Arztbesuche können ihre Gesundheit gefährden

«Der Arzt wird gleich bei ihnen sein.» Cartoon von Ligh Rubin, 2007.

«Der Arzt wird gleich bei ihnen sein» –  Cartoon von Leigh Rubin, 2007.

Wenn die Tage kürzer werden, ist dies das Fanal für Erkältungen, die Gehörgänge meines Sohnes zu belagern und schmerzhafte Attacken auf seine empfindlichen Mittelohren zu reiten. Dies führt dazu, dass er in dieser Zeit eine Standardantwort auf alle möglichen Fragen, Anwürfe oder Bitten hat. Sie lautet: «Was?»
Aus Sorge um sein Hörvermögen beschloss ich deshalb jüngst, in den Garten meines eng gefurchten Tagesablaufs einen Arztbesuch zu pflanzen. Ich machte einen Termin aus, um seine Ohren untersuchen zu lassen und präventive Massnahmen zu besprechen.

Nach dem Mittagessen brachte ich die Tochter zur Klavierstunde und hetzte dann mit dem Sohn durch die Stadt, um pünktlich beim Arzt einzutreffen. Mit einem herbstlichen Windstoss segelten wir in die Praxis, wo uns zwei Praxisassistentinnen mit Schutzmasken und einem vermutlich freundlichen Lächeln empfingen. Wir sollten doch Platz nehmen. Aber nein, nicht im Wartezimmer, denn da befänden sich Kinder mit einem ansteckenden Hautausschlag. Aber hier in der Ecke sei noch Platz.
Wir setzten uns also auf einen unbequemen Stuhl und warteten. Weil es in der Warteecke keine der üblichen Zerstreuungsmöglichkeiten gab, spielte ich gefühlte hundert Runden «Schäri, Schtei, Papier» mit dem Sohn und beobachtete dabei das Treiben in der Praxis. Mehr Eltern mit kleinen Patienten strömten hinein und drängelten sich in die Ecken, andere verliessen die Praxis und rieben sich auf dem Weg hinaus die Hände mit Desinfektionslösung ein, was ich einigermassen verdächtig fand. Schliesslich musste ich meinen Sohn um eine «Schäri, Schtei, Papier»-Pause bitten. «Was?», sagte er. Und dann: «Wie lang gohts no?»

Wir warteten. Um Konversation mit dem Praxispersonal zu machen, fragte ich, ob sie die Masken wegen der Schweinegrippe trügen. «Oh nein», teilten mir die Schutzmasken mit, «aber diese Praxis ist sozusagen ein Stelldichein aller möglichen Krankheiten, da schützt man sich besser». Ich begann mir langsam Sorgen zu machen, ob dieser von Keimen kontaminierte Ort unsere Gesundheit nicht erst recht gefährden könnte und beschloss, möglichst nichts mehr zu berühren und mir bei der nächsten Gelegenheit gründlich die Hände zu waschen. Das sagte ich auch meinem Sohn. «Was?», antwortete der. Und dann: «Wie lang gohts no?»

Dann fragte ich die Schutzmasken, ob sie denn gegen die Schweinegrippe impften – immerhin trugen sie das passende Outfit dazu. Aber sie hoben nur missbilligend die Augenbrauen und antworteten, die Frau Doktor impfe nur Risikopatienten, schliesslich sei das eine ganz normale Grippe und über die Impfschäden rede ja auch niemand. Ich malte mir aus, welche Flurschäden die Grippe in meiner Familie zeitigen könnte, wenn sie sie vier Wochen lang mit hohem Fieber und Erbrechen ins Bett werfen würde.

Nachdem ich vierzig Minuten gewartet und zehn Mal die Frage: «Wie lang gohts no?» mit «Ich weiss es nicht» beantworten musste, gefolgt von «Was?», wurde ich langsam nervös. Meine Tochter würde bald zu Hause eintreffen und vor verschlossenen Türen stehen. Ich erkundigte mich also vorsichtig bei der Schutzmaske, wie lange es wohl noch dauerte. Mit einer halben Stunde müsste ich schon noch rechnen, wurde mir mitgeteilt.

Ich bin in einer Arztfamilie gross geworden und hege grossen Respekt vor dem Einsatz, den Ärzte, besonders Kinderärzte leisten. Ich weiss auch, dass Menschen keine Maschinen sind und ihre Wartung manchmal mehr Zeit als geplant in Anspruch nimmt. Aber mit der Aussicht, über eine Stunde zwischen maskierten aber impfunwilligen Praxisassistentinnen auf einem Folterstuhl warten zu müssen und sich womöglich mit wer weiss was anzustecken, war die Sorge um meine eigene mentale Gesundheit schliesslich grösser, als um die Ohren meines Sohnes.

Mich aus dem Stuhl faltend beschloss ich, der sicher völlig fertigen Ärztin beim Terminmanagement zu helfen und ihr unser nicht lebensbedrohendes Ohrproblem nicht auch noch zuzumuten. «Wie lang gohts no?», fragte der Sohn. «Gar nicht mehr. Wir gehen, du musst es mit deinen Ohren noch etwas länger aushalten.» «Was?», fragte er. Und dann: «Ach, es ist sowieso gar nicht so schlimm.»

77 Kommentare zu «Arztbesuche können ihre Gesundheit gefährden»

  • Brunhild Steiner sagt:

    .. und wie Sie das fast immer so exakt hinkriegen, zählen Sie eigentlich die Buchstaben?

  • Brunhild Steiner sagt:

    tja, war wer schneller! Aber die nächste Gelegenheit wird kommen und Freude herrschen, zumindest bei mir…

  • Thomas sagt:

    …der könnte von mir sein.

  • mueti sagt:

    ..oder am Wohnort des Patienten.

  • Rahel sagt:

    Vielleicht liegt das Problem auch im Auge des Betrachters………….

  • Henri sagt:

    Man liest die Kommentare hier und weiss, wo die Ursache des Problems liegt: bei Patienten mit einem übersteigerten Ego von unglaublichem Hochmut, welcher nur noch durch eine noch grossartigere inliegende Dummheit und Ignoranz übertroffen wird.

    So ganz allgemein gesagt würde ich mal feststellen, dass die Zeit eines Arztes definitiv wertvoller ist als die Zeit eines Patienten, welcher, würde er nicht gerade warten, irgendwelche nutzlosen Papiere über über den Tisch oder die Maus über den Bildschirm schieben würde und dies auch noch als grossartige Leistung vermelden will.

    Und wer zum Arzt geht, ohne genügend Zeit und etwas zu lesen mitzunehmen, ja dem fehlt halt wirklich etwas Voraussicht.
    Man kann (so man kann) sich nämlich leicht ausrechnen, dass ein Notfall schnell mal 30-60Minuten „wegfrisst“ – das lässt sich dann schlecht einholen.

    Ich habe schon oft gewartet beim Arzt, hätte manchmal gerne weniger gewartet, da ich aber in meinem Leben schon einige Male selbst als Notfall beim Arzt eintrudelte, habe ich Verständnis.
    Und wenn es einem wirklich zuviel wird mit dem warten, kann man ja aufstehen und fragen – oder sich einen neuen Termin geben lassen.

    Und sicher kann man einen Arzt wechseln, wie das einige hier empfehlen, aber da gibt es ein altes Sprichwort: den Arzt (inkl. Zahnarzt) und den Coiffeur sollte man nur im Notfall wechseln!

    Ich jedenfalls sage „Danke!“ all den Ärzten und Zahnärzten, welche mich und meine Kinder zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch Samstags und Sonntags ohne Klage behandelt haben – ohne diese wehleidigen Klagen, welches einige Narzissen hier an den Tag legen!

  • Jasmina sagt:

    Herr Bänninger, das Problem sind dann aber nicht die Ärzte, sondern die Patienten. Wenn der Patient sich bei einem Mückenstich früher nur gekratzt hat, dann rennt er heute in eine Praxis und verursacht wegen dieser Lapalie genau den Stau, den „echte“ Patienten dann ausbaden müssen.

    Wer beim Hausarzt warten muss, sollte sich mal nach einer HMO-Praxis umsehen. Bis zu 12 Ärzte, einer hat immer Zeit. Konnte sogar schon gut einen Termin beim Kinderarzt mit einem für mich und für meinen Mann verbinden, mit max. Wartezeit dazwischen von 5 Minuten, obwohl der eine ja die Dauer des Besuches beim Vorhergehenden nicht wirklich abschätzen können.

    Und wer sich darüber enerviert, dass PAs auf die Impffrage mit Unwillen reagieren, hat sich tatsächlich noch nie Gedanken über die Impffolgen gemacht. Was sind ein paar Tage Grippe (4 Wochen, bestimmt nicht!) gegen Schäden, die man das ganze restliche Leben mit sich herumträgt?

  • Manuel Schaub sagt:

    Hier drin hats Kommentare, die sind bei weitem schnodriger als die beschriebenen Praxisassistentinnen. Wer denkt, irgendjemand werde Hausarzt/ärztin des Geldes wegen hat ein so unglaublich schiefes Weltbild. Liebe Leute: Wer heute eine Hausarztpraxis eröffnet oder übernimmt oder schon nur sich entschliesst, die eigene weiter zu führen tut dies garantiert aus einem enormen Mass Idealismus heraus. Wer in der Hausarztmedizin arbeitet, lebt für seinen Beruf und seine PatientInnen, ganz sicher aber nicht fürs Geld. Diese Leute haben eine unendlich lange Ausbildung hinter sich (inzwischen 7 Jahre bis zum Doktor plus 4 Jahre bis eine Praxis eröffnet werden darf). Danach verdienen sie im Verhältnis zu andern AkademikerInnen verdammt wenig. Hört auf, euch zu beklagen und seid froh, dass es noch solche Menschen gibt.

  • Claudia sagt:

    Danke für den treffenden Kommentar liebe Doris. Wenn ein Arzt Haus- oder Kinderarzt ist, dann ist er nicht auf den weissen Kittel und feine Honorare aus, sondern auf den Beruf und den Willen, Patienten zu helfen und heilen.

    Zu den sich beschwerenden Schreibern kann ich auch nur sagen: Rennt nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt, erklärt Euren in klaren Sätzen was wo weh tut, damit der Arzt nicht die Nadel im Heuhaufen suchen muss! Das spart Zeit! Nicht zu vergessen: Der Arzt ist kein „Unterhaltungsprogramm“.
    Ich persönlich habe mit Hausarzt & Kinderarzt niemals schlechte Erfahrungen gemacht, bin immer gut behandelt worden, dass man ihnen den nötigen Respekt für ihre NICHT ÜBERBEZAHLTE Arbeit entgegenbringt, sollte selbstverständlich sein! Schliesslich ist es verdammt schwer und verantwortungsvoll, die Diagnose zu stellen, da der Hausarzt sich auf den ganzen Menschen und nicht nur auf einen Zeh konzentrieren muss.

    Persönlich würde ich mir einmal Gedanken machen, was passieren könnte, wenn die Ärzte weiterhin so angefeindet werden. Ob sie dann in Zukunft immer noch rennen werden? Oder ob es dann heisst „Gehen Sie ins Spital in die Notaufnahme.“ Da wartet man dann gut und gerne mehrere Stunden.

    Ich lebe seit 6 Jahren im Ausland. Die Schweizer haben leider noch nicht gemerkt, wie gut die medizinische Versorgung hier noch funktioniert und wie praktisch es ist, dass man eben mal zum Hausarzt, Kinderarzt etc… gehen kann!!!

  • Patrick Leu sagt:

    Es wäre ja schon tragisch, wenn die Tochter vor verschlossener Türe warten müsste. Sind Kinder tatsächlich so unbeholfen oder sind es die Eltern, die sie dazu „erziehen“?

    • Rahel sagt:

      Nein, unbeholfen sind sie nicht ( oder zumindest meine sind es nicht ) aber es ist schlicht und einfach die heutige gewalttätige Realität, die es mir als Mutter nicht erlaubt, mein Kind ruhigen Gewissens vor verschlossener Türe warten zu lasse.Könnte ja wer weiss was passieren und dazu braucht es nicht eine halbe oder ganze Stunde allein zu sein, wenn jemand mit einem Kind böses im Sinn hat reichen auch fünf bis zehn Minuten!

  • Bänninger Bruno sagt:

    Gesund ist, wer noch nie eine Diagnose eines Arztes erhielt. Nichts gegen Ärzte. Es sind grossartige Leute. Früher bei einem Mückenstich kratzte man sich. Heute verschreibt der Arzt zwölf Salben. Keine nützt. Der Unterschied zwischen einem alten, erfahrenen Arzt und einem jungen Top-Mediziner? Der Alte verschrieb eine Pille gegen 8 Beschwerden, der junge Top-Mediziner verschreibt 8 Pillen gegen 1 Beschwerde.

  • doris sagt:

    ich möchte hier den ärzten mal ein kompliment machen. ich habe bis jetzt zum glück nur gute erfahrungen gemacht. beim hausarzt bin ich zum glück nicht oft, aber den kinderarzt musst ich doch schon einige male konsultieren. und zwar nicht wegen bagatellen. ich habe bis jetzt die erfahrung gemacht, dass er meinen sohn stets zuvorkommen, freundlich, liebevoll und kompetent behandelt hat. von wegen „götter in weiss“ kann nicht die rede sein.

    aber auch mein hausarzt scheint ein sehr guter arzt zu sein, (bei den wenigen malen die ich ihn in den letzten 9 jahren in anspruch genommen zu haben). er nimmt keine neue patienten, was ja wiederum ein gutes zeichen ist, da er schon viel zu viele hat.

    es kommt halt meiner meinung nach, immer sehr auf den patienten darauf an. wenn man schon als arrogant gegenüber tritt, muss man nicht erwarten, dass man anders behandelt wird. ich warte gerne auf „meinen“ arzt in einer praxis, und nicht auf „irgendeinen“ arzt im kalten flur.

    liebe hausärzte und kinderärzte – danke für euren stets unermüdlichen einsatz – wenn ihr ja wirklich nur auf das geld aus wärt, würdet ihr schönheitschirurgen werden.

  • Isa sagt:

    Da scheine ich ja Glück zu haben: Weder bei meinem früheren Hausarzt, noch bei meinem heutigen, noch bei meiner Frauenärztin muss ich länger als 10Min. warten. Bei der Frauenärztin habe ich mal reklamiert, weil ich früher immer warten musste. Ob’s daran lag? Jedenfalls musste ich keine Minute warten.
    Vor ein paar Wochen musste ich zu einer Hautärztin. Wartezeit: 10Minuten.

    Wieso können denn die es?

  • Patrick Tigri sagt:

    Ärzte sind Halbgötter in Weiss! Was sag ich Ganzgötter, Vollgötter, absolute Ubergötter! Seid froh, dass Ihr zum Arzt dürft, auch wenn Ihr 4 Stunden warten musstet, seid froh, dass letzteres in einem geheizten Wartezimmer geschieht und nicht irgendwo in einem zugigen Durchgang draussen vor der Tür! Und seid froh, dass die Krankenkasse das ganze zahlt, denn ohne das, wäre dieser ganze Genuss eh nicht bezahlbar!

    Ärzte sind ENORM überschätzt. Sie, haltet Euch fest, stinken beim Scheissen. Ist wahr mfall.

  • zufriedener Patient sagt:

    Es gibt genügend Ärzte die ihren Terminplan im Griff haben und auch Zeit für Notfälle in den Tagesablauf einkalkulieren.
    Und Ärzte kann man wechseln.
    Zudem ist ein Arzt oder eine Ärztin die den Terminplan im Griff hat weniger gestresst, kann sich mehr Zeit lassen und sich besser auf den Patienten einlassen, und wird so in aller Regel auch die besseren Diagnosen stellen. Ich empfehle jedem, den Markt spielen zu lassen und sich einen Arzt oder eine Ärztin zu suchen, die ihren Job im Griff haben. Jawohl – Job! Es ist ja nämlich zu vermuten, dass jemand der es nach jahrelanger Erfahrung immer noch nicht schafft, vernünftig Termine zu vergeben , auch andere Dinge nicht wirklich im Griff hat….

    Es kann ja durchaus, ausnahmsweise mal vorkommen, dass man länger warten muss. Bei vielen Ärzten ist das aber leider nicht die Ausnahme sondern die Regel.

  • Elisa sagt:

    Ich habe durchaus Verständnis für Notfälle und Unvorhergesehenes, aber wenn man bereits morgens um 9 Uhr eine halbe Stunde Verspätung hat, stimmt sicher etwas nicht mit der Terminplanung. Sicher kann die bei Ärzten nie ganz so akkurat sein wie bei anderen Berufen, aber ich habe auch den Verdacht, dass es Ärzte gibt, die sich schlicht nicht darum kümmern mögen. Das zeigt sich daran, dass z.B. meine Gynäkologin ihre Termine erstaunlich gut im Griff hat – offenbar ist es doch nicht ganz unmöglich…

  • Stefan sagt:

    Zunächst: jeder Arzt mit eigener Praxis ist Unternehmer, Besitzer einer KMU. Als solcher ist er wie jeder andere KMU-ler immer im Dienst. Hier sogar im Dienst an der Gesundheit des nächsten.
    Natürlich kann ein Arzt nicht alles voraus planen – aber er kann flexibel planen, und statt von 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr die Patienten im fünf-Minuten-Takt durchzuschleusen, kann er Pufferzeiten einführen, in denen er diese Verspätungen wieder einholt. Und wenn es sich um einen wirklichen Notfall (der dauert dann wohl auch länger) handelt, kann die Praxisassistentin die Patienten informieren.
    Ich kenne den Fall, da sagte die Patientin zum Arzt, nachdem sie für einen Routinetermin fast eine Stunde im Wartezimmer verbrachte und der Arzt ein lockeres Gespräch beginnen wollte: Herr Doktor, in einer Viertelstunde geht mein Zug, sie haben also noch genau 5 Minuten!
    Der Arzt hat dann erst dumm geschaut, dann untersucht, und fertig wars.

  • Mamamia sagt:

    Wisst ihr über was wir uns hier Beschweren?
    Um 45 Min. Wartezeit beim Arzt!
    Ein wahrer Luxus-Staat mit richtigen Luxus-Problemen.
    Irgendwie Beruhigend!
    Denn lieber so, als sich darüber zu Beschwerden 2-3 Monate auf ein Termin zu warten, oder gar über Mangel an Ärzte oder med. Versorgung oder sonst noch was.
    45 Min. das nehme ich in kauf!!!

  • Nathan Rivar sagt:

    Stichwort „HMO“ und „immer jemand zuständig“ – HMO’s sind eine gute Ergänzung. Es gibt sowohl Aerzte, die diese Arbeitsform schätzen, als auch Patienten, denen es wichtiger ist, dass immer jemand Zeit hat, etc., wie @lisa das beschreibt. Wenn jedoch alle Aerzte und Patienten in Zukunft mehr oder weniger zu diesen Praxisformen gezwungen werden, dann ist es nicht gut. Es gibt viele Patienten, für die ist der Wechsel des Arztes mit a) Sorgen, ja Angst und, viel wichtiger, b) mit einem Informationsverlust verbunden. Man kann nicht alles, was man über einen Patienten weiss, aufschreiben und beim Schichtwechsel der Kollegin weitergeben. Gerade bei Personen, die häufig krank sind, ist mit der Zeit ein immenser Informationsschatz da, der bei Wechsel des Arztes jedesmal verloren geht. Ich arbeite in einer Gruppenpraxis und wir sehen das hier jedesmal, wenn ein Kollege in den Ferien ist. Die Behandlungsqualität ist sofort ein wenig reduziert. Oft rufen die Leute nur an – wenn ich die Patienten schon lange kenne, kann ich aufgrund eines kurzen Gespräches schon sehr genau sagen, was Sache ist. Und zuletzt aber vielleicht am wichtigsten, c) es ist auch eine Frage der Beziehung. Viele Patienten erleben die Beziehung zum Arzt als sehr persönlich. Das Vertrauen, das erst über die Zeit entsteht, ermöglicht ihnen, Dinge zu sagen und fragen, die sie sonst nirgendswo anders besprechen könnten. Ich hätte zu meinen Spitalzeiten – wo man ja eben auch systematisch von mehreren Aerzten in verschiedenen Schichten betreut wird – nicht gedacht, dass das so wichtig ist, und staune auch heute immer wieder, wieviele Leute das so wünschen. Und je älter sie werden, desto wichtiger wird es, ältere Patienten sagen z.T., sie wollen lieber vorher sterben, als dass ihr Hausarzt wieder wechselt. Das ist die Lebensrealität, nicht alle Leute wollen das gleiche. Und die Politik sollte diesen vielfältigen Wünschen Rechnung tragen, das ist eine Frage der Lebensqualität in unserer Gesellschaft. Ich selber fühle mich als Patient auch wohl in einer HMO, das stört mich überhaupt nicht. Aber ich bin jung und gesund. Wer weiss, wie das mit dem Aelterwerden ist…? Und wer weiss, ob die jungen HMO-Aerzte mit 50 Jahren nicht auf einmal auch das Bedürfnis haben, selber sagen zu können, wie’s läuft. Das würde mich gar nicht wundern, ja, eigentlich wäre es eine normale Entwicklung.

  • zysi sagt:

    @rivar

    treffende hintergrunderklärung; leider sehen nicht alle die welt aus den augen der selbtverantwortung und fordern planwirtschaftliche system

    wenn’s dann jedoch um die existenzen/finanzen geht, bin ich der meinung, dass die ärzte grundsätzlich andere vorraussetzungen haben, in dem sinne, dass menschen immer gebrechen haben werden und so die arbeitsbeschaffung sprich existenzsicherung nicht betreiben müssen – also verdienen wird ein arzt immer, und wohl auch genug

  • Rahel sagt:

    @ Heiner Müller
    Oh, bitte, bitte keine Erziehungsratschläge! Die gehören definitiv in ein anderes Kapitel!!!!!

  • lisa sagt:

    lieber herr rivar. meine frage, ob es sich bei den von ihnen erwähnten netzwerken auch z. b. um hmo-betriebe handelt, ist nicht beantwortet. aber grosso modo denke ich, ja. zudem denke ich, dass sie dort nicht gut aufgehoben wären. ich für meinen teil bin mit den pauschal entschädigten ärztInnen mit fixen arbeitsplänen und entsprechend ausbalanciertem innenleben bestens bedient. ich brauche keinen aufopfernden arzt, sondern eine organisation, in welcher immer jemand zuständig ist (ausgeschlafen, etc.). ich denke, dass wir da keine berührungspunkte haben, hoffe aber dennoch sehr, dass das von mir favorisierte modell sich durchsetzen wird, im sinn der qualität und der kosten.

  • Heiner Müller sagt:

    Erlauben Sie mir eine Bitte, Frau Binswanger: Bringen Sie bitte ihrem Sohn bei, es heisse nicht „was?“, sondern „wie bitte?“ oder „bitte?“. Das macht ihn zu einem noch angenehmeren Zeitgenossen und wird ihm im hohen Alter helfen… Wir haben schon genug Leute, die „was?“ und „hä?“ durch die Welt bellen. Vielen Dank!

  • Nic sagt:

    Also ich melde mich hier jetzt mal aus der Sicht der Praxisassistentin, ja wohl, der eines Kinderarztes sogar. Es ist leider nicht immer alles so simpel und sonnenklar. Klar gibt es da auch arrogantere Exemplare wie im Text beschrieben. Aber meistens probiert man ja so gut als moeglich seinen geliebten Job (jedenfalls bei mir ists so) auszufuehren. Und dass es einem vor lauter Arbeiten, dem Arzt assistieren, Sprechzimmer wieder aufraeumen (ja, die Kinder hinterlassen oft ein Schlachtfeld und die Eltern zucken nicht mal mit den Wimpen), Telefonaten (nicht grad wenige), Blut abnehmen und analysieren, erste Beurteilungen wie es den Patienten geht usw. entgehen kann, dass jemand schon EINUNDDREISSIG Minuten wartet ist wohl auch normal. Ich moechte nur versichern, dass wir auf der ‚anderen Seite‘ es meistens wirklich nur sehr gut meinen mit euch Patienten.
    Ich kann fuer unsere Praxis sprechen, dass wir stets das Wohl unserer kleinen Patienten und ihren Eltern als oberstes Ziel haben. Wir haben aber auch eher selten den Eindruck, dass wir als arrogant empfunden werden. Aber wenn, dann ist’s fuer mich persoenlich ganz wichtig die Giftpfeile am Abend einfach zu vergessen, bzw. an mir abprallen zu lassen.
    Wie das logistisch und so ganz praktisch zu loesen waere, dass alle per Telefon oder SMS benachrichtigt werden bei Wartezeiten, ist mir schon eher schleierhaft. Wenn das Telefon schon so pausenlos laeutet, wie soll ich da noch eine ganze Reihe Leute zurueckrufen, wenn sie denn erreichbar sind??? Habe es in einzelnen Faellen versucht, nur dass mein Chef aufs Mal ‚aufgeholt‘ hat und dann war niemand mehr im Wartezimmer….. Haha, Retourkutsche, denkt ihr jetzt wohl!! Tja… 😉

    Aber ich muss auch sagen, dass ich diesen Eintrag sehr lustig finde. Auch wenn es ein direkter Angriff auf mein Berufsbereich ist, hehe.

    Und nicht vergessen, wir meinen’s meistens gut mit Euch 😉

  • Nathan Rivar sagt:

    @Liebe Rahel, ich schulde Ihnen einen Nachtrag wegen der Bemerkung zu den Netzwerken. Ein wesentliches Problem ist die Veränderung des Berufes des Grundversorgers weg vom Unternehmer in Richtung eines Angestellten. Das ist nämlich, was in einem Netzwerk passiert. Man muss sich z.B. in dieses Netz einkaufen, mit z.T. beträchtlichen einmaligen wie auch fortlaufenden Beträgen. Dann muss man immer wieder seine Abende/Freizeit oder kostbare Arbeitszeit für Koordinationssitzungen opfern. Da wird einem dann von einem Betriebswirtschafter oder auch Anwalt vorgeschrieben, wie viel die Behandlungen der Patienten kosten dürfen. Anstatt dass ich nach meinem besten Wissen und Gewissen zusammen mit dem Patientenen über eine optimale Behandlung bestimmen darf. Diese für Administration zusätzlich verwendete Zeit muss man durch die Arbeit wieder amortisieren – oder das Einkommen sinkt. Mit sinkendem Einkommen werden die Aerzte aber immer weniger zu ausserordentlichen Arbeitsleistungen bereit sein und zunehmend eine Angestelltenmentalität entwickeln, wie man das heute schon vermehrt sieht. Die Tatsache des die Leute lange warten lassens ist ja genau so ein Ausdruck mangelnden unternehmerischen Denkens. Stellen Sie sich einmal vor, wenn die Rechnung nicht von der Krankenkasse, sondern von Ihnen bezahlt würde, wie viel mehr dann alle diese Aerzte sich Mühe gäben, um Sie als Patientin-Kundin zufrieden zu wissen, damit sie auch das nächste Mal wieder zu ihnen und nicht zur Konkurrenz kommen. Angestelltenmentalität: Wollen Sie wirklich, dass ich als Arzt von Punkt 8 bis 17 Uhr arbeite und jedesmal, wenn Sie mich am dringendsten brauchen würden, bekämen Sie nur meinen Telephonbeantworter zu hören? Wir wollen doch keine Beamte als Aerzte. Wir wollen doch Aerzte, die sich auch einmal auf ihre Hinterbeine stellen können, wenn Sie von ihrem Chef gemobbt werden, die mit Ihrem Partner oder Ihren Kindern einmal ein ernstes Wort reden können, als Persönlichkeit, nicht als Kassenangestellter, Aerzte, die sich der geballten Macht der Pharmawerbung mit ihrem gesunden Menschenverstand und ihrer Erfahrung entgegenstellen können, die auch einmal den Mut haben, ein Medikament nicht zu verschreiben, oder auf eine Impfung zu verzichten, wenn sie überflüssig ist. Was glauben Sie, was passiert, wenn wir eine Einheitskasse bekommen sollten? Im Nu sind die Aerzte alle bessere Funktionäre, Staatsbeamte, unter Kontrolle dieser einen Kasse. Und wenn diese eine Kasse ihnen dann drohen kann, mit ihnen nicht mehr zusammen zu arbeiten, müssen sie spuren, oder verlieren ihre Existenz – ein mächtiges Disziplinierungsinstrument. Diese Aerzte werden alles machen, was die Kasse will. Und die Kasse will sparen, und zwar auch dort, wo es stupid ist. Das garantiere ich Ihnen jetzt schon. Weil ein Kassenmanager im Zentralbüro von Alma Ata nicht weiss, was das WahreLeben für Ansprüche stellt. Der erste Schritt in diese Richtung war das überflüssige Krankenkassenobligatorium. Die, die sich nicht versichern wollen, tun das auch heute noch nicht. Die lassen sich sowieso mit einem Lächeln betreiben bzw. später einfach alles vom Sozialamt bezahlen. Die andern haben aber ihre Freiheit verloren, sich eine vernünftige Kasse zu suchen, und vor allem, einen Hausarzt, der mit ihnen eine auf ihre Verhältnisse angepasste, langfristige Strategie festlegt und ihnen seine Arbeit nach ihrem Vermögen berechnet und bei den Bedürftigen grosszügig einen Spezialpreis macht. Usw., das habe ich gemeint, mit der Aussage, dass da viele die Zusammenhänge nicht verstehen. Erstaunlich, wie viele liberale Geister der bürgerlichen Parteien das nicht verstehen, erstaunlich, wie das die NZZ nicht versteht. Die guten Lösungen, wenn es um Verantwortung geht – und das ist das zentrale Stichwort für die Gesunheit in unserem Leben – sind fast immer individuell, häufig im kleinen Rahmen, der grosse, nationale Wurf bringt mit sich die Gefahr, dass er weit vom Leben von Ihnen und uns allen entfernt ist.

  • Rahel sagt:

    @ Kurt

    Igitt…….Honigwasser……….:-)

  • schrimpi sagt:

    gute besserung an „was?“
    schrimpi
    ein fan

  • Rahel sagt:

    @ Thomas

    Danke….:-)

  • Thomas sagt:

    @ rahel

    …na dann lassen sie’s mal krachen mit der nächsten packung chips! bon appétit.

  • lisa sagt:

    @nathan rivar: ärztenetzwerke. was ist damit gemeint? hmo und so? damit mache sowohl ich wie augenscheinlich das personal ausgezeichnete erfahrungen. habe dort auch schon gewartet, aber sehr im rahmen und die ärztin ist nie gestresst, kann jederzeit bei kollegen rückfragen, die etwas andere schwerpunkte haben etc…. aber vielleicht sind ärztenetzwerke etwas anderes?

  • Rahel sagt:

    Muss erwähnen dass ich, glücklicherweise, nur selten zum Arzt muss. Von daher wiegen die negativen Erfahrungen für mich halt einfach noch schwerer…..

  • Rahel sagt:

    @ Thomas

    Das muss ich auch nicht, fühle mich wohl so! Und Zweifel habe ich eh am liebsten in Chips-Form 🙂

    Aber eben, man darf sich da ja wohl frei äussern ohne gleich als durchgeknallt und arrogant angesehen zu werden! Habe einfach durch einige ziemlich schwere, negatie Erfahrungen, mir so meine eigenen Mauern aufgebaut!

  • Thomas sagt:

    @ rahel

    …die letzten zweifel haben sie auch mit dem jüngsten post nicht ganz ausgeräumt.

  • Robert sagt:

    Man kann doch reden miteinander? Wenn man in eine Praxis kommt und das Wartezimmer ist bereits voll, dann kann man z.B. anmelden, dass man wegen dem anderen Kind nicht länger als bis zu einer bestimmten Zeit warten kann.

    Man kann auch anrufen, bevor man hin geht, ob es schon Rückstau gibt.

    Ich finde 30 Min. sind das äusserste, was man an „Verspätung“ hinnehmen muss, ohne dass einem rechtzeitig angerufen wird, um einen neuen Termin zu machen.

    Ich finde schon auch, dass man ab und zu etwas arg angestaubte Hausärzte antrifft, die jedoch eher „sonderbar“ sind als arrogant. Aber ich habe letztlich einen gefunden, bei dem ich nie länger als 15 Min. warten muss…

  • Rahel sagt:

    Ich glaube, ich muss mich zu keiner dieser Anfeindungen äussern! Habe mir aber meine Meinung gebildet! Und über so einen lächerlichen Vorwurf betr. unintelligenter Äusserung kann ich nur müde lächeln! Sowas lass ich erst gar nicht an mich ran! Fragt sich nur, wer hier arrogant und unintelligent ist…….hehehe

  • max sagt:

    Praxisassistentinnen.

    @Michèle Binswanger. Habe Ihren Bericht noch einmal gelesen. Das Problem ist nur am Rand die Ärztin, die nicht erscheint. Die Arztgehilfinnen verhalten sich vollkommen schnodrig, nachlässig und unprofessionell.

    1. Die Damen geben Ihnen keine Auskünfte, sondern verarschen Sie. Was soll der dumme Spruch von wegen da kommt das ganze Sammelsurium von Keimen? Sie haben als besorgte Mutter eine ernste Frage gestellt wegen der Schutzmasken und der Impfung.
    2. Die Damen haben den Überblick, wieviele Patienten noch warten. Sie können Sie darauf aufmerksam machen, so wie das bei meinem Arzt auch passiert. Dort werde ich vollkommen normal gefragt: „Haben Sie noch Kommissionen in der Stadt? Die Wartezeit ist ungefähr 45 Minuten.“

    Dass Sie solch selbstverständliche Angaben nicht von Anfang an bekommen, ist frech und snobisitisch.

  • Georg sagt:

    😉

    Aber ernsthaft, als Arzt kennt man die „Spezialfälle“ doch mit der Zeit. Warum nicht kreativ werden und die effizienten Patienten nur an einem Wochentag aufbieten? Im Coop hats ja schliesslich auch einen Express-Schalter. Zudem könnte sich der Hausarzt an diesem Tag psychisch etwas erholen.

  • Saba sagt:

    Ich machs anders: Ich komm beim Hausarzt sicher 15 Minuten zu spät und beim Gynäkologen teilweise bis zu 60 Minuten – damit bin ich von dreissig Mal bisher neunundzwanzig Mal gut gefahren. Dann laufe ich ganz easy ins Wartezimmer, die medizinischen Praxisangestellten gucken bisschen schräg – und bevor ich auch nur die Gala in die Hand nehmen konnte, kommt der Arzt und sagt: „Frau Meier! Bitte entschuldigen sie, dass sie so lange warten mussten!“ Und ich sage mit einem lächeln: „Kein Problem…“

  • zysi sagt:

    zum heutigen thema:

    ohren zu und durch !

  • Katharina sagt:

    Georg’s Idee funktioniert aber nur, wenn ein zünftiger Resource Planner a la SAP eingesetzt wird. da kann dann auch das Honigwasser und der Yellow Snow ™ just in time geordert werden.

  • Thomas sagt:

    …ehre wem ehre gebührt. die herausragende idee kam natürlich von georg.

  • Thomas sagt:

    …herausragende idee kurt, wäre da nicht auch noch der nicht ganz unwesentliche faktor – gesundheitszustand.

  • Biene sagt:

    Mein Vater war Kinderarzt, er hat über 2Jahre nach einem Nachfolger gesucht. Sein eigener Sohn, mein Bruder, wollte die Parxis nicht übernehmen, wegen der Arbeitsbelastung! almost 24/7!!! Zitat mein Bruder: Er wolle doch nich von Morgens um 7Uhr bis Nachts um 11Uhr arbeiten und die Wochenenden dazu! Denn dies war tatsächlich zu 90% des Jahres der Fall (zu Spitzenzeiten 60-70Patienten pro Tag)!
    Die meisten Personen in der CH rennen wegen jedem noch so kleinen BoBo zum Arzt. Rufen Samstag Nachts um 10Uhr noch an, weil das Kind nun schon 3Tage Fieber hat und ähnliches. Der Arzt sollte dann natürlich gleich zur Stelle sein und sich um die/den kleinen sorgen. Sowas macht mich echt auch wütend, denn die Praxis war auch Samstag morgens geöffnet, aber die Patienten/Kunden müssen erst mal ausschlafen und dann shoppen gehen etc… bis ihnen dann Abends vor dem zubettgehen noch einfällt dass man zum Hausarzt könnte wegen dies und jenem.
    Und ja, ein Arzt ist auch verpflichtet Notfälle anzunehmen, tut er dies nicht Augenblicklich darf er nicht den Notfalltarif verrechnen, sondern darf das ganze nur als normale Konsultation abbuchen. Und es gibt zuhauf komplizierte Patienten… Dadurch entstehen mitunter auch Verspätungen… ich bitte deswegen alle mal darüber nachzudenken, auch ob sie wikrlich wegen jedem Husten oder Schnupfen zu einem Arzt müssen.
    Hausarzt zu sein in der heutigen Zeit ist kein Zuckerschlecken! Respekt all jenen, die diese Tätigekit mit freude Ausüben!

  • Kurt sagt:

    @Rahel

    Wenn Sie Nathan Rivars Beitrag als gehässig einstufen, wundert es mich nicht, dass Sie die meisten Ärzte als arrogant erleben. Sie erwarten wohl, dass man Ihnen in einer Sprechstunde Honigwasser einflösst…

  • Georg sagt:

    Es kommt wohl auch auf die Häufigkeit an. Nathan River spricht vom täglichen Kampf. Ich gehe davon aus, dass dieser auch gelegentlich „gewonnen“ wird. Wenn ich aber bsp bei meinem Arzt immer ca. 40 Minuten warten muss, dann hat er schlicht die Termine nicht im Griff.
    Klar, die Erfahrung machts; mein Arzt ist aber schon ca. 50-Jährig, der lernt es nicht mehr.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass gewissen Patienten furchtbar mühsam sind. Kann man denn diese Patienten (ältere Mitmenschen mit Mitteilungsbedürfnis?) nicht unter der Woche verteilen, damit sich die Verspätung nicht kummuliert?

  • max sagt:

    @nathan river: Danke für den Bericht. Ja, ich rede mit jungen Ärzten und sie sagen genau diese Gründe, warum sie keine Praxis als Hausarzt übernehmen wollen!

  • Bettina sagt:

    @ Rahel: Treten Sie mal einen Schritt zurück. Ärzte als „in den meisten Fällen als ziemlich arrogant“ zu bezeichnen, ist eine sehr unintelligente Aussage.

  • Bettina sagt:

    @ Nathan Rivar: Haben Sie vielen herzlichen Dank für Ihren ausgezeichneten Kommentar. Er ist überhaupt nicht gehässig, sondern er zeigt sehr lebhaft den Alltag eines Hausarztes auf. Aber einen solchen Alltag übersteigt offenbar das Vorstellungsvermögen der meisten Kommentierer hier.

    Wenn ich lese, wie hier jeder schreit „Ich, Ich, Ich, Jetzt bin Ich dran, Ich zuerst, was glaubt dieser Arzt eigentlich wer er ist, weiss der Arzt eigentlich, wer ICH bin“, dann wundere ich mich eigentlich nicht, in welcher Welt von Egomanen wir leben.

    Aber wenn es um sie selbst geht, soll sich der Arzt gefälligst endlos Zeit nehmen. Es gibt sogar Patienten, die während der Konsultation ihr läutendes Mobiltelephon beantworten und minutenlang Gespräche führen.

    Der Arzt behandelt seine Fälle nach Dringlichkeit und nicht nach Termin. Das ist doch nicht so schwer zu vestehen?

    Im Übrigen haben Apotheker sehr wohl eine medizinische Grundausbildung. Es ist sogar ausdrücklich erwünscht, dass erste Abklärungen wie beispielsweise Ohrenschmerzen in einer Apotheke getätigt werden.

  • Gabriela_W sagt:

    @Rahel
    Das schreibe ich ja – der Vergleich hinkt gewaltig. Trotzdem macht er mir das Leben leichter. Probieren Sie’s doch mal. Ganz oft kann man sich seine eigene Situation „schön denken“, indem man einfach den Blickwinkel ändert, sprich die Probleme in eine Relation setzt.
    Und ich weiss nicht zu was für Ärzten Sie gehen, aber meine sind durch’s Band freundlich, auf dem Boden geblieben und m. E. auch kompetent.
    Vielleicht versuchen Sie’s nicht nur mit einem Blickwinkel-Wechsel, sondern auch mit einen Arzt-Wechsel? 😉
    Und nur um das klarzustellen: ich selber arbeite nicht auf dem Gebiet, und auch niemand in meinem engeren oder lockeren Umfeld.

  • Rahel sagt:

    @ Edi

    Sein letzter Satz finde ich durchaus gehässig und sogar beleidigend! Lasse mir doch nicht unterstellen, ich könne nicht vernetzt denken nur weil ich kein Verständnis für die Verspätung beim Arzt habe! Handwerker müssen auch pünktlich sein, sonst wehe….

  • Rahel sagt:

    @ Gabriela W

    Aber wir sind nun mal nicht in so einem Gebiet……..Deshalb sprechen wir auch über die Ärzte hier………..und die sind in den meisten Fällen ziemlich arrogant!!!!!!

  • Dave McWide sagt:

    Wenn die verpassten Minuten schlimmer sind als Gesund zu werden, ist die Krankheit/ Unfall wohl nicht so schlimm.

  • Peter Pauls sagt:

    Gerade gestern, ich ging erstmals zu einem neuen Arzt, ich hatte um 11 Uhr einen Termin, es hiess ich solle 10 Minuten früher kommen damit man meine Personalien aufnehmen könne. Ich dachte mir dann schon meine Sache dabei – 10 Minuten früher kommen…
    Pflichtbewusst wie ich bin, war ich um 10:50 in der Praxis, der Arzt empfing mich dann um 11:40, hrmpf!

  • Edi sagt:

    @ Rahel
    Nathan Rivars ist nicht gehässig, sondern hat halt einfach geradeaus und direkt eine nicht ganz bequeme Warheit geschrieben.
    Gehässig, unqualifiziert und voller Vorurteile fand ich eher Ihre Antwort.
    (Ich kenne Hr. Rivar nicht und arbeite auch nicht im Gesundheitswesen)

  • Stefan Meier sagt:

    Well said. Jemand in der IT industrie sollte ein Program entwickeln, welches ein dynamischen Terminmanagement erlaubt (siehe auf Airline Industrie sms mit Verspätungen, annulierungen etc). Warum ist unsere Zeit weniger wichtig als die Zeit des Arztes?
    Es ist doch nicht so schwierig: Wenn es bei der Behandlung am morgen schon länger dauert, so wird sich dies während des Tages nicht mehr verbesseren, oder? Also: sms raus an all nachfolgenden Patienten, dass sich der Termin um 30 oder 45 min nach hinten verschiebt. Der letzte Patient muss dann vermutlich einen neuen Termin vereinbaren. Mann kann nach wie vor sicherstellen, dass Patienten 20-30 Minuten vor Behandlung anwesend sind, gleichzeitig könnten diese im nahegelegenen Café warten oder Einkäufe erledigen…

  • habakuk sagt:

    @Nathan Rivar: Kein Problem mit solchen Unwägbarkeiten, die gibt’s auch in anderen Berufen. Wie wär’s mit grosszügigerer Zeitberechnung? Zugegeben, eine Preis- (Lohn-)Frage.

  • Gabriela_W sagt:

    Lange Wartezeiten habe ich auch schon erlebt – wer nicht? Sind sie angenehm? Nein. Aber in solchen Fällen erinnere ich mich dann an einen Artikel zurück (war glaube ich im Focus oder Facts, und habe ihn soweit ich mich erinnern kann soager auch in einem Arzt-Wartezimmer gelesen), über einen schweizer Arzt irgendwo im Busch in einem Kriegsgebiet. Zu ihm kommen Menschen, die fahren tagelang um sich behandeln zu lassen, und warten dann geduldig weitere Stunden und wenn nötig sogar Tage auf einen Termin. Beim nächstgelegenen Arzt hätten sie zwar schneller „Hilfe“, das verletzte Glied würde jedoch einfach amputiert, während der schweizer Arzt versucht es zu retten (dies mit primitivsten Mitteln und obwohl’s an Aallem mangelt). Teilweise kommen die Verletzten sogar per Boot bei wüsten Wetterbedingungen. Richtig übel.
    Ja, der Vergleich hinkt sichtlich, das gebe ich unumwunden zu, und er macht meine Wartezeit sicherlich auch nicht kürzer. Aber irgendwie macht er sie erträglicher. Ich verzichte meist bewusst darauf, mich/meine Situation mit „Schlechterem“ zu vergleichen, denn das ist kein Ansporn zur Verbesserung. In solchen Fällen hilft’s aber.

    @Nathan Rivar
    Danke für den guten Job, den ihr Ärzte macht. Ich hätte keine Lust mir jeden Tag anzuhören, wo’s bei Herrn und Frau Meier denn so überall zwickt. Die hier diskutierten Probleme sind Wohlstandsprobleme. Die dürfen wir haben, aber wir müssen sie manchmal auch einfach wieder in Relation setzen.

  • Rahel sagt:

    @ Nathan Rivar

    Weshalb so gehässig? Aber schon klar, übt man einwenig Kritik an den Göttern in Weiss ( die ja bekanntlich die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben ) fühlen sie sich gleich auf den Schlips getreten……

  • Friedrich Lorenz sagt:

    Dieses scheinkompetente Marktwirtschaft-Gequatsche von Big Mac&Co kann einem als praktizierenden Arzt nur auf den Nerv gehen – Keine Ahnung von wechselnden Dringlichkeiten, vom Hausärztemangel wohl auch noch nie gehört, von der Komplexität der medizinischen Materie keine Ahnung, aber „i-phone gestählt“ und mit einigen Stunden Betriebswirtschaft im Rückenmark die grosse Klappe riskieren – wenn er so smart ist, soll er sich doch gleich selbst behandeln, … einfach i-phone nicht mit Zäpfli verwechseln!

  • Synn sagt:

    Da muss ich unserem Kinderarzt ein Kränzchen winden, längste Wartezeit bis jetzt 20 Minuten und das als absolute Ausnahme. Meistens sind wir sofort, hin und wieder mit max. 5-10 Min. Wartezeit dran.

    Den Vogel abgeschosssen hat hingegen mein ehemaliger Zahnarzt, bei dem ich immer wieder lange bis sehr lange warten musste. Ich war schon seit meiner Kindheit dort und als er dann mal meinte er müsste mir eine durch meinen Fehler verpasste Sitzung verrechnen, da es schon die zweite gewesen sei (mein erstauntes Nachfragen ergab, dass das erste Mal mehr als 10 Jahre zurücklag!), habe ich ihm kurz vorgerechnet, was er mir im Gegenzug schulde. Danach haben wir uns nie mehr gesehen 😉 Und beim jetzigen warte ich so kurz wie beim eingangs erwähnten Kinderarzt und er ist erst noch günstiger…

  • Thomas sagt:

    …wartezimmer oder sitzungszimmer. der unterschied ist oft nur die lektüre.

  • Nathan Rivar sagt:

    Ich bin Hausarzt: Es ist jeden Tag wieder neu ein Kampf, die Zeiten einhalten zu können. Wenn Sie wüssten, wie viele Patienten ihr wichtigstes Problem (das keinen Aufschub duldet) erst in dem Moment herausrücken, wenn der Arzt schon aufsteht, um sie zum Sprechzimmer hinaus zu bringen. Viele Patienten bringen hemmungslos ein Problem nach dem anderen auf den Tisch und sind erstaunt, wenn man ihnen bedeutet, dass das den Rahmen der aktuellen Konsultation sprengt. Immer wieder kommen Patienten einfach nicht zu ihrem Termin. Oder sie kommen zu spät. Weil sie eben krank sind, weil das Leben nicht mehr funktioniert wie bei Gesunden. Man kann das nicht alles immer verrechnen, das ist eine Illusion. Und den Terminkalender mit vielen Lücken lassen: geht einfach finanziell nicht. Die Mehrheit der Leute hat keine Ahnung, wie wenig man inzwischen verdient als Allgemeinarzt. Da bestehen unglaubliche Illusionen in der Bevölkerung. Oft sind es menschlich-zwischenmenschliche Probleme, die die Sprechstunde sprengen. Es reicht, wenn ein Patient beim Adieu sagen auf einmal in Tränen ausbricht – soll ich ihn dann einfach vor die Türe stellen und sagen „time’s up“ – das wäre unmenschlich. Niemand von Ihnen will zu einem solchen Arzt. Man kann mit Erfahrung viel am Sprechstundenablauf verbessern, und es braucht ständige Konzentration und Disziplin und ein waches Auge, nichts zu verpassen. Vielleicht kann man in Zukunft vermehrt technische Mittel wie Information der Patienten über die Wartezeit per SMS verwenden, aber solche Sachen sind teuer; und die ausufernden gesetzliche Vorgaben und immer wieder neuen Gebühren machen solche Innovationen zu einer riskanten Sache. Wenn dann der Zwang zu Ärztenetzwerken kommt, wird’s nur noch schlimmer – aber das verstehen die meisten Leute nicht, weil sie nicht vernetzt denken können.

  • Rahel sagt:

    Mich nervt die Warterei auch! Aber wehe man kommt als Patient nur mal eine Minute zu spät………

  • Dave McWide sagt:

    Um Gelder zu sparen wurde im Parlament „geheim“ beschlossen, dass Aerzte die Ihre Patienten mindestens 3/4 Stunden warten lassen, von den Krankenkassen bevorzugt behandelt werden. Damit wird verhindert, das Bagatell fälle behandelt werden. -> Kostenersparnis für die Krankenkassen. -> tiefere Prämien, alle sind zufrieden, solange die Patienten nicht wissen, dass Sie absichtlich auf die Warteliste gesetzt werden.

  • Gwunder sagt:

    Wie ist das eigentlich rechtlich?
    Wie lange muss die Wartezeit sein, nach welcher sich ein Patient / Kunde ohne Folgen verabschieden kann?

  • Stefan W sagt:

    @Dani Kobler: Nein, die haben nicht Medizin studiert. @Michele Binswanger: Ja, es gibt durchaus Ärzte, die ihre Terminkalender im Griff haben, und wo Wartezeiten wegen Notfällen die Ausnahme sind. Aber wer geht schon zu einem Arzt mit leerem Wartezimmer? Der /kann/ ja nichts taugen und ausserdem hat man dann niemanden zum Plaudern 🙂

  • Dani Kobler sagt:

    Ansonsten kann man ja auch zuerst in die Apotheke gehen und da mal um Rat fragen, die haben ja auch Medizin studiert, oder?
    Ob das in dem Ohrenweh Fall hilft oder nicht – weiss man erst nach einem Versuch, und der kostet nichts.

  • Susanna sagt:

    @BigMac: Wüsste gerne, wo das ist, dann würde ich meinen Arzt nämlich auch wechseln. Aber ehrlich gesagt, ist die Hoffnung gering. Ich glaube nicht, dass ich schon jemals bei einem Arzt war, wo der Termin eingehalten wurde. Auch bei Ärzten, die keine Notfälle nehmen. Meist muss man bereits wenn man früh am Morgen kommt, schon 20-30 Minuten auf den Termin warten. Meine einzige andere Erfahrung war, als ich selber mal wegen einer IC-Verspätung, 10 Minuten später in der Praxis eintraf, und dann super-schnell durch alles durchgeschleust wurde.
    Mühsam finde ich die Verspätung aber nicht bei den Ärzten, sondern bei meinem Physiotherapeuten. Da hat jeder Patient einen 20-Minuten-Slot und alles ist genau geplant. Ich musste mehrmals früher aus dem Büro (diese Zeit muss ich dann an einem anderen Tag nacharbeiten), um den Physiotermin einzuhalten, und wartete dann in der Praxis. Einmal sogar 40 Minuten. Das hat mich wirklich geärgert.

  • Georg sagt:

    Super, wird das mal angesprochen. Ich musste kürzlich beim Hautarzt geschlagene 55 Minuten ausharren. Da ich weit weg von meinem Wohnort arbeite, was mittlerweile auch nicht mehr exotisch ist, verliess ich extra das Büro früher um eben, dann diese elend lange Zeit totzuschlagen. Lektüren (veraltet) waren vorhanden, aber hey, der Hautarzt behandelt ja so ziemlich das Wiederlichste (inkl. Geschlechtskrankheiten) und entsprechend ruhen die Hände auf meinem Schoss während ich mir ausmale, wer den Beobachter wohl schon alles in den Händen hielt.
    Der Arzt hat schlicht seine Termine nicht im Griff. Habe mir fest vorgenommen, das nächste Mal nach einer halben Stunde abzuhauen. Ist schlicht respektlos.

  • Rudolph the Raindeer sagt:

    Ein Kränzchen winde ich dem Kinderarzt und gleichzeitig Arzt meiner Frau. Keine Wartezeiten je erlebt, immer ruhig und kompetent. Wir waren da ja auch schon viele Male dort, mit unseren 3 Kindern.
    Dazu auch ein Kränzchen meiner HMO, auch dort noch nie mehr wie 10 Minuten gewartet.
    Falls dies Mal ändert werde ich mich wohl auch eine Gegenstrategie ausdenken müssen, BigMac und Jo Mooth zeigen den Weg auf.

  • Blogi sagt:

    LOL!!!!!!! Echt lustig geschrieben!! 🙂 Ich hab mich krummgelacht! Danke! 🙂

  • Jo Mooth sagt:

    Sehr amüsant zu lesen! Ärzte verlangen ja einen Obolus, wenn man den Termin nicht 24 h vorher absagt. Wenn der Arzt den Termin nicht einhält, darf ich nach angemessener Wartezeit (30 Min. muss man wohl zugestehen) vom Vertrag zurücktreten und Ersatz für weitere Schäden verlangen. Niemand tuts, warum nicht?

  • Thomas Jordi sagt:

    Erschreckend, wie die SchweinegrippePanik den gesunden Menschenverstand aushebelt.
    a) Sehr geehrte Frau BInswanger, wenn Sie so Angst vor Grippe haben, impfen Sie sich. Wenn sich das Praixspersonal impft, können Sie nämlich trotzdem krank werden.
    b) Ärzte behandeln nach Schwere der Fälle, nicht nach Zeitpunkt des Erscheinens.
    c) in der Tat sind Wartezimmer und Spitäler der Ort, wo man am ehesten krank wird. Eigentlich klar, dass sich das Personal schützt, oder?

  • Einfachste Lösung: Den allerersten Termin am Morgen oder gleich nach dem Mittag buchen. Geht halt leider meist nur bei lange vorhersehbaren Terminen.

  • BigMac sagt:

    Diesbezüglich habe ich die Einstellung meiner Frau übernommen. Muss ich bei einem Arztbesuch mit einem Termin mehr als 15 Minuten warten, war ich zum letzten Mal beim betreffenden Arzt. Es gibt durchaus Praxen, die ihr Terminmanagement im Griff haben, aber die „Kunden“ sind sich meist der Tatsache nicht bewusst, dass sie eben KUNDEN sind. Brav wird gewartet ohne zu murren. Die Versuchung für den Arzt, den Terminkalender zur Gewinnmaximierung zu überladen ist entsprechend gross. Die marktwirtschaftlichen Gesetze versagen im Gesundheitsbereich aufgrund der meist unkritischen Kunden und das nicht nur bei den Preisen und verrechneten Leistungen sondern auch bei der Dienstleisungsqualität.

  • opa meier sagt:

    Kann ich (wie viele wahrscheinlich) leider bestätigen: Vorletztes Jahr wollte ich nach 2.5h Warten wieder aus der Notaufnahme des Spitals nach Hause desertieren, trotz Bänderriss (der Röntgenraum war angeblich besetzt). Ich würde es allerdings nicht mit „wenn unfähige Väter Mütter in den Wahnsinn treiben“ betiteln, das Problem ist nicht geschlechter-, sondern branchenspezifisch. Aerzte-, Sanitär- u.a. Gilden funktionieren (noch) nicht nach Terminkalendern. Früher musste ich um 06.00h (!) mich in die Schlange setzen, um beim Eintreffen des Arztes (07.30h) dranzukommen. Heute ist’s leider der Termin, der dann um xx Minuten überschritten wird. Für einen Notfall hätte man noch Verständnis, doch das Problem scheint systemisch zu sein und wohl aufgrund der derzeitigen Ueberlastung der Hausärzte/innen wohl nicht so schnell verschwinden. Ich gehe jedenfalls nie mehr ohne dickes Buch zum Hausarzt oder in den Spital.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.