Leben


Mamablog-Redaktion am Mittwoch den 18. November 2009

DJ Oli und die bösen Räuber

Haben Kinder Geschmack?  Musikgehör? Sinn für Kunst? Der Mamablog widmet sich der Kultur, die in der Familie beginnt. Lesen Sie Teil 1.

MAMABLOG-DJ-OLIVER-02

«Ich beschloss, aus meinem Sohn Olivier einen Techno-Fan zu machen»: DJ Oli.

Von Philippe Zweifel
Ein Freund berichtete kürzlich stolz, dass er seinen Sohn zum FCZ-Fan erzogen habe. Zwar gibt es keinen Fussballverein, dem ich verfallen bin, aber die Idee des Brainwashing gefiel mir. Ich beschloss, aus meinem Sohn Olivier (19 Monate) einen Techno-Fan zu machen, wie ich es auch bin. Das ist pädagogisch natürlich zweifelhaft, aber musikalisch abgrenzen, dachte ich, kann er sich in der Pubertät immer noch. Das Experiment war ein voller Erfolg. Je stampfender die Platte, desto wilder Oliviers Tanz. Bloss: Unter 100 Dezibel rührte er keinen Zehen – was mein Gewissen auf den Plan rief, das einen Baby-Tinnitus befürchtete. Ich ersetzte das Gewummer noch am gleichen Tag durch Kinderlieder. Olivier nahm dies apathisch auf. Mittelhochdeutschartige Texte («Kuckuck, kuckuck, trefflicher Held/Was du gesungen, ist dir gelungen…») und die Produktionsweise (Synthesizer meets Xylophon) können es mit knackiger Elektronika halt nicht aufnehmen. Ein paar Wochen später lief am Radio ein Technostück (naja, DJ Bobo, doch Hauptsache Bumm-Bumm). Olivier horchte auf, stürmte zu den Plattenspielern und hüpfte wie ein Gummiball umher. Ich war so glücklich wie 10′000 Raver auf Ecstasy. Seither läuft laut Techno im Kinderzimmer, Tinnitus hin oder her.

Musik, die mein Kind zum Tanzen bringt:

  • DJ Pierre «What is House Music?»
  • Laurent Garnier «The Man with the Red Face»
  • Stiller Has «Walliselle» (wenn es mal kein Techno sein muss)
MAMABLOG-DIE-3-RAEUBER

«Eltern mögen es, wenn ihre Kinder Geschmack beweisen, die kindlichen Vorlieben also mit denen der Eltern deckungsgleich sind»: Kinderbuch von Tomi Ungerer.

Von Michèle Binswanger
Kinder mögen Geschichten. Und Eltern mögen es, wenn ihre Kinder Geschmack beweisen, die kindlichen Vorlieben also mit denen der Eltern deckungsgleich sind. Nirgendwo ist das einfacher zu erreichen als in der Literatur. Im Gegensatz zur Musik oder zur Kunst, ist sie dem Kind nämlich nicht unmittelbar, sondern nur über einen Vorleser zugänglich, der natürlich zugleich die Qualitätskontrolle übernimmt. So habe ich mich mit meinen Kindern hingebungsvoll durch das Opus von Alois Carigiet, Tomi Ungerer und Hans Fischer gelesen, gefolgt von Astrid Lindgren und Michael Ende. Allerdings entdeckten meine Kinder bald, dass die literarische Welt der Comics ihnen auch ohne Vorleser offen steht. Fortan steckten sie ihre Nasen in «Asterix», «Tim und Struppi» sowie «Calvin und Hobbes»-Bücher. Und wandten sich dann dem Rest meiner Comic-Sammlung zu, beherrscht von den Werken von Lewis Trondheim, Allan Moore und vor allem Christophe Blain. Da musste ich mich allerdings auf meine Rolle als Zensorin besinnen und beeilte mich, die Bücher in die höheren Stockwerke des Bücherregals zu räumen. Denn sie wimmeln nicht nur von Superhelden und Monstern, sondern sind vor allem nicht jugendfrei. Doch schon jetzt freue ich mich auf den Tag, da ich sie freigeben und mich am hoffentlich exzellenten Comic-Geschmack meiner Kinder freuen kann.

  • Alois Carigiet: «Zottel Zick und Zwerg»
  • Tomi Ungerer: «Zeraldas Riese»
  • Hans Fischer: «Pitschi»
  • Astrid Lindgren: «Wir Kinder aus Bullerbü»
  • Michael Ende: «Die unendliche Geschichte»

23 Kommentare zu „DJ Oli und die bösen Räuber“

  1. opa meier sagt:

    In diesem Alter sind Kinder noch sehr prägbar und unsere Verantwortung demzufolge auch etwas grösser. Ob von uns gefördert oder nur nebenbei übernehmen sie unsere Sichtweisen. Die Bilder, Töne und Vorbilder, die ich den Kleinen vorsetzen würde, sollten schon etwa altersgerecht sein und irgendwelche Experimente würde ich da nicht wagen, schon gar nicht mit 100 Dezibel.

  2. papa pascal sagt:

    So cool. Der kleine Oli gefällt mir. Ich bin allerdings in Sachen Dezibel vorsichtiger. Unser Sebastian wurde von mir seit seinem 5. Monat auf AC/DC und Rolling Stones “abgerichtet”. Er schunkelt dann wie wild und hat eine Riesenparty. Als eine befreundete Kindergärtnerin ihm eine (altersgerechte…ähem) Kinderliedli-CD abspielte, gähnte er!!! Echt! Ich meine ein bitzeli “Kinder-Abrichten” auf das, was einem Papa selber Spass macht, ist doch moralisch nicht weiter verwerflich und entschädigt für anderes :-) .

  3. N. Schenker sagt:

    Prägbar? Ich habe eher das Problem, dass mein Sohn einen ganz eigenen Musikgeschmack hat, den ich nicht unbedingt teile. Mit ungefähr zwei Jahren stand er z.B. total auf Marschmusik. Die Kinderlieder hört er auch zwischendurch, aber jetzt mit 5 ist seine erklärte Lieblings-CD von Rammstein (Reise, Reise). Die hat er bei den Nachbarn gehört, seither ist sie bei uns im Einsatz. Das ist seine “Kampfmusik”, er tanzt auch gerne und ausdauernd dazu. Ich kann es nicht mehr hören!

  4. mooth sagt:

    Ach, der heutige Beitrag ist irgendwie öde, erinnert mich an Kollegen, die ihre Kids (Kinder darf man sie ja nicht mehr nennen) vorführen. Brauchen wir nicht, solche Aktionen sind mitunter der Grund, warum wir gar nicht mehr gerne zu ihnen zum Essen gehen. Merke: “Kids” sind auch bloss Menschen.

  5. max sagt:

    @opa meier: Die Frage habe ich mir heute morgen beim Lesen des Artikels auch gestellt, tut der Kleine das nur, weil er vom Vater schon geprägt wurde.

    Nur was wäre wennschon damit gemeint, mit leicht prägbar? Hat er auf freudige Gesicht des Vaters reagiert bei dieser Musik und macht es dem Vater zur Freude? Oder hat er schon viel früher dieselbe Musik aufgenommen in seiner Umgebung und erinnert er sich einfach wieder?

    Vielleicht werden so kleine Kinder einfach zuerst auf das aufmerksam, was sie am meisten anregt. Wir hätten dann zur Auswahl:
    - Der Kleine ist ähnlich wie Erwachsene vom Temperament seinen persönlichen Eigenheiten her empfänglich für diese Musik
    - Oder auch: Diese Musik ist so infantil, dass nur Kleinkinder und grossgewachsene Kleinkinder sie toll finden. (OK; ich ducke mich vor fliegenden faulen Öpfeln, Birnen und Tomaten).

  6. mira sagt:

    @opa meier
    Ich kann Ihnen nur zustimmen und erachte weder Techno noch Rammstein als geeignet für Kleinkinder. Aber wer selbst ein Leben lang solche Musik gehört hat, der weiss gar nicht mehr, was man damit alles kaputt machen kann (Abstumpfung war erfolgreich…). Aber natürlich ist das jedem seine private Sache, wie er seine Kinder “fördern” will.

  7. lisi sagt:

    Du kannst deine Kinder alles lehren, sie tun es dir doch gleich.

    Aber Hand aufs Herz, was ist so verkehrt daran, solange die Kinder auch Freude haben. Sobald sie älter werden, geben sie es einem schon zu verstehen, wenn sie was anderes wollen. Das müssen wir dann respektieren.

  8. Katharina sagt:

    Haben Kinder Geschmack? Musikgehör? Sinn für Kunst?

    Siehe mein beitrag hier: “http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/6548/ist-der-held-das-monster-der-guten/comment-page-1/#comment-12096 ” – “Eine Überlegung zum kognitiven Rüstzeug”

    “die Idee des Brainwashing gefiel mir->abgrenzen->Und Eltern mögen es, wenn ihre Kinder Geschmack beweisen, die kindlichen Vorlieben also mit denen der Eltern deckungsgleich (sic!) sind -> zugänglich, der natürlich zugleich die Qualitätskontrolle übernimmt -> Da musste ich mich allerdings auf meine Rolle als Zensorin besinnen”

    und ein solches Land ist dann ganz baff, wenn die Künstler aussterben. mit der oben diagonal skizzierten Einstellung wird das Pflaenzchen pro-aktiv plattgewalzt und erstickt.

    • Michèle Binswanger sagt:

      @Aber nein, Frau Katharina, Brainwashing mitnichten, nur solange ich als Erzählerin fungiere, will ich vorlesen, was mir Spass macht. Und die Pflänzchen werden doch nicht plattgewalzt, nur weil man ihnen keine Sexszenen vorsetzt, bevor sie nicht alt genug sind, dies einordnen zu können (falls ich ihre “Skizze” überhaupt richtig verstanden habe). Die Pflänzchen werden ja automatisch beweglicher und selbstständiger und dürfen dann lesen, was ihnen beliebt.

      P.S. Die Künstler sollen aussterben? Das wäre mir aber neu.

  9. heidi reiff sagt:

    Wir brauchen doch als Kinder Geschichten, die Bilder von Jesus, der einfachso übers Wasser laufen konnte, die wunderbare Brotvermehrung etc. das ist doch normal, Kinder sind einfach sensibel und aufnahmefähig. Leider werden Kinder oft noch benutzt von Eltern, die es nicht geschafft haben, z.B. die Matur, das wird dann einfach auf die Kinder übertragen, diesen Mustern sind Kinder dann hilflos ausgeliefert, aus einer inneren Hilflosigkeit übernehmen sie diese Rollen nur um aktzeptiert und geliebt zu werden. Das schlechte Gewissen wurde uns ja von Kindsbeinen aufoktriert, die schwarze und verlogene Pädagogik lässt grüssen.

    Kinder bis zu 4 Jahren lernen nach Nachahmung, Kinder kommen nicht als Vollentwickelte Genies auf die Welt, da halte ich auch etwas von der Entwichlungspsychologie, jeder Mensch hat einfach einen anderen inneren Rhytmus, Menschen können wir ja begleiten, holen wir sie doch dort ab , wo sie Begleitung brauchen, da hat doch jeder Mensch ein anderes Konzept, Spekulation ist gefährlich.

  10. betty m. sagt:

    @katharina “wenn die Künstler aussterben”: glaube nicht, dass wir darunter leiden. züri 4 und 5 sind voll davon.

  11. Gabriela sagt:

    Tja, Metal heisst hier “Papi Musik” und wird geduldet. Toll finden sie zum Beispiel die Musik von “Lazy town”, wenn das der Vater wüsste, der bekäme wahrscheinlich Anfälle :-)

    Bei den Büchern lese ich nur vor, was auch mir gefällt, jedenfalls sobald sie mehr Text als ein Pixibüchlein haben, ich will auch mein Vergnügen dabei haben. Momentan lesen ich Doktor Doolittle vor.
    Durch haben wir schon: ‘Hörbe’ welchen ich durch Zufall entdeckt habe und wir alle lustig fanden. Dann ziemlich viel von der ‘Töpfchenhexe’, vorallem weil ich die als Kind geliebt habe. Dann natürlich einiges von Lindgren, ‘Igel Latte’, ‘Marry Poppins’ (nicht die Disney version), Pumuckel, … Und aus irgend einem Grund finden sie ‘Bobo Siebenschläfer’ immer noch gut :-)

    Bei DVDs gibt es ebenfalls nur solche die auch mir einigermassen gefallen weil ich die noch mit den Kindern zusammen anschaue. Besonders toll finden sie da ‘Drei Nüsse für Aschenbrödel’ was mir deutlich lieber ist als wenn sie irgend ein Barbieflim schauen würden. Oder ‘Anna annA’ finden sie auch gut, den gab es, weil ich den als Kind im Kino gesehen habe.

    Da ich momentan das Angebot bestimme, bestimme ich vielleicht auch noch etwas den Geschmack. Es ist mir aber auch wichtig, dass sie sehen, dass es nicht nur Disney und Barbie gibt. Und warum nicht meinen Kindern ein paar Kinderbuchklassiker unterjubeln wenn sie diese doch gerne hören.

  12. Large Pro sagt:

    Herr Zweifel sie haben einen Schaden!!

  13. O. O. sagt:

    Vorsicht! in der Pubertät ist dann plötzlich alles uncool was die Alten gut finden. Dann wird gegen den Technomüll des Papis plötzlich Metallica aufgelegt, gegen Mamis Slayer-Krach kommen Tokio Hotel zum Einsatz oder gegen den Atheismus der Eltern wird in irgend einer wilden Freikirche gebetet….

    Umgekehrte Psychologie funktioniert auch nicht. Lasst den Kinder was sie wollen – auch wenn die Schnuffel-CD im Auto abartig nervt!

  14. Maja sagt:

    Kinder mögen Techno. Wir haben unsere Enkelinnen auch mit dieser Musik bekannt gemacht. Erstaunlicheweise liegt ihnen dieser Rhythmus im Blut. Barbie Filme musste ich auch mit der kleineren anschauen – so schlimm sind die nun auch wieder nicht.
    Comixs finde ich persönlich nicht so schlimm. Ich selber habe mit Micky Maus und Fix und Foxi meine Lesefähigkeit geübt.
    Zuerst die Sprechblasen, die nur wenige kurze Worte enthielten und dann als Herausforderung die anderen. Natürlich waren die Lehrer gegen Comics und Liebesromanheftli aber die haben damals auch noch anderen Quark erzählt, der heute nicht mehr als gegeben hingenommen wird. Uebrigens diese Schundromane lese ich natürlich nicht mehr. Ich habe schnell erkannt, dass
    man nach 2-3 Seiten schon die ganze Storie erkennen konnte und der Schluss na ja ich nehme an ihr kennt das alle auch.
    Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Muslin und viele andere gute Bücher bevölkern heute mein Bücherregal. Es hat mir also nicht geschadet. Im Gegenteil, da ich von Beginn an das lesen durfte was ich spannend fand, konnte ich mich auch weiter entwickeln und mit viel Spass und Freude lesen – bis zum heutigen Tag.

  15. Mamamia sagt:

    Mein Sohn tanzt zur: “High School Musical” und das seit seinem 2. Lebensjahr. Ursache waren letzte Weihnachtsferien, die er mit seinem 6 jährigem Cousen und High School Musical Fan verbracht hat. Seit dann haben wir DVD’s zuhause und CD’s im Auto!

    wie es auch @ lisi, geschrieben hat: solange die Kids Spass daran haben, find ich es wunderbar!!!

    Die Musik, die Bücher die Kunst die man selber liebt, nehmen die Kinder schneller auf, weil man ihnen dies mit einer Begeisterung näher bringt.
    Villeicht ist es diese Begeisterung, die die Kinder so fasziniert….?!!

  16. Dominic sagt:

    Sehr gute Wahl, Herr Zweifel! Was mich einzig besorgt ist der Umstand, dass Sie, salopp gesagt, Perlen vor die Säue werfen. Denn in der Pubertät wird ja alles von den Eltern Empfohlene über Bord gekippt. Wenn dann diese wunderbaren Tracks in der Pickelphase zu Hassobjekten mutieren sollten, so wäre das einfach jammerschade…Naja, hoffen wir auf ein Wunder ;-) . Hier noch zwei Ergänzungen zu Ihrer Liste der housigen Erziehung:

    Joe smooth – Promised Land
    Fingers Inc. – Can U Feel It

  17. Martin A. sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Lieder eine Zeitlang runter und raufgehört werden. Dann verschwinden sie in der Versenkung und plötzlich kommen sie wieder auf “heavy rotation”. Und zwar querbeet. Logischerweise hört unserer Tochter vieles, was wir auch hören. Man kann ja nicht den ganzen Tag Schlieremer Chind hören nur weil man Kinder hat. Zum Beispiel sind bei uns die Krächzer aus dem Limmattaal nach drei Monaten Pause wieder Topaktuell. Derweil Iggy Pop, Nancy Sinatra, Toten Hosen, Carlos Vives, Edson Cordeiro im Duett mit Cassia Eller, The Fratellis und Ennio Morricone eher zweite bis dritte Geige spielen. Ich habe noch kein Kleinkin erlebt welches nur das hört, was wir Eltern aufschwatzen. Die Pfüdis sind flexibel und haben einen eigenen Geschmack und auch ihre Launen. Daher nehme ich es einfach so wie es kommt uns setzte ab und zu was Neues vor – sie es aus der Kinder- oder Erwachsenenecke.

  18. Papa sagt:

    100 Dezibel? Wow! Ich habe selber einen Gehörschaden und weiss deshalb, dass Ohren, die über längere Zeit einm solchen Pegel ausgesetzt sind, einen Schaden davontragen können. Ich hätte also einige Hemmungen, auch wenn der Kleine erst ab einem gewissen Pegel loslegt.

    Unabhängig davon finde ich es aber cool, dass Kinder nicht nur Nella Martinetti, Linard Bardil oder d’Schlieremer Chind hören dürfen. Und interessanterweise scheinen Buben wirklich mehr auf dieses gerumse abzufahren, und zwar völlig egal, ob es Marschmusik, Techno oder Tschaikovskis 1812 ist. Sehr zum Vergnügen der Väter übrigens… ;-)

  19. Katharina sagt:

    @Michèle Binswanger: Brainwashing bezog sich auf Phillipe’s faszination dafuer. das die nicht jugendfreien Toons sicher aufbewahrt sein sollten, ist klar. das ist aber nicht Zensur. Zensur wäre es, im Toon die entsprechenden Szenen aus zuschneiden und dann den Kids den Rest zum Lesen zu geben.

    manchmal lese ich diagonal um eine Art Stimmungsbild zu bekommen. Anhand von Stichworten, die im Text ‘ins Auge springen’ entsteht dann eine Assoziationskette wie oben skizziert (daher ‘diagonal skizziert’).

    irgendwie störte mich einfach der Eindruck von Dressieren, Übereinstimmung von Geschmack , ‘ich beschloss aus meinem Kind .. zu machen’, dass der elterliche Geschmack implizit gut sei und bei Übereinstimmung des Geschmacks des Kindes dieses einen guten habe und das ganze mit ‘Qualitätssicherung’ konnotiert ist.

    Meine Wahrnehmung ist, dass seit den 70-er Jahren ganz wenig grosse Künstler aus der Schweiz gewachsen sind.
    Die obige diagonale Skizze widerspiegelt helvetische Stereotypen. daher dann das Gespiel mit den aussterbenden Künstlern.

    Nehmt doch nicht alles so verdammt wörtlich, verkrampft und ernst.

    guter Geschmack hat wenig mit Kunst zu tun.

  20. Pascal Sutter sagt:

    Mir hat es auf keinen Fall geschadet dass mir mein Vater von den Beatles über die Stones zu Iggy Pop und den Talking Heads alles vorgespielt hat. Ich habe sogar die Samstagnachmittägliche “Beat-Bude”, oder wie es meine Mutter nannte “Remmi-Demmi” Musik überlebt. Natürlich habe ich in der Pubertät dann auch viel Mist gehört, aber die Klassiker, die schätze ich noch heute.

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