Haus?

        Mein Grosser hat auch auf den Kleinen aufgepasst, aber ich würde jetzt nie einem 8 jährigem Kind die Aufsicht für ein 18 Mt überlassen.

      • 13 sagt:

        @ Tamar
        Im Normalfall sind wir da oder wir im Haus, die Kinder im Garten. Ganz alleine max 10-15 Min. Länger habe ich sie bisher nur gelassen, wenn die Kleine mittags gerade eingeschlafen ist, dann schläft sie meistens mind eine Stunde, die Grosse hatte den Auftrag mich sofort anzurufen, wenn sie aufwacht. Hat stets gut geklappt. Ich muss aber sagen, meine Grosse war schon immer sehr selbständig und verantwortungsbewusst, das ist ihre Stärke. Ich würde nicht jedes Klnd lassen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ah ok, so habe ich das auch gehandhabt. Während ich in der Waschküche war, hat der Grosse gehütet. Natürlich noch nicht draussen alleine, da sie nur 3 Jahre Altersunterschied haben.

        Mein Grosser war als Baby und bis 3 Jahre sehr anstrengend, aber an dem Tag, wo ich mit dem Kleinen Nachhause kam, hat er sich zu seinem kleinen Bruder gelegt und ist die nächsten Jahre nicht mehr von seiner Seite gewichen. Gestritten haben sie das 1. Mal als der Grosse 13 und der Kleine 10 war.

  • Bruno Weber sagt:

    Als ob das selbständige Schwimmen einen (natürlich kostenpflichtigen!) Schwimmkurs voraussetzt. Typisch heutige Eltern, Hauptsache Betreuung auslagern – dasselbe wie beim Skifahren.
    Sogar mein Vater, der selbst nicht wirklich schwimmen kann, konnte mir das richtige Verhalten im Wasser beibringen, und siehe da, ich lebe noch (habe aber leider kein ‚Seepferdchenabzeichen‘ für 200 Fränkli). Man kann den Leuten heute echt alles verkaufen.

    • Susi sagt:

      Was wundere ich mich heute ab den Anti-Schwimmkurs-Kommentaren. Als ginge es nur darum, nicht zu ertrinken.
      Meine Tochter hatte mit 6 Jahren sämtliche Grundkurse absolviert und konnte in diesem Alter bereits 50 Meter Crawlen, mit korrekter Atmung, beidseitig im eineinhalb Zyklus des Armschlags. Das Geld ist gut investiert, und ja, ich konnte während des Kurses jeweils selbst eine Stunde schwimmen. Glückliche Mütter, glückliche Kinder.
      Unsere Tochter kann sich nicht nur über Wasser halten, sondern hat so den Grundstein gelegt, Schwimmen als Sportart zu betreiben.
      Und Sie so?

      • Sisifee sagt:

        Danke, Susi. Wir haben es auch mit selber Beibringen versucht, es war aber beiderseits nicht gleich diszipliniert wie im Schwimmkurs – auch wenn ich selbst geschwommen habe und alle Lagen korrekt kenne.
        Als wir dann zu fünft waren, und uns mal das mittlere Kind unbemerkt ins Wasser gefallen ist, gabs nur noch eine Lösung: Schwimmkurs.

      • Susi sagt:

        @Sisifee: „und uns mal das mittlere Kind unbemerkt ins Wasser gefallen ist…“

        Ja, sowas geht so schnell. Wir sind sehr häufig am See und ich wollte nicht ständig jede Bewegung unserer Tochter mit Argusaugen verfolgen, was man aber natürlich sollte. Der Auslöser für den Schwimmkurs war für auch derjenige der Sicherheit, ich hatte zudem eine extrem ängstliche Phase zu jener Zeit. Aber grundsätzlich ging es mir vor allem auch darum, dass Schwimmen von der Pike auf gelernt werden sollte. (Meine Meinung, weil eine meiner bevorzugten Sportarten.)

    • mila sagt:

      @Susi: Ich hab diese Kurse auch nicht gemacht, sondern mit 8 an einem schönen Pooltag ’schwimmen‘ gelernt (nicht von meinen Eltern, weil sie es selbst lange nicht konnten; das Schulschwimmen war für ein Kind wie mich dann später Gold wert). Aber meine Tochter soll selbstredend die Möglichkeit bekommen, es so richtig von der Pike auf zu lernen – wenn sie mag (da hab ich eigentlich keine Bedenken). Ein Kind, dass damit (wiederholt) nichts anfangen kann, würd ich allerdings nicht frühmöglichst durch alle Grundkurse zwängen (dasselbe gilt auch für Ski-, Musik- und allen sonstigen ausserschulischen Unterricht).

      • Susi sagt:

        @mila: Ja, da bin ich einverstanden! Und es kommt auch drauf an, was das Ziel ist, Sicherheit oder perfekte Technik. Ich habe einfach Mühe damit, wenn gesagt wird, Schwimmkurse seien unnötig, weil man das ja an einem einzigen Tag allein lernen kann. Stimmt nicht, Punkt.
        Und natürlich muss ein Kind diese Kurse eigentlich nicht besuchen, in der Schule gibt es ja Schwimmunterricht. Aber unsere Tochter ist eine Wasserratte und war damals sehr risikofreudig, mir war das einfach zu riskant. Also ging sie mit dreieinhalb in diese Kurse, war zwar nicht immer begeistert, aber grundsätzlich ging sie gern. Für mich bedeutete es, vorher und nachher noch mit ihr im Wasser zu spielen und etwas an der Technik zu feilen.

      • mila sagt:

        Bin vollkommen bei Ihnen. Mir ginge es klar zuerst um die Sicherheit. Aber wenn ein Kind bewegungs- oder sportaffin ist, schadet es ganz sicher nicht, gleich auch die richtige Technik zu lernen (ohne eine falsche zuvor ent-lernen zu müssen). Ohne das Schulschwimmen hätte ich mich zwar über Wasser halten können – aber mehr auch nicht. Ob das wirklich sicher ist, wage ich sehr zu bezweifeln…

        Und ja, jeder setzt andere Prioritäten (nach eigenen Vorlieben). Ich liebe jedweden Ballsport und würde mir zum Beispiel zutrauen, meine Tochter in Volleyball einzuführen. Aber obwohl ich selbst länger Tennissttnden genommen habe, würde ich dies dem Profi überlassen. Dann aber sicher (noch so) gerne ‚weiterüben‘ mit ihr.

      • tststs sagt:

        Auch hier gilt, wie in allen Lebensbereichen: Mit ein wenig Sachverstand kann das „Problem“ minimal gelöst werden.
        Darf auch gerne jeder so machen.

        Ich für meinen Fall vertraue weiterhin gerne den Leuten, die sich für dieses „Problem“ ausbilden haben lassen: Mechaniker, Sportinstruktor, Pilot, Lehrer, Arzt. (Für die Haushaltshilfe bin ich zu geizig)

    • 13 sagt:

      Also „Betreuung auslagern“ würde ich das wöchentliche ins Hallenbad fahren mit noch zwei weiteren Kindern im Schlepptau nicht nennen, da wäre das zu Hause bleiben gemütlicher gewesen, aber es hat sich gelohnt, zumal bei uns das Schulschwimmen ein Witz ist (max. 4x eine Stunde pro Jahr, bei schlechtem Wetter noch weniger). Das Kind ging gerne, es lernte gut schwimmen, was mir heute vermehrt die Möglichkeit gibt, auf das jüngere zu schauen. Ohne den Kurs wären Badibesuche alleine mit drei Kindern nicht so gut möglich. Also, wo ist das Problem? Das man es anders handhabt als Herr Webers Vater?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ tststs

        Das sehe ich auch so: für alles nimmt man Fachleute in Anspruch, nur bei Sportkursen für Kinder sollten dann plötzlich die eigenen behelfsmässigen Talente genügen, um es den Kindern auch wieder nur rudimentär beizubringen.

      • Susi sagt:

        @Tamar: „nur bei Sportkursen für Kinder sollten dann plötzlich die eigenen behelfsmässigen Talente genügen, um es den Kindern auch wieder nur rudimentär beizubringen.“

        Ich glaube, ich werde meine Tochter ab sofort in Ballett unterrichten.
        (*tränenlach*)

      • Sportpapi sagt:

        Och, wenn der Anspruch nur ist, sich zur Musik zu bewegen, dann klappt auch das… 🙂
        (wie ich gesehen habe lernst du wohl dann eher von der Tochter?)

      • Susi sagt:

        S.P.: „Och, wenn der Anspruch nur ist, sich zur Musik zu bewegen, dann klappt auch das…“

        (Hahaha, wie fies ist das denn?! „Ok, komm, mein Kind, wir machen jetzt Ausdruckstanz-Ballett…“)

        Das war Hip hop, aber ja, sie bewegt sich tatsächlich viel besser als ich. (Wobei es dazu eigentlich nicht viel braucht, meine körperliche Intelligenz hält sich in Grenzen. Ausser Orientalischer Tanz, da war ich sogar wirklich mal recht gut.)

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ist einfach so. Wenn ich Eltern beobachte, welche ihren Kindern selfmade schwimmen beibringen wollen, sieht das IMMER folgendermassen aus: ein Elternteil stützt mit einer Hand die mittlere Körperregion des Kindes knapp auf der Wasseroberfläche, so dass das Kind den Kopf bis zum Nacken anschlagen muss, damit es mit dem Gesicht über Wasser ist und überhaupt atmen kann. Gleichzeitig soll es dann nach Anweisung des (ungeduldigen) Elterteil noch Arme und Beine bewegen. Sorry, aber da bekomme ich vom blossen Zusehen Nackenstarre und Migräne.

    • Clinus sagt:

      @Bruno Weber
      Das ist etwas einfach gedacht, finde ich.
      Schwimmen können ist lebensrettend. Egal ob im Pool der Freunde, in der Badi oder am See. Daher ist es im Interesse der Eltern, dass die Kinder das gut lernen. Der Profi bringts meiner Ansicht nach gründlicher bei.
      Betreuung auslagern machen manche Eltern, ja. Wobei auch das Aufwand ist (Schwimmzubehör packen, Znüni richten, Kind überzeugen, hinfahren, beim Umziehen helfen, warten, beim Duschen und Abtrocknen helfen, verköstigen, zuhause Wäsche waschen). Aber ich kenne viele Eltern, die es wie ich gemacht haben: Geschwisterkind und evtl. noch weiteres Kind mit dazu. Da ist dann ein halber Tag leicht verbraten….

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