Der Haushalt – Endstation für Verlierer?

(iStock)

Low Performance: Hausarbeit inklusive Kinderbetreuung hat einen schlechten Ruf. (iStock)

Ganz schnell und spontan: Was fällt Ihnen zum Thema Familienmodelle ein? Denken Sie auch zuerst an Stereotype? An das kleinkariert beschürzte Heimchen am Herd und den erfolgreichen Anzugträger im mittleren Management? An den modernen, wenn auch etwas ungeschickten Hausmann und das ehrgeizige Karriereweib? Oder an die beiden Zumindest-probiert-Teilzeitler: Er arbeitet 80 Prozent als Gymnasiallehrer, sie behält ein 30-Prozent-Pensum als Arzthelferin?

Natürlich tauchen vor Ihren Augen nicht so bitterböse Bilder auf. Klopfen Sie sich dafür ruhig auf die Schulter. Aber in ähnlichen Kategorien haben Sie schon gedacht, stimmts?

Schämen Sie sich nicht, Kategorien strukturieren unser Denken. Dabei verkennen wir jedoch schnell, wie individuell Familienmodelle ausfallen. Fast wie Schneekristalle. Aber während Schneekristalle aus purem Spass an der Sache einzigartig sind, fliessen in die Wahl eines Familienmodells unglaublich viele Sachzwänge und Vorlieben ein. Nehmen Sie mein Beispiel:

Ich arbeite 60 Prozent, davon zwei Drittel im Homeoffice. Meine Frau studiert und hat einen kleinen Nebenjob. Wir leben an zwei Wohnorten, betreuen unser Kind selber und teilen uns die Haushaltsarbeit ungefähr hälftig. Historische, finanzielle und administrative Gründe haben zu diesem Modell geführt. Natürlich spielten persönliche Wünsche, unsere zeitliche Familienplanung sowie weitere Zukunftsüberlegungen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Das Beispiel ist noch weit komplizierter, als es klingt. Vor allem, weil wir in zwei Ländern wohnen. Allein mit der Berechnung des Kindergeldes und der Zulassung des Familienautos könnten wir ein Rudel Juristen beschäftigen. Aber – und das ist mein Punkt hier – es funktioniert in unserer aktuellen Lebensphase bestens. Und am Horizont zeichnet sich bereits die nächste Lebensphase mit einem komplett anderen Modell ab.

Was ich damit sagen will: Jeder Familie gebührt ihr ganz persönliches Erfolgsmodell.

Komischerweise bewertet jedoch die Gesellschaft auch ähnliche Modelle sehr unterschiedlich – und zwar abhängig davon, welches Geschlecht in welche Rolle steigt. Der Mann, der einen Teil oder gar den ganzen Haushalt übernimmt, erntet Bewunderung. Im Gegensatz zur Frau, die dasselbe tut. Doch die Bewunderung gilt nicht seiner Leistung im Haushalt, sondern dem Umstand, dass er kürzertritt. Dafür, dass er seiner berufstätigen Frau den Rücken freihält. Welch selbstlose Tat. Preiset den Herrn!

Immerhin Bewunderung, könnte man denken. Aber nein: Hinter vorgehaltener Hand und gezogenen Vorhängen gesellt sich rasch Mitleid hinzu. Schliesslich ist besagter Mann im Rollenverteilkampf unterlegen. Seine Frau hat offensichtlich innerhalb wie ausserhalb der Familie mehr Erfolg. Ihm bleiben die Restposten im Spektrum der sinnvollen Beschäftigungen.

Die Hausarbeit inklusive Kinderbetreuung hat einen schlechten Ruf, auch wenn alle immer wieder ihre Bedeutung betonen. Man spürt es bei Euphemismen wie der «Familienmanagerin». Diesem krampfhaften Versuch, Arbeitslast und Verantwortung zu demonstrieren, indem man dem BWL-Jargon ein Wort abluchst, das sinnbildlich für die berufliche Karriere steht.

Hier hadere ich übrigens auch mit Frauenquoten in Chefetagen. Bei allem Verständnis für die damit verfolgten Ziele vermitteln sie eine unschöne Botschaft: Wer es nach oben schafft, ist erfolgreich. Wer in tieferer Hierarchie verbleibt oder sich gar zu Hause um alles kümmert, ist ein Low Performer. Ein Verlierer. Ehrenhaft, wenn er freiwillig kürzertritt, aber halt trotzdem ein Verlierer.

Ich wünsche mir einen gesellschaftlichen Wandel: auf dass die Hausarbeit ihr Stigma der minderwertigen Tätigkeit ablege. Ich will mir doch bei der familiären Rollenwahl keine Sorgen um meinen gesellschaftlichen Status machen müssen. Wo kämen wir da hin?

146 Kommentare zu «Der Haushalt – Endstation für Verlierer?»

  • HMH sagt:

    Ich frage mich, was eigentlich wirklich gesellschaftlich hoch angesehen wird: Als Mutter zweier kleiner Kinder arbeite ich (gerne) 100% und werde schräg angesehen – ebenso ergeht es der Mutter, die zu Hause bleibt. Der ‚Karrierevater‘ wird bedauert, weil er die Entwicklung seiner Kinder verpasst… Auch bei bezahlten Jobs gibt es jede Menge derer, die nicht ‚gut angesehen‘ sind, aber absolut notwendig und daher mehr Anerkennung bekommen sollten.
    Die Schlussfolgerung ist, dass man nur danach streben kann, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten das Optimum für die eigene Familie zu finden.

    • Am höchsten angesehen wird wohl das Teilzeitpärchen, von denen beide 50% bis 70% in einem „gesellschaftlich respektierten“ Job arbeiten (Kinderärzte, Pfleger im Tierheim) und das Kind maximal 1 Tag familienextern betreut wird. Das Kind darf ausserdem weder einen zu ausgefallen noch einen zu oft vorkommenden Namen haben und weder zu stark noch zu wenig gefördert werden.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Bemerkenswerterweise sind Teilzeiteltern mit gut 4,5% die zweitseltenste Familienform in der Schweiz. Noch seltener sind nur noch Familien mit einem Hausmann und einer Ernährerin (vollzeit erwerbstätig). Diese Konstellation findet sich, zumindest in Deutschland, in nur gerade 2% aller Familienhaushalte. Selbst in Schweden sieht’s nicht besser aus. Da muss man sich dann schon langsam fragen, wer genau in unserer Gesellschaft welche Erwartungshaltungen prägt. Und ob diese überhaupt realistisch- bzw. familienpolitisch je umsetzbar sind. Offenbar ist gewissen Kreisen hier der Realitätssinn abhanden gekommen. Das sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Familienpolitik, die den Anspruch erhebt, die soziale Wirklichkeit abzubilden…

      • Jürg. sagt:

        Paare mit jüngstem Kind unter 7 Jahren, in denen beide Partner teilzeiterwerbstätig sind: 7,4%.

      • Sportpapi sagt:

        Andererseits geht es bei Politik ja nicht nur darum, abzubilden, sondern auch zu gestalten. Allerdings sollte auch das in „machbaren“ Schritten passieren.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Nach neuesten Zahlen vom BfS (Das Engagement der Väter in Haushalt und Familie / Modul zur unbezahlten Arbeit 2010 der Schweizerischen
        Arbeitskräfteerhebung SAKE, BfS, November 2013, Seite 7) arbeiten in Haushalten mit Kindern unter 6 Jahren 5,5%- und in Haushalten mit Kindern von 7- 14 Jahren 3,9% beide Elternteile Teilzeit. Machen wir uns nichts vor, Jürg: Wir sprechen hier ganz eindeutig von einer kleinen Minderheit, da hilft alle Zahlenhuberei nichts! Wie die Lebenssituation dieser wenigen, voraussichtlich ausgesprochen privilegierten Eltern zum Massstab aller Dinge in der Familienpolitik werden konnte, ist mir Rätsel! Aber das hat wohl sehr viel mit dem Sendungsbewusstsein (und der Dominanz im gesamten, öffentlichen Raum) eines ganz bestimmten, sozialen Milieus zu tun…

      • Mich erstaunt die tiefe Zahl auch, aber ich nehme an, dass dafür die Gruppe der „Vollzeit und Teilzeit-Kombinierer“ gross ist. Also eine(r) arbeitet Vollzeit, der/die andere Teilzeit. Meines Erachtens sollte die Familienpolitik nicht bestimmte Modelle fördern, sondern die Voraussetzungen schaffen, dass die Familien ihre gewünschten Modelle ausleben können. Wenn dann nur wenige die „modernen“ Modelle wählen, dann sei es so.

      • Jürg. sagt:

        Meine Zahlen sind von der selben Quelle aus dem Jahr 2014.
        Die Jährliche Zunahme dieses Modells ist bereits 2014 bei 1,2 %. Die Entwicklung beschleunigt sich.
        Dieses Jahr sind es wahrscheinlich mehr als 10%..
        Es ist also bereits ein gängiges Modell geworden.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Hm, Herr Tschannen: Wenn die Politik die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass allen Paaren mit Kindern alle Familien- und Erwerbsmodelle offen stehen, dann läuft das im Endeffekt darauf hinaus, dass die Mehrheit aller Haushalte (>80% bis 90%) das Familien- und Karrieremodell einer bestenfalls 10-prozentigen Minderheit (mit)finanzieren muss, konkret: Flächendeckende Kinderbetreuungsstrukturen u. ä. dürften Otto- und Emma-Normalverdiener mindestens ein bis zwei zusätzliche Lohnprozente kosten. Für die privilegierten 10% ist das natürlich ein Klacks- aber angesichts der seit 20 Jahren stagnierenden- und im untersten Bereich der Lohn- und Qualifikationsskala sogar sinkenden Erwerbseinkommen dürfte ein solches Ansinnen der Politik bei den meisten Haushalten auf Ablehnung stossen!

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Jürg: Ich glaube nicht, dass sich diese Entwicklung weiterhin (exponentiell) beschleunigt- damit läge nämlich ausgerechnet die in Familienfragen viel gescholtene Schweiz plötzlich weit über dem Europäischen Durchschnitt! Selbst im Gleichstellungsparadies Schweden arbeiten über 90 Prozent aller Väter Vollzeit- und zwar unabhängig von der Zahl und dem Alter ihrer Kinder! Das ist insofern bemerkenswert, als dass beide Elternteile im Hohen Norden von Gesetzes wegen das Recht haben, ihr Erwerbspensum bis zum achten Altersjahr ihrer Kinder um bis zu 25 Prozent zu reduzieren!

      • Katharina sagt:

        Sowohl 4,5 % als auch 7,4 % sind Randerscheinungen.

        Ein Zuwachs von 1,2% in einem Erfassungsjahr postuliert weder einen Trend noch dass dieser exponentiell sei.

      • Herr Zufferey, vielleicht habe ich es etwas zu absolut formuliert. Will sagen der Statt soll Möglichkeiten schaffen, kein Modell durchsetzen. Natürlich haben diese Möglichkeiten Grenzen, z.B. was die Finanzierbarkeit angeht.

      • Katharina sagt:

        Herr Tschannen, MZ hat nicht Unrecht mit ‚Zahlenhuberei‘ – ergänzend muss dazu gesagt werden, dass ‚Datenjournalismus‘ oft dazu misbraucht wird, den Anschein für den Erfolg eines ideologischen Modells zu erzeugen. Manufactured consent bzw dissent sind dazu Stichworte.

        Die Frage bleibt offen, was ‚der Staat‘ in Zukunft heissen soll. mMn wird sich das auflösen in kleinere Strukturen auf freiwilliger Basis.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Tschannen: Der Hauptgrund, weshalb bisher alle Familieninitiativen an der Urne abgelehnt worden sind, liegt meiner Ansicht nach darin begründet, dass v. a. Emma- und Otto-Normalverdiener (also die Mehrheit der Bevölkerung mit durchschnittl. Bildungs- und Einkommensniveau) instinktiv- und gestützt auf ihre eigene Lebenswirklichkeit- begriffen haben, dass sie eine Familienpolitik, wie sie sich der obere Mittelstand vorstellt, ein Heidengeld kosten wird. Leider haben einfache Leute keine Fürsprecher mehr, weder in den Medien (s. Zielgruppendefinitionen der grössten, meinungsbildenden Presseerzeugnisse), noch in der Politik (2/3 aller Parlamentarier sind Akademiker) und schon gar nicht im ohnehin elitären Kreis der Kulturschaffenden. Hier liegt mMn eines der grössten Probleme unserer Zeit!

      • Katharina sagt:

        Dennoch ist die grösste Supportergruppe von Sanders – immerhin einem argen Populisten mit Allüren zum optimo primo lider – eine gebildete, privilegierte weisse Schicht mit akademishcme Hintergrund.

        Will sagen: gerade diese nun so PC präsentierte Anti-intellektuellen Haltung ist gefährlich – siehe auch Drumpfs Dankesrede an die ‚Ungebildeten‘ in Nevada.

        Dass die weniger gebildeten die intellektuellen nicht mehr versteht ist ein sprachliches Problem – indem die Hauptmedien im Zwang zu Clickraten schon längst eine simple vulgäre Sprache zum Inhaltstransport benutzen, MZ.

        Krassestes Beispiel dazu die SoMe Kampagnen gegen die DSI mit Nazikeule ‚extrascharf‘, bis das dann mit jenem Plakat im HB zur Erruption kam. Gesät wurde das aber von den linksorientierten PR Profis.

    • Jürg. sagt:

      @Markus
      für Paare mit Kinder unter 25 Jahren:
      Mann Vollzeit, Frau Teilzeit
      hat immer über 50% Anteil an den Erwerbsmodellen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Es wurde schon gesagt: Wir müssen einfach lernen unser Ding durchzuziehen und ein Sch…. drauf zu geben, was die anderen denken.

    Gefallen hat mir der Satz: Jede Familie hat ihr eigenes Erfolgsmodell.
    Natürlich stimmt das nur, wenn die Familie selbstbewusst den eigenen Weg geht und damit zufrieden ist.

    Immer wieder wird über „die Gesellschaft“ geredet. Aber oftmals scheint es so, dass die ganze Gesellschaft findt, dass „die Gesellschaft“ zu wenig tolerant (o.ä.) ist.
    Ist es nicht auch so, dass viele sich selbst verurteilen und dann sagen, dass die Gesellschaft das tut?

  • Marcel Zufferey sagt:

    Solange alle Beteiligten in einer Familie das Beste im Rahmen ihrer Möglichkeiten geben und dabei auch noch zufrieden sind, ist es eigentlich vollkommen egal, was andere (der Nachbar, die Medien, die Politik, etc.) denken. Ganz zuoberst steht für mich die Lebenszufriedenheit. Ich bin ja schliesslich kein unmündiges, fremdgesteuertes Wesen, dass nicht in der Lage ist, zwischen Eigen- und Fremdbild zu unterscheiden! Ein nach aussen gerichtetes Leben stelle ich mir ziemlich mühsam vor: Warum sollte ich die Erwartungen Dritter erfüllen? Gleichzeitig freut es mich natürlich für meinen Nachbarn, wenn er sich bereits einen dritten, schnellen BMW leisten kann- ich selber habe kein Auto und bin glücklich dabei.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Im Übrigen: Hausarbeit soll einen schlechten Ruf haben, warum auch immer. Meine Frau und ich kochen zum Beispiel sehr gerne. Nun haben wir zusammen mit anderen Paaren eine Facebook-Gruppe nur für’s Kochen eröffnet. Kochen ist schön und macht sauglücklich- von wegen Hausarbeit ist schnöde..!

    • So sind die Geschmäcker verschieden. Ich mag von der ganzen Hausarbeit das Kochen am wenigsten und bin eher der Waschmaschinenfetischist.

    • alam sagt:

      Und wo sind all die vielen Facebook-Gruppen fürs Putzen, Einkaufen und Waschen?

      • Leidenschaftliche Putzer, Einkäufer und Wascher haben vermutlich ein kleineres Mitteilungsbedürfnis als die Köche.

      • Vali sagt:

        Mit Kochen kann man sich profilieren, deshalb, so vermute ich, ist das derjenige teil der Hausarbeit, der die Männer am ehsten übernehmen. Die Gäste loben und kommentieren ja eher das Menu, als dass sie über Sauberkeit der Wohnung oder gebügelte Handtücher schwärmen würden 😉

      • Sportpapi sagt:

        Viele Männer essen gerne. Entsprechend kochen sie auch gerne.

  • Claudia Blau sagt:

    Die Bewertung der Haus- und Familienarbeit wird erst besser, wenn genug Männer sich dieser widmen – denn jede Arbeit, die von Frauen erledigt wird, wird als „wertloser“ und jede Arbeit, die von Männern erledigt wird als „wertvoller“ betrachtet.
    Bei der Erwerbsarbeit liegt diese unterschiedliche Einschätzung statistisch erwiesen bei 20% (Lohnungleichheit). Bei unbezahlter Arbeit liegt dieser Wert natürlich noch viel höher.

    • fabian sagt:

      jö, ihr armen opfer!

    • Enrico sagt:

      Liebe Claudia Blau
      Lernen Sie doch erst mal eine Statistk lesen.
      Angst davor ?
      Im Tagi wurde erst kürzlich in einem Artikel diese Zahlen erklärt. Aber eben, sich als Opfer darstellen zu können ist Macht.

    • Marcos sagt:

      Das stimmt nur bedingt. So ist beispielsweise der Frauenanteil und in der Biologie genauso gestiegen wie die Reputation dieses Wissenschaftzweigs (zwar nicht wegen dem Frauenanteil sondern aufgrund der Entdeckung der DNA). Andererseits haben gewisse Berufe mit hohem Frauenanteil wie Lehrer, Apotheker an Reputation verloren. Ob das nur am Frauenanteil liegt bezweifle ich, denn die Grundbildung und intellektuellen Anforderungen sind heutzutage allgemein viel grösser. Lehrer hat längst keine herausragende Stellung mehr. Beim Fall des Apothekers ist auch klar warum. Selber Medikamente herzustellen ist längst nicht mehr nötig.

  • Nina sagt:

    Wann lernen wir endlich so zu leben wie wir es für richtig halten. Die Meinung von Anderen kann uns doch egal sein. Es sind individuelle Entscheidungen und es gibt viele verschiedene Gründe, warum Menschen sich für verschiedene Modelle entscheiden.

  • Marc Altdorfer sagt:

    Ich denke, dass wie im Bericht des Autors erwähnt jeder sein eigenes Modell leben soll. Unabhängig vom Mainstream, Medien etc. Bezüglich der Hausarbeit kann ich nur folgendes sagen: Ich habe Hochachtung vor all den Elternteilen die hauptsächlich zuhause den Haushalt schmeissen und wirklich „chrampfen“. Den diese Arbeit beinhaltet ja nicht nur die reine Hausarbeit wie Kochen, Putzen, Waschen etc. Sondern sie fördern (im Idealfall) die Kids, beschäftigen sich mit ihnen und sind Blitzableiter. Mancher Erwerbstätiger hat im Gegensatz zu diesen „Homeworkern“ einen Easy-Job. Eigentlich sollten Hausfrauen-/Männer vom Staat eine Entlöhnung bekommen. Wer soll das bezahlen? All die kinderlosen „Egoisten“. 😉 Ja ich gebs ja zu, das letzte Statement war jetzt nicht ganz korrekt. 😉

    • Samichlous sagt:

      Meine Worte. Bezahlen könnte das ein reiches Land wie die Schweiz das bestimmt. Aber wir geben ja lieber enorme Beiträge für Waffen oder für die Subvention der Landwirtschaft aus…

    • Sportpapi sagt:

      Die „Entlöhnung“ und Wertschätzung kommt vom Partner. Reicht das nicht?

  • Buchtipp für Brechts Papa sagt:

    @Herr Tschannen,
    kenne Sie das Buch von Ralf Felix Siebler ? Er bietet tolle „Argumente für unverkürzte Elternzeit“ und somit eben auch tolle Argumente Hausmann/Teilzeithausmann zu sein.

    Bin mir sicher, Sie würden das Buch lieben! Nicht vom Cover abschrecken lassen. Der Inhalt ist umso besser! Der Autor schreibt so herrlich, wie er erlebt, wie seine kleine Tochter zum ersten Mal kapiert, dass sie sie ist und mit ihrem kleinen Fingerchen auf ihre Brust zeigt, und was er sonst noch alles erlebt, weil er sich eben auch um die Hausarbeit und Kinderbetreuung kümmert.

  • Samichlous sagt:

    Ich finds toll, dass Sie momentan bescheidener leben und dafür ihr Kind und das Leben geniessen können. Der grosse Teil von uns versucht ja irgendwie alles unter einen Hut zu stopfen und ist städnig gestresst.
    „Zukünftige Generationen werden unsere Lebensläufe einmal als irrational bezeichnen. Wir komprimieren unser Arbeistleben in die Zeit, in der wir Kinder bekommen und gross ziehen könnten… wir verschieben die Freizeit unseres Lebens auf jene Jahre, in denen wir keine Kinder mehr zeugen können und die eigenen Kinder unsere Zeit und Kraft kaum mehr benötigen.“ , James W. Vaupel, Gründungsdirektor Max-Planck-Institut

  • Katharina sagt:

    Die Wertschätzung von Arbeit – oder anders ausgedrückt, Mitgestaltung der Gemeinschaft- muss sich grundlegend ändern und von einer monetären Skala wegkommen.

    Warum? Arbeit mit ambivalent skalierter monetärer Abgeltung wird sich in der Zeit der nun heranwachsenden Generation sehr stark zurückgehen. Alleine in der Logistik, immerhin etwa 40% der entlohnten Stellen, entfallen diese Stellen in den kommenden 10 Jahren. Diese Revolution der Automata wird aber nicht durch ‚neue Jobs und Skills‘ aufgefangen werden können.

    Als Übergangslösung bietet sich BGE an. Längerfristig aber muss eine andere Lösung als der Austausch von Geld gefunden werden. Blockchain und Ethereum sind mögliche Ansätze – Ethereum auch in Hinsicht auf Demokratie Verträge (‚social contract‘).

    • Katharina sagt:

      aber: mein Standard Kommentar dazu ist ein nicht ohne Selbstironie geschriebener Transhumanisten-Witz:

      ‚LordBot Kurzweil will raise from the tea on 22nd of Adar I, 5776 as POTUS. He will proclaim that robots have created eternal and global public abundance.

      The Federal Bureau of Land-Mismanagement will grant territory in Utah to Cishuman Amish to labor the desert in the pre-singularity ways. Because we need to keep a reservation for the non-believers in the Welfare-State ™.

      But then LordBot Kurzweil was screwed by an Apple Backdoor and most of the DivineManna Bots were chased off the planet by …

      Uptight Pennsylvania Dutch Pitchforks.‘

  • Stefan Moser sagt:

    @Katharina: Da komm ich als Mann nicht mehr mit. Ich geh wieder Hemden bügeln.

    • Katharina sagt:

      Stefan: Wenn Du den Teil betreffend Kurzweil meinst: Ohne Kenntnis der Transhumanisten-Szene ist das wohl etwas unverständlich. Kurzweil (Technologie Direktor bei Google) ist bekennender Transhumanist (‚Die Singularität ist nah‘) und lautstarker Proponent des Singularitäts-Memes. Bekennend ist meine bewusste Wortwahl.

      POTUS bezieht sich auf Präsident der US. Im Zusammenhang des Witzes bezieht sich dies auf Zoltan Istvan (Transhumanist Wager – eine von ihm nicht als solche verstandene, aber geschriebene Satire, wo ein Bot Presi wird). Er gondelt mit einem zu einem Sarg umgebauten Trippy Bus (eine unbeabsichtigte Referenz auf die LSD Guru Busse Kaliforniens der Hippy Ära) im Land umher – in seiner privaten Kampagne als Presi-Kandidat (nicht lachen, er macht das wirklich).

      • Katharina sagt:

        2: Istvan folgt zudem einer ‚Church of Immortality‘.

        Welfare State ist ein Seitenhieb auf die Techno-Libertarianer (Eine der Transhumanen Strömungen und Gegner von Dingen wie BGE). BLM bezieht sich auf Milizen. Und Apple ist wohl selbsterklärend…. Neulich wurde eine 400 Tsd teure Drohne mit etwas Hardware für 40 USD gehackt.

        Pennsylvania Dutch sind eine Gruppe, die moderne Technologie ablehnt und in Pennsylvania und Ohio in Gemeinden mit Ross und Wagen leben. Wie zu Gründerzeiten meines Landes.

        Die Zeitangaben sind hebräisch und immer das Datum des Posts.

        Mir ging es darum, die wie auch immer es gesehen wird, also entweder dystopischen oder paradiesischen, Versprechungen der künstlichen Intelligenz zu relativieren. Erstens kommt es anders und zweitens als gedacht.

      • Katharina sagt:

        Ich selber unterschreibe aber ‚existential Risk‘ betreffend AI nicht. Die meisten ER Proponenten sind nicht Leute, die auf dem Gebiet Robotik und AI forschen und arbeiten.

        Aber: die Entwickung impliziert, was ich im ersten Kommentar skizzierte. Und da muss BGE für einen gesellschaftsverträglichen Wandel eine von mehreren Optionen sein.

      • Katharina sagt:

        Ethereum (Blockchain) ist ein technischer Ansatz, den wir (Transhuman National Committee of the US) zur Zeit genauer betrachten betreffend validierung von Abstimmungen, Verträgen und anderem in einem Kontext virtueller Gesellschaften.

        Das ganze einfach, wie der Wandel der Arbeitswelt und die Schätzung und Achtung gesellschaftlicher Teilnahme auch gesehen werden kann: Nicht als Kontemplation nur über Haushaltsämtli.

  • Edith Schmidt sagt:

    Da komme ich auch als fünffache familienfrau nicht mehr mit! Ich hatte nach 10 Jahren Beruf genügend Wissen wie Arbeit im Büro aussieht und blieb dann gerne mit der Erziehung der Kindern im Haushalt! Ich finde putzen reinigt die Gedanken kochen überlasse ich auch gerne mal meinem Mann ( ich räume auf) und den ganzen Wäscheberg wird wirklich 70 prozentig von Maschinen erledigt.. Bügeln na ja das kann dann einen kreativen Moment gebrauchen! Muss halt irgendwann sein ist aber nicht weniger frustrierend wie tippend am compi zu sitzen….und genussvoll sauber wohnen ist mir wichtig… Wer mich bezahlt? Unser gemeinsamer Geldbeutel! Wer mich lobt? Ich mich und das intensiv, denn Haushalten erspart mir das Sportstudio und gibt mir enorm viel Freiheit in der Zeiteinteilung! Edith Schmidt

  • Ash Thomson sagt:

    Was soll das hier? Wenn andere dich wirklich als Loser sehen soll das dir egal sein. Entweder erklären wie es wirklich ist und warum du dein Leben so lebst wie du willst, oder diese Leute einfach ignorieren.

    Wenn du dich selber als Verlierer siehst dann einfach mehr machen als jetzt. Ich selber habe 3 kleine Kinder und meine Frau und ich arbeiten beide vollzeit mit unsere eigene Geschäft. Keine Nannies, kein Hort, kein Problem.

    Schliesslich werden Taten belohnt und nicht nur Wörter. Willst du einen gesellschaftlichen Wandel dann zeig wie glücklich du bist zu jeder wer dafür interessiert in dem du Gesund und stressfrei bist und die Frage dich nicht interessiert. Oder mach so viel gutes aus deine Zeit das diese Frage die Leute gar nicht in Sinn kommt.

  • Reto sagt:

    In meinen Augen ist es vor allem wichtig, dass alle mit der Situation zufrieden sind. Meine Frau arbeitet 80%, ich ebenfalls. Unser 2-jährige Sohn geht 3 Tage in die KiTa. Pro Woche gibt es also einen Mama- und einen Papa-Tag, den jeder mit dem Kleinen gestalten kann, wie er/sie will. Die WE gestalten wir gemeinsam. Meine Frau kocht, ich kümmere mich um die Wäsche. Putzen und Bügeln macht uns beiden weniger Spass -also haben wie hier Hilfe engagiert, die wir uns mit 2×80%-Pensum auch leisten können. Für uns ist das so richtig. Der Kleine hat Freude mit anderen Kindern, ist aber auch gerne mal mit uns alleine unterwegs. Trotzdem ernten wir für unser Familienmodell immer wieder Kritik – vor allem seitens älterer Verwandtschaft, die meiner Frau die 80% vorwirft. Wir gehen nicht darauf ein.

  • Anh Toàn sagt:

    Als ich noch Kind war, habe ich am Radio die Geburtstagsgratulationen an die Ü95 gehört: Da hiess es oft, er/sie mache noch den ganzen Haushalt selber.

  • Textonia sagt:

    Wichtig ist tatsächlich, dass man als Familie unbeirrt den eigenen Weg geht. Wir haben schon eine Menge Modelle gelebt, zuerst Frau 100% Arbeit, Mann selbstständig und Hausmann, Kind 2 Tage Kita. Dann Mann 3 Jahre Zweitausbildung, Frau 100% (trotzdem Mittwochnachmittags frei), Nanny für Kind für weitere kindergarten-/schulfreie Nachmittage. Danach Mann 100%, Frau 90%, Kind Tagesschule. Da der Mann im Schichtsystem arbeitet, haben beide auch Kind-alleine-Tage. Und wegen der vielen Schulferien auch einzeln Ferien. Das gefällt allen. Das einzige, was ich generell empfehlen kann: Tagesschule. Denn so kann Mann und Frau einer Arbeit einfacher nachgehen. So er/sie will. Und erfahrungsgemäss wollen das eigentlich alle. Mit Betonung auf «eigentlich».

    • Sportpapi sagt:

      Dank Tagesschule können die Eltern ihrer Arbeit einfacher nachgehen. Ob allerdings die Kinder das auch so toll finden, steht auf einem anderen Blatt.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.