Reizwort Muttermilch

Mamablog

Frauensache: Stillen will gelernt sein. Foto: Leigh Blackall/Flickr

Breast is best! «Längeres Stillen hilft gegen Kindstod und Krebs», titelten die Medien vor rund einer Woche weltweit. Sie berichteten von einer Meta-Analyse zu stillenden Müttern, welche die medizinische Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht hatte. Ihr Fazit lautet: Stillen sei nicht nur gut für das Baby, sondern auch für die Gesundheit der Mutter. So könnte eine längere Stillzeit nicht nur den Tod von jährlich mehr als 800’000 Babys weltweit, sondern auch rund 20’000 Todesfälle infolge Brustkrebses verhindern.

Wir erfahren einmal mehr: Muttermilch ist ein wundersamer Saft und enthält gesunde Stoffe à gogo. Fürwahr eine Positivmeldung. Doch statt sich darüber zu freuen, regen sich unzählige Frauen fast schon reflexartig darüber auf. «Schon wieder will man uns ein schlechtes Gewissen machen!», schreiben etliche Leserinnen in Kommentaren zur neusten Meldung. Andere hinterfragen die Quelle. Dahinter stecke sicherlich die WHO mit ihrer unsäglichen Empfehlung, Mütter sollten dem Baby während eines halben Jahres ausschliesslich die Brust geben.

Weshalb nur so misstrauisch und wütend, liebe Mütter? Die Quelle ist seriös, und Tatsache ist doch: Meldung und Thema sind als solche höchst interessant. Die Forschung versucht schon seit Jahrzehnten die Muttermilch zu ergründen, um zu verstehen, was ihre Inhaltsstoffe so wertvoll für Babys macht.

Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, mich mit Bernd Stahl, einem der führenden Forscher auf dem Gebiet, zu unterhalten. Stahl ist wissenschaftlicher Leiter der Nutricia-Muttermilchforschung in Utrecht. Sein Team hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Muttermilch zu entschlüsseln. Ihr Ziel ist, künstlich hergestellte Babynahrung ähnlicher zu machen wie Muttermilch. Wobei Bernd Stahl sogleich relativiert: Die Muttermilch komplett zu entschlüsseln, werde nie möglich sein: «Es handelt sich um die komplexeste biologische Struktur. Je mehr wir dazu herausfinden, desto mehr wissen wir, wie wenig wir eigentlich wissen.» Die Muttermilch sei ein wahres Wunder und als Babynahrung das Mass aller Dinge.

Der Wissenschaftler bezeichnet die Milch von der Brust als den wichtigsten «Programmierer in der frühkindlichen Entwicklung». Denn Fakt ist zum Beispiel:

Muttermilch …

  • ist für das Baby wie eine natürliche Impfung. Sie enthält Antikörper, die es vor Kinderkrankheiten wie Durchfall und Infektionen schützen.
  • stärkt das kindliche Immunsystem und schützt es vor Allergien.
  • enthält lebende Zellen: In einer Säuglingsnahrung werden weisse Blutkörperchen niemals enthalten sein.
  • passt sich in ihrer Konsistenz den Bedürfnissen des Babys im jeweiligen Moment an: Es erhält so quasi eine durststillende Vorspeise, eine nahrhafte Haupt- und eine sättigende Nachspeise.
  • ist in ihrer Zusammensetzung bei jeder Frau unterschiedlich und auf ihr Baby massgeschneidert: Weil Buben schneller wachsen, ist der Fett- und damit der Kaloriengehalt in der Milch höher als bei Mädchen. Man spricht vom «Fingerabdruck der menschlichen Milch».
  • verändert sich je nach Saison und je nachdem, ob die Mutter Antikörper abgibt.
  • hat nach 12 Monaten keine Bedeutung mehr, was die Ernährung angeht.

Das alles und vieles mehr ist wissenschaftlich erwiesen. Es geht nicht darum, Still- und Flaschenmütter gegeneinander auszuspielen. Es gibt weder eine moralische Verpflichtung, dem Kind die Brust zu geben, noch einen Stillzwang. Auch Flaschenbabys werden erwiesenermassen gross, stark und gesund. Mein Sohn ist eines von ihnen, wie auch ich – und ich gehöre weder der Still- noch der Flaschenlobby an. Mütter entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für die Flaschennahrung. Aber es sind immer private Gründe – und sie sind immer berechtigt. Und: Auch beim Füttern mit der Flasche können Eltern ihrem Baby Liebe, Geborgenheit und Nestwärme geben.

Doch weil die Debatten um die perfekte Mutterschaft – und dazu gehört meist auch das Stillen – überaus dogmatisch und emotional geführt werden, fühlen sich viele Mütter angegriffen, wenn sie gestehen, dass sie ihrem Kind nicht die Brust geben. Oder sie halten es für nötig, sich vorsorglich erklären zu müssen – so wie ich jetzt hier. Dabei geht es mir lediglich ums Teilen interessanter Infos punkto Muttermilch. Nicht weniger und nicht mehr.

168 Kommentare zu «Reizwort Muttermilch»

  • Michael sagt:

    Bei diesem ganzen Theater um die Milch, sei es von der Mutter oder der Kuh, frage ich mich, wie wir es eigentlich bis hierhin geschafft haben können ?!? Als das Leben noch einfach war, waren Milch und Muttermilch okay – jedes zu seiner Zeit. Jetzt in unserer hochzivilisierten Zeit sind wir megamässig anfällig für den leichtesten Windhauch geworden. Und sehen dafür natürlich den Grund bei den anderen, respektive den Lebensmitteln – keine Milch, kein Gluten, keine Laktose, kein Zucker, kein Fett. Und wir wollen die Krönung der Schöpfung sein ? Lächerlich.

    • Regina Probst sagt:

      Genau das habe ich mich auch die ganze Zeit beim Lesen gefragt. Den Leuten ist nicht bewusst, um vieviel es uns heute hierzulande in jeder Hinsicht besser geht, was Ernährung, Gesundheit, Erholung, Musse, .. .
      Stillen ist sehr gut, aber wir haben soviele andere Möglichkeiten, genügend Abwehr, Nährstoffversorung, etc. aufzubauen!
      Allergien entstehen massgeblich durch zuviel Hygiene und zuwenig Kontakt mit Reizstoffen. Eine Folge unseres Reinlichkeitswahns. Dann spielen auch die Gene eine Rolle.
      Nicht zuletzt sind wir in unserem bequemen Leben langsam etwas dauerneurotisch. Wir bauschen Ängste auf und sind so verkrampft, dass wir tatsächlich irgendwelche Symptome entwickeln.

  • Valérie sagt:

    Mit der richtigen fachlichen und sensiblen Unterstützung könnten 98% der Mütter stillen! Viele sind einfach kaum oder schlecht beraten, und darum klappt es dann mit dem Stillen nicht. Es sind nur ganz wenige Frauen, die aus rein medizinischen Gründen nicht stillen können. Und da ist Pulvermilch ein Segen. Aber ist schade, wenn das Wissen übers Stillen immer mehr verloren ginge, bloss weil man sich nicht mehr getraut darüber zu reden/schreiben.

  • Valérie sagt:

    @Lady Fiona

    ich verstehe Sie gut. Mir tut es immer enorm weh, wenn ich Artikel lese in denen über den Trennungsschmerz der Kleinkinder geschrieben wird, und wenn ich dann daran zurückdenke wie mein Baby gelitten hatte (und ich ja auch), dann schnürt es mir das herz zusammen. Ich finde es aber umso wichtiger, dass darüber informiert wird. Auch wenn mir die Lektüre weh tut. Aber die nächsten Mütter/Generationen sollen davor verschont bleiben.
    Beim Stillen und anderen Themen ist es doch ähnlich. Je besser wir informiert sind, desto besser klappt es. Unsere Mütter waren die Generation, die kaum gestillt hat. unsere Grossmütter wusstern mehr übers Stillen. Heute bräuchten viel Frauen mehr Unterstützung durch Stillberaterinnen, damit es klappt.

  • Lady Fiona sagt:

    Viele Mütter würden sehr gerne stillen, können aber nicht. So wie ich, die ich keinen Milcheinschuss hatte. Solche Nachrichten überall mögen dann schon stimmen – tun aber einfach weh. Man will es nicht immer wieder hören oder lesen.

  • Familienernährerin sagt:

    Danke für den sachlichen Artikel. Endlich mal facts. und erst noch ein schönes Foto dazu.
    Einzig die WHO-Empfehlung wurde leider Mal wieder sehr einseitig publiziert. Warum schreiben sich da Journalisten immer ab? Die WHO empfiehlt eben gerade nicht bloss 6 Monate, sonder mindestens 2 Jahre. die 6 Monate beziehen sich auf den Zeitpunkt ab wann Beikost gegeben werden sollte. Muttermilch enthält zahlreiche Stoffe, die das Immunsystem aufbauen, welches erst ab 2 reif ist! Allein schon nur deshalb würde es Sinn machen weltweit die Kinder mindestens 2 Jahre zu stillen.
    Ernährungstechnisch kann Muttermilch auch im 2 Jahr wertvoll sein. Welches Baby isst schon gern viel Gemüse. Muttermilch deckt noch im 2. Jahr 98% des Vitamin C-Bedarfs um nur 1 Bsp zu nennen.

  • Andreas sagt:

    Mein Kind ass Bratwurst mit Rösti. Und liebte Schokoladeneis über alles. Und es ist mittlerweile gesund und erwachsen.

  • alam sagt:

    So privat sind die Gründe für oder gegen das Stillen eben gerade nicht. 6 Monate ausschliessliches Stillen verträgt sich nicht mit dem Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen.

    • Widerspenstige sagt:

      Endlich ist es doch noch gekommen, das Argument der Argumente überhaupt zum leidigen Thema Stillen ja oder nein und wenn ja, wie lange etc. Es steht und fällt mit der mickrigen Mutterzeit in Helvetien. Da kann man noch lange Wollen und einen Milcheinschuss im Überfluss haben – wenn man zur Arbeit muss nach knapp ein paar Wochen Erholungszeit ähnelt das schon fast an Folter. Dem würde eine Annahme des gesicherten Grundeinkommens den Riegel schieben und Mütter mehr entlasten in dieser Zeit. Wir hätten es eigentlich in der Stimmhand… 😉

    • Sportpapi sagt:

      Sobald wir ein Stillgebot für 6 Monate haben, bin ich auch für eine Ausweitung des Mutterschaftsurlaubs.

    • Anh Toàn sagt:

      Meine Frau wird arbeiten müssen. Ich bin zeitlich flexibel, Homeoffice, 24 Stunden Web Business, also entweder abpumpen, oder das Baby an die „Tanke“ bringen: Der Arbeitgeber muss meiner Frau die Zeit zumindest gewähren, ich glaube teilweise sogar bezahlen.

      (Aber ich wäre auch für einen längeren Mutterschaftsurlaub, nicht viele arbeiten so flexibel wie ich)

      • Familienernährerin sagt:

        Toi toi toi! Und falls vor lauter Stress die Milch wegbleibt (passiert fast bei allen), ruhig bleiben, Baby wochenends öfters anlegen. idealerweise Co-Sleeping denn nachts steigt der Prolaktinspiegel, aber nur wenn da auch ein baby daneben liegt.. Akupunktur hat auch oft geholfen und es gibt tolle Stillberaterinnen, z.B. LaLecheLiga. Alles Gute! Das Stillen ist die beste Entspannung nach einem stressigen Arbeitstag 😉

      • Familienernährerin sagt:

        @ Sportpapi
        Stillempfehlung von 2 Jahren gibt es schon. Siehe homepage WHO. Danke für Ihr grünes Licht für die 2jährige Elternzeit 🙂

  • Lia sagt:

    es ist falsch, zu sagen, dass sich Mütter für Flaschennahrung entscheiden – für viele von uns war es keine Entscheidung, sondern ein Muss, weil es einfach nicht ging mit dem Stillen, egal, was man versucht hat. Und meine Flaschenkinder sind grösser, stärker und gesünder als ihre gestillten Kollegen, ich denke sogar, dass Flaschenmilch da gesünder ist, wo die Mutter schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Drogen, Plastik, Nikotin, Dünger, das ist alles in der Muttermilch enthalten, wenn die Mutter irgendwo in der Stadt lebt, in Flaschenmilch allerdings nicht.

    • alam sagt:

      Wenn Sie wüssten, wie Kühe leben und ernährt werden!

      • Melker sagt:

        Ich weiss es, nach über 40 Jahren praktischer Erfahrung. Und glauben sie mir,bei allen Vorbehalten gegenüber moderner Tierhaltung: Es gibt üblere Existenzformen, zb. das Dahinsiechen als ideologisch eingeschränkte selbsternannte Krone der Schöpfung!

    • Jasi sagt:

      5. Wer wirklich stillen will, soll sich doch einfach richtig beraten lassen von kompetenten stillberaterinnen der LLL zum beispiel. Gibt es in jedem land. Oder halt mal bei einer mama tipps holetn die lange stillt und erfahrung hat. Und dementsprechend auch nicht gleich eingeschnappt sein, weil einte andere mama tipps geben möchte.
      Tut mir wirklich leid für die frauen die nicht gestillt haben aber hört bitte mal auf überall zu berichten das es so oft nicht funktioniert mit diesen aussagen helft ihr niemandem und verunsichert nur!

    • Samichlous sagt:

      Uns fehlt einfach das nötige Stillwissen. Die letzten Generationen waren von dem neuen Pulver so angetan, dass viele Mythen ums Stillen dazu führen,dass das Stillen nicht klappt. (z.B. die Idee, das Baby nur alle 2-4 Stunden zu stillen. Das ist je nach Wachstum zu wenig. Angebot und Nachfrage- die Milch geht zurück)
      Aus rein medizinischer Sicht könnte fast jede Frau ihr Kind voll stillen. Nur rund 2% können wirklich nicht stillen. Und da sind wir froh über die Ersatzmilch!
      Auch Kühe sind Umweltgiften, Dünger und vorallem Antibiotika und Pestiziden ausgesetzt! Kuhmilch ist i.d.R stärker belastet als Menschenmilch.

  • Zimy sagt:

    Es ist klar, dass aus heutiger wissenschaftlicher Sicht Stillen das beste ist. Aber ich selbst als nicht-gestilltes Kind habe in meinem bisherigen Leben wirklich noch keinerlei negativen Effekt bemerkt. Und mit Sicherheit sind die „Formulas“ heute noch besser als vor 30 Jahren. So gravierend scheinen die Auswirkungen nicht zu sein, wenn ein Kind nicht gestillt wird. Oder kann man z. B. Kindern in einer Primarschulklasse ansehen, welches gestillt wurde und welches nicht? Darum liegt die Entscheidung Stillen ja/nein mMn allein im Ermessen der Eltern. Niemand von aussen hat sich da einzumischen. Auch wenn man persönlich anders entscheiden würde bzw. die Beweggründe nicht nachvollziehen kann.

    • Samichlous sagt:

      Immer dieses oberflächliche Argument „also mir/meinem Kind hat es nicht geschadet“. Sie wissen ja gar nicht wieviel stärker,schöner,intelleigenter,glücklicher Sie geworden wären, wenn Sie so lange an Mamas Brust hätten trinken dürfen wie Ihnen danach gewesen wäre. man kann sich auch von Tütensuppe ernähren,aber wer will das schon?
      Ich nur kurz gestillt: habe einen typischen Kreuzbiss und jahrelang schmerzhafte Zahnkorrektur über mich ergehen lassen müssen (gekostet hat das meine Eltern auch ne Stange). Dazu habe ich ein paar „nette“ Allergien, welche nicht nötig wären, wenn das kindliche Immunsystem, welches bei der Geburt völlig unreif ist und nur dank diversen Stoffen in der Muttermilch richtig stark wird (Immunglobuline etc können noch nicht künstlich hergestellt werden)

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Für mich war das Stillen normal und selbstverständlich. Ich machte es sehr gerne. Leider klappte es bei beiden nur ca 3 Monate, obwohl ich gerne noch länger gestillt hätte. Es ist jedoch einzig und alleine der Entscheid der Mutter, ob und wie lange sie ihr Kind stillen möchte. Egal ob sie es, aus welchen Gründen auch immer, überhaupt nicht stillen oder noch mit 4 stillen wird und egal, was Aussenstehende, die es nichts angeht, darüber denken, schreiben und sagen mögen. Ich freue mich mit jeder Mutter, die stillen will und kann und fühle mit jeder, die stillen möchte, aber leider nicht kann. Letztere gibts auch!

    • Lichtblau sagt:

      @Andrea: Na ja, ein 4-jähriges Kind sollte in Sachen Lieblingsessen auch ein paar Wörtchen mitreden dürfen. Ansonsten aber ganz Ihrer Meinung.

      • Samichlous sagt:

        Wenn Kinder beim Thema Lieblingsessen mitreden dürften, würden die meisten Kinder sich am liebsten langsam selbst abstillen irgendwann zwischen dem 2. und ca 5. Lebensjahr. Aber hierzulande findet man es normal, dem Baby plötzlich das Beste zu verwehren – Muttermilch und Hautkontakt- und abzustillen. Da wird das Kind dann auch nicht gefragt und hat kein einziges Wörtchen mitzureden!

    • Sportpapi sagt:

      Als Väter hätte ich da durchaus ein Wort mitgesprochen, wenn meine Frau jahrelang gestillt hätte. Und auch als Aussenstehender wundere ich mich in solchen Fällen über die Motivation, das zu tun.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Für mich wäre Langzeitstillen bis in dieses Alter auch überhaupt nicht vorstellbar gewesen. Aber, wenn dies andere halt eben so machen, dann ist das eben so und geht mich einen „Feuchten“ an ;). Genau so wie jene, die partout nicht stillen wollen, obschon sie könnten. Das wiederum respektiere ich auch voll und ganz, auch wenns für mich persönlich nicht stimmt.

      • Samichlous sagt:

        Ja genau, deshalb stillen hier auch viele Frauen viel zu kurz. Es hängt in der Tat davon ab, wie sehr eine Frau von ihrem Mann im Stillen unterstützt wird. Hoffe, dass sich das in Zukunft ändert, und Männer ihren Kindern und ihren Frauen wieder das Beste und all die Kuschelstunden an der Brust gönnen mögen. Wer Mann genug ist, sollte damit kein Problem haben. Ausserdem, Sportpapi, langes Stillen spart Millionen Gesundheitskosten und ist günstig, umweltbewusst und stärkt das Immunsystem, welches erst mit 2 ausgereift ist!

  • Sisifee sagt:

    @ Susi: Ich glaube, das zeigt doch sehr schön, wie individuell das mit dem Stillen ist. Sie haben es mit unglaublicher Motivation hingekriegt, Ihre Tochter lange und ausschliesslich zu stillen, weil es wichtig war für Sie. Ich wollte auch stillen, das Abpumpen fand ich aber schrecklich und dementsprechend hat es auch schlecht funktioniert. Ich habe mir das beim dritten Kind geschenkt und andere Lösungen gefunden, nicht zuletzt weil dieses Kind auch immer die körperliche Nähe noch wollte und die Flasche zeitweise bestreikt hat.
    Ich glaube, wenn es für einem selbst und für das Kind stimmt – egal ob Stillen oder Flasche oder beides – dann ist man weniger anfällig darauf, sich von Studien, Meinungen und selbsternannten Experten verunsichern lassen. Jede Stillbeziehung ist einzigartig.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Anderer Aspekt, diese verhinderten 20 000 Todesfälle wg Brustkrebs,
    das ist mir nach wie vor ein Rätsel. Weshalb war Stillen die Verhinderungsursache?

    Und ist das global gesehen gleich verteilt?
    Stillende Frauen im Gegensatz zu Kinderhabenden, aber nicht Gestillthabenden?
    Egal welche Stilldauer?
    Wie sehen denn die Risikozahlen bezüglich Brustkrebstod aufgeschlüsselt nach:
    Frau mit langer Stillzeit
    Frau mit Kindern, wenig oder keine Stillzeit
    Frau mit Fehlgeburten/Aborten
    Frau ohne Kinder (und nie Fehlgeburten/Aborte)
    aus?
    Das „soviel Brustkrebstodesfälle sind wegen Stillen verhindert worden!“ ist mir ein bisschen zu plakativ.

    • diego sagt:

      Sehe ich auch so… wahrscheinlich wurde irgendwo in einer amerikanischen Kleinstadt von irgendwelchen Studenten irgendeine Erhebung in irgendeinem Spital gemacht und dann irgendwie dramatisch auf irgendeine Bevölkerungszahl hochgerechnet. Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast 🙂

      • Balko sagt:

        Nein, nicht irgendwo von irgendwem in irgendeinem Spital. Erst mal richtig lesen, darüber nach denken und sich dann erst zu Wort melden.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Aber Brunhild – jetzt haben sie wieder alles verdorben.
      Jetzt hatten wir uns so gefreut über Natur Pur und wie viel besser und gesünder und überhaupt… und es hat unserer naturverbundenen Seele so gut getan. Wir haben uns so gut gefühlt, so bestätigt, von diesen wunderbaren Zahlen. Und jetzt kommen sie mit solchen Fragen, die bestimmt niemand beantworten kann.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        es ist mir noch eine eingefallen, führen die schwangerschaftsbedingten Brustveränderungen zu einem erhöhten Brustkrebsrisiko???

        Welches sich nur durch Stillen wieder auf das Durchschnittsrisiko herabsetzen lässt?
        Und wie wäre unter diesem Aspekt Leihmutterschaft mit anschliessender Säuglingsweggabe zu sehen? Sollten jene Frauen dann einfach mindestens noch 6Monate per Pumpe stillen? (Abnehmer für die Milch gäbe es inzwischen ja auch schon…)

    • Muttis Liebling sagt:

      Solche Zahlen werden in windigen Korrelationsmodellen geschätzt und je nach Ziel stark auf- oder abgerundet. Eine mathematisch und sachlich begründete Methode gibt es selbstverständlich nicht, nur der Ansatz, die die einzuwerbenden Drittmittel direkt proportional der imaginierten Schadenshöhe oder des Nutzens gezählt in vermiedenen oder realisierten Todesfällen ist.

      Eines der hässlichen Effekte bei Lebewesen ist, dass alles mit jedem weich korreliert ist und man mit einer geeigneten Stichprobengrösse jedes rohe Resultat errechnen kann. Ansonsten gibt es keine seriöse Methode, mit welcher man die Anzahl Todesfälle durch Rauchen oder nicht stattgefunden Mamma- Ca- Toten ermitteln könnte.

      Glaskugeln sind mindestens genau so präzise, aber Mathe- Voodoo kommt besser an.

      • Muttis Liebling sagt:

        Eine ausreichende Stichprobengrösse vorausgesetzt könnte man mit Sicherheit berechnen, dass rothaarige Frauen ein anderes Brustkrebsrisiko als Blondinen haben.

        Dann nützt es nichts, sich die Haare zu färben, um in eine andere Risikogruppe zu kommen und so ähnlich wird das auch beim Stillen sein. Es könnte nämlich ebenso gut sein, dass Mamma- Ca- gefährdete Frauen aus dispositiven Gründen weniger stillen und durch Stillen gegen die Disposition trotzdem natürlich das Risiko nicht mildern. Das klingt sogar plausibler.

        Korrelation ist eben keine Kausalität.

        Echte Risikoschätzungen kann man nur klinisch, ätiologisch oder pathogenetisch, niemals statistisch ermitteln. Statistik wurde für die unbelebte Welt erfunden, nicht für Lebewesen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        🙂

    • Mme R sagt:

      … es steht übrigens „könnten verhindert werden“, der Satz bezieht sich also auf die Zukunft, nicht auf die Vergangenheit. Ausserdem ist „The Lancet“ ein peer-reviewed Journal, was zumindest heisst, dass die Zahlen/Rechnungen von mehreren Fachpersonen als plausibel eingestuft wurden.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das dürfen Sie ins Reich der modernen Märchen verbannen. Man kann, ganz objektiv und wertfrei, solche Zahlen nicht rechnen.

        Lesen Sie mal Gigenrenzer: Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin. Praktisch alle medizin- statistischen Risikobewertungen sind aus der hohlen Hand gelesen.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Gigenrenzer sagt auch, beim Wetterbericht seien tradierte Regeln präziser als wissenschaftliche Prognosen.
        Richtig ist, dass man sich gut überlegen soll, welche Qualität die vorhandenen Daten haben. Welche Optionen man einbezogen hat, welche aber auch nicht. Mit welcher Wahrscheinlichkeit eine erwartete Wirkung eintritt, und welche Szenarien dafür sorgen, dass es anders kommt. Und was passiert, wenn es anders kommt, welcher Schaden/Nutzen entsteht. Letztlich sollte man neben Signifikanz in diesem Zusammenhang auch von Effektgrössen sprechen, von Relevanz.

    • Andrea sagt:

      Das Verringerte Brustkrebsrisiko ist sehr gut und in großangelgten Studien nachgewiesen und auch sehr gut erklärbar. Zum einen sorgt die hormonelle Lage der Stillenden bzw. Schwangeren dass das Risiko minimiert ist. Ja je öfter Frau schwanger ist und je länger sie in ihrer Lebenszeit gestillt hat um so mehr verringert sie Ihr Risiko an Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Gebärmutterhalskerbs (alles hormonabhänige Krebsarten) zu erkranken und Nein – völlig elemenieren lässt sich dieses Risiko leider nicht.
      Zum anderen scheinen bestimmte Inhaltsstoffe in der Muttermilch auch eine schützende Wirkung zu haben – dies wurde zumindest im Labor nachgewiesen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Andrea

        bezüglich Gebärmutterhalskrebs bin ich nicht einverstanden. Wenn das „globale“ Studien sind, müsste berücksichtigt werden dass in Gebieten mit hoher Kinderanzahl/Frau meist auch deren Sexualverhalten anders ist als in Gebieten mit tieferer Kinderanzahl/Frau. Und das Risiko, bei entsprechender Disposition, ein mit-auslösendes Virus zu erwischen, dementsprechend tiefer.

    • Jasi sagt:

      Lustige kommentare!
      Wer solchen mist wie pulvermilch in seine kinder reinstopfen will, bitte, es hindert niemand daran!
      Aber denken, es ist gleichwertig oder dass muttermilch keine gesundheitlichen vorteile für mutter und kind mit sich bringt, ist einfach nur blöd! Da helfen auch keine überheblichen worte aus dem duden was.

    • Samichlous sagt:

      Je länger eine Frau stillt, desto mehr sinkt das Risiko,dass sie an Brustkrebs erkrankt. Ist schon länger bekannt, aber will keiner wissen. Wir sehen täglich Werbung für Pulvermilch und überall Kinder mit Flaschen-deshalb hinterfragen wir das schon gar nicht mehr. Für Menschenmilch macht halt keiner schöne teure Werbeplakate – damit lässt sich kein Geld machen. Aber wie so oft, ist das Einfachst und Natürlichste das Gesündeste.

  • Franz sagt:

    Muttermilch ist immer für die Kinder gemacht und an diese angepasst. Das gilt auch für Kuhmilch die für weibl und männl Kälber angepasst ist. Ebenso für Lämmer, Welpen und alle Tierkinder.
    Wer Milch/Käse kauft sollte sich bewusst sein dass diese nicht für den Käufer sondern für das getötete Tierkind gemacht wurde und angepasst ist!

    • Gundel sagt:

      Genau Franz – deshalb trinken wir nur noch Menschenmilch und essen Menschenkäse.

      Und weil der Rest der Menschheit nun schon seit Jahrtausenden Kuhmilch und andere animalische Ausscheidungen zu sich nimmt. Ist sie auch so kränklich.

      • Marie sagt:

        Korrekt, Gundel! Viele der modernen Zivilisationskrankheiten werde auf den artfremden Milchkonsum zurück geführt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja Marie, wenn Sie und die Professoren ihres Vertrauens, das sagen, dann stimmt es ganz sicher.
        Darum haben wir Schweizer im Land von Milch-und Käse ja auch die höchste Lebenserwartung.

        Weiteres Problem: „artfremder Milchkonsum“ hat sich schon Jahrtausende vor den „modernen Zivilisationskrankheiten“ bei Menschen etabliert.
        Und dann werden Menschen erst noch älter als andere Primaten, die auf artfremden Milchkonsum verzichten.

        Aber weiterhin viel Spass bei ihrer Religion.

      • Franz sagt:

        Gundel, die Mehrheit der Menschheit verträgt keine Lactose und damit Milch. Niemand ist auf tierische Produkte angewiesen.
        Vieeleicht sollte man auch einmal nicht stets an sich selbst denken sondern auch an die Tiere. Ebenso woher deren Futter kommt und wieviele Menschen dadurch vertrieben und umgebracht werden.

      • Tobias sagt:

        @Gundel und speziell @Reincarnation of XY“: doch ist die Sterblichkeit bei den Veganern 15% niedriger als den Omnivoren…siehe „Adventist Health Study 2“.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Tobias

        diese tiefere Sterblichkeit hat vermutlich auch mit dem grundsätzlich risikoärmeren Lebensstil zu tun, kein Tabak, kein Alkohol, sich keinen gesundheitlichen Risiken aussetzen ua, und wird nicht alleine von dem was auf dem Teller liegt- oder nicht liegt- abhängen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lieber Franz – wieso sollte ich „nicht nur an mich denken“, wenn ich keine Milch vertrage? Wenn ich sie nicht vertrage, werde ich an mich denken und keine trinken. Ich verstehe ihr Argument nicht.
        Jedenfalls, keine einzige Kuh ist glücklicher, bloss weil sie keine Milch trinken. Ausser sie halten die Nicht-Existenz für glücklicher, als die Existenz.
        Ansonsten: ihre Behauptung ist obsolet, der Mehrheit aller Menschen verträgt Milch in der richtigen Dosierung sehr gut.

        @Tobias – Danke. Sie bestätigen, alles was ich gesagt habe: Auch für Sie gilt: Sie dürfen gerne ihre Adventisten(!!)-Studie glauben. Ich sagte ja bereits: viel Spass mir ihrer Religion.

      • Onkel Arnold sagt:

        @Reincarnation of XY: Ist das Ihr Ernst? Kühe werden jedes Jahr vergewaltigt, ihrer Kinder beraubt, ihnen wird die Milch abgezapft und wenn ihre „Produktion“ nicht mehr rentiert, werden sie entsorgt. Ich weiss ja nicht wie es Ihnen geht, aber ich zöge die Nichtexistenz einer Sklavenexistenz jederzeit vor.

      • Onkel Arnold sagt:

        @Gundel: Sie haben Franz‘ Beitrag wohl nicht richtig verstanden. Ich erkläre es Ihnen gerne nochmal: Das Ausbeuten nichtmenschlicher Tiere zum Zwecke der Befriedigung kulinarischer Vorlieben ist ethisch inakzeptabel. Kühe werden zwangsgeschwängert, männliche Kälbchen abgetrieben oder kurz nach der Geburt entsorgt, wenn sie Pech haben noch ein paar Monate gemästet und dann geschlachtet. Dies sollte bedacht werden, wenn man an der Supermarktkasse mit dem Kauf koagulierter Drüsensekrete („Käse“) die Tierindustrie unterstützt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lieber Onkel Arnold – Sie bewegen sich in der Welt der Fabeln, in denen Menschen mit ihren typisch menschlichen Gefühlsregungen als Tiere dargestellt werden. Immerhin bleiben sie konsequent auf dieser Argumentationslinie. Franz und Marie hingegen behaupten, dass es für uns Menschen ungesund und lebensverkürzend sei, was absurde Behauptungen sind, die in der Realität ohne jeglichen Nachweis bleiben.
        Natürlich ist auch ihre Fabel-Logik ohne jeden objektiven Beweis.
        Wenn ich z.B. eine Kuh wäre, würde ich Existenz vorziehen und es würde mir Freude bereiten frisches Gras zu kauen, rumzustehen, wiederzukäuen, der Leitkuh hinterherzutrotten und mit Stolz Qualitäts-Milch und Käse zu geben.

      • Onkel Arnold sagt:

        Wenn Sie allen Ernstes behaupten, Menschen seien keine Tiere und Ihre Vorstellung einer rentablen „Milchviehwirtschaft“ aus Kühen besteht, die auf sonnendurchfluteten Wiesen im Kreis ihrer Liebsten herumspazieren, dann finde ich es schon äusserst ironisch, wenn Sie die von mir hingestellten Tatsachen als „Fabeln“ bezeichnen. Wie bei Religion eben. Die Erde ist eine Scheibe. Menschen sind keine Tiere. Der Herrgott im Himmel liebt uns alle. Halleluja!

      • Anh Toàn sagt:

        Veganer und Lebenserwartung:

        Wie können Veganer eine höhere Lebenserwartung haben, die beissen doch am meisten ins Gras?

        Im Ernst jetzt, wir (Europa / USA) essen zu viel tierische Produkte, aber das andere Extrem (keine tierischen Produkte) ist ja nicht die einzig logisch mögliche Alternative. Und nach allgemeiner Erfahrung, und uralten Meinungen (Paracelsus: Die Menge!), so ganz ungefähr ziemlich wahrscheinlich auch nicht die beste.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lieber Onkel Arnold – sie haben die Gabe nicht zuhören zu wollen. Wir sind Tiere. Aber nicht alle Tiere denken gleich.
        Ich weiss wovon ich spreche.
        In einem früheren Leben war ich ein Adler. Und ich kann ihnen sagen, die Menschen denken völlig falsch über Adler. Ich empfand überhaupt kein Freiheitsgefühl, wenn ich das so rumflog. Im Gegenteil ich fand es eine mühsame Plackerei. Ständig nach Futter zu suchen. Ich hätte lieber in einem Greifvogelpark gelebt. Wo mein Fressen mit viel weniger Aufwand bekommen hätte. Die einsame Fliegerei machte mich hingegen Depressiv. Einmal spielte ich mit dem Gedanken, einem Jäger absichtlich vor die Flinte zu fliegen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Mich reizte der Gedanke ausgestopft zu werden und dann in einer weitere Reincarnation evt. als Mensch, mich selbst in der Stube bewundern zu können.
        Aber das tat ich dann doch nicht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ganz anders fühlte ich mich hingegen als Ente. Es machte mir nichts aus jährlich von einem Erpel „vergewaltigt“ zu werden. Darüber machte ich mir keine Gedanken. Wenn ich meine Küken rumführte, war es mir total egal, wenn eines abkratzte. Aber das Paddeln mit meinen Flossen machte mir Riesenspass.
        Tiere sind verschieden. Je nach Spezies. Sie würden mir gar nicht glauben, wieviel Spass es mir machte mich als Biene zu Tode zu schuften. Sie würden wahrscheinlich sagen besser „nicht Existenz“ als ein Bienenleben, aber als Biene sehen Sie das ganz anders.
        Sie sind einfach zu anthropozentrisch. Haben Fabelbücher falsch verstanden oder Disney zu ernst genommen.

      • Onkel Arnold sagt:

        Werter Reincarnation of XY, ich gehe davon aus, dass Sie gerne Hunde treten und Katzen auf den Schwanz stehen. Immerhin können wir nicht davon ausgehen, dass lautes Aufheulen und Miauen ein Ausdruck von Schmerz sind. Wer weiss schon wie es sich anfühlt, ein Hund oder eine Katze zu sein? Des Weiteren verprügle ich ab und zu Japaner. Da ich nicht Japanisch spreche, kann ich nicht genau beurteilen, ob der betroffene Japaner nicht verprügelt werden will. Haben Sie noch mehr solche absolut schlüssigen Argumentationsbomben auf Lager?

      • Martin Frey sagt:

        @Reincarnation of XY: grosses Kino! 😀

      • Onkel Arnold sagt:

        @Martin Frey: Ja, ich finde die Kapriolen von Leuten wie Reincarnation, die ihren Leichenfrass vor sich selbst rechtfertigen müssen, ebenfalls spektakulär. Lustig sind sie allerdings nur bedingt, wenn man an die Opfer denkt. Jedes Jahr 60 000 000 tote „Nutztiere“ allein in der Schweiz.

      • Samichlous sagt:

        Früher ass ich viele Milchprodukte. Seit ich sie weglasse habe ich keinen Heuschnupfen mehr! Viele Neurodermitispatienten werden die Ekzeme los, wenn sie die hochallergene Kuhmilch weglassen. Kuhmilch ist zudem erwiesenermassen krebserregend (Harvard-Studie). Menschenmilch für Menschenkinder. Kuhmilch für Kälber. Hundemilch für Welpen.
        Erwachsene brauchen keine Muttermilch mehr – egal ob vom Mensch oder Tier. Ab ca 4 jahren nimmt auch das Enzym, welches Laktose spalten kann beträchtlich ab. Lieber alle genügend lang stillen – WHO rät MINDESTENS 2 Jahre (die ersten 6 Monate ausschliessliches Stillen und dann weiterstillen und BEI-Kost) und länger! Dann hätten wir auch noch enorm Gesundheitskosten gespart.

      • Martin Frey sagt:

        „Kuhmilch ist zudem erwiesenermassen krebserregend (Harvard-Studie).“
        Das tönt aber spannend, Samichlaus. Könnten Sie freundlicherweise noch angeben, auf welche „Harvard-Studie“ sich diese Aussage bezieht? Und in welchem Journal sie erschienen ist?

      • Samichlous sagt:

        @ Martin Frey

        einfach in google suchen „Kuhmilch krebserregend Harvardstudie – da finden Sie bestimmt auch das Original. oder direkt Harvard homepage-
        wenn Sies nicht finden such ich Ihnen morgen raus… Gute Nacht.

    • Darla Schneider sagt:

      Wohl der wichtigste Punkt der dazu führt, das Veganer im Schnitt länger leben ist, das es wohl sehrwenige Veganer geben wird die sich praktisch ausschliesslich von Fastfood und Süssem ernähren. Die Veganer die ich kenne, sind alle sehr Gesundheitsbewusst. Das beweist aber noch nicht, das es am Konsum von tierischen Produkten liegt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Onkel Arnold – sie wollen überhaupt nicht zuhören. Denken sie doch bitte einmal nach. Ich widerlege nur ihre Argumente, aber sie wollen gar nichts hören. Klar, denn sie leugnen die Realität der Natur. Sie meinen die Welt wäre ein Kinderbilderbuch.
        Sie fragen: Will eine Kuh gefressen werden? Wohl eher nicht (Überlebenstrieb). Aber das interessiert den Wolf nur sehr bedingt.
        Die Existenz vieler Spezies liegt v.a. darin, dass sie Nahrung für andere Spezies sind. Unromantisch ja, aber so ist der Kreislauf von Mutter Erde.
        Warum sollte der Mensch nicht wie jedes andere Tier, Tiere töten dürfen, die ihm als Nahrung dienen?
        Sicher nicht aus natürlichen Gründen. Allein aus Religiösen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Danke Martin Frey – ich freue mich immer wieder, wenn es da draussen Leute gibt, die mich verstehen.

      • Onkel Arnold sagt:

        Ich lese sehr genau, aber Sie widerlegen gar nichts. Wölfe töten um zu überleben. Sie hingegen töten aus exakt denselben Gründen, aus welchen Menschen auch im 21. Jhdt. noch religiös sind: Gewohnheit, Bequemlichkeit, Tradition. Und weil es Ihnen schmeckt. Aber „Mir schmeckt es eben“ ist keine legitime Rechtfertigung für Gewalt.

      • Franz sagt:

        Solche Leute können nichts widerlegen denn Mord bleibt Mord und Auftragsmord ist nichts anderes.
        Auch in der Schweiz sieht die grosse Mehrheit der ausgebeuteten Tiere nie die Sonne.
        Dazu empfehle ich auf youtube das Video The Vegan Red Pill von neo Human eve.
        Onkel Arnold hat hier bereits alle Nicht-Veganer widerlegt. Die karnistische Religion basiert allein auf ideologischen Gründen, und es ist eine sehr blutige Religion.

    • Ann Beer sagt:

      Ich finde es amüsant, Reincarnation of XY Kommentare zu lesen! Topp!
      Liebe Veganer: es gibt offenbar immer einen Grund, Eure Anliegen zu platzieren. Wen interessiert das schon? Ich achte auf artgerechte Tierhaltung, esse nicht täglich Fleisch, liebe Honig, backe gerne und esse vor allem lustvoll. Das scheint bei andern vergessen zu gehen.
      Und im übrigen hat obige Debatte nichts mit Stillen zu tun! Aber wen interessiert das schon.

      • Franz sagt:

        Wozu geben Kühe denn Milch wenn nicht zum Stillen ihrer Kinder?!
        Dachten Sie das funktioniert ohne Vergewaltigung und 9 monatiger Schwangerschaft? Ohne Kälbermord damit die Milch an Leute wie Sie verfüttert werden kann?
        Dank Internet müsste man heutzutage nicht unwissend bleiben sondern kann sich schnell und ohne Aufwand informieren.

      • Onkel Arnold sagt:

        @Ann Baer: „Wen interessiert das schon?“

        Interessiert sie das wirklich nicht? Es interessiert Sie nicht, dass nichtmenschliche Tiere für Ihren Gaumenspass durch die Hölle gehen? Über zwei Millionen vergaste Küken in der Eier“produktion“ jedes Jahr, ungeborene Kälber, die ersticken, wenn ihre Mutter geschlachtet wird, Schweine, die noch leben, wenn sie abgebrüht werden? Alles egal? Solange Sie bekommen, was Sie wollen? Übrigens hat obige Debatte sehr wohl etwas mit Stillen zu tun, einfach nicht von homo sapiens-Müttern, sondern von Kuhmüttern. Es ist für ein besseres Verständnis der Thematik hilfreich, mal für fünf Minuten nicht nur an sich selbst zu denken.

  • Sisifee sagt:

    Beim Stillen gibt es für mich vor allem eine universelle, allumfassende Wahrheit: Wie auch immer frau es macht, für irgend jemanden ist es sicher verkehrt. Stillt man nicht, ist frau egoistisch oder setzt falsche Prioritäten, stillt man politisch korrekt 6 Monate, hat man Stress am Arbeitsort, weil der Mutterschaftsurlaub nämlich nicht solange geht und Vorgesetzte es nicht soo toll finden, wenn man zum Stillen wegrennt oder im Büro die Brust auspackt. Und stillt man länger als ein Jahr oder sogar zwei, machen eh fast alle grosse Augen.
    Also, hören wir doch einfach auf unser Brustgefühl und machen es mit unseren Kindern aus. Dann stimmt es zumindest für die, welche es wirklich betrifft.

    • Susi sagt:

      Man muss ja nicht im Büro die Brust auspacken. Irgendwo gibt es immer einen Rückzugsort zum Abpumpen, man kann das sogar auf der Toilette machen.

    • Sisifee sagt:

      PS: Ich habe drei Kinder und habe nach Anlaufschwierigkeiten stillen können. Die beiden ersten haben mit der Einführung der Flasche das Interesse an der Brust nach und nach verloren (was ich jeweils mit einem kräftigen Drink gefeiert habe), während das dritte Kind so sehr an der Brust hängt, dass es die Flasche nur zögerlich akzeptiert hat und den Nuggi wegschmeisst, wenn ich damit ankomme. Dieses Kind ist heute 2 3/4 Jahre alt und war 1x eine Woche und 2-3mal ca. 2 Tage krank. Es ist sehr selbständig, deshalb akzeptiere ich seinen Wunsch nach Brust nach wie vor. Wir habne abgemacht, dass fertig ist nach dem dritten Geburtstag.

      • Sisifee sagt:

        @ Susi: Das meine ich eigentlich genau. Abpumpen auf dem Klo während der Arbeitszeit wäre für mich persönlich ein totaler Stress gewesen.

      • Susi sagt:

        @Sisifee: Ich bin da halt etwas zwanghaft. Für mich war einfach klar, dass ich das jetzt tue, dann ist alles andere quasi ausgeschaltet.
        Ich hatte auch extreme Anlaufschwierigkeiten, offene Brustwarzen, so schlimm, dass meine Tochter manchmal nach dem Stillen kotzte, weil sie so viel Blut geschluckt hatte. (Ja, ich weiss, grusig.) Ich hatte mir aber 6 Monate voll Stillen in den Kopf gesetzt, egal, was es dazu braucht, und der Rest wird ausgeblendet. Darum empfand ich es nur ansatzweise als stressig.

      • Sisifee sagt:

        @ Susi: Ich glaube, das zeigt doch sehr schön, wie individuell das mit dem Stillen ist. Sie haben es mit unglaublicher Motivation hingekriegt, Ihre Tochter lange und ausschliesslich zu stillen, weil es wichtig war für Sie. Ich wollte auch stillen, das Abpumpen fand ich aber schrecklich und dementsprechend hat es auch schlecht funktioniert. Ich habe mir das beim dritten Kind geschenkt und andere Lösungen gefunden, nicht zuletzt weil dieses Kind auch immer die körperliche Nähe noch wollte und die Flasche zeitweise bestreikt hat.
        Ich glaube, wenn es für einem selbst und für das Kind stimmt – egal ob Stillen oder Flasche oder beides – dann ist man weniger anfällig darauf, sich von Studien, Meinungen und selbsternannten Experten verunsichern lassen. Jede Stillbeziehung ist einzigartig.

      • Susi sagt:

        Eigentlich merke ich grad, wie extrem beeinflussbar ich bin bei solchen Studien. Ich bin sehr wissenschaftsgläubig, darum gehe ich auf Biegen und Brechen nach den Richtlinien. Beim zweiten Kind hätte ich es ja eben anders gemacht, da sich die Richtlinien geändert hatten…

        Haben Sie das Gefühl, Ihr drittes Kind sei häufiger krank als die ersten zwei? (Wahrscheinlich nicht, oder?)

      • Sisifee sagt:

        @ Susi: Meine Kinder waren grundsätzlich nie viel krank, aber mein drittes Kind praktisch gar nicht. Es wird im Frühling 3 Jahre alt und war 1 x eine ganze Woche mit relativ hohem Fieber und 2-3mal maximal 2 Tage leicht krank. Möglicherweise ist es das Stillen, möglicherweise aber auch, weil es keinen Nuggi hat oder erst jetzt in die Krippe gekommen ist.

      • Susi sagt:

        Nuggis haben einen Einfluss auf das Immunsystem?
        Mir geht langsam ein Licht auf. Meine Tochter hatte immer eine ganze Menge teilweise ziemlich schmutzige Nuggis, sogar noch mit 3. Zudem ass sie Dinge, die sie am Boden fand und trank auch mal aus Pfützen. Zudem war sie ein Tag in der Krippe.
        Wahrscheinlich war DAS der entscheidende Einfluss auf ihr Immunsystem, nicht das Stillen.
        (Mittelohrentzündungen hatte aber schon.)

      • Marie sagt:

        Ouuu – da bin ich froh auch von andern zu lesen, bei denen es mit dem Abstillen Probleme gibt…! Mein Kind ist 2,5 Jahre alt, wurde die ersten 6 Mte voll gestillt und jetzt nur noch nachts (wir haben abgemacht, dass sie nur noch die Brust kriegt, wenns draussen dunkel ist). Aber ja, langsam ist’s genug. Ausserdem: Ich verstecke, dass ich immer noch stille… Gehöre halt zu den ‚bösen‘, die das zu lange machen! 😉

        (im Vorfeld hätte ich NIE gedacht, das Kind so lange zu stillen. Fand es sogar abartig. Aber ja … Man lernt dazu.)

      • Sisifee sagt:

        @ Susi: Ich habe meiner Tochter schon tote Fliegen aus dem Mund gefischt…

        @ Marie: Ich fand es auch immer komisch, wenn Kinder, die schon etwas grösser sind, noch an der Brust hingen und ich habe mein Meinungsspektrum auch erweitert… Nach schrägen Reaktionen aus meiner eigenen Verwandtschaft gebe ich die Brust nur noch zu Hause (oder wenn sich mein Kind nicht anders beruhigen lässt. Dann sind nämlich alle froh.)
        Mir war es immer wichtig, dass das Abstillen auch vom Kind ausgeht bzw. dieses den Impuls aufnimmt. Ich finde, es ist eine „Teamentscheidung“.

  • Susi sagt:

    Ich habe meine Tochter gestillt wegen der Empfehlung der WHO: Knapp 7 Monate voll und dann noch weitere 6 Monate neben der festen Nahrung. Heute ist sie in der ersten Klasse und hat bisher weder im Kindergarten noch in der Schule wegen Krankheit gefehlt, noch keinen einzigen Tag. Kürzlich kam mir das Stillen wieder in den Sinn und ich hab mich gefragt, ob ihr gutes Immunsystem damit zusammenhängen könnte. Diese Möglichkeit gibt mir ein gutes Gefühl, denn ich habe sehr viel Aufwand betrieben, um die 7 Monate volles Stillen nebst 70% Arbeit durchführen zu können.

    Frauen, die stillen könnten aber es nicht wollen, z.B. weil es weh tue oder aufwendig sei, verurteile ich nicht, aber ich kann sie nicht verstehen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @

      es könnte, aber möglich wäre auch die Variante relativ früh schon Flaschenmilch und ebenfalls noch keinen einzigen Tag wegen Krankheit gefehlt-
      manchmal werden unsere Überzeugungen durch die Alltagserfahrung bestätigt, und manchmal kommt man dann ins rotieren weil die Puzzleteile nicht so aufgehen wie sie, von unsren Vorstellungen her, eigentlich sollten.

      • Susi sagt:

        Ja, eben, ich behaupte ja auch nicht, dass es damit zusammenhängen MUSS. Aber die Möglichkeit, dass es mit dem Stillen zusammenhängen KÖNNTE, finde ich eben schon top. Da bin ich halt einfach froh, das mit dem Stillen so durchgezogen zu haben.
        Beim meinem zweiten Kind, also vor knapp 3 Jahren, war ja in der Schweiz die Empfehlung aufgekommen, nur noch ca. 4 Monate voll zu stillen und dann teilweise mit Brei zu beginnen. Ich hätte mich auch an diese Empfehlung gehalten, dann mit einem guten Gewissen. Und den Aufwand mit dem Abpumpen zu reduzieren, wäre mir natürlich auch recht gewesen.

        Irgendwie habe ich einfach die Haltung, dass ich alles gemäss Richtlinien machen möchte, damit ich mir nichts vorzuwerfen brauche.

  • tina sagt:

    ergänzend möchte ich noch folgende faktoren nennen:
    – man braucht kein egoist zu sein, um mit dem plötzlichen 24stunden für jemanden da sein etwas überfordert zu sein. auch wenn man sein baby liebt und alles einigermassen ok ist oder sogar sehr, kann das einfach zu viel sein. mir war die körperliche verfügbarkeit auch etwas zu viel.
    – dass milch aus der brust gesaugt wird ist natürlich der zweck der brust, trotzdem hat man das vorher nie ausprobieren können und stellt vielleicht fest, dass man das nicht unbedingt angenehm findet, auch wenn es keine entzündungen gibt. ich mochte das gefühl wirklich nicht besonders. wenn mir ein vergleich einfällt melde ich mich nochmals. ein bisschen erinnert mich das feeling an das kratzen auf wandtafeln. ähm ja.

    • tina sagt:

      – natürlich ist es eine belastung, dass man all die positiven aspekte dem baby verweigert, wenn man aus gründen die kein notfall sind nicht stillen möchte. darum verstehe ich sehr gut, dass die frauen, die möchten aber nicht können, sich als versager fühlen. da kann man sich noch so bemühen das nicht zu tun.
      – allerdings wird man im laufe des kindergrossziehens auch nicht jede art von positiver beeinflussung nutzen (können)! muss man sich wirklich vor augen halten

    • Julia sagt:

      „wie das feeling an das kratzen auf wandtafeln“
      you made my day!

      ging mir genauso.

      Ich bewundere meine stillenden Freundinnen und ihre Bereitschaft, alle 2-3 Stunden ihre Brust herzugeben. Auch nachts. Immer. Phu. Wow.

      Also nichts „Grabenkampf“ sondern Bewunderung.

      • tina sagt:

        danke für dein feedback, bin noch froh dass das jemand nachvollziehen kann. habe das auch noch nie so an die grosse glocke gehängt. ich habs durchgezogen, aber was andere erzählen, wie schön das war, das kann ich nicht bestätigen. man tut ja auch anderes mit dem baby, das einfach gemacht werden muss, ohne frage, und man tut sich nicht sehr schwer damit weil es gar keinen zweck hat, weils sowieso gemacht werden muss. wickeln zum beispiel. aber besonders schön ist nun wickeln ja auch wieder nicht. für mich war stillen wohl auch darum nicht einfach, weil ich wirklcih viel zu tun hatte eigentlich. und stillen macht man ja dann, wenn die milch einschiesst, und das tut sie, wenn das baby schreit. also so völlig unplanbar 🙂

  • bcn sagt:

    Ich bin mir nicht sicher, ob die WHO Argumente stimmen. Ich habe meine beiden Kinder 9 Mte. lang gestillt (mit dieser Überzeugung). Der eine hat seit Jahren Bronchitis mit einem leichten Asthma zudem als Baby auch Neurodermitis. Der Andere hat überhaupt nichts.
    Meine Mutter hat uns überhaupt nicht gestillt. Ich habe Heuschnupfen und mein Bruder hat überhaupt nichts. Ergo? Es ergibt sich für mich kein Muster.
    Stillen ist etwas Schönes, etwas sehr Natürliches. Aber es sollte beim Entscheid der Mutter bleiben. Und übrigens, die Brüste werden nach ca. 1 Jahr wieder aussehen wie vorher!

  • Caro sagt:

    @bela: Sie sind aber frustriert… Die ganze Boshaftigkeit ist nur einsitig – ich hab noch nie eine Schoppen-Frau gehört, die Stillende angefeindet hat.

    • Sisifee sagt:

      Haha!! Still-Nihilistin! Das Wort ist super. Gibt’s auch Flaschen-Positivistinnen? Oder Töpfli-Terroristinnen? Was einem nicht alles einfällt, wenns ums Bashing geht….

  • Hanna sagt:

    Wie langweilig! Ich kann Ihnen zu JEDEM erdenklichen Thema eine Studie finden. Sie können Ihr Kind so lange stillen wie Sie wollen, wenn Sie an einer stark befahrenen Strasse leben, wird es an Leukämie sterben oder so ähnlich. Und Scheidungskinder (Patchwork-Kinder) haben eh schon mal gar keine Chance in dieser Welt. Die haben schlechtere Noten, sind impulsiv, und werden sich zu 100% selber scheiden lassen. Das wirklich Traurige ist doch, dass all diese TurboMamis ihren wertvollen Senf in diesen Blogs hinzu tun anstatt sich gerade jetzt um ihr Kind zu kümmern, das wahrscheinlich gerade im Moment am Rockzipfel des Turbomamis zieht und quengeltn während Turbo Mami ihre wissenschaftlichen und persönlichen Erkenntnisse in den Cyber Space schicken muss um die Ungläubigen zu konvertieren.

    • diego sagt:

      @Hanna: Sehr gut auf den Punkt gebracht… aber wenn es doch die Wissenschaft sagt!!! Frage ich 1 Nestlechemikerin und eine Stillberaterin (beides Experten) bekomme ich 50% Pro und 50% Contra. Gebe ich aber noch meinen Senf dazu, dann hab ich schon eine Mehrheit. Lächerlich, auf was für Aussagen wir uns heutzutage verlassen.
      Übringens: (Marlboro-) Experten halten 10 Zigaretten pro Tag für gesundheitsfördernd 🙂

  • Manuela sagt:

    Da ich grundsätzlich die Kombi aus Stillen und Flasche praktiziere, frage ich mich, warum die Frage nach ‚entweder-oder‘ überhaupt aufkommt. Nichts ist geschickter als nach Lust und Laune und Situation zu Stillen oder eben auch nicht. Ich hab da echt das Problem nicht verstanden.

  • 13 sagt:

    @ Frau Braun
    Können Sie mir die wissenschaftliche Studie nennen, die belegt, dass ernährungstechnisch Stillen nach dem 1. Lebensjahr keine Bedeutung mehr hat?

    Ich bin da nämlich etwas irritiert: Brauchen denn Kinder ab 12 Monaten keine Abwehrstoffe mehr? Und was ist mit schlechten Essern? Wäre es nicht richtig zu schreiben, sie sind nicht mehr zwingend darauf angewiesen anstatt es hat keine Bedeutung mehr?

    • Muttis Liebling sagt:

      Menschen haben im Vergleich mit anderen höheren Säugern eine ausgesprochen kurze Schwangerschaftsdauer, weil die Lebensbedingungen es schon sehr früh ermöglichten, einen Teil der eigentlich intrauterinen Entwicklung risikoärmer auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben.

      Deshalb ist das Immunsystem erst zwischen dem 18.-24. Lebensmonat völlig ausgereift. Bis dahin kann nur Stillen diesen Entwicklungsrückstand kompensieren. Da die mütterlichen Immunglobuline personifiziert, also biologisch einmalig sind, wird es auch nie eine künstliche Ernährung geben, die das vollständig substituieren kann.

      Partielles Stillen bis zum vollendeten 2. LJ kennen ich noch aus meinem persönlichen Umfeld und ist ausserhalb der Wohlstandsoasen auch so selten nicht.

    • Martin Frey sagt:

      Der so genannte „Nestschutz“ ist vor allem in den ersten Lebensmonaten eine entscheidende Stütze für das sich entwickelnde kindliche Immunsystem – umfassend aber ist er nicht. Die Antikörper (wie z.B. IgA) sind oft weitgehend unspezifisch. Wenn der Säugling zb. Keuchhusten kriegt, ist er dadurch in keiner Art und Weise geschützt.
      So oder so sehe ich nicht, wo der Vorteil eines Langzeitstillens wäre, das über das 1. LJ hinausgeht. MM deckt die Bedürnisse im 2. LJ nicht ab.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Dass der Schutz nicht umfassend ist, ist klar. Und doch sind es Abwehrstoffe, die gegeben werden und die den kindlichen Körper in der Abwehr von Krankheiten unterstützen. Wenn ich eine Orange esse, dann habe ich auch keine Garantie nicht krank zu werden, aber das Vitamin C tut mir gut, oder nicht?

        Darüber hinaus gibt es viele Kinder, die auch noch im zweiten Lebensjahr, v.a. am Anfang des 2. Lebensjahres, oftmals beim Übergang vom Brei zum festen Essen, schlicht nicht genug essen, um ihren Bedarf zu stillen. Wieviele haben noch abends und/oder morgens einen Milchschoppen?

        (dies nur zur ernährungstechnischer Bedeutung von Muttermilch, dass Stillen mehr als Füttern ist, ist klar)

      • Martin Frey sagt:

        Das mit dem Vitamin C ist schon weniger klar, dies nur nebenbei. 😉 Es ging mir mehr darum, dass hauptsächlich mit MM ernährte Kinder ab dem 2. LJ früher oder später in Mangelerscheinungen reinlaufen werden. Die gerne und viel zitierten WHO-Empfehlungen machen m. E. vorwiegend in Drittweltländern Sinn,wo auch andere sanitäre Bedingungen herrschen.
        Die Uebergangsphase zu fester Nahrung ist immer so eine Sache: Man kann da durchaus mal mit MM, Schoppenmilch oder dann halt ggf. Kuhmilch überbrücken, respektive beginnen, letzteres sinnvollerweise einfach nicht vor dem 1. Geburtstag.
        Die bei uns gängigen Empfehlungen machen schon Sinn, finde ich.

  • Tina sagt:

    Ganz ruhig!

  • Stevens sagt:

    Eine vernünftige Empfehlung sähe doch etwa so aus:

    „Man sollte auf jeden Fall versuchen, Muttermilch zu geben. Es ist medizinisch sinnvoll (Abwehrstoffe) und auch praktisch (immer dabei, günstig).
    Stillen klappt jedoch nicht immer und Abpumpen ist auf Dauer auch nicht jederfraus Sache. Dann ist es kein Unglück, wenn man sich für Ersatzprodukte entscheidet. Weder hat man versagt, noch gibt man dem Kind zu wenig Nähe, noch nimmt es irgendeinen Schaden“

    Geht man so an die Sache ran, läuft es für alle rund.

    Das Problem: Viele Hebammen, Beraterinnen, auch in Foren und dgl. sehen das nicht so entspannt. Es gibt richtige Fundamentalisten/-innen.
    Es ist bedenklich, dass man sich 2016 noch anhören muss, man sei eine Rabenmutter, wenn man nicht stillt (so geschehen bei einer Kollegin)

    • 13 sagt:

      @ Stevens
      Ich bin ganz sicher keine „Kampfstillerin“, aber fairerweise muss man eben sagen, dass gerade diese Fraktion einen langen Kampf gegen das Nestlé-Diktat, Stillen sei ja so schädlich, geführt hat. Und das heute doch viel mehr Frauen stillen als in der Generation unserer Mütter ist auch ihr Verdienst. Insbesondere und in erster Linie ist es noch heute ein Kampf gegen falsche Information. Sie schreiben selber „Stillen klappt nicht immer…“ und das ist eben in den allermeisten Fällen falsch, d.h. klappt es wirklich nicht, gibt es so viele Möglichkeiten, das zu beheben, bevor man abstillt. Dafür leisten diese Frauen eine Pionierarbeit.
      Aber ich sehe es gleich: Wer nicht stillen will, muss nicht und Raben sind gute Mütter 😉

      • Stevens sagt:

        @13: Wann waren diese Diskussionen bzgl. Nestle bei uns aktuell? So 80er/90er Jahre? Liege ich da richtig?

        Klar, solche Initiativen, Kämpfe sind ja auch richtig und waren sehr wichtig. Aber wir haben jetzt 2016 und das Ziel ist ja bei uns eigentlich erreicht – wäre doch an der Zeit, ein, zwei Gänge runterzuschalten. Fundamentalismus ist nicht mehr nötig und nicht mehr gefragt.

        Und was sie schreiben bezüglich abstillen. Wie lange man es noch probieren will, wenns einfach nicht so recht klappen will, das soll doch jede Frau selbst entscheiden. Dann brauchts doch eine positive, unterstützende Botschaft: Ermuntern, dranzubleiben. Aber auch unterstützen und nicht vorwurfsvoll sein, wenn sich eine Frau entschieden hat, abzustillen.
        So sollte es 2016 doch sein.

      • 13 sagt:

        Ja, das kommt etwa hin. Leider denke ich nicht, dass die Folgen davon bereits alle Geschichte sind. Ich habe mal ein Interview mit einer Stillberaterin gelesen, die meinte, wären alle Frauen wie diejenigen aus Pakistan, wäre sie arbeitslos, denn Probleme kennen sie da kaum. In vielen Kulturen wird das Wissen rund ums Stillen von Generationen weitergegeben. Aufgrund dessen, dass gerade in den 80/90er-Jahren so wenig gestillt wurde, gibt es das hier selten. Im Gegenteil höre ich immer wieder, dass sich eine stillende Mutter gegenüber ihrer Familie und derjenigen des Mannes durchsetzen muss, weil sie stillt.
        Sie haben recht: Ermuntern wäre toll. Aber eben v.a. informieren ist wichtig, denn das fehlt oft. Druck ausüben? Nein, auf keinen Fall. Ich bleibe dabei: Keine Frau MUSS stillen!

      • Martin Frey sagt:

        „Ich habe mal ein Interview mit einer Stillberaterin gelesen, die meinte, wären alle Frauen wie diejenigen aus Pakistan, wäre sie arbeitslos, denn Probleme kennen sie da kaum“ Das ist eben gerade nicht so, 13. Das Bsp. veranschaulicht höchstens, wie wenig überlegt solche sog. „Expertenaussagen“ von sich gegeben werden.
        Ganz pauschal gesagt wird in der 3. Welt tendentiell weniger gestillt als bei uns, in Pakistan beträgt der Wert deutlich unter 50%. Die WHO (und andere Institutionen) wollen genau das ja ändern.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Es war eine Frau, die in Zürich arbeitet und das Thema war, wie Frauen aus verschiedenen Kulturen das Gebären, Wochenbett, Stillen etc. handhaben. Wie käme ich dazu, zu behaupten, dass ihr Eindruck nicht stimmt? Im Übrigen können Sie nicht das Stillen in der 3. Welt einfach pauschalisieren. Es gibt Länder und v.a. Regionen mit tieferer und höherer Rate! Gerade in Pakistan ist die Stillrate im weltweiten Vergleich hoch. Darum geht es aber in erster Linie nicht. Es geht um die Aussage, dass bei uns die Unterstützung/Informationen nicht automatisch in der Familie besteht, erstens weil eine ganze Still-Generation fehlt und zweitens weil wir nicht in Grossfamilien zusammenleben. Deshalb ist es wichtig, dies auf eine andere Weise bieten zu können.

      • Stevens sagt:

        @13: Mit anderen Ländern zu vergleichen finde ich immer schwierig.

        Intressanter finde ich diesen Aspekt:
        Was hat man früher eigentlich gemacht, wenn es mit dem Stillen einfach nicht klappen wollte? Ich kann mir vorstellen, da gab es manche verzweifelte Mutter, weil es schlichtwegs keine Alternative gab…

        In den 80er/90er Jahren ist das Pendel vielleicht relativ stark Richtung „Ersatzprodukte“ ausgeschlagen, fröhlich unterstützt von Nestle und dgl.

        Wieso muss es jetzt so weit zurückschlagen? Wieso dieser Still-Fundamentalismus (blöder Ausdruck, ich weiss)? Wieso muss man sich als Rabenmutter bezeichnen lassen, wenn man nicht stillt?

        Wir haben doch hier, CH 2016, alles was es braucht? Wieso also diese Diskussionen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Stevens

        „früher, früher“ gabs Ammen…

      • 13 sagt:

        @ Stevens
        Ammen, Ersatzprodukte….und das teilweise haarsträubende. In meinem Heimatland in Südosteuropa war es in den frühen 80ern auf dem Land eher Ziegenmilch und in der Stadt eine Mischung aus Milch, Butter und Zucker.
        Googeln Sie mal „Stillrate Schweiz“. Über 50% der Kinder werden weniger als 4 Monate gestillt, was natürlich auch mit dem kurzen Mutterschaftsurlaub zu tun hat. Wie kommen Sie darauf, dass das Pendel derart zurückgeschlagen hat? Anscheinend ja noch nicht genug. Und wer bezeichnet Mütter, die nicht stillen, als Rabenmütter? Irgendwie gehen unsere Bilder der heutigen Realität weit auseinander….

      • Zimy sagt:

        @steven: Oh doch, Nestlé ist immer noch dabei, das Geschäftsfeld zu beackern. Jetzt eher auf der Lifestyle-Schiene, die alten Argumente sind ja widerlegt. Haben Sie noch nichts vom Babynes gehört? Kapsel rein, Knopfdruck, Schoppen raus. Müllberg inklusive. Allerdings steht auf jeder Werbung „Stillen ist das Beste für Ihr Kind“ drauf. Ich denke, sie wurden dazu verknurrt.

      • Stevens sagt:

        @13
        Ich meine nur, wir haben bei diesem Thema kein Problem. Wieso also die Diskussionen.
        Die Eltern werden gut informiert via Stillberatung, Hebamme, etc…
        Nahezu 100% der Frauen stillen am anfang, rsp. probieren es zumindest.
        Nach vier Monaten noch 50%
        Für diejenigen, die nicht stillen gibt es gute Ersatzprodukte, die Säuglinge wachsen gesund auf.

        Es ist doch gut so wie es ist. Nicht?
        Oder wieso sollte mehr/länger gestillt werden?

        Und ja, wir empfanden teilweise massive Ablehnung, als wir sagten, sie stille nicht mehr.
        Die „Kampfstillerinnen“ oder „Fundamentalisten“ gibt es schon…
        Die Reaktion der „Rabenmutter“ war bei einer Kollegin, vor kurzem.

        Dass das Pendel aber zu weit ausschlägt war eher eine Empfindung von mir. Sorry.

      • 13 sagt:

        @ Zimmy
        Ihre Vermutung ist richtig. Werbungen für Babynahrungen müssen diesen Disclaimer haben, das ist vorgeschrieben.

        @ Stevens
        Die Eltern werden gut informiert via Stillberatung, Hebamme, etc…

        Oder wieso sollte mehr/länger gestillt werden?

        Nein, ich halte die Information für sehr bedürftig, auch gerade Hebammen, die zwar Stillberatungen anbieten, sind nicht immer dazu ausgebildet. Geschweige denn von Kinderärzten oder Mütterberaterinnen. Es kommt mir manchmal so vor, aus fragt man bei einem kaputten Auto einen Schreiner, weil er ist ja handwerklich begabt.

        In meinen Augen gibt es noch eine zu grosse Menge von Frauen, die „gerne gestillt hätten, aber es klappte nicht…“ Ich behaupte nachwievor, es hätte klappen können, wenn die Unterstützung da wäre.

      • 13 sagt:

        Das Ziel erreicht wäre in meinen Augen dann, wenn der grösste Teil der Frauen, die stillen wollen, stillen würden und zwar wo und wann sie wollen und ohne die Anpumpzeiten im Geschäft mühsam durchsetzen zu müssen, sondern es einfach normal ist, und diejenigen, die nicht stillen, sagen könnten „Wir wollen nicht stillen“. Und das Ganze möglichst ohne gegenseitige Anfeindungen. So in etwa wäre meine Traumvorstellung. Aber soweit sind wir nicht.

      • Stevens sagt:

        @13:
        „wenn der grösste Teil der Frauen, die stillen wollen, stillen würden “

        Ich glaube, da sind wir heute. Klar könnte man das noch etwas verbessern, bessere Beratung, Unterstützung etc… Aber Quantensprünge sind da kaum mehr möglich.

        „Und das Ganze möglichst ohne gegenseitige Anfeindungen. “
        Sorry. Aber es gibt niemanden, der Mütter „anfeindet“, weil sie stillen.
        Die andere Richtung hingegen schon.

        Ansonsten gebe ich ihnen recht. Aber das ist doch genau das, was ich am Anfang geschrieben habe – und so dreht und dreht sich diese Diskussion weiter und hinterlässt Anfeindungen, Verletzungen, Verunsicherung.
        Wir müssen uns doch mal daraus lösen können, denn: Es geht allen gut.

  • Selina sagt:

    2/2 Lehrzeit, ein bisschen als Lebensschule. Nicht gleich den Bettel hinzuschmeissen und durchzubeissen hat mir gutgetan. Ich wünschte mir eine bessere Betreuung der Mütter im Wochenbett, Hebammen, Freundinnen usw. die ermutigend zur Seite stehen. Wer problemlos stillen kann den möchte ich ermutigen, den (manchmal harten) ersten Monat durchzustehen, es wird besser!

    • Marie sagt:

      Sind es die Mütter, die wieder mehr Zeit für sich wollen, oder ist es vielleicht so, dass Job oder Haushalt bei stundemlangen Stillen zu kurz kommen und der Druck von andern erzeugt wird?

      Wie oft hört eine Mutter von einem Baby: „Jetzt musst du aber mal wieder weg, ohne Kind.“ Egal, ob es die Mutter überhaupt will….?

      • tina sagt:

        :). „man muss sich eben inseln schaffen“. „alles eine frage der organisation“. „man muss hilfe eben auch annehmen“

  • Selina sagt:

    1/2Ja, ich habe mein Baby gestillt und nein, ich war keine begeisterte Stillerin. Ich habe gestillt, weil ich gute und viel Milch hatte und weil mein Baby problemlos an der Brust getrunken hatte. Und weil ich in meinem Umfeld eine Person hatte, die mich motivierte und dir mir über die Anfangsschwierigkeiten geholfen hat. Nach ca. einem Monat taten die Brustwarzen nicht mehr weh und die Zeiten, die das Baby an der Brust verbrachte verkürzten sich auch immer mehr. Persönlich erlebe ich es in meinem Umfeld so, dass die viele Mütter keine Geduld mehr aufbringen zu Stillen und schnell wieder ihre Freiheit wollen. Ist das falsch? Auch ich erlebte es nicht immer als schön, alle 3 bis 4 Stunden zur Verfügung stehen zu müssen. Und das Abpumpen fand ich mühsam. Trotzdem sehe ich im Nachhinein als

  • mila sagt:

    Ich kenne einige Frauen, die nicht, nur partiell oder keine sechs Monate stillen konnten, obwohl sie es gerne getan hätten. Keiner einzigen ging es dabei um die Busenform. Man (frau) sollte entsprechend lieber geniessen und schweigen, wenn es bei einem selber gut klappt. Ich als stillende Mutter fühle mich jedenfalls nicht belästigt (wovon auch?) und frage mich gerade, was Sie wohl wirklich zu Ihrem Kommentar unter der Gürtellinie getrieben hat.

    • 13 sagt:

      @ mila
      Gemäss weltweiter Studien sind es rund 1-2 % der Frauen, die wirklich nicht stillen können oder nicht genügend. Bei den allermeisten ist es zu wenig/falsche Information oder die Motivation war nicht wirklich da.

    • Martin Frey sagt:

      Welche Studien sind denn das, 13, und aufgrund welchen Kriterien wird das beurteilt? Wenn eine Mutter bspw. immer wieder Mastitiden hat und deswegen aufhört/aufhören muss, ist sie dann eine Stillverweigerin? Oder kann sie dann nicht stillen gemäss „LLL Lehrmeinung“?
      Genau derartige, wenig hinterfragte Zahlen führen eben zu diesem sozialen Druck, der so eigentlich nicht statthaft ist. Denn die Frauen, die Probleme mit dem Stillen haben, machen sich bereits selber genug Vorwürfe.

    • 13 sagt:

      @ MF
      Druck zu erzeugen war ganz sicher nicht meine Meinung. Ich bin keine Stillberaterin und auch keine LLL-Anhängerin. Auch ist Stillverweigerin das falsche Wort. Jedoch habe ich mich genügend in die Materie reingelesen, dass es mir immer wieder passiert, dass eine Mutter sagt, sie konnte nicht (mehr) stillen und wenn ich frage, warum denn, kommt etwas, das vermutlich mit der richtigen Unterstützung durchaus zu beheben gewesen wäre. Immer vorausgesetzt, die Mutter will (unbedingt) stillen. Wer es nicht will, der muss auch nicht. Da können wir dankbar sein, Alternativen zu haben.

    • Martin Frey sagt:

      Natürlich haben Sie recht, 13, man kann mit adäquater Stillberatung einiges erreichen. Aber nicht immer, und dann sollte man meines Erachtens keinefalls noch mit Druck oder Vorwürfen arbeiten. Mir ging es darum, solche herumgereichte Zahlen auch mal kritisch zu hinterfragen.
      Notabene habe ich auch nicht angenommen dass Sie zu den LLL-Dogmatikerinnen zu zählen sind. 🙂

    • 13 sagt:

      Um das Hinterfragen bin ich auch froh und ich muss zugeben, ich weiss sie gelesen zu haben, aber wo könnte ich jetzt beim besten Willen nicht abrufen. Aber dann sind wir uns wohl einig.

      Ich liess mich übrigens beim ersten Kind selber durch den Stilldruck beeinflussen und weiss, was er bedeuten kann. Erst nach dem Abstillen ging es uns gut. Da sage ich aber nicht, ich konnte nicht stillen, sondern es war für unsere Situation das Beste. Beim zweiten und dritten gab es keine Probleme. U.a. aber gerade weil ich manche Informationen hatte, die mir beim ersten fehlten.

  • teamc sagt:

    Stilldiskussionen sind auch darum so polarisierend, weil sie aus der Still-Fundamentalisten-Ecke so dogmatisch geführt werden.
    Zudem ist ein Anzweifeln von Aussagen erwähnter Meta-Analysen durchaus angebracht, da es so viele Faktoren gibt, welchen Scheinkorrelationen zu Tage führen könnten. Auch seriöse Wissenschaftler sind davor nicht gefeit, und man darf isch auch nicht der Illusion hingeben, alle Studienverfasser verstünden etwas von Statistik. Zudem interessiert, wie sich die die analysierten Stichproben zusammensetzen? Sind es eh schon die gesunden Babies, welche lange gestillt werden? Welche Gründe führen zu einem Stillabbruch (Krankheit der Mutter, des Kindes, Umwelteinflüsse, etc…) IMHO so komplex, dass eine pauschalisierte Aussage schlicht weg unseriös ist, Lancet hin oder her

    • Muttis Liebling sagt:

      Das beleuchtet eine zweite, immer wichtiger werdende Ebene. Wer ist wirklich vertrauenswürdig, bzw. seriös? Organisationen wie die Nutricia sicher nicht. Zuviele privatwirtschaftliche Partnerschaften, welche immer nur ein Ziel haben. Sobald ein Pharma- oder Lebensmittelkonzern am Horizont auftaucht, kann man nicht nur, sondern muss man mit dem Lesen und Wiederkäuen aufhören.

      Die WHO ist inzwischen auch keine seriöse Quelle mehr. 5 Mrd. $ Etat, davon über 4 Mrd. von den Krankheitsbewirtschaftern. Einfache Regel, wer für Gewinn arbeitet, produziert auch nur Gewinn, aber keine vertrauenswürdige Erkenntnisse.

      Allerdings gibt es das gut abgestandene Lehrbuchwissen aus der vor- neoliberalen Zeit. Da erfährt man alles über Stillen, was notwendig ist.

    • mila sagt:

      Komisch, im ’normalen‘ Leben sind mir bislang weder Still-Zwängerinnen noch Still-Nihilistinnen begegnet… Lediglich Mütter, die im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten das Beste für ihre Kinder wollen. Es scheint wohl v.a. ein medialer/virtueller Grabenkampf zu sein, an dem sich ’normale‘ Menschen irgendwie nicht beteiligen…

      • Lucrecia sagt:

        Wenn Mütter immer das beste für die Kinder und nie für sich selbst wollten…
        Eine Mutter ist primär eine Frau. Egoistische, narzissistische Frauen werden nicht durch ein Wunder plötzlich bessere Menschen, wenn das Baby kommt. Auch ängstliche Frauen oder Frauen mit einem gestörten Verhältnis zum eigenen Körper werden nicht durch die blosse Mutterschaft „geheilt“.
        Frauen treffen Ihre Entscheidungen als Ergebnis all dieser Komponente: Sorge um die Kinder, eigene Fähigkeiten und Ängste, Eigeninteresse, äussere Umstände, Einfluss des Umfeldes, usw. Dass das Wohl der Kinder stets überwiegt, halte ich für Wunschdenken.

      • mila sagt:

        Ich schrieb bewusst: im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Das haben Sie wohl überlesen, denn ja, auch in meinen Augen bleibt eine Mutter ein Individuum mit durchaus eigenen Bedürfnissen. Ich sehe nur keinen Anlass, dies gleich so extrem nachteilig (mit Extrembeispiel) auszulegen wie Sie.

  • Lucrecia sagt:

    Diese Angst ist aber unbegründet. Nicht das Stillen, sondern die Volumenzu- und abnahme KANN die Brust beschädigen. Genauso, wie man nach der Schwangerschaft einen hässlichen, ausgedehnten und gestreiften Bauch haben KANN.
    Um es zu vermeiden, pflegt man sein Bindegewebe: täglich wechselduschen und einölen, richtige Ernährung (und Nichtrauchen!), richtige BHs (besonders beim Abstillen und am Besten auch nachts).
    Bei meiner Cousine hat es super geklappt, 3 Kinder gestillt und noch ganz schöne Brüste (straffer als bei vielen gleichaltrigen Kinderlosen…).

  • Salome sagt:

    Ausser Komfort, Lifestyle und Emanzipation gibt es kein einziges Proargument für die Flaschenmilch. Man will es aber wehement nicht einsehen.

    • Stillende Mutter sagt:

      Autsch…ich möchte unbedingt stillen, aber da meine Tochter ungenügend trinkt, habe ich seit 4 Monaten den Rhythmus, stillen, Pumpen, nachschöppelen was extrem an die Substanz geht. Und ich wünsche mir langsam aber sicher ich könnte es entspannter sehen und auf schoppen umsteigen. Es ist nicht nur ein Entscheid der Mutter sondern es gibt auch Kinder die nicht richtig trinken und das seit Geburt und ich kenne Mütter, die Schicht weg keine Milch haben.

    • Kaspar sagt:

      Gegen dermassen simple Aussagen kann man fast nicht argumentieren. Ihre Meinung in Ehren aber es ist nur ihre rein subjektive Meinung. Meiner Erfahrung nach gibt es noch andere Faktoren. Z. Bsp. einen gesunden Rhythmus des Kindes. Ich kenne Familien wo das Kind andauernd an der Brust hängt, weil die Milch halt knapp ist und ziemlich schräg herauskam als kiga Kind. Totale Symbiose. Da wäre es wohl besser gewesen, zumindest teilweise mit schoppen auf einen regelmässiges Intervall zu zielen. Dann habe ich Zwillinge und da reicht die Milch erstens nicht ganz und zweitens werden Sie wahnsinnig wenn zwei im wilden Rhythmus fordern. Da ist es wichtiger, dass Kinder und Mutter entspannt bleiben, sonst leidet die Entwicklung und Beziehung. Der pragmatische weg ist im Interesse aller.

      • Beere sagt:

        @Stillende Mutter: haben Sie schon Mal Kontakt mit einer Stillberaterin aufgenommen? Nacheschöppele bewirkt oft, dass die Milchproduktion zurückgeht… Vielleicht können Sie mit etwas Hilfe wieder Vollstillen. Pumpen ist echt mühsam… Aber ohne Wille, kein Weg :)!

    • anja sagt:

      Das Überleben meiner Zwillinge ist das beste Proargument. Ich würde krank. Auf Grund der Media dürfte ich nicht stillen. Ohne Flasche wären meine Kinder verhungert!

  • Roger sagt:

    Mich stört eigentlich schon sehr, dass darüber überhaupt geforscht wird. Weil es nur um das Ziel des Ersetzens geht. Irgendwann, wenn wir alle nurnoch Kopfmenschen sind, keine Zeit mehr haben für unseren Nachwuchs und besseres zu tun haben, wird sich über eine lange Periode die Milchproduktion einstellen. Und wie mit den getöteten Bienen merkt man dann erst später was man in der Natur zerstört hat. Aber wir müssen ja über reinpfuschen, weil wir es können und das Gfühl haben wir sind allmächtig. Grausam!

  • Mathilda sagt:

    Irgendwie nervt mich diese ständige relativierung von allem echt sehr. Wenn es einfach ein Fakt ist das es natürlicher ist, gesünder, abgestimmter, dann ist das einfach so. Und darum, wenn möglichst, gibt man es seinem Baby. Wenn man das aber nicht möchte, soll man einfach direkt dazu stehen und basta. Versuchen die sich zu rechtfertigen, frag ich mich wieso? Weil sie doch nicht so sicher sind oder ihre Argumente sich eigentlich nur gegen das eigene Kind (Wohl des Kindes) richten. Tja, mit der Entscheidung sollte man eben leben können. Ohne Rechtfertigung ohne Überzeugungsargumente die evt. für andere keine Sind.

    • gugus sagt:

      Entschuldigung, aber dass sich Mütter, die sich gegen das Stillen entscheiden, sich gegen das Wohl des Kindes entscheiden, ist Blödsinn. Eine Mutter ist nicht nur eine Milchmaschine, sondern muss das Kind in mannigfaltiger Weise versorgen. Ein Abstillen oder Nicht-Stillen kann zum Beispiel durchaus sinnvoll sein, wenn das Kind dadurch zwar keine Muttermilch, aber dafür eine wesentlich enspanntere Mutter hat. Es gilt immer, alle Aspekte abzuwägen.

    • Lichtblau sagt:

      Unsere Tochter kann bisschen zu früh und musste rasch Gewicht zulegen. Weil es mit dem Stillen nicht wirklich gut klappte, haben wir fast von Anfang zusätzlich das Fläschchen gegeben. Gut möglich, dass mit der richtigen Beratung mehr möglich gewesen wäre. Trotzdem hatten wir ein ausgesprochen glückliches Kind, das schon sehr früh durchschlief, praktisch nie krank war und bis heute keine Allergien hat. Diese ganzen Jahre waren ein „Kinderspaziergang“ verglichen mit der Teenagerzeit. Aber wer weiss, vielleicht rächt sich jetzt die fehlende Muttermilch ;-)?

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Stillen ist das Beste, was es für einen Säugling gibt. Bliebe nur die Unterstützung der Gesellschaft. Von mir aus kann eine Mutter stillen wo sie will, im Restaurant, im Park oder in der Kirche.

  • Lucrecia sagt:

    Ich erlebe das Stillen als wunderschön und sehr angenehm.
    Weitere, im Artikel nicht genannte Vorteile:
    – Industrielle, getrocknete Kuhmilch mit Zusatzstoffen (Milchpulver, auf Englisch zutreffender „formula“ genannt) schmeckt jedes Mal, jeden Tag, immer gleich. Armes Baby! Wie monoton! Und dies monatelang.
    – Muttermilch hat man immer dabei, hat immer die richtige Temperatur.
    Einziger Vorteil der industriellen Milch m.M.n.: Jeder kann sie geben. Man kann das Kind problemlos samt Schoppen für den Tag abgeben und selber Shoppen gehen. Die Mutter ist dann eine von mehreren Bezugspersonen, die Verantwortung/Rolle ist nicht mehr so zentral. Das finde ich persönlich schade, aber wer eine Mutterschaft nach dem Motto „Gleichberechtigung/Emanzipation“ will, sieht das wohl anders.

    • Yaris sagt:

      Wie war das noch, dass sich stillende und nicht-stillende Mütter nicht gegeneinander ausspielen sollten?

    • 13 sagt:

      Warum so schwarz-weiss? Ich stille auch und das lange und sehr gerne. Dass ich deshalb irgendwie nicht gleichberechtigt mit meinem Mann bin, hätte ich nicht gemerkt. Und ich kann ihn auch ohne Probleme mit dem Baby und einem Muttermilchschoppen zu Hause lassen. Er hat zudem auch seine eigenen kleinen Gewohnheiten und Rituale mit dem Baby, die nur bei ihm klappen. Umgekehrt wurde mein erstes Kind nur kurz gestillt. Dass ich für dieses aber weniger eine primäre Bezugsperson war, stimmt so auch nicht.

      • Lucrecia sagt:

        Liebe 13,
        Danke für Ihren wertvollen Beitrag und das Nuancieren.
        Ich hasse es, Milch zu pumpen. Ich habe auch Angst, dass nicht genug vorhanden ist. Deshalb ist es für mich nicht „problemlos“.
        Und sonst bin ich Ihnen gegenüber als einfache und ziemlich frischgebackene Mutter eine Anfängerin. Daher glaube ich Ihnen, sie haben ja mehr Erfahrung.
        Mit Gleichberechtigung meinte ich, dass zB der Mann auch nachts aufstehen soll oder dass die Frau auch den Abend draussen verbringen kann. Vielleicht wäre ein anderes Wort besser gewesen?

      • 13 sagt:

        Ich weiss nicht, ob es ein besseres Wort gäbe. Oft stelle ich nur fest, dass das Sillen auch etwas vorgeschoben wird, um die Verantwortung der Mutter alleine aufzuerlegen (ob durch die Mutter selber, die sie nicht abgeben will oder den Mann, der sie nicht übernehmen will oder die Gesellschaft). Dabei ist das nicht nötig. Ich höre dann immer wieder, er ist kein „Baby-Papi“, ja aber konnte er das überhaupt werden? Man muss aber in alles mal etwas reinwachsen, auch gerade das Pumpen, mal weggehen etc. ist Übungssache, wenn man selber emotional soweit ist, es zu tun. Ist auch nicht bei allen gleich 😉

      • Lucrecia sagt:

        @13 10:00
        Ich muss tatsächlich zugeben, dass es mir im Moment noch etwas schwer fällt, die Kleine mehr als 3 Stunden und 15 km abzugeben. Es reicht aber schon für Einiges, das andere kann warten, bis sie 3 Monate alt ist oder so. Oder sind Sie von Anfang an länger abends oder den ganzen Tag draussen geblieben? (Bin ich „anormal“? )

      • Lucrecia sagt:

        Meine Smileys erscheinen nicht. Nach es sollten ein Wink und ein Lachen sichtbar sein. Sonst versteht man den Ton falsch! Komisch….

      • Sisifee sagt:

        @ Lucrecia: 3 Stunden und 15 km loslassen können innerhalb der ersten 3 Monate ist doch toll! Machen Sie sich keinen Kopf! ;-))

      • 13 sagt:

        Nein, sind Sie nicht und nein, bin ich nicht, wobei es beim dritten halt eher so ist, dass die anderen zwei auch mal exklusive Mami-Zeut wollen 😉 nicht normal finde ich nur, den Vater bei geregelten Verhältnissen völlig aussen vor zu lassen, d.h. Ihn kaum das Baby halten oder mal wickeln lassen! Aber auch das ist auch nur eine persönliche Meinung.

    • Stillende Mutter sagt:

      Ich stille auch gerne und finde es wundeschön. Doch trinkt mein Baby nicht genug von der Brust, so das ich jetzt seit 4 Monaten täglich stille Pumpe und nach Schöpele.
      Vor der stillzeit war meine Einstellung eher wenn’s klappt ist gut und sonst gibt es Alternativen. Jetzt fühle ich mich gezwungen das durchzuziehen, obwohl es mir dabei nicht wirklich gut geht und das lösen genau solche Einstellungen bei mir aus.

    • Kaspar sagt:

      Genau wegen solchen Haltungen hat hier jede Frau die zu wenig Milch hat oder aus einem anderen Grund nicht stillen kann, erst mal Schuldgefühle und wird von dogmatischen Subjekten wie Ihnen in die Rabenmutterecke gestellt.

      • Rage sagt:

        Nein, Kaspar, diese Mütter werden nicht in die Rabenmutterecke gestellt, sondern sie stellen sich selber dahin, völlig unnötigerweise. Da fehlt einfach das nötige Selbstbewusstsein, um zu seiner Entscheidung zu stehen. Oder haben Sie jedesmal ein schlechtes Gewissen, wenn Sie in der Zeitung lesen, dass raffinierter Zucker ungesund ist?
        Die Dogmatik in der Diskussion stört mich bisweilen auch, aber ist es wirklich so, dass man wissenschaftliche Erkenntnisse verschweigen muss, weil sich dadurch jemand daran erinnert fühlen könnte, wie schwer ihm eine Entscheidung gegen den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Dinge gefallen ist?

      • Lucrecia sagt:

        @Kaspar
        Das mit Rabenmutter, wenn jemand nicht stillen kann, ist Ihre Interpretation. Meine Meinung ist, wer nicht stillen kann, verpasst etwas schönes und hat mein Mitgefühl. Wer nicht stillen will, respektiere ich und kann ich nachvollziehen. Ich respektiere zB auch Frauen, die, einmal Mutter geworden, weniger mit dem Mann Sex haben wollen. Das heisst aber nicht, dass ich das nicht schade finden darf, oder?

  • Martin sagt:

    alte Weisheit. schon lange bekannt.

  • Muttis Liebling sagt:

    Wenn es am Schluss heisst

    ‚Aber es sind immer private Gründe – und sie sind immer berechtigt.‘

    ist der Rest der Ausführungen überflüssig. Wer so denkt, sollte Wissenschaft, welche sowieso nicht verstanden wird, aus seinem Umfeld entfernen und sich einen Heile- Welt- Bastelkasten zulegen.

    Wenn man umgekehrt der Wissenschaft einen Stellenwert zubilligen möchte, muss man als erstes akzeptieren, das ‚privat‘ im Kontext von Objektivität eine Illusion, oder besser eine Fallgrube ist. Erfreulicherweise kennt die gesamte objektive Welt keinen Pluralismus. Es gibt immer genau nur eine Wahrheit und der Rest ist eben einfach nur falsch und dumm.

    • Robin sagt:

      Autsch.
      Die reine Lehre der Wissenschaft ist objektiv,
      alles andere ist ein subjektiver Heile – Welt – Bastelkasten. Falsch und dumm.

      Na, dann wünsch ich einen schönen Tag im „Kokon der heilen Wissenschaft“ Bastelkasten 😀

      Ich kann nur hoffen, Ihr Beitrag sei wenigstens zum Teil ironisch gemeint, ansonst hege ich so meine subjektiven Zweifel… 😀

    • Malena sagt:

      Dieser Satz ist mir auch aufgefallen. Ich denke er steht hier zur Abwehr von Bevormundung und pauschaler Kritik. Er kann aber auch angewendet werden zur Entschuldigung von Selbstgerechtigkeit, Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Nicht jeder private Grund ist immer berechtigt, und auch berechtigte Wünsche müssen mit den Interessen anderer abgewogen werden.

    • Max sagt:

      In diesem Kommentar (Muttis Liebling) ist so ziemlich alles falsch, was falsch sein kann. Nur weil Muttermilch objektiv gesehen gut für die Mutter und das Kind ist, muss das nicht bedeuten, dass es für jede Mutter subjektiv optimal ist, ihr Kind zu stillen.

      Wie bei allem im Leben geht es bei dieser Entscheidung ums Abwägen von Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Entscheidungen. Dabei spielt die individuelle Situation der Person eine zentrale Rolle. Es kann daher subjektiv durchaus rational sein, sich gegen das Stillen zu entscheiden, obwohl es objektiv klar ist, dass Stillen viele Vorteile hat.

      Zu behaupten, dass es in solch einer Frage nur eine Wahrheit gibt, ist lächerlich und zeugt von wenig Verständnis der Sachlage (ich bin übrigens selber in der Wissenschaft tätig).

      • Muttis Liebling sagt:

        Sie haben mich nicht verstanden. Wenn die individuelle Situation eine zentrale Rolle spielt, kann man sich das pseudowissenschaftliche Pribramborium sparen.

        Wissenschaftliche Erkenntnisse muss man nur dann anführen, wenn sie zentral für eine Entscheidung sind, was aber in Frau Brauns und Ihren Ausführungen explizit ausgeschlossen ist.

        Für Bauch und Not- und Bequemlichkeitsentscheide braucht man keine rationale Basis, auch nicht als Alibi.

      • Max sagt:

        Es tut mir leid, aber das ist völliger Quatsch. Frau Braun hat den Artikel ja gerade geschrieben, weil sie die Ergebnisse wichtig und interessant findet (und daher wahrscheinlich auch glaubt, dass sie entscheidungsrelevant sind).

        Das bedeutet aber natürlich nicht, dass es deswegen keine plausiblen Gründe mehr gibt, trotz dieser Erkenntnisse nicht zu stillen. Es ist absurd zu argumentieren, dass die individuelle Situation der Frau in dieser Entscheidung keine Rolle spielt.

        Wenn es darum gehen würde, ob man Kindern Zyankali in die Milch geben soll, wäre ihre Argumentation nachvollziehbar. Bei dieser Entscheidung ist die Situation der Frau relativ egal (wenn man einmal von konstruierten Extremsituationen absieht).

      • Malena sagt:

        @Max: gibt es denn in dieser Sache mehrere, sich widersprechende objektive Wahrheiten? ML sagt ja nicht, dass die objektive Wahrheit simpel sei („Stillen ist immer besser“). Objektive Wahrheit ist halt oft eine Wahrscheinlichkeitsverteilung oder von so vielen komplexen Variablen abhängig, dass wir sie nie abschliessend kennen werden. Ko-Existenz verschiedener Wahrheiten mag es im subjektiven Empfinden geben (aber auch dort zeugt es oft von Ausblenden unliebsamer Fakten). In der Wissenschaft kann ich mit dieser Idee nichts anfangen, dort gibt es höchstens Ko-Existenz verschiedener Theorien, die im Licht rigoros und vorurteilsfrei generierter neuer Daten mehr oder weniger bestätigt, und entsprechend verfeinert oder verworfen werden müssen.

      • Robin sagt:

        Eine Entscheidung wird sowieso immer ein MIX sein, aus objektiv und subjektiv.
        In einem stimme ich Muttis Liebling bei, eine Entscheidung ist immer die eigene, und die Wissenschaft hinzuziehen, ist immer so ’ne Sache.
        Was ich andererseits völlig naiv finde, ist, wenn Leute gerade die Wissenschaft, welche alle zwei Jahre das Gegenteil behauptet (womöglich davon abhängig, welcher Chemiemulti gerade die Studie finanziert und die Annahmen gesetzt hat), als OBJEKTIV darzustellen.
        Für jedes Pro und Kontra gibts eine Studie.
        Wichtig ist, ehrlich zu reflektieren und am Schluss wohl oder übel subjektiv, also HIER UND HEUTE zu entscheiden.
        Sans Greasst 🙂

  • Albert Baer sagt:

    Die Biologie kümmert sich halt nicht um die Kultur.

Kommentar

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