Die Währungen der Liebe

Ein Gastbeitrag von Birgit Ludwig*

Mamablog

Die Ansprüche an den Partner steigen mit dem Alter: Filmplakat zur Komödie «Die anonymen Romantiker». Foto: PD

Um die 50 tut man sich nicht leicht, nochmals einen Partner zu finden. Diejenigen, die nach 25 Jahren Ehe wieder auf dem Markt zu haben sind, erfinden sich gerade neu, laufen Marathon, machen Yoga und kümmern sich um eigene Kinder. Ansonsten gibt es Restposten: Männer und Frauen mit unerklärlicher Vergangenheit, gescheiterten Beziehungen und vager Zukunft. Oder sind unsere eigenen Ansprüche schuld?

Meine Freundin Gabi lehnt sich in der Gartenbeiz über den Tisch und sieht mich bedeutungsvoll an. «Seit zwei Jahren hatte ich keinen Mann mehr im Bett», murmelt sie. «Seit das mit Martin vorbei ist, habe ich einfach niemanden mehr gefunden.» Das mit Martin war eher eine Butter-und-Brot-Lösung unter Freunden. Gemeinsam baden, gemeinsame Ausflüge mit den Jungs, manchmal Bett. Kein Prickeln, eher brauchbare Hausmannskost. Doch ohne Romantik wollte Gabi irgendwie nicht mehr.

Treffen im Internet? Sie schüttelt die kurz geschnittenen dunklen Haare. «Wenn ich mein Foto veröffentliche, meldet sich kein einziger Mann.» Gabi ist eine unglaublich patente, toughe, alleinerziehende Mutter mit wachen Augen, dreckiger Lache und sexy Stimme. Das soll keinen mehr interessieren? Kaum zu glauben.

Vielleicht ein Einzelfall. So wie Maria. Maria (46) war zehn Jahre mit Robert liiert. Italienerin, eine kluge, disziplinierte Frau, die jahrelang auf Roberts Befindlichkeiten und seinen anspruchsvollen Job Rücksicht genommen und auf Kinder verzichtet hat. Jetzt ist Robert neu verliebt, Maria ist aus der gemeinsamen Eigentumswohnung wieder ausgezogen und hat ihm ihren Anteil verkauft. Er nimmt mittlerweile Rücksicht auf seine neue – alleinerziehende – Freundin; vielleicht, weil er selber 50 ist und das Gefühl hat, es klappe sonst nicht mehr mit den Frauen.

Jetzt macht Maria eine Weiterbildung und datet im Internet attraktive Männer mit guten Jobs. Gross. Erfolgreich. Geschäftsführer, Selbstständige. Man trifft sich einmal, zweimal. Spätestens wenn Maria mit ihnen im Bett war, werden die SMS seltener. Der Mann ist im Ausland. Er muss die Kinder abholen. Er ist die ganze Zeit online, aber schreibt nicht zurück.

Warum wird eine tolle Frau wie Maria regelmässig enttäuscht? Sucht sie vielleicht nach den falschen Kriterien? Muss es immer ein Geschäftsführer sein, ein guter Job? Maria möchte Sicherheit. Dabei hat sie selber einen guten Job.

Spätestens ab 40 ist den meisten Frauen klar, dass die Männer mehr verdienen, die besseren Jobs kriegen und konsequenter ihre Karriere vorangetrieben haben. Und dass es als Frau ganz schön mühsam sein kann, für sich und die eigenen Lebenswünsche Verantwortung zu übernehmen.

Dann werden Ansprüche an den neuen und womöglich an den Ex-Mann gestellt. So wie bei Martina. «Ich lass mich doch jetzt noch nicht scheiden. Attilio soll weiter die Wohnung zahlen. Ich arbeite ja nur 80 Prozent.» Egal, dass sie ihren Attilio und ihre Kinder nach 25 Jahren Ehe für den Klavierlehrer verlassen hat. Attilio ist zwar keine Stimmungskanone, sondern chrampft sich seit 25 Jahren in einer Bank ab. Verständlich, dass er so langsam die Scheidung möchte. Doch Martinas neuer Freund ist nicht auf Rosen gebettet, finanziell und gesundheitlich angeschlagen. Deshalb macht sie sich Sorgen um ihre Zukunft. Und muss selber für Steuern, Kleidung, Essen und Ausgehen aufkommen.

Um den Unterhalt hat auch Susanne pickelhart mit dem Ex-Mann gestritten. Fünf Jahre nach der Scheidung hat sie endlich ihren ruhigen Walter kennen gelernt. Er ist 57, hat erwachsene Kinder und ist ein Arbeitstier, das auch am Wochenende am Schreibtisch hockt. Dafür ist Walter, im Gegensatz zu Susanne, keine Sportskanone. Zwei Fahrradstürze und einen Skiunfall hat er hinter sich: Rippenbrüche und Kreuzbandriss. «Und dieser Bauch!», nervt sie sich. Jetzt hat Walter tatsächlich acht Jahre vor der Rente für Susanne, sich und ihre vier Teenager ein neues, teures Eigenheim angeschafft. Doch sie ist nicht wirklich zufrieden: «Ich wollte nicht aufs platte Land.» Dass Walter ziemlich oft Rücksicht nimmt, sieht sie nicht.

Dabei sind nur die wenigsten Männer und Frauen ab einem gewissen Alter bereit, etwas von ihrem Vermögen zu teilen. Erst recht nicht, wenn sie bereits mindestens eine Scheidung hinter sich haben und Kinder gross zu kriegen sind. Kinder machen die Situation bei der Partnersuche um die 50 nicht unbedingt einfacher. Bockige Teenager testen neue Interessenten, vor allem bei den Müttern, auf Herz und Nieren. Im besten Fall mögen die neuen Partner die vorhandenen Kinder und sehen über regelmässige Provokationen hinweg. Deshalb ist man als Frau mit Teenagern im Haushalt besser bedient, wenn man nicht gemeinsam wohnt und nur schöne Stunden aushäusig teilt.

«Sex ist schon wichtig», findet auch Gabi. Möglicherweise wird guter Sex als Bindungsgrund im fortgeschrittenen Alter noch bedeutsamer, weil die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn hat, drastisch abnimmt. Doch Spielraum bei der Partnersuche ist nicht jedem vergönnt. Männer, die finanziell gut gestellt sind und nochmals eine neue Familie finanzieren oder Sicherheit bieten können, finden immer eine Frau. Fast egal, wie alt sie sind. Der Handlungsspielraum dieser Männer steigt proportional zu ihrer Grosszügigkeit.

Frauen um die 50 dagegen finden nicht oft einen Partner, der gleichaltrig ist. Sie finden entweder einen erheblich älteren Mann, mit dem sie einen Kompromiss eingehen: gemeinsame Unternehmungen, Ruhe, Sicherheit. Oder sie haben Spass mit einem wesentlich jüngeren Mann, der selber den Ansprüchen junger Frauen aus dem Weg geht.

Erotisches Kapital ist dabei die Währung, die vor allem Frauen einsetzen – und das muss nicht unbedingt etwas mit Aussehen oder Alter zu tun haben. Sondern mit Charme, Authentizität, Lebenslust und Nachsicht gegenüber den Schwächen anderer. Doch Frauen ab 50 und Männer, die weder über erotisches Kapital noch über finanzielle Mittel verfügen, haben es schwer, jemanden zu finden.

Leider stehen sich vor allem Frauen oft mit unrealistischen Ansprüchen selber im Weg. Dann hilft nur eines: sein eigenes Mantra überprüfen. Denn wer ständig scheitert, kann spätestens mit 50 nicht mehr darüber hinwegsehen, dass nicht immer die anderen Schuld an der Beziehungsmisere haben. Vielleicht hat man ja seine eigenen Lebensträume aus den Augen verloren und strahlt deshalb chronische Unzufriedenheit statt Lebensfreude aus?

Ex-Freund Rüdiger (57) findet den Beziehungsmarkt lächerlich: «Alles überbewertet!» Er kriege nur noch wenige, aber eindeutige Angebote… «Diese Frauen suchen was fürs Bett!» Als brotloser Künstler käme er als Partner nicht mehr infrage. Es sei denn, eine alte Freundin wie ich käme vorbei, die ihn heute noch sieht, wie er früher war: kreativ, gut aussehend, kinderlieb, mit gradlinigem Charakter und Humor. Wieso habe ich Rüdiger eigentlich verlassen? Ach ja, richtig: Er wollte sein Leben als brotloser Künstler nicht ändern, und ich wollte Familie und Sicherheit. Vielleicht sollte ich ihn mal Gabi vorstellen.

157 Kommentare zu «Die Währungen der Liebe»

  • Marco sagt:

    Ich finde den Text sehr interessant.
    Meine Meinung: Viele Männer wollen doch auch eine Frau, welche unselbständig ist und welche sie (den Mann) dann ein wenig anhimmelt. Ja keine beruflich erfolgreiche Frau, welche vielleicht sogar noch mehr verdient.
    Aber ich denke schon, dass halt viele Frauen es sich recht bequem machen und es ihnen nicht schaden würde, die Verantwortung für das eigene Leben selber in die Hand zu nehmen bzw. diese Verantwortung nicht an den aktuellen oder Ex-Mann abzugeben.

    • Peter sagt:

      „Viele Männer wollen keine Frau, die vielleicht sogar noch mehr verdient als sie.“: Man kann den Spies genau so gut umdrehen: Von den Männern wird in der Damenwelt erwartet, dass sie mehr oder wenigstens einfach viel verdienen. Frau möchte also gerne Karriere machen u.s.w., u.s.f., aber im Privatleben herrscht immer noch genau das gleiche, uralte Rollenverständnis. Rosinenpicken würde ich das mal nennen.

    • Malena sagt:

      Meine männlichen Freunde sagen mir, dass sie kein Problem haben mit erfolgreichen, unabhängigen und starken Frauen. Warum auch? Hingegen wollen sie keine hochnäsige, egoistische und rücksichtslose Partnerin. Selbst- und Fremdeinschätzung gehen diesbezüglich oft etwas auseinander.

    • fabian sagt:

      Marco, weil du ein Huscheli als Frau willst, musst du damit doch nicht auf alle Männer verallgemeinern. Die meisten Männer wollen eine Frau auf Augenhöhe als Partnerin.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Vielleicht sollte man auch noch sagen, dass Liebe tatsächlich helfen kann.
    Wenn man einen Menschen wirklich liebt, übt das eine unglaublich grosse Kraft aus.
    (Fast) jeder von uns, will geliebt sein. Wer seinen Partner wirklich liebt, der wird schwerlich von ihm verlassen. Und wenn man jemanden wirklich liebt, ist man auch bereit seine fixen Vorstellungen von dem perfekten Partner über Bord zu werfen. Dann zählt eben nur die geliebte Person.
    Aber in den meisten Fällen, ist diese Liebe so sehr auf das eigene Selbst bezogen, dass dann die nackte Ökonomie das Rennen macht. Trotzdem ist sie nicht alles.
    Also: nicht motzen, wenns nicht so läuft. Entweder man liebt oder man muss nehmen, was man kriegen kann.

    • Reiner Zufall sagt:

      Sehr gut geschrieben….genau so ist es!

    • Sportpapi sagt:

      „Wer seinen Partner wirklich liebt, der wird schwerlich von ihm verlassen.“ Ach ja? Wieso das?

    • KA sagt:

      Das ist aber nun doch eine ziemlich Schlag in die Magengrube aller Verlassenen. „Hochmut kommt vor dem Fall“. Ich wünsche dir, dass für dich diese Prophezeiung aufgeht. Aber Bedenke, dass sich der Partner ev. in jemanden verliebt, der noch mehr liebt?

    • Xavier Zurbuchen sagt:

      Haha, was für eine schöne naive Welt. Sieht in der Realität aber ganz anders aus. Nicht die Liebe der anderen Person ist entscheidend, sondern wenn überhaupt, die eigene Persönlichkeit und wie sehr man mit sich in Frieden ist, also Selbstliebe. Denn sonst lässt man sich nicht auf den Anderen um dessen selbst willen ein, sondern es geht am Ende trotzdem um den Selbstbezug. Dass ganz viele trotzdem felsenfest überzeugt sind, es handele sich um waschechte Liebe, tut nichts zur Sache. Und was liebst Du im Anderen? Das, was Dir selbst fehlt und von dem Du hoffst, dass es Dich „rund“ macht? Ist das überhaupt Liebe? Naja, da wären so einige Dinge zu klären, bevor man ein solches Statement ernst nehmen könnte.

    • Muttis Liebling sagt:

      Vielleicht sollte man auch noch sagen, dass es auch ohne Liebe geht. Zumindest war das in der gesamten Menschheit bis vor 150 Jahren so der Standard.

      Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob das scheinbar allgegenwärtige Schema der Liebe nicht so eine Art anerzogene Massenspsychose ist. Man kann ja schlecht gross werden, ohne an allen Stellen die Liebe besungen zu sehen. Dabei merkt man sehr schnell, wenn man es probiert, dass es sehr gut auch ohne Liebe geht.

      Aber auch das eine Frage der Kultur. Nicht zufällig hat eine meiner wenigen Jugendfreundinnen darüber ein Buch geschrieben:

      https://www.youtube.com/watch?v=8BITdWsOOyk

      Wir haben wohl schon als Kinder anders getickt als der Mainstream.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – seufz, hab ich doch gesagt, warum fragen Sie? Lesen sie doch meine Begründung.

        KA – Liebe ist nicht so einfach. Es ist aber trotzdem so – irgendwie. Nichts ist zufällig. Erst recht nicht, wenn sich der Partner in jmd anderen verliebt.
        Die meisten haben ein völlig falsches Konzept von Liebe. Darum fühlen sie sich ihr ausgeliefert, hilflos.
        Meine Aussage hat nichts mit Hochmut oder Naivität zu tun, aber sehr sehr viel mit Erfahrung.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – natürlich geht es ohne Liebe.
        Aber für mich ist das nichts.

        Sie müssen einfach mal einsehen, dass es auch Menschen gibt, die anders sind als sie.
        Ich weiss das fällt ihnen schwer.

        Ohne Liebe bleibt eben nur die Ökonomie. Und darüber sollte man sich dann nicht beschweren.

      • Sportpapi sagt:

        Seufz – nein, die Antwort darauf finde ich auch beim wiederholten Lesen nicht.

      • KA sagt:

        also Rincarnation; gemäss ihrer Aussage wird ein Partner den ich wahrhaftig leibe, mich nicht verlassen? Sorry das ist doch Wunschdenken. Ich Liebe meinen Mann wirklich, und das was ich für ihn empfinde ist ein Geschenk von ihm an mich. Gibt mir aber doch nicht die Garantie, dass er nicht auch von einer anderen Frau so geliebt werden kann. Vielleicht entscheidet er sich dann für die andere? Wäre sein gutes Recht, ändert auch nichts an meiner Liebe. und ganz vieles ist zufällig, tausende Variablen bestimmen einen Moment. Die Kunst des Lebens ist es, die Momente des Glücks zu erkennen und diese zu geniessen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – (Fast) jeder von uns, will geliebt sein.
        Wenn ein Mensch wirklich MICH liebt, wirklich MICH meint, MICH versteht und ich ihm absolut VERTRAUEN kann. Wow – nein, den verlasse ich nicht.
        Ausser ich habe ein Problem mit mir selbst.

        So einfach ist das – und natürlich auch viel komplexer. Aber manchmal sollten wir uns an die einfachen Gleichungen halten. Die Komplexität sie zu erfüllen, ist dann Lebenserfahrung.

      • Reincarnation of XY sagt:

        KA – ich brauche keine Garantien. Mir reichen Überzeugungen, die ich lebe.
        Aber an ihr Konzept von Liebe glaube ich nicht.
        Keiner verliebt sich zufällig. Das ist dummes Zeug.
        Und Liebe ohne Treue ist keine Liebe. Das ist reine Selbstgefälligkeit. Der Fokus auf das eigene Glück und das eigene Selbst gelegt.

        Wenn ich zu einem Menschen JA gesagt habe, muss sehr viel passieren, dass ich zu ihm nicht mehr JA sage. Und bevor das geschieht werde ich mit ihm sprechen, streiten, fighten. Für mich sind Menschen und Beziehungen halt kostbar. Für andere halt weniger. Oder sie verstehen nicht, dass wir eben nicht irgendeinem fiesen Liebesgott ausgeliefert sind. Wir gestalten unsere Beziehungen Tag für Tag. Mit den Jahren ergibt das eine ganz feste Form.

      • Carolina sagt:

        RoXy: Ich glaube, diese Form der erwachsenen Liebe ist tatsächlich relativ rar – viele Menschen, die in der Beziehung durch eine Krise gehen (was immer vorkommt), geben auf, ohne Ihren Kampfsinn zu haben. Daher meine These, dass die Beziehungen, die sich ab und zu hinterfragen, hadern, miteinander ‚kämpfen‘, vielleicht langfristig stabiler sind. Aber eine Garantie ist das keinesfalls: denn auch Partner, in die man die Erwartung gesetzt hat, sie dächten genauso wie man selbst, handeln manchmal anders, verändern sich, haben vielleicht einfach keine Lust mehr.
        Dann kommt es eher darauf an, nicht mit Begriffen wie ‚Schuld‘ zu hantieren, sondern klar zu sagen, dass jeder letztlich seines eigenen Glückes Schmied ist – auch wenn es hart ist.

      • Carolina sagt:

        Auch wenn es hart klingt, aber der einzige Mensch, auf den ich mich 100%ig verlassen kann, bin ich selber. Ich habe nur einen minimalen Einfluss auf das Verhalten, die Ansichten und das Interesse von geliebten Menschen mir gegenüber – und diese können sich ändern, ohne dass ich unbedingt etwas damit zu tun habe. Und wenn all mein Hinterfragen und Hadern und meine Verzweiflung zu nichts führen, bin ich auf mich selber zurückgeworfen. Und das würde ich schaffen/habe ich geschafft.
        Nennen Sie es Zynismus – für mich ist es Realitätssinn.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich kann kämpfen, mich aufopfern, an der Beziehung arbeiten, unglaublich tolerant sein bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus, lieben wie verrückt. Aber all das ist nur mein Teil. Partnerschaft besteht aus zweien.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Carolina – wie so oft: bin mit ihnen einig und freue mich, dass sie mich so gut verstehen.

        SP – ja das stimmt. Aber ich habe einen extrem grossen Einfluss auf meinen Partner.

        Übrigens: Opferbereitschaft und Toleranz ist manchmal nicht der rechte Weg. Manchmal braucht es auch Konfrontation, Einfordern etc.
        Liebe kann sehr Komplex sein.
        Aber wenn mir etwas wichtig ist (und das gilt eigentlich für jeden Menschen) dann kann ich auch über mich hinauswachsen. Anfangs unserer Beziehung war ich dieser Herausforderung überhaupt nicht gewachsen – aber man kann extrem viel lernen – wenn es einem wichtig ist.

        Wenn man das nicht will, soll man sich nicht über die Ökonomie beklagen.

    • Beatrice sagt:

      @ Reincarnation of XY
      tja, toent zwar hochmuetig aber ist so.

      ich verstehe genau was du meinst. jeder kriegt den partner den er verdient.

      denn jeder muss sich fragen: liebe ich den partner mit allen schwaechen und macken oder will ich gerne meinen partner so ummodelieren, dass er mir dann aber auch ja passt. oder brauche ich einfach jemanden der mich bestaetigt und gluecklich macht und ich nicht alleine sein kann?

      im grunde genommen muss JEDER zuerst sich annehmen und lieben lernen. erst dann ist er bereit bedingungslos zu lieben und anzunehmen was ist. kein partner ist dazu da, einen gluecklich zu machen. das koennen wir nur selbst.

      hilfreich ist auch, wenn der partner mit seinem persoenlichn reifeprozess in etwas auf augenhoehe ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        danke beatrice – ich bin immer wieder froh, wenn ich sehe, dass es auch noch Menschen gibt, die aus Erfahrung verstehen, was ich sage.

  • Reiner Zufall sagt:

    Ich kann das nicht bestätigen. Bin als alleinerziehender Vater (50J.) dreier Jugendlicher nach 5 langen Jahren seit einer Woche endlich geschieden. Habe seit längerem eine gleichalte Partnerin mit zwei Jugendlichen. Finanzielle Absicherung spielt keine Rolle. Die „Gefahr“ einer Schwangerschaft existiert nicht. In wenigen Jahren sind alle Kids flügge. Mit dem Erfahrungsschatz der gescheiterten Ehen können wir uns neben dem täglichen Hamsterrrad um unsere Partnerschaft kümmern und ihr, wo immer möglich, Raum geben und alte Fehler vermeiden. Die Zukunftsaussichten sind prächtig. Und dass Sex gegenseitig keine Rolle spielt oder Mittel zum Zweck ist, glaubt sowieso niemand. Das Kennenlernen und sich überhaupt Über-den-Weg-laufen war kein Problem.

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Die Zukunftsaussichten sind prächtig.‘

      Ist das ernst gemeint? Wenn man mit 50 immer noch minderjährige Kinder in der Verantwortung hat, wann beginnt dann die Zukunft? Mit dem Rentenbescheid oder den ersten Symptomen von Rheuma und Arthrose?

      Tatsächlich sieht man zunehmend auch das Modell Pflegegemeinschaft bei Neupartnerschaften im höheren Alter.

      • Reiner Zufall sagt:

        Mit den Zukunftsaussichten ist die Zeit gemeint, nachdem alle Kinder ausgeflogen sind.
        Das heisst auf keinen Fall, dass die Zeit jetzt nicht auch sehr schön ist. Sie ist aber vor allem vom täglichen Hamsterrad geprägt mit all den Aufgaben rund um die Jugendlichen. Dieses Hamsterrad hätte ich auch, wenn ich ohne Partnerschaft wäre. Zeit für die Pflege der Partnerschaft, also die reine Frau-Mann-Beziehung, muss bewusst geplant und genossen werden. Und sie ist zurzeit recht dünn gesäht, was ja nicht weiter schlimm ist. Die Aussicht darauf, dass in Zukunft mehr gemeinsame Zeit zur Verfügung stehen kann und wird, finde ist tatsächlich prächtig. Das bewusste Planen der Bezihungspflege wird um einiges einfacher als heute.

    • Beatrice sagt:

      genau aus diesem grund wohnen mein partner und ich nicht zusammen. wir sind seit 4 jahren zusammen und haben 3 teenager, von welchen 2 im sommer in die lehre kommen.

      wir leben im selben dorf aber nicht in der selben wohnung.

      das hamsterradgefuehl des alltags entfaellt groesstenteils.

      fuer uns ist es perfekt! teilen viel. es ist nicht so dass wir nur die schokoladenseiten des partners und dessen leben kennen. aber wenns wirklich noetig ist, hat jeder seine eigenen 4 waende. und unsere kinder schaetzen das uebrigens sehr!!!

      • Simone sagt:

        ziehen wir doch zuerst mal die Kinder gross und räumen auf- innen und aussen…

      • Reiner Zufall sagt:

        Hallo Beatrice. Das ist bei uns auch so. Zwei Wohnungen/Häuser bis die Kinder alle aus dem Haus sind. Anschliessend dann in wenigen Jahren Zusammenzug in ein gemeinsames Haus. Die Vorfreude darauf ist bei uns beiden sehr gross. Und das jetzige Zwei-Haushalte-Leben mit fünf Jugendlichen ist die perfekte Zwischenlösung. Ein „Zusammenleben“ ist auch mit derzeit zwei Haushalten sehr gut möglich. Und für die Jugendlichen ist es perfekt.

      • Beatrice sagt:

        Simone, wie meinst du das?

        schliesst das eine den das andere aus?

        verstehe ich nicht, müssen sie mir erklären.

        und dass man nach einer trennung/scheidung auch innen aufräumt, dass ist extrem empfehlenswert. sonst klappts womöglich aus denselben gründen WIEDER nicht mit dem neuen partner!

  • Christoph Bögli sagt:

    Inwiefern ist das ein spezifisches Problem um die 50? Das läuft grundsätzlich auch um die 20, 30, 40 oder 60 nicht viel, allenfalls ändern sich die Nuancen leicht. Der Beziehungsmarkt hat immer seine eher unerfreulichen, sozioökonomischen Restriktionen und ist in keinem Alter wirklich einfach, gerade wenn man aus einer langjährigen Beziehung kommt oder aus anderen Gründen in der Restposten-Abteilung landet, vor allem aber auch wenn man zu viel erwartet. Weshalb wohl der Bereich 30-40 noch problematischer zu bewerten ist, weil da viele (noch) in erster Ehe gebunden sind während der Rest umso verzweifelter nach dem vermeintlichen Partner fürs Leben sucht. Ab 50 wird das m.E. eher besser, da es „nur noch“ um etwas Gemeinsamkeit, Spass und allenfalls ökonomische Absicherung geht..

  • Liebesberatung sagt:

    Ich denke auch, dass dies nicht nur ein Problem der Ü50 ist. Ich sehe Gleiches bei meiner Generation Ü30. Habe selber sehr gut aussehende Freundinnen Ü30, die seit Jahren Single sind und wenn sie überhaupt einen Mann kennenlernen, oftmals als solche entpuppen, die sich nach Sex sehnen und haben sie diesen bekommen, plötzlich Luft werden. Daneben gibt es aber ganze viele tolle Männer, ich habe einen. und dann gibt es noch die ganz vielen Seitensprünge, heimliche Geliebte, Affären, die gerne verschwiegen werden, um an alten Beziehungsmustern festzuhalten. ich glaube, wir müssen unsere Beziehungen und Beziehungsmuster ernsthaft hinterfragen, wenn wir nicht alle einsam sein wollen. Ein wenig Offenheit und Ehrlichkeit ist wünschenswert, nicht jede Beziehung muss mit einem Ehevertrag enden.

  • Carolina sagt:

    Als Erfahrungsbericht aus meiner Praxis folgendes: es gibt in jedem Alter in alle möglichen Spielarten des Nichtfindens, Findens und der Beziehungspflege. Vielleicht ist die Enttäuschung und Verzweiflung grösser, wenn man noch Kinder hat, die zuhause leben. Es gibt natürlich keine alleingültige Form von Liebe, sie nimmt alle möglichen Formen ein: ich habe Frauen kennengelernt, die expressis verbis auf Versorgung und CH-Pass etc aus waren, ihrem Mann dafür aber auch unbedingte Loyalität geschenkt haben; Männer, die viel jüngere Frauen geheiratet haben, ihnen aber davonliegen, als sie merkten, dass sie das ganze Spiel mit Familie und Kindern nicht nochmals wollten.
    Eine Form von Liebe, wie RoXy sie oben beschreibt, die bedingungslos liebt und maximales Vertrauen verschenkt,

  • Carolina sagt:

    /2 ist wohl sehr rar – denn sie setzt intakte Selbstliebe voraus, Vertrauen erst einmal in sich selber, das Leben bewältigen zu können. Die grösste Crux scheinen mir die Erwartungshaltungen der jeweiligen Partner zu sein (die auch in Partnerschaften anderer Art bestehen, übrigens) und der Fehler, die Partnerschaft nicht ab und zu auf neu sich auftuende Probleme und Mängel abzuklopfen, sondern aus Bequemlichkeit lieber den Kopf in den Sand zu stecken.
    Ich würde, vor allem bei den jungen Menschen, die immer öfter eine Paartherapie aufsuchen (nicht, weil ihre Beziehung problematisch ist, sondern um jetzt schon anstehende Fragen regelmässig zu klären), dazu raten, sich von Anfang an ab und zu aus der rosaroten Wolke herauszubewegen und einen

    • Carolina sagt:

      /3 Realitätscheck zu machen, vielleicht mit Hilfe von aussen. Sich bestimmte Fragen ehrlich zu stellen, sich mal kurz aus der Lovey-Dovey-Situation rausstellen und sich zu überlegen, wie der andere vielleicht in ein paar Jahren ist; was ich in einem Partner suche etc……
      Man kann sich auf Enttäuschungen wahrscheinlich nicht vorbereiten, aber man kann den Gedanken zulassen, dass es keinen einzigen Menschen auf dieser Welt gibt, der alle Erwartungen an ihn erfüllen kann und sollte. Kann man damit leben?
      Eine gewisse Grundskepsis und sich selber immer wieder hinterfragen ist hilfreich.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja, Carolina – kürzlich in einem unserer unendlichen Palaver mit meiner Frau – sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wohl die meisten Beziehungen scheitern oder hohl werden, weil man die eigenen Konflikte (noch) nicht gelöst hat.
        Kaum einer hat das, wenn er noch jung ist. Deshalb ist die wichtigste Paar-Arbeit, letztlich auch eine Arbeit an sich selbst.

  • Trix sagt:

    …Egal, dass sie ihren Attilio und ihre Kinder nach 25 Jahren Ehe für den Klavierlehrer verlassen hat…Doch Martinas neuer Freund ist nicht auf Rosen gebettet, finanziell und gesundheitlich angeschlagen. Deshalb macht sie sich Sorgen um ihre Zukunft. Und muss selber für Steuern, Kleidung, Essen und Ausgehen aufkommen…
    solche Exemplare wie ich es bin, gibt es wohl nur sehr selten. ICH habe meinen ex verlassen, also ging ICH aus dem Haus und noch dazu kaeme mir niemals in den sinn geld von meinem ex zu wollen. ICH habe ihn verlassen und habe ihn betrogen. fuer die kinder, die wir haelftig betreuen, kommt er aber auf…mir ist wohl so! klar war es auch seine schuld, unsere scheidung. aber den mann noch finanziell ausquetschen, nachdem man ihn verlaesst, das hoert man immer wieder!

    • Sportpapi sagt:

      „fuer die kinder, die wir haelftig betreuen, kommt er aber auf…“ Warum?

      • Trix sagt:

        weil er 100% arbeitet und ich nicht. das war eine vereinbarung. damit ich nach der schule fuer die kinder da sein kann. somit verzichte ich auf einen nicht ganz unwesentlichen einkommensteil.

        im gegenzug kommt er fuer finanziell fuer die kinder auf. zumal er ja auch einiges mehr verdient als ich.

        da aber die kinder 50% der zeit bei mir sind, ist das nur halb so tragisch wie es toent. ich komme fuer ferien, auslagen, essen, etc auf, wenn sie bei mir sind

    • 13 sagt:

      @ Trix
      Sie hinken dem echt rund 17 Jahre hinterher. Warum sollte es für die finanziellen Belange eine Rolle spielen, wer wen verlässt. Alimente sind doch keine Entschädigung für das Verlassen werden….

      • Trix sagt:

        haha… meinen sie?

        naja, es muss fuer jeden stimmen! und glauben sie mir; fuer mich stimmt es. bin niemandem rechenschaft schuldig.

        und ich kann arbeiten, verdiene gut….

        also kein problem.

        egal was man macht, es gibt immer einen aufschrei. entweder ist man doof und hinterwaelderisch wenn man kein geld vom mann will oder man ist geldgierig und nimmt den mann aus, wenn man geld nimmt!

      • Hotel Papa sagt:

        Und genau deshalb könnte ich schreien, wenn wieder eine Kampfemanze die Worte Patriarchat und Männliches Privileg in den Mund nimmt.

        In dieser Situation ist mann einfach nur der verarschte.

      • 13 sagt:

        @ Trix
        Entschuldigen Sie, es sollte „Recht“ und nicht „echt“ heissen. Das ist mir sogar sehr sympathisch, dass Sie so denken und doch wäre eine Rückkehr zur Verschuldensfrage sehr fragwürdig 😉

    • Benni Aschwanden sagt:

      Diese Regelung ist aber wirklich eine Ausnahme. Zunehmend bekommt man eher den Eindruck, vor allem für Frauen habe sich der ganze Ablauf Beziehung – Heiraten – Kinder kriegen – Scheidung zu einem Businessplan entwickelt. Ich kenne Frauen, die sich effektiv bereits beim ersten Kennenlernen eines Mannes die finanziellen Optionen nach einer allfälligen Scheidung überlegen. Und ich kenne Männer, die nach der Trennung der Ex die Hälfte ihres Einkommens überweisen müssen, obwohl die Ex mehr verdient! Soviel zum Thema „echte Liebe“. Kuhhandel trifft’s eher, wie hier bereits kommentiert wurde.

      • Reiner Zufall sagt:

        Der Ex die Hälfte überweisen, obwohl sie mehr verdient? Nie und nimmer. Ich habe in diesem Bereich nun einige Jahre Erfahrung. Das kommt bei Gericht niemals so durch. Dann lief da was falsch. Der Betroffene muss eine Urteilsabänderung verlangen und die finanziellen Karten werden dann neu gemischt, je nachdem wer wieviel verdient und wer die Kinder hat.

  • Hannes Müller sagt:

    Das Muster ist schon deutlich: Die Frau will ausgehalten werden, der Mann soll aushalten. Alles andere kommt nachrangig.

  • Susanne sagt:

    Ich, ü50, brauch keinen mit Geld, hab ich selber, brauch auch keinen mit Karriere, hab ich selber, brauch auch keinen mit Haus, hab ich selber, aber ich hätt gern einen Freund der offen und selbständig ist, viele Themen und Ansichten zu beleuchten und zu diskutieren, mit dem ich lachen kann (gleicher Humor!) und der mir sympathisch ist. Stimmen diese Kriterien gefällt er mir, auch wenn er nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht und wenn er mir gefällt will ich auch ins Bett mit ihm. So einfach und so schwierig ist das! –
    und so lange das nicht passt geniesse ich die Zeit lieber allein 🙂

  • Patrick sagt:

    Ich habe mit meiner Frau zusammen zwei tolle und wunderbare Kinder im Teenager-Alter, wir sind seit 17 Jahren verheiratet. Vor ungefähr 4 Jahren hat mir meine Frau eröffnet, dass sie mich nicht mehr liebt…. So leben wir jetzt als Zweckgemeinschaft zusammen, was eigentlich ganz gut klappt. Meine Frau hat auch bereits eine gescheiterte „Affäre“ hinter sich, war gefrustet und enttäuscht. Ich bin Mitte 50 und frage mich, wie ich jetzt eine neue Partnerin finde könnte, und was das für mich und meine Kinder bedeuten würde… ich habe schon jetzt manchmal nicht genug Kraft, die Erziehung und Betreuung meiner Kinder wahrzunehmen, wenn meine Frau arbeitet. Dazu kommt ein 100%Job mit Schichtarbeit…. Ich wünsche mir eigentlich nur jemanden, der mich mal in den Arm nimmt… eigentlich traurig…

    • Benni Aschwanden sagt:

      Genau so dürfte es wohl bei vielen anderen Paaren auch aussehen. Obschon die Emotionen verflogen sind bleibt man halt zusammen, aus finanziellen Gründen, aus Gewohnheit, aus Sozialprestige, aus Angst vor dem Alleinsein.

    • Reiner Zufall sagt:

      Das können sie gleich vergessen. Ziehen sie einen Schlussstrich. Sonst wird es immer teurer für sie; auch emotional. Eine neue Partnerin wird längerfristig keine Freude daran haben, dass sie sich aus Gewohnheit (oder was auch immer) nicht von ihrer ungeliebten Frau trennen wollen und weiterhin mit ihr zusammenleben.

  • Carolina sagt:

    Ich frage mich, wieviel Zustimmung dieser heutige Blog wohl bekommen hätte, wenn davon die Rede gewesen wäre, wieviele Männer heutzutage (angeblich) nur auf unverbindlichen Sex aus sind (höre ich jedenfalls immer, wenn es um dating platforms geht), ihr altes Modell gegen das neue austauschen; in Kauf nehmen, dass eine viel jüngere Frau sie nur ihres Geldes/sozialen Status nimmt etc. Zu jeder dieser beklagten Situationen hier gibt es eine – in der Regel – männliche Gegenseite: ein Mann, der genau weiss, dass er sich auf die Beziehung mit einer Frau einlässt, die nur wenig Interesse an einem Beruf zeigt und sofort auf Teilzeit umstellt; ein Mann, der genau weiss, dass, wenn er mal 50 plus ist, die blonde 29jährige ihn ziemlich sicher nicht wegen seines Intellektes

    • Carolina sagt:

      /2 anbaggert; ein Mann, der an seine Frau vor 30 Jahre genauso viele (unrealistische) Erwartungen gestellt hat wie sie an ihn…….
      Beim heutigen Thema geht komplett vergessen, dass jede Beziehung zwei Seiten (mindestens) hat; dass es an jedem selbst liegt, schlechte Erfahrungen in irgendeiner Form zu verarbeiten, statt sie zu verallgemeinern; seinen eigenen Anteil an einem Scheitern anzuschauen. Es gibt unzählige Beispiele für gescheiterte Beziehungen und Beziehungen, die von aussen gesehen aus den ‚falschen‘ Gründen eingegangen wurden – entscheidend ist eigentlich nur, wie die Partner damit umgehen: eigenverantwortlich oder machen sie ‚die Männer‘ oder ‚die Frauen‘ verantwortlich…..

    • Sportpapi sagt:

      @Caro: Ich finde ja, heute wird erfreulicherweise die Frage nach Schuld und Verantwortung eher ausgeklammert, und nüchtern beschrieben, was da ist. Zumindest empfinde ich es so.

      • Carolina sagt:

        Ich wollte keinesfalls eine Gender-Frage aus diesem Blog machen – wie Du wohl weisst. Aber ich möchte darauf hinweisen (vor allem an die hier, die ständig wieder darauf hinweisen, dass die meisten Frauen nur auf reiche Männer aus sind, während sie selber dem Luxusleben fröhnen), dass zu Beziehungen zwei gehören, immer! Jedes hat seine Verantwortung, seinen Beitrag, seine ganz eigene Art, das hat mit Schuld eben gar nichts zu tun. Wenn man (also beide Seiten) einigermassen sehenden Auges in eine Beziehung gehen und darauf achten, Veränderungen mitzubekommen, nichts als für ewig gegeben anzuschauen, besteht eine viel grössere Chance, eine erwachsene, dauerhafte und kritikfähige Beziehung zu führen. Dann ist sie wahrscheinlich immer noch nicht perfekt, aber es ist schon viel getan…..

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich dachte, das geht hier um die Besonderheiten der Liebe am Beginn der zweiten Lebenshälfte, welche anderen Regeln folgt, als in der Zeit zuvor. Lesen kann ich immer nur die gleichen dürren Sätze, die sich nicht mit biographischen Besonderheiten auseinandersetzen.

      • Carolina sagt:

        Wieso, ML, Sie haben uns doch Ihre eigenen biografischen Besonderheiten und Ihre ( wohl doch ganz leicht an den Wünschen und Sehnsüchten der meisten Menschen, egal welchen Alters, vorbeigehenden) speziellen Haltungen mal wieder dargelegt. Ich dachte immer, Einzelschicksal sei für Sie irrelevant?

      • Muttis Liebling sagt:

        Was haben Einzelschicksale mit biographischer Sichtweise zu tun? Ansonsten siehe mein Statement weiter unten.

  • Raton Lavor sagt:

    Da bekommt man fast zum Eindruck, dass alle noch Kinder geblieben sind und mit einer Weihnachtsgeschenk-Wunschliste auf die Erfüllung warten, in der Meinung, in einer ewig dauernden Gegenwart unsterblich zu sein. Vielen täte es vielleicht gut, diese Wunschliste zu vergessen und sich nicht so auf das zu fokussieren, was man nicht erzwingen kann. Vor allem auch zu akzeptieren, dass das Leben auch Überraschungen und Gelegenheiten bereit hält, die man natürlich aber erst wahrnehmen und darauf einzugehen, bereit sein muss. Sich nicht hinter einer Liste von Anforderungen zu verstecken und nur all jene Punkte sehen, die scheinbar nicht erfüllt werden.

  • Marcel Zufferey sagt:

    1) Ein schöner und ausgewogener Text! Ja, wir von der Generation Golf… sind keine einfachen Menschen! Sozialisiert wurden wir von Alice Schwarzer, Ettore Sottsass, U2, Dirty Dancing, Mad Max, Piaggio oder Puch (und die ganz Verwegenen von Sachs) und dem Nemax 50 (oder der Nasdaq, je nach dem). Wir haben die multioptinale Welt noch erlebt, das Anything Goes in jeder Beziehung!

  • Marcel Zufferey sagt:

    2) Nun sind gestandene Leut‘ und so etwas von überpolitisiert, prätentiös, neurotisch, verzogen und verwöhnt… In jungen Jahren haben wir nach den Sternen gegriffen, weil es einfach möglich war- und nun, angegraut wie wir sind, stellen wir ernüchtert fest, dass die Sause fast vorüber ist und wir… vielleicht vieles falsch gesehen haben, damals. Zumindest viele von uns, nicht alle. Doch nun ist es zu spät.

    Nein, ich habe kein Mitleid mit uns: Wir haben nichts besseres verdient!

  • Clara sagt:

    Ein gutes Leben ohne Liebesbeziehung in der zweiten Hälfte des Lebens ist möglich. Und nicht einmal zwingend schlechter als mit Liebesbeziehung. Das ist ein ebenso gleichwertiges Leben. Aber offenbar nimmt man (Liebes)Beziehungen als normal wahr – ein Leben ohne scheint irgendwie als eine Anomalie wahrgenommen zu werden. Meines Erachtens erzeugt diese Wahrnehmung eine „verkrampfte“ und „gekünstelte“ Sucherei; und das ist mühsam für alle Beteiligte und (ver)hindert Leben. Schade für die Zeit, die so schnell vergeht und nichts entstehen lässt.

    • Franziska sagt:

      Ich teile diese Meinung: Viele können einfach nicht alleine sein und leben lieber in unbefriedigenden Beziehung als in keiner. Suchen krampfhaft. Als finanziell unabhängige Frau ü50 kann habe ich ein gutes, interessantes Leben. Wenn ein lieber Mann daran teilhaben will – ist’s gut, sonst gilt für mich: lieber allein und frei!. Ich habe den besten aller Partner für mich übrigens seit 10 Jahren gefunden. Keine Ansprüche – einfach gegenseitige Achtung. Und vor allem: Kein gemeinsamer Haushalt! Das gemeinsame Waschen von Socken u.a. festigt keine Beziehung.. Ab einem gewissen Alter wird alles eher einfacher: Die schwierige Frage „Familie“ zum Beispiel hat sich biologisch gelöst. Also: Was ist schwierig über 50? Ausser man hält’s alleine nicht aus, sei’s emotional oder finanziell.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Lebens- und Erlebnisstruktur eines 50- jährigen ist im allgemeinen sehr viel anders, als die eines Mittzwanzigers. Das kann man nicht mit den gleichen Geschichten beschreiben.

      Alles im Leben hat seine Zeit und alles tritt auch irgendwann in den Hintergrund, so bedeutend es mal war. Das gilt auch für die Liebe.

      So wie es keine universellen Menschenrechte gibt, gerade und weil Populistenpolitiker das behaupten, so wenig gibt es universelle individuelle Werte.

      Jedes Ding hat seine Zeit und auch die der Liebe ist mal irgendwann vorbei. Nur der eine oder andere stirbt eben früher.

      • Diana sagt:

        @ML: Stellen Sie sich mal vor, Sie würden sich jetzt in einer Prostituierte verlieben. Weil diese eben Mitgefühl haben kann, streicheln kann, auch Ihre Seele… aber die Liebe wird ja oft überbewertet.
        Erotik übrigens auch. In Ihrem Alter sollten Sie das wissen.
        Wer ab 50 alleine da steht (ich hoffe sehr, mir wird das nicht passieren) und schon eine Familie mit vollem Einsatz (fast) durchgebracht hat, der/die will doch nur noch eines: Ruhe. Viel Zeit zum lesen, schreiben, nachdenken. Nicht wahr?

      • Muttis Liebling sagt:

        Diana, die Mode hat Zyklen mit der Länge von ca. 20 Jahren. Gleiches gilt für Biographien von Menschen.

        20 Jahre Primärausbildung in der Elternfamilie, dann 20 Jahre eigene Familie und der tastende Teil der Berufstätigkeit.

        Danach kommen die 20 Jahre konzentrierter Ausarbeitung der Lebensziele, mit oder ohne Familie, auf jeden Fall ohne Kinder, weil die inzwischen erwachsen sind.

        Die letzten 20 Jahre kann man dann wahlweise zum Austrudeln mit Arbeit nebenbei oder zum vorrangigen Arbeiten nutzen.

        Das ist das von mir präferierte serielle Lebensmodell und in dem spielt die Geschlechterliebe nur in Phase II eine dominante Rolle. Aber wenn man Phase II bis zum 80. LJ ausdehnen kann, bitte. Was ich dümmlich finde, ist eine Wiederholung der Phase II nach der Lebensmitte.

  • Simone sagt:

    Sehr guter und realistischer Text, zum richtig nachdenken..genau so ist es in der Wahrheit..Endlich jemand der auch diese Meinung ist,und die mit uns Lesern teilt. Danke :-)))

  • Sascha sagt:

    Was ist den Liebe überhaupt ? Im Mittelpunkt steht da für mich die Selbst-Vergessenheit. Nehmen wir das mal einfach als Zustand an wie Luftanhalten oder besoffen sein, nur viel weiter. Wie beschreibt man diesen Zustand ? Ungeahnte freigesetzte Energie, verbunden mit der Welt und allem was einem umgibt, Freiheitsgefühle, Glückseligkeit usw. Unsere Gesellschaft setzt diesen Zustand in Abhängigkeit mit einer Person und Bedingungen. Und hier liegt der Fehler der zu Verzweiflung und tiefem Fall führt. Jeder kann diesen Zustand für sich allein erreichen, in andern Kulturkreisen nennt man das dann Erleuchtung, Erwachen usw. Soviel zum Thema weit entwickelte Gesellschaft und Erkenntnis. Hauptsachen wir decken uns am Valentinstag mit teuren Rosen ein … 😛

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