Zweijährige setzt man nicht vor den Fernseher. Das weiss die ganze Welt, ausser natürlich den Amerikanern und, nun, mir. Als ich kürzlich die Sendung «In the Night Garden» entdeckte, warf ich meine fernsehkritischen Erziehungsprinzipien über Bord und meinen Sohn auf die Couch. Von dort verfolgen wir nun jeden Abend, wie Igglepiggle, Upsy Daisy, Makka Pakka und andere Figuren in einem magisch anmutenden Wald umherhüpfen. Ab und zu schiesst ein Zug – das Ninky Nonk – aus dem Gras und an Baumstämmen entlang hoch. Nicht, dass ich verstehen würde, was abläuft. Für meinen Sohn ergibt aber alles Sinn. Dies ist sein Reich, hier sind seine Freunde, die zu ihm sprechen. Und er antwortet ihnen, lacht und jauchzt.
Vielleicht denken Sie jetzt: Unsinn! Fernsehen macht dick, dumm und gewalttätig, wer bereits als Kleinkind fernsieht, lernt schlechter lesen, ist weniger kreativ und nimmt Dinge oberflächlich auf. Ausserdem wird die Sprachentwicklung gestört und überhaupt verblöden Kinder vor der Glotze. Kurz: Dieser «Night Garden» ist doch nichts anderes als die Teletubbies!
Mit dem letzten Punkt haben Sie nicht ganz unrecht; die Macher sind tatsächlich dieselben. Da hören die Gemeinsamkeiten jedoch auf. Der «Night Garden», eine raffinierte Mischung aus Computeranimation und realen Elementen, hat die BBC über 20 Millionen Franken gekostet und verhält sich zu den Teletubbies etwa so wie Mozart zu DJ Ötzi. Mit ihrer entrückten Bildsprache und den wehmütigen oder Jahrmarkt-artigen Klängen ist die Sendung halb poetisches Sandmännchen, halb psychedelische Erfahrung. Das mag auch an der Erzählerstimme liegen, die Derek Jacobi gehört. Wie der grosse Shakespeare-Mime von Pinky Ponk, Tombliboo und Og-Pog erzählt, muss man gehört haben. Vor allem aber macht der «Night Garden» den Fernseher nicht zum Babysitter. Keine überforderten Mütter will man hier entlasten, auch keine wilden Tänze auslösen, sondern ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit bieten. Mit dem Ziel, den Kindern die Angst vor dem Zubettgehen zu nehmen.
Sie merken, hier schreibt ein Fan. Dabei habe ich versucht, den «Night Garden» zu hassen, bin jedoch innert Kürze seiner gütigen Macht unterlegen. Ich will Ihnen die vielen weiteren Highlights der Sendung indes ersparen und komme auf die Medienerziehung zurück. Natürlich ist Kleinkinderfernsehen keine Entwicklungsnotwendigkeit. Die Teletubbies-Forschung in den 90ern hat aber auch gezeigt, dass die Wirkung des Fernsehens überschätzt und der eigene erzieherische Einfluss unterschätzt wird. Und, Hand aufs Herz: Geht es bei der ganzen «Einstiegsdroge»-Debatte im Grund nicht um ein TV-ideologisches Gefecht unter Erwachsenen? Kinderfernsehen ist doch eine Frage des Masses und der Betreuung. Natürlich verwahrlosen Kinder im Fernsehdschungel, wenn man sie dort täglich während Stunden alleine lässt. Funktioniert das Medium aber nicht als Reizquelle, sondern bietet gezielt Inhalte, die das Kind in der Lage ist zu verarbeiten: why not?
Genau das tut der «Night Garden». Das und noch viel mehr. So kommt es vor, dass mein Sohn sich etwas anderem zuwendet und mich mit dem Ninky Nonk zurücklässt. Dann schaue ich die Sendung schon mal alleine zu Ende. Vielleicht hab ich als Kind zu wenig ferngesehen.
Philippe Zweifel, 36, ist Kulturredaktor bei Newsnetz und Vater eines Sohnes. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@oioioi: Dann bring den Kleinen mal zu mir, da läuft immer was. Vielleicht wird er dann ebenso müde
@ Tamara Neee danke, lieber in den Kinderhort.
@ Laura
Klar sind das sehr wichtige Themen, über die wir unsere Kinder auch ausreichend informieren. Aber in der 5. Klasse unserer grossen Tochter ( komme jetzt wieder kurz vom Kleinkindalter weg, da es uns nicht mehr direkt betrifft ) sind halt so Themen wie “Miley Cirus” , “Hanna Montana”, “Hotel Zack und Cody” etc. schon eher DER Gesprächsstoff……..
@gargamel
wollte eigentlich sagen, dass wir keine patentrezepte für ALLE individuellen entscheidungen von eltern finden können – nicht einmal paracelsus genügt da – das zeigt sich eben bei suchtthemen wie drogen (=suchtmittel, ob psychische oder physische mittel!!!!))
das bauchgefühl haben sie ja bei isa auch erlebt, das leitet die meisten eltern in ihren entscheidungen und wenn die eltern ihr gefühl nicht “einordnen” können, landen sie hier im blog und suchen antworten…..oder sind gefestigt in ihrer ansicht (wie bspw. thomas1)
Allen guten Vorsätzen zum Trotz: Ich setze Fernsehen (oder noch vielmehr Youtube) immer wieder auch zur Belohnung ein. Es geht nicht um Stunden, sondern vielleicht mal um ein paar Minuten. Glaube kaum, dass Sohnemann dadurch einen Schaden kriegt…
@ isa
…wir hatten dasselbe problem. die mutter brauchte eine pause und ich eine nachrichtensendung. also entschied ich (stille aus dem schlafgemach, deutete ich als stillschweigende zustimmung mütterlicherseits), dass es gar nicht früh genug sein könne, dass mein sohn lernen sollte, dass er israel, für den rest seines lebens, in jeder nachrichtensendung begegnen würde. ferner, dass präsident sarkozy auch klein ist, zwar nicht so klein wie er, und dass er trotzdem eine heisse frau erobert hatte. also, vollgas in der krabbelgruppe, auch wenn laura I – VII, anna, sarah und güzin ihn an körperlänge übertrafen. mit angie übten wir die grimasse „ich bin sooo traurig“ – es ist gar nicht so einfach die mundwinkel so weit nach süden sausen zu lassen. silvio, den „cavaliere“, berlusconi begrüssten wir jeweils mit „facepalm!“ – hände vors gesicht schlagen und den kopf schütteln. nicht so einfach war es, das kind davon zu überzeugen, dass urs gredig kein sprechender hydrant ist. seine kollegin katja brachte uns jeweils ins schwärmen mit ihrer schönen aussprache und aussehen. warum man sie allerdings öfters mit ungewaschenen haaren und unvorteilhaft kurzen jäckchen auftreten liess, konnten wir uns nie so recht erklären. wir liebten es darauf zu wetten, wie oft sich tilman lingner aus washington verhaspeln würde und lernten dabei das lustige wort „schnurrepfluderi“. das absolute highlight aber war jeweils bucheli und seine wetterfeen/hexen (je nach prognose-treffern). wir übten kopfschütteln begleitet von „tztztz“, wenn sie sich wieder einmal bei grösstem sauwetter auf dem hochhausdach tummelten. erklären konnten wir uns zwar auch das nicht richtig, aber wir einigten uns darauf, dass es sich wohl um einen leichten fall von „batman-syndrom“ handeln muss. Fazit: geschadet hat es unserem erstgeborenen glaube ich nicht, auch wenn seine mutter sich manchmal darüber wundert, woher er dass wohl hat mit dem kopfschütteln und tztztz, wenn er bei schlechtem wetter raus soll.
Meine Tochter darf manchmal als Ueberraschung auf youtube ein oder zwei Filmchen “der kleine Maulwurf” (wer kennt ihn noch aus den 70ern?) schauen. Die Zeichnungen sind so schön und die Details so liebevoll gemalt. Wir schauen dann gemeinsam und ich sag ihr dann, dass nachher fertig ist. So klappt das gut und ich kann das mit unserer Erziehung vereinbaren. Schaut euch mal den herzigen Maulwurf an.
Zu mehr als Berieselung reicht das heutige TV nicht.
Ich fand nie heraus, was an Teletubbies so gut sein soll. oder Spongebob. oder Barney and Friends und das ist das offensichtlichste Beispiel ’sublimer’ Mitteilungen in den Sendungen.
Politisch korrekt soll den Babies das vorgesetzt werden. Am besten gleich 24 Stunden non stop auf http://www.babytv.com/
South Park soll ja politisch inkorrekt sein, aber das hab ich auch nie gecheckt…..kann mir jemand South Park erklaeren?
@Rahel
Das war keine Kritik, ich finde das wirklich ein wunderbares Argument.
Ich kann da nicht wirklich mitreden, meine Kinder sind ein paar Jährchen älter, aber ich glaube, sie haben den Fernseher bei mir nie vermisst. Ich wüsste auch gar nicht, wann wir Zeit zum Fernsehen hätten, wir haben immer so viel zu besprechen und zu tun.
Noch eine Anregung für Mütter, die eine Pause brauchen:
Als meine beiden ganz klein waren, bin ich, wenn ich eine Pause brauchte, auf Bett gelegen, eines links im Arm, das andere rechts und dann haben wir das Spiel gespielt, wer am längsten ganz still sein kann. Der Gewinner durfte dann sagen, was wir als nächstes zusammen manchen. Das hat immer ganz gut geklappt und ich konnte mich mal eine halbe Stunde ausruhen
@ katharina
…south park ist: kenny in jeder episode auf jede erdenkliche art sterben zu lassen – the rest is just forgettable.
@thomas
….wenn mütter staunen und männer (vater und sohn) sich auf die schultern klopfen, dann war die lektion erfolgreich
@natascha: der kleine maulwurf ist auch bei uns nach wie vor sehr beliebt (gibt’s auch für wenig geld auf dvd). auch (oder gerade weil) e’s teilweise wundersam absurde geschichten sind… diese tschechen… kennen sie “der kleine maulwurf und die u-bahn”? unbedingt ansehen!
@ Laura
Ich habs auch nicht als Kritik aufgefasst
Als ich ein Kind war hatten wir auch lange Zeit kein Fernseher ( erst als der Golfkrieg war kam wieder ein TV ins Haus ). Ich hatte auch nicht so das Gefühl, etwas zu verpassen, aber heute denke ich dass der Fernseher doch einen höheren Stellenwert hat als damals……habe dies bei unseren Kindern und deren Gspänli festgestellt.
Hmmm. Nach der euphorischen Beschreibung des offensichtlich begeisterten Authors habe ich von dem Filmchen ehrlich gesagt etwas mehr erwartet…
Sieht für mich aus wie Teletubbies 2.0
Ich finde, es gibt durchaus auch für Kinder – wie sagt man so schön – “pädagogisch wertvolle Sendungen”.
Wirklich schlimm ist einfach, wenn der Fernseher sozusagen zu einem Familienmitglied wird – nach dem Aufstehen wird als erstes das Gerät eingeschaltet und läuft von da an den ganzen Tag. Je nachdem auch gerade 24 Stunden. Wie man die Fernbedienung bedient, wissen auch schon Dreijährige – und sehen dann Nachmittags um vier so nette Sachen wie komplett entblösste Silikonbrüste, verstümmelte Leichen oder Leute, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Wenn der Vater dann Abends nach Hause kommt, will er natürlich ebenfalls nicht auf die stupide Glotzerei verzichten (man muss sich ja schliesslich auch mal entspannen) und damits zu keinen Unstimmigkeiten kommt, hats neben der Flimmerkiste in der Stube auch noch gleich in jedem Zimmer Eine…
Ich habe zurzeit wieder überhaupt keinen Fernseher (wenn ich mal wirklich was schauen will, Nachrichten etc., dann kann ich das auch im Internet – dafür bezahle ich der netten Billag nämlich Computergebühren) und kehre damit zu den Anfängen meiner Kindheit zurück: Bis zu meinem achten Lebensjahr hatten wir überhaupt keinen TV Anschluss im Haus.
Rückblickend empfinde ich dies als positiv – in der Schule war ich aber öfters Mal die “Uncoole”, weil ich mal wieder als Einzige “Turtles” oder ähnliches nicht gesehen hatte…
Später hatten wir dann ein Uralt-TV, wo vor allem gemeinsam Videos geschaut wurden. Beim vierten Kind hatte meine Mutter dann schliesslich nicht mehr die Energie, ihre frühere Disziplin bezüglich TV so konsequent aufrecht zu erhalten – geglotzt wurde trotzdem eher wenig, da wir weder Satellitenschüssel noch Kabel hatten, gabs lediglich SF 1 und SF 2… eher uninteressant für unter 60-jährige…
Am besten ist wohl die Lösung eines “TV-Schranks”, welcher abgeschlossen werden kann und nur zu bestimmten Zeiten und für zuvor gemeinsam ausgesuchten Sendungen aufgeschlossen wird. Bei den nach der Sendung meist obligatorisch folgenden Stürmereien wie “Nur noch fünf Minuten, nur noch die Werbung”, muss dann halt konsequent geblieben werden.
Und natürlich ist es relativ lächerlich, dem Kind das fernsehen zu verbieten – und selber jeden Abend drei Stunden vor der Glotze zu sitzen.
Jetzt aber nochmals zu den “pädagogisch wertvollen” Programmen: Eine wirklich sehr gute Zeichentrickserie, die mich durch einige Jahre meiner Kindheit begleitet und damals wie auch noch heute zutiefst berührt hat, war “Als die Tiere den Wald verliessen”.
http://www.youtube.com/watch?v=BddD0nFbCLo
Die Sendung wurde mehrmals ausgezeichnet und auch heute kommen mir beim schauen noch regelmässig die Tränen.
Es geht um eine Gruppe von Waldtieren, deren natürlicher Lebensraum zerstört wird und sie darum gezwungen sind, sich eine neue Heimat zu suchen. Zusammen machen sie sich auf eine lange und gefährliche Reise in den “Weisshirsch Park”, wo sie hoffen, ungestört leben zu können. Auf der beschwerlichen Reise sind sie allerlei Gefahren ausgesetzt und müssen immer neue Hindernisse überwinden (unter anderem müssen sie eine Autobahn überqueren) – und leider schaffen es nicht alle Tiere, das Ziel lebend zu erreichen…
Die Sendung ermöglicht eine realistischen Einblick in die Lebensweise und Eigenarten der verschiedenen Tiere und dabei kommen auch immer wieder Themen wie Umweltschutz oder ähnliches zur Sprache.
Sämtliche Teile der Sendung sind übrigens bei youtube hochgeladen und dort anzusehen – ist jedoch nicht für ganz kleine Kinder geeignet, da zum Teil doch auch ziemlich realistisch und auch hart. (In einer Folge werden die kleinen Babymäuse von einem Neuntöter aufgespiesst.)
Eine andere, aktuelle Sendung, welche auch für die Kleinsten geeignet ist und ich – trotz Erwachsenenalter – toll finde, ist “Die Wonder Pets”. Die Sendung ist wirklich extrem herzig gemacht und vermittelt dabei auf kindgerechte Art, was wichtig ist im Leben: Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Mut und auch alltäglichere Dinge wie gesunde Ernährung.
Die Sendung handelt von einem kleinen Meerschweinchen, einem Küken und einer Schildkröte und zusammen müssen sie in jeder Folge ein kleines Tier in einem anderen Land retten. Stets gelingt es ihnen, weil sie zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen – und am Ende jeder Folge gibt es als Belohnung stets eine Stange Sellerie!
http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoID=2033716072
Ich bin selbst in einer sehr TV-restriktiven Familie aufgewachsen. Unsere erste s/w-Glotze gab es, als ich sechs oder sieben war und auch dann wurde sehr wenig erlaubt (ein Film am Wochenende, zwei bis drei Sachen in der Woche, mit Papa Freitag abend “Western von Gestern”). Freunde durften viel mehr TV gucken – so richtig schlimm fand ich das nicht. Dafür hatte ich dann, als ich später (Anfang der 90er) freie Bahn hatte, eine Zeit lang ziemlich viel geschaut – fand es einfach noch interessant (ob mir das heute bei dem Programm noch passieren würde…?).
Zum Thema “Langfristige Schäden”: Besagte Freunde… tja, sind trotz hohem Fernsehkonsum ganz normale Menschen geworden, die jetzt selbst Kinder haben und mit denen in Maßen TV schauen. Ich glaube einfach, dass es kaum Langzeitstudien geben dürfte, die den Fernsehkonsum an sich als Ursache späterer Probleme belegen.
Zum Thema “Kinder-TV”: Unser Zweieinhalbjähriger hat schon vor gut einem dreiviertel Jahr mit “Pocoyo” angefangen – hatte er auf DVD geschenkt bekommen. Er fand es toll, es ist nett gemacht, nicht zu lang, auch für Kleinkinder gut verständlich. Er durfte immer nur eine Folge am Stück sehen. Nach ein paar MOnaten fand er es dann langweilig. Jetzt ist er “Sandmännchen”-Verehrer und ich finde das okay. 10 Minuten am Tag sind für seine Fantasie bestimmt nicht schlecht.
Ich glaube aber auch, das ist in weiten Teilen eine Einzelkind-Diskussion. Denn die später Geborenen sitzen dann sowieso mit dabei, wenn die Älteren schauen – und sie werden nicht so leicht zu bewegen sein, nur den älteren Bruder, die ältere Schwester gucken zu lassen!
Hmmm, ich schaue selber gerne manchmal etwas lustiges, etwas spannendes, etwas lehrreiches und manchmal just for fun. Inzwischen habe ich als Erwachsene gelernt mit dem TV umzugehen. Meine Kinder schauen auch gerne fern – dosiert und in etwa altersgerecht.
Mache mir kaum mehr Gedanken, ob und wie und was es den Kinder nützt/schadet. Es ist ein problemlos auch verzichtbarer, kleiner Teil unseres Alltags. Das ich mich dabei zur Abwechslung einfach mal berieseln lassen kann, oder die Kinder eine Viertelstunde beschäftigt sind, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
Aber das eigentliche Leben ist viel zu spannend und abwechslungsreich, als dass wir in Gefahr laufen würden, vor dem Fernseher zu versumpfen…!
TV alleine macht nicht dumm oder dämlich! Dämlich und dumm sind ganz alleine die TV Konsumenten, die kein Mass kennen, oder keine weitere Sender ausser RTL, Sat1, Pro7 kennen.
Oder schlicht weg nicht wissen, das man am TV auch DVD’s konsumieren kann!
P.s. also, unser Kind schaut kaum bis gar kein TV unter der Woche. Aber am Samstag und Sonntag, wird er zu kleinem Fernsehen – Junkie. Da er das Wochenende nicht kennt und wie jeden Tag um 6-7h bei uns im Zimmer steht, setze ich ihm samt das Frühstück vor die Glotze. Dann guggt er sich “Nemo” oder “Cars” oder sonst so was Disneyhaftes, für die nächsten 1,5h an!
Heilig ist der Schlaf!!!
Ich finde es noch interessant, dass alle die hier etwas schreiben sagen, dass sie als Kinder kaum oder gar nicht fernsehen durften. Ich verkörpere hier jetzt die andere Seite, denn wir durften als Kind soviel Fernsehen wie wir wollten. Meine Mutter war alleinerziehend und musste arbeiten, desshalb hatte sie auch gar keine Kontrolle was und wie oft wir vor der Glotze sassen.
Man kann es natürlich mit der heutigen Zeit nicht mehr vergleichen, ich kann mich erinnern, dass wenn ich mit fünf oder sechs Jahren morgens gleich vor den Fernseher sass zuerst einmal eine Stunde oder so diese Farbkugel ( testbild) zu sehen war und um neun Uhr kamm dann Schulfernsehen .Nach der Schule lief bei uns der Fernseher immer bis wir Abends ins Bett gingen. Das war die Zeit von Alf, Bill Crosby oder Knight Rider. Bei unseren Freunden waren wir natürlich sehr beliebt, alle kamen immer zu uns und als Teenager hatten wir am wochenende manchmal 20-30 Leute und schauten stundenlang Horrorfilme. Ich und mein Bruder sind deswegen aber nicht verblödet, haben beide einen guten Beruf erlernt und sind immer noch mehr oder weniger normal. Ich bin jetzt Mutter von zwei kleinen Kindern und natürlich wird bei uns nicht den ganzen tag fern gesehen. Ich bin aber auch nicht so streng wie andere und meine Kinder dürfen fernsehen. Ich finde es wichtig das sie nur Kindgerechte Sachen schauen und ich immer da bin wenn sie fragen haben. Meine grosse liebt die Wonderpetz, Bob der Baumann oder Dora. Meine Kinder dürfen immer um 16 Uhr auf SF 2 die Kinderstunde schauen, da kommt dann auch öfter was auf schweizerdeutsch. Wir haben aber nur einen Fernseher und es gibt auch öfters Tage wo er nie läuft, weil sie gar nicht schauen wollen. Ich denke fernseher oder auch Computer gehören heute zum Alltag und Kinder müssen lernen damit umzugehen.