«Die heiraten bestimmt mal»

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Nein, das heisst nicht, dass die beiden einmal heiraten werden. Foto: Modestas Jonauskas, Flickr.com

«Die sind ja schon richtig verliebt.»
«Ihr werdet bestimmt mal heiraten.»

In Einrichtungen für Vorschulkinder wird romantisiert, was das Zeug hält. Probehochzeiten werden abgehalten, Ehekräche aufgeführt, man ist aufeinander eifersüchtig und verträgt sich wieder. Im Grossen und Ganzen ist man sich sicher, dass man später einmal heiraten wird. Ich hatte häufiger in meinem Leben die Gelegenheit, solchen Szenen beizuwohnen. Manchmal kommentierte ein Erwachsener in meiner Nähe das Geschehen mit Worten wie: «Niedlich, oder?!» Fand ich überhaupt nicht.

Ich war davon immer eher genervt. Also nicht davon, dass Kinder die Beziehungsmuster nachspielen, die sie an ihren Eltern und anderen Rollenvorbildern beobachten, sondern von der Art und Weise, wie Erwachsene darin das aufkeimende Pflänzchen einer romantischen Liebe erkennen wollen. Später dann nicht mehr, aber im Kindergarten ist ja alles noch so unschuldig und – wie bereits erwähnt – niedlich. Da macht es offenbar Spass, die Beziehungen von Kindern durch so einen verkitschten Hollywoodschnulzenfilter zu betrachten. Und dass dabei lediglich Konstellationen wie «Basti und Valeska» gelten, wohingegen Basti und Andreas ebenso wenig romantisch involviert sein können, weil nicht sein dürfen, wie Valeska und Selma, fällt anscheinend nicht auf.

Damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich können Kinder sehr tiefe Gefühle für andere Kinder entwickeln und Erwachsene tun gut daran, diese wertzuschätzen und nicht etwa abzutun oder gar lächerlich zu machen. Wieso man sie deswegen aber als «Winzlinge auf Freiersfüssen» bezeichnet, leuchtet mir nicht ein.

Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als der beste Freund meiner Tochter vor Jahren bei uns übernachtet hatte und ich die beiden am nächsten Morgen gemeinsam zum Kindergarten brachte. An der Eingangstür wurden wir wiederum von dessen bestem Freund erwartet – einem kleinen Jungen, der so sauer war, wie Fünfjährige nur sein können. Der sich sehr besitzergreifend und lautstark darüber beschwerte, warum SEIN Freund bei jemand anderem ausser ihm übernachtet und anschliessend versuchte, sich mit dem von ihm Beschuldigten zu prügeln.

Niemand wäre auf die Idee gekommen, diesen beiden Jungen eine Sandkastenliebe zu unterstellen. Niemand hat Dinge gesagt wie: «Süss, der ist ja richtig eifersüchtig» oder auch «Uiuiui, was aus den beiden wohl mal werden wird?!», obwohl das in dieser Romantisierungslogik nur folgerichtig gewesen wäre. Stattdessen gab mir ein anderer Vater etwas später den (wohl gut gemeinten) Rat, ich solle mich besser warm anziehen, wenn meine Tochter jetzt schon Herrenbesuche empfange. Ich murmelte «Nee, lass mal!» und dachte fettgedruckt und unterstrichen: «Was zur Hölle ist bloss los mit dir?!»

Der Übernachtungsgast von damals ist übrigens immer noch der beste Freund meiner Tochter. Er wohnt zwar mittlerweile ein paar Hundert Kilometer von ihr entfernt, aber wenn die beiden sich sehen, brauchen sie keine fünf Sekunden, um genau da weiterzumachen, wo sie aufgehört haben: bei ihrer Freundschaft. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In ihrer Klassenstufe ist sie eine der wenigen, die noch mit Vertretern des anderen Geschlechts befreundet ist und entsprechende Kommentare entweder in Grund und Boden lacht oder auskontern kann. Tatsächlich haben mich schon andere Eltern gefragt, ob ich mir deswegen nicht Sorgen machen würde.

«Nein, wieso?»
«Na, man weiss doch, wohin so etwas führen kann.»
«Ach, wohin denn?»
«Nachher kommen die noch richtig zusammen und stellen Dummheiten an.»
«Dummheiten im Sinne von Sex?»
«Genaaaaau!»
«Ähm, das passiert doch sowieso irgendwann. Mit wem sie sich entschliesst, Sex haben zu wollen, ist ja wohl ihre Entscheidung und nicht meine. Soll ich ihr jetzt verbieten, sich mit Jungs anzufreunden und sie in ihr Zimmer einsperren, bis sie Mitte 30 ist, oder was?!»
«Ich sag ja nur, dass man keine schlafenden Hunde wecken sollte.»
«Dir ist aber schon klar, dass unsere Töchter auch miteinander befreundet sind?»
«Ja und?»
«…*seufz*»

Indem wir kindlichen Beziehungen ein erwachsenes Label verpassen, setzen wir Jungen und Mädchen in frühen Jahren künstlich aufeinander an und erschweren damit, dass sie später einen entspannten Umgang miteinander haben. Weil wir meinen, ihnen die komplexe Realität menschlicher Beziehung ersparen zu müssen, muten wir ihnen einen holzschnittartigen Abklatsch dessen zu, was wir für die heterosexuelle Normalbeziehung halten oder mal geglaubt haben, dafür halten zu müssen. Und dann wundern wir uns allen Ernstes darüber, warum so viele Menschen immer noch davon überzeugt sind, Frauen und Männer könnten nie «nur» befreundet sein.

Wir schulden es nicht nur unseren Kindern, sondern auch uns selbst, endlich damit aufzuhören, jede gegengeschlechtliche Beziehung unter Paarverdacht zu stellen. Vielleicht verlieren wir dabei ein paar Illusionen über die romantische Liebe. Aber dafür gewinnen wir Freundschaft.

81 Kommentare zu ««Die heiraten bestimmt mal»»

  • Anya Meyer sagt:

    Gebe Herrn P. vollkommen recht. Kampfchristen sind die schlimmsten. Reden die ganze Zeit davon, dass man nicht ueber andere urteilen soll, weil das offenbar ihre Gottheit erledige, aber ich sehe selten Leute so stark ueber andere herziehen wie Leute, die sich oeffentlich gerne als Christen bezeichnen. Schade. Ich bin fuer leben und leben lassen, und das sollte auch – oder ganz besonders – fuer Kinder gelten! Lasst sie doch einfach Kinder sein. Ob zwei Kinder, die sich moegen, irgendwann heiraten werden, wird sich frueh genug herausstellen.

  • Christoph Bögli sagt:

    Nach meiner Erfahrung gibt es das durchaus auch bezüglich „homosexueller“ Freundschaften und zwar nicht erst seit gestern. Früher war das halt oft eher abwertend, heute werden entsprechende Freundschaften dafür in gewissen Kreisen z.T. schon fast absurd positiv interpretiert. Manche gieren richtig danach, den Schwulen in ihrem kleinen Jungen zu entdecken, nur weil dieser mal mit einer Puppe spielt oder sich nicht gleich mit jedem prügelt, der in die Nähe kommt.

    Darum: Egal ob hetero- oder homosexuell gefärbt, peinlich ist das Ganze meist so oder so. Und kann gerade bei schüchternen Kindern eher das Gegenteil bewirken, sprich ständige Kommentare und (blöde) Sprüche in dem Bereich können durchaus zu Verunsicherung und Distanzierung führen..

  • Remo Nydegger sagt:

    Ich gebe zu: Ich habe mit Anfang 30 (noch) keine Kinder und bin froh muss ich mit Leuten wie NP nichts zu tun haben. Diese permanente politische Korrektheit in jeder erdenklichen Lebenslage, gepaart mit dem Gender-Mainstream-Faschismus, immer auf der Suche nach etwas Neuem worüber man sich empören kann, natürlich nur um zu zeigen wie urban und fortgeschritten man doch selber ist, ist nicht nur armselig, sondern zeigt auch sehr gut die Dekadenz der (zu) reichen westlichen Welt auf.

  • Dr. Mag. Othmar Brunner sagt:

    … korrekt wäre eine derart definitive Prognose nur mit dem Zusatz „wenn er nicht den Darmausgang ihres Bruders penetriert.“ Meiner Ansicht als Sozio-Sexualtherapeut nach wird vom österreichischen Kollegen hier ein ganz wichtiges Element der frühprägenden kontrapunktuellen Verhaltensmuster initiiert, die das spätere Sexualleben stark beeinflussen. Ich wäre dem Täglichen Anzeiger dankbar, wenn dies noch vertieft thematisiert würde.

    • Couch-Mami sagt:

      ich weiss nicht was der Herr Magister geraucht hat. Habe mich schief gelacht. Ergibt aber null Sinn, dieser Kommentar.

  • Rudi Buchmann sagt:

    Wenn ich mal als Kind von einem Mädchen zu Hause erzählte, nannte mich mein Vater ein „Meitlischmöcker“. Kein Wunder hatte ich das Gefühl, Mädchen seien etwas stinkiges. Dazu hatte meine älteste Schwester extremen Fussschweis. Ich fand den Zugang zu Mädchen eigentlich überhaupt nicht. Später meinte mein Vater, ich sei wohl schwul. Aber kamen mir Männer einmal nahe, fühlte ich mich schnell bedrängt. Männer waren schnell mal Konkurrenz. Vor allem im Sport. So verabscheute ich beide Geschlechter und hatte grosse Selbstzweifel. Welche Bilder oder Empfindungen Eltern an ihre Kinder herantragen – es ist schwierig zu sagen, ob das mit der Gesellschaft als gesamtes oder mehr mit Einzelpersonen zu tun hat.

    Ja zum Glück, irgendwann habe ich dann den Dreh dann doch gefunden.

  • soswald sagt:

    Ja, ja der Planet und wir haben andere Probleme. Und trotzdem lohnt es sich, unsere normierten Stereotypen immer mal wieder zu hinterfragen.

  • Christoph Mathis sagt:

    Das Freundschaften zwischen kleinen Jungen und Mädchen so herzig wirken, ist ja gerade, weil man da noch keine durch Filme normierte Verhaltensweisen sieht. Die Kinder kennen die kultuellen Konventionen, die Hollywood-Filme prägen, ja noch nicht. Da sieht man noch die (fast) ursprüngliche Form der Sympathie.
    Und das ein Junge eifersüchtig auf die Freundin des besten Freundes ist, finde ich auch nicht so niedlich, denn er wird ja gewalttätig! Er übt Druck auf seinen Freund aus, sich nicht mit anderen zu treffen. Ich habe selbst mal bei meiner kleinen Tochter beobachtet, deren einer Freund nicht mehr mit ihr abmachen wollte, weil sie auch mit anderen Jungs spielte. Fixierung auf einen einzigen Freund finde ich nicht so gut, noch weniger, wenn man das gleiche von einem anderen fordert.

  • Danny sagt:

    Was mich langsam aber sicher nervt ist, wenn jedes „anders sein“ mittlerweile politisiert, publiziert und zur Norm erkoren werden muss. Ich betrachte in meinem Heteronormativen Weltbild Schwule und Lesben (und andere) als gute Laune der Natur. Sie sind nicht besser und nicht schlechter als Heteros und ich mache mir auch kein schlechtes Gewissen darüber, wenn ich das auch so meinen Kindern und Enkelkinder weitergegeben habe. Ich denke wir haben genügend andere Probleme auf diesem Planeten.

  • Emil Eugster sagt:

    Nils Pickert, warum sollen Eltern keine Träume haben dürfen? Auch solche über die Zukunft ihrer Kinder?
    Sollen sie sich auch nicht wünschen dürfen ihre Kinder sollen einmal Arzt oder Architektin werden, weil sie nicht gleichzeitig davon träumen, dass sie Putzfrau oder Nachtwächter werden?
    Grundsätzlich sollten sie die Frage beantworten, weshalb Eltern nicht das Recht haben sollen sich vorzustellen was immer ihnen beliebt und diese Wünsche zu äussern.

    • Silke sagt:

      Weil man Kinder damit total unter Druck setzt und zeigt, dass es einem völlig egal ist, ob das Kind daran überhaupt Interesse hat?
      Wünsche kann man ja haben, aber diese zu äußern ist mehr als egoistisch.

      • Emil Eugster sagt:

        Sie wünschen sich also, dass Eltern ihre Wünsche nicht mehr äussern und schreiben das hier ins Forum?
        „Manchmal kommentierte ein Erwachsener in meiner Nähe das Geschehen mit Worten wie: «Niedlich, oder?!» Fand ich überhaupt nicht.“ schreibt Herr Pickert. Er ärgert sich demnach darüber, dass Eltern in Seiner Gegenwart solche Wünsche äussern und nicht darüber, dass sie sie in Gegenwart der Kinder äussern. Die Kinder sind ihm egal.

  • Anh Toàn sagt:

    „normal“ heisst der Norm entsprechend. Sind rote Haare nicht normal, wenn nur 1 Prozent der Bevölkerung rote Haare haben? Gibt es einen Menschen, der normal ist. Viele Menschen glauben, sie seien normal, nur die anderen nicht.

    • Anh Toàn sagt:

      „normal“, Normen erlassen, wie Leben zu sein hat. Wenn EU Bürokraten dies für Bananen machen, fühlen wir unsere Freiheit bedroht, in ihren Grundlagen. dabei erlassen wir laufend Normen, wie Menschen zu sein haben, wenn wir sagen, das ist „normal“, dies ist nicht „normal“ erlassen wir Normen für menschliches Leben, aber darüber denken nur Spinner nach, Realisten beschäftigen sich mit Bananenkrümmung, ob als Bürokraten oder Freiheitsverteidiger.

      • Anh Toàn sagt:

        Alle wollen normal sein, keiner will durchschnittlich sein, wie geht dass denn?

    • Muttis Liebling sagt:

      Den Norm- Begriff kann man nicht von innen diskutieren. Der kommt immer von aussen.

      Rote Haare sind normal, weil es Rothaarige gibt, aber das keinen stört. Depression ist nicht normal, obwohl es Depressive 20x häufiger als Rothaarige gibt, aber die Depressiven auf allen Ebenen stören.

      Homosexualität störte und stört auch in aktuellen Kulturen, welche auf Bevölkerungswachstum setzen und ist bei denen akzeptiert, die das sich Vermehren aufgegeben haben.

      Normal ist, was keinen stört. Die beste Form des Nichtstörens ist Gleichgültigkeit gegenüber dem Phänomen. Mir sind Homosexuelle genau so gleichgültig wie Bananen und fast alle Menschen. Ich tue nichts gegen die, aber auch nichts für die.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Depressiven stören sich vor allem selber auf allen Ebenen ihrer Existenz. Homosexuelle stören sich nicht an ihrer Homosexualität, sondern daran, zu stören wegen ihrer Homosexualität. Homosexualität stört(e) das Dogma von auf Fortpflanzung ausgerichtetem Trieb (Seit fruchtsam und mehret euch, oder so) und die Verteufelung von Sexualität zur Lustbefriedigung. Dogmen sind derart absurde Lügen, dass jede Form, diese in Frage zu stellen, verboten werden muss. (Wie oft sind wir scharf und wie häufig wollen wir Nachwuchs?) Das Leben wird dann normiert, damit das Dogma passt.

      • Anh Toàn sagt:

        Es interessiert uns ja auch nicht, welches Körperteil in welche Körperöffnung eines Partners, aber wehe, wenn zwei mit dem gleichen Geschlecht Körperteile und Öffnungen….Warum wird das dann plötzlich so wichtig? Warum stört es, hat gestört, war ist es nicht egal, sagen Sie?

  • Markus Schneider sagt:

    Ja, Herr Pickert hat bestimmt recht, es nervt, dass Eltern ihre heterosexuellen Beziehungsvorstellungen ständig auf ihre Kinder projizieren. Herr Pickert würde über seine Kinder sicher lieber hören, dass die sicher mal schwul werden. Aber so ist die Welt, nie macht sie das, was man gern hätte. Mich nervt dabei nur, dass Herr Pickert seine verqueren Meinungen in einem Ding namens Mamablog projiziert. Mama ist doch weissgott nichts heterosexuelles.

    • Michu sagt:

      „Mama ist doch weissgott nichts heterosexuelles.“

      Zellteilung? Klonen?

    • Promachos sagt:

      Herr Pickert möchte, dass eine Beziehung in so Jungen Jahren von den Erwachsenen gar nicht (!) künstlich fomantisiert wird. Bei allen Göttern, in dem Alter wollen Kinder einfach nur Spielkameraden sein. Und selbst, wenn sie Mutter, Vater, Kind spielen, hat das für sie noch nichts mit sexueller Anziehung, sondern mit Imitieren der Erwachsenen zu tun.

      • Promachos sagt:

        fomantisiert=romantisiert
        Tschuldigung, ist mir der Druckfehlerteufel über die Tastatur gehüft.

      • Markus Schneider sagt:

        Gilt das denn auch umgekehrt? Dürfen die Kinder von Nils Pickert dann auch nicht mehr denken, dass er der grösste und tollste und liebste Papi der Welt sei? Und was sollen sie über die Frau von Nils Pickert denken und sagen, falls es ihr Mami ist? Ständig diese Romantisierungen. Und ständig diese Leute, die anderen vorschreiben wollen, was sie zu sagen und zu denken haben.

      • Promachos sagt:

        Herr Schneider, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich habe mich vielleicht in meinem Post etwas sehr echauffiert, was aber vor allem daran lag, dass es mir scheint, einige der Kommentatoren wollen den Autor BEWUSST missverstehen.
        Doch, um auf Ihren Hinweis einzugehen: Sie scheinen (So verstehe ich Sie, was natürlich falsch sein kann, dann bitte ich um Verzeihung.) davon ausgehen, dass Kinder auf dem gleichen Reifelevel stehen und gleich reflektiert ihre Umwelt betrachten können wie mündige Erwachsene.
        Ein Kind darf, meines Erachtens, so denken, weil es ein Kind ist. Für ein Kind ist, was es meint „real“. Erwachsene hingegen sollten in der Lage sein zu merken, dass sie projezieren. Natürlich vertrete ich hierbei nur meine persönliche Meinung.

  • Sportpapi sagt:

    Manchmal macht man halt mal einen doofen Spruch. Die Kinder werden es verkraften. Bei meinem Kindergärtner haben wir tatsächlich mal gesagt, er würde sicher mal seinen besten Freund noch heiraten. Ach wie sind wir modern!
    Ansonsten fällt es offenbar zunehmend schwer, noch relevante Themen zu finden – wäre es dann nicht sinnvoller, es zu lassen?

    • Muttis Liebling sagt:

      Der internationale Frauentag gestern wurde verpasst.

    • Franz Vontobel sagt:

      „Ansonsten fällt es offenbar zunehmend schwer, noch relevante Themen zu finden – wäre es dann nicht sinnvoller, es zu lassen?“

      Na, immerhin führt dieses Thema dazu, dass wir uns für einmal einig sind… Ist ja auch etwas, oder?

      • Carolina sagt:

        Das war genau auch mein Gedanke – als ich den Text von NP las, kam mir das grosse Gähnen und ich dachte nur, diese Versuche, künstliche Aufregung zu kreieren, in dem man schon bei Kleinkindern nur politisch Korrektes rauslässt (was immer das dann auch im Einzelfall ist – wäre bei Pickert etwas völlig anderes als bei mir, hähä), führen wohl hauptsächlich dazu, dass nicht mal mehr Feindbildpflege daran möglich ist – ist wohl für die meisten ziemlich irrelevant, überzogen und – eben künstlich.
        Aber die relative Einigkeit ist doch auch mal schön. Dann wünsche ich Ihnen allen einen entspannten Tag!

      • Susi sagt:

        Und ich habe gedacht, endlich schreibt der Pickert mal über etwas Richtiges anstelle des Lamentierens über klebrige Zugabteile und dergleichen!

  • SrdjanM sagt:

    «Ja und?»
    «…*seufz*»

    Heh, der war gut…

    Was wir als Eltern da alles auf unsere Kinder projizieren (bewusst und unbewusst) ist schon ziemlich schrecklich, wie wir ihr Leben nach unseren Vorstellungen lenken möchten, auch in Bereichen in welchen wir nichts zu sagen hätten. Zum Beispiel bei der Sexualität…
    Es fällt uns da einfach sehr schwer distanziert, objektiv, offen zu bleiben, aufzuklären statt einzuschränken.
    Wäre aber wohl sehr wichtig.

  • Maria Felder sagt:

    Mir fiel der Umgang mit Jungen als Kind deutlich leichter als der mit Mädchen. Mädchen- bzw. Frauenthemen interessieren mich bis heute nur sehr bedingt und umgekehrt können die meisten Frauen, die ich kenne, mit meinen Interessensgebieten nur wenig anfangen. Ich kann dem Artikel in dieser Hinsicht aus eigener Erfahrung nur zustimmen: Es nervt ungemein, wenn alle (Mitschüler, Eltern, Verwandte,…) in jedem männlichen Gesprächspartner gleich eine potentielle Beziehung ausmachen. Egal, ob ich jetzt hetero- oder homosexuell bin: Die allermeisten meiner Freundschaften sind einfach nur das: Freundschaften. Ohne Hintergedanken. Und das gilt erst recht im Kindergartenalter.

    • Swissgirl sagt:

      Geht und ging mir genauso…. konnte auch immer besser mit Jungs als Mädchen, deren gekichere usw. hat nur genervt. Und dann wurde jeder Junge/Mann den ich mehr als zweimal getroffen hatte, wurde schon grad als Freund und potentieller Ehemann gewertet. Mit dem Ergebnis, dass ich irgendann gar niemanden mehr erwähnt und schon gar nicht nach Hause gebracht habe.

    • Anh Toàn sagt:

      „in jedem männlichen Gesprächspartner gleich eine potentielle Beziehung ausmachen“

      Also wenn ich versuche, – als sei dies möglich – , ehrlich in mich zu hören, denke ich, dass ich, wenn ich ohne Beziehung bin – meine Gesprächspartner gleich als potentielle Beziehung ausmache. Oft dauert es halt nicht lange bis ich die ausschliesse, beim gleichen Geschlecht bei mir fast immer ganz rasch, bei in anderen Beziehungen Lebenden auch, aber bis sie ausgeschlossen ist, ist die Beziehung möglich („potentiell“) und steht im Raum. Ob das normal ist, oder normal für Männer, weiss ich nicht.

      • Anh Toàn sagt:

        Im Biounterricht wird erzählt, der wichtigste Trieb sei der Sexualtrieb. (Oder wird da noch immer erzählt, es ginge um einen Trieb zu Fortpflanzung, der Löwe wolle seine Gene weitergeben, als ob der etwas von Genen wüsste, der ist scharf. Punkt)

        Also, mal einfach gesagt, habe ich, als ich jung war, meine Gesprächspartner als potentielle Sexualpartner betrachtet, bis das ausgeschlossen war als Möglichkeit.

        Kann nichts dazu, meine Mutter hat mich so geboren.

  • Patrick sagt:

    Ich gebe zu: Diese Thematik lässt mich relativ kalt. Ich führe eigentlich ein glückliches Leben und habe dennoch wesentlichere Probleme, als dieses.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Der Autor verkehrt offenbar in einem ganz speziellen, sozialen Milieu, in dem es vor lauter politisch inkorrekten Stereotypen nur so wimmelt. Oder vor lauter klassischer Projektionen im psychoanalytischen Sinne, was auch immer: Seine Berichte zum Stand der Dinge aus der rot-grünen, dauerempörten, akademischen Parallelwelt sind auf jeden Fall immer ausgesprochen originell zu lesen: Danke für die gute Unterhaltung, Herr Pickert!

    P.S. Und nun warte ich auf die ersten Nazi-Vorwürfe an meine Adresse 😉

    • SrdjanM sagt:

      „…aus der rot-grünen, dauerempörten, akademischen Parallelwelt.“

      Und dafür erwarten Sie jetzt Nazi Vorwürfe?
      Nein, das wäre wohl wirklich nicht angemessen, aber Objektivität, Unparteilichkeit und Sachlichkeit kann man ihnen auch nicht wirklich andichten. Was Sie als Rechtskonservativer natürlich vehement abstreiten würden.
      Sie selbst würden Sich wohl lieber als Nazi beschimpfen lassen als jemand der nicht willens ist, sich mit dem Text etwas eingehender zu beschäftigen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Natürlich erwarte ich jetzt Nazi-Vorwürfe, was denn sonst? Zur Not gebe ich mich aber auch mit dem Vorwurf des Rechtskonservatismus ab…

      • Franz Vontobel sagt:

        Von „rot-grüner, dauerempörter, akademischer Parallelwelt“ schreiben und beleidigt sein, wenn man ähnlich undifferenziert schubladisiert wird? Schon etwas weinerlich, oder?

      • Zufferey Marcel sagt:

        Total einverstanden, Herr Vontobel!

  • Hannes sagt:

    @Hasler: Es würde genauso nerven, wenn das bei gleichgeschlechtlichen Kindern gemacht würde. Nur fiele dann der Effekt des Heteronormierens weg.

  • Lucrecia sagt:

    Mit wem die Tochter im Endeffekt zum ersten Mal Sex haben wird ist ja wohl ihre Entscheidung, sagen Sie.
    Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es tatsächlich so sein wird, Herr Pickert.
    Bei mir war es nicht der Fall.
    Und wieso? Ich war zu naiv und lies mich in eine Falle locken.
    Ich hatte keine Ahnung und dachte mir nichts „dabei“. Er schon.

    Irgendwann werden Sie Ihrer Tochter schon beibringen müssen, dass viele Männer über ihre wahre Absichten lügen und dass man schon (gesund) missträuisch sein muss.

    Oder wie werden Sie reagieren, wenn Ihre 14-jährige, weltoffene Tochter meint, sie habe nun einen tollen 28-jährigen Frischzugewanderten kennengelernt und dieser läde sie nun zu sich nach hause ein, um mir ihr Musik aus seiner Heimat zu hören? Oder sie befinden sich in den Ferien und

    • Lucrecia sagt:

      der Hotelleiter lädt ihre 18-jährige Tochter zu einem Tagesausflug mit seinen Freunden auf seiner Privatjacht ein? Alles aus reiner Freundschaft, natürlich…

    • Sportpapi sagt:

      Alle Männer wollen immer nur das eine. Gut wenn die jungen Mädchen das immer wieder zu hören bekommen. Und noch besser, wenn man ihnen den Kontakt zum anderen Geschlecht besser verbietet und sie im Alltag streng überwacht. Man weiss ja, wie die Männer sind!
      Ernsthaft jetzt: Was würden Sie denn empfehlen, ausser die Kinder früh zu eigenständigem Denken und Handeln zu erziehen?

      • Habig Regula sagt:

        Meine Frage ist ernst gemeint: würden Sie denn Ihre Tochter vor genau solchen Situationen warnen, wie von Lucrecia beschrieben? Die Einladung kann ja völlig harmlos sein, oder eben auch nicht. Eigenständiges Denken und Handeln setzt doch voraus, dass dem Kind auch vermittelt wurde, dass eben nicht alle Menschen nur gute Absichten haben, genau so wie nicht alle Männer immer nur das eine wollen. Mir hat diese Frage ehrlich gesagt immer Probleme bereitet: wie warnen vor Gefahren und gleichzeitig nicht Vertrauen zerstören in alle anderen Menschen.

      • Sportpapi sagt:

        @Regula Habig: Hätte ich eine Tochter, würde ich ihr das gleiche sagen wie meinen Söhnen. Entscheidet selber, was ihr tut. Und übernehmt Verantwortung für euer Handeln. „In die Falle gelockt“ heisst für mich entweder ein strafbarer Übergriff. Oder dann eine Situation, aus der man mit genügend Selbstvertrauen auch aussteigen kann. Und darauf arbeiten wir hin. Auch z.B. bezüglich Alkohol, Vandalismus (bzw. Littering), etc.

      • Papperlapapi sagt:

        Ich würde ihr (mit züri west) sagen:
        lueg zerscht, woher dass dr Wind wäit!

      • Martin Frey sagt:

        Ich würde ihr meinerseits auf den Weg mitgeben:
        „Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
        Ob sich das Herz zum Herzen findet!
        Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“

      • Muttis Liebling sagt:

        Entweder Du hast es oder auch nicht
        egal was Die irgendwer heut noch verspricht
        er wird es nicht halten, sich noch nicht mal bemühn
        und Du kannst zusehn, wo die Wolken hinfliehn

        Ich weiss…

        Ich kann Dir nicht sagen
        wohin der Wind weht
        Ich bin kein Wetterprophet

        Ich schwör Dir, ich wär nicht der Einzige hier
        der bereit wär zu kämpfen, wenn er wüsste wofür.

        (Stefan Stoppok)

      • Carolina sagt:

        MF: Oder so:
        Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was bessres findet……. 🙂

      • Martin Frey sagt:

        …sonst heisst es schnell:
        „Wie man sich bettet so liegt man.“ 😉

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Dass eine junge Frau auch einfach nur Spass haben möchte, ist kein Thema?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Sportpapi: Es ist halt wohl oder übel immer noch verbreitet, zu denken, wenn frau einfach so Sex hat (und hoffentlich Spass dabei) ohne dass es hinterher gleich einen Diamantring oder zumindest einen Blumenstrauss gibt, dass diese Frau „hereingelegt“ und „ausgenutzt“ wurde und durch das Ganze irgendwas verloren hätte (z.B. ihre „Ehre“). Und zwar wohlgemerkt bei ganz „normalen“ Schweizern und gerade auch Frauen, so seltsam das sein mag. Bei kaum einem anderen Thema schimmern ewiggestrige Rollenbilder so durch wie dem Sexualverhalten der Frau..

      • Susi sagt:

        Mir fällt auch noch ein kluges Zitat ein:

        Der Worte sind genug gewechselt,
        Laßt mich auch endlich Taten sehn;
        Indes ihr Komplimente drechselt,
        Kann etwas Nützliches geschehn.“ – (Faust, Vers 214 ff.)

        😀

  • Hannes sagt:

    Sie haben sowas von recht. Erwachsene projizieren ihr kompliziertes Verhältnis zum andern Geschlecht auf die Kinder, sexualisieren gegengeschlechtliche Beziehungen gedankenlos und leisten damit ihren Beitrag dazu, dass künftige Generationen ebenfalls Personen anderen Geschlechts nicht auf Augenhöhe begegnen. Nervt mich wahnsinnig.

  • Joe Schweizer sagt:

    Aus meiner Sicht wirkt die Entrüstung des Autors als ziemlich gesucht. Ich teile diese jedenfalls weitestgehenst nicht.
    Wo ich ihm zustimme ist, dass Sätze wie „Die Heiraten bestimmt einmal“ bei fünfjährigen tatsächlich naiv sind. Genauso wie „Der wird bestimmt mal …“ oder andere Prognosen welche Entscheidungen des Kindes in 10, 15 oder gar 20 Jahren betreffen.
    Und trotzdem haben wir als Eltern doch (beinahe?) alle schon solche Aussagen gemacht. Meist im Wissen dass die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens nicht wirklich hoch ist. Und doch passen die Aussagen zum Moment. Ich hatte früher auch Freundinnen, mit denen mich heute nichts mehr verbindet, wollte Pilot, Polizist, Rennfahrer und sonst vieles werden. Heute bin ich „nur“ Ingenieur.

  • Elisabeth Hasler sagt:

    Wären es homosexuelle „Projektionen“, würde es natürlich nicht nerven. So weit sind wir schon.

  • Charles Neuer sagt:

    Zuerst dachte ich noch, dass könnte ein ganz interessanter Artikel sein. Weit gefehlt.
    „…heterosexuelle Normalbeziehung halten oder mal geglaubt haben, dafür halten zu müssen“. Ja, es gibt sie, die heterosexuelle Normalbeziehung.
    Es gibt hunderte von Statistiken betr. demographischer Häufigkeit der Homosexualität. Wenn man da einen Querschnitt macht und annimmt, dass 10% der Bevölkerung schwul oder lesbisch sind, dann ist das eben nicht die Norm.

    • 13 sagt:

      Dann soll das Wort Norm mit Mehrheit gleichgesetzt werden? Nach der Logik entsprechen auch Kinder an sich oder Blonde oder Schweizer mit italienischer Muttersprache nicht der Norm?

  • Peter sagt:

    Mir kommt das so ähnlich vor, wie wenn sich ein Fallschirmspringer darüber empört, dass die Ferien im Februar „Skiferien“ genannt werden. Wenn sich jetzt jemand ob einer Freundschaft zwischen Kindergartenjunge und -mädchen zu einem Sprüchlein hinreissen lässt, dann halt eben, weil die meisten Liebesbeziehungen unter Erwachsenen halt doch hetero sind. Das ist aber genauso wenig gegen Homosexuelle gerichtet, wie der Skifahrer den Fallschirmspringer verachtet. Es ist wohl nur so, dass sich nicht jeder Daddy morgens um acht vor dem Kindergarten den soziotheoretischen Unterbau seines Sprüchleins überlegt.

  • Helmut Kohl sagt:

    Die einzige Projektion die hier stattfindet sind anscheinend die des Autors. Falls er es nicht gemerkt hat, Jungs sind anders als Mädchen und umgekehrt und die Schnittmenge ist halt Ausnahme. Das wird auch sicherlich so bleiben, da hilft kein sozialpädagogisches Geschwafel Herr Pickert.

    • Hugo Bosshard sagt:

      Und weil Jungs anders als Mädchen sind, können Vertreter der beiden Geschlechter nicht miteinander befreundet sein?

    • 13 sagt:

      Und was unterscheidet denn Mädchen von Jungs? Inwiefern sind sie verschieden?

      • Martin Frey sagt:

        @13: Die Genetik?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Martin Frey: Es geht aber um das Verhalten und dort ist die innergeschlechtliche Varianz wesentlich grösser als die zwischengeschlechtliche. Mal abgesehen davon, dass ich nicht ganz verstehe, inwiefern biologische Unterschiede relevant sind bei der Frage, welche Kinder miteinander befreundet sein können..

  • Susi sagt:

    Ich stimme N.P. zu, dass unsere Welt zu heteronormiert ist. Aber Schubladendenken, Dinge klar einordnen zu können, gibt halt den meisten Menschen Sicherheit.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das nennt man Komplexitätsreduktion und ohne diesen Mechanismus würde man kaum den Alltag bewältigen.

      Wenn man Ehe auf Heterosexualität reduziert, spart man sich 50% Begrifflichkeit und beschreibt dennoch 96% der Wirklichkeit. Das reicht völlig aus. Wahlen haben selten so eine gute Quote.

      • Michu sagt:

        Dumm nur, dass die letzten 4% die Fachkompetenz ausmachen, bzw. das letzte 1% die Pedanterie.

      • Muttis Liebling sagt:

        Fachkompetenz braucht man ja nur auf ganz wenigen Gebieten. Ansonsten gibt es unendlich Gegenstandsbereiche, in welchen man mit einem Horizont von > 50% bestens unterwegs ist.

        Man kann ein moralischer und gut allgemeingebildeter Mensch sein, ohne je einen Gedanken oder einen Satz an Homosexualität, Tierschutz oder die Rechte indigener Völker verschwendet zu haben. Für >90% der Menschen sind diese Themen vollständig bedeutungslos.

      • Susi sagt:

        Vielleicht sind diese 96% der Wirklichkeit eben ein Konstrukt. Würden wir alle viel freier mit unseren (Wert-)Vorstellungen umgehen und diese auch anders kommunizieren und anders leben, wäre die Gesellschaft eine andere.
        So müssen viele ihre Neigungen heimlich ausleben, weil sie eben nicht der Norm entsprechen. Ich denke an die zahlreichen Familienväter, die ein Doppelleben führen. Wahrscheinlich wären alle Beteiligten glücklicher, wenn das traditionelle Bild etwas gelockert würde.

      • Sportpapi sagt:

        Susi, würden die Männer mir ihren Neigungen etwas freier umgehen, würden viele nicht Familienväter werden.

      • Susi sagt:

        @SP: Ja, und vielleicht wären sie dann erfüllter und glücklicher?

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht. Wäre auf jeden Fall allen Beteiligten gegenüber korrekter.

      • Muttis Liebling sagt:

        Susi, alle Regeln, nach welchen wir leben, sind Konstrukte. Ich habe weder die Kompetenz noch die Zeit, jede Fragestellung zu Ende zu denken. Ohne Schubladen geht es nicht.

        Von Grundwerten abgesehen, wandeln sich Neigungen und eben Werte im Laufe der Biographie. Ich bin mit 21 Jahren Familienvater geworden, weil ich das mit 14 so geplant habe.

        Wahrscheinlich schon mit 30, spätestens aber mit 40 hätte ich nie eine Familie gegründet, weil meine Interessenwelt eine völlig andere, jenseits aller Privatheit war. Da wäre ich lieber Jesuit geworden, bin aber wegen zu hohem Alter abgewiesen worden. Ist das nun ein Doppelleben?

      • Susi sagt:

        @ML: Als „Doppelleben“ würde ich das bezeichnen, was man auch wirklich „lebt“, nicht irgendwelche Fantasien. Oder?

        Und ja, oben sage ich ja, dass Schubladendenken Sicherheit gibt. Der Mensch braucht Leitplanken. Aber die haben halt auch ihren Preis.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Unsere Welt ist nicht nur aufgrund von sozialen Mechanismen heteronormiert, sondern auch aufgrund der biologischen Reproduktionsstruktur (u.a. Sexualdimorphismus) und der damit einhergehenden evolutionspsychologischen Prägung. Heteronormiertheit ist also nicht per se schlecht, sondern nur, wenn sie die „Anderen“ verfolgt und bekämpft. Im Sinne des Gendermainstreamings Heteronormativität politisch korrekt als „Übel“ zu bezeichnen dünkt mich deshalb der falsche Ansatz (und leugnet die Evolutionstheorie), zielführender wäre es tolerant zu sein mit allen, die dieser Normativität nicht entsprechen, dies muss gefördert werden.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Heteronormativität […] als „Übel“ zu bezeichnen […] leugnet die Evolutionstheorie“

        Hä? Wo ist der Zusammenhang, bitte???

Kommentar

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