Wenn Kinder fremde Menschen beleidigen

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Hohes Beleidigungsrisiko: Ein vorlautes Wesen mit viel angelerntem frechen Vokabular.  (iStock)

Meine Mutter traf es damals am Eltern-Kind-Basteltag im Kindergarten: Da fragte der kleine Markus lautstark, warum denn die Frau neben uns einen Bart trage. Mutter schämte sich in Grund und Boden.

Jede Familie hat pro Kind eine solche Geschichte. Und wenn nicht, dann steht das Ereignis noch bevor. So wie bei uns: Ich weiss, dass mich der Brecht irgendwann vor fremden Menschen in Verlegenheit bringen wird. So will es das Gesetz.

Einen kleinen, harmlosen Vorgeschmack habe ich bereits erhalten. Als wir kürzlich durch die Stadt spazierten, trat zwei Meter vor uns eine Frau in einen Hundehaufen. Sie ärgerte sich sichtlich. Und was tat unser Brecht? Er zeigte auf die Frau und brüllte laut und spöttisch: «TROTTEL!»

Das hatten wir selbst verschuldet. In der Familie meiner Frau ist es seit Generationen üblich, sich liebevoll Trottel zu nennen, wenn jemand etwas fallen lässt oder verschüttet. Eine schöne Tradition, die wir gerne weiterführen. Der Aspekt «liebevoll» war für die Frau im Hundehaufen halt etwas schwer zu erkennen. Dumm auch, dass Trottel eines der wenigen Wörter ist, die der Brecht mit 20 Monaten schon sehr deutlich aussprechen kann.

Was lernt Ihr geschätzter Papablogger daraus: Man kann die Wortwahl der Kinder steuern. Macht man es falsch, setzt man andere Menschen einem hohen Beleidigungsrisiko aus. Am besten bringt man dem Nachwuchs also erst mal keine beleidigenden Begriffe bei. Einfacher gesagt als getan, gibt es doch nichts Süsseres als ein eineinhalbjähriges Kind, das «Schafseckel» sagt.

Doch selbst wenn man konsequent auf riskantes Vokabular verzichtet: Die Gefahr ist damit nicht gebannt. Es braucht keine Schimpfwörter, um die Eltern in Verlegenheit zu bringen, wie meine höflich formulierte Bartfrage zeigt. Jahre später – nun in der Rolle meiner Mutter – frage ich mich: Wie soll man als Eltern reagieren, wenn das Kind ungewollt Fremde beleidigt? Was würden Sie tun?

Hier zur späteren Diskussion fünf mögliche Strategien:

1 – Die Verleugnung
Sie könnten so tun, als hätten Sie nichts gehört.

Problem: Ihr Kind wird ein zweites Mal fragen, und die Frage spätestens beim dritten Mal quer durch den Kindergarten brüllen.

2 – Die Abwehr
Erst das Kind mundtot machen und dann die Stille überbrücken: «Schschscht! Gopf! Gehts noch? Jaaa … ähem … Frau Stückelberger, Ihr Kind hat ja wirklich ein gaaaanz schönes Räbeliechtli geschnitzt. Toll! So schön … hehe.»

Problem: Der Schaden ist bereits angerichtet. Durch diese Reaktion stellen Sie lediglich Ihre Verlegenheit zur Schau.

3 – Die Aufarbeitung
Wer schon vor der Geburt zwölf Erziehungsratgeber gelesen hat, sucht in so einem Moment das Gespräch mit dem Kind: «Warum denkst du, dass die Frau einen Bart hat?» oder «Frag die Frau doch gleich selber, Sebastian.»

Problem: Pädagogisch ist das natürlich vorbildlich, aber Sie laufen Gefahr, den Karren noch tiefer in den Dreck zu reiten.

4 – Der Humor
Man könnte die Stimmung auch mit einem Witzchen rumreissen: «Haha, Kind, das ist doch kein Bart. DAS ist ein Bart.» (Und sich dabei stolz durch den eigenen Bart streichen.)

Problem: Das braucht einiges an Schlagfertigkeit und funktioniert nur situativ. Durch den eigenen Bart streichen erfordert zum Beispiel einen eigenen Bart. Nicht so gut wäre es, stattdessen auf eine andere Mutter mit noch mehr Bart zu zeigen.

5 – Die Demut
Klar, man kann sich ganz einfach beim Opfer entschuldigen: «Jesses, also nein aber auch! Entschuldigung, Frau Stückelberger, das ist mir jetzt gar nicht recht.»

Problem: Die Variante ist etwas gar unterwürfig und strahlt wenig Souveränität aus.

Je nach Schwere der Beleidigung führt aber kein Weg an Variante 5 vorbei. Mit einer Entschuldigung dürfte die Sache auch angenehm schnell gegessen sein. Vielleicht bin ich doch ganz froh, wenn der Brecht keine heiklen Fragen stellt, sondern gleich «Schafseckel» austeilt.

156 Kommentare zu «Wenn Kinder fremde Menschen beleidigen»

  • Hedy sagt:

    Kinder lernen von den Eltern in den ersten Lebensjahren!

  • Peter Lüthi sagt:

    Wie kommt man eigentlich darauf, ein Kind ‚Brecht‘ zu nennen? Forcierte Originalität? Demonstrierte Belesenheit? Oder ist das in einer mir noch unbekannten Ethnie ein gängiger Vorname?

    • Hanspeter Müller sagt:

      Seit ich gelesen habe dass „der Brecht“ eine Sie ist, gefällt mir der Name noch besser. Aber Sie meinen doch nicht, dass der Autor den richtigen Namen des Kindes preis gibt, wenn er richtiger Weise auch das Foto abschneidet?

  • Pablo S. sagt:

    Mich würde interessieren wie die alten Römer ihren Kindern Manieren beibrachten. Die hatten nicht einmal einen ‚Mamablog‘ und trotzdem sind dort Leute wie Cicero oder Tacitus gross geworden. Das lag vielleicht am Charme der Kindermädchen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Seit der griechischen Antike bis in die Neuzeit war es in aristokratischen Familien üblich, die Kinder frühzeitig von der Mutter zu trennen und durch Privatlehrer nach strengen Regeln erziehen zu lassen.

      Das Geheimnis guter Erziehung besteht in Autorität, Drill und einem sehr hohen Niveau der Bildungsvermittlung so früh als möglich.

  • Thyl STEINEMANN sagt:

    Alles nur halb so schlimm — viel schlimmer war es, als unsere Mutter nach dem Besuch des Strandbades im Tram lauthals zu uns Kindern sagte: „Ich habe keine Unterhosen angezogen !“
    Da schämten wir uns wirklich in den Boden, denn die Trampassagiere schauten uns sehr schief an. . . .

  • Aber Hallo sagt:

    ….mein 2.5 jähriges Kind (welches gerne „Huere Schissdräck“ sagt – auch süss., nicht..?“, schaut einen jungen Mann mit unreiner Haut an. Plötzlich zeigt es auf einen anderen Mann und sagt „Das isch ä Maa“. Dann zeigt es auf denn jungen Mann und sagt „U das isch äs Bibeli“. Ja ich weiss, das war erst der Anfang….

  • Anna Meier sagt:

    Hui, also in dem Alter schon Schafseckel? Da ist die Karriere auf der Baustelle ja praktisch vorprogrammiert 😀 So gehts natürlich auch.. hahaha

  • Danny sagt:

    Beim Namen des kleinen musste ich spontan lachen (und an den Kopf fassen). Welche Trottel geben einem Kind so einen Namen?

    • Ich habe keine Ahnung, die müssen wirklich völlig bescheuert sein.

    • Christoph Mathis sagt:

      Ich glaube, diesen Namen kann man auf dem Standesamt auch gar nicht eintragen lassen; in Wirklichkeit heisst der Bengel wohl anders.

    • L.Kyara sagt:

      Echt krass… das ist bereits das zweite mal, dass ich eine solch schonungslose Kritik über den kleinen Brecht lese..

      Ehrlich, ich habe bei diesem Namen auch die Stirn gerunzelt, es dann aber dabei belassen.

      Trottel zu denken, kann man… Jeder hat seine eigene Meinung. Doch Trottel o.ä. zu schreiben überschreitet jede Grenze von Anstand und Taktgefühl. Bei 3 Jährigen kanns besser. Der Fragt wenigstens wiesos so ist.

  • Martin sagt:

    Beleidigung in der Höflichkeitsform: z.B. „Sie Trottel Sie …. ?“

  • Flo sagt:

    Wenn Kinder fremde Menschen beleidigen: gerade vor einer Stunde im Grossverteiler erlebt:
    Mutter mit ca. 11-12 jähr. Mädchen, Mutter am Einkaufswagen zur Smartphon malträtierenden Tochter; hol uns bitte noch 2-3 Joghurt – Tochter: geh doch selber, hast ja auch Beine Alte! – Mutter geht wortlos zur Kühltheke!

    • Reincarnation of XY sagt:

      ach die schlimm verzogenen Kinder von Heute – man hört jetzt schon seit 20,30,40, Jahren diese Geschichten.
      Aber viel schlimmer als diese Kinder sind doch Erwachsene, die einen simplen Text nicht verstehen:
      es geht um Kinder – nicht um Pubertierende
      es geht um Kinder, die unabsichtlich „beleidigen“, aufgrund einer herzigen Ehrlichkeit (noch nicht vorhandenen Sozialkompetenz)

      es geht um Fremde – nicht um die eigene Mutter, gegenüber der man den Aufstand übt

      Also Flo – Note 1 , Text von A-Z nicht verstanden

      • Grossmami sagt:

        Beim 3-jährigen ist das noch kein Drama. Aber wann wollen Sie denn beginnen, Ihr Kind zu erziehen? Wenn der Jööh-Effekt vorbei ist, wird es zu spät sein. Mami/Papi sollten das Ereignis mit dem Nachwuchs besprechen. Ausserdem: Kinder merken sehr wohl und sehr rasch schon, wenn sie jemanden verbal verletzen. Und was dann die Eltern nicht gemahnt haben, ist dann wohl auch nicht so arg und kann man wieder machen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Text ebenfalls nicht verstanden

        zu ihrer Frage: wir erziehen unsere Kinder laufend -seit dem 1. Tag ihrer Geburt

        wir bekommen von KIGA und Schule sehr positive Feedbacks und zwischendurch auch von diversen 3. Personen

  • dres sagt:

    Solche Kinder gehören verwahrt oder zumindest ausgeschafft. Zum Glück ist das doofe Sirenengeheul vorbei…

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ist doch überhaupt kein Problem. Selbst der „Beleidigte“ weiss, dass es kindliche Unschuld ist.

    Und nebenbei: der Nutzen ist auch, dass die Leute wieder mal hören, wie sie auf einen neutralen, nicht bös-willigen Beobachter wirken.

    Mit den Worten muss man aufpassen. Aber es ist schon interessant, wie Kinder selbst aus dem Radio ausgerechnet „Motherfucker“ und „Son of a bitch“ aufschnappen und singen.

  • Irene Stepanek-Sennhauser sagt:

    Zwei Beispiele: Ich, 62, erinnere mich daran, dass ich meine Mutter mit „Kuh“ titulierte, da ich von einer Schulfreundin hörte, wie sie das mit ihrem Kindermädchen tat. Das wollte ich ganz einfach auch ausprobieren. Meine Mutter sah mich so perplex und strafend an, dass ich dies nie mehr tat. Meine Enkelin, 4 Jahre, hörte, wie ein Familienmitglied eine Dame im Fernsehprogramm als „blöd“ bezeichnete. Eine halbe Stunde später probierte sie dies an mir, der Grossmutter, aus. Mein Sohn, der das mitanhörte, wies sie sofort zurecht. Offenbar wurde der Vorfall in der jungen Familie besprochen und Folge war, dass die Kleine mit dem Vater im Hintergrund nochmals zu mir kommen musste und eine deutliche Entschuldigung vorbrachte. Ich finde gut, wenn Kinder lernen -wie auch immer- was sich gehört.

  • tststs sagt:

    Nun ja, die Reaktion sollte in aller erster Linie von der Intention des Kindes abhängen! WILL das Kind beleidigen oder nennt es einfach einen Sachverhalt (wie IMHO in obigem Bart-Beispiel)!
    Trifft Fall 1 zu: sofort tadeln/befehlen, man macht sich nicht über andere lustig (gerne auch mit dem Satz „Du häsches au nöd gern, wenn ich Dir eifach so XY sage“)
    Trifft Fall 2 zu: mit einem Lächeln sagen „ja, du häsch rächt, aber mer redet nöd über anderi Lüüt und wie sie usgsehnd“

    • tststs sagt:

      Gerne möchte ich noch ein Beispiel aus eigener Erfahrung anhängen:
      Vor ein paar Jahren, zoologisches Museum mit zwei meiner Göttikinder, die Jüngere knapp 3 Jahre alt, ein Tetraplegiker besucht die Ausstellung, „lueg emal Gotti, dä isch mitem Töff innegfahre“ und zwar in Hörweite des Betroffenen, er fand es offensichtlich amüsant 🙂

  • Amerigo sagt:

    Wer sich von einem Kind beleidigen lässt, hat Arbeit mit sich selber zu erledigen. Das Beleidigtseinwollen ist kein Menschenrecht.

    • Flo sagt:

      Da möchte ich ihnen schon widersprechen: auch Kinder, auch kleine Kinder können so etwas wie anstand erlernen, das heisst es muss ihnen vorgelebt werden.
      Oder wären/sind sie nicht beleidigt wenn ich sie in der Oeffentlichkeit als blöden, alten ttrottel bezeichen?
      Wenn nicht, sorrydann „beglückwünsche“ ich sie Amerigo zu ihrer Toleranz/Ignoranz

      • Amerigo sagt:

        Im Beispiel geht es um Haare im Gesicht, oder einen dicken Bauch. Wer sich da beleidigt fühlt, hat doch eher ein Problem mit sich selber, das halt durch das Kind aufgedeckt wird.

      • sonic sagt:

        @flo: Ja klar müssen sie Anstand lernen, aber sie kommen noch nicht mit Anstand auf die Welt. Erziehung ist auch im besten Fall ein Prozess. Am Anfang klappts halt noch nicht so..

      • Andrea sagt:

        Für das Kind ist an einem dicken Bauch nichts falsch. Es teilt uns bloss seine Beobachtung mit. Es könnte geradesogut sagen: „Schau da ist eine Frau mit einem roten Mantel“. Wenn wir uns entschuldigen oder dem Kind sagen, dass es dass nicht sagen darf, dann teilen wir dem Kind und der betroffenen Person mit, dass wir dicke Bäuche nicht in Ordnung finden. (im Gegensatz zu roten Mänteln.)

      • Susi sagt:

        Dicke Bäuche sind meistens tatsächlich nicht in Ordnung
        😀

  • Andrea sagt:

    Die Fragen der Kinder sind aus meiner Sicht völlig wertfrei. Sie beobachten etwas Spannendes und teilen es uns mit. Erst durch unserer komischen Reaktion wird den Kindern mitgeteilt, dass an Frauen mit Barthaaren oder dicken Bäuchen etwas nicht in Ordnung sei. Ich versuche die Beobachtung der Kinder aufzunehmen und sag dann so was wie. „Ja schau es gibt Menschen die haben mehr Haare und andere weniger“ respektive „es gibt grosse und kleine und dicke und dünne Menschen.“ Meistens reagieren dann auch die Betroffenen ganz positiv.

    • Amerigo sagt:

      Sie hagen es verstanden, Andrea. Genau so isses. Und wenn die Betroffene halt einen Damenbart hat, dann ist das in Zeiten von Conchita Wurst ja auch kein Aufreger mehr. Ist halt so.

    • Andrea sagt:

      Übrigens sobald die Kinder etwas älter sind und „gelernt“ haben, was der gesellschaftlichen Norm entspricht, dann sagen sie in solchen Situationen: „Mami i muess dir öppis chüschele“ und flüstern einem ihre Beobachtung ins Ohr. Das tun sie oft so auffällig, dass die betroffene Person mitbekommt, dass es um sie geht. Das empfinde ich als viel unangenehmer.

    • Mamivon4 sagt:

      So mache ich es auch.

      …und ich habe bei vier Kindern schon einige solcher Situationen erlebt ;0)

  • Elisabeth Brunner sagt:

    Warum einem Kind nicht klar sagen, bitte sei jetzt still, das macht man nicht?

  • Beatrice sagt:

    …gibt es doch nichts Süsseres als ein eineinhalbjähriges Kind, das «Schafseckel» sagt…

    ihr ernst?

    • Franz Vontobel sagt:

      Sehr gut bemerkt, Beatrice! Ist doch ein eineinhalbjähriges Kind, das «Arsch mit Ohren» sagt noch viel, viel süsser!

    • Ja, es ist tatsächlich mein Ernst. Humor und damit verwandt auch kindliche Süssheit funktionieren zu einem grossen Teil über unerwartete Äusserungen oder falsche Kontexte. Indem zum Beispiel ein Kind etwas sagt, was normalerweise nur Erwachsene sagen würden. Natürlich bringe ich meinem Kind deshalb jetzt nicht ein Repertoire an Flüchen bei.

  • Rodolfo sagt:

    Im Zeitalter von Conchita Wurst ist es vielleicht bald nicht mehr so erstaunlich, wenn Frauen einen Bart tragen…
    Als Erwachsener kann ich durchaus unterscheiden, ob ein Kind mich mit unschuldiger Direktheit beleidigt, oder ob es Überlegungen nach- und damit ausplappert, welche seine Eltern angestellt haben.
    Wenn sie bei ihren Beleidigungen „altklug“ wirken, ist auch eine „scheinklug“ machende ältere Peron im Hintergrund zu vermuten.
    In einer solchen entlarvenden Situation, die die erwachsenen „Drahtzieher“ zu Recht entlarft ist es, wie wenn ein Bauchredner über eine Puppe Frechheiten von sich gibt, ohne dabei seinen Mund zu bewegen.
    Weil wir den Trick aber erkennen, lachen wir.

    • Flo sagt:

      Ha, den Vrgleich mit dem Bauchredner und seiner Handpuppe finde ich grandios! Und sollte uns zum Nachdenken anregen. Unsere kleinen „Handpuppen“ sprechen halt manchmal mit einiger Verzögerung!!!!!!!!

      • Ja, guter Vergleich. Ich Trottel.

      • Rodolfo sagt:

        Letzhin hat mir ein Mädchen zugerufen, ich sei eine Frau, so wie sie jetzt auf dem Schulhof das Wort „Frau“ als Schimpfwort ausprobieren.
        Abgesehen dass das für ein Mädchen langfristig ein vielfaches Eigentor wäre, das Wort „Frau“ als Schimpfwort zu verwenden (so weit überlegt ein Mädchen natürlich nicht), finde ich diese Art von „Beleidigung“ natürlich nicht wirklich schlimm.
        Also fragte ich das Mädchen: „Meinst Du das jetzt als Kompliment, oder als Beleidigung?“
        Das Mädchen lachte: „Als Beleidigung!“
        In diesem Moment fuhr ihr Vater dazwischen und rief: „Stop!“

  • Ladybird sagt:

    Als ich in der Bahn war, kam ein dunkelhäutiger Mann ins Abteil und setzte sich uns gegenüber. Mein Kleiner sass träumend und ganz still im Kinderwagen. Als er den Mann erblickte, richtete er sich kerzengerade auf, beugte sich nach vorn und starrte ihn mit offenem Mund und ganz grossen Augen an. Dann blickte er fragend zu mir. Ich sah den Mann etwas hilflos an und entschied mich für die Lächeln-Strategie. Denn ein Lächeln kann bekanntlich viel bewirken. Und so war es auch! Also lächelte ich den Mann entschuldigend an und er daraufhin amüsiert zurück. Worauf sich eine Reihe strahlend weisser Zähne zeigte, was wiederum meinen Kleinen erneut ganz aus dem Häuschen brachte. Ich muss heute noch darüber schmunzeln, wenn ich daran denke!

    • Der Brecht hat zwei schwarze Puppen, die Kaspar und Peter heissen. Eine Zeit lang waren dann alle schwarzen Menschen „Peter“. Inzwischen hat er sich glaub ich dran gewöhnt, dass Menschen unterschiedliche Hautfarben haben.

  • Alpöhi sagt:

    Variante 6: Bestimmt, aber höflich zur Kenntnis nehmen: „Ja, die Frau hat halt Haare dort. Ist halt so.“ Dann ist die Beobachtung des Kindes ernst genommen, und die beobachtete Person auch.

    • Die Frau würde vielleicht lieber hören, dass sie da keine Haare hat und sich das Kind bestimmt getäuscht hat. Mein Hauptproblem bei Variante 6 liegt aber mehr beim Satz „ist halt so“.

      • Alpöhi sagt:

        ?
        Wenn da halt Haare sind, dann ist das halt so. Alle wissen das. Auch die Frau die es betrifft. Offenbar stört es sie nicht so sehr, so dass sie die Haare eben stehen lässt. Ist doch ok.

        Es ist das Vorrecht der Kinder, zu rufen: „Der König ist ja nackt!“ Wenn es dann den König stört, dann muss er eben dafür sorgen, dass er nicht nackt ist – und dies möglichst rechtzeitig, versteht sich 😉

  • Sonja sagt:

    Noch war ich nicht in so einer Situation. Mein Sohn ist nun 14 Monate alt.
    Ich werde aber versuchen, dem Kleinen zu erklären, dass es eben ganz viele verschiedene Menschen auf der Welt gibt, welche auch verschieden aussehen können. Würden Alle gleich aussehen, wie langweilig wäre dann die Welt.
    Irgendwie so. Kann mir aber auch vorstellen, dass das nicht immer funktioniert und dann halt doch die „Sch…sch…-Taktik“ zur Anwendung kommt.
    Danke Herr Tschannen für den Aufsteller!

  • dezi sagt:

    Auf das Grundproblem hat mich meine Tochter aufmerksam gemacht, die schon damals, etwas älter als Herr Tschannens Brecht, die unangenehme Gewohnheit hatte, den Finger auf den wunden Punkt zu legen: „Wieso? Mä dörf doch nöd lüüge, häsch gseit!“
    Zu vermitteln, dass die geschmähte Lüge (10 Gebote!) in unserer Gesellschaft gleichzeitig auch zu den Regeln gehört – und dann Höflichkeit genannt wird – ist hohe Schule. Jedenfalls haben meine retorisch lustvoll agierenden Töchter den Ball bei nächster Gelegenheit gerne wieder zurückgespielt: „Wieso ich dir das nicht gesagt habe? Du sagst doch, man soll andere Menschen nicht verletzen!“

    • Christina sagt:

      „Man muss nicht immer alles sagen!“ So der Ausspruch meines Dogmatikprofessors.

      • Flo sagt:

        man muss nicht immer allles sagen – vielleicht würde es manchmal gut tun vor dem sagen auch ein bisschen zu denken.
        Wie oft werden Dinge gesagt, leider nicht nur von Kindern, Dinge die sehr verletzend sein können – Dinge die einem weh tun, die einem tief treffen – und dann mit einem eher oberflächlichen: „Tut mir leid“ aus der Welt geschaffen werden.
        Gebe zu, differenzierter Umgang mit der Sprach ist oft schwierig, speziell dann wenn es um Emotionen geht, aber ein bisschen Vorsicht und Denken vor dem Reden ist/wäre doch angebracht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist meine Standardansprache an Kollegen und Sonstige: Man ist sehr aufmerksam und hört und sieht alles. Allerdings spricht man nur einen Bruchteil des Gehörten oder Gesehenen an.

      Kinder ab dem 3. LJ kan man das beibringen, denn die sind schon in der Lage, taktische Entscheide zu fällen und eben gezielt nicht authentisch zu handeln. Mit 20 Monaten geht das noch nicht.

  • Sylvie sagt:

    Bei mir kam ein solch peinlicher Moment etwas später, im Alter von ca. 8 Jahren: Wir hatten einen dunkelhäutigen Turnlehrer und mir fiel nichts besseres ein, als vor der gesamten Klasse zu fragen „Sie, sind Sie ein Neger?“ … Er hat zum Glück gelacht und mir erklärt, dass er einer sei, aber man das Wort nicht mehr sagen sollte. Als ich dies meinen Eltern erzählt habe, haben Sie sofort dem Turnlehrer angerufen und sich entschuldigt (obwohl er es bereits bereits vergessen hatte) 😀

    • Flo sagt:

      und wie sprach man im Elternhaus über dunkelhäutige Menschen? Als Neger?

      • Sylvie sagt:

        Nein. Man hat sie „schwarze“ genannt. Ich musste das Wort „Neger“ wohl aus dem Globi-Buch und Chasperli-Kassetten aufgeschnappt haben 😉

    • Muttis Liebling sagt:

      Dies aber ein gutes Beispiel für sprachliche Fehlkorrektheit. Das Wort ‚Neger‘ ist semantisch und etymologisch völlig korrekt und hat keine erkennbar rassistische oder beleidigende Dimension. Diese ist erst durch politisch motivierte Sprachdeppen eingebracht worden.

      Was man im Deutschen sagen darf und wie man das sagt, legt die Duden- Redaktion fest, nicht ein Parlament oder eine PC- Behörde. Politiker, ob in CH oder D sind im Regelfall viel zu dumm, um sich substanziell mit Sprache auseinandersetzen zu können. Wer z.B. ‚Bürgerinnen und Bürger‘ sagt, beweist damit ein vollständig fehlendes Verständnis für die Konstruktionsregeln von Kategorialbezeichnern. Gutes Deutsch weicht deutlich von der Sprache der Politik ab.

      • Mia sagt:

        Wir haben zwei dunkle Adpotivkinder. Ich hörte auch schon: „sind das aber zwei süsse Negerli“.
        Das stresst mich nicht, denn sogar ich wuchs mit dem Begriff auf. Ich konnte den Kindern erklären, dass man früher Dunkelhäutige aus Afrika so genannt hat, man das heute aber nicht mehr sage.

      • Martin Frey sagt:

        Natürlich haben Sie grundsätzlich recht, ML. Nur wandelt sich die Sprache dauernd, und Instanzen wie Duden, Académie française usw. ziehen vielleicht dann irgendwann mal nach. Mit anderen Worten, erst durch die Konnotation im Gebrauch erhalten die Begriffen irgendwann eine andere, an sich zweckentfremdete, und halt oft wertende Bedeutung. Wer dies dann dementsprechend gezielt einsetzt um andere zu beleidigen, wird verurteilt/geächtet, meines Erachtens zu recht. Persönlich mache ich einen Unterschied bei den Leuten, die es nicht besser wissen (können). Klassisches Beispiel auch der hochbetagte Patienten der nach der „Krankenschwester“ ruft. Hier ärgere ich mich mehr über Leute die sich darüber aufregen.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Was man im Deutschen sagen darf und wie man das sagt, legt die Duden- Redaktion fest.“

        Ach ja? Ich glaube nicht, dass die ein immerwährendes, allgültiges Mandat dafür hat… Und wenn sie es hätte, so würde sie zum „Neger“ sagen: „Die Bezeichnung Neger gilt im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend und wird deshalb vermieden.“

      • Muttis Liebling sagt:

        Vontobel, was Sie da kursiv zitieren ist eine inhaltlich völlig korrekte Beschreibung des Status quo. Es ist kein Gebot und kein Verbot.

        Der Duden verbietet das Wort nicht und empfiehlt auch nicht, es nicht zu benutzen.

        Sicher ist Sprache immer im Wandel und die Regelwerke werden zeitverzögert angepasst. Aber sprachlicher Wandel findet im Alltag statt und wird nicht in politischen Gremien beschlossen.

        Dieses leidige Problem der Geschlechtsspezifität und/ oder -Neutralität hat schon die Gebrüder Grimm bewegt. Die wollten damals schon den Unfug von ‚Menschen und Menschinnen‘ einführen, wurden aber überstimmt. Seitdem gilt das generische Maskulinum als geschlechtsneutral und nicht als männlicher Bezeichner.

      • tststs sagt:

        @ML: Wird immer wieder behauptet, stimmt aber nicht. Neger (resp. negro) bürgerte sich von anfang an als Wort für einen Sklaven/Menschen zweiter Klasse ein (auch wenn es sich einfach aus dem Wortstamm für „schwarz/dunkelhäutig“ ableitete).
        2. Der Duden legt nicht fest, was man sagen DARF, er legt lediglich fest, was die korrekte Schreibweise eines Wortes ist.

      • Muttis Liebling sagt:

        @ts, da Sprache lebt, wie hier mehrfach erwähnt wurde, muss man eben mit sprachlichen Mitteln gegen die PC- Verzerrungen vorgehen. Wir benutzen Worte wie ‚Neger‘ u.ä. in einem zweifelsfrei nicht rassistischen Kontext und wir benutzen niemals geschlechtsabhängige Bezeichner. Wenn man in den Medien die Literaturkritik verfolgt, wird man feststellen, dass praktisch alle Kritiker, Schriftsteller so sprechen, wie ich es vorschlage.

        Wenn, wie heute zu hören, ein Amsterdamer Museum 1000 Originalwerke umbenennt und damit auch das Urheberrecht der Künstler verletzt, dann meidet man dieses Museum, bis es pleite ist.

      • Franz Vontobel sagt:

        Das Rijksmuseum Amsterdam, ein niederländisches Nationalmuseum mit über 2 Mio Besuchern im Jahr, wird sich durch diese massive Drohung von ihrer Seite, ML, vermutlich innert kürzester Zeit in die Knie zwingen lassen!

        Teilen sie aber sicherheitshalber dem Museum ihren Boykott noch mit, für den zugegebnermassen unwahrscheinlichen Fall, dass der dort gar nicht bemerkt wird…

  • Karin sagt:

    als noch junge Frau las ich mal folgende Geschichte: eine Mutter mit ihrem Kind sass im Bus und der Kleine ( oder die ??) sagte ganz laut: Mami schau doch Mal was die Frau für eine grosse Nase hat. Die Mami, vermutlich geschockt aber gefasst sagte leise zur dem Kleinen: das sagt man nicht so laut, darüber können wir zu Hause reden. ….. Ja aber da kam mal wieder eine Frau mit einer grossen Nase in den Bus und der Kleine ganz laut: Mami über diese reden wir dann zu Hause gell ??? !!!!!!!

  • Mia sagt:

    Mein Mann wechselt unserem Sohn die Windeln im Zug. Es ist mucksmäuschenstill. Sarah (ca. 4) sagt laut: Aber Papi, das Schnäbi muss anders liegen!
    Ein Grinsen rundherum.

  • Mia sagt:

    Wir sitzen im Zug und schräg gegenüber eine weitere erwachsene Person. Unsere Tochter fragt: Mama, ist das ein Mann oder eine Frau? …. ich konnte ihr beim besten Willen keine Antwort geben. Ja, das war oberpeinlich!!

    • Ja, es scheint so ein paar Standardfragen zu geben. Mein Schwager hat genau das gleiche gefragt wie Ihre Tochter und meine Frau hat damals auch die „Bartfrage“ gestellt. Vielleicht könnte man diese Erkenntnis nutzen und sich auf diese Fragen vorbereiten bzw. dem Kind rechtzeitig einbläuen, dass man sowas NIE, NIEMALS, UNTER KEINEN UMSTÄNDEN fragt.

      • Mia sagt:

        Doch, ein Kind soll einfach fragen dürfen! Zudem wird es sich bei einer so brennenden und essentiellen Frage (Einordnung der Leute in Kategorien wie „Mann und Frau“ ) nicht an ein Verbot erinnern können.
        Ich sagte nach dem zweiten Fragen: Wenn es für dich wichtig ist, dann darfst du bestimmt fragen gehen.

      • Es ist halt eine Gratwanderung. Das Kind soll offen und aufklärerisch erzogen werden, aber trotzdem muss oder wird es irgendwann merken, dass Fragen auch verletzten können. Aber dazu hat es ja genug Zeit. Wie die Kommentare hier zeigen, ist in den seltensten Fällen mit heftigen Reaktionen der Beleidigten zu rechnen.

  • Palmer sagt:

    Brecht…. Das ist Strafe lebenslänglich genug

    • Franz Vontobel sagt:

      Und, Palmer, wissen sie, was das Allerschlimmste ist? Brecht ist ein Mädchen!!! – Ja, da schnappen sie nach Luft, gell!

    • Franz Vontobel sagt:

      Ah, noch was: „lebenslänglich genug“? Im Gegensatz zu „zu wenig lebenslänglich“..? Mmmh…

      • Ladybird sagt:

        @FV: Wie kommen Sie darauf, dass Brecht hier ein Mädchen ist? Im Text neben dem Autor steht: „Er lebt mit seiner Frau und deM kleinen Brecht…..“, also nicht mit deR kleinen Brecht. Wo Sie hingegen recht haben, dass Brecht sowohl Mädchen- wie ein Jungenname sein kann.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Wie kommen Sie darauf, dass Brecht hier ein Mädchen ist?“

        Schauen sie doch genau hin, auf dem Foto! Wenn sie die Augen leicht zusammenkneiffen, können sie ganz deutlich die weibliche Indigo-Aura über der Fontanelle erkennen!

      • sonic sagt:

        @Ladybird: und Brecht ist doch ein Mädchen. So wie der Trottel eine Frau ist. Huch ist die Welt manchmal kompliziert 🙂

      • tina sagt:

        brecht ist ein verb. 2. person plural.
        en guete!

      • Nun gibt es ja das grammatikalische Geschlecht und das biologische Geschlecht. So wie „der Hund“ ein Weibchen sein kann, ist „der Brecht“ halt auch ein Mädchen. Das erzählt man sich zumindest.

      • Susi sagt:

        Hahahaaa, Tina!!!

        Genau! (Oder mit Ausrufezeichen sogar ein Imperativ!)

      • Susi sagt:

        Also, wenn man nach oben scrollt, sieht man, dass zum Beispiel der Florian auch eine Frau ist. (Eine alte Frau.)

      • Franz Vontobel sagt:

        …die, wenn man etwas weiter nach unten scrollt, so alt-frauen-typische Dinge sagt wie: „So geil!“

    • Lichtblau sagt:

      Brecht ist cool. Das Kind kann sich ja später immer noch Seeräuber-Jenny oder Mackie Messer nennen.

  • Florian sagt:

    Ich denke da kommt es dann sehr auf die Haltung und die Reaktion des Elternteils an.
    Mein Erlebnis: ich ( 72 J. graue Haare und etwas gehbehindert) bin im COOP, schiebe friedlich meinen Einkaufswagen vor mich hin.Nach einer kurzen Zeit verfolgt,ja wirklich verfolgt,mich ein etwa 4 j. Mädchen durch die Gänge.Lautstark ruft es immer wieder;alte Frau,alte Frau,kommt immer näher und wird immer lauter.Nach etwas 10 Min. halte ich an und stelle sie zu Rede und sage ihr das sie das bitte unerlassen soll, es sei nicht höflich-sie lacht mir in’s Gesicht und schreit noch mal ganz laut „Du alter Frau Du.Noch mehr Leute werden aufmerksam und bleiben stehen. Dakommt die Mutter; na was ist los, ist doch kein Problem sie sind ja eine alte Frau. Da war ich sprachlos!

    • Christina sagt:

      Ich bin auch so eine alte Frau. Ich würde vermutlich sofort und nicht erst nach 10 Min. anhalten und dem Kind erklären, dass das keine Schande ist, dass ich dafür viel kann, was es nicht kann und dass es auch einmal alt sein wird und dass sein verhalten nicht lieb ist und es doch auch lieber hat, wenn die Menschen lieb sind.

      • Michu sagt:

        @BS: Ja.
        Nächstes Mal baue ich noch ein Smiley ein oder das bekannte „*Ironie off“

        btw. Ich hätte gar nicht die Ausdauer 20 Minuten jemandem hinterherzulaufen.

        Oh, fast vergessen: 🙂

    • Michu sagt:

      Aber es stimmt doch.

      „Alte Frau“ ist ja weder böse gemeint noch abwertend.

      Aber es stimmt schon: Die Meisten vertragen die Wahrheit schlecht.

      • Christina sagt:

        Ja, wenn es als kurze Feststellung daher kommt, aber nicht, wenn 10 Minuten hinterher geschrien wird, dann ist es als Beleidigung gemeint. Es kommt eben auf den Ton und die Umstände an.

      • Flo sagt:

        lieber Michu, nein alte Frau ist sicherlich kein Schimpfwort, ich stehe dazu, ich bin alt, aber wenn man es ihnen über 20 Min. lang durch alle Gänge im COOP nachruft dann??????????
        War es sicherlich keien Feststellung einer tatsache oder gar lieb gemein – oder?

      • Michu sagt:

        @Flo+Christina: Ok, verstanden.
        Ich unterlasse es in Zukunft.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Michu

        was genau unterlassen Sie in Zukunft?

        Alten oder sehbehinderten, besonders dicken, besonders dünnen, im Rollstuhl sich fortbewegende oder sonstwie auffallenden Mitmenschen, minutenlang hinterherzulaufen und Wahrheitsverkündiger zu spielen???

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Flo
        @Christina

        die Reaktion der Mutter war ganz einfach, und sehr wahrheitsgetreu: frech-

        eigentlich hätte jemand im Laden beginnen sollen hinter der Mutter herzulaufen und mantramässig vor sich her rufen: die kann nicht erziehen weil sie Sch … hat, die kann nicht erziehen weil sie etc etc

      • Flo sagt:

        Michu

        3. Februar 2016 um 12:32

        @Flo+Christina: Ok, verstanden.
        Ich unterlasse es in Zukunft.

        Michu: ich habe bei meinem Sehbehinderten Compiprogramm leider keine Smileys – aber beim nächsten Zusammentreffen im COOP tret ich dich in den Hintern!!! Smiley, Smiley,Smiley

    • Lichtblau sagt:

      „Alte Frau“ ist ein No-Go, ganz egal, wieviele Jahre die Gemeinte auf dem Buckel hat. Wenn das Alter schon erwähnt werden muss, ist „ältere Dame“ angebracht. Wer hier mit der „Wahrheit“ argumentiert, muss auch „hässliches Kind“ und „dummer Mensch“ akzeptieren. Mit solchen Basics der Höflichkeit bringt man auch grobschlächtigeren Naturen ein bisschen Liebenswürdigkeit bei und gibt ihnen die Chance, nicht überall anzuecken. Normal intelligente Kinder verstehen das rasch und problemlos.

  • Papperlapapi sagt:

    Wir: Parterrewohnung, Wohnungstüre offen, am Anziehen zum Rausgehen. Direkt vor der Tür: Lift, davor Dame am Warten. Tochter, damals ca 3-4jährig: „Papi, schau, die hat ein dickes Füdli!“ Ich, auf Knien der Tochter am Schuhbinden, ca 2 Meter von der Dame entfernt, knallrot, wäre am liebsten direkt im Boden versunken. Habe Strategie 2 gewählt: „Schschscht,….sagt man nicht“. Sie: „wieso? Stimmt doch?…“ Zum Glück ist dann der Lift gekommen……

  • Dani sagt:

    Danke für den tollen Beitrag. Ich musste herzlich lachen, vor allem aufgrund der vorgeschlagenen Vorgehensweisen. Im Endeffekt verhalten sich die Kinder so, wie sie es eben auch in der Gesellschaft vorgelebt bekommen. (Sie äffeln eben vieles nach) Im Endeffekt denke, sind uns aber viele Dinge peinlich, und das nur, weil wir gerne die Leute auch darauf aufmerksam machen, weil für mich ist eine Frau mit Bart auch so unästhetisch, wie ein Mann, der wie ein Gorilla behaart ist, oder seine Hose so weit unten trägt, dass man bei jedem Bücken die Ritze sieht. Diese Leute würde ich auch am liebsten ansprechen, tue es aber aus Anstand nicht. Dieser Anstand kennt das Kind noch nicht, also ruhig raus damit. ;o) Da muss man sich auch nicht entschuldigen, weil recht hat es allemal

    • Flo sagt:

      Im Endeffekt verhalten sich die Kinder so, wie sie es eben auch in der Gesellschaft u n d a u c h v o n i h r e m d i r e k t e n U m f e l d vorgelebt bekommen. (Sie äffeln eben vieles nach)

  • Marcel sagt:

    MT schreibt: „In der Familie meiner Frau ist es seit Generationen üblich, sich liebevoll Trottel zu nennen, wenn jemand etwas fallen lässt oder verschüttet. Eine schöne Tradition, die wir gerne weiterführen.“
    Tut mir Leid eine Derartige Familie kann man nur Trottel nennen, wenn sie sich darüber wundern wenn der Sohn unerzogen andere Leute beleidigt. Trottel hat nichts liebevolles an sich sondern hat eine deutliche negative Konnotation.
    Erziehungsratschläge derartige „Trottel“ kann man sich ruhig schenken.

    • Oliver sagt:

      Er hat ja eben NICHT unerzogen andere Leute beleidigt, er kennt es ja nur positiv belegt.

      Im Endeffekt bleibt doch nur zu hoffen, dass der Betroffene selber genug Humor hat und im Idealfall eigenen Kinder hat und eine ähnliche Situation selber schon erleben durfte.

    • Bitte verstehen Sie meine Blogbeiträge nicht als Erziehungsratschläge, Marcel, das wäre fatal. Ansonsten: Sprache lebt und ein Wort ist das, was man darunter versteht.

      • Marcel sagt:

        Genau, und das Wort Vollidiot kann ja auch sehr liebevoll verwendet werden. Reinste Sprachverluderung. Ein Baum ist nicht mehr ein baum sondern einen Strauch usw. Komisch das Kinder nicht mehr die richtige Bedeutung von Wörter beherschen. Die Aussage „Sprache Lebt“ ist reine Faulheit.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Die Aussage „Sprache Lebt“ ist reine Faulheit.“

        Aha. Und wie begründen sie denn ihre, sagen wir mal, „originelle“ Rechtschreibung & Grammatik?

      • Dass sich die Sprache seit jeher verändert, ist Fakt, nicht Faulheit. Die Kritiker nennen es Sprachverfall, was ich persönlich für Blödsinn halte. Oder um meine Frau zu zitieren, die das studiert: „Sprache passt sich dem Bedürfnis der Sprechenden an, Sprache entsteht und existiert durch Anwendung.“

      • Susi sagt:

        „Komisch das Kinder nicht mehr die richtige Bedeutung von Wörter beherschen.“

        Komisch auch, wenn Erwachsene weder Grammatik noch Orthographie beherrschen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es gibt in der deutschen Umgangssprache einige Worte, welche auf der Nord- Südachse einen erheblichen Deutungswandel vollziehen.

      Neben ‚Trottel‘ z.B. die Bezeichnung ‚Tussy‘. Im Süddeutschen eher ein Kosename, nördlich von Frankfurt/ Main aber die Umschreibung für eine dumme, arrogante Frau.

      • Flo sagt:

        womit wir vom eigentlichen Thema; Beleidgt durch in Kind, abgekommen und beim grossen Thema der Sprachverluderung angelang sind!
        Manchmal kann man über Aussagen am Radio/TV oder in den Printmedien nur staunen. Was uns da so alles geboten wird – da sträuben sich mir manchmal noch alle vorhandenen Haar!

    • Patrick sagt:

      Sie haben natürlich Recht. Wer respektvolle Kinder will, macht das wie ich, meine nennen mich „Herr Papa“ und Siezen mich.

      • Marcel sagt:

        Tja, man wundert sich öfters wieso Kinder so sind wie sie sind. Ich halte es bei folgendem: Schaue dir die Eltern an und die Art wie sie reden, dann sage ich dir wie die Kindern sind. Bei Ihren Kindern befürchte ich das schlimmste.

  • Susi sagt:

    Als unsere Tochter etwa 2.5 Jahre alt war und ein kleines Stück hinter mir nachlief, blieb sie bei einer Bushaltestelle stehen und brüllte extrem laut: „Mami, lueg emal de dick Buuch wo dä Maa hät!!“ Dabei zeigte sie mit ausgestrecktem Arm auf einen dicken Inder mit Kugelbauch. Mir war das so peinlich, dass mir wortwörtlich die Knie einknickten. Ich kroch beim Dicken zu Kreuze und entschuldigte mich verzweifelt, aber der lachte nur laut und amüsiert, sehr sympathisch. Mir sass die Scham aber so tief in den Knochen, dass ich mich hinsetzen musste.
    Ich erklärte dann meiner Tochter, dass das nicht geht. Wenn sie sowas sagen wolle, dann bitte leise. Ich lernte später, dass „leise“ eine relativ verstandene Grösse ist.

    • Carolina sagt:

      Oder dieses: als ich mit unserem zweiten Kind schwanger war und der Bauch schon recht dick, rief das Kind laut durch ein Restaurant, in dem eine etwas fülligere Frau servierte: Mami, die Frau hat auch eine Schwester im Bauch!
      Was mich immer beeindruckt hat: die Frau, bei der ich mich entschuldigte und sagte, das Kind vermute überall Schwangerschaften zur Zeit, reagierte richtig cool, lachte und sagte der Tochter, nicht immer sei in einem dicken Bauch eine Schwester, manchmal auch nur einfach zuviel Essen, wenn man in so einem guten Restaurant arbeite…… Fand ich super!
      Allen heute einen schönen Tag.

    • Flo sagt:

      Ich kroch beim Dicken zu Kreuze (!!) und …… –
      das ist doch genau die Krux. Wie oft sprechen sie in Gegenwart ihres Kindes so über andere Menschen? Mal darüber nachdenken!

      • sonic sagt:

        @Flo: Neinnein, die Kinder sind einfach super gute Beobachter. Und im Kleinkindalter sind die Bemerkungen ja auch nicht irgendwie wertend gemeint sonder eben rein beobachtend. Sie weisen auf etwas hin, was nicht der Norm entspricht, an die sie gewöhnt sind.

      • Bösartiges Lästern mal ausgenommen ist es bis zu einem gewissen Grad ja normal, dass man über Abwesende anders spricht als über Anwesende. Das müssen Kinder irgendwann auch lernen.

      • Susi sagt:

        Flo, was ist daran unziemlich, wenn ich einen Dicken als dick bezeichne? Er war ja dick. Sehr dick sogar. Ein echt Dicker.

      • Franz Vontobel sagt:

        Susi, das hatten wir doch schon mal! „Ich kroch beim horizontal Herausgeforderten zu Religionssymbol“, heisst das!

      • Susi sagt:

        Walross

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha! Genau! Bei den Walrössern war’s! Das war auch eine wunderbar absurde Diskussion!

      • Susi sagt:

        Genau, mir wurde angehängt, moralinsauer zu sein!!! (MIR!!!)

    • Rodolfo sagt:

      Ich glaube, der Inder fühlte sich geschmeichelt!
      Zu den kulturellen Verschiedenheiten einer materiellen „Überfluss-Gesellschaft“ und einer materiellen „Mangel-Gesellschaft“ gehören nmlich die diametral gegensätzlichen Ansichten über das „Dick sein“. In „Indien“ bedeutet „dick sein“ vermutlich, dass man zu einer höheren Kaste gehört, deren Mitglieder reicher sind, als der Durchschnitt. Somit ist „dick sein“ ein Zeichen von Wohlstand und von Zufriedenheit.
      Aus diesem Grund zeigen wohl auch die Buddha-Statuen einen ausgesprochen dicken, seelig lächelnden Guru.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Ich würde die Situation zu einem Lernanlass nehmen um die Empathiefähigkeit zu fördern:“Stell dir vor, jemand würde über dich…Hättest du das gerne?“
    Wenn das Kind das noch nicht verstehen kann, würde ich nur sagen: „sowas sagt man nicht!“Ich würde nicht mit dem/r Fremden Kontakt aufnehmen, ist wahrscheinlich schon genug peinlich für sie/alle. Wobei peinlich müsste es einem eigentlich gar nicht sein, dies gehört ja nun mal zum „Grosswerden“ dazu, wie Sie mMn richtig feststellen. Dass es aber einem trotzdem peinlich ist, weiss ich aus eigener Erfahrung: wir haben einige tamilische Freunde (können super kochen, super Leute) und unsere Kinder haben sie als Kleinkinder immer ganz lange angeschaut/angestarrt, ohne zu lächeln (weil sie so eine andere Hautfarbe haben, war fremd für sie).

    • Franz Vontobel sagt:

      „wir haben einige tamilische Freunde (können super kochen, super Leute)“

      Danke für die Erklärung – ich dachte ja schon: wieso bloss hat der Hintermeier tamilische Freunde? Das sollte er also schon rechtfertigen, das kann er doch nicht einfach so in den Raum stellen..!

      • Hans Hintermeier sagt:

        @FV: weil Sie es ansprechen: sagen wir es so aus konkreter Nachbarschaftshilfe/Solidarität: ich habe zuerst einem Kind Nachhilfeunterricht gegeben, das hat sich dann herumgesprochen, dann war ich einem Mädchen für die Aufnahmeprüfung zur Kantonsschule behilflich, dann habe ich immer wieder Briefe und Bewerbungen korrekturgelesen und last but not least das Windows für sie mehreremals neu installiert. Sie haben sich jeweils mit einem feinen Abendessen bedankt (So, und jetzt bin ich bestimmt ein Gutmensch, weil ich das geschrieben habe, wollte es deshalb zuerst extra nicht schreiben). Und Sie, waren Sie auch schon anderen Menschen behilflich oder schreiben Sie nur angriffige Kommentare auf Beiträge anderer?

      • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

        „wir haben tamilische Freunde“ ist wie „wir kochen makrobiotsch und beziehen unser Tofu aus fairem Handel“. Übersetzt: „wir sind etwas besonderes, wir sind nicht wie die Anderen“.

      • Astrid Meier sagt:

        Oh je, Hans Hintermeier! Ist es in der Schweiz schon so schlimm mit der Fremdenfeindlichkeit dass man sich rechtfertigen muss für tamilische Bekannte? Ich hoffe nicht, das sind nämlich auch Einheimische. Die Ersten besitzen schon Wohneigentum und Nachkommen an der Universität.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich wollte eigentlich eher ihre Kochkünste loben. Zu Ihrer Frage: ja, ich befürchte, dass es z.T. in der CH wirklich nicht zum Besten steht und deshalb wollte ich sie loben. Fragen Sie mal Menschen mit Migrationshintergrund, die können Ihnen einiges darüber erzählen, leider.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Und Sie, waren Sie auch schon anderen Menschen behilflich oder schreiben Sie nur angriffige Kommentare auf Beiträge anderer?“

        Ehrlich gesagt, beschränke ich mich aufs angriffige Kommentare Schreiben…
        Ansonsten halte ich es mit Charles Dickens: „Tu soviel Gutes, wie Du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber.“

      • Hans Hintermeier sagt:

        @FV: ist ja normalerweise auch mein Motto, habe ja zum 1. Mal soetwas im Blog geschrieben. Werde es nie mehr tun. War mir den Risiken auch bewusst und ja, wusste wohl um das Karma von Hans.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @AM: Oh je Astrid Meier! Schon interessant, wie gewisse Leute immer und überall Rassismus herauslesen wollen. Ich wollte eigentlich zuerst vor allem die Kochkünste der Tamilien loben (ich liebe die tamilische Küche!), als 2. Impuls merkte ich dann, dass ich sie nicht nur auf das Kochen reduziert gewusst haben möchte. Sie sehen Rassismus dort wo überhaupt keiner vorhanden ist. Denken Sie mal darüber nach.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Uih, heute schlägt das Karma aber heftig zu

    • Hans Hintermeier sagt:

      Da heisst es, man solle konkret am Thema bleiben (und nicht über die Art des Textes reflektieren) und eigene Erfahrungrn einbringen und dann ist es auch wieder nicht recht. Ich habe mich eben stark für meine Kinder geschämt, weil sie rassistisch rüberksmen, obwohl wir das gar nicht sind. Das war mir jedes Mal sehr unangenehm und deshalb ist es meine erste Erinnerung zum aktuellen Thema (es ist sogar ein nonverbales).

      • Hans Hintermeier sagt:

        Auch die Betroffenen haben versucht durch Spässe die Kinder aufzuheitern, es blieb beim langen Anstarren ohne Lächeln. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Betroffenen auch spürten, dass sie hier immer noch etwas fremd sind, nie wirklich 100% dazugehören werden. Das wollte ich auf keinrn Fall, da mir diese Menschen sehr am Herzen liegen

  • Schoch sagt:

    Was man hier sicher nicht gerne hört, ist wohl eher die Abkehr vom christlichen Glauben und den 10 Geboten. Respekt und Anstand gegenüber Aelteren verlieren täglich an Boden. Der Grund ist schon klar: inzwischen fürchten sich viele Erwachsene mehr vor Kindern und ihren von Linksgesinnten anerzogenen und gesetzlich unantastbarer Respektlosigkeit – genannt anti autoritäre Erziehung.
    Früher durfte der Beleidigte dem üblen Treiben mit einer Ohrfeige ein Ende setzen…heute kümmert sich ein Heer geschäftstüchtiger Erzieher um die unerzogenen und im Prinzip leider zukunftlosen jungen Menschen….sie werden auch älter und dann bös auf die Welt kommen !

    • Susi sagt:

      10 Gebote? Eins davon hab ich auch noch nie gebrochen. Liegt wohl an den Ohrfeigen, die ich als Kind jeweils bekam, bin halt gut erzogen.

    • Fridolin Stenz sagt:

      Schoch! Musste laut loslachen ob Ihrem Kommentar: herzlichen Dank für diesen Aufsteller am Morgen! „“Tätsch!!““ – Ups, wusste gar nicht, dass es auch für Ironie Ohrfeigen setzt…

    • Thomas Lieven sagt:

      Wenn ich das lese, bekomme ich gerade Lust, diesem Kommentar einen Satz warmer Ohren zu verpassen. Aber nach dem von Herr Tschannen gerade 5 viel kreativere Strategien aufgezeigt wurden, lasse ich es halt für heute gut sein.

    • Dave McWide sagt:

      Schoch: Einem Kind eine Ohrfeige zu versetzten, weil es staunt, dass eine Frau Barthaare hat? Da verstossen aber sie gegen die 10 Gebote und nicht das Kind.
      Heisst es nicht in der Bibel: „Seid wie die Kinder“

    • Franz Vontobel sagt:

      Haha, grossartig, Schoch! Sie treffen den Tonfall dieser heuchlerischen Frömmler ja perfekt! Genau so tönen die!

    • Papperlapapi sagt:

      Seit Jahrhunderten wird über die „Jugend“ geschumpfen, Schoch…..Wer ein Kind schlagen will, weil es nach einem Damenbart fragt (Kindermund tut Wahrheit kund), dem fehlt es allerdings an den grundlegendsten Manieren.

    • Flo sagt:

      Respekt und Anstand gegenüber Aelteren verlieren täglich an Boden.
      Der Grund ist schon klar: Genau, weiles nämlich sehr oft ältere Menschen gibt die enau so respektlos und unanständig sind.
      Als ältere Frau bedanke ich mich, wenn mir ein Sitzplatz angeboten wird, mir jemand behilflich ist bei Ein- und Aussteigen, oder mir beim Heben einer
      Tasche o.ä. behilflich ist. Danke sagen, Vortritt lassen, nach eigenen Möglichkeiten helfen steht auch älteren Menschen gut zu Gesicht und ist/wäre ein gutes Vorbild!

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Liebe Flo, vielen lieben Dank für Ihren tollen Beitrag und Ihre super Einstellung! Sie sprechen mir, einer zweifachen Mutter, sehr aus dem Herzen. Von Kindern und Jugendlichen gute Manieren, Respekt und Rücksicht erwarten und verlangen, ihnen diese für mich übrigens auch sehr wichtigen Werte nicht entgegenbringen wollen, geht überhaupt nicht! Wie sollen Kinder denn Respekt vor Erwachsenen haben, wenn ihnen genau diese respektlos begegnen? Toll, dass Sie als gutes Beispiel und gutes Vorbild vorangehen. Denn wir Erwachsene sind die Vorbilder, uns und unser Verhalten, das gute wie eben auch das schlechte, ahmen und machen die Kinder nach. Dies sollte sich auch jeder Erwachsene bewusst sein.

    • Eveline sagt:

      Ihr voller Ernst? Ich hoffe mal nicht…

    • Patrick sagt:

      und wer’s dann immer noch nicht gelernt hat auf den Scheiterhaufen?
      Die Welt am Abgrund, junge sind respektlos etc. Ich zitiere jetzt nicht, ich meinte, Platon war’s, der ziemlich denselben Mist verzapfte minus Christentum, sondern weise darauf hin, das Respekt verdient werden muss und Altsein keine Leistung ist.

    • Schoch sagt:

      „Wenn Kinder fremde Menschen beleidigen“, steht doch ganz deutlich….worauf in der Folge Banales aus Kindermund zitiert wird… was kaum einen tatsächlich Erwachsenen (mit Kindern oder Grosskindern) beleidigen kann. Ergo, zu keiner Zeit eine Ohrfeige auslöste. Es gehört offenbar heute zum Bedürfnis der Gesellschaft, dass selbst für kleinste und nebensächlichste ‚Unstimmigkeit‘ Beratung aus ‚berufenem‘ Mund nötig ist. Vielleicht würde man ja diese Energie besser denjenigen angedeihen lassen, die hier mit ’starken‘ Antworten glänzen

    • Thomas Boss sagt:

      Da Jesus links war und für Menschlichkeit ist das meiste was Sie schreiben an den Haaren herbeigezogen. Vernachlässigung der Kinder hat nichts mit links oder rechts zu tun. Der schwindende Respekt vor (älteren) Menschen ist ein Phänomen, das vor allem durch den extremen Kapitalismus verbreitet wird. Dass Kinder in der Öffentlichkeit weniger häufig geschlagen werden finde ich persönlich ein Fortschritt. Ich habe das als Kind nicht geschätzt und es würde mich als Vater stören wenn fremde Leute mein Kind schlagen.

      • SueR sagt:

        Herr Schoch: Endlich jemand mit dem Mut zur Wahrheit! Besser hätt ich’s auch nicht formulieren können. Was mir jedoch mehr Gedanken macht, als was aktuell abgeht und hoffentlich nach und nach – ohne Ohrfeigen – korrigiert werden kann, sind die Kinder, welche diese ach so freiheits-liebenden jungen Menschen mal in die Welt setzen werden. Nur ätsch: irgendwann werden wir alle alt! 😉 Nur, eines bleibt: Das Vorbild ist die beste Erziehung!

    • tststs sagt:

      „Respekt und Anstand gegenüber Aelteren verlieren täglich an Boden“ Ähm ja, weil man ja früher™ soooo viel respektvoller mit älteren Mitmenschen umging, ähä, genau… da ist die Nostalgiebrille aber gar arg rosa gefärbt…

    • Christoph Bögli sagt:

      Also ich finde ja dieses der (originalen) 10 Gebote besonders wichtig: “ Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! [..] An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.
      Ich finde, man sollte unbedingt den Kindern früh beibringen, die Sklaven, das Vieh oder die Fremden zu bestrafen, wenn die den heiligen Ruhetag missachten. Nur über die Art der Strafe bin ich noch unsicher. Empfehlen Sie Steinigung oder reicht eine Verwarnung?

    • Christoph Bögli sagt:

      Und achja, auch ein wichtiges Gebot: „Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.“
      Wenn der Nachbarsgoof mal wieder etwas zu lüstern auf meine Sklavin schaut, dann gibts definitiv einen Satz heisse Ohren. Also beim Nachbarsgoof. Und der Sklavin auch gleich, etwas Züchtigung kann ja nie schaden..

      • Tom Walther sagt:

        Grossartige Replik, Herr Bögli!

        @tststs: früher™! Auch für Sie gilt: Daumen hoch!

  • Romea Studer sagt:

    Die peinlichsten Momente erlebten wir ab dem Zeitpunkt, wo unser Sohn sich den Kasperli zu Gemüte führte. Von „du alte Lumpesack“ bis „Hösipfüdibrüelätschmuffli“ blieb alles hängen und wurde subito im Alltag umgesetzt. Fazit: den Kasperli haben wir aus dem Kinderzimmer verbannt und kämpfen seither gegen die Beleidigungen an, die er sich in den wenigen Tagen, in denen der Chasperli lief, angeeignet hat.

    • Jose Meyer sagt:

      Nein aber auch der Kasperli…Frau Studer tun sie das dem armen Kind nicht an! Kasperli ist was wunderschönes und ich habe die immer gerne gehört. Wenn sie aus Angst vor ein paar harmlosen Schimpfwörtern ihr Kind kein Kasperli hören lassen ist das tragisch und gemein

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