Reizwort Muttermilch

Mamablog

Frauensache: Stillen will gelernt sein. Foto: Leigh Blackall/Flickr

Breast is best! «Längeres Stillen hilft gegen Kindstod und Krebs», titelten die Medien vor rund einer Woche weltweit. Sie berichteten von einer Meta-Analyse zu stillenden Müttern, welche die medizinische Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht hatte. Ihr Fazit lautet: Stillen sei nicht nur gut für das Baby, sondern auch für die Gesundheit der Mutter. So könnte eine längere Stillzeit nicht nur den Tod von jährlich mehr als 800’000 Babys weltweit, sondern auch rund 20’000 Todesfälle infolge Brustkrebses verhindern.

Wir erfahren einmal mehr: Muttermilch ist ein wundersamer Saft und enthält gesunde Stoffe à gogo. Fürwahr eine Positivmeldung. Doch statt sich darüber zu freuen, regen sich unzählige Frauen fast schon reflexartig darüber auf. «Schon wieder will man uns ein schlechtes Gewissen machen!», schreiben etliche Leserinnen in Kommentaren zur neusten Meldung. Andere hinterfragen die Quelle. Dahinter stecke sicherlich die WHO mit ihrer unsäglichen Empfehlung, Mütter sollten dem Baby während eines halben Jahres ausschliesslich die Brust geben.

Weshalb nur so misstrauisch und wütend, liebe Mütter? Die Quelle ist seriös, und Tatsache ist doch: Meldung und Thema sind als solche höchst interessant. Die Forschung versucht schon seit Jahrzehnten die Muttermilch zu ergründen, um zu verstehen, was ihre Inhaltsstoffe so wertvoll für Babys macht.

Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, mich mit Bernd Stahl, einem der führenden Forscher auf dem Gebiet, zu unterhalten. Stahl ist wissenschaftlicher Leiter der Nutricia-Muttermilchforschung in Utrecht. Sein Team hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Muttermilch zu entschlüsseln. Ihr Ziel ist, künstlich hergestellte Babynahrung ähnlicher zu machen wie Muttermilch. Wobei Bernd Stahl sogleich relativiert: Die Muttermilch komplett zu entschlüsseln, werde nie möglich sein: «Es handelt sich um die komplexeste biologische Struktur. Je mehr wir dazu herausfinden, desto mehr wissen wir, wie wenig wir eigentlich wissen.» Die Muttermilch sei ein wahres Wunder und als Babynahrung das Mass aller Dinge.

Der Wissenschaftler bezeichnet die Milch von der Brust als den wichtigsten «Programmierer in der frühkindlichen Entwicklung». Denn Fakt ist zum Beispiel:

Muttermilch …

  • ist für das Baby wie eine natürliche Impfung. Sie enthält Antikörper, die es vor Kinderkrankheiten wie Durchfall und Infektionen schützen.
  • stärkt das kindliche Immunsystem und schützt es vor Allergien.
  • enthält lebende Zellen: In einer Säuglingsnahrung werden weisse Blutkörperchen niemals enthalten sein.
  • passt sich in ihrer Konsistenz den Bedürfnissen des Babys im jeweiligen Moment an: Es erhält so quasi eine durststillende Vorspeise, eine nahrhafte Haupt- und eine sättigende Nachspeise.
  • ist in ihrer Zusammensetzung bei jeder Frau unterschiedlich und auf ihr Baby massgeschneidert: Weil Buben schneller wachsen, ist der Fett- und damit der Kaloriengehalt in der Milch höher als bei Mädchen. Man spricht vom «Fingerabdruck der menschlichen Milch».
  • verändert sich je nach Saison und je nachdem, ob die Mutter Antikörper abgibt.
  • hat nach 12 Monaten keine Bedeutung mehr, was die Ernährung angeht.

Das alles und vieles mehr ist wissenschaftlich erwiesen. Es geht nicht darum, Still- und Flaschenmütter gegeneinander auszuspielen. Es gibt weder eine moralische Verpflichtung, dem Kind die Brust zu geben, noch einen Stillzwang. Auch Flaschenbabys werden erwiesenermassen gross, stark und gesund. Mein Sohn ist eines von ihnen, wie auch ich – und ich gehöre weder der Still- noch der Flaschenlobby an. Mütter entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für die Flaschennahrung. Aber es sind immer private Gründe – und sie sind immer berechtigt. Und: Auch beim Füttern mit der Flasche können Eltern ihrem Baby Liebe, Geborgenheit und Nestwärme geben.

Doch weil die Debatten um die perfekte Mutterschaft – und dazu gehört meist auch das Stillen – überaus dogmatisch und emotional geführt werden, fühlen sich viele Mütter angegriffen, wenn sie gestehen, dass sie ihrem Kind nicht die Brust geben. Oder sie halten es für nötig, sich vorsorglich erklären zu müssen – so wie ich jetzt hier. Dabei geht es mir lediglich ums Teilen interessanter Infos punkto Muttermilch. Nicht weniger und nicht mehr.

168 Kommentare zu «Reizwort Muttermilch»

  • Brunhild Steiner sagt:

    Anderer Aspekt, diese verhinderten 20 000 Todesfälle wg Brustkrebs,
    das ist mir nach wie vor ein Rätsel. Weshalb war Stillen die Verhinderungsursache?

    Und ist das global gesehen gleich verteilt?
    Stillende Frauen im Gegensatz zu Kinderhabenden, aber nicht Gestillthabenden?
    Egal welche Stilldauer?
    Wie sehen denn die Risikozahlen bezüglich Brustkrebstod aufgeschlüsselt nach:
    Frau mit langer Stillzeit
    Frau mit Kindern, wenig oder keine Stillzeit
    Frau mit Fehlgeburten/Aborten
    Frau ohne Kinder (und nie Fehlgeburten/Aborte)
    aus?
    Das „soviel Brustkrebstodesfälle sind wegen Stillen verhindert worden!“ ist mir ein bisschen zu plakativ.

    • diego sagt:

      Sehe ich auch so… wahrscheinlich wurde irgendwo in einer amerikanischen Kleinstadt von irgendwelchen Studenten irgendeine Erhebung in irgendeinem Spital gemacht und dann irgendwie dramatisch auf irgendeine Bevölkerungszahl hochgerechnet. Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast 🙂

      • Balko sagt:

        Nein, nicht irgendwo von irgendwem in irgendeinem Spital. Erst mal richtig lesen, darüber nach denken und sich dann erst zu Wort melden.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Aber Brunhild – jetzt haben sie wieder alles verdorben.
      Jetzt hatten wir uns so gefreut über Natur Pur und wie viel besser und gesünder und überhaupt… und es hat unserer naturverbundenen Seele so gut getan. Wir haben uns so gut gefühlt, so bestätigt, von diesen wunderbaren Zahlen. Und jetzt kommen sie mit solchen Fragen, die bestimmt niemand beantworten kann.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        es ist mir noch eine eingefallen, führen die schwangerschaftsbedingten Brustveränderungen zu einem erhöhten Brustkrebsrisiko???

        Welches sich nur durch Stillen wieder auf das Durchschnittsrisiko herabsetzen lässt?
        Und wie wäre unter diesem Aspekt Leihmutterschaft mit anschliessender Säuglingsweggabe zu sehen? Sollten jene Frauen dann einfach mindestens noch 6Monate per Pumpe stillen? (Abnehmer für die Milch gäbe es inzwischen ja auch schon…)

    • Muttis Liebling sagt:

      Solche Zahlen werden in windigen Korrelationsmodellen geschätzt und je nach Ziel stark auf- oder abgerundet. Eine mathematisch und sachlich begründete Methode gibt es selbstverständlich nicht, nur der Ansatz, die die einzuwerbenden Drittmittel direkt proportional der imaginierten Schadenshöhe oder des Nutzens gezählt in vermiedenen oder realisierten Todesfällen ist.

      Eines der hässlichen Effekte bei Lebewesen ist, dass alles mit jedem weich korreliert ist und man mit einer geeigneten Stichprobengrösse jedes rohe Resultat errechnen kann. Ansonsten gibt es keine seriöse Methode, mit welcher man die Anzahl Todesfälle durch Rauchen oder nicht stattgefunden Mamma- Ca- Toten ermitteln könnte.

      Glaskugeln sind mindestens genau so präzise, aber Mathe- Voodoo kommt besser an.

      • Muttis Liebling sagt:

        Eine ausreichende Stichprobengrösse vorausgesetzt könnte man mit Sicherheit berechnen, dass rothaarige Frauen ein anderes Brustkrebsrisiko als Blondinen haben.

        Dann nützt es nichts, sich die Haare zu färben, um in eine andere Risikogruppe zu kommen und so ähnlich wird das auch beim Stillen sein. Es könnte nämlich ebenso gut sein, dass Mamma- Ca- gefährdete Frauen aus dispositiven Gründen weniger stillen und durch Stillen gegen die Disposition trotzdem natürlich das Risiko nicht mildern. Das klingt sogar plausibler.

        Korrelation ist eben keine Kausalität.

        Echte Risikoschätzungen kann man nur klinisch, ätiologisch oder pathogenetisch, niemals statistisch ermitteln. Statistik wurde für die unbelebte Welt erfunden, nicht für Lebewesen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        🙂

    • Mme R sagt:

      … es steht übrigens „könnten verhindert werden“, der Satz bezieht sich also auf die Zukunft, nicht auf die Vergangenheit. Ausserdem ist „The Lancet“ ein peer-reviewed Journal, was zumindest heisst, dass die Zahlen/Rechnungen von mehreren Fachpersonen als plausibel eingestuft wurden.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das dürfen Sie ins Reich der modernen Märchen verbannen. Man kann, ganz objektiv und wertfrei, solche Zahlen nicht rechnen.

        Lesen Sie mal Gigenrenzer: Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin. Praktisch alle medizin- statistischen Risikobewertungen sind aus der hohlen Hand gelesen.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Gigenrenzer sagt auch, beim Wetterbericht seien tradierte Regeln präziser als wissenschaftliche Prognosen.
        Richtig ist, dass man sich gut überlegen soll, welche Qualität die vorhandenen Daten haben. Welche Optionen man einbezogen hat, welche aber auch nicht. Mit welcher Wahrscheinlichkeit eine erwartete Wirkung eintritt, und welche Szenarien dafür sorgen, dass es anders kommt. Und was passiert, wenn es anders kommt, welcher Schaden/Nutzen entsteht. Letztlich sollte man neben Signifikanz in diesem Zusammenhang auch von Effektgrössen sprechen, von Relevanz.

    • Andrea sagt:

      Das Verringerte Brustkrebsrisiko ist sehr gut und in großangelgten Studien nachgewiesen und auch sehr gut erklärbar. Zum einen sorgt die hormonelle Lage der Stillenden bzw. Schwangeren dass das Risiko minimiert ist. Ja je öfter Frau schwanger ist und je länger sie in ihrer Lebenszeit gestillt hat um so mehr verringert sie Ihr Risiko an Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Gebärmutterhalskerbs (alles hormonabhänige Krebsarten) zu erkranken und Nein – völlig elemenieren lässt sich dieses Risiko leider nicht.
      Zum anderen scheinen bestimmte Inhaltsstoffe in der Muttermilch auch eine schützende Wirkung zu haben – dies wurde zumindest im Labor nachgewiesen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Andrea

        bezüglich Gebärmutterhalskrebs bin ich nicht einverstanden. Wenn das „globale“ Studien sind, müsste berücksichtigt werden dass in Gebieten mit hoher Kinderanzahl/Frau meist auch deren Sexualverhalten anders ist als in Gebieten mit tieferer Kinderanzahl/Frau. Und das Risiko, bei entsprechender Disposition, ein mit-auslösendes Virus zu erwischen, dementsprechend tiefer.

    • Jasi sagt:

      Lustige kommentare!
      Wer solchen mist wie pulvermilch in seine kinder reinstopfen will, bitte, es hindert niemand daran!
      Aber denken, es ist gleichwertig oder dass muttermilch keine gesundheitlichen vorteile für mutter und kind mit sich bringt, ist einfach nur blöd! Da helfen auch keine überheblichen worte aus dem duden was.

    • Samichlous sagt:

      Je länger eine Frau stillt, desto mehr sinkt das Risiko,dass sie an Brustkrebs erkrankt. Ist schon länger bekannt, aber will keiner wissen. Wir sehen täglich Werbung für Pulvermilch und überall Kinder mit Flaschen-deshalb hinterfragen wir das schon gar nicht mehr. Für Menschenmilch macht halt keiner schöne teure Werbeplakate – damit lässt sich kein Geld machen. Aber wie so oft, ist das Einfachst und Natürlichste das Gesündeste.

  • Sisifee sagt:

    @ Susi: Ich glaube, das zeigt doch sehr schön, wie individuell das mit dem Stillen ist. Sie haben es mit unglaublicher Motivation hingekriegt, Ihre Tochter lange und ausschliesslich zu stillen, weil es wichtig war für Sie. Ich wollte auch stillen, das Abpumpen fand ich aber schrecklich und dementsprechend hat es auch schlecht funktioniert. Ich habe mir das beim dritten Kind geschenkt und andere Lösungen gefunden, nicht zuletzt weil dieses Kind auch immer die körperliche Nähe noch wollte und die Flasche zeitweise bestreikt hat.
    Ich glaube, wenn es für einem selbst und für das Kind stimmt – egal ob Stillen oder Flasche oder beides – dann ist man weniger anfällig darauf, sich von Studien, Meinungen und selbsternannten Experten verunsichern lassen. Jede Stillbeziehung ist einzigartig.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Für mich war das Stillen normal und selbstverständlich. Ich machte es sehr gerne. Leider klappte es bei beiden nur ca 3 Monate, obwohl ich gerne noch länger gestillt hätte. Es ist jedoch einzig und alleine der Entscheid der Mutter, ob und wie lange sie ihr Kind stillen möchte. Egal ob sie es, aus welchen Gründen auch immer, überhaupt nicht stillen oder noch mit 4 stillen wird und egal, was Aussenstehende, die es nichts angeht, darüber denken, schreiben und sagen mögen. Ich freue mich mit jeder Mutter, die stillen will und kann und fühle mit jeder, die stillen möchte, aber leider nicht kann. Letztere gibts auch!

    • Lichtblau sagt:

      @Andrea: Na ja, ein 4-jähriges Kind sollte in Sachen Lieblingsessen auch ein paar Wörtchen mitreden dürfen. Ansonsten aber ganz Ihrer Meinung.

      • Samichlous sagt:

        Wenn Kinder beim Thema Lieblingsessen mitreden dürften, würden die meisten Kinder sich am liebsten langsam selbst abstillen irgendwann zwischen dem 2. und ca 5. Lebensjahr. Aber hierzulande findet man es normal, dem Baby plötzlich das Beste zu verwehren – Muttermilch und Hautkontakt- und abzustillen. Da wird das Kind dann auch nicht gefragt und hat kein einziges Wörtchen mitzureden!

    • Sportpapi sagt:

      Als Väter hätte ich da durchaus ein Wort mitgesprochen, wenn meine Frau jahrelang gestillt hätte. Und auch als Aussenstehender wundere ich mich in solchen Fällen über die Motivation, das zu tun.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Für mich wäre Langzeitstillen bis in dieses Alter auch überhaupt nicht vorstellbar gewesen. Aber, wenn dies andere halt eben so machen, dann ist das eben so und geht mich einen „Feuchten“ an ;). Genau so wie jene, die partout nicht stillen wollen, obschon sie könnten. Das wiederum respektiere ich auch voll und ganz, auch wenns für mich persönlich nicht stimmt.

      • Samichlous sagt:

        Ja genau, deshalb stillen hier auch viele Frauen viel zu kurz. Es hängt in der Tat davon ab, wie sehr eine Frau von ihrem Mann im Stillen unterstützt wird. Hoffe, dass sich das in Zukunft ändert, und Männer ihren Kindern und ihren Frauen wieder das Beste und all die Kuschelstunden an der Brust gönnen mögen. Wer Mann genug ist, sollte damit kein Problem haben. Ausserdem, Sportpapi, langes Stillen spart Millionen Gesundheitskosten und ist günstig, umweltbewusst und stärkt das Immunsystem, welches erst mit 2 ausgereift ist!

  • Zimy sagt:

    Es ist klar, dass aus heutiger wissenschaftlicher Sicht Stillen das beste ist. Aber ich selbst als nicht-gestilltes Kind habe in meinem bisherigen Leben wirklich noch keinerlei negativen Effekt bemerkt. Und mit Sicherheit sind die „Formulas“ heute noch besser als vor 30 Jahren. So gravierend scheinen die Auswirkungen nicht zu sein, wenn ein Kind nicht gestillt wird. Oder kann man z. B. Kindern in einer Primarschulklasse ansehen, welches gestillt wurde und welches nicht? Darum liegt die Entscheidung Stillen ja/nein mMn allein im Ermessen der Eltern. Niemand von aussen hat sich da einzumischen. Auch wenn man persönlich anders entscheiden würde bzw. die Beweggründe nicht nachvollziehen kann.

    • Samichlous sagt:

      Immer dieses oberflächliche Argument „also mir/meinem Kind hat es nicht geschadet“. Sie wissen ja gar nicht wieviel stärker,schöner,intelleigenter,glücklicher Sie geworden wären, wenn Sie so lange an Mamas Brust hätten trinken dürfen wie Ihnen danach gewesen wäre. man kann sich auch von Tütensuppe ernähren,aber wer will das schon?
      Ich nur kurz gestillt: habe einen typischen Kreuzbiss und jahrelang schmerzhafte Zahnkorrektur über mich ergehen lassen müssen (gekostet hat das meine Eltern auch ne Stange). Dazu habe ich ein paar „nette“ Allergien, welche nicht nötig wären, wenn das kindliche Immunsystem, welches bei der Geburt völlig unreif ist und nur dank diversen Stoffen in der Muttermilch richtig stark wird (Immunglobuline etc können noch nicht künstlich hergestellt werden)

  • Lia sagt:

    es ist falsch, zu sagen, dass sich Mütter für Flaschennahrung entscheiden – für viele von uns war es keine Entscheidung, sondern ein Muss, weil es einfach nicht ging mit dem Stillen, egal, was man versucht hat. Und meine Flaschenkinder sind grösser, stärker und gesünder als ihre gestillten Kollegen, ich denke sogar, dass Flaschenmilch da gesünder ist, wo die Mutter schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Drogen, Plastik, Nikotin, Dünger, das ist alles in der Muttermilch enthalten, wenn die Mutter irgendwo in der Stadt lebt, in Flaschenmilch allerdings nicht.

    • alam sagt:

      Wenn Sie wüssten, wie Kühe leben und ernährt werden!

      • Melker sagt:

        Ich weiss es, nach über 40 Jahren praktischer Erfahrung. Und glauben sie mir,bei allen Vorbehalten gegenüber moderner Tierhaltung: Es gibt üblere Existenzformen, zb. das Dahinsiechen als ideologisch eingeschränkte selbsternannte Krone der Schöpfung!

    • Jasi sagt:

      5. Wer wirklich stillen will, soll sich doch einfach richtig beraten lassen von kompetenten stillberaterinnen der LLL zum beispiel. Gibt es in jedem land. Oder halt mal bei einer mama tipps holetn die lange stillt und erfahrung hat. Und dementsprechend auch nicht gleich eingeschnappt sein, weil einte andere mama tipps geben möchte.
      Tut mir wirklich leid für die frauen die nicht gestillt haben aber hört bitte mal auf überall zu berichten das es so oft nicht funktioniert mit diesen aussagen helft ihr niemandem und verunsichert nur!

    • Samichlous sagt:

      Uns fehlt einfach das nötige Stillwissen. Die letzten Generationen waren von dem neuen Pulver so angetan, dass viele Mythen ums Stillen dazu führen,dass das Stillen nicht klappt. (z.B. die Idee, das Baby nur alle 2-4 Stunden zu stillen. Das ist je nach Wachstum zu wenig. Angebot und Nachfrage- die Milch geht zurück)
      Aus rein medizinischer Sicht könnte fast jede Frau ihr Kind voll stillen. Nur rund 2% können wirklich nicht stillen. Und da sind wir froh über die Ersatzmilch!
      Auch Kühe sind Umweltgiften, Dünger und vorallem Antibiotika und Pestiziden ausgesetzt! Kuhmilch ist i.d.R stärker belastet als Menschenmilch.

  • alam sagt:

    So privat sind die Gründe für oder gegen das Stillen eben gerade nicht. 6 Monate ausschliessliches Stillen verträgt sich nicht mit dem Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen.

    • Widerspenstige sagt:

      Endlich ist es doch noch gekommen, das Argument der Argumente überhaupt zum leidigen Thema Stillen ja oder nein und wenn ja, wie lange etc. Es steht und fällt mit der mickrigen Mutterzeit in Helvetien. Da kann man noch lange Wollen und einen Milcheinschuss im Überfluss haben – wenn man zur Arbeit muss nach knapp ein paar Wochen Erholungszeit ähnelt das schon fast an Folter. Dem würde eine Annahme des gesicherten Grundeinkommens den Riegel schieben und Mütter mehr entlasten in dieser Zeit. Wir hätten es eigentlich in der Stimmhand… 😉

    • Sportpapi sagt:

      Sobald wir ein Stillgebot für 6 Monate haben, bin ich auch für eine Ausweitung des Mutterschaftsurlaubs.

    • Anh Toàn sagt:

      Meine Frau wird arbeiten müssen. Ich bin zeitlich flexibel, Homeoffice, 24 Stunden Web Business, also entweder abpumpen, oder das Baby an die „Tanke“ bringen: Der Arbeitgeber muss meiner Frau die Zeit zumindest gewähren, ich glaube teilweise sogar bezahlen.

      (Aber ich wäre auch für einen längeren Mutterschaftsurlaub, nicht viele arbeiten so flexibel wie ich)

      • Familienernährerin sagt:

        Toi toi toi! Und falls vor lauter Stress die Milch wegbleibt (passiert fast bei allen), ruhig bleiben, Baby wochenends öfters anlegen. idealerweise Co-Sleeping denn nachts steigt der Prolaktinspiegel, aber nur wenn da auch ein baby daneben liegt.. Akupunktur hat auch oft geholfen und es gibt tolle Stillberaterinnen, z.B. LaLecheLiga. Alles Gute! Das Stillen ist die beste Entspannung nach einem stressigen Arbeitstag 😉

      • Familienernährerin sagt:

        @ Sportpapi
        Stillempfehlung von 2 Jahren gibt es schon. Siehe homepage WHO. Danke für Ihr grünes Licht für die 2jährige Elternzeit 🙂

  • Andreas sagt:

    Mein Kind ass Bratwurst mit Rösti. Und liebte Schokoladeneis über alles. Und es ist mittlerweile gesund und erwachsen.

  • Familienernährerin sagt:

    Danke für den sachlichen Artikel. Endlich mal facts. und erst noch ein schönes Foto dazu.
    Einzig die WHO-Empfehlung wurde leider Mal wieder sehr einseitig publiziert. Warum schreiben sich da Journalisten immer ab? Die WHO empfiehlt eben gerade nicht bloss 6 Monate, sonder mindestens 2 Jahre. die 6 Monate beziehen sich auf den Zeitpunkt ab wann Beikost gegeben werden sollte. Muttermilch enthält zahlreiche Stoffe, die das Immunsystem aufbauen, welches erst ab 2 reif ist! Allein schon nur deshalb würde es Sinn machen weltweit die Kinder mindestens 2 Jahre zu stillen.
    Ernährungstechnisch kann Muttermilch auch im 2 Jahr wertvoll sein. Welches Baby isst schon gern viel Gemüse. Muttermilch deckt noch im 2. Jahr 98% des Vitamin C-Bedarfs um nur 1 Bsp zu nennen.

  • Lady Fiona sagt:

    Viele Mütter würden sehr gerne stillen, können aber nicht. So wie ich, die ich keinen Milcheinschuss hatte. Solche Nachrichten überall mögen dann schon stimmen – tun aber einfach weh. Man will es nicht immer wieder hören oder lesen.

  • Valérie sagt:

    @Lady Fiona

    ich verstehe Sie gut. Mir tut es immer enorm weh, wenn ich Artikel lese in denen über den Trennungsschmerz der Kleinkinder geschrieben wird, und wenn ich dann daran zurückdenke wie mein Baby gelitten hatte (und ich ja auch), dann schnürt es mir das herz zusammen. Ich finde es aber umso wichtiger, dass darüber informiert wird. Auch wenn mir die Lektüre weh tut. Aber die nächsten Mütter/Generationen sollen davor verschont bleiben.
    Beim Stillen und anderen Themen ist es doch ähnlich. Je besser wir informiert sind, desto besser klappt es. Unsere Mütter waren die Generation, die kaum gestillt hat. unsere Grossmütter wusstern mehr übers Stillen. Heute bräuchten viel Frauen mehr Unterstützung durch Stillberaterinnen, damit es klappt.

  • Valérie sagt:

    Mit der richtigen fachlichen und sensiblen Unterstützung könnten 98% der Mütter stillen! Viele sind einfach kaum oder schlecht beraten, und darum klappt es dann mit dem Stillen nicht. Es sind nur ganz wenige Frauen, die aus rein medizinischen Gründen nicht stillen können. Und da ist Pulvermilch ein Segen. Aber ist schade, wenn das Wissen übers Stillen immer mehr verloren ginge, bloss weil man sich nicht mehr getraut darüber zu reden/schreiben.

  • Michael sagt:

    Bei diesem ganzen Theater um die Milch, sei es von der Mutter oder der Kuh, frage ich mich, wie wir es eigentlich bis hierhin geschafft haben können ?!? Als das Leben noch einfach war, waren Milch und Muttermilch okay – jedes zu seiner Zeit. Jetzt in unserer hochzivilisierten Zeit sind wir megamässig anfällig für den leichtesten Windhauch geworden. Und sehen dafür natürlich den Grund bei den anderen, respektive den Lebensmitteln – keine Milch, kein Gluten, keine Laktose, kein Zucker, kein Fett. Und wir wollen die Krönung der Schöpfung sein ? Lächerlich.

    • Regina Probst sagt:

      Genau das habe ich mich auch die ganze Zeit beim Lesen gefragt. Den Leuten ist nicht bewusst, um vieviel es uns heute hierzulande in jeder Hinsicht besser geht, was Ernährung, Gesundheit, Erholung, Musse, .. .
      Stillen ist sehr gut, aber wir haben soviele andere Möglichkeiten, genügend Abwehr, Nährstoffversorung, etc. aufzubauen!
      Allergien entstehen massgeblich durch zuviel Hygiene und zuwenig Kontakt mit Reizstoffen. Eine Folge unseres Reinlichkeitswahns. Dann spielen auch die Gene eine Rolle.
      Nicht zuletzt sind wir in unserem bequemen Leben langsam etwas dauerneurotisch. Wir bauschen Ängste auf und sind so verkrampft, dass wir tatsächlich irgendwelche Symptome entwickeln.

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