Mamas Anfängerfehler

Mamasein will gelernt sein: Im Rückblick würde man so manches anders machen. (iStock)

Letzte Woche ist meine Tochter sieben Jahre alt geworden. Und bald wird der Sohn neun. Wir sind schon eine Weile aus dem Gröbsten raus. Es ist eine tolle Zeit mit selbstständigen Kindern, neu gewonnenen Freiheiten und viel Schlaf. Gleichzeitig ist mir auch bewusst, dass wir bereits schon auf die Zielgerade in Richtung Teenagerzeit eingebogen sind. Dinos, Lillifee und Mama, die vor dem Schulhaus wartet, sind ganz doof. Harry Potter, Sidos «Astronaut» und schwarze Haarspängeli sind voll cool. Ich habe zwei grosse Schulkinder!

Dabei sind sie doch eben erst aus mir herausgeschlüpft und ins Leben geschwommen. Ich werde nostalgisch, wenn ich an die Babyzeit zurückdenke. Gleichzeitig macht es mich glücklich, zu sehen, wie gesund und zufrieden die Kinder sind. Wie gut sie sich entwickeln. Das bedeutet auch, dass wir es bisher nicht so schlecht gemacht haben. Dennoch gibt es einige Dinge, die ich anders machen würde, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte:

1. Stillen um jeden Preis

An die Stillzeit erinnere ich mich nicht gerne zurück. Was für ein schmerzhafter Stress! Schon im Spital wollte es mit dem Andocken nicht so recht klappen. Der Sohn schnappte wie ein hungriges Vögelchen nach der Milchquelle, bekam sie aber nicht richtig zu fassen und schrie die noch leere Brust an. Ich klingelte jeweils weinend nach der Säuglingsschwester mit Stillberaterinnenzusatzqualifikation. Die packte meine Brust wie eine Bäuerin ein Euter und stopfte sie dem verzweifelten Säugling regelrecht ins Rächelein. Wobei sie jeweils etwas brummelte wie «na also, geht doch» oder «mit diesen Brüsten ist es halt schwierig».

Meine schwierigen Brüste und ich waren ganz allein dafür verantwortlich, dass dieses Menschenkind nicht verhungerte. Was für eine Last auf meinen verkotzten Schultern! Ich fragte die Mütterberaterin, ob ich nicht sicherheitshalber ein wenig Milchpulver kaufen könne. «Sicher nicht zuschöppelen!», rief sie empört. Das sei der Anfang vom Ende der Stillbeziehung und quasi eine Garantie für Asthma, Allergien und Adipositas. Weil ich nur das Beste für mein Kind wollte, litt und stillte ich weiter. Zwar klappte es mit der Zeit tatsächlich besser, aber dennoch: Heute würde ich die Stillerei als eine Möglichkeit sehen, nicht als den einzig richtigen Weg.

2. Zwei unter zwei

Überlegt habe ich mir es ehrlich gesagt nicht gross: Kaum feierten wir den ersten Geburtstag des Sohnes, schwupp, war ich schon wieder schwanger. Vielleicht war das ganz gut so. Denn wenn man allzu viel übers Kinderkriegen nachdenkt, macht man wohl eher keins. Vernünftig ist es ja nicht. Jedenfalls kam die Tochter bereits 22 Monate nach dem Sohn zur Welt. Das war schön und ganz schön anstrengend. Wir hatten plötzlich ein Baby und ein Riesenbaby, beide mit Windeln und Nuggi, dafür ohne Talent für Nachtschlaf. Die nächsten zwei Jahre waren sehr intensiv und kräfteraubend. Rückblickend würde ich wohl noch ein, zwei Jahre verstreichen lassen vor der zweiten Schwangerschaft.

3. Einschulen mit vier

Der Geburtstag meines Sohnes liegt nur wenige Tage vor dem Stichtag zur Einschulung seines Jahrgangs. Das war noch vor Harmos, und wir haben uns daher überlegt, ob wir ihn wirklich schon in den Kindergarten schicken sollen. Wir sprachen mit der Kita-Betreuerin und der Kinderärztin, beide fanden, unser Lendenfrüchtchen sei reif. Ein weiteres Argument: Seine beiden Kita-Kumpel kamen auch in den Kindergarten. Also schrieben wir ihn ein. Und es klappte wirklich gut. Er ist zwar immer noch er kleinste Junge der Klasse, aber ein starker Schüler und gut integriert. Dennoch würde ich heute anders entscheiden. Wenn man nämlich erst mal in dieser Schulmühle drin ist, kommt man für mindestens elf Jahre nicht wieder raus. Durchgetaktete Woche, volles Programm, Abhängigkeit vom Schulferienkalender – sobald das erste Kind in den Kindergarten kommt, verliert man als Familie ganz viel Freiheit und Flexibilität.

4. Gewinnen lassen

Ob beim Memory oder Penaltyschiessen: Ich habe den Sohn anfangs fast immer gewinnen lassen. Einerseits, damit er motiviert bei der Sache bleibt. Andererseits ehrlich gesagt auch deshalb, weil es immer ein grosses Drama gab, wenn er ausnahmsweise nicht gewann. Ein Fehler. Beim Verlieren hätte er seine Frustrationstoleranz trainieren können. Und ich meine Wutanfallstoleranz. Diese Gelegenheit habe ich uns mit dem dauernden Gewinnenlassen genommen. Verlieren gelernt hat er dann eigentlich erst im Fussballclub. Und natürlich als YB-Fan.

Was würden Sie rückblickend anders machen?

111 Kommentare zu «Mamas Anfängerfehler»

  • Nicole Bertsch sagt:

    Liebe Frau Meier, es erstaunt mich, dass Sie wegen der „Schulmühle“ Ihr erstgeborenes Kind heute später einschulen würden – obwohl es ihm heute gut geht in der Klasse. Sie hätten damit eine Unterforderung riskiert – und das ist für ein Kind auch nicht gut. Die Einschulung sollte sich nach der Reife des Kindes richten, und nicht nach den Zeitplänen der Eltern…..

  • Mona sagt:

    Liebe Nadja
    Genau deine Punkte würde ich heute auch anders angehen!
    Plus den von Martin: viel weniger Quatsch kaufen.
    Dann: Die Betreuungsarbeit absolut halbe halbe zwischen den beiden Elterteilen aufteilen…
    Viel lockerer im Umgang mit Regeln wie immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen.
    Und vor allem: Kita! Ich liebe es, mit dem Kleinkind meiner Freundin zur Kita zu laufen, es am Abend wieder abzuholen und zuzuhören, was der ganze Tag lief.
    Alleine kann man nict die beste Mutter sein!

  • Ci sagt:

    So sinnlos..das kind zurückhalten wollen, damit man die flexibilität nicht verliert!. Das kind allein steht im vordergrund….man hat entschieden, dass kinder mit 4 eingeschult werden..dann soll es so sein..nicht mit 3 jahren und 363 tagen..und nicht mit 5 jahren und 7 tage (ergeht uns jetzt so)…jan-dez sollte das jahr sein und im august wird eingeschult..einer ist immer der jüngste.!.war immer so und wird so bleiben!

    • Karl von Bruck sagt:

      Bei der obligatorischen Einschulung schon mit 4 Jahren und ab 0 Tagen nicht nur der Fruehzuender, sondern auch der schon masslos ueberforderten Spaetentwickler, stand nicht das Kind, sondern die auf immer juengere und willigere und billigere Lohnsklaven geile Wirtschaft im Vordergrund….

  • Sina sagt:

    Ich hatte mir das auch so vorgestellt mit der wachsenden Unabhängigkeit – aber bei uns haben die eigentlichen Probleme erst bei Schuleintritt angefangen. Ich ging da noch davon aus, dass mein Kind normal und gesund sei. Dann haben sich ein Gebrechen ums andere manifestiert, physische und psychische. So wie es aussieht, werde ich nun meine Arbeit reduzieren oder aufgeben müssen, um die ganzen Therapie- und Arzttermine und Betreuungsarbeit gewährleisten zu können. Nun denke ich hin und wieder zurück an den hammerschwierigen Start in die Stillzeit und bin einfach nur dankbar, dass ich da so hartnäckig dran blieb und so dem Baby ein Jahr Stillen und Nähe ermöglicht habe – das hat jetzt eine ganz andere Bedeutung gekriegt. Ich bereue auch nur eines: dass ich mir selber zu viel abverlangt habe.

  • Coffee Toffee sagt:

    Muss war eher ‚muss‘ gemeint. Bin ganz deiner meinung Carolina. Somit ist das Thema ad acta gelegt (bei mir… da muss man hier schon genau sein)

  • Coffee Toffee sagt:

    Das Stillen hab ich auch nur so schnell und problemlos auf die Reihe bekommen, weil ich in einem antroposophischen krankenhaus wirklich top beraten wurde. Mit sehr viel Zeiteinsatz seitens Hebamme. Den Unterschied beim zweiten Kind in einem ’normalen‘ Krankenhaus war massiv. Heute muss man als ehemals oder aktuell stillende Mutter schon fast in der Defensive sein, so ein Dauerreiter Thema ist es geworden…

    • Carolina sagt:

      Muss man das? Finde ich überhaupt nicht…….
      Anscheinend haben auch nicht- bzw nur-kurz-stillende Mütter gern mal das Gefühl, sie seien irgendwie fehlerbehaftet oder machten etwas ganz falsch. Ist doch Unsinn! Könnten wir diese Diskussion nicht mal lassen? Wir leben in der besten aller Welten, in der Kinder, egal ob gestillt oder nicht, jede Chance haben, gesund aufzuwachsen. Warum dann immer dieses Missionarische, diese Unterlegenheits-, Betupftgefühle? Unterstellen wir uns doch allen mal, dass wir das beste für unsere Babies wollen – mehr braucht es doch gar nicht.

      • Danica sagt:

        „Unterstellen wir uns doch mal, dass wir alle das beste für unsere Babies [und Kinder] wollen.“ Gut gesagt. Das muss ich mir manchmal in Erinnerung rufen.

  • Cybot sagt:

    Etwas erzwingen zu wollen ist nie eine gute Idee, aber Stillen hat halt schon eine Menge Vorteile, die ich nicht leichtfertig aufgeben würde. Ich meine damit nicht mal so sehr die Gesundheit des Babys, sondern schlicht die Möglichkeit, jederzeit und überall quasi sofort etwas zu Essen parat zu haben.
    Nummer 2 und 4 werden wir gern beherzen, das Argument beim Einschulen hingegen ist kurzsichtig, denn die Schulzeit dauert immer gleich lang. Ein Jahr später anzufangen schiebt lediglich das Ende ein Jahr weiter hinaus.

    • Sisifee sagt:

      Nüchtern betrachtet haben wir doch alles: Es gibt eigentlich keine grossen Probleme, was die Babyernährung betrifft. Kriegt man es hin mit dem Stillen, kann man die ganzen Vorzüge geniessen. Geht das nicht oder will man es nicht, dann stehen wirklich gute Alternativen zur Verfügung. Man hat zwar das Pülverli-Fläschli-Gepäck, dafür kann auch mal jemand anders füttern.
      Das Problem ist dieser Druck, dabei irgendetwas falsch zu machen. Zu wenig zu stillen, dem Kind zu wenig zu geben. In diesem Punkt sind wir Mütter doch so schraurig anfällig und in unserem Selbstwertgefühl manipulierbar.
      (Ganz lustig wird es übrigens, wenn ein Kind gar nicht mehr von der Brust lassen will: Mehr als 6 Monate stillen ist dann nämlich auch schon wieder falsch.)

    • Ka sagt:

      @cybot: Ein Jahr später anfangen kann sich sehr lohnen. wenn sie einen träumerischen Jungen haben, sind sie froh, wenn sie das Ende der Schulzeit hinausgeschoben haben. Sind ihre Kinder schon in der Berufswahl? Unglaublich was ein 14 Jähriger schon über sich selbst wissen sollte.

  • Madame Curie sagt:

    Sie sprechen mir aus der Seele Frau Meier, vielen Dank für diesen tollen, ehrlichen Text! Ich hätte, im Nachhinein, vieles lockerer nehmen sollen. Und vor allem meinem Bauchgefühl vertrauen sollen. Mein Rat ans künftige/werdende Mami: Hör auf deine Intuition. Auch wenn andere eine andere Meinung haben. Nur Mut!
    Liebe Grüsse, Madame Curie aka „schwierige Brüste“ 🙂

    • Sila sagt:

      Ich war wohl bei der gleichen Säuglingsschwester wie Nadja Meier…. Brust gefasst, wie ein Euter dem Kind rein in den Mund.
      Beim ersten Kind quälte ich mich mit allen möglichen Stillproblemen durchs Stilldogma. Beim zweiten nur bis zur ersten Brustentzündung. Es wäre für alle Beteiligten besser gewesen, ich hätte mich beim ersten Kind früher für die zweitbeste und immer noch sehr gute Lösung entschieden.

  • Leo Schmidli sagt:

    Mein „Tipp“, denn ich werdenden Eltern mitgebe: Entspannt euch! Reflektiert die Probleme, die gerade eskalieren!
    Es wurde ein Glas verschüttet und in einem brodelt die Wut darüber? Es ist doch nur Wasser, nimm einen Lappen und wische es auf, dauert keine Minute. Das Kind will nicht gewickelt werden? Mache einen Schritt zurück und versuche es in 10 Minuten noch einmal. Der Geruch wird wohl auszuhalten sein. Es will die Jacke im Winter nicht anziehen? Nimm sie mit und frage es später nochmals.

  • @MamiHaus sagt:

    Hallo Frou Meier
    Wie immer ein wunderbarer Text,mit viel Zustimmung,begleitet mit kurzen Lachern und heftigem Kopfnicken meinerseits.

    1. Stillen-den Druck empfand ich als Enorm! Würde Heute Niemandem empfehlen zu stillen,der nicht wirklich von sich aus will. Und der Druck,die einzige Person in dieser Galaxie zu sein,der dieses Kind ernähren kann,war schrecklich für mich.

    Ein Zweites,gab und wird es nie geben. Sorry,da kann ich nicht mitreden.

    Was ich anders machen würde?
    Nichts-denn wir Mütter neigen dazu,uns alle Fehler zuzuschreiben und an uns selbst zu zweifeln.
    Und auch wenn wir Mal eine falsche Entscheidung getroffen haben-so what! Das Kind hat sicher keine bleibenden Schäden davon getragen,oder?

    • Brunhild Steiner sagt:

      … naja, so wie man sich auch auf beruflichem Gebiet oder einem Interessensfeld verbessern, entwickeln, weiterbilden, in die Tiefe gehen etc kann, so kann man das auch im familiären, erzieherischen Feld.

      Sich aus der Komfortzone nehmen und auch mal kritisch betrachten kann auch weiterbringen.
      Und bleibende, unnötig schwermachende Schäden können durchaus vorkommen… .

      • @MamiHaus sagt:

        Reflexion und Evaluation des eigenen Schaffens bei Arbeit macht bei der ARBEIT ja auch Sinn und dient einem Zweck, weil man sich in einem Anstellungsverhältnis befindet.
        Entscheidungen beim „Eltern sein“ sind irgendwann getroffen, oder können Sie Jahre danach, wieder stillen?

  • Sennamamma sagt:

    Wir hätten besser bei der Invitro nur einen Embryo einsetzen lassen. Ich liebe unsere Zwillinge über alles, hätte aber lieber mehr Zeit für jedes einzelne Kind gehabt. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass wir damals nach sechs Jahren Kinderlosigkeit unsere Erfolgsaussichten bei der künstlichen Befruchtung maximieren wollten, doch hätte wir uns einige physische und psychische Probleme erspart. Auch wenn es momentan offenbar „in“ ist, Zwillinge zu haben, würde ich es niemandem empfehlen, absichtlich Zwillinge (via künstliche Befruchtung) zu provozieren.

  • Martin Frey sagt:

    Was mir persönlich noch fehlt: Punkt Nummer 5: Nicht zuviel Mist kaufen.
    Es ist unglaublich, was werdenden Eltern alles so angedreht wird. Sie stehen mitten in einem formidablen ausgebauten Geschäftsmodell, und man muss sich schon sehr gut überlegen, was man wirklich von all dem Angebot sinnvollerweise nutzen kann und soll.
    Mein persönliches Negativhighlight: Ein Teddybär, der die Töne im Mutterbauch angeblich imitieren soll. 😉

    • @MamiHaus sagt:

      Punkt 5 MUSS definitiv mit auf die Liste !!

    • mila sagt:

      Ich denke, gefährdet sind da inbesondere Eltern, die die Erstaustattung (und mehr…) schon drei Monate vor der Geburt von A bis Z beisammen haben… und nachher so manches ungebraucht auf Ebay verhökern (müssen). Oder die Verwandtschaft damit bedrängen.

      Mein Negativhighlight: selbstschaukelnde Wippen mit schrecklich(st)er Tonausgabe. Mozarts ‚Kleine Nachtmusik‘ in Blechklang wird jedem Kind die klassische Musik zuverlässig verdriessen… Aber wer weiss – vielleicht ist ja genau das der elterliche Zweck? 😉

  • Sisifee sagt:

    Was ich anders machen würde?
    1) Von Anfang an ins Geburtshaus gehen. Ich hatte erst dort und beim dritten Kind die nötige Ruhe, um mit dem Stillen entspannt zu starten und erholt nach Hause zurückzukehren.
    2) „Mamas Fehler“. Ich habe zu oft, wenn es nicht lief, die Schuld auf meine Schultern genommen. Die meisten Entscheidungen (2 unter 2) trifft man aber zu zweit und ausserdem ist die Familien-Dynamik zu komplex, als dass Schwierigkeit nur mit einer Person zu tun haben.
    3) Stressmanagement first, allenfalls mit Hilfe von aussen. Ich hatte auch „2under2“, dazu einen Mann mit Burnout. Ich würde heute darauf bestehen, dass die Ehe bzw. ich als Partnerin von Anfang an in eine Therapie einbezogen wird/werde – zu beider Entlastung.

    • Carolina sagt:

      Sisifee, der Text könnte – bis auf 1) von mir sein -, stimme Ihnen und NM absolut zu!
      Eigentlich bereue ich ja gar nichts, aber ich würde heute unter denselben Umständen versuchen, ein wenig freundlicher mit mir selber umzugehen, meine Erwartungen an mich selber ein wenig herunterschrauben und meinen Mann viel mehr mit einbeziehen. Auch wir hatten unsere ersten beiden Kinder mit 15 Monaten Abstand und ich habe mich – im Nachhinein – wie ein Opfer, eine Märtyrerin aufgeführt. Ich konnte erst durch die Interventionen meines Mannes klar erkennen, was positiv an der Situation war, wie nah sich die Kinder waren und wie sehr sie uns entlastet haben, als sie mal aus den Windeln raus waren.
      Und auch bei uns gab es Krankheit, Tod und einen Burnout – lange war ich völlig überfordert, aber

      • Carolina sagt:

        /2 langsam habe ich gelernt, mich auf andere zu stützen, anderen zu vertrauen und zu erkennen, was alles in mir selber steckt.
        Und deshalb bereue ich auch nichts und deshalb gehe ich auch relativ ungeduldig mit solchen Diskussionen wie heute um; oder ob Stillen jetzt so wichtig ist oder nicht; ob es wirklich eine Rolle spielt, ob das Kind mit 4 oder 5 in den KG geht: ich habe gelernt, dass man das Leben nicht planen kann, dass man sich selbst und seiner Familie den grössten Gefallen tut, wenn man ihnen das eigene Wertesystem zwar vorlebt, den Kindern aber vertraut, sich – hoffentlich darauf aufbauend – ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

    • Sisifee sagt:

      @ Carolina: Alles, was sich in einen Prozess einordnen lässt, wird zur fruchtbaren Erfahrung, zumindest geht es mir so. Es gibt schon Momente, die ich oder auch mein Mann bedauern: Es sind die, in denen wir völlig unnötig gestresst und deshalb laut oder ungeduldig zu den Kindern waren. Oder Zeiten, in denen wir sie schlicht zu wenig geniessen konnten.

  • Sportpapi sagt:

    Eigentlich möchte ich ja nicht immer der Nörgler sein. Aber dennoch: Ich halte den Kindergarteneintritt eigentlich nicht für ein Wunschprogramm. Sondern die Vorgaben sind einzuhalten, wenn nicht wirklich etwas dagegen spricht. Ich finde es unfair, wenn man den Kindern einen Startvorteil verschafft, in dem man sie erst verspätet einschult.
    Noch zu den Abständen. Persönlich finde ich diese zwei Jahre ideal, weil die Kinder dann auch mal etwas miteinander anfangen können, und weil diese Windelphase dann auch irgendwann wieder mal endet. Aber so hat halt alles zwei Seiten. Eher speziell finde ich hingegen, dass man es einfach passieren lässt, und nicht wirklich plant, so weit das überhaupt geht.

    • Reincarnation of XY sagt:

      ich bin auch ein grosser Fan von 2 unter 2
      es stimmt zwar, dass dann die nächsten 2 Jahre sehr anspruchsvoll sind
      aber es ist einfach schön wenn die Kinder so nahe beisammen sind: spielen zusammen, lernen zusammen, sind auf etwa dem gleichen Stand…

      und ja, die Windelphase ist dann streng, aber auch bald mal abgeschlossen

      • Michèle sagt:

        Das stimmt, es ist herrlich, wenn sie sie nahe sind. Wir hatten es noch ein Stück heftiger. Die zwei Grossen sind 17 Monate auseinander und der kleinste kam 20 Monate später. Die Grosse Schwester war also eben drei, als der Jüngste geboren wurde. Und ja, das erste Jahr war hart. Wenig Schlaf, ganz am Anfang drei Kinder in den Windeln und wenig Zeit für mich alleine. Aber: mittlerweile sind sie 5 1/2, 4 und 2 1/2 und es ist herrlich. Nicht immer ohne Streit, aber aus dem Gröbsten sind wir raus. Definitv ein Fan von 3 unter 3 🙂

      • Babuschka Miro sagt:

        Also, wir waren zu Hause 5 unter 6!!!
        Auch nicht immer ganz entspannt ;o)

    • Urs sagt:

      Ach nee, und im Leben später hat man dann auch keinen Startvorteil oder Startnachteil, weil die Arbeitskolleginnen oder Arbeitskollegen jünger, älter, intelligenter oder schöner sind?
      Und passieren lassen? Warum auch nicht? Das Leben erscheinen lassen, passiert ja auch bei Planung nicht immer auf den Monat und Tag.

    • Sisifee sagt:

      Wir hatten „2 unter 2“ und dann noch eine Nachzüglerin mit 5 bzw. 7 Jahren Abstand. Ich finde die Nähe der zwei Jungs, die in der Schule eine Klasse Abstand haben, auch toll und oft praktisch. Für die Kinder selbst ist das manchmal aber auch sehr anspruchsvoll – phasenweise ist es ein permanenter Kampf um die Hackordnung.
      Die Baby- und Kleinkinderzeit unserer Tochter geniessen wir es sehr, uns mit sehr viel weniger Stress auf eines konzentrieren zu können. Dafür wurde beim Entsorgen des Windeleimers nach zehn Jahren Wickelzeit ein Champus geköpft.

    • Schlumpfine sagt:

      Die Voraussetzungen sind je nach Kind verschieden. Was soll es für einen Sinn machen, ein emotional unreifes, noch voll in den Windeln begriffenes Kind in den Kindergarten zu zwingen? Schön, dass hier von Seiten des Gesetzgebers Flexibilität eingeräumt wurde.

      • Sportpapi sagt:

        Was soll es aber für einen Sinn machen, ein emotional reifes Kind vom Kindergarten fernzuhalten? Ganz offensichtlich war ja alles bereits, und wir wissen bereits, dass alles bestens geklappt hat.
        So wird (bzw. würde) eben die Flexibilität des Gesetzgebers zur Farce und ganz sicher früher oder später eingeschränkt – zum Nachteil der Kinder, die es wirklich bräuchten.

    • Susi sagt:

      @S.P.
      Das waren 1:1 meine Gedanken beim Lesen des Blogs. Beim Thema „Wunschkonzert“ kommt noch etwas dazu: Die einen Eltern schulen ihre Kinder früher ein, weil sie sie für so reif halten (ärztliches Attest ist leicht zu kriegen) oder weil es einfacher ist, da das ältere Geschwister auch schon zur Schule geht oder weil die Fremdbetreuungskosten dann kleiner werden, während die anderen für ein Jahr mehr „Freiheit und Flexibilität“ oder aus welchen Gründen auch immer (er ist noch zu klein für vier Stunden Kindergarten!) ihre Kinder zurückbehalten. Die dadurch entstehende Schere der Entwicklungsstufen bzw. die massive Heterogenität innerhalb der Klassen erschweren den Unterricht sehr.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi
        @Susi

        über die verschiedenen Begründungen zur früheren/späteren Einschulung kann man sicher diskutieren, und nicht alle haben das Kindswohl an erster Stelle-
        doch hier wird der Stichtag angeführt, welcher auf Durchschnittswerte beruht und im Einzelfall wirklich als willkürlich gesetzt betrachtet werden kann. Wenn sich nun jemand mit ein paar Tagen Differenz zum Stichtag, Gedanken über ein Jahr zuwarten/nicht warten macht, kann man daraus mMn kein Wunschkonzert ablesen.

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Wenn die Entscheidungsgrundlage mehr Freiheit und Flexibilität ist, dann ist es doch nichts anderes als ein Wunschkonzert, oder? Als die Kinder noch nach Jahrgang eingestuft wurden, kamen die Eltern auf jeden Fall weniger auf solche Ideen.
        Und genau für die entwicklungsmässigen (!) Grenzfälle gibt es ja die Möglichkeit einer Abklärung. Die Geburtstags-Zeitspanne, in welcher Kinder früher/später eingeschult werden können, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, beträgt 3 Monate, im Extremfall ist dann das Älteste 18 Monate älter als das Jüngste in der gleichen Klasse.
        Ich höre es einfach immer wieder von Kindergärtnerinnen, dass genau dieses nicht nach den Regeln einschulen für sie – Zitat – „ein riesen Problem darstellt“, was für mich sehr gut nachvollziehbar ist.

      • Sportpapi sagt:

        @Brunhild Steiner: Egal wie die Stichtage sind, es ist immer willkürlich gesetzt. Irgendwo gibt es eine Grenze. Und es ist wichtig, dass man auch Platz für Ausnahmen hat, wenn das entwicklungsmässig begründet werden kann. Niemand hat Freude an unreifen, überforderten Kindern im Kindergarten.
        Das Problem scheint mir aber, dass meist die falschen Kinder zurückgehalten werden, und Kinder, die es nötig hätten, gar nicht zur Diskussion stehen. Ein objektiver Massstab wäre also nötig bzw. eine gute Abklärung, und nicht Wunschkonzert der Eltern, weil es doch so schön ist, wenn das Kind noch ein bisschen zu Hause bleibt!

      • Sportpapi sagt:

        Genau, Susi.
        Nebenbei, und das wieder einmal an Martin Frey: Ich wundere mich ja immer wieder, wie einfach in fast allen Fällen ärztliche Atteste nach Wunsch erhältlich sind.

      • 13 sagt:

        @ susi
        Auf der anderen Seite werden Mehrjahrgangsklassen gefördert,weil mandiese Heterogenität nicht mehr will….
        Uns bei meiner Einschulung (1988) war der Stichtag 30.4., in jeder Klasse war jedoch bis auf 1, max 2 Ausnahmen nur ein Jahrgang vertreten. Das bedeutet unter dem Strich nichts anderes als dass fast alle Kinder, die vom 1.1.-30.4. geboren waren zurückgestellt wurden. Und das Beste daran war, dass dasviele Eltern gar nicht wussten. Die Kinder gingen dann, wann sie angemeldet wurden und den Eltern war gar nicht bewusst, dass sie eigentlich ein Jahr früher hätten gehen sollen/können.

      • Martin Frey sagt:

        „Nebenbei, und das wieder einmal an Martin Frey: Ich wundere mich ja immer wieder, wie einfach in fast allen Fällen ärztliche Atteste nach Wunsch erhältlich sind.“
        Da Sie mich so direkt ansprechen, SP: Ja, ich wundere mich ab und an auch…. 🙂
        Aber den Zusammenhang mit dem Thema oder Ihrem Thread sehe ich grad nicht ganz.

      • Susi sagt:

        @13: „Auf der anderen Seite werden Mehrjahrgangsklassen gefördert,weil mandiese Heterogenität nicht mehr will….“
        Da sprechen Sie jetzt aber von einem System, das auf die Zusammenarbeit zwischen den Stufen angelegt ist. Bei uns sind auch zwei Jahrgänge zusammengenommen, aber die Projekte sind unterschiedlich. Und wenn Kinder in den Chindsgi kommen, die noch nicht mal mit einer Schere umgehen können, während andere bereits Bastelbögen verarbeiten, wird es mit genau dieser Stufe (und nicht mit der Parallelstufe) sehr schwierig.

        @S.P.: Ich kenne genau so einen Fall, wo der Arzt sagte: „Eigentlich ist ihr Kind noch nicht reif für den Kindergarten, aber ich schreibe jetzt halt das Attest, wenn es Ihnen so wichtig ist.“ (Es ging um eine frühere Einschulung aus organisatorischen Gründen.)

      • Carolina sagt:

        Na ja, Susi, ich kenne aber auch einen Fall (den meiner ältesten Tochter), die, als wir aus England kamen und sie 5 Jahre alt war, in den ersten Kiga eingeschult werden sollte – dabei hatte sie bereits zwei Jahre Preschool hinter sich und wäre ein paar Monate später eingeschult worden. Unser neuer Hausarzt hat sofort ein Attest ausgestellt, weil er der Meinung war, dass es das Kind völlig ablöschen würde, wenn sie dann wieder Nüdeli auf Karton kleben sollte, obwohl sie schon rechnen und schreiben konnte. Hatte nichts mit Schlittschuheltern zu tun, sondern einfach mit unterschiedlichen Systemen. Aber wir sind sowohl von der Psychologin als auch den neuen Nachbarn so sa.d.mm angemacht worden, dass wir uns so richtig willkommen gefühlt haben.
        Ein anderer Fall, den eine befreundete

      • Carolina sagt:

        /2 Kindergärtnerin erzählt, war der von dem Buben, dessen Eltern ihn auf keinen Fall mit 6 einschulen lassen wollten, weil er noch Kind sein sollte…. Dem Gesuch wurde stattgegeben (?) und er nervte ein weiteres Jahr lang die Kindergärtnerin damit, dass er vor lauter Langeweile nur Dummheiten machte.
        Das System funktioniert meiner Ansicht nach ganz gut; allerdings scheint mir so manches Mal, dass das Lamento ‚Atteste werden viel zu leicht ausgestellt‘ eher ein Relikt aus einer Zeit sind, als man einfach nicht oder nur so wenig wie möglich aus dem sozialen Gleichschritt ausscherte‘.
        Mir scheint es eher nötig, die Masstäbe bzw Beurteilungskriterien für Reife anzupassen – denn es scheinen doch einige Kinder durch das Netz zu fallen.

      • Carolina sagt:

        Frage: Hängen bei Ihnen heute auch wieder völlig harmlose Kommentare, teilweise stundenlang?

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich kenne mehrere Fälle in die andere Richtung: Kinder, die von der Mutter als noch nicht reif genug eingeschätzt wurden, obwohl alle Fachleute das anders sahen (aber dann doch nicht schrieben).

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Förderung der Mehrjahrgangsklassen ist höchst umstritten. In Zürich wurde zudem die Basis- oder Grundstufe abgelehnt, die genau das (und mehr) bringen sollte.
        Im Moment mehren sich eigentlich eher die Stimmen, die wieder für mehr Frontalunterricht plädieren – nicht als Königsweg, sondern als ein wichtiger und ökonomischer Weg der Wissensvermittlung. Und spätestens da wird übermässige Heterogenität zum Problem. Das grosse Thema ist im Moment Inklusion und individuelle Förderung. Und auch da merkt man wohl immer mehr, dass die Realität den schönen Ideen nicht standhält.

      • 13 sagt:

        @ susi
        Jein. Bei uns werden in einer Klasse 6 Programme gemacht (1. Klasse, 2. Klasse, IK 1-3, sowie Förderung für gute Schüler der 2. Klasse). Die Grenzen sind aber durchlässig, die Individualität spielt eine grosse Rolle. Weshalb es auch nicht schlimm ist, wenn ein Kind irgendwo nachhängt oder voraus ist. Selbst die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Klassen wird gefördert.

        @ SP
        Wenn dem so ist, hoffe ich sehr, dass sich das nicht durchsetzt…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Was? Frontalunterricht als eine von vielen Methoden? Warum nicht? Meinen Sie denn, die aktuelle Unruhe in den Klassen käme wirklich allen Kindern zu Gute?

      • 13 sagt:

        @ sp
        Ja, Frontalunterricht, aber v.a. das Wegkommen vom individuellen Tempo und erneut nur ein Jahrgang im Klassenzimmer. Natürlich ist die Unruhe nicht immer gut und da müsste angesetzt werden, aber ich finde halt dass damit mehr gelernt wird als reiner Schulstoff, nämlich auch Selbständigkeit, Rücksicht und Lernmethoden.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es gibt vermutlich ganz unterschiedliche Voraussetzungen. Ich war mal mit einer Freundin im Skilager, die in Bern eine Mehrjahrgangklasse geführt hat (keine künstliche, sondern aus der Not geboren). Alle Kinder sprachen seit Geburt schweizerdeutsch, die Hälfte der Eltern waren in Schulpflege und Gemeinderat engagiert. Sehr angenehm und spannend.
        Und ich habe in Primarschulen unterrichtet mit 70 Prozent Ausländeranteil, mit Kindern, die sich zunächst gar nicht verständigen konnten (kein Wort deutsch), mit disziplinarischen und kulturellen Problemen, mit Eltern, die kaum für die schulischen Sorgen ansprechbar waren.
        Niemandem wäre es hier in den Sinn gekommen, noch zusätzliche Heterogenität zu schaffen.

      • Sportpapi sagt:

        Auch sonst sehe ich das eher kritisch. Jeder in seinem Tempo? Dieser Anspruch scheitert doch schon an den fixen Schulzeiten und dem vorgegebenen Lehrplan. Und individuelle Förderung heisst in der Regel, dass die Lehrperson sehr viel Zeit da investiert, wo es eben nötig ist. Wie früher, als die Lehrperson da half, wo das Thema noch nicht verstanden war…
        Nein, die neue Pädagogik muss erst noch beweisen, dass sie mehr bringt als Aufwand und Chaos. Ich habe da meine Zweifel.
        Nichts gegen Projektunterricht und selbstständiges Arbeiten. Aber das ist auch in einer traditionellen Schule gut umsetzbar, in einem Methodenmix, der möglichst breit die Lernbereitschaft der Schüler anspricht.

    • Lena sagt:

      „unfair, wenn man den Kindern einen Startvorteil verschafft“? Also, das tut mir jetzt aber leid, aber ich gebe meinen Kindern jeglichen (Start-)Vorteil mit auf den Weg. Da ist sich jeder selbst der nächste!

      • Reincarnation of XY sagt:

        das Kindeswohl sollte für alle oberstes Interesse sein
        ist es für das Kind gut, früh zu starten, soll es starten, ist es gut ein Jahr zu warten, soll es warten
        Ich begreife diesen „unfairen Startvorteil“ auch nicht. Es sei denn, man misst den Podestplätzen im Schülersporttag die grösste Wichtigkeit bei.

        Ich finde Flexibilität gut. Gleiche Reife vor gleichem Alter.

      • Sisifee sagt:

        Genau. Um das Wohl des Kindes geht es schlussendlich. Im übrigen bin ich mir gar nicht so sicher, ob die KiGa-Lehrpersonen Freude haben an unreifen 4jährigen, die vordergründig termingerecht eingeschult werden. Die Strukturen sind, so scheint es mir, noch nicht so gut eingespielt, dass solche Kinder gut aufgefangen werden. Und die Entwicklungsspannen sind in diesem Alter zum Teil enorm.

      • Sportpapi sagt:

        Lena, Sie erinnern mich gerade an die Mütter, die ihre Kinder mit dem grossen Panzer vor die Schule fahren. Weil ihnen der Schulweg zu Fuss zu gefährlich ist…
        An die anderen hier: Ich erinnere daran, dass im konkreten Fall die beteiligten Fachleute die nötige Reife attestiert haben und auch alles problemlos geklappt hat. Ein Zurückstellen wäre also nicht zu rechtfertigen gewesen. Und die angeführten Argumente sind schlicht fehl am Platz!

      • Sisifee sagt:

        Sportpapi hat Recht. Flexibilität und Freiheit der Familie sind keine Argumente für eine spätere Einschulung. Fehlende Teife des Kindes hingegen schon.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Es ging mir um die Flexibilität, dass man das Kind gemäss seiner Reife einschulen kann.

        Und das ist doch gut.
        Bei einigen Mio Einwohnern ist wohl klar, dass es IMMER den einen oder anderen Fall gibt, in dem das System ausgenutzt bzw. missbraucht wird.
        Aber ich glaube, solche Fälle lassen sich nie verhindern.
        Und ganz egal wie es im konkreten Fall ist: wenn es nur um einige Tage geht, ist es eine Ermessenssache und so oder so nicht tragisch.

        Bezüglich „unfairer Vorteil“ – verstehe ich gar nicht. Würde ein Kind tatsächlich „zu spät“ eingeschult, wäre es ja für dieses Kind ein Nachteil, weil es dann nicht genügend gefordert würde etc.. Wenn es sich ein Jahr später jedoch prima entwickelt, nützt das doch allen. Kind, Lehrkräften, Eltern, Gesellschaft – oder etwa nicht?

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Eben, man sollte ein Kind aufgrund seiner Reife einschulen. Und nicht zurückhalten, weil man die Zeit zu Hause noch etwas geniessen will.
        Und natürlich hat in der Schule ein Kind Vorteile, wenn es rund 30% älter ist als andere in der Klasse.
        In Analogie zum Sport: Natürlich ist es z.B. im Weitsprung unfair, wenn das eine Kind im gleichen Jahrgang deutlich reifer und grösser ist als das andere. Aber wenn man nun die Eltern nach Lust und Laune entscheiden lassen würde, ob das Kind nun eine Kategorie höher oder tiefer starten sollte, wäre das Chaos perfekt und die Sache sicher nicht fairer. Ob das in einem kompetitiven Schulsystem wirklich anders ist?

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – wir sind uns einig, wenn es darum geht, dass Eltern nach ihrem eigenen Wohlbefinden entscheiden und nicht nach der Reife des Kindes.
        Sicher kommt so etwas vor, aber das lässt sich nicht vermeiden. Extreme Eltern werden immer einen Weg finden, ihrem Kind und der Gesellschaft zu schaden.
        Aber ihr Spleen mit dem kompetitiven Schulsystem verstehe ich nicht. Das ist nur am Sporttag so. Ansonsten wird die Leistung beurteilt, nicht der Rang. Mich interessiert der Notenschnitt meiner Kinder und nicht ob sie die besten sind oder nicht.
        „Zu spät“ ist also dann, wenn es die Entwicklung des Kindes (aufgrund Unterforderung) hindert. Dann ist das Kindeswohl nicht an erster Stelle.
        Entwickelt sich das Kind hingegen hervorragend, so war der Zeitpunkt der Einschulung richtig.

      • Reincarnation of XY sagt:

        „Zu früh“ ist es, wenn das Kind aufgrund Überforderung nicht mitkommt und aufgrund dessen keine Freude am Lernen entwickelt.
        Hier kann man aber immer noch eingreifen und das Kind eine Klasse wiederholen lassen.
        Deshalb war unsere Devise: lieber zu früh, als zu spät.
        Die Idee mit dem Startvorteil halte ich für einen Witz. Der Entwicklungsstand von Kindern ist sehr verschieden, sowohl körperlich, wie auch geistig.
        Die einen sind körperlich das doppelte von anderen, aber schulisch/geistig dennoch hintendrein.
        Es ist für ein Kind unangenehm sowohl wenn es viel kleiner oder viel grösser ist als der Durchschnitt.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: „Aber ihr Spleen mit dem kompetitiven Schulsystem verstehe ich nicht. Das ist nur am Sporttag so. Ansonsten wird die Leistung beurteilt, nicht der Rang.“
        Ah ja? Und nach welcher Bezugsnorm wird denn diese Leistung beurteilt? Gibt es da objektive Kriterien, nach denen die Lehrer Leistung bewerten? Oder ist es nicht vielleicht doch so, dass die Klasse der Bezugsrahmen ist, und die Noten irgendwo bei 4.5-4.7 eingemittet werden?
        Und wenn es dann z.B. ums Gymnasium geht. Klar heisst es, es werde einfach bewertet, es gebe keine Quoten. Aber dann kommt die Zürcher Regierungsrätin (und EDK-Präsidentin) und verlangt von den Schulen, weniger Kinder aufzunehmen…
        Ob das zusätzliche Altersjahr bei der Berufswahl noch eine Rolle spielt, weiss ich nicht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Hmm … keine Ahnung.
        Mir scheint es, dass vorher festgelegt wird, für welche Punktezahl es welche Note gibt und nicht, dass man sagt: der Durchschnitt ist 4,5 und von da aus benoten wir.
        Zudem gibt es dann und wann eine unangekündigte (kantonale?) Prüfung, auf die sich niemand vorbereiten kann (die nimmt in der Benotung sicher nicht Mass am Klassendurchschnitt).
        Nach ihrer Logik müsste ich hoffen, dass mein Kind in einer unterdurchschnittlichen Klasse ist, weil es dadurch besser benotet würde.
        Ich hoffe aber auf das Gegenteil. Ich glaube, dass ein höheres Niveau uns selbst auf ein höheres Niveau hebt. Langfristig bringt es der im Leben weiter, der einfach mehr auf dem Kasten hat und nicht der, der in einem schwachen Umfeld glänzen konnte.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Das ist nicht meine Logik, das ist die schulische Realität.

    • 13 sagt:

      @ SP
      Jetzt bin ich überrascht. Sie, als grosser Befürworter der Förderung, finden es nun unfair einem Kind einen Startvorteil zu verschaffen? Nun, im Kt Bern ist heute die Vorgabe ab 4 Jahren (Stichtag 31.7.) und auch, dass die Eltern frei entscheiden dürfen, es später zu schicken (trotzdem 2 Jahre). Das Wunschkonzert ist daher gesetzlich verankert und indem man es wahrnimmt, hält man sich ja an die Vorgabe.

      • Sportpapi sagt:

        @13: In Zürich sind nach meinem Wissen die Stichtage vorgegeben und Ausnahmen gibt es nur auf Gesuch und nach Abklärung wegen fehlender Reife. Insofern ist es dann ein Regelverstoss, wenn man das Kind zurückhält ohne ernsthaften Grund.
        Das Problem ist doch, dass vielfach bei den Kindern, die eine Rückstellung nötig hätten, die Ressourcen und das Interesse (?) nicht vorhanden sind, das zu beantragen. Dafür werden andere Kinder zurückgestellt, die mehr oder weniger problemlos mitlaufen würden.
        Und schliesslich, wenn die Einschulung zum Wunschkonzert wird, dann werden vermutlich bald einmal die Regeln für Ausnahmen verschärft. Zum Nachteil der Kinder, die es wirklich bräuchten.

      • 13 sagt:

        Oder aber,man sieht ein, dass ein Bedürfnis besteht und passt es denjenigen Kantonen an, die es lockerer handhaben. Ich halte unsere Regelung auch nicht für ideal, zumal damit die Verschiebung des Stichtages eigentlich ein Witz ist, da in vielen Gemeinde einfach alle Mai-Juli-Kinder zurückgehalten werden. Andererseits ist es vielleicht wirklich so, das diese Verschiebung gar nicht nötig war und man sich als Elternteil schon die Frage stellt, ob wirklich das eigene Kind die Folgen dieses Entscheides ausbaden soll, wenn man eine Mögöichkeit hat, das zu umgehen oder ob nicht irgendwo das eigene Kind wichtiger ist als die Regeln. Erst recht, wenn die Lehrpersonen, die das Kind dann unterrichten auch mehrheitlich finden, es sollte noch nicht gehen. Zumindest hier ist das der Fall.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Verschiebung erfolgte aufgrund des Bestrebens einer Harmonisierung in der Schweiz (HARMOS). Und man einigte sich auf den Termin. Und wenn man die politischen Diskussionen verfolgt, war die Früheinschulung eigentlich der grösste Diskussionspunkt (weil vielfach der Kindergarten ja noch gar nicht obligatorisch war).
        Dazu aber ja sagen, aber dann nicht umsetzen, das halte ich für grundfalsch. Man kann Regeln ändern, aber nicht sie einfach nicht anwenden.
        Und ja, letztlich baden es die Kinder aus, die regulär in die Schule gehen, und dort auf lauter Kinder treffen, die älter und reifer sind als sie in der Stufe sein sollten. Für mich ist das unfair.

      • 13 sagt:

        Schon klar, ich befürworte auch die Harmonisierung an sich sehr, meine Frage war eher, ob man den Stichtag nicht anders hätte setzen können,dann wären auch die Diskussionen nicht so brisant gewesen. Und ja, ich sehe Ihren Punkt, wobei es bei uns kaum solche Kinder gibt, es trifft max 1-2 pro Jahr, der Rest wird zurückbehalten, aber kann man das wirklich einem einzelnen Elterpaar vorwerfen? Ich erachte es als normal, dass man das Beste für das eigene Kind will.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Jeder Stichtag führt zu Diskussionen, egal wie er gesetzt ist. Zumal wir erstaunlicherweise immer wieder verlangen, dass wir nach ausländischen Vorbild viel früher schon flächendeckende Kindergärten/Krippen/ Preschools anbieten. Was ja auch zu Problemen führt, wenn Kinder aus Deutschland oder England kommen, und bereits viel weiter sind (offenbar reifen die dort früher?).
        Nach meiner Erfahrung taugt der Kindergarten sehr gut als Vorschule, im wahrsten Sinne des Wortes. Und man sollte viel mehr dort variabler sein und die Kinder auch mal nach einem Jahr weitergeben oder drei Jahre behalten.
        Aber ich halte es nicht für sinnvoll, dass die Eltern praktisch allein und nach beliebigen Kriterien entscheiden, wann die Schulkarriere ihrer Kinder beginnen soll.

    • Peter sagt:

      Es war mit dem ersten Kind dermassen anstrengend, dass ich nie einem zweiten Kind zugestimmt hätte. Erst als er 4 wurde, reifte doch der Wunsch nach einem zweiten. Es wurde ein Mädchen und es war so etwas von pflegeleicht. Der relativ grosse Altersunterschied bedeutet nicht, dass sie nichts miteinander anfangen können. Im Gegenteil, das Verhältnis ist gut und sie spielen sehr schön miteinander (und können auch ausgiebig streiten).
      Es muss passen und für den vielbeschworenen Zweijahreabstand passte es für uns nicht.

  • 13 sagt:

    Ich frage mich einmal mehr, warum Sie immer wieder so gegen das Stillen wettern müssen. Mir scheint da sei einiges unaufgearbeitet, was traurig ist, aber zukünftige Mütter schreckt dieser Text richtig ab. Vielleicht sollte man eher sagen, könnte man die Zeit zurückdrehen, wäre eine gute Stillberaterin sinnvoll, die genau prüft, was das Üroblem ist.
    Bei den Altersabständen würde ich es genau anders machen. Könnte ich zurück, hätte ich mein erstes Kind etwas später bekommen, also eher mit 30 als mit 26, aber dafür drei schneller aufeinander. Aber da es mein Mann gerade umgekehrt sieht, er hätte lieber alle drei vor 30 gehabt, ist es vielleicht doch gut, wie es ist. 😉

    • Martin Frey sagt:

      „Ich frage mich einmal mehr, warum Sie immer wieder so gegen das Stillen wettern müssen.“
      Das tut Frau Meier doch gar nicht, 13. Sie beschreibt lediglich Ihre Erfahrungen, die sich mit unseren notabene und denen diverser anderer Eltern absolut decken. Wir würden uns auch nie mehr zum Spielball ominöser „Expertinnen“ in dem Gebiet machen lassen, und haben bis hin zur eitrigen Mastitis viel zulange alles mitgemacht. Sie, 13, müssen sich hingegen viel eher die Frage gefallen lassen, weshalb sie bei den Stillerfahrungen anderer derart abschätzig reagieren? Denn Stillen ist nicht für alle das richtige, und man muss sachlich und pragmatisch anerkennen wenn es nicht gut läuft. DAS sollte man angehenden Eltern vermitteln.

      • 13 sagt:

        Ich reagiere überhaupt nicht abschätzig, sondern schreibe, dass ich es schade finde, wenn das Stillen so einseitig betrachtet wird. Hätte sie geschrieben, das Stillen ist das einzig richtige, hätte ich ebenso reagiert. Also, nein, den Schuh muss ich mir nicht anziehen. Und wer hier abschätzig gegenüber Stillberaterinnen reagiert, können Sie selber nachlesen….

      • Martin Frey sagt:

        „Ich frage mich einmal mehr, warum Sie immer wieder so gegen das Stillen wettern müssen. Mir scheint da sei einiges unaufgearbeitet, was traurig ist,…“
        Für mich tönt das suggestiv-unterstellend, und ein Stück weit abschätzig. Woher wollen Sie wissen ob „einiges unaufgearbeitet“ ist? Weshalb finden Sie das „traurig“? Das hat alles eine Konnotation von oben herab, zumindest für mein Sprachverständnis.
        Aber egal, ich glaube dass Sie das nicht unbedingt so gemeint haben.
        Falls Sie mir den Ball („abschätzig“) zurückspielen wollten: Persönlich achte ich Stillberaterinnen sehr, auch wenn wir selber keine guten Erfahrungen machten. Es ist aber wie immer: Man soll seinen Beruf sachlich, fachlich gut und undogmatisch ausführen, und die eigenen Grenzen kennen. Daran hapert es oft.

      • 13 sagt:

        Da N.M.s Kinder ja schon recht gross sind und sie das Thema öfters so aufnimmt, scheint mir tatsächlich, sie hätte keinen guten Abschluss ihrer Stillgeschichte gefunden. Das war nicht abschätzig, sondern mitfühlend gemeint. Ich finde es wichtig, dass man mit derart sensiblen Erlebnissen, wie Geburt, Stillen etc. Richtig abschliessen kann. Hat bei mir selber auch ein paar Jahre gedauert.
        Den Ball zurückgespielt habe ich aufgrund des Ausdruckes „ominöse „Expertinnen““, den fand ich nicht gerade wertschätzend. Schön zu hören, dass es nicht allgemein gültig gemeint war.

      • Martin Frey sagt:

        „Da N.M.s Kinder ja schon recht gross sind und sie das Thema öfters so aufnimmt, scheint mir tatsächlich, sie hätte keinen guten Abschluss ihrer Stillgeschichte gefunden.“
        Sie müssen wissen, 13, dass wenn Sie in dieser delikaten Phase schlechte und z. T. traumatisierende Erfahrungen gemacht haben, wie offenbar N. M. oder auch wir, dann kann das sehr prägend sein. Das heisst nicht, dass man nicht damit abgeschlossen hat. Aber es heisst, dass man mit Garantie die selben Fehler nicht mehr machen würde. Und (nur) so habe ich N. M. auch verstanden.
        Das Thema ist leider auch ein Tummelplatz für Leute diverser Art, um es mal so zu formulieren. Eines haben diese aber alle gemeinsam: Sie sehen sich selber als Experten (mit oft alleinigem Wahrheitsanspruch).
        Darauf habe ich mich bezogen.

      • 13 sagt:

        Ich bezog das nicht auf mein eigenes Erlebnis, so schlimm war das nicht, sondern auf einen sehr grossen Austausch mit Müttern.

    • tina sagt:

      wieso fragst du dich das, es steht doch, was das problem war mit stillen? bei den einen gehts eben gar nicht gut, ich bin sicher, zu hören wie es anderen auch nicht gut lief, entlastet jene ungemein, die auch probleme hatten. und den anderen läufts ja sowieso gut. glaube nun wirklich nicht, dass man als noch-nicht-mutter vor negativ geschichten verschont werden muss, ausserdem war diese ja nicht so grausam negativ erzählt. die vorteile des stillens kennt man doch sowieso, denke ich, und niemand reisst sich darum, schoppen zuzubereiten, wenn man es einfacher haben kann, nicht?

      • 13 sagt:

        @ tina
        Nein, das ist eben eines der grössten Irrtümer zu dem Thema: die öffentliche Meinung ist, entweder es klappt gut, dann ist es schön und bringt Vorteile oder dann klappt es nicht und sollte man es lassen. Ich finde es da nicht falsch zu erwähnen, dass es auch Möglichkeiten gibt, Probleme zu beheben. Wenn man will, wenn nicht, ist es auch ok. Da können wir uns glücklich schätzen, in einem Land zu leben, wo wir dank verfügbarer und erschwinglicher Babynahrung und Zugang zum sauberen Trinkwasser eine echte Wahl haben.

      • tina sagt:

        achso, es fehlte dir einfach ein hinweis, dass man mit stillberatung häufig etwas unternehmen kann, wenn es nicht so gut klappt mit stillen.
        gibt es da wirklich „die öffentliche meinung“? sachen gibts :). ich habe noch nie gehört, dass empfohlen wird, man sollte es lassen wenn es nicht auf anhieb gut klappt, mir waren eher die anderen geschichten bekannt. wird wohl die unöffentliche meinung sein 😉

    • Sisifee sagt:

      „Heute würde ich die Stillerei als eine Möglichkeit sehen, nicht als den einzig richtigen Weg.“
      Genau so sollte man es künftigen Müttern vermitteln: Wenn es nicht klappt mit dem Stillen, dann ist es auch nicht so schlimm. Die Angstmacherei mit möglichen negativen Folgen der Schoppenernährung ist einfach falsch und kontraproduktiv. Eine gute, undogmatische Stillberaterin ist aber sicher Gold wert – egal ob’s schlussendlich klappt oder nicht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sisifee – volle Übereinstimmung

      • Martin Frey sagt:

        Ebenfalls meinerseits volle Uebereinstimmung, Sisifee.

      • tststs sagt:

        „Wenn es nicht klappt mit dem Stillen, dann ist es auch nicht so schlimm.“
        Die Frage ist nur, wie lange sollte man es probieren, bevor man aufgibt… Denn auch hier wieder erlebe ich einen völlig übertriebene Anspruchshaltung (auch der Mütter an sich selber): Das muss sofort UND beim ersten Mal UND problemlos funktionieren.
        Dann kann es nur in Frust enden.

      • Breastisbest sagt:

        Die Ernährung mit künstlicher Milchnahrung birgt nun mal Risiken sowohl für die Mutter wie auch für das Kind. Das sind Tatsachen, über die man sprechen sollte, statt das Stillen herunter zu spielen und bloss „als eine Möglichkeit“ darzustellen.

      • 13 sagt:

        @ Sisifee
        Einverstanden. Den Satz fand ich auch völlig in Ordnung, ich bin ganz sicher keine „Stillpolizei“ und finde es ist eine Entscheidung der Mutter. Ich habe da selber meine Erfahrungen mit dem Stilldruck…Aber die vorangegangende sehr negative Ausführungen fand ich einfach schade, zumal es eben nicht das erste Mal von N.M. ist. Schon klar, es ist subjektiv, aber bei den vielen Lesern hat es eben doch ein Gewicht. Stillen ist sicher nicht der einzig gangbare Weg, aber halt auch ein gangbarer, der schön sein kann, wie ich mit zwei von drei Kindern erleben durfte. Und man sollte Müttern auch diesen nicht durch Horrorgeschichten madig machen.

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Auch richtig und das ist die Hauptfrage. Tatsache ist, dass praktisch jede Frau (evtl mit Unterstützung) stillen kann. Tatsache ist auch, dass es nicht immer einfach so problemlos von Anfang an geht. Und wieviel Mühe und Energie man da reinstecken will, hängt m.E. von vorhandenen Ressourcen und auch davon ab, wieviel der Mutter das Stillen bedeutet, wobei es völlig ok ist zu sagen, dass es für einen selber wichtigeres gab. Aber diese Entscheidung sollte von der Mutter getroffen werden und weder von einer überengagierten stillfanatischen Hebamme noch von einer Mütterberaterin, die beim ersten Milchstau findet, man sollte sofort abstillen. Und beides gibt es. Leider.

      • 13 sagt:

        @ breastisbest
        Ja, aber wie gross sind diese wirklich? Und wie stehen diese im Verhältnis zu dem Risiko, dass es einer Mutter (und damit auch dem Kind) aufgrund des Stilldrucks schlecht geht? Natürlich sollte man auch auf die negativen Aspekte hinweisen, aber auch nicht einseitig.

      • Sisifee sagt:

        @ Breastisbest
        Aeh… Nun habe ich doch in den 11 Jahren, seit ich Mutter bin, etwas nicht mitgekriegt: Was genau und konkret sind die Risiken künstlicher Milchnahrung für die Mutter? Mir persönlich gings nach der Umstellung von Brust auf Schoppen immer blendend. Dem Papi übrigens auch.

      • mila sagt:

        Stillen ist ein Faktor, der in Bezug auf SIDS als schützende Massnahme fürs Kind aufgeführt wird (unter anderen). Zudem soll es bei der Mutter präventiv gegen Brustkrebserkrankungen wirken. Aber die Vorteile/Risiken muss jede Mutter selbstredend selbst abwägen. Nicht zuletzt gemessen am Aufwand und der physischen/psychischen Bereitschaft.

      • Sisifee sagt:

        @ mila: Dass Stillen präventiv gegen Brustkrebs wirken kann heisst aber noch lange nicht, dass Nichtstillen Brustkrebs begünstigt. Da gibt es noch ganz andere Faktoren. Solche unpräzisen Aussagen (nicht von Ihnen, sondern von Breastisbest) gehören ins Kapitel Angstmacherei.

      • Martin Frey sagt:

        „Stillen ist ein Faktor, der in Bezug auf SIDS als schützende Massnahme fürs Kind aufgeführt wird (unter anderen). Zudem soll es bei der Mutter präventiv gegen Brustkrebserkrankungen wirken.“
        Ohne mich gegen das Stillen wenden zu wollen, aber da wäre ich sehr vorsichtig mit der Interpretation, mila. Bin ganz einverstanden mit Sisifee.

      • mila sagt:

        Klar, Sisifee. Mir gings nicht darum, breastistbest zu verteidigen. Aber es gibt gute Gründe, das Stillen dem Fläschchen gegenüber vorzuziehen, wenn man mag und ohne grosse Komplikationen kann. Aber ich kenne auch Frauen, die ein regelrechtes Stilltrsuma erlebt haben. Das ist in meinen Augen überhaupt nicht wünschenswert.

      • mila sagt:

        Welche Interpretation? Ich habe mich auf gängige Forschungsergebnisse bezogen (gerade zu SIDS), die aktuell zu sein scheinen (daher auch meine eher vorsichtige und keineswegs in Stein gemeisselte Formulierung, mir ist durchaus klar, dass es immer auch Studien gibt, die anderen Studien widersprechen). Aber falls diese Ergebnisse schon (wieder) überholt sind, ist das in der (Eltern-)Literatur noch nicht angekommen.

      • mila sagt:

        Aber falls gemeint ist, Nicht-Stillen solle ein Risiko für Brustkrebs sein – das habe ich so weder gesagt noch gemeint. Gemeint war der allfällige präventive Vorteil.

      • Martin Frey sagt:

        Mila, Sie haben das völlig korrekt, absolut perfekt formuliert, mit der nötigen Umsicht.
        Nur gibt es viele solcher Korrelationen in der Natur, wogegen die etwaig kausalen Zusammenhänge nicht immer so klar sind. Was genau SIDS auslöst, ist ja noch immer nicht restlos geklärt. Mehrere Risikofaktoren sind zwar bekannt, deren Vermeidung für die Prävention massgeblich ist. Als wichtigster Risikofaktor gilt die Bauchlage, doch auch das Überdecken des Gesichts mit Kissen oder Spielsachen, sowie aktiver oder passiver Zigarettenrauch während der Schwangerschaft sowie danach. Sind es nun die verbesserten Aufwach-Aktivitäten gestillter Kinder, gar die Antikörper in der Muttermilch? Oder doch der Umstand, dass stillende Mütter tendenziell weniger rauchen?

      • Martin Frey sagt:

        /2 Die Gefahr ist immer die, dass jemand solche Tendenzen dankbar aufgreift, 1:1 zur Wahrheit erklärt und dogmatisch allen anderen um die Ohren schlackert. Unzulässiger Umkehrschluss inklusive. Das tun Sie nicht, aber andere. Und aus dem Grund bin ich vorsichtig mit solchen zwar glaubwürdigen und nachvollziehbaren, aber letztendlich nicht beweisbaren Aussagen, gerade auf einer solchen Plattform.
        Dito für Brustkrebs, und was man sonst noch so postuliert.

      • mila sagt:

        Ah ok, danke für die Erklärung! Da haben Sie natürlich Recht.

      • Sila sagt:

        Die gute Stillberaterin hatte ich – sie hat mir sehr bei all meinen Stillproblemen sehr geholfen, so dass das Stillen geklappt hat. Aber sie war nicht undogmatisch. Und die Beziehung zum Kind, meine Freude am Kind war dem Stillen untergeordnet. Ich habe einen zu grossen Teil meiner Energie auf die Muttermilchbeschaffung gelegt. Ich hatte ziemlich jedes Problem beim Stillen, dass man haben kann. Ich fand das Stillen nie (!!!!) praktisch. Andere erleben das zum Glück anders – aber nicht alle.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @13

      „gegens Stillen wettern“ 😉

      sehen Sie, so wie es Ihnen beim Thema stillen geht, gehts mir mit den Worten „Erziehung“ ua, wo ich mich dann ebenfalls ziemlich schnell „für meine Sache“ ins Zeug legen kann. Und in meinem Eifer vielleicht übersehe, dass der Andere gar nicht so wahnsinnig fürchterlich drüber denkt wie ich vermute; ich kann da jedenfalls kein „wettern“ erkennen, sondern eher ein nachdrückliches Bestehen auf verschiedene Möglichkeiten.

      • Carolina sagt:

        Brunhild: Word! (Sagt man das noch? 😉
        Ich glaube auch, dass die allermeisten Menschen so ein Spezialthema haben, wo gerne mal die Pferdchen mit ihm durchgehen – bei mir ist es das Thema das-ganze-Leben-durchplanen/Komplettförderung etc, da werde ich auch sehr schnell sauer.
        Ich halte den fraglichen Satz von NM und vor allem die gute und bedachte Antwort von Sisifee für absolut richtig – und sehe überhaupt keine Heruntermache.

      • mila sagt:

        Bin ja im Grunde ganz bei Ihnen, Brunhild. Trotzdem mag ich 13 ein wenig Schützenhilfe geben. Ich hatte vor dem Stillen eigentlich mehr Panik als vor der Geburt selbst. Und ja, einige Tage musste ich mich mit blutenden Brustwarzen durchbeissen (hätte sich mit entspannterer Beratung vielleicht vermeiden lassen). Aber mit Unterstützung meines Mannes (bzw. Ruhe) hat sich die Stillbeziehung dann doch wunderbar entwickelt, und hält momentan auch noch an. Mein Rat wäre entsprechend: sich nicht zuviel Sorgen machen vorher. Die eine oder andere Anstrengung (nach Willen und Vermögen) auch in Kauf nehmen. Mir half der Gedanke, dass ich ja jederzeit hätte ‚aussteigen‘ können (und dafür weit weniger schief angeschaut worden wäre, als fürs Stillen übers erste Lebensjahr hinaus.)

      • mila sagt:

        Mit schief ansehen meine ich übrigens nicht die Öffentlichkeit. Ich habe so gut wie nie öffentlich gestillt, weil ich einfach nicht der Typ dafür bin. Vielmehr meine ich gewisse Reaktionen aus Familie und Freundeskreis. Gestört habe ich mich nicht daran, denn ich weiss ja, wieso ich es tat und tue. Aber wieso fast jede(r) meint, seinen Senf dazu geben zu müssen, erschliesst sich mir ehrlich gesagt nicht ganz. Selbst Kinderlose. Komisch, nicht?

      • Angie sagt:

        Stillen: Ich binfroh, habe ich die erste schmerzhafte Zeit und auch die im KH, als es überhaupt nicht lief, nicht aufgegeben. Es entwickelte sich eine wunderschöne Stillbeziehung. Aber das muss jede Frau für sich entscheiden, welchen Weg sie gehen möchte. Für uns hat sich der zunächst schwierigere gelohnt.

      • 13 sagt:

        @ brunhild
        Ich sehe das Stillen nicht wirklich als meine Sache. Da habe ich zum Wort Erziehung einiges mehr zu sagen 😉 ich mochte nur das einseitige nicht: ich habe mein erstes Kind nach wenigen Wochen abgestillt und wünschte heute, och hätte es schon früher getan. Mein drittes stille ich nun fast 2 Jahre. Ich kenne beide Seiten, sehr gut sogar. Darum ist es mir ja auch ein Anliegen, dass beide aufgezeigt werden.

        @ Carolina
        Mit Sisifee bin ich ja einverstanden,ihre Wort waren aber etwas differenzierter als diejenigen der Autorin.

        @ mila
        Danke. Ja, mit jährig ist so eine etwas sensible Phase, da hat jeder seine Meinung dazu. Nun mit fast 2 sagt niemand mehr etwas. Sie wissen, dass ich ein verrücktes Öko-Tussi bin 😉

      • Sisifee sagt:

        Bei mir ging das Stillen beim ersten Kind auch nicht problemlos an. Den Stress, den man im Krankenhaus gemacht hat („das müsste jetzt aber besser klappen, morgen gehen Sie nach Hause! Es geht hier um Leben und Tod!“ – kein Witz, diese Aussage), hat nicht geholfen. Mit einer guten Stillberatung und dem Wissen um (gute) Alternativen gings dann doch. Bei mir kam das Stillen eh nur mit Ruhe und Entspannung in Gang. Richtig gut ging es erst beim dritten Kind im Geburtshaus – da hat man mich nämlich einfach schlafen lassen, wenn ich geschlafen habe.

      • mila sagt:

        13, die Kommentare fingen ja schon mit halbjähig (Beikostalter) an… Und ja, ich selbst hatte in der Schwangerschaft gedacht, ich würde dann etwa abstillen. So kommt es anders, als man denkt. 😉

  • Brunhild Steiner sagt:

    Der Vorteil bei mehreren ist, dass man ein Teil des „hätt ich besser anders gemacht“ gleich ausprobieren kann 😉
    Die Abstände finde ich gut, haben wir bei Dreien ähnlich. Lieber zu Beginn eher sehr anstrengende Jahre, als bei zunehmender Selbstständigkeit wieder in die Windelphase katapultiert worden zu sein. Plus, kommt natürlich auch aufs „Startalter“, und den Anzahlwunsch an.
    Beim zweiten haben wir von Beginn weg im selben Raum geschlafen, beim dritten keinen langen Stillzeiten durchgehalten, sondern nach 11 Wch auf Flasche umgestellt.
    Und, wirklich unbedingt die Zeit vor Kindergarteneintritt geniessen, jedenfalls was die Zeitvorgaben betrifft 🙂

  • Nick sagt:

    „Gewinnen lassen“ — Meine Eltern haben mich (Einzelkind) auch oft gewinnen lassen, aber nur, wenn sie fanden, ich hätte mich ausreichend angestrengt um zu gewinnen. Lektion: Einsatz lohnt sich, Faulheit wird bestraft.
    Und ein Tipp an alle Eltern: Nicht aus allem ein Drama machen und öfter mal über Kleinigkeiten hinwegsehen. Entlastet alle Seiten ganz enorm.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Hihi, das mit dem gewinnen/verlieren kennen wir auch – vor allem ebenfalls als bekennende YB-Fans… Bei mir als Mutter kommt noch die Leidenschaft beim Eishockey für Ambrì dazu – seit Jahren leider die beste Möglichkeit, das Verlieren zu verinnerlichen und zu lernen… ;). Da schlägt das Herz des Sohnes leider eher für den SCB – man will ja auch mal gewinnen :lol:)…

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